Stop Corris & Co. (Drückerkolonnen, Spendenkeiler, chuggers)

Aufklärungskampagne zur inakzeptablen Zusammenarbeit zwischen Hilfswerken & Spendensammelfirmen

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Für das BRK: Mit diesen schlimmen Methoden werden Spenden gesammelt 

Mitarbeiter der Firma Kober (der so tut, als wäre er ein Rotes Kreuz-Profi)

Zur Video-Kurzfassung des Beitrags geht’s H-I-E-R

 

Der Skandal weitet sich immer augenscheinlicher zum Super-GAU aus (Kollaps des gesamten NGO-Sektors), wie von mir schon seit Jahren vorhergesagt: Die Sendung „Punkt 12“ von RTL hat die betrügerischen Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen nun auch unter die Lupe genommen. Passenderweise die Haustürsammlungen („Drückerkolonnen“)  des Roten Kreuzes/Bayerischer Landesverband; ich muss es stets wiederholen: Das weltweit erste Hilfswerk, das solche Nonsens-Sammlungen durchführen liess, namentlich von der Firma Wesser im Jahr 1968. Hier geht es aber um die Firma Kober, die auch in Österreich sammelt, und das Wesser-System kopiert hat. Gleich zwei Bayerische Medien haben zum Beitrag eigene Zusammenfassungen gemacht (die Tageszeitung „tz“ – siehe auch vorletzten Beitrag von dieser selbst zum Thema INKLUSIV ANGEHÄNGTEM „BASHING“-KOMMENTAR AN DEN BLOGBETREIBER – sowie das Oberbayerische Volksblatt „OVB“), in dem das Bayerische Rote Kreuz „drankommt“. Coolerweise hat sich wieder mal eine Reporterin in die Höhle des Löwen gewagt, respektiv „undercover“ als Spendensammlerin mit versteckter Kamera. Und trotz einleuchtender Beispiele, dass dieses Sammelsystem nicht aufgeht, bleibt das Rote Kreuz „natürlich“ wieder stur. D.h. der Riesenfehler der Zustimmung zu dieser ja offenkundigst absurden und hoch glaubwürdigkeitsschädigenden Kooperation mit gewinnorientierten Fundraising-Unternehmen („Profit mit Non-Profit“) wird nach wie vor nicht zugegeben – womit freilich der Super-GAU erst recht eintreten wird.  Hier die wichtigsten der perfiden Sammel-Tricks, die RTL aufgedeckt hat (dass „NEINS ignorieren“ immernoch systematisch angewendet wird, versteht sich von selbst, obwohl stets das Gegenteil behauptet wird):

Ein Druck machender Spruch lautet, das Geld sei schliesslich „für die Leute, die im Notfall zu Ihnen kommen.“   Ein anderer: Jede/r mache mit und das Abo sei so selbstverständlich wie der Bankeinzug von Strom- und Mietgebühren. Auch auf das „Todsünden“-Argument wird verwiesen, dass kein Rettungsdienst mehr stattfindet, wenn nicht gespendet wird. Denn erstens stimmt das gar nicht (und die Kosten für einen Rettungseinsatz werden sowieso von der Krankenversicherung übernommen). Und zweitens – was leider wieder mal nicht erwähnt wird, obwohl es sicher gut zu wissen wäre – ist dass damit rechtlich eine Straftat begangen wird, nämlich „Nötigung“! Die andere, geradezu systematisch angewendete Straftat (Betrug) bei den Sammelaktionen ist selbstverständlich die Vortäuschung, dass die Sammelnden direkt vom Roten Kreuz seien (siehe dazu auch „Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen“). Das wird vor allem dadurch suggeriert, da diese DRK-Uniformen tragen (siehe Photo) und gleichzeitig NICHT EXPLIZIT KLAR MACHEN, dass sie von einer beauftragten, hausierenden Spendenfirma – in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt – sind. Zwar gibt es schriftliche Hinweise auf die Drückerkolonnen, nur sind diese absichtlich sehr klein und versteckt angebracht. Das REICHT EINDEUTIG NICHT, um den Leuten den kommerziellen Charakter der Sammlungen bewusst zu machen (siehe dazu vergangene TV-Beiträge von Norddeutschem Rundfunk oder Westdeutschem Rundfunk). Zumal man ja gutgläubig reagiert, wenn es um Hilfsorganisationen geht  („Es geht ja um die gute Sache.“/“Hilfsorganisationen kann man sicher vertrauen“) – was im Übrigen eine juristische Beurteilung berücksichtigen müsste. Die Werbenden reden schliesslich, quasi die Täuschung unterstreichend, NICHT unbedingt in der „Wir-„Form („Guten Tag, WIR sind vom Roten Kreuz.“), sondern einfach in der dritten Person („Guten Tag vom Roten Kreuz“). Als würde man als SpenderIn auf solche Spitzfindigkeiten achten! Konkret wird im Beitrag letztendlich eine ältere Frau so in die Irre geführt, bis sie das Doppelte von dem zahlt, was sie eigentlich wollte (siehe dazu auch Einleitung von mir zu „Wesser“-Beitrag). Ganz zum Schluss steht in der tz: „Wie viel der gesammelten Spendengelder tatsächlich der wohltätigen Organisation zugutekommen, konnte die RTL-Reporterin nicht herausfinden.“ Naja, da verweise ich doch gerne auf meine neue Hauptseite „Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen“ .

S T O P P T  D E N  S A M M E L N O N S E N S  E N D L I C H !!!!!!!!!!!!!!!!!!

PS:  Bisheriger Präsident vom DRK war Rudolf Seiters, CDU, der als Ex-Bundesminister beste Beziehungen zu Merkel pflegt. Aber auch seine neue Nachfolgerin hat einen guten Draht zur Macht: Gerda Hasselfeldt, Ex-CSU-Bundesministerin. Wundert sich noch jemand, dass der Nonsens immernoch existiert, bei der Lobby im Rücken der Hilfsorganisationen?

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CH: Analyse des NZZ-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 11.1.2018

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

 

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Spendensammler im Visier (Photo ist im Fall satirischem Beitrag entnommen; ich will niemandem zum erschiessen animieren, „Zusammenschiss“ reicht)

Schon wieder neuer Artikel der wirtschafts-, bzw. FDP-freundlichen NZZ (Neue Zürcher Zeitung) erschienen, in dem auf die Skandal-Spendensammelfirma Corris eingegangen wird. Man könnte fast meinen, es wäre diejenige grössere Zeitung, auf die man sich beim Thema noch verlassen kann in Sachen Objektivität. Aber tempi passati. Erst letzten Monat hatte sie zwar vernichtenden Beitrag geleistet – notabene(!) in „Kommentar“-Form (siehe Post vom 19.12.2017), im Sinn von „ist ja NUR die Meinung des Verfassers“. Könnte schliesslich „Puff“ geben: So war der ehemalige NZZ-Chefredaktor UND FDP-Nationalrat Willy Bretscher schon von Anfang an im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden Entwicklungshilfeorganisation Helvetas, die im Übrigen bei der Gründung ebenfalls auf den Support von Bundesrat Max Petitpierre zählen durfte, FDP natürlich. Und gibt ja ausserdem auch noch einen „ziemlich“ neuen FDP-Bundesrat, der bisher bei Corris-Kunde „Fairmed“ im Stiftungsrat war: Ignazio Cassis (und natürlich noch ganze Reihe anderer FDP-ParlamentarierInnen bei „Corris & Co.“-Hilfswerken). Schon fertig? Sicher nicht: Bei Swissaid im Stiftungsrat, ebenfalls komplett verfilzte Entwicklungshilfeorganisation, ist auch NZZ-Urgestein Christoph Wehrli. Sage und schreibe 35 Jahre; von 1979 bis 2014, hat dieser den NZZ-Kurs als geschätztes Redaktionsmitglied mitbestimmt. Und da ist auch noch „ein bisschen“ Luzi Bernet, „NZZ am Sonntag“-Chefredaktor, seinerseits im Vorstand des Schweizerischen Roten Kreuzes, welches zwar nicht mit Corris kooperiert – dafür aber mit der Haustürsammelfirma Wesser, die das kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ als erstes in der Schweiz angewandt hat. Man deckt sich unter Hilfswerken, wenn man ähnlich (dubiose) Sammelpraktiken anwendet, versteht sich… 😉

Kann gut sein, dass ich noch ein paar „Exemplare“ vergessen habe (aber sollte ja reichen). Auf jeden Fall: Die NZZ war also veranlasst, schleunigst wieder Gegensteuer zu geben. So heisst es also im aktuellen Beitrag vom 11.1.2018: „Gut eingespielt hat sich nach Auffassung von „Swissfundraising“ die Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen wie Corris. Das Zürcher Unternehmen akquiriert seit einigen Jahren im Auftrag einer Reihe von Hilfswerken Spender. Dass seine zumeist jungen Mitarbeiter mit ihrem offensiven Auftreten den einen oder anderen Passanten verärgern, hält (Swissfundraising-Geschäftsleiter) Tinner für vertretbar. Wer auf einen wichtigen Zweck aufmerksam machen wolle, müsse auch einmal nerven. «Angestellte von Warenhäusern, die Ladenbesuchern Gutscheine in die Hand drücken, verhalten sich auch nicht anders.»“

Herr Tinner weiss, was er sagen muss. Denn Swissfundraising ist nichts anderes als der Landes-Berufsverband der FundraiserInnen, bzw. Profi-SpendensammlerInnen. Und wer ist dort dabei? Sicher mal viele Hilfswerke, die mit Corris & Co. zusammenarbeiten. Aber nicht nur das, auch Corris selbst freilich. Die Skandal-Spendensammelfirma sponsert jeweils sogar Swissfundraising-Events wie z.B. den „Swissfundraising-Tag“ oder den „Swissfundraising Award“ („Dreister“ Blogbetreiber-Kommentar: Vermutlich hat Corris sich diesen schon selbst vergeben). Swissfundraising-Präsident wiederum ist der Medien- und Fundraisingverantwortliche der Caritas; Odilo Noti. Immerhin arbeitet Caritas seit Kurzem nicht mehr mit Corris zusammen. (Kommentar: Bravo – SCHON gemerkt, dass die Kooperation nicht funktioniert). Doch zu früh gefreut, im Caritas Schweiz-Präsidium ist auch Teres Steiger-Graf, die Geschäftsleiterin von COMUNDO, wie Swissaid und Helvetas ein auf Entwicklungshilfe spezialisiertes Hilfwerk… das ebenfalls auf der Corris-Website unter „Kunden“ zu finden ist.

Ups, da habe ich ja gerade noch was ganz Interessantes gefunden, oder zumindest Auffälliges: Die Swissfundraising-Geschäftsstelle fasst sechs Personen (jedenfalls ist das im Internet so dargestellt): Roger Tinner (der von vorhin), zwei mit einem anderen Namen, und dann ein Mario Tinner, eine Katja Tinner und eine Marlène Tinner. Also äh, ich habe das jetzt nicht kontrolliert, aber ist das nicht schon ein bisschen inzestuös? War nur ein Scherz, war nur ein Scherz: Ich glaube nicht, dass auch nur zwei davon miteinander verwandt sind (Swissfundraising-Präsident; eben Caritas-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti, ist übrigens der Mann der Geschäftsleiterin der Hilfswerkkontrollstelle „Zewo“, die den „Corris“-Gugus eigentlich schon lange verbieten müsste – aus „unerklärlichen“ Gründen aber nichts macht).

Die NZZ hatte es ja, wenn’s mir recht ist 2016, geschrieben (natürlich mittels Diagramm belegt): Derjenige Sektor mit der grössten Lobby – oder sagen wir mal einfach der „verfilzteste“ – ist nicht der Bankensektor. Nein, auch nicht die Chemie. Und auch nicht die Bauern. Krankenkassen? Forget it. Nein, es ist der Hilfswerksektor.

Und damit wäre die „Corris“-Tragikomödie um eine Episode reicher – schon gespannt auf die nächste Folge (und i.d.S. sorry, wenn ich’s für einmal etwas übertrieben habe mit „Schwarzem Humor“)?

 

 

CH-Spezialbeitrag zu Mord an „Entwicklungshelfer“: Erneute Scheinermittlungen der Bundesanwaltschaft aufgrund „Entwicklungshelferin“ als Justizministerin?

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

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Sommaruga in afrikanischem Flüchtlings-Transitzentrum im Oktober 2017

 

„Begangene kriminelle Handlungen innerhalb eines Staatsbetriebs“ werden „wie unter einer ‹Glasglocke› geschützt“, gelangen „nie an die ­Öffentlichkeit“ und werden „nicht geahndet“. Das sagte einer der wenigen mir bekannten, WAHRHAFT INTEGREN Schweizer Polizisten; Peter Mathys, der einen Krimi über die höchst suspekte Einstellung des Justizverfahrens der Zürcher Staatsanwaltschaft gegen einen des sexuellen Kindsmissbrauchs schwer verdächtigten Gerichtspräsidenten, letztes Jahr im Migros-Magazin. „Natürlich gibt es ein übergeordnetes Interesse, der Rechtsstaat muss geschützt werden. Aber hier ging es um den Verdacht mutmasslichen Missbrauchs an Knaben; den zu verfolgen und aufzudecken, ist doch wichtiger als das Ansehen des Staats!“ Da spricht er mir wirklich aus dem Herzen. Wenn solche Taten vom Staat nicht verfolgt und mitunter sogar unter den Tisch gekehrt werden, dann verliert dieser ja langfristig selbst auch und „erst recht“ seine Glaubwürdigkeit – und nicht nur der Täter! Speziell, wenn sich solche Fälle häufen: Der ebenfalls letztes Jahr erst durch ein Buch aufgedeckte Fall „Jürg Jegge“ ist hoffentlich noch in bester Erinnerung. Wobei Jegge, der ehemalige „Lehrer der Nation“, also ein „Staats“-Angestellter, ja sogar noch Gründer einer gemeinnützigen Organisation ist, respektiv der „Stiftung Märtplatz“, eine Ausbildungsstätte für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sein damaliges Missbrauchsopfer, das den Fall endlich ins Rollen brachte; Markus Zangger: „Die Staatsanwaltschaft (Blogbetreiberkommentar: Achtung, wiederum die Staatsanwaltschaft Zürich!) hat nicht sauber abgeklärt.“ Die Mitarbeiter der Stiftung waren nämlich nicht einvernommen worden. Kein Wunder, kam Jegge letztendlich straffrei davon (im Zusammenhang mit sexuellem Kindsmissbrauch sei im Weiteren auch nochmal auf die Vorfälle bei Pro Juventute hingewiesen). Im neu aufgerollten Skandal in der Schweizer Entwicklungshilfe, in den diesmal die DEZA, die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit involviert ist, geht es nicht nur schon wieder um Sex, sondern zusätzlich um Mord. Bislang war mindestens DER ÖFFENTLICHKEIT nicht bekannt, warum DEZA-Projektleiter Walter Arnold 1996 in Madagaskar ermordet wurde, da die ermittelnde Bundesanwaltschaft ANSCHEINEND nichts herausgefunden hatte. Die Ermittlungen wurden 2002 schliesslich eingestellt (Kommentar des Blogbetreibers: Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor!)  nachdem unter anderem drei(!) Zeugen ebenfalls eines gewaltsamen Todes umgekommen waren. Glücklicherweise ermittelten Freunde und Angehörige des ermordeten Entwicklungshelfers auf eigene Faust weiter. Ausgerechnet der Blick, für Topstories immer gut, wenn es nicht um ihn selber geht (siehe Fälle „De Schepper“, bzw. „Corris“), im Dezember letzten Jahres: „Tatsächlich deuten Indizien darauf hin, dass Arnold Opfer eines Komplotts wurde, weil er gravierenden Missständen auf der Spur war. Mitwisser oder Täter könnten aus der Schweiz stammen. Kurz vor seinem Tod deutete Arnold gegenüber Bekannten an, dass er «auf eine grosse Sache» gestossen sei … Recherchen zeigen jetzt erstmals, worum es sich bei der «grossen Sache» handeln könnte. Mehrere direkt involvierte Zeugen aus der Schweiz haben ausgesagt, dass der damalige Vizedirektor der Deza und Verantwortliche für das Hilfsprogramm auf Madagaskar ein Bordell betrieben habe. Mehr noch: Das Stundenhotel soll auch mit Schweizer Entwicklungsgeldern finanziert worden sein.“ Jupeidi und jupeida: Schweizer Justiz live (die ja schon dauer-versagt bzgl. der Skandal-Spendensammelfirma Corris, welche EIGENTLICH beim Sammeln Betrug begeht)  Nun muss man wissen, dass das DEZA stark mit gewissen Entwicklungshilfeorganisationen verbunden ist, wobei vor allem Swissaid und Helvetas genannt seien, die beide überhaupt schon mit tatkräftiger Unterstützung des Bundes entstanden sind – und „natürlich“ auch mit der Corris AG zusammenarbeiten (man hat ja nichts zu fürchten, bei der gigantischen Polit- & Staatslobby im Rücken). So ist denn bspw. ebenfalls ein ehemaliger DEZA-Vizedirektor; Rudolf Dannecker, im Swissaid-Stiftungsrat. So wie es auch bis zu seinem Ableben Serge Chappatte bei Helvetas im Zentralvorstand war – Ex-DEZA-Vizedirektor, selbstverständlich. Bei Swissaid Präsidentin von 2003 bis 2008: Simonetta Sommaruga, bekanntlich heute ausgerechnet Justizministerin. Ich „prophezeie“ mal: Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bzgl. dem Mord an Walter Arnold wird auch dieses Mal wieder im Sand verlaufen. Es sei denn, es wird genügend Druck von Aussen gemacht…

Nachtrag: Ex-DEZA-DIREKTOR Walter Fust ist übrigens durch die „Paradise Papers“ als Geschäftspartner des wegen ungetreuer Geschäftsführung verurteilten Jean-Claude Bastos geoutet worden, welcher über seine Offshorefirma „Capoinvest“ – in dessen Verwaltungsrat auch SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar sass (zur „SBB-Corris-Connection“ siehe auch Post vom 24.9.2017) mit dubiosen Geschäften Millionen und Abermillionen scheffelt.

Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen (Neue Hauptseite/Januar 2018)

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Spendensammler von UNICEF? Falsch – Angestellter von „Sammelfirma“

 

Wissen Sie eigentlich, dass die Spendensammler und -Sammlerinnen von UNICEF, dem Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen gar nicht von diesen selbst sind? Richtig verstanden: Strassen- und auch Haustürsammlungen werden allermeistens von „Sammelfirmen“ durchgeführt, sogenannten Fundraisingagenturen, die sich von den Non-Profit-Organisationen dafür bezahlen lassen. Liebe Nachbarn aus Deutschland und Österreich, liebe Schweizer Landsleute, raten Sie doch mal, wieviel ein solches Werbeunternehmen pro Tag für eine sammelnde Person bekommt?

Die Schätzungen in der Schweiz bewegen sich meiner Erfahrung nach zwischen 50 und 400 Franken, respektiv gerundet 45 – 340 Euro. Im Schnitt also etwa 230 Franken oder 200 Euro. „Knapp“ daneben: Es sind 850 Franken oder 720 Euro! Wie gesagt pro sammelnde Person und Tag (Sendung „Kassensturz“ im Schweizer Fernsehen). Diese Angabe wurde vom WWF wie auch von Amnesty International öffentlich bestätigt. Und die Marktführerin unter den Sammelfirmen; „Corris“, auf die sich der Betrag bezieht, gab zu Protokoll, dabei handle es sich um „marktübliche“ Preise (Corris ist eng verflochten mit der Agentur DialogDirect, die in Deutschland und Österreich tätig ist).

Es ist offenkundig, dass bei diesen Preisen praktisch nichts mehr von den Gesamtspenden solcher Kampagnen übrigbleibt. Jedenfalls heute, denn die Einnahmen sind im Verlauf der Zeit extrem gesunken: Erstens machen sehr viel weniger Leute mit als früher. Und zweitens bleiben diejenigen, die mitmachen, auch deutlich weniger lange Mitglied. Die Hilfsorganisationen streiten das zwar ab, wie z.B. World Vision die Spenderabnahme vor ca. einem Jahr in der Deutschen WAZ. Doch diese Aussagen lassen sich widerlegen (Post vom 1.12.2016).

Zur Kostenproblematik, aber auch zum noch fundamentaleren ethischen Verstoss, der von den „NON-Profit“-Organisationen bei der Zusammenarbeit mit „Profit“-orientierten Spendenunternehmen begangen wird („Profit mit Non-Profit“), empfehle ich das letztjährige Interview der Oberösterreichischen „KirchenZeitung“ mit mir.

Wie die Skandal-Spendensammelfirma „Corris“ von den grössten Schweizer Medien gedeckt wird – neue Enthüllungen (4.1.2018)

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Spendensammelnde heissen in englischsprachigen Ländern „charity muggers“ (Wohltätigkeits-Strassenräuber)

 

GLAUBEN SIE AN VERSCHWÖRUNGEN? ICH NICHT. ES SEI DENN, DIE FAKTEN SPRECHEN FÜR SICH…

„Grapschende Chefs (bzw. deren Tätlichkeiten) sind … bereits dem Feld der sexuellen Gewalt zuzuordnen und überschreiten damit den Sexismus an sich und müssen als kriminelle Handlungen gewertet und verfolgt werden.“ Das hat niemand anderes als die neue Grünen-Nationalrätin Irène Kälin am 30.11. auf Ihrem Blog im November geschrieben.

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Irène Kälin

Dummerweise ist ihr Freund, Werner De Schepper, Co-Chef der Schweizer Illustrierten und ehemaliger Blick-Chefredaktor (beide Blätter sind dem Ringier Verlag zugegliedert – siehe auch letzten Post von vergangenem Jahr) als genau das geoutet worden: Bedrängungen und Berührungen von Po, Beinen und Brust am Arbeitsplatz waren unter ihm an der Tagesordnung – inkl. der Versuch von Zungenküssen.

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Werner De Schepper

Ups! Geht Kälin jetzt konsequenterweise gegen eigenen Freund vor? Das würde doch ausserordentlich verwundern. Wo wir bei den grünen Moralaposteln sind: Ich habe, z.B. bei Unterschriftensammlungen auf der Strasse, selbst schon mit vielen Grünen-Vertretenden über die Sammelproblematik um die Spendenfirma Corris geredet, welche für ihre „Sammel-Dienstleistung“ von Hilfsorganisationen wie dem WWF und früher auch Greenpeace pro Sammler und Tag 850 Franken(!) einstreicht. Fast immer einhellige Meinung: „Riesensauerei“. Nur machen die Grünen trotzdem nie etwas dagegen. Diese ebenfalls unerträgliche Doppelmoral erstaunt aber auch nicht. In meiner Anfang letzten Jahres erstellten Liste von verfilzten Politikern & Politikerinnen auf Nationalebene (Bundesrat & Parlament) mit „Corris“-Spendenfirmen sind gleich acht „grüne Exemplare“ vorzufinden. Plus natürlich neu eben noch Irène Kälin, Aargauer Vorstandsmitglied des Corris-Kunden „VCS“ (Verkehrsclub der Schweiz).

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Peter Wanner

Aargau? Die Aargauer Zeitung, kurz AZ, gehört zu den vier Zeitungen mit der grössten Auflage im Lande, neben „20 Minuten“, dem „Tagi“ und dem bereits erwähnten „Blick (am Abend)“, der die Corris-Problematik seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent ignoriert (Blick-Verleger Michael Ringier ist im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden NGO „Reporter ohne Grenzen“, seine Frau Ellen im Stiftungsrat von Pro Juventute, ebenfalls Corris-Kunde). Doch zurück zum Fall „De Schepper“: davon war wie „logischerweise“ im Blick auch in der AZ(!) so gut wie nichts zu lesen. Naja, De Schepper war ja auch dort stellvertretender Chefredaktor. Ich liebe die vorbildlich „unabhängigen“ Schweizer Zeitungen (mir wär’s ja egal, wenn Verstrickungen vorhanden sind – WENN diese keinen Einfluss auf die Berichterstattung HÄTTEN). A propos, wem gehört eigentlich die Aargauer Zeitung? AZ-Verleger ist Peter Wanner, der zweimal für die FDP in den Nationalrat kandidierte. Seine Frau Maja, ebenfalls FDP, war 2001 bis 2012 im Grossen Rat des Kantons Aargau. Auch über den Corris-Skandal ist in der AZ in den letzten paar Jahren selten bis nie was zu lesen gewesen. Könnte es sein, weil sowohl der eben erst zurückgetretene FDP-Bundesrat Didier Burkhalter als auch sein Nachfolger Ignazio Cassis beide mit „Corris-Hilfswerken“ verfilzt sind (Burkhalter ist Botschafter von Pro Juventute, Cassis war bisher im Stiftungsrat von Fairmed)?

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Michael Ringier

„Den Vogel abgeschossen“ haben aber die TAMEDIA-Medien „20 Minuten“ und der „Tages-Anzeiger“, wobei man den „Tagi“ ja sowieso vergessen kann, da bekanntlich „links-freundlich“ (ich habe sage und schreibe 30 SP-ParlamentarierInnen gezählt, die mit Corris oder anderen Sammelfirmen verstrickt sind, plus als „Sahnehäubchen“ Simonetta Sommaruga, Ex-Chefin der Stiftung für Konsumentenschutz sowie Ex-Präsidentin von Swissaid – Corris-Kunden, versteht sich). TAMEDIA-Verleger ist ein gewisser Pietro Supino, der – für Verschwörungstheoretiker – übrigens auch schon an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen hat. Zwar haben beide Blätter den mit Abstand besten Artikel zum Thema der Weltwoche von 2013 bei ihnen erwähnt, aber verharmlosen die Zahlen in den Titeln zu ihren eigenen Zusammenfassungen. Konkret der Tagi: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“, 20 Minuten (das nebenbei von Corris jahrelang für Corris-Stelleninserate bei sich bezahlt wurde…): „Erste Jahresspende geht komplett an Fundraiser“. Das stimmt doch gar nicht!!! Die Weltwoche hatte rausgefunden, dass 1.66 Jahresspenden draufgehen. Wenn schon müsste es also heissen „Fast zwei Jahresspenden“. Noch viel wichtiger aber: Diese Zahl hatte sich auf eine Referenzkampagne von Corris bezogen, also eine Kampagne, die besonders gut gelaufen ist. Bei schlecht laufende Kampagnen hingegen flossen damals schon zweieinhalb Jahresbeiträge(!) an die Fundraisingfirmen. Heute kann es sogar drei Jahresspenden(!) ausmachen (es machen immer weniger Leute mit und bleiben auch weniger lange Mitglied). Im Übrigen hatte ausgerechnet ein Blatt aus dem Haus TAMEDIA selbst, nämlich die SonntagsZeitung bereits 2004 aufgedeckt, dass (Untertitel) „Bis zu zwei volle Jahresspenden“ an Corris gehen. Man bekommt also den Eindruck, die Sammlungen hätten sich im Verlauf der Zeit verbilligt – dabei haben sie sich verteuert! 

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Pietro Supino

Ah ja, wenn wir schon dabei sind (NGO-Politlobby), nochmal ein Verweis auf meinen Post (inkl. publizierter Leserbrief von mir im Landboten) zu Winterthur, eine der wenigen grossen Schweizer Städte, die nicht in „linker“ Hand ist – und deshalb letztes Jahr auch Massnahmen gegen die Sammelpest erwogen hat. Doch die Anstrengungen wurden abgeschmettert, nicht nur von Links, sondern eben auch von der FDP…

Und vielleicht zum Schluss noch: Dem Schweizer Fernsehen (und Radio), dass sogar regelrecht „hoffnungslos“ in die „Affäre Corris“ verfilzt ist (ich hatte ihm noch eine Chance gegeben, das Thema mit mir anzupacken, aber keine Antwort bekommen auf meine Anfrage einer Beitragskooperation) habe ich im Übrigen ja im Herbst letzten Jahres einen ganzen Post „gewidmet“ – ist natürlich gerade jetzt wieder „überaktuell“ (NO BILLAG-Initiative). Ich meine, jede/r, und sei er/sie auch noch so ein SRF-Fan, wird schwer ins Grübeln kommen, wenn er/sie den Post ohne vorgefertigte Meinung liest – so wie es leider bei Vielen aus SP-Kreisen der Fall ist, die dann zu Schwarz-Weiss-Denken tendieren: „Alles, was Links (SP) ist, ist gut/alles, was Rechts (SVP) ist, ist schlecht“. Und Phrasen des sein Unternehmen verteidigenden, erst gerade abgetretenen SRG-Generaldirektors Roger De Weck wie „Hort des (unabhängigen) Qualitätsjournalismus“ erscheinen einem nur noch als blanker Hohn.

 

 

Beitrag zum Jahreswechsel 2017/2018: Schweizer Hilfswerke, an die man mit Vorsicht spenden kann

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Beat Richner

Wie jedermann und -frau ja beim Durchlesen meines Blogs schnell erkennt, kritisiere ich Hilfsorganisationen ja „ziemlich“ stark. Genauer gesagt aber ausdrücklich solche, die mit „Spendensammelfirmen“ zusammenarbeiten – die sehr hohe Beträge dafür einkassieren, was viele Leute nicht wissen (der allergrösste Teil der Spenden fliesst an diese Face-to-Face Fundraisingagenturen). Eine doppelte Sauerei, da hier erstens Eigennutzen plötzlich vor dem (all-)gemeinen Nutzen kommt, und zweitens unehrlich aufgetreten wird. Das ist nicht nur von den Werbeunternehmen inakzeptabel, sondern auch von den Hilfswerken, welche die ethische Verantwortung für die Sammlungen tragen. Zum Jahreswechsel möchte ich nun aber mal einen etwas positiveren Beitrag machen.

