Stop Corris & Co. (Spendensammler, Drückerkolonnen, Spendenkeiler, chuggers)

Aufklärungskampagne zur inakzeptablen Zusammenarbeit zwischen Hilfswerken & Spendensammelfirmen

Unrentable Spendensammlungen vor Haustüren/auf Strassen: Von Blogger ermittelte WAHRE & von Hilfsorganisationen gefakte Verkaufszahlen (Mai 2019)

Ich will mit dieser Kampagne nichts anderes als wieder einen fairen Umgang der Hilfsorganisationen mit ihrer Spenderschaft erreichen. Ich habe selbst als Mitarbeiter Fundraising (Spendensammelabteilung) bei Terre des hommes – Kinderhilfe und Médecins sans frontières (Ärzte ohne Grenzen) gearbeitet.  

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Echte WWF-Leute oder beauftragte „Wohltätigkeits-Strassenräuberinnen“? 

 

Der WWF war ja erst im März einmal mehr in der Kritik, im Zusammenhang mit seinen „Schutzmassnahmen“ gegen Wilderei (unberechtigtes Jagen und Fangen von Wildtieren) in Asien und Afrika. Vom WWF unterstützte Wildhüter hatten Wilderer demnach getötet, gefoltert und sexuell missbraucht.

„Rassistisches Naturschutz-Modell“

Was meint der profundeste WWF-Kritiker zu den aufgedeckten WWF-Methoden, respektiv zu dessen Grundphilosophie? Wilfried Huismann, „Schwarzbuch WWF“-Autor: „Es ist ein rassistisches Modell des Naturschutzes, das in den Genen des WWF liegt … Der WWF wurde Anfang der Sechzigerjahre von adligen Grosswildjägern mitgegründet, die in Afrika ihre riesigen Jagdreviere hatten (siehe dazu auch meinen Medienbeitrag zu WWF-Gründungspräsident Prinz Bernhard). Auch nach der Befreiung dieser Länder hatten diese Gebiete, die dann Nationalparks genannt wurden, den Charakter von postkolonialen Besitzungen … Der WWF hat viele dieser riesigen Parks eingerichtet und mitverwaltet. Wobei man schon früh Wilddiebe jagte, etwa im Krüger-Nationalpark … Die Brutalität hat also Tradition.“

„Wohltätigkeits-Strassenräuberei“

Doch der WWF ist auch für sein kommerzielles Fundraising berüchtigt. In Deutschland ist der WWF beispielsweise diejenige Organisation, die am längsten mit der Ur-Strassen-Spendensammelfirma „DialogDirect“ kooperiert, welche für diesen professionelle „Wohltätigkeits-Strassenräuberei“ – Englisch: „Charity mugging“ oder „Chugging“ – betreibt. Mit dem stetigen Rückgang bei den Verkaufszahlen ist nun aber auch das Strassen-Direktdialogmarketing als „letzte lukrative“ Einnahmequelle (aggressiver lässt sich nämlich nicht mehr sammeln) am versiegen. Genauer gesagt schon seit Jahren: Nur hat das leider noch (fast) niemand bemerkt.

Hauptübeltäter: Greenpeace Österreich & Deutsches Rotes Kreuz

Dabei weiss jede/r Insider*in, dass die Spendenzahlen, was einfache Mitgliedschaften betrifft, BEI SO GUT WIE ALLEN ORGANISATIONEN konstant runtergehen (und beim WWF mit seinen zusätzlichen Skandalen sogar noch viel mehr als bei den anderen). Überhaupt hat sich das kommerzielle Strassensammelwesen überall sehr ähnlich entwickelt. Das hat damit zu tun, dass sich solche Aktionen rasend schnell global ausgebreitet haben, nachdem sie 1995 von Greenpeace über die beauftragte Österreichische Spendenfirma DialogDirect eingeführt wurden (die wesentlich älteren, kommerziellen Haustürsammlungen haben sich von Deutschland aus – erster Kunde: Deutsches Rotes Kreuz – zwar erst nach und nach ausgebreitet, aber mit den Jahrzehnten haben sich die Zahlen auch dort inzwischen weitgehend „angeglichen“ und unterscheiden sich auch nicht mehr gross von den Strassensammelzahlen). Um den Rückgang zu verfolgen, reicht es, ein paar Angaben aus verschiedenen Jahren zu vergleichen (wobei man natürlich trotzdem eine gewisse Erfahrung braucht, denn manchmal sind auch schon früher von den Hilfsorganisationen oder den Spendenfirmen falsche Zahlen rausgegeben worden). Die Angaben zur Anzahl Abschlüssen pro Tag aus dem „Handbuch Fundraising“ von 1998: „Bei der Standwerbung liegt die Zahl der Abschlüsse pro Werber pro Tag zwischen 5 bis maximal 10“. Im „Fundraiser Magazin“, Artikel „Face-to-Face Fundraising: Mit Konzept zur Kampagne“ aus dem Jahr 2013 ist dann plötzlich nur noch von 3 bis 5 Spendenzusagen die Rede. 1998 fand eine sammelnde Person demzufolge im Schnitt ziemlich genau 7.5 Neuspendende, während es 2013 nur noch 4 waren. Heute sind es natürlich noch weniger; nämlich lediglich rund zwei!

Märchenonkel WWF

Doch die Hilfsorganisationen geben das, wie übrigens üblich, nicht zu. Und wie gesagt weiss das jede/r Profi-Fundraiser*in – aber behält das wie die NGOs selbstverständlich für sich (die Verkaufszahlen sind heute dermassen grottenschlecht, dass sich niemand traut, sie wahrheitsgetreu zu kommunzieren). Allen voran – wie kann’s anders sein – der Märchenonkel WWF, eben zusammen mit seinem Komplizen DialogDirect (die Ur-Agentur war nur ein Jahr nach den allerersten Sammlungen in Österreich bereits nach Deutschland expandiert). So behauptete der WWF Deutschland allen Ernstes am 29.9.2018 im Frankfurter „Merkurist“, die Anwerbung eines Paten für einen Eisbären habe 150 Euro gekostet, die Patenschaft habe über 6 Jahre bestanden und 1400 Euro an Spenden erbracht. Davon hätte die Agentur also lediglich ca. 10 PROZENT erhalten (150 Euro von 1400 Euro). Und, als wär’s nicht schon schlimm genug, publizierte das ja nicht so unbekannte Deutsche Nachrichtenmagazin „Focus“ den Merkurist-Artikel auch noch gleich bei sich! Wenn wir schon dabei sind: Der WWF hat bereits Ende 2016 in der WAZ , wo ich – mit Namen erwähnt – ihn mit der Kostenproblematik konfrontierte, von 12 Prozent gesprochen (und hat damit die Kosten also inzwischen sogar SCHEINBAR noch etwas drücken können): „Unsere Analysen zeigen, dass uns ein so genannter Pate circa 6 Jahre die Treue hält und im Schnitt etwa 1000 Euro spendet. Die vollen Kosten auf diesen Einsatz wären dann 120 Euro, also rund 12 Prozent.“

Die wahren Zahlen

Mit Verlaub, aber bei den WWF-Angaben stimmt KEINE EINZIGE ZAHL(!) – und zwar nicht mal im geringsten, um es genau zu formulieren. Um sich überhaupt generell eine Vorstellung machen zu können, wie teuer solche Aktionen sind, lohnt es sich, die Zahlen der Schweizer Firma Corris, dessen Besitzer auch zu den DialogDirect-Gründern gehörte, anzuschauen. Pro sammelnde Person und Tag zahlt der WWF Schweiz 850 Franken oder 745 Euro an Corris (siehe dazu beispielsweise Schweizer Konsumierendensendung „Kassensturz“ vom 12.2.2013). Heute findet diese sammelnde Person im Schnitt aber wie gesagt nur noch etwa zwei Mitgliedschaften pro Tag. Rechne: 850 Franken geteilt durch 2 ergibt 425 Franken oder 372.5 Euro (Kosten pro Neumitglied). Der WWF spricht hingegen von 150 Euro. Zur nächsten Kennzahl: Die weltweit grösste Face-to-Face Fundraisingagentur  Appco hat 2017 in einer von der Australischen Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde ACCC in Auftrag gegebenen Analyse zugegeben, dass ein Mitglied im Schnitt noch 3 bis 5 Jahre bleibt (auch die Mitgliedschaftsdauer geht laufend zurück). Der WWF lügt wiederum mit „6  Jahren“. Der durchschnittliche Jahresbeitrag beim Stand-Fundraising beträgt schliesslich gemäss dem Buch „Fundraising – Professionelle Mittelbeschaffung für gemeinwohlorientierte Organisationen“ (neueste Auflage von 2018) 100 Euro.

Fazit

Damit haben wir alle nötigen Zahlen beisammen. Beziehungsweise: Nach „meinen“, richtigen Zahlen sieht die Rechnung folgendermassen aus: Vier Jahre (durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer) mal 100 Euro (durchschnittlicher Jahresbetrag) ergibt 400 Euro Totalspenden (eines Durchschnittsmitglieds). Die durchschnittlichen Kosten pro Mitglied habe ich schon im vorigen Abschnitt berechnet: 372.5 Euro. 372.5 Euro von 400 Euro sind aber 93.125 PROZENT, beziehungsweise gerundet 95 PROZENT der eingezahlten Spenden! FAZIT: DER WWF SAGT, 10 PROZENT DER SPENDENEINNAHMEN GINGE AN DIE FUNDRAISINGFIRMA. ICH SAGE: 95 PROZENT DER SPENDENEINNAHMEN GEHEN AN EINE SOLCHE SAMMELFIRMA. EIN KLITZEKLEINER UNTERSCHIED, NICHT?

 

Nachtrag des Blogbetreibers: Natürlich kann es in diesem Sinne – zumindest bei schlecht laufenden Kampagnen – auch sein, dass Neuestens (die ersten) 3-4 Jahresspenden „draufgehen“ (bisher habe ich ja von rund drei Jahresspenden gesprochen). Und nein, kein Scherz!

Haustür- & Strassen-Spendensammelnonsens: Online-Jobbewertungen von ehemaligen „Dialoger*innen“ (April 2019)

Download

Die Obdachlosenhilfe-Organisation „Shelter“ stolperte 2012 in England über einen Undercover-Beitrag des „Telegraph“, welcher die weltweite Kritik an beauftragten Spenden-Sammelfirmen definitiv ins Rollen brachte

News (April 2019) on „charity muggers“ in English-speaking world (UK, Australia, Canada, USA, etc.): „Street fundraising – How charities spread wrong sales figures in the medias“

 

Interessant, interessant: Gibt Arbeitgeberbewertungs-Plattform im Internet, namens „kununu“. Dort werden von ehemaligen Sammelnden auch immer mal wieder Spendenfirmen bewertet, welche diese für im Auftrag von Hilfsorganisationen durchgeführte Strassen- und Haustürsammelaktionen bei sich anstellen (und den grössten Teil des Spendengeldes selbst abzocken – was leider nur wenige Medien korrekt erwähnen). Man kann bei der Bewertung auch Noten („Sterne“) geben; von 5 („gut“) bis 1 („schlecht“). Respektiv: Hier mal kleine Zusammenstellung von aktuelleren Bewertungen (2017-2019) – wobei ich mir den allerersten, roten Kommentar natürlich zu Herzen genommen und die (in diesem als manipuliert bezeichneten) „positiven“ Beiträge aussortiert habe.

 

Spendenfirma Corris/Schweiz (Kundenbeispiele: Amnesty International, Unicef)

  • Generell: „Alle Kommentare mit 5 Sternen sind zu 10’000 % (!!!) von der (Corris-)Marketingleitung selbst.“
  • Image: „Jede Person, die vorbei läuft, hasst Corris.“
  • Pro: „Nichts!“
  • Contra: „Schliesst die Firma! Moralisch nicht vertretbar.“

 

Spendenfirma DialogDirect/Deutschland (Kundenbeispiele: WWF, UNO-Flüchtlingshilfe)

  • Generell: „Eine einzige Heuchelei.“
  • Kollegenzusammenhalt: „Das ständige «Wir sind total locker und cool.» war so aufgespielt, dass es fast schon lächerlich wurde und ich mich wie bei der versteckten Kamera gefühlt habe.“
  • Kommunikation: „Eigentlich hat die Kommunikation null Sterne verdient, da man gefeuert wird (Anmerkung von Blogbetreiber: … wenn man nicht genügend Mitgliedschaften sammelt), was einem der Coach nicht mal «persönlich» am Telefon sagen kann, sondern durch seinen Teamleiter aufgezwungen bekommt, es aber auf dem Papier so aussieht, als hätte man «aus persönlichen Gründen» gekündigt.
  • Arbeitsatmosphäre: „Unter Druck arbeiten, einziges Ziel: so viele Leute wie möglich gewinnen.“

 