An wen kann man denn überhaupt noch spenden? Fast alle bekannten grösseren Non-Profit-Organisationen machen den Stuss ja mit. Mir fallen spontan lediglich zwei Organisationen ein: Die Beat Richner-Stiftung und die Stiftung Lotti Latrous. Schon gemerkt, beide tragen das „Zewo-Gütesiegel“ NICHT! Und sie arbeiten freilich auch nicht mit Strassen- und Haustür-Fundraisingfirmen zusammen. Ich empfehle diese zwei Organisationen übrigens nicht ausdrücklich. Aber ich meine, dass die Personen dahinter so viel Integrität haben/hatten, dass man mindestens ZUM HEUTIGEN ZEITPUNKT nicht ausdrücklich abraten kann, zu spenden, was ich wie gesagt bei sehr vielen anderen grösseren, bekannten Schweizer NGOs tun muss: Im Speziellen beim Roten Kreuz, dem WWF, Amnesty, Pro Infirmis, Pro Juventute, Pro Natura, Stiftung für Konsumentenschutz, Swissaid und Helvetas.

CH: „Me too“-Debattenvorschlag: Sexuelle Belästigung durch männliche Spendensammler – 21.12.2017

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Männlicher Spendensammlertrick: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen (vorzugsweise angewendet bei „Hot Babes“)

 

Bei sogenannten „Pick-Up Artists“ („Aufreiss-Künstler“, um zu schnellem Sex mit dem anderen Geschlecht zu kommen) sind es wohl die „heiss“-begehrtesten Jobs: Spendensammler. Denn „Weltretter“ stehen in der Gunst gerade junger Frauen – die öfters noch zu naiv sind, um die Manipulation zu erkennen – besonders hoch. Wenn das Interesse trotzdem weniger gross scheint, hilft ein besonders gern angewandter Trick: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen (versehentlicher Körperkontakt erwünscht). So liess sich etwa der Rapper „Greis“ gemäss einem Insider ausdrücklich zum Weiber aufreissen bei der Schweizer Werbeagentur „Corris“ anheuern, die im Namen von Hilfsorganisationen Mitgliedschaften anpreist und dabei den Grossteil der Spenden selbst abzockt  (aber damals konnte man als „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ mit dem Provisionslohn auch noch schnell auf monatlich 7000 Franken oder auch mehr kommen). Und wenn wir schon beim Thema „Sexuelle Belästigung“ sind: Ein prominenter, hoch-aktuell durch die „Mee too-Kampagne“ entlarvter Schweizer Täter mehr ist bekanntlich Werner de Schepper, Ex-Chefredaktor der ehemals meistgelesenen Zeitung der Schweiz; dem Blick, dem er als Schweizer Illustrierten-Co-Chef wieder stark verbunden ist (die Schweizer Illustrierte gehört wie der  Blick zum Ringier-Verlag).  Da muss ich doch noch mal im Hinblick auf die „Affäre Corris“ auf dessen Freundin hinweisen; Irène Kälin, die als Aargauer Vorstandsmitglied des „Corris-Kunden“ VCS (Verkehrsclub der Schweiz) dieses perfide Sammelsystem auch mitstützen hilft. Kälin ist mit tatkräftiger Unterstützung des ohnehin stark mit Corris-verlinkten Blicks anstelle von Jonas Fricker in den Nationalrat gehievt worden, auf den das Boulevardblatt wegen eines zwar zugegeben gröberen, verbalen Ausrutschers einen gleichwohl jenseits jeder Verhältnismässigkeit stehenden „Beitrags-Shitstorm“ niederprasseln liess. „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.“

Weltweit zusammenbrechendes Face-to-Face Spendensammelsystem reisst Hilfsorganisationen mit in den Abgrund (20.12.2017)

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Nur gespielt: Penetrant frisch-fröhlicher Strassen-Spendensammler

„Ich erinnere mich aber an die Zeit, als ich auf der Strasse Mitglieder für NGOs angeworben und dabei alle 2 Stunden eine Guarana-Tablette zerkaut habe, um die nötige Aufgedrehtheit für’s Überzeugen zu haben; Abends war ich dann meist so daneben, daß ich ziellos durch die Wohnung tigerte, keinen Gedanken fest halten konnte.“ Das habe ich eben erst von einem langjährigen Spendensammler der Schweizer „Fundraising“-Firma Corris mitbekommen, die für den WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Juventute oder Pro Infirmis auf Strassen oder auch teilweise vor Haustüren Dauerspenden an Mann & Frau zu bringen versucht (und dabei im Tag von den Hilfsorganisationen pro sammelnde Person 850 Franken oder 730 Euro bekommt). Kurz: Nicht mal die Sammelnden (abgesehen von ein paar – wohlgemerkt – ziemlich sonderbaren Spezialfällen) mögen den Job – bei der Spenderschaft sind die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ ja schon seit längerem verhasst. Die einzigen, die es gut finden, sind die Hilfsorganisationen, welchen die lästigen Sammelaktionen abgenommen werden – und natürlich die Spendenfirmenbosse, von denen es mindestens einer, wie ich weiss, durch „das Geschäft mit der guten Sache“ sogar zum Milliardär gebracht hat. Doch das Blatt wendet sich, denn was die Hälfte der Non-Profit-Organisationen in Deutschland selbst dazu gemeint hat(!); nämlich dass solche kommerziellen Sammlungen rufschädigend sind – und zwar für den ganzen Sektor(!) – tritt immer klarer zu Tage. Ein Super GAU lässt sich genauer gesagt gar nicht mehr aufhalten, mindestens für diejenigen Organisationen, die den Nonsens immer noch mitmachen. Das weltweit zusammenbrechende Face-to-Face Spendensammelsystem wird die Hilfsorganisationen mit in den Abgrund reissen – zu recht. Wobei ich darauf hinweisen möchte: Fehler machen ist selbstverständlich nicht verboten. Aber 50 Jahre lang den gleichen fundamentalen Fehler machen, ist schlicht nicht mehr zu verzeihen: Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet seit 1968(!) mit der Haustürsammelfirma „Wesser“ zusammen. Nur kurze Zusammenfassung, was sich in den letzten 24 Stunden so alles ereignet hat – vor allem im Herkunftsland des Face-to-Face Fundraising; resp. eben in Deutschland, wo die Post ja schon seit ca. einer Woche abgeht: Dort musste der Leiter des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI), welches „seriösen“ Hilfsorganisationen ein „Spendensiegel“ verleiht (komischerweise haben auch Organisationen, welche auf Wohltätigkeits-Räuberei setzen, das Spendensiegel); Burkhard Wilke, beim Radio antraben (unter anderem bei „Deutschlandfunk Nova“). Als liesse sich über das DZI eine Lösung in der Sache realisieren. Haben die Radiomacher noch nicht mitbekommen, dass Wilke selbst schon vor Jahren (NDR, 13.9.2010) klarste Stellung („unseriöse Drückermethoden“) zum Thema bezogen hat – und in diesem Sinne allen betroffenen Hilfsorganisationen schon längstens das Spendensiegel HÄTTE entziehen MÜSSEN. Auch interessant der aktuelle, kritische Bericht der Augsburger Allgemeinen: „In Augsburg stieg die Zahl der Infostände, die von der Stadt für Hilfsorganisationen genehmigt wurden, jahrelang an. 2013 waren es nach Auskunft der Stadt noch 165, im vergangenen Jahr 276“. Hier wird der Sammelirrsinn erst so richtig deutlich. Denn die Verkaufszahlen gehen gerade deswegen ja noch mehr zurück, als dass sie es schon jetzt tun: Bis zu 95 Prozent der Gesamtspenden solcher Kampagnen werden inzwischen von den Sammelfirmen „abgezweigt“. Oder mit anderen Worten: Der weltweite Hilfsorganisationssektor fährt mit Schallgeschwindigkeit in eine Mauer – und beschleunigt dabei sogar noch!  Was nicht fehlen darf: Die Stadtverantwortlichen, die zum Schluss des Beitrags natürlich wieder beschwichtigen: Alles halb so schlimm. Verständliche Worte, bei der gigantischen Polit-Lobby der Hilfsorganisationen (siehe auch Beitrag zu Sammelaktionen für Björn Steiger-Stiftung) im Rücken…

 

 

 

NZZ-Kommentar + Analyse des Blogbetreibers zum Thema Corris & Co. vom 19.12.2017

Nach vernichtenden Beiträgen in den deutschen Medien „Die Welt“ und „tz“ (München) ist gut ge“time“t zum kommenden „Heiligabend“ auch in der Schweiz wieder ein kritischer Kommentar in der NZZ zu Corris & Co. (die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“, Sie wissen schon) erschienen. Bevor ich meinen obligaten Senf dazugebe, hier der betreffende Ausschnitt des Beitrages:

Bildergebnis für spendensammler corris

Corris AG-Spendensammlerin beim Abzocken im Namen des Gehörlosenbundes

 

DAS GESCHÄFT DER HILFSWERKE MIT DEM SCHLECHTEN GEWISSEN

Ob Bettelbriefe oder aggressive Strassenkampagnen: Jedes Jahr gehen Hilfsorganisationen mit emotionalen und zuweilen fragwürdigen Tricks auf Spendenfang. Damit untergraben sie ihre eigene Glaubwürdigkeit.

…Vor allem zur Weihnachtszeit hören viele Passanten in Bahnhöfen, Einkaufspassagen und zentralen Plätzen Fragen wie «Haben Sie kurz eine Minute Zeit für die Natur?» oder «Mögen Sie Tiere?» . Sie zwingen damit die Angesprochenen zum Innehalten. Denn wer kann hier schon Nein sagen?

Die Passanten bekommen darauf mitleiderregende Bilder zu sehen, Bilder von abgeholzten Regenwäldern, von zerzausten Tieren in Käfigen, von hungernden Kindern. Diese Fotos werden von überfreundlichen Spendensammlern dargeboten, die damit ihre Argumente so virtuos wie geschickt untermauern. Doch bei diesen jungen, kommunikativen Menschen handelt es sich vielfach nicht um Aktivisten. Sie sind meist angestellt von privaten Fundraising-Unternehmen wie etwa Corris AG, welche im Namen von Hilfswerken wie Caritas oder dem WWF Geld eintreiben und Geld verdienen. Das Ziel ist, die Passanten am Stand dazuzubringen, ein Lastschriftverfahren zu unterschreiben. Das ist lukrativ, da es den Spender zum verlässlichen Zahler macht…

 

„Damit untergraben Sie ihre eigene Glaubwürdigkeit.“ Das ist sicherlich der wichtigste Satz im Beitrag. Ich kann es nur immer wiederholen: Hier wird ein „Von Mensch zu Mensch“-Vertrauensverhältnis zwischen den wohltätigen Organisationen und ihrer Spenderschaft „vorgegaukelt“. Denn die Wohltätigkeits-Strassenräuber sind ja eben gar nicht von „gemeinnützigen Non-Profit-Organisationen“. Sondern gerade andersrum, bzw. komplett widersprüchlich, von „eigennützigen Profit-Organisationen“, im Fachjargon „Fundraisingagenturen“, welche sich – in erster Linie selbstverständlich deren Bosse – damit eine goldene Nase verdienen. Sie betreiben also „Profit mit NON-Profit“, was einer Pervertierung des gemeinnützigen Gedankens gleichkommt: „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“, sozusagen. Corris verrechnet den Hilfsorganisationen pro Wohltätigkeits-Strassenräuber und Tag 850 Franken oder 730 Euro. Was gegenwärtig umgerechnet gegen drei Jahresspenden(!) ausmacht, die von jeder Mitgliedschaft quasi „abgezweigt“ werden. Vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende (womit viele Organisationen die Öffentlichkeit noch heute belügen), die „draufging“. Doch das stimmt längstens nicht mehr, da immer weniger Leute mitmachen und auch ihre Mitgliedschaft heute viel eher kündigen. D.h. immer mehr Spendengeld fliesst ab (diese Zahlen gelten übrigens weitgehend international, bzw. überall ist die rückläufige Entwicklung in etwa gleich). Und um zum Schluss auch wieder mal darauf aufmerksam zu machen: Corris-Besitzer Gerhard Friesacher hat sich mit einem Teil der Millionen, die er mit Corris gemacht hat, inzwischen ein zweites Standbein aufgebaut; die Ladenkette „Changemaker“, welche „stylishe“ und nachhaltige (so wird es mindestens gesagt) Produkte verkauft. Friesacher, „ein knallharter Geschäftsmann“, wie mir ein langjähriger Corris-Sammler erst kürzlich bestätigt hat, weiss eben, wie man Business macht – gerade in der Weihnachtszeit…

 

Ah ja, hier noch der Link zum NZZ-Artikel: https://www.nzz.ch/meinung/das-geschaeft-der-hilfswerke-mit-dem-schlechten-gewissen-ld.1339739

Kollaps des weltweiten Hilfsorganisationssektors durch „Face-to-Face“ Spendensammelskandal: Finaler Shitstorm „dank“ der Caritas!? (18.12.2017)

Bildergebnis für ein sommer voller türen

Spendensammelteam wird auf Betteltour herumgekarrt

 

Die Wut der weltweiten Spenderschaft über an Werbefirmen ausgelagerte Haustür- & Strassen-Spendensammlungen kanalisiert sich zunehmend auf deren Urheber:  Das Deutsche Rote Kreuz und deren Partnerfirma „Wesser“, die als erstes ein Geschäft aus solchen Sammlungen gemacht hat. Für eine massive Verstärkung der Kritik sorgt nun aber auch noch eine andere Hilfsorganisation – die grösste Deutschlands.  

„Die Welt“ hat vor paar Tagen vorgelegt mit gleich drei Artikeln zur modernen Wohltätigkeits-Räuberei (siehe erster, generell gehaltener Beitrag inkl. Analyse sowie Analyse der zwei Rotes Kreuz-Beiträge). Die Müncher „tz“ sorgt nun für Aufrechterhaltung des Drucks mit einem weiteren Beitrag zur Wesser GmbH, die auch mit den Not- und Rettungsdienst anbietenden Johannitern zusammenarbeitet (auch die anderen zwei Organisationen in diesem Bereich, respektiv der ASB und die Malteser schwören schon seit Jahrzehnten auf in Deutschland unter dem Sammelbegriff „Drückerkolonnen“ bekannte, kommerzielle „Spendensammel-Gangs“. Die Vorwürfe über inakzeptable Anwerbemethoden (z.B. versteckte Androhung, man würde womöglich bei einem Notfall nicht abgeholt werden) sind ja immer etwa die gleichen. Spannenderweise mischt nun aber auch die Caritas, die grösste deutsche Hilfsorganisation, bei der Kritik mit – Caritas Österreich hatte schon Anfang Jahr den ersten Schritt gemacht. Der Münchner Caritas-Chef Norbert Huber: „Wir können es uns nicht leisten, die Menschen zu verprellen.“ Caritas Deutschland scheint endlich – sprich: leider viel zu spät – begriffen zu haben, dass dieses perfide Sammelsystem den ganzen Hilfsorganisationsbereich kaputt macht, da ganz generell das Vertrauen der Spenderschaft dadurch zerstört wird (siehe Interview mit Blogbetreiber in „Die Stimme“/Heilbronn). Auch  Deutsche Caritas-Verbände hatten, mindestens teilweise, vor vielen Jahren mit kommerziellem Face-to-Face Fundraising experimentiert, aber nach schlechten Erfahrungen den Versuch bald wieder abgebrochen. Vielleicht hat sich Caritas Deutschland erst jetzt zur Kritikunterstützung entschieden, da Caritas Schweiz wiederum bis vor Kurzem selbst noch bei einer Sammelfirma Kunde war(!); der berüchtigten Schweizer „Corris AG“. UND Caritas Schweiz-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti – der zu allem Übel auch noch als Präsident des Schweizerischen FundraiserInnen-Berufsverbandes „Swissfundraising“ fungiert – ausgerechnet der Mann von Martina Ziegerer ist, der Geschäftsleiterin der Schweizer Hilfsorganisations-Kontrollstelle „Zewo“ (Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen): F-I-L-Z!!! Solche NGO-Kontrollinstitutionen hätten ja schon vor Jahrzehnten gegen den Sammelnonsens vorgehen sollen; z.B. ganz einfach mittels Spendensiegel-Entzug. Hiermit ist also beantwortet, warum das nie geschehen ist. Die Zewo-Verfilzung betrifft nämlich bis zu einem gewissen Grad auch andere nationale Kontrollstellen dieser Art, wie z.B. das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen „DZI“ oder das „Österreichische Spendengütesiegel“. Präsidentin des ICFO (International Committee on Fundraising Organizations), des internationalen Dachverbandes solcher Kontrollstellen, ist nämlich ebenfalls Martina Ziegerer; die Chefin der Schweizer Zewo…

Weltweiter Kollaps des „Face-to-Face“ Spendensammelsystems: Hilfsorganisationen zerfleischen sich gegenseitig! (14.12.2017)

Hilfsorganisations-Spendensammlungen vor Haustüren oder auf Strassen werden in der Regel von beauftragten, kommerziellen „Sammelfirmen“ durchgeführt, die heute gegen 3 Jahresspenden jedes spendenden Mitglieds selbst einstecken. Der Blogbetreiber lebt seit über 3 Jahren auf der Strasse, um sich dem Kampf gegen solche „Wohltätigkeits-Räuberei“ vollends widmen zu können. 

Greenpeace Österreich (macht Aktionen nun im Gegensatz zu bspw. englischer Sektion selbst) liess als erstes kommerzielle Strassensammlungen durchführen

 

Durch verhasste kommerzielle Strassenspendensammlungen selbst unter Druck geratene Hilfsorganisationen fallen schwächelndem Deutschen Roten Kreuz in den Rücken, welches als erste Hilfsorganisation auf die Zusammenarbeit mit solchen Spendensammelfirmen setzte. In Wahrheit sind die anfänglichen Haustürsammlungen aber nur geringfügig schlimmer als von Fundraisingagenturen ausgeführte, „kopierte“ Strassensammlungen. Der „Vatermord“ wird auf die Intrigierenden zurückfallen.

Heute ist schon wieder verheerender Beitrag von „Die Welt“ erschienen zu Spendensammel-Quälgeistern. Und man hat sich offenbar aufs Rote Kreuz „eingeschossen“, denn schon vor paar Tagen ist zu generell vernichtendem Artikel zu Haustürsammlungen ein zweiter, speziell dem Roten Kreuz „gewidmeter“, erschienen. Im Prinzip keine schlechte Wahl: Das Deutsche Rote Kreuz war weltweit die erste Hilfsorganisation, die, was im Übrigen nur mit endloser Arroganz erklärbar ist (unter anderem als mehrmaliger Friedensnobelpreisträger), auf Spendensammelfirmen gesetzt hat. Und diese Haustürsammlungen, mit welchen 1968 die beauftragte Firma „Wesser“ begann, auch in den Jahrzehnten danach gegen alle Widerstände durchgeboxt hat. Nur kann sie das nun nicht mehr, denn die „Klinkenputz-Ganoven“ sind inzwischen so verhasst, dass Pro-Argumente von der Öffentlichkeit gar nicht mehr ernst genommen werden. Das Dumme ist einfach: Die im ersten Rotkreuz-Artikel erwähnten, Haustürfundraising kritisierenden Strassensammel-Werbefirmen sind ja gar nicht viel besser! Die zwei fundamentalen ethischen Verstösse sind sowohl bei Haustür- als auch Strassensammelkooperationen von „Non-Profit“-Organisationen mit „profit“-orientierten Agenturen dieselben: Erstens wird hier völlig unzulässig „Profit“ mit „Non-Profit“ betrieben und zweitens wird bei den Sammlungen nicht wirklich transparent gemacht, dass dahinter eben profit-orientierte Agenturen stecken. Aber zurück zu den Street-Fundraising Agenturen im Beitrag, namentlich „DialogDirect“, „talk2move“ und „Hello“ (der „Hello“-Chef war davor bei talk2move), die unter anderem für den Bund für Umwelt und Naturschutz („BUND“), die „UNO-Flüchtlingshilfe“, „World Vision“, „Menschen für Menschen“, „SOS Kinderdorf“, „CARE“, „WWF“ oder „Amnesty International“ Leute auf der Strasse belästigen und sicherlich auf deren einflussreiches Netzwerk beim „Rotes Kreuz-Bashing“ zählen dürfen. So heisst es dann etwa: „Dabei gilt diese Methode bei professionellen Spendensammlern als Schmuddelkind. Drei große Fundraising-Agenturen, Dialog Direct, talk2move und Hello, erklären auf Anfrage übereinstimmend: Haustürwerbung böten sie aus Prinzip nicht an. Klinken putzen, sagt einer der Manager von talk2move, empfinde man als Grenzüberschreitung, als Eindringen in die Privatsphäre potenzieller Spender.“ Uiuiuiuiui, da lehnen sich die drei Agenturen aber „bis zu den Fussspitzen“ aus dem Fenster. Denn: Der anfängliche DialogDirect-Oberboss Franz Wissmann war vorher selbst lange bei Wesser, wie auch talk2move-Boss Robert Hatwagner für eine gewisse Zeit. Hatwagner ist in seinen besten Zeiten als Sammler auf Monatslöhne von um die 12’000 Mark gekommen (zu jener Zeit machten noch um ein Vielfaches mehr Leute mit als heute, womit aussergewöhnlich hohe Provisionen erzielt werden konnten). Mit diesem Kapital haben sich Wissmann und Hatwagner dann ihre eigenen Agenturen aufgebaut. DialogDirect machte ausserdem am Anfang erst selbst Haustürsammlungen(!); in Österreich für Greenpeace. Nur weil dann DialogDirect-Mann Andreas Leitner, der zuvor ebenfalls bei Wesser war(!), auf die „glorreiche“ Idee kam, dasselbe Sammelprinzip doch einfach mal auf der Strasse auszuprobieren und man anfangs damit bessere Zahlen rausholte als mit Haustürsammlungen, wurde auf die Strasse gewechselt. Hatwagner wiederum musste mit talk2move regelrecht aus Österreich „flüchten“. Und zwar nicht wegen Haustür-, sondern Strassensammlungen! Denn er hatte zwecks noch grösserer Umsätze seine Sammelgangs derart unter Druck gesetzt, dass in der Folge ein Shitstorm sondergleichen auf talk2move niederprasselte, und man sich entschied, nach Deutschland abzuwandern.

Also ich glaube, ich kann ab jetzt ein bisschen zurücklehnen mit kritische Einträge zum Thema verfassen. Denn der neue, im Potential länderübergreifende, sprich: viel grössere Shitstorm  als der damalige, auf das kleine Österreich beschränkte, der witzigerweise nun sogar teilweise von den Strassensammelfreaks selbst mitentfacht wurde, wird diese schlussendlich selbst niedermähen – wetten? Und ich meine: Auch die Hilfsorganisationen, die mit Strassensammelfirmen kooperieren, werden ihr Fett wegkriegen – mehr, als ihnen lieb ist…

TOP!-Beitrag der deutschen „Welt“: Vorsicht vor „Drückermethoden“ der Spendensammler an der Haustür – inkl. Analyse (10.12.2017)

Top-Beitrag der deutschen „Welt“ zu kommerziellen Wohltätigkeits-Haustürräubern (in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt) im Auftrag von Hilfsorganisationen. Ein Satz allerdings – gerade zu Beginn – stösst mir mehr als sauer auf: „Schuld (an unangenehmen Erfahrungen mit Spendensammlern) ist ein System, das Verbraucherschützer und Politiker alarmiert.“ Kompletter Quatsch: Auch der Deutsche Verbraucherschutz hat sich jahrzehntelang viel zu stark zurückgehalten mit Kritik an diesem Sammelsystem (ich bin selbst vor paar Jahren mit einer sehr sorgfältig ausgearbeiteten Reklamation an diesen nicht durchgedrungen). Und die Politik (die teilweise mit dem Verbraucherschutz verlinkt ist) hat sogar – gerade andersrum(!) – lange Zeit für dieses perfide Sammelsystem lobbyiert!!!  Meine Analyse des Beitrags habe ich übrigens jeweils den Abschnitten in roter Schrägschrift und in Klammern beigefügt (es versteht sich im Übrigens von selbst, dass die beherzte Reaktion von Verbraucherschutz und Politik viel zu spät kommt; der Schaden wird sich nicht mehr beheben lassen).

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Haustür-Spendensammler von „Drückerkolonnen“ (Spendensammelfirmen) geben sich illegal als Hilfsorganisationsangestellte oder sogar Ehrenamtliche aus

 

„Plötzlich war der Fuß in der Tür“: In der Vorweihnachtszeit machen viele Deutsche unangenehme Erfahrungen mit Spendensammlern. Schuld ist ein System, das Verbraucherschützer und Politiker alarmiert.

Zur Vorweihnachtszeit sind bundesweit professionelle Spendensammler unterwegs, um neue Mitglieder anzuwerben – im Auftrag wohltätiger Organisationen wie des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsbunds, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Arbeiter-Samariter-Bunds. Von Verbraucherschützern und aus der Politik kommt nun Kritik am Vorgehen der Organisationen. Sie entlohnen die von ihnen beauftragten Agenturen offenbar häufig ausschließlich über erfolgsabhängige Provisionen. Auch die Honorarkräfte an den Haustüren bekommen nur dann Geld, wenn sie neue Mitgliederverträge abschließen (Analyse: Wenn das tatsächlich immernoch so ist, bzw. das neue Mindestlohngesetz übergangen wird, ist das natürlich noch ein Skandal mehr).

Die Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, sagte der WELT AM SONNTAG: „Wenn man Mitglieder an Haustüren anwirbt, muss sichergestellt sein, dass für die Mitarbeiter dieser Fundraising-Agenturen der Mindestlohn eingehalten wird.“ (Analyse: Ist übrigens nicht nur in Deutschland zu bemängeln, in Australien wurde vor noch nicht allzu langer Zeit über eine zweistellige Millionenklage von unterbezahlten „Drückern“ berichtet).

Erfolgsabhängige Honorare könnten sonst schnell zu „Drückermethoden“ an den Haustüren führen, wie der Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg, Michael Knobloch, der WELT AM SONNTAG sagte. „Bei diesem Geschäftsmodell kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Provisionsinteresse der Werber im Vordergrund steht und versucht wird, Verbraucher in Verträge zu drängen.“ (Analyse: Dass das Provisionsinteresse oft im Vordergrund steht, ist doch aus der Vergangenheit bereits hunderttausendfach belegt (auch in der Schweiz) – trotzdem hat der Staat nie etwas gegen diese Sammelzusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen und Drückerkolonnen  unternommen).

Einige Spendensammler pochen beispielsweise auf sofortige Unterschrift von Mitgliedsbeiträgen, manchmal schüren sie bei den oft älteren potenziellen Neumitgliedern, die tagsüber die Türen öffnen, auch Ängste. Zum Beispiel: Ohne die Spende sei der Rettungsdienst im Ortsteil vielleicht bald nicht mehr gewährleistet. (Analyse: Was „eigentlich“ widerrechtlich wäre, bzw. „Nötigung“).

Das gibt etwa ein Kreisverbandschef des Deutschen Roten Kreuzes zu, Eckart Fuchs aus Ulm. „Wir bekommen dann Anrufe von Bürgern, dass ein Fuß in der Tür stand. Oder dass der Werber sagte, es handele sich um eine einmalige Spende anstatt um eine Dauermitgliedschaft.“ Sein Kreisverband habe deshalb sogar schon einmal eine Haustüraktion gestoppt und die Zusammenarbeit mit der Agentur beendet. (Analyse: Jämmerliche Heuchelei: Das Deutsche Rote Kreuz macht diese Kooperation am längsten, nicht nur in Deutschland, sondern sogar weltweit – und tut jetzt so, als hätte es schon seit jeher unglaublich viel für eine Verbesserung der Situation unternommen.)

Werber treten in Sanitäter-Uniform auf

Hilfsorganisationen, die Rettungsdienste organisieren, nutzen den Recherchen der WELT AM SONNTAG zufolge die Haustürmethode deutlich häufiger als andere gemeinnützige Vereine. Bei den Maltesern werden drei von vier neuen Mitgliedern auf diese Weise angeworben, beim Deutschen Roten Kreuz sind es in manchen Kreisverbänden sogar noch mehr. Häufig treten die Werber in Sanitäter-Uniform auf – obwohl sie keine Rettungskräfte, sondern Honorarkräfte im Auftrag von Subunternehmen sind. (Analyse: Ein Fall von „arglistiger Täuschung“, da so der Eindruck entsteht, es wären Rettungsprofis der Hilfsorganisationen selbst, juristisch gesehen ebenfalls eine Straftat – was ein äusserst schiefes Licht auf Staatsanwaltschaft wirft, die schon längstens hätte dagegen vorgehen sollen). 

Deren Arbeit müssen neue Fördermitglieder von ihren Spenden bezahlen, was sie jedoch häufig nicht erfahren. „Im Schnitt geht der erste Jahresbeitrag eines neuen Fördermitglieds, das an der Haustür angeworben wurde, für das Honorar der beauftragten Agentur drauf“, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), bei dem sich wohltätige Organisationen für ethisch korrektes Spendensammeln zertifizieren lassen können. (Analyse: Falsch, ÖKO-Test hatte bereits 2002 aufgedeckt, dass es 1-3(!) Jahresbeiträge sind).

Um Drückermethoden und Verstöße gegen das Mindestlohngesetz zu vermeiden, sieht das Spendensiegel des DZI vor, dass mindestens die Hälfte des Honorars für die Agenturen ein Fixgehalt sein muss. Doch weder die Malteser noch der Arbeiter-Samariter-Bund haben dieses Siegel. Beim Deutschen Roten Kreuz – mit 164.500 Mitarbeitern und mehr als 400.000 Ehrenamtlichen ein Riese in der Wohlfahrtsbranche – trägt nur der Bundesverband das Gütesiegel. Die Aufträge an die Spendensammelagenturen erteilen jedoch die knapp 500 Kreisverbände, die sich an die ethischen Maßgaben nicht halten müssen. (Analyse: Auch wenn die zwei erwähnten Rettungs- und Notdienstorganisationen das DZI-Spendensiegel hätten, würde es nichts nützen, da die Hilfsorganisationen durch Einflussnahme das DZI als „Lobbyorganisation“ missbrauchen).

 

NEWS zum durch Wohltätigkeits-Strassenräuber ausgelösten, weltweiten Kollaps des Hilfsorganisationssektors (Dezember 2017)

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Wohltätigkeits-Strassenräuberin: Eigennützige Uneigennützigkeit

 

Ich hatte es schon lange (und zugegebenerweise auf ein zu frühes Datum hin) prophezeit, aber nun ist es definitiv soweit. Der weltweite Hilfsorganisationssektor ist am kollabieren – um gleich anzufügen: WIE LANGE dieser schrittweise Zusammenbruch letztendlich dauern wird, kann ich auch nicht sagen. Aber die Glaubwürdigkeit ist weg. So haben erst gerade die Schweizer Hilfswerke zugegeben, dass dieses Jahr erstmals ein Spendenrückgang zu konstantieren ist, ein paar Tage gefolgt von der Wiener Caritas, die stellvertretend für den gesamten österreichischen Non-Profit-Sektor ebenfalls öffentlich einen in der neueren Zeit erstmaligen Spendenrückgang beklagt. Der Hauptgrund für den Glaubwürdigkeitsverlust sind mit Sicherheit die Wohltätigkeits-Strassenräuber („charity muggers“) kommerzieller „Sammelfirmen“. Gemeint sind damit natürlich die Sammlungen für Fördermitgliedschaften auf Strassen und freilich auch vor Haustüren, bei denen ein „Von Mensch zu Mensch“-Vertrauensverhältnis zwischen den wohltätigen Organisationen und ihrer Spenderschaft „vorgegaukelt“ wird. Denn die Wohltätigkeits-Strassenräuber sind ja eben gar nicht von „gemeinnützigen Non-Profit-Organisationen“, sondern gerade andersrum von „eigennützigen Profit-Organisationen“, im Fachjargon Fundraisingagenturen, die sich – vor allem deren Bosse selbstverständlich – eine goldene Nase verdienen: Die Schweizer Corris AG verrechnet den Hilfsorganisationen pro Wohltätigkeits-Strassenräuber und Tag 850 Franken oder 730 Euro. Was heute umgerechnet gegen drei Jahresspenden(!) ausmacht, die von jeder Mitgliedschaft quasi „abgezweigt“ werden – vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende (diese Zahlen gelten übrigens weitgehend international, bzw. überall ist die rückläufige Entwicklung in etwa gleich). Respektiv: Es geht immer mehr Spendengeld drauf, da das Verhältnis der fixen (Kampagnen-)Kosten zu den sinkenden(Spenden-)Erträgen sich stetig verschlechtert. Denn es machen konstant weniger Leute mit. Und sie bleiben auch weniger lange Mitglied (Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria im Branchenmagazin „Fundraiser“, Ausgabe Nr. 5/2012: „Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind die Responseraten gesunken und die Stornoquoten gestiegen.“). Umso schlimmer für die Glaubwürdigkeit des Non-Profit-Sektors, dass auch heute – man muss sogar sagen: heute erst recht(!) – von den Nicht-Regierungs-Organisationen trotzdem ständig falsche oder nicht mehr aktuelle Zahlen herausgegeben werden. In der grössten Regionalzeitung Deutschlands etwa, der WAZ (deckt gesamten Ruhrpott ab), erschien Ende letzten Jahres ein Beitrag, wo World Vision immernoch von einem Jahresbeitrag spricht, der abfliesst! Noch schlimmer aber das Lügenkonstrukt des WWF. Ich gebe nämlich im Beitrag ein Statement ab, das die WAZ sogleich kommentiert: „… Während ein Dialoger (Anmerkung: Wohltätigkeits-Strassenräuber) laut Brutschin vor 20 Jahren noch rund acht Spender pro Tag anwerben konnte, seien es heute bloss noch zwei bis vier … Dementsprechend befürchten Kritiker, dass der größere Teil der Spendensumme bei den Agenturen landet – und eben nicht da ankommt, wo sie ankommen sollte…“ Der WWF entgegnet nun im selben Beitrag, dass dieser Kostenanteil an den Spenden lediglich „zwölf Prozent“ betrage! Was die WAZ nicht erwähnt, ist, dass sich diese WWF-Aussage als falsch belegen lässt: 2008 hatte William T. Markham in seinem wissenschaftlich-fundierten Buch über Umwelt-Organisationen in Deutschland bereits erwähnt, dass die Agenturen den grössten Teil der Mitgliedschaft bekommen. Und heute ist dieser Teil ja sogar noch grösser geworden! Oder im Umkehrschluss: Es kommt, wohlgemerkt der WWF-Aussage diametral widersprechend, d. h. gerade im Gegenteil(!) praktisch nichts mehr vom Spendengeld bei den gemeinnützigen Organisationen an.

Spenden gleich hoch wie Werbeausgaben: Haustür- & Strassensammlungen mutieren zum Nullsummenspiel für Hilfsorganisationen (2.12.2017)

Filz: Schweizer Verbraucherschutz arbeitet selbst mit Sammelfirma zusammen

Habe gerade schräge Geschichte aus England mitbekommen. Ein Security-Mann schob dort jüngst vor dem Ladeneingang einer Warenhauskette Wache, wo zufälligerweise auch gerade eine Spendensammel-Gang – in Deutschland sagt man bekanntlich „Drückerkolonnen“/in Österreich „Spendenkeiler“ – einer Spenden-Werbefirma (Fundraisingagentur) herumräuberte. Nun hatte der Security aber vermutlich von einem Freund, der in einer Hilfsorganisations-Geschäftsleitung arbeitet, erfahren, dass die Spendensammlungen auf den Strassen/vor Haustüren gar nicht mehr rentieren, bzw. die fixen Kampagnenausgaben der Hilfsorganisationen die schwindenden Spendeneinnahmen inzwischen praktisch „auffressen“; es machen schliesslich massiv weniger Leute mit, und sie bleiben auch weniger lange Mitglied! Er hat also sämtliche Angesprochenen, die von den „Wohltätigkeits-Strassenräubern“ angefallen wurden – welche ja eben gar nicht von den wohltätigen Organisationen, sondern von „Sammelfirmen“ sind, die sich mit den Aktionen dumm und dämlich verdienen – darüber aufgeklärt, dass i.d.S. nur 1 Prozent der Spenden „ankomme“ (natürlich wird das in der Öffentlichkeit unter dem Deckel gehalten, respektiv: Es werden sogar öfters falsche Zahlen herausgegeben – nicht nur in England…)! Tatsächlich sind die Aktionen in England in Wahrheit schon jetzt teilweise zum „Nullsummenspiel“ verkommen. Unter anderem deswegen haben in den letzten paar Jahren auch eine zweistellige Zahl von Werbeagenturen schliessen müssen. Aber auch in den deutschsprachigen Ländern ist man SEHR nahe an diesem Punkt (von einem ethischen Standpunkt gesehen hat die Kooperation ja sowieso nie Sinn gemacht, da hier „Profit mit Non-Profit“ betrieben wird). So hat eine der vier Organisationen in Deutschland, dem „Urland“ des Face-to-Face Fundraisings (angefangen wurde mit Haustürsammlungen), die am längsten mit Drückerkolonnen kooperieren und alle im Rettungs- und Notdienstbereich tätig sind, namentlich das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter und die Malteser, bzw. letztere, vor Kurzem angefangen, die Kampagnen zumindest teilweise selbst durchzuführen (über interne „SeniorenberaterInnen“). Diese Massnahme ist zweifellos aus einer absoluten Notsituation entstanden. Denn obwohl die Eigendurchführung solcher Aktionen nicht nur möglich, sondern mindestens auf der Strasse durchaus ethisch vertretbar wäre (Haustürsammlungen sind meiner Meinung nach so oder so zu heikel), haben alle vier dieser Haupttäterinnen unter den Hilfsorganisationen ausser einem jämmerlichen Versuch des DRK(*), wenn’s mir recht ist in den 90-er Jahren, nie eine Anstrengung unternommen, die Aktionen selbst zu machen (inzwischen haben die vier „wohltätigen Organisationen“ ja auch noch andere Einnahmequelle gefunden in Form von Steuergeldern für überteuerte Flüchtlingsunterkünfte).

Hamburg: 900 Millionen Euro für Flüchtlinge (Hamburger Abendblatt, 2.12.2017)

Strassensammlungen werden im Übrigen immerhin von ein paar wenigen Organisationen eigens durchgeführt (z.B. von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, Amnesty & WWF in Österreich oder Save the Children in der Schweiz, wobei aber alle diese Organisationen in anderen Ländern dann trotzdem wieder mit kommerziellen Wohltätigkeits-Strassenräubern kooperieren). Ausserdem möchte  ich zum Schluss anmerken: Wie auch immer; es ist eine Bereinigung im Non-Profit-Sektor im Sinne einer Verkleinerung von Nöten, denn er ist schlicht und einfach zu gross.

Weiterer neuer empfehlenswerter Beitrag: „Fundraisingagenturen begehen juristisch gesehen Betrug – warum die Justiz nicht aktiv wird“ – siehe auch „Eine Sauerei“ (Medienbeitrag des Blogbetreibers in KONSUMER-Magazin vom Juni 2017)  

* Aus „Drücker in Uniform“ von Mike Redhorn (Redhorn braucht das Pseudonym „Black Point“ für „Rotes Kreuz“): „Die Erträge waren ständig gesunken, da mittlerweile zu viele Hilfsverbände sich gegenseitig die Mitglieder abjagten … Zudem hatte der Bundesverband vom Hilfsbund Black Point eine eigene Werbefirma gegründet … um sich von „unlauteren Drückermethoden von dubiosen Werbekolonnen“ abzugrenzen … Ich bewarb mich bei der neugegründeten Black Point-eigenen Werbefirma, die überregional in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz für weiteren Mitgliederzuwachs mit Hilfe von Drückerkolonnen sorgen sollte … Ich traf den sogenannten „Organisationsleiter“ der Werbefirma vom Black Point, Herrn Karl Maus … Wir wohnten zentral in Oldenburg, wurden dort gut und preiswert in einem Hotel untergebracht. Fantastisches Frühstück, eine erstklassige Küche und charmanter Service: Wir waren rundum zufrieden …
… Die Presse wurde eingeschaltet … Herr Maus kam pünktlich. Eilig wies er uns an, zurückhaltend zu sein, da er die grösste Presseerfahrung hätte. „Mit den Burschen von der Presse kann ich umgehen, den Kerl seif‘ ich schon ein!“ Der Pressevertreter, ein jüngerer Mann in Begleitung einer Fotografin eröffnete mit ernster Miene, dass er von einer Bewohnerin angerufen worden wäre, „es wären schlimmste Drücker unterwegs, und so was will man hier auf dem Lande überhaupt nicht!“ Herr Maus konterte sofort mit charmantem Lächeln: „Wo sehen Sie hier einen Drücker?“ Er erzählte, dass wir alle „feste“ Mitarbeiter wären, ordentliche Mitarbeiter der Black Point-eigenen Werbefirma, geschult in allen sozialen Bereichen, die niemals „drücken“ würden. „Die Leute hier geben sich auch mit einem Schulterklopfen zufrieden, wenn sie erfolgreich waren!“ Der Mann log mit einem umwerfenden Charme, absolut glaubhaft, dabei lebte er selber von Provisionen! Wir fielen fast vom Stuhl. Genauso stand es am nächsten Tag in der Zeitung. Karl Maus kam strahlend in unser Hotel … Dann wies er uns an … „Den Artikel an der Haustür vorzeigen ist wichtiger als der Black Point-Ausweis!“ … Ich schrieb, auch mit Hilfe des Zeitungsartikels, ganze Dörfer komplett auf. Ein Dorf mit sechzig Häusern und Gehöften brachte zum Beispiel 57 neue Mitglieder … Es war sagenhaft … Es kam sogar einmal ein „Beschwerdeanruf“ einer älteren Dame, dass ich bei der Nachbarin gewesen, sie aber ausgelassen und nicht geklingelt hätte … Karl Maus, der Organisationsleiter der Black Point-eigenen Werbefirma hatte sich bei mir in der Zwischenzeit immer unbeliebter gemacht … Merkwürdigerweise waren genug Leute vorhanden, um seiner Ehefrau, die nach eigenen Aussagen „durch Haushalt und Kinder eigentlich kaum Zeit hatte“, gleich mehrere Gruppen zuzuschanzen, für die sie viele Tausender monatlich an Superprovision verdiente. Auch andere Familienmitglieder, wie Bruder und Schwager, wurden mit eigenen Werbegruppen und erfolgsversprechenden „Gebieten“ bedacht. Dass Frau Maus anlässlich einer Weihnachtsfeier sogar einen wertvollen Preis für höchste Gruppenumsätze bekommen konnte, ist bezeichnend für den beim Black Point und auch anderen grossen Hilfsorganisationen oft vorhandenen Filz … Es hatte mit der Black Point-eigenen Werbefirma so hoffnungsvoll begonnen. Doch wieder kam Frust auf… Die Werbung in der Black Point-eigenen Agentur war das Unsozialste, was ich je kennengelernt hatte …“

 

Weltweiter „Kollaps in Raten“ des Hilfsorganisationssektors hat nun auch „offiziell“ begonnen (letzte Aktualisierung: 29.11.2017)

„Spendenclowns“ der von Hilfsorganisationen beauftragten „Sammelfirmen“ haben entscheidend zur verlorenen Glaubwürdigkeit des NGO-Sektors beigetragen

 

Aha, sogar im verfilzten Schweizer (Hilfswerk-)Lande geben NGOs und ihre Helfershelfer wie die scheinbar unabhängige NGO-Zertifizierungsstelle „Zewo“ (der Mann der Zewo-Chefin ist bei der Caritas) endlich zu, dass die Spenden rückläufig sind – zwar noch zaghaft, aber immerhin. Bisher wurde so getan, als sei alles in bester Ordnung, respektiv: Die Öffentlichkeit wurde zum Narren gehalten. Dies, weil man sich vor einer Verstärkung der Abwärtsspirale fürchtete. Und Kontrollstelle, Justiz und auch Medien über das gigantische Beziehungsnetz („Politlobby“) instrumentalisiert hat. So hatte der Tages-Anzeiger selbst, der erst jetzt mit untenstehendem Beitrag vom 23.11.2017 für Klarheit sorgt, bspw. 2013 in einem Beitrag über die Spendensammelfirma Corris (die Spendenclowns auf Strassen und vor Haustüren) im Titel noch geschrieben: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“. Tatsächlich waren es schon damals um die zwei Jahresspenden (denn da die Sammelfirmen bei gleichzeitig rückläufigen Spendeneinnahmen den Hilfswerken Fixpreise berechnen, bzw. 850 Franken oder 730 Euro pro sammelnde Person und Tag, gehen ja quasi immer mehr Spenden für die Zahlung der Aktionen drauf). Heute sind es sogar gegen drei Jahresspenden! Die Glaubwürdigkeit des Non-Profit-Sektors ist dahin. Ab jetzt geht es erst recht nur noch abwärts – und zwar international. Denn der Schweizer Hilfswerksektor fungierte bisher als eine Art „letzter Rettungsanker“: Die Zewo steht nämlich auch an der Spitze des ICFO, des internationalen Dachverbandes von NGO-Zertifizierungsstellen, zu welchem auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) als auch das „Österreichische Spendengütesiegel“ gehören. Gute Nacht, Non-Profit-Organisationen! Ich zumindest werde euch keine Träne nachweinen, denn nirgendwo eignen sich die zwei folgenden Worte besser als hier: „Selber schuld.“ 

 

HILFSWERKE BUHLEN UM SPENDER

Nach Greenpeace berichten auch andere Schweizer NGOs von einem Spendenrückgang.

Soeben hat sie wieder begonnen: die Spendezeit. November und Dezember gelten als Hochsaison für gemeinnützige Organisationen. Und die Schweizer geben gerne: Mit 1.79 Milliarden Franken Spenden überstieg das Spendevolumen 2016 alle früheren Jahre – mit Ausnahme von 2015, wie die neuesten Zahlen der Zertifizierungsstelle Zewo zeigen. Doch obwohl das Spendevolumen insgesamt hoch bleibt, berichten mehrere Hilfswerke von einem Abwärtstrend. So zuletzt der Schweizer Ableger der Umweltorganisation Greenpeace: Nach einem unerwarteten Rückgang der Spenden musste der Personalbestand reduziert werden. Sieben von insgesamt 127 Mitarbeitenden mit Teilzeitpensen seien vorerst betroffen – weitere Schritte dürften im Dezember und im Frühjahr 2018 folgen. Als Grund für den Stellenabbau führte Greenpeace Schweiz den Gegenwind auf dem Spendenmarkt an: „Fallen grosse Einzelspenden weg, spüren wir das unmittelbar“, wird der interimistische Geschäftsleiter Kaspar Schuler in einer Mitteilung zitiert. 

Rätseln über die Ursache

Zuvor berichtete die „Sonntagszeitung“ von einem massiven Spendeneinbruch bei der Organisation World Vision. Das Hilfswerk verliere seit Jahren kontinuierlich an Privatspenden. So waren es 2012 noch über 60’000 Personen, die insgesamt 37 Millionen Franken spendeten. Im letzten Jahr zählte die Organisation 13’000 Spender weniger, während die Gelder auf 30,3 Millionen zurückfielen. Man habe es unter anderem verpasst, neue Angebote für jüngere Spender zu schaffen, begründete World-Vision-Chef Bernhard Metzger den Einbruch. Ähnlich klingt es beim Schweizerischen Gehörlosenbund, der zwar auf ein stabiles Fundraising bauen kann, aber ebenfalls einen Abwärtstrend bestätigt: „Die Generationen mit einem starken Spendenverhalten werden immer älter, und die Jüngeren sind schwerer zu binden“, sagt Sprecher Roland Wagner. Die Christoffel-Blindenmission weist hingegen auf die wachsende Konkurrenz hin: „Der Druck auf dem Spendenmarkt ist in den letzten Jahren stärker geworden“, sagt Sprecher Stefan Leu. So gebe es heutzutage deutlich mehr Organisationen, die versuchen, Spender zu gewinnen. „Um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erhalten, reicht ein einfacher Spendenbrief nicht mehr“, sagt Leu. So sei das Hilfswerk derzeit vermehrt gefordert, über vielfältige Kanäle zu kommunizieren. Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch das Blaue Kreuz Schweiz: Die Schweizer würden gerne spenden, was zu einem konstanten Grundvolumen führe. „Doch es gibt derzeit viel mehr Anbieter, als noch vor ein paar Jahren“, sagt Sprecher Philipp Frei. Der Werbeaufwand sei deshalb auch für das Blaue Kreuz deutlich gestiegen. Die letzte Runde im Ringen um die diesjährigen Spender ist nun eingeläutet. Wie die einzelnen Hilfswerke abschneiden, wird sich im Januar zeigen.

 

Nachtrag (29.7.2017): In Australien, wo die Situation bereits eskaliert ist (Beitrag vom 4.7.2017), versucht die Spendensammelindustrie mit einem wahnwitzigen Regelwerk das offenkundig nicht funktionierende kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ zu retten:

    

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (aktualisiert am 8.11.2017)

CH: Was Hilfswerke einst selbst zu spendensammelnden Firmen meinten, DE: Was sie dazu meinten & was sie auch heute noch meinen(!)

 

Wohltätigkeits-Strassenräuberin der Schweizer „Sammelfirma“ Corris im Auftrag des Tierschutzes bei Spenden-„Anmache“ im Hauptbahnhof Zürich

Bei von kommerziellen „Spendenfirmen“ durchgeführten Sammelaktionen auf Strassen oder vor Haustüren handelt es sich rechtlich gesehen um Betrug – also eine Straftat. Und zwar aus einem einfachen, bereits mehrfach genannten Grund: Bei den Aktionen wird vorgetäuscht, dass die Hilfsorganisationen diese selbst machen würden. Das wird so gemacht, weil die meisten Leute schlicht nicht mehr mitmachen würden, wenn sie wüssten, dass profitorientierte Werbefirmen dahinter steckten (das Sammelsystem geht in diesem Sinn gar nicht auf): Wer will schon, dass ein externes Unternehmen, das neben berechtigten Fixlöhnen für Führungskräfte und Angestellte – sofern diese vernünftig-moderat wären – zusätzlich Gewinn und Provisionen in Form von Bonuszahlungen an diese herausgibt? Nebenbei natürlich noch alles Spendengeld, das ja aus den Hilfsorganisationskassen kommt. Der juristische Ausdruck für diese Betrugsform lautet sinngemäss „vorsätzliche Täuschung“, respektiv noch genauer „arglistige Täuschung“. Das hatte in Deutschland sowohl der ehemalige Sammler Mike Redhorn in seinem Buch Drücker in Uniform als auch Stefan Loipfinger von „Charitywatch“ in einem TV-Beitrag von Panorama 3 im NDR bereits erwähnt. Zwar gibt es teilweise versteckte schriftliche Hinweise auf die Agenturen. Aber weil Non-Profit-Organisationen sich unbestreitbar höheren moralischen Standards als kommerzielle Unternehmen verschrieben haben und die Angesprochenen, die ja davon ausgehen, dass es sich um Hilfswerkleute handelt,  in diesem Sinne gutgläubig reagieren und das „Kleingedruckte“ übersehen, genügt solches schlicht nicht. Doch warum handelt dann die Staatsanwaltschaft nicht? Das hat mit einem, wohlverstanden falschen „Präzedenzurteil“ zu tun: Denn 1994 hatte der Bundesgerichtshof diese Art des Werbens bereits als legal eingestuft (siehe Post vom 10.10.2017). Mit einer allerdings nicht nachvollziehbaren Begründung. Nämlich dass die Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind. Aber das stimmt doch gar nicht! Vor der Zusammenarbeit mit solchen Fundraisingagenturen hat es ja auch schon Haustürsammlungen gegeben; sie wurden einfach von Ehrenamtlichen durchgeführt. Und man könnte die Sammlungen ja auch selbst machen, also mit Hilfsorganisationsangestellten! Der wahre Grund ist ein ganz simpler: Die Non-Profit-Organisationen wollen die mühsamen und undankbaren Sammelaktionen nicht selbst machen. Und es gab sogar schon Medienbeiträge, wo Hilfsorganisations-Verantwortlichen diese unbequeme Wahrheit „rausgerutscht“ ist, z.B. im Magazin Akrützel. Aber die Justiz hängt natürlich auch immer – jedenfalls mehr oder weniger – am Gängelband der Politik. Nirgends ist das extremer als in der Schweiz, wo ausgerechnet Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Mitglied der siebenköpfigen Landesregierung, auch als Justizministerin amtet. Sommaruga stand vor ihrer politischen Karriere zwei Non-Profit-Organisationen vor, die mit der berüchtigten Spendenfirma Corris AG kooperieren; „Stiftung für Konsumentenschutz“ und „Swissaid“! In Ihre Swissaid-Zeit, Sommaruga war damals noch als SP-Ständerätin im Parlament, fiel auch die Aufhebung des Verbotes für diese Sammelmethode auf den Strassen. Bis dahin galt sie nämlich in den meisten Schweizer Städten als verboten(!), wobei die Sozialdemokratische Partei bei den Legalisierungsanstrengungen eine zentrale Rolle einnahm (Post vom 13.7.2016).

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Die Schweizer Bundesrätin und Justizministerin Simonetta Sommaruga war davor Präsidentin der Entwicklungshilfeorganisation „Swissaid“

In Deutschland gibt es vor allem zwei Namen zu nennen, „zufälligerweise“ im Zusammenhang mit den zwei grossen gemeinnützigen Organisationen, welche am längsten auf die Kooperation setzen. Und die eine davon sogar die erste weltweit ist, die auf professionelle Drückerkolonnen schwor: das Deutsche Rote Kreuz (siehe dazu Blogbetreiberbeiträge „DRK-Nazi“ & „Konzern der Menschlichkeit“). DRK-Präsident Rudolf Seiters, CDU, der mit Parteikollegin Merkel einst im Kabinett sass. Und Franz Müntefering (siehe auch neuer Artikel des „Westfälischen Anzeigers“ vom 21.11.2017: „ASB lässt in Bönen unter Asylbewerbern um Mitgliedschaft werben“),  seinerseits Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der ebenfalls mit Merkel die Geschicke des Landes lenkte – diesmal sogar von ganz zuoberst als Vizekanzler.

Wann wird sich die Gerechtigkeit durchsetzen? Denn im Grunde genommen gehört diese  skandalöse Zusammenarbeit nicht nur verboten, sondern Spendenfirmen als auch auftraggebende und damit mitverantwortliche Hilfsorganisationen müssten genau genommen zusätzlich bestraft werden! Doch Hoffnung naht, denn der Hauptexponent schwächelt entscheidend – siehe neu aufgedeckte Skandale beim DRK durch RTL (Misshandlungen in DRK-Seniorenzentrum) und Stern („verkommerzialisierter“ Blutspendendienst), auch wenn hier mal nicht der Hauptskandal, bzw. Drückertum das Thema ist; gibt ja auch noch andere bedenkliche Missstände.

 

Info des Blogbetreibers (4.11.2017): Post zur „Stiftung für Konsumentenschutz-Sommaruga-Connection“ (Analyse des BaslerZeitung-Artikels vom November letzten Jahres) neu AKTUALISIERT. By the way: Der neue Bundesrat, Ignazio Cassis, um es nochmal zu wiederholen, war bisher im Stiftungsrat von Corris-Kunde „Fairmed“…

CH: Satire-Radiobeitrag auf „Radiologisch“ zum Thema Corris & Co. (27.10.2017)

Auf dem Radiosender „Radiologisch“ ist im Oktober genialer „satirischer Werbespot“ der Spendensammelfirma Corris AG erschienen, die für WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Infirmis, usw. den Leuten auf den Strassen und vor Haustüren Mitgliedschaften andreht – und selbst dabei jeweils die ersten 2-3 Jahresspenden „abzweigt“.

REINHÖREN EIN MUSS, UND ZWAR H-I-E-R (oder Script lesen zuunterst)

 

Bildergebnis für corris spendensammler

„Dezent im Hintergrund“: Als Action Aid-Mitarbeiterin verkleidete Corris-„Wohltätigkeits-Strassenräuberin“

 

Aber Spass beiseite, hier auch noch die drei letzten gelungenen Medienbeiträge mit dem Blogbetreiber – sowie dessen persönliche Nachricht vom Juni an die Leserschaft:

Schweiz: Konsumer-Magazin, Juniausgabe 2017: Eine Sauerei

Österreich: KirchenZeitung, März 2017: Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen

Deutschland: Die Stimme, Nov. 2016: Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen

 

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

 

SCRIPT „CORRIS-SATIREWERBESPOT“

 

„Dir sit e Nichtregierigungsorganisation im Non-Profit-Bereich und bruchet

meh Spänder und Spänderinne? Mir vor Corris AG si spezialisiert uf

Strosse-Spände-Sammligsaktione. Üsi dialogers schaffe uf Provision und si

darum bsungers motiviert neui Spänderinne und Spänder zaquiriere. Das

die dialogers drbi us Mitarbeiter vo öichere Organisation verchleidet si,

isch säubverständlech. Mir vor Corris AG blibe dezänt im Hingergrund.

Bequem für öich überrede mir dNöispänder zumne Laschtschrift-Verfahre,

so dass d’Spände automatisch laufe. Mir vor Corris AG wei natürlech so

wenig Gäud wie möglech vom guete Zwäck abzweige. Drum verlange mir

moderat nume dr Spändebetrag von de erschte zwöi Johr für üs us

Provision.

Corris AG – dr Fundraisingprofi vor Schwyz

Mir zocke d Spänder vo folgende Organsatione i ihrem Name ab: Amnesty

International, Unicef, VCS, Pro Natura, SwissAid, Helvetas, WWF, vier

Pfoten, terre des hommes, solidar, Gehörlosebund, pro Juventute, pro

infirmis, MS Schweiz, green cross und me gloubs fasch nid dr

Konsumänteschutz und vili meh.

Corris AG – damit dSpände jetz au ändlech privatisiert wärde!“

 

Und wenn wir schon beim Thema Satire sind. Ende letzten Jahres ist das Buch „Schizo“ von Falko Rademacher, der unter anderem lange als Gag-Schreiber für Harald Schmidt gearbeitet hat, erschienen, wo dieser die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ mit bissigem Witz „auseinandernimmt“, inklusiv Erklärung, von wo das Wort kommt – siehe Buchtitel-Link.

Warum kommerzielle Spendensammlungen im Auftrag von Hilfsorganisationen (Haustür- & Strassensammlungen) verboten gehören (Interview 2017)

+++ UK (24.10.): 2016 laut Fundraising Regulator 42’000(!) Reklamationen +++ DE (26.10.): „Falscher oder richtiger Spendensammler?“ +++

 

Zur Sache (Kurzbeschreibung des Blogbetreibers):

Immernoch recht vielen Leuten ist nicht klar, dass Spendensammlungen bekannter Hilfsorganisationen wie z.B. dem Roten Kreuz vor Haustüren/auf Strassen zumeist von kommerziellen „Spendensammelfirmen“ (Fundraisingagenturen) durchgeführt werden, da sich diese nicht genügend erkennbar machen (können sie auch nicht, da sonst kaum mehr jemand mitmachen würde). In Deutschland nennt man solche Spendensammler & -sammlerinnen „Drücker, bzw. Drückerinnen(-kolonnen)“, in Österreich „(Spenden-)Keiler, bzw. Keilerinnen“. Die auftraggebenden Hilfsorganisationen zahlen für die Sammelaktionen hohe Preise. In der Schweiz kassiert die grösste Spendenfirma „Corris“ bspw. 850 Franken (oder rund 740 Euro) pro sammelnde Person & Tag. D.h. der allergrösste Teil der Gesamtspenden solcher Kampagnen fliesst quasi an die Spendenfirmen.