Spendenfirma Wesser/Deutschland (Kundenbeispiele: Deutsches Rotes Kreuz, NABU)

  • Generell: „Schlimmster Ferienjob jemals.“
  • Contra: „Gleich am ersten Tag werden einem «Kommunikationsskills» beigebracht, u.a. billige Manipulationstaktiken wie die «Ja»-Schiene (bring Leute dazu auf vorangehende Frage mit «Ja» zu antworten um auch ein «Ja» auf die Frage «Also spenden Sie auch?» zu forcieren.) … Mit ehrlicher Arbeit hat das hier nichts zu tun. Die «Spenden», die gesammelt werden, fliessen zu einem zu grossen monetären Teil an Wesser und die Teamleiter/Werber … Man sollte sich fragen: Wenn dieser Job so toll ist warum hat Wesser es nötig, auf sämtlichen Jobportalen abertausende Anzeigen zu schalten…?“
  • Generell: „Abzocke!“
  • Contra: „Man muss versuchen, jeden Menschen an der Haustür anzuwerben (egal ob Millionär, Rentner oder Hartz IV-Empfänger) … wenn Menschen an der Tür Bedenken haben oder Einwände müssen die Mitarbeiter „Einwandsbehandlungen“ durchführen – dies gelingt nur wenn man eine gewisse Dreistigkeit entwickelt. Ein «Nein» darf nicht akzeptiert werden und die Leute werden so lange bequatscht, bis sie ihre Meinung ändern. Ich fand das mit meinem Gewissen nicht vereinbar!“ …

CH-Aufdringliche Spendensammler*innen: Abgedruckter Blogger-Leserbrief in Landanzeiger Aarau & Umgebung (28.3.2019)

Ah, ganz vergessen: Am 14. Februar 2019 hat mir der Landanzeiger für den Grossraum Aarau Platz gewährt für den Abdruck eines ausführlichen Leserbriefs. Den will ich meinen Blogbesuchenden natürlich nicht vorenthalten. Here you go! Und natürlich ganz herzlichen Dank an die Landanzeiger-Redaktion. 🙂 🙂 🙂

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Ich beim Auskunftgeben für Beitrag von Innerschweizer Magazin „Zentralplus“

 

STRASSENSPENDENSAMMLER WERDEN ZUR PLAGE – UND GELD KOMMT ZU GROSSEM TEIL NICHT MAL MEHR AN

Neulich ist mir ein Beitrag von Frau Künzli aufgefallen, wo eine junge Frau sich über Spendensammler an Bahnhöfen nervt. Diese agieren immer aggressiver, was laut eines zweieinhalbjährigen AZ-Artikels bis zu „Arm packen“ reicht. Erklärbar: Es machen immer weniger mit,  wie der Gehörlosenbund bereits Ende 2012 in der NZZ zugegeben hat. Die Leistungslohn erhaltenden Sammler sind also dazu „gezwungen“, immer aufdringlicher zu sammeln. Aber auch der Anteil an den Spenden für die ausführenden „Sammelfirmen“ wie der Corris AG, die von einem Hilfswerk pro Sammler im Tag 850 Franken erhält(!), erhöht sich damit stetig. Die SonntagsZeitung hatte bereits 2004 aufgedeckt, dass rund zwei Jahre vergehen, bis die Ausgaben für eine Aktion durch Spenden wieder eingespielt sind. Jedes Neumitglied zahlte damals also quasi fast die ersten zwei Jahresspenden an Corris! Zu Beginn der Sammelkooperation vor ca. 20 Jahren war es noch „nur“ ein Jahresbeitrag – heute sind es sogar zwei bis drei! Überhaupt ist es befremdlich, wenn eine „profit“-orientierte Firma „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“ betreibt. Denn die Hilfsbedürftigen sollten ja im Vordergrund stehen, und nicht die sammelnde Institution: Eigentlich ein klarer Verstoss gegen den „Non Profit“-Gedanken. Demzufolge wird ja bei den Kampagnen auch, wie es die AZ vor Längerem schon mal angedeutet hat, viel zu wenig klar gemacht, dass Gewinn hinterherjagende Spendenfirmen dahinterstecken. Ich selbst habe jüngst im Innerschweizer Magazin „Zentralplus“ erklärt, dass man hier rechtlich sogar „Betrug“ in Betracht ziehen muss.

Kevin Brutschin, Ex-Mitarbeiter Spendensammelabteilung Ärzte ohne Grenzen und Terre des hommes

 

DE: Haustür-Spendensammler („Drückerkolonnen“) steckt nach Abweisung Mehrfamilienhaus in Brand (März 2019/3)

NEWS (Feb./März 2019): Endlich! Braunschweig beschliesst als eine der ersten Städte im deutschsprachigen Raum effektive Strafen gegen Hilfsorganisations-Strassensammelplage

 

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DRK- & Sammelfirmen-Mitarbeitende sind in Deutschland nicht unterscheidbar

 

In den letzten paar Beiträge ging es ja öfters um die Verstrickung von Non-Profit-Organisationen wie z.B. dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit der Politik, die dann wiederum die Behörden im Sinne der NPOs beeinflusst. Deshalb sind die wohltätigen Organisationen bisher in Sachen Spendensammelaktionen vor Haustüren und auf Strassen ungeschoren davongekommen, obwohl dabei jeweils vorgetäuscht wird, dass sie selbst diese tätigen: eine Straftat. In Wahrheit stecken nämlich beauftragte, dubiose Werbefirmen dahinter. Aber auch die grossen und bekannten Medien stecken nicht selten mit den Non-Profit-Organisationen unter einer Decke. Warum hat beispielsweise niemand über folgenden Straffall berichtet, mit dem sich letztes Jahr der Deutsche Bundesgerichtshof beschäftigen musste? Das ist nämlich eine sehr typische Problematik hinter dieser Kollaboration von „Profits“ mit „Non-Profits“. Respektiv: Die Spendenfirmen (Fundraisingagenturen) neigen dazu, Menschen mit ungenügendem Rechtsbewusstsein bei sich anzustellen, wenn nicht sogar ehemals schwere Straftäter & -täterinnen. Das ist auch erklärbar, denn jeder halbwegs integre Mensch kann diese Arbeit gar nicht längerfristig ausüben, da er/sie nach kürzester Zeit ein schlechtes Gewissen bekommt: Man gaukelt ja pausenlos eine falsche Identität vor! Hier das Wichtigste 1:1 aus dem Gerichtsdokument (mir geht es übrigens weniger darum, den Gesetzesbrecher in die Pfanne zu hauen – als viel mehr um die Tatsache, dass die Agenturen solche Leute öfters einstellen und die Hilfsorganisationen seit Jahren dabei tatenlos zusehen):