 

Ehemaliger Hilfsorganisationsmitarbeiter & Blogbetreiber Kevin Brutschin

 

ICH KONNTE DIESE HEUCHELEI NICHT MEHR SEHEN (KIRCHENZEITUNG/OBERÖSTERREICH):

Was machen die professionellen Spendensammler Ihrer Meinung nach falsch?

Der grundlegendste Fehler ist, sich überhaupt bei einer kommerziellen Sammelfirma anstellen zu lassen, anstatt direkt bei einer Non-Profit-Organisation. Denn diesen „profit“-orientierten Agenturen geht es ja eben um „Gewinnmachen“ und gar nicht um den allgemeinen Nutzen. Dies geben sie lediglich vor. Diese Fundraising-Agenturen handeln eigennützig, obwohl sie sich im gemeinnützigen Bereich bewegen. Im Hilfsorganisationssektor geht es aber eben nicht um mich, sondern um den anderen, Hilfsbedürftigen, respektive um „Uneigennützigkeit“ oder noch genauer „Selbstlosigkeit“. Die Verrechnung von Überschüssen für die eigene Tasche lässt sich in diesem Sinne nicht rechtfertigen, deshalb heißt es ja „NON-Profit“ bzw. „kein Gewinn“.

Welche Dimension hat das Thema überhaupt, gibt es viele gemeinnützige Organisationen, die auf kommerzielle Spendenwerber zurückgreifen?

Brutschin: Es gibt nach wie vor viele gemeinnützige Organisationen, die auf externe Spendenfirmen vertrauen. Ihre Budgets sind vielfach unter Druck. Den Organisationen fehlt die Weitsicht, um die Situation mittel- und langfristig zu beurteilen. Die Aktionen sind ja immer noch im Plus. Zwar kläglich wenig, aber was soll’s? Man hat sich eben auch an den „bequemen Service“ gewöhnt. Manche NGOs sind zu bequem und arrogant, die Kampagnen wenigstens selbst durchzuführen, obwohl das erwiesenermaßen billiger käme: Zu mühsam und undankbar ist der Sammlerjob. Eine Schande. Außerdem ist Fehlerzugeben für normalerweise moralisch auf der besseren Seite stehende Menschen offenbar extrem schwierig.

Sie waren selbst bei einer großen Schweizer Hilfsorganisation angestellt. Wieso haben Sie der Branche den Rücken zugekehrt? 

Brutschin: Mein Ärger über diese Zusammenarbeit von gemeinnützigen Organisationen mit eigennützigen Sammelfirmen hatte einfach ein Übermaß erreicht. Ich konnte und wollte diese Heuchelei einfach nicht mehr sehen. Diese Hilfsorganisationen verraten ja ihre eigenen Werte! Denn was interessiert die Spendenfirmen schon anderes als Geld? Die machen nichts anderes als „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“.

Die Spenden kommen zu einem großen Teil nicht der eigentlichen Sache, sondern den Sammlern zugute?

Brutschin: Wer vor allem gutes Geld damit verdient, sogar unverschämt gut, sind die Spendenfirmenbosse. Bei den Keilern hingegen sieht’s inzwischen anders aus. Die verdienen viel weniger als früher. Heute sind nur noch die Top-Sammler überbezahlt. Das hat damit zu tun, dass sie Provisionen erhalten, d.h. leistungsabhängig bezahlt werden. Und im Vergleich zu früher nur noch wenige Leute mitmachen. Genau genommen haben die Sammlungen mit Keilern gar keinen Sinn mehr, da sie sich demzufolge kaum mehr rentieren für die Hilfsorganisationen. Doch deren Selbsterhaltungstrieb ist leider stärker als die Vernunft.

Jetzt könnte man sagen: Provisionen für Mitarbeiter sind in der Wirtschaft ja ganz normal.

Brutschin: Ein Spendensammler im Hilfsor­ganisationsbereich sollte aus Idealismus gute Leistung zeigen, d.h., weil es ihm um die gute Sache geht. Dann braucht er ja gar keine zusätzliche Provision. Ein moderates Festgehalt müsste genügen. Was sich in der Wirtschaft bewährt, heißt eben noch lange nicht, dass das dann auch im gemeinnützigen Bereich so ist, da beiden Bereichen ein unterschiedliches Wertesystem zugrundeliegt. Dessen ungeachtet hat im Hilfsorganisationsbereich eine weitgehende „Kommerzialisierung“ stattgefunden.

Wie lange dauert es bei einem Spendendauerauftrag, der bei Werbern abgeschlossen wird, bis das Geld tatsächlich der Hilfsorganisation zugute kommt?

Brutschin: Eine Kennziffer, die sehr schön die stetige Verteuerung solcher Kampagnen deutlich macht, ist die Zeit, die vergeht, bis die Kosten einer Aktion durch Spendeneinnahmen gedeckt sind. Die in Österreich weit verbreitete Falschannahme ist, diese würde ein Jahr betragen. Oder: Ein Spender gäbe seine erste Jahresspende quasi der Agentur. Tatsächlich stimmt das längst nicht mehr. Es sind heute zwei bis drei Jahre. Viele Fundraisingagenturen haben Fixpreise für die Spendenaktionen. Somit verdienen die Agenturen immer gleich viel, obwohl sie immer weniger Neuspender finden. Ihr prozentualer Anteil an den sich verringernden Spendeneinnahmen nimmt damit also sogar zu.

Sollten die Passanten, die von den Spendenwerbern angesprochen werden, nicht zumindest aufgeklärt werden über das dahinterliegende Modell?

Brutschin: Natürlich müssten sie das. Wobei vor allem die grundlegendere Problematik, eben dass überhaupt profitorientierte Institutionen diese Arbeit machen, transparent gemacht werden müsste. Denn Ehrlichkeit ist das A und O im Hilfsorganisationsbereich. Das Arbeitsverhältnis müsste also den Angeworbenen klar sein. Am besten über schriftliche Hinweise, insbesondere auf dem auszufüllenden Mitgliedsformular, und zwar – und das ist entscheidend – „gut sichtbar“. Denn sonst wird die Spenderschaft schlicht hinters Licht geführt bzw. getäuscht.

Wie kann man als Angesprochener erkennen, wer auf kommerzielle Spendensammler zurückgreift?

Brutschin: Hier muss man genau hinschauen, ob „versteckt“ schriftliche Hinweise auf eine durchführende Werbefirma zu finden sind. Man kann aber auch einfach fragen: Meiner Erfahrung nach sind die meisten Sammler wenigstens noch so ehrlich und geben ihre Identität preis, wenn man konkret danach fragt. Allerdings: Ich selbst bin ein paar wenige Male auch schon angelogen worden.

Die Beschwerden in der Bevölkerung über kommerzielle Spendenfirmen häufen sich jedenfalls.

Brutschin: Mindestens seither müsste auch von staatlicher Seite endlich beherzt interveniert werden.

Was wären Alternativen, damit Organisationen zu Spendern kommen?

Brutschin: Da fällt mir nichts anderes dazu ein, als ein wirklich vielversprechendes Hilfsprojekt zu haben, kombiniert mit absoluter Integrität. Nur wenn eine Hilfsorganisation zu 100 % glaubwürdig agiert, kann sie heute noch überleben. In jenem Fall spenden nämlich schon viele Leute von sich aus – also z.B. aufgrund einer Präsentation in den Medien, d.h., ohne dass man speziell auf sie zugehen muss.

 

 

 

Deutsches Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Peter von Döllen

Als DRK-Mitarbeitende oder -Ehrenamtliche getarnte „Kurzzeit-Angestellte“, bzw. Drückerkolonne der Spendensammelfirma Wesser GmbH

 

„Ich schwöre Treue dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler. Ich gelobe Gehorsam und Pflichterfüllung in der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes nach den Befehlen meiner Vorgesetzten. So wahr mir Gott helfe.“

Deutsches Rotes Kreuz-Eid während der Nazi-Zeit

 

„Deutsches Rotes (Haken-)Kreuz“

 

Nicht gedacht, dass meine Recherchen zu Wohltätigkeits-Strassenräubern abermals zu Hitler und den Nationalsozialisten führen werden (siehe Beitrag zu WWF vom 16.5.2017) – aber ist tatsächlich so. Mit den „charity muggers“ sind natürlich die schleimigen Angestellten der hoch umstrittenen kommerziellen Werbefirmen gemeint, die auch vor Haustüren für Non-Profit-Organisationen Spenden eintreiben und dabei für sich und vor allem die Fundraisingagenturen aus Spendengeld Profit schlagen (da immer weniger Leute mitmachen und auch weniger lange Mitglied bleiben, gehen inzwischen die ersten zwei-drei Jahresspenden an die Werbeagenturen).

Ebenfalls schon ein paar Mal erwähnt, ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als erste Non-Profit-Organisation der Welt, die auf Drückerkolonnen gesetzt hat (Haustürsammlungen), und zwar bereits 1968, hauptverantwortlich für die Sammelpest. Damaliger DRK-Präsident: Walter Bargatzky. Bargatzky, 1982 verstorben, trat bereits 1933 der SA bei, der paramilitärischen Kampforganisation von Hitlers Nationalsozialistischer Deutscher Arbeiterpartei (NSDAP), bei der er wiederum ab 1937 offiziell Mitglied war. Im Krieg arbeitete sich Bargatzky bis in den Rang eines Majors vor. Als DRK-Präsident amtete Bargatzky von 1967 bis 1982 (das Vizepräsidentenamt hatte er schon seit 1950 inne).

Das DRK war freilich schon während der Nazi-Jahre vom zivilen Wohlfahrtsverband zur nationalsozialistischen Sanitätsorganisation mutiert, d.h. das humanitäre Prinzip, das auch auf fremdes Leid gerichtet ist, wurde bereitwillig preisgegeben (Grundsatz der Unparteilichkeit). Von den 29 Mitgliedern der gesamten DRK-Führung waren 18 hohe Führer der SS; der Leibgarde Adolf Hitlers. In den Wirtschaftsbereich der SS flossen auch die für das DRK gespendeten Gelder. Das DRK täuschte den eigenen Mutterverband, das Internationale Rote Kreuz (IKRK), bewusst über die Nazi-Verbrechen, indem sie eine IKRK-Kommission beim Besuch des KZ Theresienstadt durch geschönte Fassaden führte, hinter denen das wahre Elend verborgen blieb! Der damalige geschäftsführende DRK-Präsident; „Reichsarzt-SS“ Ernst-Robert Grawitz, war ein Hauptverantwortlicher für die Ermordung psychisch Kranker und für Menschenversuche an KZ-Häftlingen.

Von den Schuldigen in Weiß wurden im Nachkriegsdeutschland nur die wenigsten geoutet. Ärzteschaft und Rotkreuz-Repräsentanten hatten es lange verstanden, Schweigen über dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit zu breiten.

Zum Schluss ein Zitat der letzten Sekretärin Hitlers; Traudl Jung, die sich im späteren Leben schonungslos zu ihrer Mitverantwortung an den Nazi-Gräueltaten bekannte (obwohl sie ja „nur“ die junge Sekretärin war): „Es braucht nicht annähernd so viel Mut, wie es scheint, um Fehler zuzugeben und aus ihnen zu lernen. Der Mensch ist auf der Welt, um sich lernend zu wandeln.“

 

 

 

 

 

 

Peter von Döllen
Peter von Döllen

DE: Was der Bundesgerichtshof zur Zs-Arbeit von Hilfsorganisationen mit Spendensammelfirmen (Drückerkolonnen) entschied, 10.10.2017

Neue Liste mit aus heutiger Sicht interessantesten Beiträgen zum Thema „Kommerzielle Spendenwerbung auf Strassen/vor Haustüren im Auftrag von wohltätigen Organisationen“ findet sich H-I-E-R

 

Bildergebnis für ein sommer voller türen

Werbefirmen-Spendensammler im Auftrag der Malteser

 

Da hab ich ja mal was ganz Interessantes gefunden zu von Non-Profit-Organisationen (Rotes Kreuz, WWF, etc.) beauftragten kommerziellen Face-to-Face Spendensammelfirmen, die sich ungerechtfertigt mit Spendengeld bereichern (Gewinn „im Grossen“, bzw. Profit an InhaberInnen/Geschäftsleitungen sowie Gewinn „im Kleinen“, bzw. Provisionen an Spendensammelnde).

„Bereits 1994 hat der Bundesgerichtshof diese Art des Werbens als legal eingestuft, auch wenn die Spender nicht über die Provision aufgeklärt würden. Einer der Gründe war die Tatsache, dass fast alle Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind.“

Und zwar habe ich diese Info aus einem Beitrag der Ruhrnachrichten („Nicht nur für den guten Zweck“, 12.12.2007). Dieses Urteil erklärt vieles. Z.B., warum Strafanzeigen gegen die Wohltätigkeits-Strassenräuber jeweils im Sand verlaufen. So berichtete die Bild-Zeitung am 20.3.2016 (siehe Zusammenfassung & Analyse vom 3.4.2016) bspw. von einer Anzeige eines – wohlverstanden – Sammlers selbst(!) wegen Spendenbetrugs. Ich darf doch annehmen, dass Anzeigen jeweils mit dem Verweis auf dieses „Präzedenz“-Urteil negativ enden. Dabei ist es doch für jeden Laien offenkundig, dass dieses Urteil schwere Mängel aufweist!!! Ich meine, was ist denn das für eine Antwort, dass „Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind“? Ein Gericht darf das doch nicht gelten lassen, zumal es eh andere Sammelformen wie z.B. den Spendenbrief gibt! Beziehungsweise: Wenn es sich nachweislich um Betrug handelt – und das ist der Fall, WENN das Gericht berücksichtigt, das Spendenden im Hilfsorganisationsbereich ein gewisses Mass an „Gutgläubigkeit“ (Vertrauen) zusteht, dann muss es der Anzeige recht geben und die verantwortlichen Parteien (sowohl die Sammelfirmen als auch die auftraggebenden NGOs) sanktionieren. Denn entweder wird die Spenderschaft überhaupt nicht über den kommerziellen Zweck hinter den Sammlungen, bzw. die Provision/den Profit aufgeklärt (also einen ungerechtfertigten „Lohnzusatz“ für die Sammelnden als auch einen ebenso ungerechtfertigten „Gewinn“, bzw. Bonus für die Spendenfirmenbosse). Oder aber die schriftlichen Hinweise hierfür sind zu wenig sichtbar, womit sie die gutgläubige Spenderschaft übersieht. Juristisch handelt es sich also um „arglistige Täuschung“; eine Form des Betrugs. Ausserdem sind die Hilfsorganisationen gar NICHT auf die Werbefirmen angewiesen, da sie die Sammlungen ja selbst machen könnten! Das Rote Kreuz etwa hatte schon vor der Jahrtausendwende die Aktionen eine zeitlang selbst gemacht. Und heute macht bspw. Save the children Deutschland die Kampagnen ebenfalls selbst, und zwar viel erfolgreicher als zuvor mit Sammelfirmen (d.h. wesentlich kostengünstiger als auch kundenfreundlicher).

Ehrlich gesagt zeigt das Urteil vor allem eins: Dass es in dieser Angelegenheit – übrigens weltweit – nicht nur an der fehlenden Unabhängigkeit der Politik fehlt (was ich ja schon mehrfach erwähnt habe), die dem Treiben schon längst ein Ende hätte setzen müssen, sondern auch an der Unabhängigkeit der Gerichte. Der Staat muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in ihn nicht mehr da ist, wobei ich zum Schluss eine haarsträubende Geschichte zusammenfassen muss, die ich der Schweizer Migros-Zeitung vom 13.9.2017 entnommen habe:

„Damals war er noch ein junger Polizist mit Idealen und Werten und hat an den funktionierenden Rechtsstaat geglaubt. Peter Mathys (60) wuchs in Küsnacht ZH auf und suchte nach einer Banklehre nach etwas Sinnvollerem. 1982 besuchte er bei der Stadtpolizei Zürich die Polizeischule. Bald schon, in einer Dienstpause, erzählte ihm ein verdeckter Fahnder von einem mutmasslich pädophilen Zürcher Gerichtspräsidenten, der regelmässig nach Paris fahre, um dort Buben zu missbrauchen. Dass jemand, der eigentlich Verbrecher bestrafen sollte, ebenfalls Verbrechen begehen könnte, schockierte Peter Mathys zutiefst. Der Fahnder erwähnte gegenüber Mathys, dass die Ermittlungen des zuständigen Sachbearbeiters bei der Sittenpolizei gestoppt worden seien, er im Stich gelassen und gemobbt werde. Obwohl es bereits einen Kontakt zur französischen Polizei gegeben habe. Mathys schrieb mehreren höheren Beamten und wollte auf den Fall aufmerksam machen. Doch nichts passierte. Die Ermittlungen gegen den Gerichtspräsidenten wurden schliesslich eingestellt. Ausserdem sind von diesem Fall überhaupt keine Akten vorhanden, wie das Zürcher Obergericht später festgestellt hat. Der 2015 verstorbene Gerichtspräsident blieb bis zu seiner Pensionierung im Amt. Mathys konnte nicht verstehen, wie eine solche Angelegenheit einfach unter den Teppich gekehrt werden konnte. «Natürlich gibt es ein übergeordnetes Interesse, der Rechtsstaat muss geschützt werden. Aber hier ging es um den Verdacht mutmasslichen Missbrauchs an Knaben; den zu verfolgen und aufzudecken, ist doch wichtiger als das Ansehen des Staats!» In seinem Kriminalroman «Schlimmer Verdacht» konnte Mathys das Erlebte nun verarbeiten. «Hätte ich diese Geschichte nicht erzählt, wäre ich als Polizist psychisch kaputtgegangen.» Damit wollte er auch den Sittenpolizisten rehabilitieren, der kaputtgemobbt und für unglaubwürdig erklärt worden sei. «Dieser Mensch war ein hervorragender Sittenpolizist, der über 70 komplexe Ermittlungsverfahren gegen pädophile Straftäter meist mit Erfolg geführt hat. Über das Buch hat er sich gefreut, das bedeutet mir viel. Er ist heute schwer krank, hat aber zum Glück eine Frau, die sich um ihn kümmert.» Sein Roman basiert auf den Berichten von involvierten Kriminalbeamten. «Etwa 80 Prozent davon sind Tatsachen», sagt er. Mut habe es nicht gebraucht, die Geschichte zu veröffentlichen, obwohl Mathys mit seinem Buch die Grenzen des Amtsgeheimnisses auslotet. Auch heute noch, knapp 30 Jahre später, merkt man Mathys die Enttäuschung an. Gewisse Dinge müssten an die Öffentlichkeit…“

Polizist und Krimischreiber: Peter Mathys

Polizist & Krimi-Autor Peter Mathys: Nur wenige sind aus diesem Holz geschnitzt

 

DE: Was Führungskräfte deutscher Hilfsorganisationen im Jahr verdienen (6.10.2017/2)

Aha, endlich gibt’s auch ein paar Jahresgehälter von Führungskräften deutscher Hilfsorganisationen zu begutachen. Im Zusammenhang mit dem Thema „Flüchtlinge“ umso interessanter – siehe auch Post vom 17.8.2017 (ich bin übrigens nicht generell gegen Flüchtlinge, ABER gegen eine dermassen unkontrollierte Flüchtlingspolitik, wie sie Deutschland, bzw. Frau Merkel betreibt – oder mindestens bis vor Kurzem betrieben hat). Zu den Löhnen von Schweizer Hilfswerkchefs- und chefinnen habe ich ja bereits letztes Jahr eine kleine Liste erstellt, dort im Zusammenhang mit einer Umfrage der Hilfswerkkontrollstelle Zewo, bis wieviel die Spenderschaft einen Jahreslohn noch für akzeptabel hält.

Die hohen Löhne belegen natürlich einmal mehr die Arroganz der NGOs. Und diese Arroganz ist ja auch einer der Hauptgründe, warum man die mühsamen und undankbaren Spendensammlungen auf Strassen/vor Haustüren auslagert, obwohl man diese auch selbst machen könnte, und dies sogar noch billiger käme (Beispiel „Save the children Deutschland“).

CH: Der beste Spruch, um lästige Spendensammler und -sammlerinnen abzuwimmeln (6.10.2017/1)

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Ich probiere immer wieder mal Sprüche aus, wie man die lästigen Spendenwerber- und werberinnen am besten abwimmeln kann. Folgender Spruch hat sich in letzter Zeit bewährt: „Weisst du, wieviel Corris (die Firma, welche die Sammlungen für die meisten Organisationen durchführt) vom Hilfswerk für dich pro Tag bekommt?“ Natürlich haben die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ meistens keine Ahnung, dass Corris dafür 850 Franken einstreicht – man kann also die Sammelnden auch gleichzeitig gerade noch aufklären. Der letzte Dialoger, dem ich die 850 Franken (Kassensturz, 12.2.2013) „entgegengeschleudert“ habe, erst ungläubig, nach dem „Realisierungsschock“ dann aber vor allem frustriert: „Jetzt hast du mir im Fall gerade den Tag versaut.“

CH: „Der Blick“ schreibt Grünen-Nationalrat in Grund und Boden – und hievt dafür Corris-Lobbyistin in dessen Amt (4.10.2017)

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Auch Donald Trump (bzw. Elvis) bestätigt: Fake News

 

Ein Paradebeispiel für Fake News liefert hoch-aktuell der Blick, und da auch die berüchtigte Spendensammelfirma Corris darin vorkommt, ist das für mich natürlich ein gefundenes Fressen. Fake News sind ja – ausser dem inzwischen viel benutzten Begriff selbst – eigentlich nichts Neues, wobei ich darunter in erster Linie verstehe, dass Zeitungsmachende statt der Wahrheit verpflichtet ihre Beiträge zur Durchsetzung von Eigeninteressen manipulieren. Neu hingegen ist das verheerende Ausmass an Fake News, wobei ich die Gründe dazu bereits im Post vom 19.9.2017 genannt habe. Nun aber zum konkreten Fall: Wer regelmässig Zeitungen liest, hat ja mitbekommen, dass der Grünen-Nationalrat Jonas Fricker zurückgetreten ist, nachdem er gesagt hatte, dass der Transport von Schweinen zur Schlachtung schlimmer wäre als die Deportation der Juden in die Nazi-Konzentrationslager unter Hitler (siehe dazu auch Beitrag zu Nähe des WWF mit Nazi-Regime). Nun ist der Vergleich tatsächlich mehr als daneben. Fricker hatte sich aber sogleich dafür entschuldigt. Und hey, sind wir mal ehrlich: Was ist denn der grössere Skandal? Die mittlerweile über 20-jährige Zusammenarbeit von Hilfswerken mit Wohltätigkeits-Strassenräubern, die ja gerade auch von den Grünen durch zahlreiche Mandate bei „Corris-Hilfswerken“ gestützt wird, oder die in der aufgeheizten Debatte zur Fair-Food-Initiative „herausgerutschte“ Äusserung? Und wer hat die verbale Entgleisung denn überhaupt zum Skandal heraufgepusht? Zweimal war Fricker auf der Blick-Titelseite abgebildet, und der SonntagsBlick widmete dem Thema gar eine 5-Seiten-Story! Also wenn hier nicht wieder mal Manipulation dahinter steckt, dann lebt Elvis nicht nur immernoch, sondern er ist Donald Trump (ich habe ihn an seiner Haar-Tolle erkannt). Spass beiseite: Für Fricker rückt eine gewisse Irène Kälin in den Nationalrat (Kälin war Fricker bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 unterlegen). Der Freund von Kälin wiederum ist der ehemalige Blick-Chefredaktor und heutige Schweizer Illustrierten Co-Chef Werner de Schepper – wobei beide Medien dem Ringierverlag von Michael Ringier angehören. Der Hauptverdacht ist natürlich, dass de Schepper die Fricker-Demontage „ferngesteuert“ hat. Allerdings: Das wäre viel zu auffällig, denn anderen Medien ist schon in der Vergangenheit aufgefallen, dass de Schepper in der Schweizer Illustrierten „Werbung“ für seine Freundin hat machen lassen. Und auch nach meinen Informationen wurde hier mal nicht von dieser Seite manipuliert. ABER es gibt ja auch noch eine andere entlarvende Verbindung zu einem heutigen Blick-Mann; Politikressort-Co-Leiter Joël Widmer. Und zwar über dessen Partnerin, der grünen Ex-Nationalrätin Aline Trede. Trede hatte anlässlich der Parteipräsidiumswahl bei den Grünen im Jahr 2012 keinen Hehl aus einer Sympathie für Kälin gemacht, die damals ins Vizepräsidium der Partei gewählt wurde, während die von Trede nicht für optimal gehaltenen Regula Rytz und Adèle Thorens vor ihrem Favoriten Bastien Girod ins Präsidentinnenamt aufstiegen. Kurz: Es werden wohl viel mehr Trede und Widmer gewesen sein, die das Fricker-Bashing orchestriert haben. Aber ehrlich gesagt, mich würden die einmal mehr gefakten Blick-News nur halb stören, wenn die neue Nationalrätin Kälin nicht auch im Vorstand des VCS Aargau wäre – womit eine neue Corris-Lobbyistin im Nationalrat ist, denn der VCS lässt heute die Corris AG für sich sammeln. Wobei dieser – wohlgemerkt(!) – auch zu einer der Organisationen gehört, welche der Kooperation mit den Spendenclowns ursprünglich mit Skepsis begegneten, und zwar im Falle des VCS sogar nach einer bereits nicht zufriedenstellend herausgekommenen „Test-Zusammenarbeit“ in den Jahren 1998 und 1999 (siehe Post vom 14.10.2016). Wie für die Politik ist die „Affäre Corris“ im Übrigen auch für den Blick zweitrangig geworden. Das war aber nicht immer so. 1997 hatte die Boulevardzeitung sowohl die Haustürsammelfirma Wesser, die unter anderem für das Rote Kreuz unterwegs ist, als auch die Corris AG, damals im Auftrag von Greenpeace herumtigernd, in einer Titelstory(!) schwer kritisiert. Doch seit vielen Jahren schweigt der Blick zum Thema. Wie soll es auch anders sein? Blick-Verleger Michael Ringier ist im Patronatskomitee der „Corris-NGO“ Reporter ohne Grenzen – und dessen Frau im Stiftungsrat der Jugendschutzorganisation Pro Juventute, die ebenfalls mit Corris zusammenspannt (obwohl auch Pro Juventute die Methode noch Mitte der Nullerjahre im K-Tipp als zu „aggressiv“ abgekanzelt hatte). Jippie!

 

Was ein Ami-Twitterer für einen Aufwand auf sich nimmt, um lästigen Spendensammlungen zu entgehen (2.10.2017)

Neue Umfrage (The Journal/Irland, 28.9.2017): Stört es Sie, wenn Sie von Spendensammelnden auf der Strasse angesprochen werden? (84%: „Ja“) New Poll (The Journal/Ireland, Friday, 28 September 2017): Does it bother you when you’re approached by charity fundraisers on the street? (84%: „Yes“)

 

Das jemand so einen Aufwand nimmt wie ich, um den kommerziellen Spendensammelnden auf den Strassen/vor Haustüren den Garaus zu machen, gibt’s wohl kein zweites Mal. Aber was ein Ami-Twitterer sich für einen Fluchtweg ersonnen hat, ist auch nicht übel (das Sammelsystem via kommerzielle Spendensammelnde hat sich in den USA in den letzten paar Jahren trotzdem noch recht stark verbreitet – siehe Post vom 29.2.2016): Blauer Weg: Der Weg zum Restaurant (Mittagessen), Roter Punkt: Wohltätigkeits-Strassenräuber (charity muggers), denen der Ami versprochen hat, beim Rückweg mitzumachen, Grüner Weg: Der Rückweg zum Auto 🙂

 

Aktuellere Beiträge:

Brand Eins, Juliausgabe 2017: Häuserkampf (Erfahrungsbericht eines Haustürsammlers)

… mit Blogbetreiber:

Schweiz: Konsumer-Magazin, Juniausgabe 2017: Eine Sauerei

Österreich: KirchenZeitung, März 2017: Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen

Deutschland: Die Stimme, Nov. 2016: Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen

Analyse des „Zentralschweiz am Sonntag“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 24.9.2017

Einer der Fundraiser mit Tablet im Bahnhof Zug. An Charme mangelt es den jungen Leuten meist nicht.

Bahnhof Zug: Wenig Platz, viele Menschen – genial, um Leute zu belästigen

Toll, neuer Beitrag zu den Wohltätigkeits-Strassenräubern von Schweizer Zeitung. Schön, wieder mal die Luzerner Zeitung („Zentralschweiz am Sonntag“) an der Reihe – herzliches Dankeschön an die Redaktion (der letzte Beitrag aus Luzern findet sich HIER) – und endlich kommt auch mal Zug zum Zuge. Es geht auch im weitesten Sinn um Züge, bzw. die Spendensammlungen im Zuger Bahnhof. Aha, gar nicht gewusst: Anscheinend gibt es auch in der Schweiz, bzw. bei der SBB eine Art „Aktionsradius“ für die Sammelnden von 3 Metern um den Stand herum (dieses Thema wurde auch in zwei meiner letzten Posts angetönt, DA und DORT). Diese Regel wird offenbar nicht eingehalten. Sie kann aber auch gar nicht eingehalten werden, denn dann würden nicht mehr genügend Leute gefunden, die mitmachen – die Kampagnen rentieren ja so oder so kaum mehr! Doch die Hilfswerke lassen stur weitermachen. Warum stellt die SBB dann den Irrsinn nicht ab?

Die SBB ist ja ein Staatsbetrieb. Und es sind bekanntlich gigantisch viele Politiker und Politikerinnen bei NGOs, z.B. in Stiftungsräten, Vorständen, Patronatskomitees, etc. D.h. die SBB ist einerseits unter „staatlichem“ Druck, die Aktionen weiter zu bewilligen. Sie ist selbst aber auch nicht unheikel verstrickt. Einer der SBB-Verwaltungsräte, Peter Siegenthaler, war zuvor im Stiftungsrat von Corris-Kunde Pro Juventute (zu Pro Juventute unbedingt auch Post Nr. 4 vom März 2017 anschauen). Siegenthaler sollte vielen noch bekannt sein als vom Bund eingesetzter „Manager“ bei der missglückten Rettung der Swissair. Denn Siegenthaler hatte zu dem Zeitpunkt die Chefposition in der Finanzverwaltung des Eidgenössischen Finanzdepartements inne –  wo im Übrigen auch Kurt Grüter als Chef der Finanzkontrolle wirkte; der heutige Präsident der Hilfswerkkontrollstelle Zewo(!). Für die SBB ist das Ganze aber auch ein ganz ordentlicher „Zustupf“. So verlangt sie von Corris Standmieten. Beispiel Bahnhof Uster (drittgrösste Stadt des Kantons Zürich): 450 Franken pro Tag. Nicht schlecht. Die Stadt Uster verlangt währenddessen pro Stand im Tag lediglich 30 bis 60 Franken. Und wenn wir schon dabei sind: Auch die Post gehört zu den „Absahnern“. Laut Tagesanzeiger streicht die Berner Schanzenpost bspw. 400 Franken von Corris ein. SBB und Post verdienen also munter mit beim „Spenderschaft ausnehmen“ (zur Erinnerung: das Geld wäre eigentlich für Hilfsprojekte gedacht).

Fake News: Warum das Schweizer Fernsehen nicht korrekt über fragwürdige Spendensammlungen auf den Strassen berichtet (aktualisiert: Dezember 2017)

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Zewo-Chefin Martina Ziegerer im Kassensturz

Als Neo-Bundesrat ist Ignazio Cassis bisher noch in kein grösseres Fettnäpfchen  getreten. Dabei gäbe es ein heisses Thema: Cassis war nämlich bis zu seinem Antritt als Bundesrat  im Stiftungsrat des Hilfswerks Fairmed, das mit der dubiosen Spendensammelfirma Corris kooperiert. Fairmed trägt gleichwohl das Gütesiegel der NGO-Zertifizierungsstelle „Zewo“. Die Kontrollstelle wiederum preist sich selbst als unabhängig an. Weit gefehlt: Der Mann von Zewo-Chefin Martina Ziegerer; Odilo Noti, ist in der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz UND amtet auch als Präsident des Spendensammelverbandes „Swissfundraising“, wo er die Fundraising-Interessen der Schweizer NGOs vertritt. Z.B. die Zusammenarbeit mit Sammelagenturen fördern, versteht sich (Caritas CH war bis vor Kurzem im Übrigen sogar noch selbst bei Corris).

Nun ist die Konstellation an der Spitze der Schweizer Hilfsorganisationskontrollstelle selbstverständlich völlig inakzeptabel. Nur ist die fehlende Unabhängigkeit der Zewo der breiten Bevölkerung aber gar nicht bekannt! Vor allem die wirklich grossen Medien hätten das demzufolge schon längst bringen müssen, allen voran das Schweizer Fernsehen. „Naja, dann nehme ich halt das Blatt selbst in die Hand“, dachte sich der Blogbetreiber. Und da der Kassensturz als der beste „Kanal“ von SRF erschien, um darüber aufzuklären (Konsumentenschutz), wendete er sich demzufolge an Kassensturzmoderatorin Kathrin Winzenried (im Übrigen satte drei Mal in einem persönlichen Gespräch), um sie über die Vetternwirtschaft bei der Zewo zu informieren. Die reagierte auffällig cool: „Wir können das schon mal bringen.“ Äh, habe ich richtig gehört? Die Tatsache, dass der Mann der Hilfswerkkontrollstelle-Chefin selbst bei einem Hilfswerk ist und sogar den gesamten NGO-Sektor im Fundraising vertritt, ist womöglich keine genügend bedeutende Info??? Und warum hat Winzenried eigentlich so kühl reagiert? War sie etwa darüber schon im Bilde?

Jetzt muss man wissen, dass der Kassensturz Anfang 2013 zwar schon einen „halb-ordentlichen“ Beitrag über Corris gebracht hat, vor allem mit der Aufdeckung, dass Corris von den Hilfswerken (Corris-Kunden sind z.B. der WWF, Helvetas, Swissaid, Pro Juventute, Amnesty International oder Pro Infirmis) pro sammelnde Person und Tag 850 Franken verlangt! Das Hauptthema waren allerdings die schlechten Arbeitsbedingungen der Sammler & Sammlerinnen. Aber das ist doch ein Nebenthema! Denn die Sammelzusammenarbeit zwischen Non-Profit-Organisationen und Profit-Organisationen geht ja schon gar nicht auf, da hier eben völlig widersprüchlich „Profit mit Non-Profit“ betrieben wird. Und aus diesem ethischen Grundkonflikt heraus bei den Sammlungen nicht, oder mindestens nicht genügend transparent gemacht wird, dass dahinter gewinnorientierte, sprich: eigennützige Fundraisingfirmen stecken (die den gemeinnützigen Gedanken ja damit geradezu ad Absurdum führen). Kein Wunder: Sehr viele Leute würden ja gar nicht mitmachen, wenn sie das zum Vornherein wüssten. Sie werden also – völlig untragbar – „an der Nase herumgeführt“.

Tatsächlich ist das Schweizer Fernsehen sogar für den Fake-Beitrag über Corris schlechthin verantwortlich. Und zwar in der Schweizer Newssendung par excellence; der Tagesschau(!) vom 4.12.2010. Dort wurde die Sammelkooperation regelrecht als ideale Fundraisingmethode bezeichnet! Also entweder handelte es sich hier um eine mit Hilfe der NGO-Riesenlobby initiierte Beitragsmanipulation von Seiten der Non-Profit-Organisationen. Oder die Tagesschauredaktion ist schlicht inkompetent – ich tippe auf Ersteres. Denn 2010 war Wohltätigkeits-Strassenräuberei, Englisch: „chugging“, von „charity“= Wohltätigkeit und „mugging“ = Strassenräuberei, schon längst allgemein HOCH umstritten (generell umstritten war es im Übrigen schon von Anfang an) – vergleiche bspw. mit Beitrag des wohl renommiertesten Nachrichtensenders der Welt, der englischen BBC AUS DEM GLEICHEN JAHR oder auch mit demjenigen des Berner Lokalsenders „TeleBärn“ AUS DEM VORJAHR).

Also es wird langsam Zeit, sich mal die Verbindungen des Hilfswerksektors mit dem Schweizer Fernsehen anzuschauen, das ja zur SRG gehört. Da gibt es sicher mal deren Prestigeobjekt zu erwähnen; die Glückskette – ja, das ist die Haupttäterin für das alljährliche Gutmenschenfest „Jeder Rappen zählt“ – die sich selbst als „humanitären Arm der SRG“ bezeichnet. Die Glückskette realisiert aber selbst keine Hilfsprojekte, sondern sammelt lediglich Spenden über die Kanäle der SRG. Die Projekte selbst übernehmen 25 „Partnerhilfswerke“ (so setzt sich der Glückskette-Stiftungsrat denn auch zur Hälfte aus SRG Leuten, inkl. Präsidentin Ladina Heimgartner, zusammen, und die andere Hälfte aus Verantwortlichen der Partnerhilfswerke, inkl. Caritas-Oberboss Hugo Fasel) . Und jetzt zum springenden Punkt: 23 dieser Organisationen sind selbst bei der Zewo(darunter natürlich auch die Caritas), bzw. tragen das Zewo-Gütesiegel. Und auch mindestens 10  arbeiten mit Corris oder anderen „Face-to-Face“-Agenturen zusammen. Also wenn das keinen Einfluss auf die Berichterstattung hat!

Aber Vorsicht: Es gibt da auch noch eine weitere Organisation, die zwar nicht mit der Glückskette kooperiert, jedoch Zewo zertifiziert ist und auch auf der Kundenliste von Corris steht. Die NGO „Reporter ohne Grenzen“. Und wer ist dort im Patronatskomitee? Neben Blick-Verleger Michael Ringier, dessen Frau schon bei Corris-Kunde Pro Juventute im Stiftungsrat ist, auch ein gewisser Roger de Weck, erst gerade abgetretener SRG-Generaldirektor (neue stellvertretende Generaldirektorin ist übrigens Ladina Heimgartner – ja, die von der Glückskette).

Also ich weiss, was ich, auch als tendenzieller Links-Wähler, bei NO BILLAG abstimmen werde, Sie auch?

Was ehrliche Spendensammelnde auf der Strasse zu dieser Form der Spendenanwerbung meinen (20.9.2017)

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Heute will ich mal die entscheidenden Leistungsträger und – trägerinnen des perfiden Spendensammelsystems auf den Strassen/vor Haustüren zu Wort kommen lassen (die Sammlungen werden gar nicht von den „NON-Profit“-Organisationen, sondern von gewinnorientierten Sammelfirmen durchgeführt, die i.d.S. zusätzlich zum Verdienst auch noch nicht zu rechtfertigenden, mit Spendengeld ausgezahlten „Profit“ anstreben). Denn einsichtige Sammler und Sammlerinnen haben ja durchaus den Durchblick:

Ein „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ (Englisch: „charity mugger“) hat es in einem Zeitungsartikel (der übrigens mindestens online in fast allen grösseren Schweizer Blättern erschienen ist: 20 MinutenTages-Anzeiger, Basler Zeitung, etc. – bester Artikel aus Deutschland/Österreich kam von der taz/von Progress) auf den Punkt gebracht: „Es ist ambivalent – du arbeitest für eine NGO – aber auch für deinen Bonus.“ Und eine Sammlerin formuliert es im Beitrag sogar noch klarer: „Ich hatte den Eindruck, die Leute zu betrügen.“

Das ist ja das Verrückte an der ganzen Sache: Diejenigen Sammelnden, die ehrlich, rechtschaffen und selbstlos agieren – und darum ginge es ja im Hilfsorganisationsbereich – können diese Arbeit gar nicht ausführen, da sie schon nach kurzer Zeit ein schlechtes Gewissen bekommen (die durchschnittliche Anstellungdauer bei der Corris AG ist drei Wochen). Die Unehrlichen mit fehlender Integrität, die vor allem auf die Provisionen schielen aber werden von den Fundraisingfirmen zusätzlich belohnt, bzw. befördert (mit einem im „Non-Profit“-Sektor eben nicht zu rechtfertigenden „Gewinn im Kleinen“ in Bonusform als auch Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Agentur), und profitieren nicht zuletzt auch von zusätzlichen „Zückerchen“, z.B. bezahlte Ferien.

Interessant auch die Aussage eines Haustürsammlers im immernoch recht aktuellen Beitrag des deutschen Magazins Brand Eins (Juliausgabe 2017):  „Einmal unterschrieb eine alleinerziehende Mutter, die mit ihren drei Kindern in einer kleinen Wohnung im dritten Stock eines ziemlich heruntergekommenen Wohnblocks wohnte … und als ich wieder auf der Strasse stand, fühlte ich mich miserabel, weil sie ja gar nicht wusste, wie das funktioniert: dass ein Teil der Spende als Provision an die Firma Wesser ging und davon wiederum ein Teil in meine Provision…“

Und immer wieder muss ich in diesem Zusammenhang auf den langfristigen, aber umso einsichtigeren Gesinnungswandels eines der ersten Sammler überhaupt, der schon in den 70-er Jahren damit begann, hinweisen, der diesen in seinem Buch Drücker in Uniform eindrücklich beschreibt (Auszüge siehe Link).

Doch die schönste Geschichte hatte ich selbst mit einer Sammlerin, die ich darüber aufgeklärt hatte, dass selbst die Hilfsorganisationen anfangs die Zusammenarbeit verurteilt hatten und die Schweizer Hilfswerkkontrollstelle Zewo, deren heutige, nicht mehr unabhängige Geschäftsführerin Martina Ziegerer  (ihr Mann; Odilo Noti, ist Präsident des Spendensammelverbandes „Swissfundraising“) auch Präsidentin des Dachverbandes ICFO ist, wozu die deutsche und österreichische Kontrollstelle zählen (DZI & Österreichisches Spendengütesiegel), die Kooperation einst als „Witz“ abgekanzelt hatte. Sichtlich erleichtert – denn sie hatte selbst immer wieder das Gefühl, es sei ja gar nicht recht, was sie hier mache – sagte die Sammlerin zuletzt, vom inneren Druck befreit und die bevorstehende Kündigung bereits andeutend, ganz simpel ehrlich: „Merci.“

CH: Erneuter „Corris-Lobbyist“ in Bundesrat? / Ignazio Cassis est membre du Conseil de fondation de „Fairmed“ (client de Corris) – 19.9.2017

Nouveaux chiffres : Les premières 2 – 3 dons d’un an vont à Corris!

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Ob Regen oder Sonnenschein – „Hallo, Sie nettes Spender-Fräulein!“

 

Hat man sich schon zu früh gefreut? Mit Didier Burkhalter ist ja nun ein Corris-Lobbyist weg im Bundesrat – FDP-Burkhalter ist Pro Juventute-Botschafter (siehe Post vom 30.8.2017). Doch es droht erneut Ungemach. In Form von Ignazio Cassis, seinerseits im Stiftungsrat von FAIRMED. Man kann’s erwarten: Corris-Kunde…

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„Grüezi (& hoffentlich Goodbye“): Ignazio Cassis – ein FDP-Corris-Lobbyist mehr

Diese „NGO-Politlobby“ ist wirklich monströs. Kein Sektor hat eine grössere Lobby; weder Bauern, Pharma, Krankenkassen, Versicherungen oder der Finanzsektor (NZZ-Artikel „Lobbying im Bundeshaus“, 14.3.2016). Es braucht wirklich übermenschliche Kräfte, um diese zu Fall zu bringen.

SVP: Doch stärker mit „Corris-NGOs“ verstrickt als angenommen?

Oder die SVP. Hat der Blogbetreiber bis vor Kurzem jedenfalls gedacht. Denn im Gegensatz zu den Linken – fast zwei Hilfswerkverbindungen pro SP-ParlamentarierIn(!) sowie allein 38 davon explizit mit „Corris-NGOs“ – und der Mitte (18 Interessenkonflikte mit Corris-NGOs), ist bei der SVP nur eine starke Bindung auszumachen (siehe Post Nr. 3/Januar 2017) . Tempi passati: Wenn man genau schaut, ist auch die SVP nicht so harmlos mit dem NGO-„Corris“-Sektor verbunden. Bspw. schon mal von der „Parlamentarischen Gruppe Green Cross“ gehört?

Ok, bei einer Mitgliedschaft in dieser Gruppe handelt es sich nicht um eine ausgesprochen starke Bindung – aber auch nicht um so eine schwache! Vor allem, wenn man die Anzahl der involvierten SVP-Parlamentsvertretenden anschaut: Gemäss letztem Update auf der Green Cross-Website sind dort nicht weniger als 17 dieser „Gattung“ anzutreffen (SVP-Fraktionspräsident Amstutz Adrian, Aebi Andreas, Flückiger Sylvia, Frehner Sebastian, Geissbühler Andrea, Giezendanner Ulrich, Grin Jean-Pierre, Hausammann Markus, Nidegger Yves, Reimann Lukas, Rime Jean-François, Stamm Luzi, von Siebenthal Erich, Walter Hansjörg, Wobmann Walter, Föhn Peter, Germann Hannes).

Green Cross: Doppelter Spendensammelfirmenkunde

Green Cross gehörte neben Greenpeace, WWF und Pro Infirmis zu den ersten Corris-Kunden. Und seit ein paar Jahren lässt Green Cross auch die sogar noch etwas umstritteneren Haustürsammlungen durch die Ur-„Face-to-Face Fundraisingfirma“ Wesser GmbH machen (siehe Erfahrungsbericht eines Haustürsammlers/Juli 2017 inkl. Analyse). Immerhin: Green Cross ist am „abserbeln“, nachdem die auf die Behebung von Schäden aus dem Kalten Krieg spezialisierte NGO Anfang Jahr gleich in mehrere Skandale verwickelt war (siehe Post vom 11.5.2017)…

Fake-News nehmen auch in Sachen „Corris“ zu

„Wem können wir noch trauen?“ hiess die letzte Titelstory des „Beobachters“. Hintergrund (von Blogbetreiber noch etwas genauer beschrieben): Bei zahlungspflichtigen Zeitungen nimmt die Leseranzahl konstant ab. Klar weswegen: Gratis-Informationsaufnahme übers Internet. Als Folge wurden alle Redaktionen der grossen Blätter in den letzten Jahren gestrafft und profitorientierter ausgerichtet. Die zunehmend um ihren Arbeitsplatz fürchtenden Journalisten & Journalistinnen denken beim Schreiben deshalb immer öfter im Sinne der Chefetage und der politischen Grundausrichtung der jeweiligen Zeitung. Resultat: Fake News, in der Angelegenheit um Corris & Co. letztmals im Dezember 2016 im aus Anzeigenerlösen finanzierten und deshalb sowieso schon mit Vorsicht zu lesenden „20 Minuten“ (Printausgabe), wo der Fundraisingspezialist Robert Purtschert angibt, es sei nur eine Jahresspende, die für Corris draufgeht (dabei sind es heute eben 2-3 Jahresspenden, wobei sich die Zahlen international ähneln). Purtschert wird da von den verärgerten NGOs unter Druck gesetzt worden sein, da er Ende 2010 im Kassensturz die im NGO-Sektor übliche Tradition der Zahlenbeschönigung preisgegeben hat: „Die Organisationen befürchten, ihre Spender zu erschrecken, wenn sie die Fundraising-Kosten offen deklarieren“.

Je explosiver die Corris-Geschichte wird, desto weniger wird darüber geschrieben!

Dasselbe gilt aber in Abstrichen auch für den Beobachter selbst, gerade in der Angelegenheit um Corris & Co. – was er natürlich nicht schreibt. Oder kann sich jemand an einen Beobachterbeitrag – geschweige denn einen WAHRHAFTIG KRITISCHEN – über die (rund 35-jährige) Kooperation von Non-Profit-Organisationen mit profit-orientierten Sammelfirmen à la Corris erinnern? Oder wenn ja, bitte mir melden (der Beobachter wird seit 2007 von einem Gemeinschaftsunternehmen der Axel Springer SE und der Ringier AG herausgegeben; die Frau von Ringier-Verleger Michael Ringier ist im Stiftungsrat von Pro Juventute…).

England: Newcastle „zäunt“ Spendensammelaktionen „ein“ / UK-Newcastle: Chuggers „fenced in“ (September 11/2017)

Chuggers won't be allowed to move out of these boxes to harass people anymore

Newcastle; eine der grössten Städte Englands, „zäunt“ aufgrund einer nicht mehr tolerierbaren Anzahl von Reklamationen von Seiten der Bevölkerung Spendensammelnde auf der Strasse „ein“! (Anmerkung: Eigentlich wäre sogar Totalverbot geplant gewesen – da hat die „Hilfswerk-Lobby“ offenbar wieder mal erfolgreich Gegenwehr geleistet.)

Plus Wiederholung wichtiger News: Nach neuesten Zahlen fliessen nicht nur bis zu 80% der Spenden an die ausführenden Sammelfirmen, sondern bis zu 95%!

Newcastle, one of the biggest cities in the UK „fence“ chuggers „in“ after numerous complaints of the public!

Plus again news about latest figures: 95 percent of the donations are going to chugging firms!

 

EMPFOHLENE BEITRÄGE aus der SCHWEIZ: Hilfswerke instrumentalisieren Politik (insbesondere SP) für Erhaltung des Sammelsystems (Beitrag des Blogebtreibers auf KONSUMER.ch/Mai 2017), „Was Hilfswerke, die heute mit Sammelfirmen zs-arbeiten, einst dazu gesagt haben“

DEUTSCHLAND: Erfahrungsbericht eines Haustürsammlers der deutschen „Ur-Face-to-Face Sammelfirma“ Wesser von Schweizer Betteltour (aus „Brand Eins“/Juliausgabe 2017), „Unterstützung für Kevin Brutschin und sein Aufklärungsprojekt“ (Ketzerpodcast/25.6.2017)

ÖSTERREICH: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber aus Kirchenzeitung/März 2017), Zu den Ursprüngen von Strassen- und Haustürsammlungen (Analyse von Beitrag der Satire-Onlinezeitung „Die Tagespresse“/20.4.2016)

CH: SRK informiert Gemeinden über Haustürsammlungen ohne Hinweis auf ausführende, spendenabzweigende Sammelfirma (8.9.2017)

+++Hinweis: Neue Beiträge aus Österreich & Deutschland gleich nach diesem CH-Beitrag+++ 

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Kommerzielle NGO-Hausierer erscheinen in Anzug, Zivil- oder Hilfswerkkleidung

 

Muss zugeben, habe die Haustürsammlungen etwas vernachlässigt bei meiner Kritik an kommerziellen Face-to-Face Spendensammlungen (obwohl noch etwas schlimmer als Strassensammlungen zu werten).

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Bei Haustürsammlungen oft antreffende alte Leute sind leichter manipulierbar

Hab das aber ja kürzlich nachgeholt mit zusammengefasstem Erfahrungsbericht eines Spendensammlers der deutschen Firma „Wesser“ von einer Betteltour durch die Schweiz aus „Brand Eins“/Juliausgabe 2017 (Wesser ist in der Schweiz fürs SRK, Pro Natura, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi sowie Green Cross unterwegs).

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… liess Corris als eine der 1. NGOs Strassen- & Haustüraktionen machen

Auch Corris macht seit einigen Jahren solche „Door-to-Door“-Kampagnen, z.B. für Pro Infirmis. Bildergebnis für gerhard friesacher zeitung

Spendergeld-Multimillionär ohne schlechtes Gewissen: Psychiatriefall Friesacher

Wobei Corris-Besitzer Gerhard Friesacher selbst mal als Haustürsammler angefangen hat (und heute im Übrigen dank Corris Multimillionär geworden ist und sich eine ganze Ladenkette als zweites Standbein aufgebaut hat).

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2. Standbein: „Mach die Welt besser“-Ladenkette von Corris-Boss Friesacher

Aber zum neu aufgedeckten Skandal: Schon bemerkt, oft werden in den Medien Haustürsammlungen, speziell fürs Rote Kreuz – auch in der Schweiz die allererste Organisation, welche auf kommerzielle Haustürsammlungen setzte – angekündigt. Doch was immer wieder fehlt ist der Hinweis, dass die Sammlung ja eben gar nicht vom Hilfswerk selbst, sondern von Spendengeld abzweigenden profitorientierten Fundraisingagenturen ausgeführt werden, die sich dumm und dämlich daran verdienen.

SRK-Präsidentin Annemarie Huber-Hotz mit -Direktor Markus Mader

Das muss doch einen Grund haben? Hat es auch: Die schriftliche und oft sehr standardmässige Mitteilung des SRK über die bevorstehenden Haustürsammlungen an Gemeinden, lokale Medien und Behördenvertreter weisen nicht mit einem Buchstaben auf den kommerziellen Mithintergrund der Sammlungen hin. Aber eben: Eigentlich „nur“ ein Skandal mehr im völlig verkommenen Non-Profit-Sektors…

 

 

 

AU: „Richtiger Umgang mit Strassen-Spendensammlern“ (Spendenkeiler) von Verbrauchermagazin „Help“ des ORF vom 3.9.2017

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Was mich schon immer interessiert hat: Kommt der Begriff Spendenkeiler…

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…eigentlich von „männliches Wildschwein“ (die nennt man ja „Keiler“)?

 

DER RICHTIGE UMGANG MIT SPENDENKEILERN (ZS-FASSUNG & ANALYSE)

Wow, ich habe ja die Hoffnung weitgehend aufgegeben mit grossen Medien, was brauchbare Beiträge über kommerzielle Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen auf Strassen/vor Haustüren angeht. So habe ich dem deutschen „Stern“ zu dessen Artikel schon gedankt, weil er das Thema überhaupt wieder mal gebracht hat, obwohl die Zahlen dort komplett falsch waren (gemäss WWF gehen im Artikel 12% der Spenden an die Agenturen, DABEI SIND ES HEUTE BIS ZU 95% – SIEHE POST VOM 23.8.2017). Nun ist jetzt aber ein ganz ordentlicher Beitrag vom ORF-„Help Verbrauchermagazin“ zum richtigen Umgang mit Spendenkeilern erschienen:

Vor allem sei auf die Empfehlung verwiesen, dass man auf der Strasse schlicht NICHT MITMACHEN soll: „Auf der Strasse fehlt die Möglichkeit, wirklich dahinter zu blicken, was mit dem Geld passiert“.

Mehr braucht es eigentlich gar nicht zu sagen zum Thema. D.h. Zusammenfassung bereits beendet; in der Kürze liegt die Würze. Ausserdem habe ich ja für den heutigen Tag schon Beitrag aus Deutschland verfasst (Münchner „tz“-Artikel); findet sich HIER.

 

Nachtrag: Weiss eigentlich jemand, dass Spendenkeilen auf der Strasse in Österreich erfunden wurde? Allerdings von ehemaligen Haustür-Spendenkeilern. Und Spendenkeilen vor Haustüren ist wiederum in Deutschland erfunden worden: RECHERCHE ZU DEN URSPRÜNGEN

 

 

DE-München: „tz“-Artikel zum Thema kommerzielle Spendenwerber vom 3.9.2017

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Aufdringliche Spendensammlerin: Angesprochene Leute reagieren inzwischen selbst aggressiv!

 

Was sich schon seit längerer Zeit angekündigt hat und auch schon passiert ist, hat nun erstmals auch ein Medium registriert und publiziert (ich hatte schon vor Längerem einen Post dazu geschrieben): Kommerzielle Spendensammelnde von Werbefirmen, die im Auftrag von wohltätigen Organisationen auf Strassen und vor Hausüren die Leute belästigen, sind inzwischen so verhasst, dass es immer mehr zu Handgreiflichkeiten kommt, GENAUER GESAGT ZU IMMER GRÖBEREN HANDGREIFLICHKEITEN. Sowohl von frustrierten Sammelnden selbst, denen immer öfter Unverständnis und Ablehnung entgegenschlägt. Als auch von dreinschlagenden, die Nerven verlierenden Angesprochenen. Ein Deutsches Rotes Kreuz, bzw.  DRK-„Wohltätigkeitsräuber“, genauer gesagt im Auftrag des Bayerischen Roten Kreuzes (wahrscheinlich von der Firma Kober, die derzeit in Bayern unterwegs ist), hat das nun am eigenen Leib erfahren…

BRK-SPENDENSAMMLER GESCHUBST UND GETRETEN

Sein Einsatz als Spendensammler endete für einen 25-Jährigen in Peissenberg schmerzhaft. Ein Mann attackierte ihn.

Peissenberg – Er war am Samstag unterwegs, um Spenden für das Bayerische Rote Kreuz zu sammeln – doch dieser Einsatz endete für einen 25-Jährigen aus Filderstadt schmerzhaft. In einem Peissenberger Mehrfamilienhaus wurde er von einem 33-jährigen Anwohner attackiert. Laut Polizei geschah der Vorfall gegen 12.10 Uhr. Da trafen die beiden Männer aufeinander – und der Peissenberger war mit der Sammlung im Haus überhaupt nicht einverstanden. Er stiess den 25-Jährigen die Treppe hinunter und trat nach ihm. Der junge Mann konnte zwar einen Sturz vermeiden, klagte aber nach dem Angriff über Schmerzen am Oberkörper. Deshalb erwartet den Peissenberger nun eine Strafanzeige wegen Körperverletzung.

A propos, immer mehr Leute regen sich natürlich auch über meinen Blog auf. Die sind selbstverständlich allermeist befangen, bzw. in erster Linie von Hilfsorganisationen oder von Spendensammelfirmen, bzw. Fundraisingagenturen (und übrigens jeweils sogar recht einfach zuzuordnen, also einer bestimmten Agentur oder einem bestimmten Hilfswerk, auch wenn sie bspw. falschen Namen angeben). Denn den Verantwortlichen jener zwei Gruppierungen wird immer mehr klar, dass sie sich selbst in eine Sackgasse hineinmanövriert haben, und dass diese Geschichte für beide böse enden wird. Kurz: Sie verlieren die Nerven ebenfalls. Hier mal ein aktuelles Beispiel:

„Lieber Kevin

Gut, dass keine Sau deinen Blog liest, bei dem Schwachsinn, den du verzapfst. Leider bin ich aus Zufall doch darauf gestoßen. Wie das viele beschränkte Menschen machen (Nazis, linksextreme Polizistenhasser) scherst du hier eine Berufsgruppe komplett über einen Kamm. Die Promoter, die ich kenne haben sich der Sache voll verschrieben und spenden auch alle selbst für die Organisation für die sie arbeiten. Dass sie nicht ehrenamtlich sind, sondern Geld dafür bekommen, dass sie sich den arsch aufreißen, ist absolut legitim und wird übrigens vom Großteil der Spender akzeptiert. Dass es gerade bei der Transparenz und Schulung mancher(!) Promoter Nacholbedarf gibt, da muss ich dir sogar Recht geben. Aber die Pauschalisierung, verbunden mit der Verbreitung von Unwahrheiten(z.B. dass es nicht kontrollierbar ist- ist es nämlich doch da alles elektronisch über Bankeinzug geregelt wird) ist erbärmlich und lässt mich eher glauben, dass ein Promoter dir mal deine Freundin ausgespannt hat und du deswegen alleine zu Hause sitzt und verbitterte und schlechte Blogeinträge verfasst.
Sorry Kevin, eigentlich werde ich nicht persönlich, aber dein Blog ist so scheisse schlecht, dass es mich echt wütend macht.

Denk mal drüber nach ob es wirklich dein Ziel im Leben sein soll, diejenigen, die was gutes tun wollen zu sabotieren. Gibt doch genug Arschlöcher an denen du deine Troll-Wut rauslassen kannst.

Liebe Grüße

…“

Und hier übrigens auch noch mal meine PERSÖNLICHE NACHRICHT AN DIE LESERSCHAFT

CH: NGOs verlieren mit Bundesrat Didier Burkhalter zweitwichtigsten „Corris-Lobbyisten“ – auch „deutscher Bruder“ unter Druck (30.8.2017)

Der Bereich rund um den Justiziabrunnen ist bei Spendensammlern besonders beliebt.