„Der Angeklagte … war von 1987 bis 1993 wegen verschiedener Gewalttaten erstmals im Massregelvollzug untergebracht. Kurz nach seiner Entlassung legte der Angeklagte bei drei Gelegenheiten Ende 1993 Brände, weil er sich nach Auseinandersetzungen mit seinem Arbeitgeber und seiner Mutter unter Druck gesetzt und frustriert fühlte und sich durch Feuer abreagieren wollte … Aus Anlass dieser Taten wurde der Angeklagte im März 1995 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt und seine erneute Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet … Der Angeklagte … reagierte mit mehrfachen Entweichungen aus der Klinik … Nach seiner Flucht im September 2003 bestritt der Angeklagte seinen Unterhalt, indem er als Mitglied einer „Drückerkolonne“ Spenden sammelte. Als er in einem Mehrfamilienhaus mehrfach schroff zurückgewiesen wurde, steckte er einen im Hausflur aufgestellten Schuhschrank in Brand. Das Feuer griff auf die angrenzende Wohnungstür über … Anfang Januar 2004 wurde der Angeklagte aufgegriffen, in den Massregelvollzug zurückgebracht und wegen schwerer Brandstiftung zu einer weiteren Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt … Nach seiner Entlassung aus dem Massregelvollzug bezog der Angeklagte eine Dachgeschosswohnung in einem … Mehrfamilienhaus. Am Vormittag des 14. September 2016 wurde seine Wohnung wegen des von einem Arbeitskollegen gegen ihn erhobenen Vorwurfs durchsucht, kinderpornografisches Material zu besitzen; sein Laptop wurde beschlagnahmt. Aus Frustration über die morgendliche Durchsuchung legte er gegen 22.15 Uhr in der im Keller eingerichteten Waschküche Feuer …“

Ähnlicher Beitrag (2016): UK: Schwerkriminelle sammeln für Unicef & Save the children

Hilfsorganisationen: Skandalöse kommerzielle Direktdialog-Spendensammlungen nur dank „Monster“-Politlobby (März 2019/2)

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Er ist der beliebteste Politiker in Deutschland: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Und leider auch Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) – und damit natürlich DRK-Interessenvertreter allererster Klasse.

#Corris sammelt am Bahnhof Thalwil mal wieder auf dem Perron. Langsam bin ich's leid. #SBBDie Non-Profit-Organisation mit der grössten Polit-Lobby bezüglich Anzahl Leuten in der Schweiz ist das Hilfswerk Green Cross (siehe Photo): 21 Ständerätinnen & Ständeräte sowie 81 Nationalrätinnen & Nationalräte (Stand April 2018 – Liste zuunterst)!

Verständlich also, dass die skandalösen und ohne Frage 100 Prozent inakzeptablen Strassen- und Haustürsammelaktionen von Spendenfirmen im Auftrag der Hilfsorganisationen auch 50 Jahre, nachdem das DRK damit begonnen hat, immernoch möglich sind (Steinmeiers Österreichisches Pendant; Alexander Van der Bellen, ist übrigens seinerseits Schirmherr des Österreichischen Roten Kreuzes – versteht sich). Obwohl heute ca. die ersten DREI Jahresspenden jedes neu spendenden Hilfsorganisationsmitglieds an diese „Face-to-Face Fundraisingagenturen“ abfliessen, während dies früher NUR bei schlecht laufenden Kampagnen möglich war (siehe Österreichische KirchenZeitung 2017, Schweizerische Basler Zeitung 2016 oder Deutscher ÖKO-TEST 2002).

 

Weitere Beiträge zu NGO-Politfilz im Zs-hang mit Direktdialog-Spendensammlungen:

Deutsches Rotes Kreuz: „Deutschland, DRK, Drückerkolonnen“ (Blogbeitrag)

Arbeiter-Samariter-Bund/DE: „Grösster Übeltäter unter sammelnden NPOs“ (Blogbeitrag)

Stiftung für Konsumentenschutz/CH: „Eine Sauerei“ (aus Magazin „KONSUMER“)

 

DIE GREEN CROSS-POLITLOBBY:

Patron: alt Bundesrat Flavio Cotti

Co-Präsidentin & Co-Präsident: Nationalrätin Christa Markwalder & Nationalrat Martin Bäumle

„Parlamentarische Gruppe Green Cross“:

Nationalrat (79): Aebi Andreas, Aebischer Matthias, Allemann Evi, Amstutz Adrian, Arnold Beat, Birrer-Heimo Prisca, Büchler Jakob, Carobbio Guscetti Marina, Cassis Ignazio, Chevalley Isabelle, de Buman Dominique, Eichenberger-Walther Corina, Fehlmann Rielle Laurence, Feri Yvonne, Flach Beat, Flückiger-Bäni Sylvia, Frehner Sebastian, Fricker Jonas, Friedl Claudia, Galladé Chantal, Geissbühler Andrea, Giezendanner Ulrich, Glanzmann-Hunkeler Ida, Glättli Balthasar, Gmür Alois, Graf Maya, Graf-Litscher Edith, Grin Jean-Pierre, Grossen Jürg, Grunder Hans, Gschwind Jean-Paul, Gugger Niklaus-Samuel, Hadorn Philipp, Hardegger Thomas, Häsler Christine, Hausammann Markus, Heim Bea, Hess Lorenz, Ingold Maja, Jans Beat, Kiener Nellen Margret, Leutenegger Oberholzer Susanne, Lohr Christian, Lüscher Christian, Maire Jaques-André, Merlini Giovanni, Moret Isabelle, Moser Tiana Angelina, Müller Walter, Müller-Altermatt Stefan, Munz Martina, Nidegger Yves, Pardini Corrado, Piller Carrard Valérie, Quadranti Rosmarie, Reimann Lukas, Riklin Kathy, Rime Jean-François, Ruiz Rebecca Ana, Rytz Regula, Schelbert Louis, Schenker Silvia, Schmid-Federer Barbara, Schneider-Schneiter Elisabeth, Schneider Schüttel Ursula, Seiler Graf Priska, Semadeni Silva, Sommaruga Carlo, Stamm Luzi, Steiert Jean-François, Streiff-Feller Marianne, Tornare Manuel, Vogler Karl, von Siebenthal Erich, Walter Hansjörg, Weibel Thomas, Wermuth Cédric, Wobmann Walter, Wüthrich Adrian

Ständerat (21): Abate Fabio, Berberat Didier, Bischofberger Ivo, Bruderer Wyss Pascale, Comte Raphaël, Cramer Robert, Fetz Anita, Föhn Peter, Germann Hannes, Graber Konrad, Häberli-Koller Brigitte, Hegglin Peter, Janiak Claude, Jositsch Daniel, Levrat Christian, Lombardi Filippo, Luginbühl Werner, Maury-Pasquier Liliane, Minder Thomas, Stöckli Hans, Zanetti Roberto

 

Face-to-Face Fundraising – das Ende: Relevante Spendenagentur bankrott (März 2019/1)

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„It doesn’t matter if you’re black or white“ (Hauptsache, du unterschreibst).

 

„It doesn’t matter if you’re black or white“, sang Michael Jackson 1991. Das war noch bevor ihm das 1. Mal sexueller Kindesmissbrauchs vorgeworfen wurde. Damals konnte er sich mit der Familie des mutmasslichen Opfers aussergerichtlich einigen durch eine 22 Millionen Dollar-Abfindung. Doch nun werfen dem inzwischen verstorbenen Superstar gleich 2 mittlerweise erwachsene Männer – die sich offenbar erst in den letzten Jahren ihrem Trauma zu stellen imstande gewesen sind – erneut sexuellen Missbrauch vor, viele meinen: glaubwürdig (zu sexuellem Kindesmissbrauch siehe auch Pro Juventute-Skandal). Die Wahrheit wird sich letzten Endes jedenfalls durchsetzen. Das gilt auch für die betrügerischen Face-to-Face Spendensammlungen von Promotionsfirmen im Auftrag von Non-Profit-Organisationen. Heute gehen mitunter 90 % der Gesamtspenden einer Kampagne an die Sammelfirmen, was die gemeinnützigen Organisationen freilich nicht zugeben: Wer würde noch mitmachen? Denn je mehr die Allgemeinheit darüber aufgeklärt ist, desto mehr verweigert sie sich. In England sind die Nonsens-Sammlungen am verhasstesten, und immer mehr wohltätige Organisationen verzichten auf die „Kollaboration“ mit Fundraisingfirmen. Sowohl wegen dem Glaubwürdigkeitsverlust als auch, weil die Kampagnen eben auch kaum mehr rentieren – selbstverständlich nicht nur in England. Eine erfahrene Schweizer Spendenwerberin, die ihre Erfahrungen teilen wollte, schrieb mir sinngemäss dazu, ihr Agentur-Teamleiter habe ihr gesagt, „ich soll mir einfach die Dummen aussuchen, die Intelligenten würden schon lange nicht mehr mitmachen!“ Im Vereinigten Königreich ist sogar schon eine 2-stellige Zahl von Direktdialog-Spendenfirmen bankrott gegangen. Wer fähig ist, 1 + 1 zusammenzuzählen, kann sich den damit einhergehenden, existenziellen Glaubwürdigkeitsverlust im Non-Profit-Sektor ausrechnen. Letztes Jahr berichtete der Englische Telegraph, dass das Vertrauen der Bevölkerung in Hilfswerke auf das gleiche Niveau wie gegenüber einem fremden Menschen auf der Strasse gesunken ist! Aber Vorsicht: Auch im Ursprungsland des kommerziellen „Street Fundraisings“; in Österreich, hat gerade eine der relevantesten Face-to-Face Werbeagenturen Konkurs angemeldet! Und zwar die Firma „Face2Face Fundraising“ von Robert Buchhaus. Buchhaus gehört dem erweiterten Gründungsteam der 1. Strassensammelfirma der Welt; DialogDirect, an, und hat mit seinem Kumpel aus der Gründungsmannschaft das DialogDirect-Netzwerk mit der „Global Fundraising Group“ (ehemals „Generous Global Giving“), zu dem neben der Mit-„Ur“-Agentur, eben Face2Face Fundraising Österreich, beispielsweise auch Red Fundraising Irland oder Mondial Telephone Fundraising Australien gehören (für dortige Skandale in der Presse einfach Agenturnamen anklicken), entscheidend vergrössert. So wie’s aussieht, versucht „Face2Face Fundraising Austria“ zwar nochmal den Kopf aus der Schlinge zu ziehen – doch wer genauer hinschaut, sieht, dass das nun wirklich der Anfang vom BALDIGEN Ende ist.

Spendenbetrug vor Haustüren/auf Strassen: Warum in 1. Linie die Hilfsorganisationen bestraft gehören, und erst in 2. Linie die Sammelfirmen (Februar 2019)

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NGO-Spendensammlung von viel zu wenig erkennbarer Werbefirma

 

– „Hey, Alte, hast schnell Zeit?“ – „Hey, voll nicht, ich stresse gerade auf den Zug.“ – „«Chill», Alte, geht nur fünf Minuten!“…

So kann es heute tönen, wenn man von einem Wohltätigkeits-Strassenräuber vor dem Bahnhof angesprochen wird. Zum Beispiel im Namen der amerikanischen Hilfsorganisation „Care“, die natürlich, wie alle grossen Non-Profit-Organisationen auch, längst Ableger in allen möglichen Ländern wie zum Beispiel in England oder Deutschland gebildet hat. Doch die Sammelnden sind weder Ehrenamtliche noch bezahlte NGO-Mitarbeitende, sondern Angestellte von Face-to-Face Fundraisingfirmen. Im Fall von Care ist das unter anderem die Werbeagentur DialogDirect. Dies wird bei den Aktionen jedoch nicht oder viel zu wenig klar gemacht. Erklärbar: Welches spendende Neumitglied will schon, dass eine Werbefirma aus den Sammlungen ein Geschäft macht? Heute gehen ca. die ersten drei Jahresspenden an die Spendenagenturen (nein, es ist nicht mehr EINE Jahresspende, sondern DREI).

Nochmal: Bei den Sammelaktionen wird vorgegeben, dass die Hilfswerke diese mächten (schrägerweise hat DialogDirect Österreich als weltweit erste Strassensammelfirma laut einer Meldung der Österreichischen Presse Agentur „APA“ vom 4.10.2000 einst selbst gefordert, „…dass die von den Organisationen mit der Mitgliederwerbung beauftragte Agentur eindeutig für den Bürger erkennbar ist…“). Bei dieser absichtlichen Irreführung handelt es sich nun aber rechtlich gesehen um Betrug, konkret „Vorsätzliche, arglistige Täuschung“. Und nun kommt ein bisher noch nicht genügend behandelter Aspekt ins Spiel. Denn obwohl die Fundraisingfirmen den Betrug tätigen, sind die Hilfsorganisationen die Hauptverantwortlichen. Sie sind die Auftraggebenden, und die Kampagnen werden in ihrem Namen ausgeführt. Der Rechtsbegriff dazu lautet: Anstiftung zum Betrug, wobei die Anstiftung dem Betrug quasi gleichgesetzt wird.