Spendenstand der Firma Corris beim Justiziabrunnen in Winterthur (hier für Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“)

 

Erneuter Rückschlag für Schweizer Hilfswerke, welche auf „Spendenclowns“ von Spendenfirmen à la Corris setzen. Denn das Sammelsystem existiert ja nur noch, weil es auf den Rückhalt der Politik zählen kann (siehe Liste aller involvierter Personen in Bundesrat & Parlament, die für den Sammelnonsens lobbyieren). Denn das Problem ist doch folgendes: Jedermann und -frau, die in die Politik geht, hat neben dem Bedürfnis nach gesellschaftlicher Gestaltung eben auch ein mindestens so starkes Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung. Und welche Mandate geben mehr gesellschaftliche Anerkennung als solche bei Hilfswerken? So lange Non-Profit-Organisationen bei der Bevölkerung noch ein positives Image geniessen, wird kein Politiker und keine Politikerin daran denken, sein/ihr Mandat (also z.B. in einem NGO-Stiftungsrat) wieder abzugeben, selbst wenn sie die Wohltätigkeits-Strassenräuberei für keine gute Form der Spendenanwerbung halten. So stützen sie ja aber das Sammelsystem – und sorgen damit dafür, dass das positive Image erst recht – zwar langsam, ABER SICHER – ins Negative dreht. Ich habe selbst schon von locker einem halben Dutzend kleinerer, aber dafür unabhängigerer Medien (die grossen sind sowieso ins „System“ eingebunden), die eigentlich gerne über die Machenschaften von Corris & Co. berichten wollten, im letzten Moment eine Absage gekriegt, da sie sich vor der gigantischen Politlobby gefürchtet haben…

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FDP-Bundesrat und Pro Juventute-Botschafter Didier Burkhalter

Allerdings: Mit dem Rücktritt von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter, seineszeichens Botschafter von Corris-Kunde Pro Juventute (siehe auch Post zu vergangenen Pro Juventute-Skandalen) verlieren die NGOs nun eben ihren zweitwichtigsten Interessenvertreter, der ja schon Massnahmen der Stadt Winterthur gegen die Spendenmafia verhindert hat. So unglaublich stark ist die Hilfswerk-Lobby also gar nicht mehr, zumal die andere Person im Bundesrat in dieser Angelegenheit durch meinen Artikel auf KONSUMER ebenfalls schon geschwächt ist: Simonetta Sommaruga, Stiftung für Konsumentenschutz- und Swissaid-Lobbyistin (Sommaruga war auch Präsidentin von Swissaid).

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Vielleicht schon nicht gerade, aber sicher nicht mehr Simonetta Sommaruga (wenn ich könnte)!

A propos: Wie heisst eigentlich der zweitwichtigste „Drückerkolonnen-Lobbyist“ in DEUTSCHEN LANDEN (der wichtigste ist Ex-SPD-Vizekanzler Franz Müntefering)? Das ist zweifellos DRK-Präsident Rudolf Seiters, ehemaliger CDU-Bundesminister des Innern sowie für besondere Aufgaben als auch Ex-Chef des Bundeskanzleramtes und Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Aber auch Seiters ist unter Druck. Weniger als Person denn als Rotes Kreuz-Oberster. So kommt das Deutsche Rote Kreuz als erste Hilfsorganisation weltweit, die auf Face-to-Face Aktionen mit einer kommerziellen Werbefirma, genauer gesagt der Wesser GmbH, gesetzt hat, nicht nur deswegen immer massiver unter Druck, sondern bspw. auch durch den Skandal um den Grössenwahn-Jahreslohn der ehemaligen Berliner DRK-Schwesternschaftsoberin Heidi Schäfer-Frischmann: eine halbe Million Euro.

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DRK-Drückerkolonnenlobbyist Rudolf Seiters (CDU); Angela Merkel (CDU)

 

 

 

 

 

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter: Spendensammlungen rentieren gar nicht mehr! (23.8.2017)

WARUM SPENDEN SIE EIGENTLICH NOCH? SPENDENSAMMLUNGEN RENTIEREN GAR NICHT MEHR!

Von Tür zu Tür: Das Rote Kreuz führt eine grosse Mitgliederanwerbungsaktion durch. Hier Studentin Irène Scheiwiller.

In der SCHWEIZ werden bezahlte Rotes Kreuz-Spendensammelnde der Spendenfirma „Wesser“, da in Zivil, oft fälschlicherweise für Freiwillige gehalten

 

In DEUTSCHLAND gibt Wesser oder auch die Firma „Kober“ in ÖSTERREICH mittels uniformierten Sammelnden vor, Rotes Kreuz-Profis selbst wären am Werk     

Wer den kürzlich von mir geposteten Erfahrungsbericht eines kommerziellen Haustür-Spendensammlers der deutschen Ur-Sammelfirma Wesser von einer Sammeltour durch die Schweiz aufmerksam durchgelesen hat, dem müsste folgendes Zitat des Spenden-Fachmannes Michael Urselmann zum Spendenrückgang bei Spendenbriefen aufgefallen sein: „1990 … hat … fast jeder zehnte Brief einen neuen Spender gebracht. Heute bringt nicht mal jeder hundertste Brief eine Spende ein. Ein Neuspender hat damals 12,50 D-Mark gekostet. Heute sind es 70 Euro oder mehr.“ Haben SIE sich zufälligerweise schon mal Gedanken darüber gemacht? Bei Spendenbriefen geht es ja vor allem um Einmalspenden. 70 Euro ist sicher keine schlechte Schätzung für eine Durchschnittsspende, oder? Wenn man aber bei einem Spendenaufruf durch Bettelbriefe 70 Euro spendet, das betreffende Hilfswerke jedoch selbst dafür Kosten von 70 Euro hat, dann ist ja letztendlich 0 Euro angekommen! Auf diese Verteuerung mache ich nun seit fünf Jahren verzweifelt aufmerksam. Denn Spenden macht in diesem Sinne schon seit geraumer Zeit gar keinen Sinn mehr! Der Non-Profit-Sektor ist schlicht zu gross geworden, d.h. der Anteil für jede Hilfsorganisation am „Spenderkuchen“ wird immer kleiner. So klein, dass es gar nicht mehr rentiert! Noch schlimmer sieht es bei „Face-to-Face“-Sammelaktionen aus, die sich ja nur als Reaktion auf den nicht mehr rentablen Spenderbrief verbreitet haben. Und zwar, weil dort ja noch hinzukommt, dass diese Sammlungen nicht mal von den NGOs selbst, sondern von kommerziellen „Spendensammelfirmen“ durchgeführt werden (in Deutschland werden die Sammelgangs „Drückerkolonnen“ genannt, in Österreich „Spendenkeiler“). Die Kosten solcher Aktionen sind also nichts anderes als die Einnahmen dieser Fundraisingfirmen. SIE finanzieren mit ihrer Spende also eine Schattenwirtschaft, die gar nichts mit dem guten Zweck zu tun hat! Und selbstverständlich rentieren auch diese Strassen- und Haustürsammlungen mittlerweile kaum noch. Beispiel aus der Schweiz: 1996 musste Greenpeace der Sammelfirma Corris für eine Strassensammelaktion 860’000 Franken (ca. 750’000 Euro) hinblättern. Damals wurden aber noch stattliche 14’000 Neumitglieder gewonnen. Jedes einzelne Mitglied hat die Organisation also damals zwar auch schon rund 60 Franken gekostet (aufgerundet 55 Euro). Aber da es ja um Dauerspenden geht, d.h. jemand so lange spendet, bis er aktiv seine Mitgliedschaft kündigt, und die Leute damals noch viel länger geblieben sind als gegenwärtig, hat sich das noch gerechnet. Heute ist der Preis von Corris für eine Aktion von 1000 Manntagen wieder etwa gleich; 850’000 Franken (oder eben 750’000 Euro). Viele Spendenfirmen generieren aber nun nur noch 2 – 3 Neumitgliedschaften pro sammelnde Person im Tag. Macht also noch lediglich 2000 – 3000 Neu-Mitgliedschaften pro Aktion. Wenn es schlecht läuft, kostet eine Neumitgliedschaft damit heute über 400 Franken (über 350 Euro). Umgerechnet und im Wissen darum, dass Viele heute ihre Mitgliedschaft sehr schnell wieder kündigen, darf man davon ausgehen, dass auch bei Face-to-Face Kampagnen inzwischen bis zu 95% der Spenden für die Katz sind, bzw. den Agenturen zufliessen! Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter!

 

 

 

 

Und eine weitere Stadt unternimmt Massnahmen gegen verhasste Spendensammlungen: „Der Damm bricht!“ – 22.8.2017

Das deutsche Halle ermutigt Bevölkerung, sich aktiv zu beschweren!

 

Angesichts der zunehmenden Verärgerung der Bevölkerung über Spendenaktionen auf Strassen/vor Haustüren – die ja deswegen kaum noch rentieren, es macht ja schon gar niemand mehr mit(!) – unternehmen Städte immer schnellere Massnahmen. Jetzt ist wieder Deutschland an der Reihe (vor ein paar Tagen „Cambridge“/England, ein paar Tage davor „Göttingen“/Deutschland, ein paar Tage davor „Ostende“/Belgien). Die Stadt Halle ermutigt die eigene Bevölkerung via Medien, Kritik anzumelden („Um die Situation … zu verbessern, sollten sich betroffene über aggressive Werber direkt bei der Stadt unter der Telefonnummer 115 beschweren.“). Dazu wird gedroht mit bis zu 5000 Euro Busse. Wann bricht das Sammelsystem endlich vollständig zusammen?

 

Grüessli an Leserschaft

Kevin

 

CH: Erfahrungsbericht von Haustür-Spendensammler der Firma Wesser (sammelt fürs SRK) in „Brand Eins“, 2017/Juliausgabe

Uff!!! Längst überfällig, existiert nun endlich auch ein Erfahrungsbericht eines Spendensammlers über die Sammelfirma „Wesser“ in der Schweiz. Die 1968 im deutschen Stuttgart gegründete Face-to-Face Fundraisingagentur ist nämlich genauer gesagt noch das grössere Übel als die berüchtigte Schweizer Corris AG (über welche die Weltwoche schon 2013 einen wirklich äusserst informativen Erfahrungsbericht geschrieben hat – der auch vom Tages-Anzeiger aufgenommen wurde). Warum? Erstens ist Wesser die erste Sammelfirma dieser Art gewesen – und zwar weltweit! Und zweitens betreibt sie die als noch schlimmer als Strassensammlungen einzustufenden „Haustürsammlungen“, denn da hier ein viel privateres, diskreteres und somit natürlich auch kaum kontrollierbares Gespräch ermöglicht wird, trauen sich freche Sammelnde viel eher, dieses zu ihren Gunsten zu manipulieren (deshalb sollten Haustürsammlungen auch komplett verboten werden – egal, ob sie von Werbefirmen oder den Hilfswerken selbst durchgeführt werden). Und natürlich sollte auch der erste Wesser-Kunde nicht vergessen werden zu erwähnen. Das Hilfswerk der Hilfswerke – und zwar international gesehen: Das Rote Kreuz, Schweizer Nationalheiligtum, sozusagen (denn es ist ja in der Schweiz gegründet worden) – das damit letztendlich, und das ist selbstverständlich hoch-delikat, ausgerechnet dasjenige ist, dass den Sammel-Irrsinn in erster Linie zu verantworten hat. Kommt dazu, dass es zu allem Übel ebenfalls ausgerechnet in der Hauptsache ehemalige Wesser-Leute waren, die später die Sammelform als DialogDirect GmbH auch auf die Strasse adaptiert haben, 1995 in Österreich für Greenpeace. Gerhard Friesacher, der Besitzer von Corris, war im Übrigen Mitglied des besagten Gründerteams, und kam ein Jahr später in die Schweiz, um hier die Leute auf der Strasse auszubeuten. Ich habe den Erfahrungsbericht ausserdem gekürzt, da ein paar Fakten des letztendlich nur drei Wochen bei Wesser tätigen Autoren aus Deutschland (der i.d.S. ja gar nicht über die Kenntnisse des Blogbetreibers verfügen kann – was ich im auch nicht übel nehme) schlicht nicht stimmen. Bspw. schreibt er, dass er nach drei Wochen auf ein Gehalt von 3000 Franken gekommen ist (das wären also im Monat etwa 4000 Franken), und dass dies in etwa einem typischen Wesser-Lohn für gute Werber entspreche. Mit Verlaub, aber das stimmt nicht. An, wohlverstanden „absolute Top-Leute“, zu welchen der heutige Leiter der Schweizer Geschäftsstelle zählte, bevor er befördert wurde, werden immernoch (SonntagsBlick, 30.3.1997) Monatslöhne von fast 10’000 Franken ausgezahlt. Früher waren bei Wesser sogar bis zu 15’000 Franken im Monat möglich. Das ist mit der Sammelform zu erklären, denn zwar sind auch die Einnahmen bei Haustürsammlungen komplett eingebrochen, und es ist tatsächlich so, dass die Durchschnittssammelnden sich für Schweizer Verhältnisse mit einem moderaten Lohn abfinden müssen. Aber bei den am Tag absolvierten Haustürsammlungen trifft man eben viel mehr auf alte Leute (die junge und mittelalte Generation ist ja i.d.R. bei der Arbeit), die, wenn sie „nicht mehr so gut mitkommen“, eben extrem manipulierbar sind. Es lassen sich also für besonders dreiste „Spendenboni-Jäger“ in solchen Fällen SEHR hohe Spendenbeträge aufschwatzen…

 

HÄUSERKAMPF

Unser Autor ist knapp drei Wochen als Spendensammler von Tür zu Tür gezogen. Hier sein Erfahrungsbericht.

Wir kamen immer mit dem Auto, immer morgens um halb neun. Auf dem Weg waren wir meistens still. Tagsüber mussten wir genug reden. Wir suchten einen Parkplatz, guckten auf ein neues, unverbrauchtes, meist idyllisches Schweizer Dorf in der Juni-Sonne, tranken einen Kaffee, und dann ging sie los, die Jagd nach Spenden. Wie Soldaten bekamen wir eine Karte unseres Einsatzgebietes. Jeder umrandete in Rot all die Häuser, bei denen man klingeln sollte. Gut waren: Einfamilienhäuser, mittlere Preisklasse, möglichst dicht beieinander gelegen. Schlecht waren: Plattenbausiedlungen, weit auseinanderliegende Bauernhäuser und Villen-Viertel mit zu reichen Menschen. Es war das Jahr 2013, ich hatte eine Wasserflasche dabei, Sonnencrème mit Lichtschutzfaktor 30, meine bequemsten Schuhe und ein blaues Klemmbrett unter dem Arm, mit der Aufschrift „Kinderdorf Pestalozzi“.

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist eine jener Hilfsorganisationen, an denen man wenig falsch finden kann. Die Stiftung unterstützt weltweit Schulprojekte unter Extrembedingungen: in den von Jugend-Gangs dominierten Vierteln Zentralamerikas, Schulen in Äthiopien und Tansania, in Flüchtlingscamps in Myanmar, Laos und Thailand. Und für diese Arbeit brauchen sie, wie alle Hilfsorganisationen, Geld. Das sollte ich besorgen. Es gibt ein abfälliges Wort für Leute wie uns: Drückerkolonne…

An der ersten Tür verhaspelte ich mich schon bei meiner Einstiegsfrage: „Kennen Sie das Kinderdorf Pestalozzi?“ Die meisten Schweizer kennen die Organisation, und der Sinn der Frage war vor allem der, ein gutes Gefühl hervorzurufen, wenn sie gleich am Anfang einmal Ja sagen konnten. Die zweite und dritte Tür hatte man mir vor der Nase zugeschlagen, bevor ich mit meinem Sprüchlein überhaupt loslegen konnte, beim vierten Haus wartete ein riesiger schwarzer Hund hinter dem Gartenzaun, und ich entschied mich, es gar nicht zu riskieren. Nach vier Stunden hatte ich einen Sonnenbrand im Nacken, aber kein einziges neues „Mitglied“, wie die Dauerspender genannt werden, geworben…

Der Vortrag, den ich ungefähr 40-, 50-mal am Tag hielt, war sachlich, ich erzählte von Schulen in Äthiopien und Guatemala oder dem Schweizer Kinderdorf. Mein Wissen war nur Wikipedia-tief, aber das reichte meistens. Der Abschluss war clever, eigentlich eine kleine Frechheit: „Wir suchen noch Leute, die Lust haben mitzumachen. Darf ich Sie da aufschreiben?“

Mitmachen, per Dauerauftrag

Anfangs habe ich noch etwas von „regelmässiger Spende“ erzählt oder einfach gesagt, dass es natürlich um Geld gehe. Aber tatsächlich lief es sehr viel besser, wenn man die Wörter „Geld“, „Spende“ oder „Mitgliedschaft“ überhaupt nicht erwähnte.

Der Wettbewerb wird härter

Wir waren nicht beim Kinderdorf Pestalozzi angestellt, sondern bei der 1968 gegründeten Agentur Wesser und Partner. Die Firma ist eine der grösseren Spendenagenturen, die sich rühmt, bereits fünf Millionen Kunden im deutschsprachigen Raum gewonnen zu haben. Die Firma sucht unter anderem für das Rote Kreuz in der Schweiz und in Spanien sowie (Anmerkung des Blogbetreibers: …in Deutschland…) für den NABU – und wird dafür bezahlt, zum Teil mit Provisionen für geworbene Spenden. Wie hoch diese Provisionen sind, möchte Wesser nichts sagen. Sie sind zumindest hoch genug, um profitabel arbeiten zu können… Die Spender, die so gefunden werden, sind ganz explizit keine Einzelspender.

Firmen wie Wesser nehmen den Hilfsorganisationen so eine Aufgabe ab, die diese weder organisieren wollen noch können. Die Fluktuation ist hoch, die Arbeit hart und den eigenen Angestellten oder Freiwilligen kaum zuzumuten… Schon mit Bezahlung halten die meisten es nur ein paar Wochen aus.

Nur: Wieso machen die grossen Hilfsorganisationen das überhaupt? Wieso muss das sein, diese etwas übergriffige Fragen nach Spenden vor der Haustür oder in der Fussgängerzone?

…Und der Kampf ist härter geworden. Das älteste, bewährteste Mittel, der Spendenbrief, wirkt nicht mehr wie früher. Professor Michael Urselmann forscht an der Technischen Hochschule Köln. „1990 hatte man bei Briefen eine Erfolgsquote von sechs bis acht Prozent. Damals hat also fast jeder zehnte Brief einen neuen Spender gebracht. Heute bringt nicht mal jeder hundertste Brief eine Spende ein. Ein Neuspender hat damals 12,50 D-Mark gekostet. Heute sind es 70 Euro oder mehr. Es ist deshalb immer schwieriger geworden, Neuspender zu gewinnen“, sagt er…

An der Tür eines schönen Einfamilienhauses mit Hanglage und Panoramafenstern hatte ich zum ersten Mal Erfolg. Eine freundliche Frau Anfang 40, Mutter zweier Töchter, hatte mich hereingebeten. Die ganze Sache mit der Bildung in Äthiopien, besonders für Mädchen, fand sie wichtig. Sie beglückwünschte mich zu meinem tollen Engagement, und ich murmelte entschuldigend, dass ich dafür Geld bekomme. Dass ich nach drei Wochen fast 3000 Franken mit nach Hause nehmen würde, sagte ich ihr nicht. Sie spendete 120 Franken. Dafür hatte ich an mindestens 30 Türen klingeln müssen, war durchgeschwitzt, hungrig und wollte eigentlich nie wieder mit einem fremden Menschen über Schulbildung für Flüchtlinge in Laos oder Äthiopien reden.

Die Ablehnung, das ewige Nein macht auf die Dauer mürbe. Meistens kam es relativ zurückhaltend, als: „Nein, danke, kein Interesse.“ Manchmal wurde gepöbelt, manchmal mit der Polizei gedroht…

Je besser ich wurde, desto flüssiger gingen mir selbst die manipulativeren Teile des Gesprächs von den Lippen. Es gab zum Beispiel den Trick zu fragen: „Wieviel trauen Sie sich im Monat zu?“, obwohl die Spende einmal im Jahr abgebucht wurde. Die meisten sagten dann fünf oder zehn Franken im Monat, was sich schon weniger schlimm anhörte als 60 oder 120 Franken auf einmal. Es war ein Weg, höhere Beträge zu erzielen…

Ich geriet dabei in moralische Grauzonen. Einmal unterschrieb eine alleinerziehende Mutter, die mit ihren drei Kindern in einer kleinen Wohnung im dritten Stock eines ziemlich heruntergekommenen Wohnblocks wohnte. Sie gab 60 Franken, und als ich wieder auf der Strasse stand, fühlte ich mich miserabel, weil sie ja gar nicht wusste, wie das funktioniert: dass ein Teil der Spende als Provision an die Firma Wesser ging und davon wiederum ein Teil in meine Provision, mein ziemlich ordentlicher Verdienst von fast tausend Franken in der Woche. Und wie will man das auch erklären?… Dass kaum eine Hilfsorganisation diese Arbeit den eigenen Angestellten zumuten will?…

 

Spezialbeitrag: Die Rettung von Flüchtlingen durch NGOs als Paradebeispiel für schadenbringende „gute Tat“ (17.8.2017)

UK-NEWS: Neuer Beitrag aus England (Cambrigde), 16.8.2017: Stadtbewohner verlangen entschieden Spendesammelverbot („Calls made to ban aggressive chuggers“)

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) predigte in der evangelischen Maria-Magdalenen-Kirche in Templin. Foto: picture-alliance/ZB

„Pro“-Flüchtlingspolitik als Wiedergutmachung für Nazi-Zeit: Ist Pfarrerstochter Angela Merkel auch „Helfersyndrom gefährdet“?

 

Spezialbeitrag (siehe bspw. auch „Fragwürdige Kooperationen zwischen Non-Profit-Organisationen und Konzernen“): Gestern ist guter Beitrag des Migrationsexperten Beat Stauffer zu den Aktionen der NGOs zur Rettung von Migranten vor der libyschen Küste im Berner Bund mit dem Titel „Die ungewollte Wirkung guter Taten“ erschienen: „Der Hauptvorwurf lautet … Hilfsorganisationen … förderten die klandestine Emigration nach Europa und unterstützten damit … das Geschäft der skrupellosen Schlepperbanden … Ärzte ohne Grenzen wie auch andere Nichtregierungsorganisationen verwahren sich vehement gegen diesen Vorwurf und berufen sich auf ihre humanitäre Pflicht, das Leben gefährdeter Menschen zu retten.“ … Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie die komplexen Zusammenhänge der irregulären Migration nach Europa angemessen beurteilen … Denn an dieser Sogwirkung dieser Form von Seerettungen ist kaum zu zweifeln.“

Also zu diesem Thema muss ich auch meinen Senf abgeben. Wird doch hier eine „Hilfswerk-Krankheit“ angesprochen, über die ich mich auch nicht selten aufrege: „Das Helfer-Syndrom“, das übrigens auch bei Sozialarbeitern und -arbeiterinnen weite Verbreitung findet. Bei Hilfsorganisationen tätige Menschen, übrigens nachvollziehbar eher  politisch links orientiert sind (ich selbst bin parteilos, aber grundsätzlich politisch ebenfalls eher links ausgerichtet, allerdings mit dem von einem Freund übernommenen Motto „Politik ist nicht eine Frage der Farbe, sondern des Gewissens“), verwechseln Mitleid mit Mitgefühl. Zwischen den beiden gibt es nämlich einen subtilen, aber entscheidenden Unterschied: Eine mitleidende Person „leidet“ so mit den Hilfsbedürftigen „mit“, dass sie nicht mehr fähig ist, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen. Die mitfühlende Person hingegen spürt das Leid ebenfalls. Aber nicht so, dass es zu einem „Zwang“ wird, zu helfen. Denn unter Umständen kann helfen eben auch schaden. Aber um das zu erkennen, muss man klaren Kopf behalten und eben auch bereit sein, die Hilfe in Anbetracht komplexer Zusammenhänge und nicht selten sogar IM SINNE DES NOTLEIDENDEN(!) zu unterlassen.

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CH-Bundesrätin & „Merkel-Schwester“ Simonetta Sommaruga besucht MOAS, eine auf „Seenotrettungen“ spezialisierte(!) Hilfsorganisation

 

Ausserdem, wenn man genau hinschaut, geht es den Hilfswerken ja – gerade heute – gar nicht mehr gross um effiziente Hilfeleistung. Denn dann müssten Kosten-/Ertragsverhältnisse von Spendensammlungen in einem vernünftigen Mass sein. Der Grossteil des Spendengeldes fliesst inzwischen aber bekanntlich in eine Schattenwirtschaft wie eben die von der „Face-to-Face Fundraising“-Mafia. Ich habe ja geschrieben, dass heute bis zu 80% der Spenden an solche „Spendensammelfirmen“ gehen. Naja, inzwischen sollen es bei schlechter laufenden Aktionen sogar bis zu 95% sein (es gibt ja übrigens auch einen Grund, warum in den letzten zwei Jahren in England plus/minus 10 Fundraisingfirmen dieser Art in Konkurs gegangen sind – es hat sich für die mit ihnen zusammenarbeitenden NGOs nämlich schlichtweg nicht mehr gelohnt)!

Und: Wenn man, wie gesagt genau hinschaut, geht es heutigen Non-Profit-Organisationen nicht selten sogar gar nicht mehr ums helfen, sondern um Prestige, Jobsicherung und nicht zuletzt natürlich auch hohe Löhne. 

Abschliessend möchte ich wieder mal auf die witzigen Bewegungen der meistaufgerufenen kritischen Beiträge über die Corris AG auf Google hinweisen. Immer wenn meine Website viele Male angeklickt ist worden und aufsteigt, ist sie am nächsten Tag wieder an derselben Stelle wie vor dem Anklick-Sturm – Grüessli a’d „Klicker vo Corris“. 😉

Caritas-CH von Kundenliste der Spendenfirma „Corris“ verschwunden – weltweiter Kollaps des Sammelsystems in Reichweite? (8.8.2017)

Katholisches Medienzentrum: Odilo Noti zum Präsidenten gewählt

Weltweit verstricktester Mann im Skandal um „Face-to-Face Fundraisingfirmen“: Caritas Schweiz-Fundraisingchef Odilo Noti

Und natürlich: Es ist zwar löblich, dass die Caritas nun nicht mehr bei Corris ist. Das tut aber nichts zur Sache, dass der Hauptinteressenvertreter der Schweizerischen Hilfswerkspendensammelnden (Noti) ja nach wie vor mit der Hilfswerkkontrollstellenchefin (Ziegerer) liiert ist. Und das ist schlicht nicht akzeptabel. Denn damit ist Noti auch weiterhin unter Druck, dass Sammelsystem zu verteidigen – obwohl er selbst gar nicht dahinter stehen kann(!). Einst gab er nämlich folgendes zu Protokoll: „Mit dieser Art Werbung werden die Spender unter Druck gesetzt. Langfristig ist das kontraproduktiv.“ Und natürlich ist auch seine Frau unter demselben Druck: So gab es auch von der Zewo eine mehr als kuriose 180°-Wende in der Angelegenheit. Denn vor der Ziegerer-Zeit bezeichnete die Zewo die Mitgliederwerbung mit Face-to-Face Fundraisingagenturen à la Corris noch als einen „Witz“. Wenn heute von der Kontrollstelle mal vorsichtige Kritik zum Sammelsystem geäussert wird, ist das schon ein halbes Weltwunder. Von „inakzeptabel“ keine Spur mehr.

Zeitenwende

Prophezeiung des Blogbetreibers: Die dringende Reform des Non-Profit-Sektors wird erst nach dem Zusammenbruch des „Corris“-Sammelsystems in Angriff genommen werden. Dazu benötigt es auch den Zusammenbruch der „Corris“-Hilfswerke (denn das sind die mit der grössten und schlimmsten Lobby). Aber der wird auch stattfinden. Und Achtung: Zewo-Geschäftsführerin Ziegerer ist im Fall auch Präsidentin des ICFO (International Committee on Fundraising Organizations), einem internationalen Zusammenschluss von Hilfsorganisationskontrollstellen wie der Zewo (Dachverband). Wenn die Corris-Hilfswerke fallen, fällt unweigerlich auch die Zewo. Und dann fällt auch das ICFO. Das Ganze wird also auch internationale Folgen haben. Fazit: Mit der Beendigung der Zusammenarbeit von Caritas Schweiz mit der Spendensammelfirma Corris ist ein entscheidendes Ereignis beim Zusammenbruch des Sammelsystems WELTWEIT passiert. Erstens weil nun die verfilzteste, d.h. hauptverantwortlichste Person im Face-to-Face Fundraisingskandal, der das System – zwar gegen den eigenen Willen, aber eben trotzdem – gestützt hat (und dessen Frau ihm dabei durch Nichtintervention sowohl im nationalen als auch internationalen Kontrollbereich gefolgt ist), einschneidend geschwächt wurde.  Und zweitens die Schweizer NGO-Lobby (der „Corris“-Hilfswerke) folglich auch nicht mehr genügend stark war, diese Person in ihrem Sinne zu beeinflussen.

 

DE – Verhasste Spendensammlungen: Weitere Stadt beschleunigt Zusammenbruch des Sammelsystems mit Teilverbot & Ultimatum (2.8.2017)

 Spendensammelnde sprechen oft illegal ausserhalb der Sammelstände an

Der nächste Dominostein ist gefallen: Das deutsche Göttingen hat öffentlich verlauten lassen, dass es Strassen-Spendensammlungen eingeschränkt hat. UND EINE ZUSÄTZLICHE WARNUNG AUSGEPROCHEN: „Wird wieder gegen die Auflagen verstossen, gibt’s ein Bussgeldverfahren und künftig KEINE PLATZVERGABE mehr. Das hat nichts mit dem guten Zweck zu tun, für den geworben wird, sondern mit respektvollem Verhalten.“ Ein Ansprechen und Aufhalten von Personen außerhalb des Standes wäre nämlich untersagt. Denn wer sich informieren oder engagieren wolle, gehe ja von selbst zum Stand.

 

Und noch ein letztes Mal die Liste mit den informativsten neueren Beiträgen/Posts von mir zum Thema:

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

 

Warum jedermann- und -frau, die sich über Spendensammlungen vor Haustür/auf der Strasse aufregt, Strafanzeige machen müsste (26.7.2017)

Vermeintlicher Spendensammler des „Arbeiter-Samariter-Bundes“

Wieviele Bürger und Bürgerinnen nerven sich eigentlich inzwischen über die Nonstop-Spendesammelaktionen auf der Strasse/vor ihrer Haustüre? Und vor allem: Wieviele sind den aufdringlichen Wohltätigkeits-Räubern und -Räuberinnen eigentlich schon auf den Leim gegangen? Trotzdem bleiben die Behörden in den meisten Fällen passiv. Es bleibt also nichts anderes übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen. Nur wie geht man am besten dabei vor? Vielen Menschen ist nicht klar, dass – obwohl von mir und auch schon von anderen Medien zigmal erwähnt – solche Spendenkampagnen rechtlich auf mehr als wackligen Beinen stehen. Wobei hier ausdrücklich diejenigen gemeint sind, die von Sammelfirmen (Fundraisingagenturen) im Namen der Hilfsorganisationen (z.B. Rotes Kreuz, der WWF in Deutschland und der Schweiz, der Arbeiter-Samariter-Bund in Deutschland, die Caritas in der Schweiz, und so weiter und so fort) durchgeführt werden. Das ist aber bei den meisten Aktionen auf der Strasse/vor Haustüren der Fall! Das (rechtliche) Problem: Bei den Aktionen wird der Eindruck erweckt, als würden sie von den Hilfsorganisationen selbst durchgeführt. Dabei sind es ja eben Sammelfirmen,  denen es gar nicht um den guten Zweck geht, sondern im Gegenteil nicht nur um Aufwanddeckung, bwz. einfache Löhne, sondern zusätzlich um mit Spendengeld bezahlten Profit. Aus irgendeinem Grund heisst es nun aber bekanntlich „Non-Profit-Sektor“; da Gewinn sich im gemeinnützigen Bereich nicht rechtfertigen lässt. Die Agenturen verrechnen sich also ungerechtfertigterweise Überschüsse, bzw. eben „Gewinn“ für die eigene Tasche – der ja vor allem an das Management und vor allem die Besitzer und Besitzerinnen ausgezahlt werden wird. So ist der Oberboss von „Appco“, der neben den „DialogDirect“-Netzwerken grössten Face to Face-Fundraisingagentur der Welt, z.B. Milliardär geworden – mit Spendengeld, wie gesagt.

Als Angesprochene/r wird man demzufolge irregeführt, was letztendlich zur Mitgliedschaft führt. Es hat sich nämlich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Mehrzahl der Leute gar nicht mitmachen würde, wenn diese zuvor korrekt über das Arbeitsverhältnis, bzw. die Tatsache, dass hier eben kommerzielle Werbefirmen am Werk sind, informiert worden wären. Da es sich in diesem Sinn mutmasslich um „arglistige Täuschung“ handelt, welche zu den Betrugsformen zählt, kann jedermann und -frau KOSTENLOS Strafanzeige bei örtlicher Polizei oder Staatsanwaltschaft einreichen (teilweise geht das sogar übers Internet mittels „E-Governing“), und zwar wie gesagt wegen „Betrugs“ aufgrund „arglistiger Täuschung“.

 

 

Neuer Youtube-Knaller: „Spendensammler – Ich hasse euch!“ (20.7.2017)

Da hat auch jemand, der inzwischen „im roten Bereich dreht“ bzgl. nervtötender SpendensammlerInnen, ein Video auf Youtube hochgeladen:

 

Hier übrigens nochmal die Liste mit den informativsten neueren Beiträgen/Posts von mir zum Thema:

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Verhasste Strassenspendensammlungen: Eine Grossstadt mehr greift mit Verbot durch, da Politik auf Nationalebene unfähig dazu ist (18.7.2017)

Unicef Fundraiser talking to people on street

„Unicef? Nein, danke.“

Ein Verbot mehr einer grösseren Stadt. Diesmal ist’s das belgische „Ostende“, welches sich entschieden hat, 2018 keine Standbewilligungen für Spendensammelaktionen auf der Strasse mehr zu vergeben (zur Situation in Belgien, siehe bspw. Post vom Februar). Es ist offensichtlich: Stadtverantwortliche brauchen, da sie von der internationalen Zusammenbruchstendenz dieser Anwerbemethode profitieren, immer weniger Mut, solche Verbote durchzusetzen. Natürlich geht’s aber auch hier nicht ohne läppischen Kommentar eines Hilfswerkvertreters. So reagiert Unicef-Doofmannsprecher Philippe Henon enttäuscht: „Leider ist es aber so, dass die aktive Spendenwerbung auf der Strasse am meisten bringt.“ Bringen tut es langfristig vor allem ein zerstörerisches Image. Aber Hilfswerkverantwortliche sind ja bekanntlich nicht fähig, langfristig zu denken – selbst dann nicht, wenn die lange Frist bereits begonnen hat. Und ausgerechnet Unicef erdreistet sich eine Motzerei; das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Dabei ist Unicef damit doch mitverantwortlich dafür, dass viele hochrangige Politiker und Politikerinnen nichts unternehmen gegen den Sammelnonsens, da die Politik – gerade auf Nationalebene – doch unzweifelhaft durch die UNO tangiert wird, bzw. nicht mehr wirklich unabhängig reagieren kann. Es sei ausserdem in Erinnerung gerufen: Unicef ist selbst auch schon mehrmals in die Schlagzeilen durch die Zusammenarbeit mit Face-to-Face Fundraisingagenturen gekommen. Besonders der erst Ende letzten Jahres in England vorgefallene Skandal sei in Erinnerung gerufen, wo Unicef mit einer Sammelfirma kooperierte, welche Schwerkriminelle angestellt hatte (Post vom 24.11.2016) – was übrigens generell immer wieder vorkommt.

 

Hier übrigens noch eine Liste mit den besten aktuelleren Posts und Beiträgen (natürlich gleich verlinkt):

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

 

 

 

 

Skandal um kommerzielle Haustür- und Strassenspendensammlungen: Situation in Australien eskaliert!!! (4.7.2017)

GRÖSSTE SPENDENSAMMELFIRMA DER WELT GEHT GERICHTLICH GEGEN GROSSE, KRITISCHE MEDIEN VOR!

„Appco“-Oberboss: Der Milliardär Chris Niarchos

 

Die Situation um kommerzielle Haustür- und Strassenspendensammlungen eskaliert komplett. Die grösste Fundraisingagentur der Welt; Appco, deren Besitzer sogar Milliardär ist (siehe Post vom 24.10.2016), hat in Australien gerichtliche Massnahmen gegen eine der wichtigsten australischen Rundfunkgesellschaften „Seven Network“ begonnen. „Seven Network“ hat sich – im Gegensatz zu den deutschsprachigen Medien, die sich von der Riesen-Hilfsorganisationslobby unter Druck setzen lassen, d.h. falsch (siehe bspw. Sternbeitrag vom Mai 2017) oder überhaupt nicht mehr über solche Sammlungen berichten – nicht gescheut, Appco abermals (wie schon der australische TV-Sender ABC – siehe Post vom 25.10.2017) hart zu kritisieren. So hat Seven’s „Sunday Night“ beispielsweise aufgedeckt, dass Appco in nur zwei Jahren um die 100 Millionen australische Dollar (rund 67 Millionen Euro oder 73 Millionen Franken) von Hilfsorganisationen für Spendenaktionen eingenommen hat.

Appco war in Australien bereits 2014 in einen Riesenskandal verwickelt, als herauskam, dass die Agentur, die damals für die Special Olympics sammelte, zwar 12.2 Millionen australische Dollar eingenommen hatte, die Ausgaben für die Aktion aber letztendlich auf 11.7 Millionen kamen – natürlich Witz-Verhältnis.

Natürlich bestreitet Appco alles. Beispielsweise sagt Appco, dass das Geld von separaten Marketingkonten der Hilfsorganisationen komme, und nicht direkt von den Spenden abgezogen wird. Das ist selbstverständlich ein jämmerliches „Trickargument“. Denn es ist doch völlig egal, ob jetzt die Hilfsorganisationen die Aktionen „indirekt“ mit Spendengeld aus ihren Kassen bezahlen oder ob das Geld „direkt“ von den während der Aktionen gewonnenen Spendeneinnahmen abgezogen wird! Tatsache ist, dass die Kosten für die Aktionen im Vergleich zu den Spendeneinnahmen INZWISCHEN so hoch sind, dass sich die Aktionen kaum mehr rentieren (siehe dazu das Interview mit mir als Experten in der österreichischen KirchenZeitung vom März 2017). Und natürlich werden wieder 20 Jahre alte Zahlen vorgeschoben, als das System wirtschaftlich noch rentiert hat (ethisch hat es sich ja von Anfang an nicht rechtfertigen lassen).

Man sieht wieder mal, die Agenturen versuchen mit Hilfe der NGO-Lobby alles, um das System am leben zu halten, und scheuen auch nicht davor zurück, die Medien selbst unter Druck zu setzen, was ich ich übrigens schon selbst erfahren habe mit meinem Beitrag für das Zürcher Magazin „Die Perspektive“ – der inzwischen nur noch in aktualisierterer Form auf dieser Website abrufbar ist. Von Corris habe ich übrigens mittlerweile auch eine Strafanzeige am Hals – was mir allerdings dermassen am Arsch vorbeigeht, dass ich das nicht mal wahrnehme. Das ist ein völlig nutzloses, letztes Aufbäumen, welches die Sache für die Agenturen als auch für die Hilfswerke nur noch schlimmer macht.

Three years on the street fighting against chuggers (July 2017)

Deutsche Version HIER (german version HERE)

 

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Me today

Me five years ago

 

„First, sorry for my English. It is not my mother tongue. I am Swiss and I live in Switzerland.

I’ve worked for two non-profit-organizations for some time. But at some point I quit because I couldn’t stand it anymore that so many of them cooperate with fundraising-companies like „Corris“ in Switzerland or „DialogDirect“ in Austria. Those guys are at every corner now: DialogDirect (street fundraising) and the german firm „Wesser“ (door-to-door fundraising) expanded this system to all over the world and after that other agencies copied it. It’s a scandal. As less and less people are willing to donate, today, on average the full donation-fees of the first two to three years go to the agencies. The system is no longer worth, up to 95% of the donations are lost, it’s just ridiculous. And of course, most of the non-profit-organizations don’t admit this fact! What my solution would be? First, the organizations should hire and train their own staff to do the fundraising and on the other hand there should generally be less non-profit-organizations (and of course much less campaigns like that). I’ve been running this blog against the cooperation between charities and commercial fundraising agencies since a while now. What I do apart from running that blog and advocating for a change? That’s my main purpose in life – I’ve been living on the street for the last 3 years because of that. I want a full ban of this cooperation!

Without doubt, this cooperation is the worst of all the „modern“ fundraising methods in the charity sector.

Here – from human to human – a bond of trust between charity and donor is pretended. It is just pretended, because it simply doesn’t exist. Very often, the chugger (charity mugger) is not from the charity. He or she is, as I said, an employee of a commercial firm, whose goal is not the good cause, but making profit. That means, these firms are not satisfied with having their expenses covered and their fix salaries paid. In addition, they want profit – altough their activity is taking place in the NON-profit-sector (they use the good cause just as a „sales argument“). In the end, they are acting interested/selfishly. The problem: The idea of NON-profit, which is the ethical fundament of every charitable activity, means the opposite: It is not about me, it’s about the other; the one, who is in need. In short: These firms are making profit with non-profit, which is a complete contradiction. Now, of course, certain cooperations between non-profit-organizations (NPO) and profit-organizations are possible, like for example working with a printer: A printer just prints. In terms of content, printing is not a significant activity in the charity sector. Whereas here, it’s about the act of giving, which is prinicipally, like the charitable activity itself, DISINTERESTED or UNSELFISH. So, every donor feels a natural aversion, if the one, who is initiating the wish to donate, comes from an institution, that looks for profit. And now we are back at the beginning: To avoid this aversion, the chugger HAS to pretend to be a charity worker (or even a charity volunteer) – which is dishonest, of course. In other words: This system doesn’t work AT ALL. In the long run, the involved charities are loosing all credibility – FOR SURE. It is literally SUICIDAL for them. And: WE ARE ALREADY IN THE LONG RUN!!!“

And here is my new list of important articles from English-speaking countries about chuggers:

Australia, 22 October 2016: The Sidney Morning Herald: Former chuggers join class action against Appco alleging underpayment of wages (class action against biggest chugging firm in the world)

New Zealand, 30 May 2016: New Zealand Herold: Chuggers legislation to be withdrawn (legislation that would make people collecting donations, signatures or other support disclose whether they are being paid will be withdrawn – despite cross-party support)

Ireland, 18 October 2015: Irish Mail on Sunday: Charity mugger’s dirty tricks (undercover story)

United States of America, 22 July 2009: KBKW: Washington attorney general dings DialogueDirect for deceptive donation tactics (american state enforces rules for anyone who wants to raise money for charity)

Canada, 15 July 2007: The Toronto Star: Charities admit fundraising mess (two prominent Canadian charities – admit to using the discredited fundraising technique)

United Kingdom, 5 July 2002: BBC: Confessions of a street fundraiser (expression „chugger“ first time used)

 

Greetz from Switzerland

Kevin

 

Würdest du bei Spendenaktion vor Haustür/auf der Strasse mitmachen, wenn „Sammelfirma“ den Grossteil der Spende quasi selbst einsackt?

Bildergebnis für spendensammler strasse

Spendenaktion der Corris AG für Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“

 

Ich habe jetzt ja schon etwa drei Bücher voll mit Kritik zur Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen wie z.B. dem Roten Kreuz oder Vier Pfoten mit Spendensammelfirmen (Fundraisingagenturen) geschrieben. Leider ist die Kritik immer noch nicht ganz überall angekommen. Deshalb jetzt einfach mal einfach, einfacher, am einfachsten: 

 

Würdest DU bei einer solchen Sammelaktion mitmachen (also z.B. in der Schweiz bei einer Organisation, die dir grundsätzlich gefällt, aber die Sammelaktionen der Spendenfirma „Corris“ übergeben hat)? Ich meine jetzt, wo du weisst, dass dann Corris 850 Franken pro Tag für diejenige Person, die dich auf der Strasse „überzeugt“ hat mitzumachen (natürlich ohne zu sagen, dass sie von Corris ist), einsackt? Und du quasi die ersten 2-3 Jahresspenden an Corris gibst (Anmerkung: Die meisten Menschen bleiben übrigens NICHT MAL SO LANGE beim Hilfswerk.)?

Also ich würde jedenfalls sicher nicht mitmachen.

Würdest du deinen Liebsten (also vielleicht Familienmitgliedern, allerbesten Freunden/Freundinnen, usw.), welche gerade auf der Strasse eine Mitgliedschaft unterzeichnen wollen, davon abraten?

Ich? Ja.

Würdest du grundsätzlich andere Menschen in der gleichen Situation auch davon abraten?

Ich? Ja.

Was folgert sich daraus?

 

 

 

 

 

Persönliche Nachricht des Betreibers dieses Aufklärungs-Blogs an die Leserschaft (16. Juni 2017)

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Ich heute

Ich vor fünf Jahren

 

DREI JAHRE AUF DER STRASSE FÜR KAMPF GEGEN WOHLTÄTIGKEITS-STRASSENRÄUBER

Updated 18.6.2017

Heute habe ich mich zu einem Outing entschieden. Dies, weil ich erst gerade in Zürich von einer sehr netten jungen Frau angesprochen wurde, die Leute im Internet porträtiert (kann ich empfehlen, mal anzuschauen). Sie war so herzlich, spontan und offen – was im Übrigen Zürich nur gut tun kann – dass ich einfach ehrlich Auskunft gab (das Resultat sieht man HIER). Wie die Leserschaft dieser Internet-Aufklärungskampagne ja mehr als genügend mitbekommen hat, engagiere ich mich seit Jahren mit absoluter Überzeugung für einen Stop der inakzeptablen Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen & Spendensammelfirmen (Strassen- & Haustürsammlungen), was quasi einem 100%-Job gleichkommt. Was ich allerdings nie geschrieben habe: Ich lebe dafür seit drei Jahren auf der Strasse. Genauer gesagt sind es aktuell zwei Jahre am Stück, und davor zwei Phasen à 6 Monate. Zwei Jahre und 9 Monate dieser drei Jahre habe ich mich ohne auch nur einen Cent, bzw. einen Rappen durchgeschlagen (auch aktuell bin ich komplett mittellos). Dazwischen waren jeweils mehrere Monate Unterbruch, da ich beim einen Mal überraschend (in dieser Phase gleich aufgebrauchtes) Geld aus einer Erbschaft in kleinerer Grösse erhalten habe, und mich beim zweiten Mal wieder ins Arbeitsleben einklinken wollte (und dafür bereits mit einem Praktikum begonnen hatte). Ich ging damals nämlich davon aus, es sei genügend Aufklärungsarbeit geleistet worden, so dass ein Stop der Zusammenarbeit unmittelbar erfolgen würde. Das hat sich leider als Falschannahme herausgestellt. Ich habe während meiner immernoch andauernden Zeit auf der Strasse also weder Sozialhilfe beansprucht noch gebettelt. Ich wollte, wenn ich schon ein solches Projekt durchziehe, obwohl ich eigentlich arbeiten könnte, dem Staat erstens nicht auf der Tasche liegen. Und zweitens konnte ich so abtauchen, um mich vor den Spendenmafiafirmen und auch den Hilfswerken zu schützen. Dass das nötig ist, zeigt der Fall der privaten, deutschen Hilfsorganisationskontrollstelle Charitywatch von Stefan Loipfinger. Loipfinger hatte sich nicht gescheut, harte Kritik am heutigen Non-Profit-Sektor zu äussern – wobei diese natürlich auch kommerzielle Face-to-Face Sammlungen umfasst (siehe NDR-Beitrag von 2012). In der Folge wurde er dermassen persönlich bedroht, dass er Charitywatch schliesslich einstellen musste (siehe Beitrag des Tagesspiegels).

Siehe auch „Ketzerpodcast“-Beitrag zu meinem Projekt & Outing

Kommerzieller Spendensammelnonsens vor Haustüren/auf Strassen (Rotes Kreuz, WWF, usw.): News aus englischsprachigen Ländern – Juni 2017/2

WELTWEITER KOLLAPS „IN RATEN“ DES NGO-SEKTORS: ENGLISCHSPRACHIGE LÄNDER PRESCHEN VOR 

By approaching people and pressuring them to share their details, charities may be breaking the law

Englische „chuggers“ im Doppelpack

 

Der in erster Linie durch Spendensammelfirmen ausgelöste Kollaps im weltweiten Non-Profit-Sektor hat eine neue Stufe erreicht. Die Ereignisse, vor allem auf den britischen Inseln und in Australien, wo die Strassen- und Haustür-„Fundraiser“ am verhasstesten sind, überschlagen sich erneut. Lord Grade, Chef der neuen Hilfsorganisationskontrollstelle „The Fundraising Regulator“ (die alten haben sich als unfähig erwiesen), wie der Name schon sagt spezialisiert auf Missbräuche im Spendenwesen, hat Spendensammelnde in der englischen Times vom 9. Juni 2017 als „Schurken & Cowboys“ bezeichnet. In Irland wiederum geht die Heuchelei der Non-Profit-Organisationen vorläufig weiter: Dominic Mac Sorley, Boss des irischen Hilfswerks „Concern“ hat Ende Mai im „Newstalk“ die „chuggers“ (von „charity“=Wohltätigkeit und „mugger“=Strassenräuber) verteidigt. Doch die irischen Medien lassen sich nicht mehr ins Bockshorn jagen (im Gegensatz zu vielen mit dem Non-Profit-Sektor verbandelten Medien im deutschsprachigen Raum, welche bewusst nicht mehr über Hausierende und Wegelagerer schreiben oder die beschönigten Hilfswerk-Versionen übernehmen – spannenderweise sind die deutschsprachigen Länder ja auch hauptverantwortlich für die irre Zusammenarbeit mit Face-to-Face Fundraisingagenturen – siehe Anfang von Post vom 1.10.2016). Denn „Concern“ ist auch eine der wohltätigen Organisationen, welche am meisten irische Staatsgelder bekommt, letztens 147 Millionen Euro im Jahr. Auf was der Newstalk hinweisen will: Der „Concern“-Chef getraut sich nur die „chuggers“ zu verteidigen, weil seine NGO vom Staat hofiert wird, d.h. bestens mit ihm vernetzt ist und nicht so schnell politische Sanktionen fürchten muss (siehe dazu auch taz-Beitrag über irisches Spendensammelwesen vom 19.12.2016). Wobei das in den deutschsprachigen Ländern freilich nicht anders ist.

Die krassesten Medienbeiträge – gleich drei an der Zahl (2 x vom 9. Juni, 1 x vom 11. Juni) – kommen aber von der AUSTRALISCHEN „Couriermail“. So nennt die Zeitung auch in Australien mal die Dinge beim Namen: „These so-called chuggers may be damaging the Reputation of Australia’s charities.“ Die Wohltätigkeits-Räuberei schädigt also laut Couriermail die Reputation des GANZEN australischen Non-Profit-Sektors, wie wahr! Wobei das natürlich ebenfalls weltweit gilt. Weitere krasse Aufdeckung: Es gibt vereinzelte australische Hilfsorganisationen, die inzwischen mehr Gelder in Spendensammelaktionen (im Folgejahr) investieren, als sie aktuell Spendergeld erhalten!!! Für den australischen Bundesstaat „Queensland“ gilt generell festzuhalten, dass 40 Prozent der grössten Hilfswerke fast die Hälfte der eingenommenen Spendergelder gleich wieder in neue Sammelaktionen reinvestieren! Fundraisingkosten von 70 oder 80 Prozent sind heute keine Seltenheit mehr (d.h. von einem gegebenen Spendereuro bzw. -franken fliessen nur noch 20 bis 30 Cent bzw. Rappen in Hilfsprojekte, der „Rest“ muss für unsinnige Fundraisingaktionen hinhalten). Dies natürlich, weil die Leute nicht mehr zu spenden gewillt sind (eben bspw. aufgrund von Ärger über penetrante Strassenspendensammlungen), d.h. das Missverhältnis zwischen Kosten und Ertrag wird immer grösser. Ein Teufelskreis. Und schliesslich wirft die Couriermail die Frage auf, ob der Hilfswerksektor i.d.S. nicht auch einfach zu gross geworden sei, und belegt das auch: Viel zu viele Organisationen bieten nämlich die gleichen oder ähnliche Dienstleistungen an (Behindertenhilfe, Alterspflege, humanitäre Zwecke, Krebsforschung, psychische Krankheiten). Fusionen drängen sich geradezu auf, meint die Couriermail, was ja eben vor allem der verschärfte Wettbewerb zwischen Wohltätigkeits-Strassenräubern überdeutlich aufzeige (der die Spenderschwundproblematik genau genommen nur noch verschärft, da die zwangsläufig immer aggressiver auftretenden Sammelnden die Leute nur noch mehr verprellen).

Ich will ja nicht bluffen, aber sorry: Über alles, was jetzt gross in den englischsprachigen Medien steht, habe ich schon berichtet in der Vergangenheit. Zu grosser Non-Profit-Sektor? Höre Beitrag mit mir als Experte bei Radio RaBe von 2013. Kommerzielle Spendensammelnde beschädigen Reputation des GESAMTEN NPO-Sektors? Erst gemachte Recherche. Bis zu 80 Prozent der Spendergelder gehen an Agenturen? Berechnung von letztem Jahr. Problematik von mit Staat verbandelten Hilfswerken? Siehe bspw. meinen Beitrag zur Schweizer Entwicklungshilfeorganisation „Helvetas“.

PS: OU, DAS WICHTIGSTE HABE ICH JA FAST VERGESSEN. WEIL MAN DIE HOHEN FUNDRAISINGKOSTEN UND GENERELL DAS FACE-TO-FACE FUNDRAISING DEN LEUTEN NICHT MEHR RÜBERBRINGEN KANN, OHNE DABEI AN VERSTÄNDNIS ZU VERLIEREN, WIRD SELBSTVERSTÄNDLICH GELOGEN, DASS SICH DIE BALKEN BIEGEN – GERADE IN DEN DEUTSCHSPRACHIGEN LÄNDERN. EXTREMSTE BEISPIELE: DEUTSCHE „WAZ“ VON LETZTEM DEZEMBER – WIEDER MIT BLOGBETREIBER ALS EXPERTE, WO WORLD VISION(: MIT STRASSENDRÜCKERN SEIEN DIE VERKAUFSZAHLEN GAR NICHT RÜCKLÄUFIG) UND WWF(: 12 PROZENT DER SPENDENEINNAHMEN BEI STRASSENSAMMELAKTIONEN GINGEN AN DIE FUNDRAISINGFIRMEN, IM „STERN“ WIEDERHOLT) KRASSESTE FALSCHAUSSAGEN MACHEN (KRASSE FALSCHAUSSAGEN IN DER SCHWEIZ: HELVETAS IM KASSENSTURZ, IN ÖSTERREICH: HAUPTVERANTWORTLICHE EX-GREENPEACEFUNDRAISERIN IN FUNDRAISING-FACHMAGAZIN).

ALLE WISSEN UM DEN ABGASSKANDAL BEI VW IN DEUTSCHLAND. NUR WENIGE WISSEN UM DEN (FACE-TO-FACE-)SPENDENSKANDAL IM HILFSORGANISBEREICH, WO EHRLICHKEIT „EIGENTLICH“ EINEN VIEL GRÖSSEREN STELLENWERT HÄTTE. WELCHES IST EIGENTLICH DER GRÖSSERE SKANDAL (RHETORISCHE FRAGE)?

 

 

 

 

„Konzern der Menschlichkeit: Die Geschäfte des Roten Kreuzes“-Buchauszug über kommerzielle Spendensammlungen („Drückerkolonnen“)

Juni 2017/1

HAUPTSEITE     –     DIE WICHTIGSTEN BEITRÄGE

+++News+++ Lese-Tipp des Autors (mal was „aus dem Bauch“ Herausgeschriebenes): Campusmagazin „mediazine“, 1. Juni 2017: Dialoger – Die Rattenfänger der Gemeinnützigkeit +++News+++

Konzern der Menschlichkeit: Die Geschäfte des Deutschen Roten Kreuzes. Müller-We

 

Spätestens seit der Jahrtausendwende, bzw. zwischen 1999 und 2000, hätte ALLEN Hilfsorganisationsmitarbeitenden in Deutschland und mindestens allen Hilfsorganisationsverantwortlichen in der Schweiz und in Österreich GLASKLAR sein müssen, dass die Zusammenarbeit von Non-Profit-Organisationen mit kommerziellen „Face-to-Face“-Spendensammelfirmen langfristig in einer Katastrophe enden würde. Damals hatte das Buch Drücker in Uniform eine regelrechte Atombombe in Deutschland ausgelöst mit zahlreichen Folgebeiträgen in relevanten Medien (z.B. „Die dreisten Samariter“ im Stern). Allen deutschen Rotes Kreuz-Mitarbeitenden und -Verantwortlichen in CH & AU – wobei das Rote Kreuz die 1. Organisation gewesen ist, die auf Haustür-Fundraisingagenturen gesetzt hatte (1995 wurde das System dann auf die Strasse adaptiert) – hätte dies aber schon 15 Jahre vor der Jahrtausendwende klar sein müssen! 1984 ist nämlich bereits ein Buch von Gerhard Müller-Werthmann erschienen, dass auch schon für ziemlich Stunk gesorgt hat.