Wird in diesem Sinne L-A-N-G-S-A-M Zeit, dass die Staatsanwaltschaft endlich handelt, sie hat sich ja in dieser Angelegenheit eh schon „nicht gerade mit Ruhm bekleckert“ (die Sammlungen waren in verschiedensten Städten lange verboten, doch die Verbote wurden nicht durchgesetzt).

Deutschland, DRK, Drückerkolonnen – oder: Wie das Deutsche Rote Kreuz seine Drückerkolonnen in Deutschland „durchdrückt“ (Januar 2019/3)

+++ News (CH), 7.2.2019 +++ Wichtigster Corris-Kunde Stiftung für Konsumentenschutz unter Druck gesetzt, zu Corris-Spendensammlungen Stellung zu nehmen, nachdem sie selbst lästige Werbeanrufe kritisiert hat +++ News (CH), 7.2.2019 +++ 
Two press releases from/about the blogger in English: The bad good guys (Kritische Internetzeitung, Dec. 2018) & His lonely struggle against charity muggers (Zentralplus, May 2018)

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Filz: Hasselfeldt & Merkel bei der Kanzler(-innen-)wahl 2013

 

NGO-„Drückerkolonnen“, wie die von Hilfsorganisationen beauftragten Haustür- und Strassensammel-„Gangs“ kommerzieller Spendenfirmen in Deutschland heissen, haben inzwischen den Ruf von Räuberbanden. Das Deutsche Rote Kreuz, das den Sammelnonsens begonnen hat, versteht es seit 50 Jahren, die ethisch, rechtlich und heute auch finanziell inakzeptable Sammelkooperation durch undurchsichtige Einflussnahme „durchzudrücken“ – noch.

Die Weihnachtszeit ist um, und mit ihr auch das Besinnen auf die beschworene Nächstenliebe. Nicht wenige Haushalte vollziehen die vorgenommene Spende an eine wohltätige Organisation aber erst etwas verspätet, beziehungsweise im jetzigen Monat. Da wäre es angebracht, die Seriosität von gewissen Hilfsorganisationen nochmal unter die Lupe zu nehmen. In diesem Sinne haben im Dezember wie üblich zahlreiche Medien auf das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen „DZI“ hingewiesen, das den Non-Profit-Organisationen diese Vertrauenswürdigkeit zuspricht. Doch wie unabhängig ist eigentlich das DZI?

Zu den grössten finanziellen Unterstützungsinstitutionen des Instituts zählt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege „BAGFW“, deren Geschäftsführer; Dr. Gerhard Timm, auch im fünfköpfigen DZI-Vorstand sitzt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege besteht aus sechs Einzel-Wohlfahrtsverbänden, darunter das Deutsche Rote Kreuz, das selbst das DZI-Spendensiegel trägt. Die amtierende DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt ist nun aber auch BAGFW-Präsidentin! Und der BAGFW-Geschäftsführer wie gesagt im DZI-Vorstand.

Sind das nicht ein bisschen viel Abhängigkeiten? Respektiv: Das DZI müsste doch fraglos allen Hilfsorganisationen, die auf die Dienste von „Face-to-Face Fundraisingagenturen“, wie die spezialisierten Haustür- und Strassensammel(-mafia-)firmen im Fachjargon heissen, das DZI-Spendensiegel entziehen? Tut es aber nicht. Und jetzt ist hoffentlich auch klar wieso.

Doch es ist noch nicht zu Ende. Für diejenigen, die es nicht (mehr) wissen: DRK-Präsidentin Hasselfeldt war zudem eine „ziemlich“ gewichtige, der CSU angehörige Politikerin: Konkret von 1989-1991 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sowie von 1991-1992 auch noch für Gesundheit. Und von 2005-2011 dann schliesslich noch Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Kurz: Mit bestem Draht zum Machtzentrum. Aus CSU-Kreisen konnte man noch vor wenigen Jahren zu hören bekommen: „Es gibt niemanden in der CSU, der Angela Merkel so nahe ist wie Gerda Hasselfeldt.“

Fazit: Bei so guten Beziehungen ist es ja auch nicht verwunderlich, wenn das DRK als erste und wichtigste Hilfsorganisation unter denjenigen, die den Drückerkolonnen-Betrug praktizieren lassen, diesen auch stets „durchzudrücken“ weiss, nöh?

 

Medienbeiträge mit/von Blogbetreiber zum Thema:

Demokratisch-Links – Kritische Internetzeitung (DE), 8.12.2018: „Die bösen Guten“

Zentralplus (CH), 27.5.2018: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“

KirchenZeitung (AU), 28.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“

PS: Und es sei wieder mal darauf hingeweisen, dass bei einer Studie von 2011 rund die Hälfte der befragten NGOs mindestens Haustürsammlungen von kommerziellen Drückerkolonnen im Auftrag von Rettungsdienstorganisationen (DRK, ASB, Johanniter, Malteser) für den ganzen Sektor schädigend gehalten hat!

+++ News (CH), 5.2.2019 +++ Meistgelesene Zeitung „20 Minuten“ reagiert auf Protestmail von Blogger +++ News (CH), 5.2.2019 +++
+++ News (DE), 25.1.2019 +++ Spendensammler mit Haftbefehl gesucht (siehe auch älteren Beitrag Unicef & Save the children lassen Spendenfirma Schwerverbrecher anstellen) +++ News (DE), 25.1.2019 +++

CH: Wichtigste mit Spendensammelfirma Corris zusammenarbeitende Non-Profit-Organisation verliert vor Gericht (Januar 2019/2)

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Hilfwerke wie Unicef, WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Infirmis oder Pro Juventute machen ihre Spendensammlungen auf den Strassen oder vor Haustüren nicht selbst, sondern beauftragen damit die spezialisierte Werbefirma Corris. Corris bekommt dafür von jeder Organisation 850 Franken im Tag: für jede einzelne sammelnde Person! HEUTE entspricht das rund drei Jahresspenden, die jedes neu spendende Hilfsorganisations-Mitglied quasi an Corris zahlt! Denn es machen a) immer weniger Leute mit, und diese b) bleiben auch immer weniger lang Mitglied, womit der Anteil von Corris an den Gesamtspenden stetig steigt. Als wichtigster Corris-Kunde gilt die Stiftung für Konsumentenschutz, da Bundesrätin Simonetta Sommaruga dort sowohl Chefin als auch Präsidentin war.

Weiterer Rückschlag für die Spendensammelmafia: Die linksgerichtete Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) verliert eine wichtige Schlacht vor Gericht, worüber der BLICK vor paar Tagen berichtet hat. Und zwar gegen den rechtsgerichteten „Konsumentendienst“, über den sie ungerechtfertigterweise gelästert hat (siehe Beitrag vom 22.7.2016). Der Konsumentendienst bringt auch das Magazin KONSUMER raus, wo ich folgenden, vielbeachteten Beitrag gegen den Sammelnonsens geschrieben habe: „Der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“. Dazu muss ich sagen: Mir geht es nicht um rechts oder links – ich habe ja gerade zuletzt bei einem Links-Medium, bzw. dem Vorwärts (Die sozialistische Zeitung) publiziert. Sondern um Fairness der Hilfswerke gegenüber ihrer Spenderschaft. Und leider haben in den letzten Jahren linke Medien (etwa der Tamedia-Verlag mit  20 Minuten, Tages-Anzeiger oder SonntagsZeitung oder die WOZ) und linke Institutionen für Verbrauchende (eben die SKS, Der Beobachter oder auch der K-Tipp, welcher immerhin im November nach vielen Jahren wieder einmal darüber geschrieben hat) kaum oder nie über die Corris-Problematik berichtet. Obwohl ja enorm viele „Verbrauchende“ betroffen sind. Der Grund: Viele Politiker und Politikerinnen, und vor allem extrem viele LINKE Politiker und Politikerinnen haben bei gemeinnützigen Organisationen ein Mandat (z.B. als StiftungsratspräsidentIn, Vorstandsmitglied, etc.).  Und die kritisiert man als links-orientiertes Medium „halt“ nicht gern. Vor allem, wenn ein Bundesratsmitglied extrem heikel involviert ist: Simonetta Sommaruga, Ex-Geschäftsführerin und -Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz. Aus drei Gründen: Sie ist als Bundesrätin die gewichtigste Vertreterin der „Corris-Lobby“, als Ex-Verantwortliche einer Verbrauchenden-Institution, die ja eben als Organisationen für Konsumierende das Sammelsystem speziell anprangern müsste, zusätzlich in einer besonders exponierten Position. Und nicht zuletzt war Sommaruga ja bis vor Kurzem auch noch Justizministerin! Eine ausserordentlich brisante Verfilzung, wenn man bedenkt, dass die Justiz nie gegen Corris & Co. oder deren auftraggebende Hilfswerke vorgegangen ist. Denn eigentlich handelt es sich bei dieser Sammelkooperation rechtlich gesehen um Betrug, auf was ich in einem Beitrag von Zentralplus hingewiesen habe. Ob der Departementswechsel von Sommaruga wohl auch etwas mit diesem Gerichtsurteil zu tun hat. Denn nun steht ja plötzlich die SKS im Schilf. Etwa, weil nun unabhängiger gerichtet werden kann?

CH: Corris-„Skandalhilfsorganisationen“, Beispiel Pro Juventute: Sexueller Kindsmissbrauch & Nazi-Kollaboration (Januar 2019/1)

9.1.2019: 1. Spendensammelskandal in Österreich bei eingeführten Tablets – siehe Post vom 27.9.2016 (in CH von Corris für Helvetas eingesetzt): „Spendensammler fälschte Verträge, um an höhere Provisionen zu kommen“ (Tiroler Tageszeitung)
Dez.-Beitragstipp: Neuer Bundesrat: Mehrheit mit Corris-NGO-Verbindung

 

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Besuch bei Pro Juventute-Mitgründer bei einzigem CH-Abstecher: Hitler privat

 

Profitorientierte Fundraisingagenturen betreiben für Hilfsorganisationen auf Strassen und vor Haustüren Mitgliedsanwerbung und kassieren dafür den grössten Teil der Spenden selbst. Kürzlich hat der Autor in einem  Medienbeitrag aufgedeckt, dass der Spendensammelnonsens „braune“ Ursprünge hat, war doch das Deutsche Rote Kreuz als erster Sammelfirmenkunde geradezu mit Nazis „verseucht“. Doch auch in der Schweiz gibt es eine „Corris-Organisation“ mit irritierender Nazi-Nähe…

Auf der Rangliste menschlicher Gräueltaten steht der sexuelle Missbrauch von Kindern „ziemlich“ zuoberst. Einverstanden? Umso schockierender ist es demzufolge, wenn eine wohltätige Organisation sich bezüglich dem Thema etwas zu Schulden hat kommen lassen. Dass so eine Organisation mit der hoch dubiosen Spendensammelfirma Corris kollaboriert ist in diesem Sinne natürlich dann auch nicht mehr verwunderlich (Corris bekommt im Tag von einer Hilfsorganisation 850 Franken pro sammelnde Person oder mit anderen Worten: steckt heute den Löwenanteil der Gesamtspenden einer Sammelkampagne in die eigene Tasche). Fehlt eigentlich nur noch, dass betreffendem Hilfswerk eine Verbindung zum braunen Milieu nachgewiesen werden kann. Kein Problem, sogar zum „dunkelbraunsten“, respektiv Hitler höchstpersönlich.

Mehr als glühender Hitler-Verehrer

Die Rede ist von der staatsnahen Jugendschutzorganisation Pro Juventute Schweiz. Wobei die Staatsnähe sich zum Beispiel an einem der Pro Juventute-Mitgründer erkennen lässt; Ulrich Wille, erster Vizepräsident des Hilfswerk-Stifungsrates – und Sohn des gleichnamigen Generals der Schweiz im ersten Weltkrieg. Das Pikante: Wille war ein glühender Verehrer von Hitler. So gross, dass er es schaffte, den „Führer“ sogar zu sich nach hause einzuladen, so geschehen am 30. August 1923. Dies, nachdem die Spitzen der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei in den Vormonaten bereits regelmässig zu Gast bei Wille waren und dieser Hitler ebenfalls schon zweimal privat in München getroffen hatte. Gemäss WOZ hat Wille sogar direkt an der Planung des am Ende desselben Jahres stattgefundenen Hitler-Putsches mitgearbeitet!