Heute liegt im NPO-Sektor sogar nicht nur eine Katatrophe, sondern ein Super GAU in der Luft. Dies, weil die NPOs die zahlreichen Kritiken während all der Jahre nicht nur ignoriert, sondern ihr ganzes Netzwerk aktiviert haben, um (selbstverständlich vergeblich) eine öffentliche Akzeptanz von Hilfswerk-Drückerkolonnen herbeizuführen, Stichwort „Lobbying“. So wusste „Der Spiegel“ zehn Jahre nach Erscheinung des 1. Buches bswp. im Zusammenhang mit der NPO-Kontrollstelle DZI und dessen Spenden-Siegel Folgendes zu berichten: „Das DRK (Deutsches Rotes Kreuz) gehört zum Trägerkreis des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI), einer Art Spenden-TÜV … Vor allem die grossen Organisationen wehrten sich jahrelang gegen das Spenden-Siegel. Zwar unterschrieben die Wohltätigkeitsmultis schliesslich 1991 die DZI-Richtlinien. Doch sie versuchen seither, die Kriterien zu verwässern. So sorgten sie im Dezember (1993) dafür, dass unseriöse Haustürwerbung durch bezahlte Drückerkolonnen in den Leitlinien nicht mehr grundsätzlich geächtet werden soll.“ Die Schweizer Kontrollstelle „Zewo“ ist im Übrigen noch der grössere Witz: Der Mann der Zewo-Chefin ist in der Geschäftsleitung der Schweizer Sektion der Caritas, die Face-to-Face Sammlungen von der berüchtigten Corris AG durchführen lässt. Und hinter dem „Österreichischen Spendengütesiegel“ wiederum steht unter anderem der Fundraising Verband Austria. Dort im Vorstand: Ein gewisser Robert Buchhaus, eine der Hauptfiguren von DialogDirect, der 1. und berüchtigsten „Street Fundraising“-Agentur weltweit, der auch heute noch mit seiner ganz eigenen Agentur „Face2Face Fundraising“ die Nerven der Leute in Österreich und Deutschland strapaziert…   

 

KONZERN DER MENSCHLICHKEIT: DIE GESCHÄFTE DES ROTEN KREUZES

(von Gerhard Müller-Werthmann)

Vorwort des Autors
Es ist einfach, über das Rote Kreuz zu berichten.
Es ist einfach, von guten Taten zu erzählen.
Es ist willkommen, wenn zudem Spendenaufrufe veröffentlicht werden. Und es lässt sich in der Tat viel Schönes berichten über eine der grössten deutschen Hilfsorganisationen mit langer Geschichte.
Es ist sehr schwierig, über das Rote Kreuz zu berichten, wenn man sein Interesse auf die andere, die nüchterne Seite des humanitären Alltags lenkt. Wie lässt sich das vereinbaren? Nächstenliebe und Geschäft?
Wenn in diesem Buch von „Geschäften“ gesprochen wird, meint dies nicht als Unterstellung die Gewinn- oder Profitsucht des Vereins oder seiner Funktionäre.
Der „Konzern der Menschlichkeit“ ist heute ein sozialer Dienstleistungsbetrieb, der sich auf einem Markt bewegt, der Milliarden-Umsätze meldet. Und es gelten die Marktgesetze. Da gibt es knallharte Konkurrenz und Kalkulationen.
Es ist einfach, über das Rote Kreuz zu berichten, wenn man diese geschäftliche Seite einfach ausblendet. Dies ist oft genug geschehen. Die Literatur über das Rote Kreuz beschränkt sich auf positiv-verklärte Beschreibungen von der Front der Menschlichkeit und über die Nächstenliebe in dieser Welt.
Wenn man so will, sorgt dieses Buch für die Ausgewogenheit der Informationen. Es ist ein einseitiges Buch, mit dem bewusst ein Tabu gebrochen werden soll. Über den Apparat, über das Management wird gesprochen, ebenso wie über die Frage der Abrechnung von sozialer Arbeit heute.
Im perfekt verwalteten Apparat des Deutschen Roten Kreuzes selbst aber weiss man um die Konflikte und die Probleme, die sich aus der Entwicklung vom Hilfsverein zum Wohlfahrtskonzern ergeben haben.
Von den Inhalten sozialer Arbeit ist kaum noch die Rede, von der Verwaltung der Not und ihrer Finanzierung umso mehr. Während die grossen Wohlfahrtsverbände immer dann, wenn es um Zuschüsse von öffentlichen Kassen geht, auch schon mal einen erbitterten Konkurrenzkampf austragen, haben sie sich in einem zentralen Punkt zur grossen Koalition des Schweigens verbündet. Es geht um Geld.
Warum eigentlich wird hier so viel verschleiert? Warum eigentlich wird nicht mit offenen Karten gespielt und der Öffentlichkeit gesagt, dass alle Wohlfahrtsverbände zu Selbstbedienungsläden des Sozialstaates geworden sind, zu „Kostgängern“ im eigenen Marktinteresse?
Dieses Buch will die Auseinandersetzung provozieren und nicht wissenschaftlich-verbrämt analysieren. Und die Auseinandersetzung kann nicht nur im Deutschen Roten Kreuz selbst stattfinden. Die Politiker, die Sozialpolitiker, sind aufgefordert, sich Gedanken zu machen über andere, neue Perspektiven der sozialstaatlichen Entwicklung. Und dennoch richtet sich die Aufforderung zur Auseinandersetzung und Diskussion vor allem an die Mitarbeiter, Helfer und Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes. Denn das Deutsche Rote Kreuz ist viel zu wichtig, als dass es zu einem sozialen Dienstleistungskonzern mit Abrechnung, Kalkulation und bestens organisiertem Management verkommt.
Sozialpolitik und Sozialarbeit, das bedeutet heute sehr viel mehr als ausschliesslich über die „Finanzierbarkeit“ zu reden. Ganz besonders die Sozialpolitik und die alltägliche Arbeit der freien Wohlfahrtsverbände – und zu den grössten gehört das Deutsche Rote Kreuz – müssen möglichst unabhängig die Interessen derer vertreten, um die es geht: die Schwachen, die Armen, die Kranken, die Alten, die Behinderten, die gefährdeten Jugendlichen und all diejenigen, die irgendwo mehr oder weniger anonym im sozialen Netz hängen, ohne dass man sich wirklich ausreichend um sie kümmert. Denn finanzielle Wohltaten allein machen noch keine qualifizierte Sozialpolitik. Inwieweit das Deutsche Rote Kreuz, das eine wichtige Rolle im Konzert der Wohlfahrtskonzerne spielt, dazu heute überhaupt noch in der Lage ist, inwieweit nicht eine dringende Reform der Rot-Kreuz-Organisation notwendig ist, dafür soll dieses Buch Diskussionstoff und, wie gesagt, Provokationen liefern. Es soll aber auch sachliche Informationen vermitteln, die bisher weitgehend unbekannt geblieben sind, weil sie nach dem Willen des Deutschen Roten Kreuzes unbekannt bleiben sollten.
Kapitel „Die Klinkenputzer, oder: Werbemethoden“
Das Image der Samariter zeigt Wirkung. Tag für Tag sind Männer und Frauen in Rot-Kreuz-Uniformen unterwegs, gehen von Tür zu Tür und erzählen von guten Taten. Sie erzählen, dass das Deutsche Rote Kreuz von Spenden lebt und dass doch jeder die Hilfsorganisation einmal brauchen könnte.
Die Masche zieht, kaum jemand verweigert sich. Schliesslich hat das Rote Kreuz einen guten Ruf als seriöse, glaubwürdige Organisation. Und 50 bis 60 Mark jährlich kann fast jeder heute entbehren, zumal der Zweck ja gemeinnützig und der Beitrag steuerabzugsfähig ist. Mitglieder werden geworben, nicht ehrenamtliche aktive Helfer, sondern Förderer, die im Grunde nichts anderes sind als Dauerspender. Denn ein Mitspracherecht im demokratischen Verein haben sie nicht, die privaten Zahlmeister.
Mitgliederwerbung ist ein Massenbetrieb. Fast vier Millionen sind es, davon nur knapp 10 Prozent Aktive, der Rest – über 3,5 Millionen – beschränkt sich auf die einmalige Unterschrift unter die Einzugsermächtigung. Bargeldlos funktioniert dies. Die „gute Tat“ ist damit getan.
Doch kaum jemand, der an der Haustür zum Eintritt in den Verein überredet worden ist, ahnt, dass die netten Menschen in der Uniform, dem einstigen Ehrenkleid der Samariter, mit dem Roten Kreuz selbst nur wenig im Sinn haben. In der Regel sind es freie Handelsvertreter, gelernt und ungelernt, deren Job es ist, gleichsam im Akkord Mitglieder zu werben. Kopfgeld gibt es!
Und vom Deutschen Roten Kreuz direkt kommen sie auch nicht. Nur die Uniformen werden gestellt, und einen Pro-forma-Mitgliedsausweis haben die Werbeprofis selbstverständlich in der Tasche.
Die Klinkenputzer arbeiten für Werbefirmen, die Verträge mit den Rot-Kreuz-Verbänden haben. Die Firmen kassieren Provisionen, die Vertreter bekommen pro „Schein“, d.h. für jede Unterschrift eines neuen Mitglieds, ihren Anteil. Die Werbung im Akkord hat Erfolg. In den letzten 15 Jahren hat das Deutsche Rote Kreuz seine Mitgliedschaft verdoppelt. Die Statistiken machen sich gut in den Rechenschaftsberichten, nur über die Methoden dieser Werbung wird still geschwiegen.
Weil die Verteter „pro Kopf“ bezahlt werden, kann für sie nur eine hohe Erfolgsquote für die richtige Höhe des Honorars sorgen. Und deswegen kommt es auch immer wieder vor, dass an den Haustüren Märchen erzählt werden. Es lässt sich nicht feststellen, wie viele Menschen nach diesem Vertreterbesuch ernsthaft glauben, dass ihnen als Rot-Kreuz-Mitglieder der Krankentransport kostenlos zur Verfügung steht, wenn es denn einmal sein muss. Wie vielen Menschen wurde eingeredet, dass sie im Alter als Mitglied vom Roten Kreuz liebevoll gepflegt und betreut werden? Ganz bewusst wird die Angst, die eigene Betroffenheit der Menschen geschürt. Mit allgemeinen Appellen an die humanitären Ideale ist kaum noch etwas zu holen. Früher einmal haben die ehrenamtlichen Mitglieder selbst dafür gesorgt, dass mehr und mehr Menschen sich dem Roten Kreuz angeschlossen haben. Von Haus zu Haus, in der Nachbarschaft, bei Freunden wurde für die Idee geworben, doch mitzumachen im Verein der Menschlichkeit. Heute regiert allein der Umsatz, heute wird mit dem Deutschen Roten Kreuz ein Geschäft gemacht. Die Werber haben ihre Lektion gut gelernt. Sie erzählen von guten Taten und davon, dass das Rote Kreuz von Spenden und Mitgliedsbeiträgen lebt…
Die Firma Schmidt in Frankfurt jedenfalls lebt nicht schlecht vom Geschäft mit den Mitgliedern. Rund 360’000 Rot-Kreuz-Mitglieder werden von diesem Familienbetrieb „betreut“. Eine Filiale in Düsseldorf hilft mit, den Umsatz Jahr für Jahr zu vergrössern. Die Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes greifen gern zu, wenn die Firma Schmidt ihnen ein Angebot macht. Der Betrieb übernimmt die Werbung und, das ist eine Frage von Preis und Provision, auch die „Betreuung“ der Mitglieder in einer Kartei bzw. elektronischen Datenbank. Die Firma ist es, die ein eigenes Rot-Kreuz-Konto führt. Dieses spezielle Konto taucht im amtlichen Kontenplan des DRK nicht auf. Herr Schmidt allein hat die endgültige Kontrolle, er rechnet ab, und alles, was übrig bleibt nach Abzug der vertraglich vereinbarten Provisionen, bekommt das Deutsche Rote Kreuz.
Zwischen 60 Prozent und 70 Prozent des ersten Jahresbeitrages des neuen Mitgliedes behält die Firma ein. Auch im zweiten Jahr ist Herr Schmidt immer noch mit rund 50 Prozent dabei. Und für die fortlaufende „Betreuung“ der Mitgliederkartei ist dann jeweils auch noch einmal eine prozentuale Beteiligung ausgehandelt.
Den DRK-Funktionären scheint dieses Geschäft recht zu sein. Zwar gibt es ab und zu Schwierigkeiten, wenn aus der Bevölkerung Beschwerden kommen über allzu massives und törichtes Auftreten der Werber. Aber die Masse macht’s und lässt Superprovisionen reell erscheinen.
Nicht unbedeutend ist in diesem Zusammenhang, dass es zwischen den Verantwortlichen in den DRK-Kreisverbänden einen spannenden Wettbewerb gibt. Die Preisfrage lautet: Wer hat in seiner Stadt, in seinem Kreis den höchsten Prozentsatz an Mitgliedern im Verhältnis zur Einwohnerzahl? In Offenbach beispielsweise sind rund 10 Prozent der Einwohner Mitglieder im Roten Kreuz. In Frankfurt sind es weniger, aber 10 Prozent mindestens will man auch dort schaffen – die Firma Schmidt wird es schon einrichten. Und der Chef des Betriebes, Günther Schmidt, trichtert seinen Leuten ein, nicht nur alte Menschen zu werben, obwohl es b ei denen besonders schnell und einfach geht. Aber die Alten lohnen sich nicht – wegen der „Haltbarkeit“, wie es im Geschäftsjargon heisst. Es ist schon schwierig, den Mitgliederbestand von ein paar Millionen zu halten, die Alten sterben weg, und die Jungen ziehen nicht so mit, wie man es sich wünscht. Da müssen schon Profis an die Arbeit, Profis, denen ein guter Verdienst an der guten Sache garantiert ist. Ein Job wie jeder andere?
Ein Job jedenfalls, der sich lohnt. Dem Gruppenführer der Werbekolonne winkt, falls er gute Arbeit abgeliefert hat, am Jahresende schon mal ein Sonderbonus von 10’000 Mark und mehr.
Günther Schmidt versteht es zudem prächtig, seine Geschäftstüchtigkeit mit ehrenamtlichem Engagement zu vereinbaren. Er arbeitet im Vorstand des Frankfurter Roten Kreuzes mit…
Und es ist wohl kein Zufall, dass gerade das Deutsche Rote Kreuz in Frankfurt jahrelang ein undurchsichtiges Spiel mit den Mitgliedsbeiträgen getrieben hat. Bis vor kurzem gab es beim Deutschen Roten Kreuz keine ordentliche Buchführung, d.h. es gab keine kaufmännische Bilanz mit der völligen Offenlegung und Abrechnung des Vermögens.
Es gab allerdings einen besonderen Trick: Der Vorstand hatte schon vor vielen Jahren beschlossen, die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen zum „Sondervermögen“ zu erklären. Auskünfte darüber wurden nicht erteilt, Vertraulichkeit oder besser: Geheimniskrämerei war vereinbart. Selbst die „mitbestimmungsberechtigten“ aktiven Mitglieder – die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ eines Vereins – haben nie etwas von dem heimlichen Sonder-Etat erfahren. Das Rote Kreuz in Frankfurt wollte verschweigen, dass pro Jahr etwa eine Million Mark, mal weniger und später immer mehr, von Mitgliedern eingezahlt wurden. Millionen sind nie in den offiziellen Rechenschaftsberichten aufgetaucht. In der Öffentlichkeit aber wurde schon lange darüber spekuliert, dass das Deutsche Rote Kreuz in Frankfurt Reichtümer anhäuft. Erst 1982 wurde der Kreisverband, der mit Millionen handelte und Millionenumsätze erzielte und nur eine schlampige Buchführung kannte, von höheren Dienststellen des Deutschen Roten Kreuzes gezwungen, eine ordentliche Bilanz vorzulegen. Und damit kam einiges heraus.
Es wurde öffentlich, dass 1982 von etwa 1,4 Millionen Mark Mitgliedsbeiträgen über 500’000 Mark für die „Zentrale Mitgliederbetreuung“ ausgegeben wurden. „Zentrale Mitgliederbetreuung“, kurz „ZMB“ genannt, dahinter verbirgt sich niemand anders als die Firma Schmidt. Erinnern wir uns kurz daran, was den „Opfern“ der Werber an der Haustür erzählt wird: Das Rote Kreuz lebt von Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Die humanitären Aufgaben und Verpflichtungen kosten viel Geld, die sozialen Dienste müssen finanziert werden…
Und noch etwas kam heraus: Jahrelang wurde aus dem „schwarzen Geld“, das nie in den ordentlichen Bilanzen auftauchte, ein stattliches Vermögen angesammelt. Neben Festgeldern hat man vor allem in Wertpapiere investiert. 2,9 Millionen Mark waren das zuletzt.
Die ordentlichen Bilanzen dagegen wiesen stets beeindruckende rote Zahlen auf, Defizite, die sich immer gut machen bei einem gemeinnützigen Verein, der nicht auf Zuschüsse aus öffentlichen Kassen verzichten will. Es ist nicht allzu lange her, als das Deutsche Rote Kreuz in Frankfurt von der Stadt einen ausserplanmässigen Zuschlag erhielt, 30’000 Mark. Begründung: Das Deutsche Rote Kreuz in der Mainmetropole leide unter einem „akuten Liquiditätsmangel“. Das Rote Kreuz in Frankfurt hat etwa 40’000 Mitglieder. Die Firma Schmidt hat alle fest im Griff. Und weil es auch alten Zeiten noch ein paar rückständige Karteien in den traditionellen Ortsvereinen gibt, hat die Firma mit Billigung des Kreisverbandes versucht, diese alten neu zu werben – mit einem höheren Mitgliedsbeitrag natürlich und für Kartei und Provision der Werber, versteht sich. Eine in Ehren ergraute Rot-Kreuz-Dame in Frankfurt, vielfach ausgezeichnet mit Ehrennadeln und Orden für ihr ehrenamtliches Engagement in der Mitgliederwerbung – mehr als 2’500 Menschen hat sie an das Rote Kreuz gebunden -, sie hat ihre Aktivitäten eingestellt mit der Begründung, dass die Praxis der Firma Schmidt schamlos sei.
Nicht nur, weil das bunte und profitable Treiben von Werbefirmen in der Öffentlichkeit für Aufregung und kritische Fragen sorgte, versuchten das Generalsekretariat und das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes, die Aktivitäten dieser Firmen zurückzudrängen. Zu häufig wurde schon angefragt, warum die Vertreter in Uniformen des Roten Kreuzes erscheinen, warum die Provisionen so stattlich sein müssen.
Die Hierarchien im Deutschen Roten Kreuz wissen ganz genau, dass das von ihren Kreisverbänden so gern praktizierte Geschäft in vielerlei Hinsicht nicht sauber ist. Es ist nicht allzu lange her, dass ein Privatunternehmer, der für das Rote Kreuz und für andere mit windigen Methoden Mitglieder wirbt, wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig verurteilt wurde. Und dass die Werbefirmen selbst nicht völlig von ihrer eigenen Seriosität und Glaubwürdigkeit überzeugt sind, beweist die Tatsache, dass sie ihren Werbern in einigen Städten sogenannte schwarze Listen mitgeben, auf denen die Namen und die Anschriften von Personen vermerkt sind, die von den Werbern auf keinen Fall angesprochen werden dürfen. Es sind Personen, von denen mit Recht befürchtet werden muss, dass sie kritisch nach dem geschäftlichen Hintergrund des freundlichen Werbegesprächs fragen. In Frankfurt zum Beispiel steht auf dieser Liste auch der Name des Feuerwehrchefs und Branddirektors Ernst Achilles, der seit vielen Jahren das Deutsche Rote Kreuz skeptisch beobachtet.

 

DE: Spendensammelnde beklagen wiederholt schlechte Arbeitsbedingungen bei NGO-Sammelfirma (25.5.2017)

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Hello again, Angeber, dich hab ich doch erst gerade gesehen?

 

Alles wie gehabt. Diesmal die „Hessenschau“ mit zwei Beiträgen. Im Zweiten: Spendensammelnde kritisieren wieder einmal (http://www.taz.de/!5034556/) schlechte Arbeitsbedingungen. Und auch der kritisierte Arbeitgeber ist ein altbekannter: Die Fundraisingfirma DialogDirect, die unter anderem für den WWF und World Vision im Einsatz steht. Auch die Vorwürfe hat man schon zigmal gehört, einfach den neuen Umständen entsprechend: „DialogDirect würde Studenten länger als die vereinbarten acht Stunden pro Tag arbeiten lassen. Und: Wer sein Soll nicht erfüllt, werde gebeten zu gehen.“

Ein Student schildert einen Einsatz in Augsburg, wo von 10 – 23 Uhr habe gearbeitet werden müssen. Die Überstunden: unvergütet.

Eine etwa interessantere Info: Die immer tieferen Minimalanforderungen (wobei diese gar nicht gross vom Tagesdurchschnitt entfernt sind) von DialogDirect. Noch lediglich „zwölf Förderer muss ein Werber in seiner ersten Arbeitswoche“ gewinnen, falls ihm nicht die Kündigung nahegelegt werden soll. Zwölf Förderer! Lachhaft. Das macht also weniger als zweieinhalb Abschlüsse pro Tag. Vor 20 Jahren erreichten Sammelnde locker einen 7-ner oder 8-er Schnitt (das war der damalige, generelle Tagesschnitt). Das System rentiert gar nicht mehr. HÖRT ENDLICH AUF! Hallo, soll ich es nochmal wiederholen: HILFSVERBÄNDE: A-U-F-H-Ö-R-E-N MIT DEM BLÖDSINN!

 

DE – Neueste Enthüllung: WWF Deutschland gibt jährlich 4.2 Millionen Euro für Standwerbungen (Drückerkolonnen) aus! Zeit für Abrechnung

16.5.2017 (updated):

WAS DER WWF MIT DER JUDENVERNICHTUNG DER NAZIS (HOLOCAUST) UNTER HITLER + DEM AMERIKANISCHEN CHEMIEWAFFENEINSATZ IM VIETNAMKRIEG ZU TUN HAT

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WWF-Spendenschleimer in gewohnter Angeberpose

&

Armbinde der SS (Leibgarde Adolf Hitlers) in der Anfangsphase

Strassendrückerfirmen lassen den grössten Teil der bei Sammelaktionen generierten Spendeneinnahmen in die eigene Tasche fliessen (William T. Markham: Environmental Organizations In Modern Germany: „…the agencies receive most of the membership…“). Der WWF hat eben erst zugegeben, dass dies rund 4.2 Millionen Euro(!) entspricht, die er jährlich bei seinen „Partnerfirmen“, im Speziellen bei DialogDirect liegen lässt. Zeit, den WWF auseinanderzunehmen.

 

Der Blogbetreiber kann sich noch gut an seinen ersten Kontakt mit dem WWF erinnern. Ein runder Kleber an seiner Spielzeugkiste mit dem niedlichen Panda drauf. „Ist der nicht süss?“-Effekt natürlich garantiert. Erst viel später wurde ihm klar, dass der Panda das Symbol einer der grössten und bekanntesten Umweltschutzorganisationen der Welt ist, die nicht zuletzt ihren Sitz in seinem Heimatland hat; der Schweiz. Unter den Gründungsmitgliedern stechen zahlreiche Adlige ins Auge, die ihre Freizeit unter anderem als Grosswildjäger in fernen Ländern verbrachten.

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König & WWF-Ehrenpräsident Juan Carlos auf Elefantenjagd 

Grosswildjäger in einer Organisation, die sich dem Tierschutz – wofür ja der vom Aussterben bedrohte Panda steht – verpflichtet hat? Kein Scherz. Naja, man kann sich auch läutern. Vielleicht haben die Täter später ein Bewusstsein für ihre Schandtaten entwickelt. In dem Fall sind adlige Grosswildjäger danach sicher nie mehr ein Thema beim WWF gewesen. Denkste: Erst 2012 wurde der spanische König Juan Carlos, Ehrenpräsident der spanischen WWF-Sektion, als Elefantenjäger entlarvt!

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Militärfreak Prinz Bernhard

Juan Carlos ist aber geradezu ein Heiliger im Vergleich zu den Gründungsmitgliedern, wobei hier aus Platzgründen eine Konzentration auf den WWF-Gründungspräsidenten Prinz Bernhard (1911-2004) gemacht werden soll – ehemaliges Mitglied der SS; der nationalsozialistischen Leibgarde Hitlers. Doch das ist noch nicht alles. Prinz Bernhard war auch im Amsterdamer Büro der „IG Farben“ tätig, das seinerzeit grösste Chemieunternehmen der Welt. Zur IG Farben gehörte eine Fabrik in Auschwitz, dem Standort des grössten Nazi-Konzentrationslagers, wo geschätzte 1.5 Millionen Menschen umgekommen sind und der Autor zweimal hingereist ist. Ab 1942 errichtete die Firma sogar ein eigenes Konzentrationslager auf dem Komplex. Eine Tochterfirma der IG Farben lieferte obendrein das Schädlingsbekämpfungsmittel „Zyklon B“, mit dem die Juden in Ausschwitz vergast wurden.

Häftlinge des "Sonderkommandos" bei der Leichenverbrennung im KZ Auschwitz. © dpa - Bildarchiv

Leichenverbrennung im KZ Ausschwitz

Giftgaseinsatz? Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor im Zusammenhang mit einem anderen, dem WWF ebenfalls ziemlich gut bekannten Konzern? Während des Vietnamkrieges lieferte der amerikanische Chemiekonzern Monsanto in den 60-ern nämlich ebenfalls den Chemiekampfstoff „Agent Orange“ – ursprünglich ein Entlaubungsmittel, dass durch Abfallen der Blätter die Ernte erleichtern soll. Der Journalist Wilfried Huismann deckte vor fünf Jahren in seinem „Schwarzbuch WWF“ auf, dass sich die Umweltschutzorganisation nicht davor scheut, sich auch mit Monsanto an sogenannten „Runden Tischen“ zuammenzusetzen.

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Missgebildete Kinder von Agent Orange-vergifteten Müttern

Nun kann man entgegnen, es sei halt die Philosophie vom WWF, zusammen mit der Wirtschaft nach umweltfreundlichen Lösungen zu suchen. Und damit sind wir dann auch beim Thema „Kooperationen zwischen Non-Profit-Organisationen und Profit-Organisationen“ angekommen – obwohl schon von der Definition her selbstverständlich ein kompletter Widerspruch. Denn sind nicht gerade die Zusammenarbeiten mit gewinnorientierten Fundraisingagenturen ein Paradebeispiel für den Irrsinn einer zu starken Verstrickung zwischen „Non-Profit mit Profit“? Der WWF war ja geradezu sinnbildlich auch eine der ersten Organisationen, die auf die Zusammenarbeit mit solchen profitorientierten Strassensammelagenturen gesetzt hat – nach Greenpeace, der anderen sehr bekannten Umweltschutzorganisation.

Berufsgutmensch Franz Wissmann

Und zwar setzten beide (Greenpeace inzwischen nicht mehr, der WWF grossteils immernoch) auf die Agentur DialogDirect, welche „Street Fundraising“ entwickelt hat, und die 1994 von einem ehemaligen Mitarbeiter der Ur-Haustürsammelfirma „Wesser“ gegründet wurde: Franz Wissmann (Wesser wiederum begann sogar bereits  1968 fürs Deutsche Rote Kreuz auszuschwärmen). DialogDirect ist zweifellos die berüchtigste aller Sammelagenturen – und die gierigste. So vergrösserte sie sich gleich zu zwei länderübergreifenden Agenturnetzwerken. Und hat freilich auch schon überall für ausufernde Negativschlagzeilen gesorgt, nicht selten mit Aktionen für den WWF: Der letzte vernichtende Beitrag kam ja erst gerade anfangs Mai im deutschen Stern raus.

In England ging „Dialogue Direct United Kingdom“ bereits 2009 pleite, selbstverständlich nicht ohne zusätzliche Unehren: Als „vielgescholtenste“ Sammelfirma dieser Art im Land (Financial Times, 4.12.2009: „Britain’s much-maligned chuggers“). In den USA – habe ich schon mehrmals erwähnt – konnte Dialogue Direct einen Gerichtsprozess nur durch Zahlung einer freilich lächerlichen Summe von lediglich 10’000 Dollar verhindern. Ursprünglich wäre eine Strafe von 2000 Dollar für JEDE mündliche Nicht-Nennung der Firma bei Sammelaktionen vorgesehen gewesen, was der Agentur zweifellos das Genick gebrochen hätte (denn es hat sich längstens herausgestellt, dass kaum mehr jemand mitmacht, wenn er/sie weiss, dass eine kommerzielle Fundraisingfirma hinter den Kampagnen steckt). Und in Deutschland schliesslich enthüllte die taz 2014 skandalöse Arbeitsbedingungen für die Sammelnden.

Dass der WWF eine der Hilfsorganisationen ist, die an vorderster Front mit dieser Kotzfirma kooperiert, sollte nun keine Verwunderung mehr auslösen (zu den WWF-Mitgründern zählt übrigens auch Luc Hoffmann von der Eigentümerfamilie des Schweizer Chemiekonzerns Hoffmann La Roche). Das Schlusswort auf die grossen und ihrer Meinung nach „überflüssigen“ Naturschutzorganisationen, im Speziellen dem WWF, überlasse ich aber der weltberühmten Umwelt-Aktivistin, Globalisierungsgegnerin und Buchautorin Naomi Klein („Capitalism vs The Climate“): „Umweltschützer sind schlimmer als Klimaskeptiker (der Konzerne)“.

 

 

 

 

 

 

 

UK: Activities against chuggers annouced by David Cameron in 2015 not only failed, but his charity cooperates with chuggers itself now! (January 2018)

„We’re introducing a new law to make sure charities raise funds in the right sort of way.“ (David Cameron, 11 July 2015)

NEUER BEITRAG VON RTL (17.1.2018)

 

Do you remember the words of the UK’s former Prime Minister David Cameron? „The conduct of some fundraisers used by them is frankly unacceptable and damages the reputation of the sector as a whole, which is why we’re introducing a new law to make sure charities raise funds in the right sort of way.“ he said in July 2015. So tell me, what is the worst fundraising method? It’s „chugging“, „door-to-door“ or „on the streets“, isn’t it? Here, from „human to human“ (or „face-to-face“), a bond of trust between a charity and its donor is „pretended“. It is just pretended, because it simply doesn’t exist: In general, the chugger is not from the charity, but from an external, commercial (fundraising) firm, which aim is to make selve-serving profit, altough it is working in the selfless not-for-profit sector. These professional chugging firms are doing „big business under the pretext of the good cause“ – a perversion of the charitable idea. The chuggers are aggressive, because mainly, they fulfil the aim of their employers („to maximize profit“). Of course, in the meantime, there is also another, secondary reason: The charity sector is too big. There are too many charities, so there is a „war over donations“.

But let’s get back to Cameron. Last year, he has been announced as the new President of Alzheimer’s Research UK, the UK’s leading dementia research charity. The Alzheimer’s Research UK writes on its website: „One of the ways we raise vital funds for the work we do is through face to face (F2F) fundraising … Yes, we work closely with different well respected and well known professional fundraising agencies that carry out F2F fundraising on our behalf.“

There is only one solution: A COMMERCIAL chugging-ban – and a limitation of the charity sector. Charities, which are doing face-to-face campaigns on their own, should be aloud to, but the campaigns should be limited. And – in my eyes – all the charities, which cooperated in the past with chugging firms, should be severly punished. And forget the explanation: „Working this way is more cost effective and gives us access to professional and experienced fundraisers.“ The truth is: These charities are too arrogant and too lazy to do the strenuous and thankless fundraising on the street (door-to-door fundraising should be banned completely, because it is uncontrollable, even if it is made by the charities themselves).

 

See also:

How much money a chugging firm REALLY gets from a charity

Three years living on the street fighting against chuggers

Chuggers are committing fraud: Why justice is not reacting