„Dunkler Fleck“ im Schweizerlande

Nachvollziehbar demnach, dass Pro Juventute nationalsozialistisch-verwandtes Gedankengut in Form von krassestem Rassismus pflegte – auch gegen Fahrende (ehemals: „Zigeuner“), die ja ebenfalls in Konzentrationslagern interniert wurden. Sprich: Die Vorstellung, dass minderwertige Erbgut „asozialer“, nicht-sesshafter Menschengruppierungen könne das wertvolle Erbgut der sesshaften Mehrheitsbevölkerung schädigen. Aus dem sich nicht zuletzt auch daraus ableitenden Projekt „Kinder der Landstrasse“, das sogar als Pro Juventute-eigenes „Sub-Hilfswerk“ geführt wurde, entwickelte sich der grösste Skandal in der Schweizer Hilfswerkgeschichte. Einer der „Motoren“ des Projektes: Bundesrat Heinrich Häberlin, der nach seinem Rücktritt das Amt des Pro Juventute-Stiftungsratspräsidenten angenommen hatte. Häberlin bezeichnete Fahrende als „dunklen Fleck“ im Schweizerlande, den es zu beseitigen gelte. Die Haltung der Pro Juventute-Verantwortlichen, im Speziellen auch des „Kinder der Landstrasse“-Hilfswerkgründers Alfred Siegfried („Wer die Vagantität erfolgreich bekämpfen will … muss … die Familiengemeinschaft auseinanderreissen.“) speiste sich aus der Überzeugung, das Aufwachsen von Kindern in „asozialen“ Familien wäre für diese schädlich. Kurz: Zwischen 1926 und 1973 wurden rund 600 Zigeunerkinder von deren Familien weggenommen und vorwiegend in Kinderheimen und Erziehungsanstalten untergebracht.

Sexueller Missbrauch an Pro Juventute-Kindern

„Kinder der Landstrasse“-Leiter Siegfried ist allerdings schon vor seiner Hilfswerkzeit straffälllig geworden – und wie! Nämlich wegen nichts anderem als sexuellen Missbrauchs an einem seiner Schüler (Siegfried war vor seiner Hilfswerkzeit Lehrer am Unteren Gmnasium in Basel)! Nicht verwunderlich in diesem Sinne, wenn auch der Nachfolger Siegfrieds; Peter Döbeli, nur vier Jahre nach Antritt bereits wieder entlassen wurde. Der Grund lässt sich erahnen: Sexueller Missbrauch an Kindern, diesmal solche von Pro Juventute – beziehungsweise bei Pro Juventute unter Vormundschaft stehend – selbst!

… und natürlich Corris

Respektiv: Es kann ja nicht gut rauskommen mit einer Jugendinstitution – besser gesagt ja sogar Jugend-„Schutz“(!)-Organisation – wenn schon einer der Mitgründer der Organisation ein Nazi-Kollaboteur und der Gründer des Sub-Hilfswerks ein Kinderschänder ist! Oder wie ist es anders erklärbar, dass Pro Juventute ab ca. 2010 plötzlich auch auf den Sammelnonsens mit der Corris AG setzte, obwohl man sich noch 2005 in den Medien schwer von Corris & Co. distanziert hatte?

PS: Vollständigkeitshalber hier auch noch kurz zu den zwei Hilfswerken, bei denen ich selber gearbeitet habe. Erst einmal zu Terre des hommes – Kinderhilfe (gibt übrigens auch noch das viel kleinere Terre des hommes Schweiz, das sich schon vor Jahrzehnten von der Mutterorganisation abgespalten hat und im Gegensatz zu ihr bei Corris ist). Bei Terre des hommes – Kinderhilfe kam 1999 ein Riesenskandal ans Licht, erst durch den Englischen „The Guardian“ aufgedeckt und später auch vom Spiegel aufgenommen: Der pädophile Brite David Christie, Terre des hommes-Beauftragter in Äthiopien, hatte das dortige Terre des hommes-Kinderdorf in ein regelrechtes Pädophilenparadies verwandelt, indem er „gleichgesinnte“ Freunde ins Dorf mitgebracht hatte. Terre des hommes – Kinderhilfe ist also bei keiner „Sammelfirma“ à la Corris, hatte dafür aber einen umso grösseren internen Fall von sexuellem Kindsmissbrauch. Bei Ärzte ohne Grenzen Schweiz (auch Médecins sans frontières, bzw. MSF) ist es umgekehrt: MSF hatte die Strassen-Spendensammlungen zu meiner Zeit zwar selbst gemacht und 2010 in der Tagesschau sogar noch stolz verkündet, wie wichtig das der Organisation wäre. Nur kurz darauf war man dann trotzdem eine ganze Weile bei der Corris-Konkurrenfirma Ten Fe GmbH…

 

 

DE/AU: SAT. 1-Frühstücksfernsehen-Beitrag zu kommerziellen Hilfwerk-Strassensammlungen + Nachfolgebeitrag von heute.at (Dez. 2018)

„DAS MORALISCHE IST EGAL“

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Link: https://www.sat1.ch/tv/fruehstuecksfernsehen/video/spendensammler-kann-man-ihnen-vertrauen-clip

Nachfolgebeitrag: https://www.heute.at/welt/news/story/Aussteigerin-packt-ueber-die-Spendensammler-aus-57209467

 

PS: Online-Abstimmung in Hannover (Hannoversche Allgemeine) von Ende Dezember (76% der Leserschaft findet, Ärger über Spendensammelnde sei berechtigt): http://www.haz.de/Start/Umfragen/Spendensammler

 

Kommerzielle NGO-SpendensammlerInnen auf Strassen/vor Haustüren: Die Ursprünge (15.12.2018)

Angesichts des grossen Interesses in der gesamten deutschsprachigen Welt für meinen „Vorwärts“-Artikel vom 15.11.2018 publiziere ich ihn hier nochmal auf meiner Website:

 

DIE BÖSEN GUTEN

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Haustür- und Strassenspendensammlungen werden von verdeckt agierenden, spezialisierten Werbefirmen durchgeführt, die daraus ein Geschäft machen: „Profit mit Non-Profit“. Ein unerhört schwerer ethischer Verstoss und übelster Kapitalismus. Denn das gerade dem NON-Profit-Sektor ureigene „Uneigennützigkeits“-Gebot wird so massiv verletzt – und die Glaubwürdigkeit der auftraggebenden Non-Profit-Organisationen zerstört.

 

„Es schadete unserer Glaubwürdigkeit“, meinte Ex-WWF-Marketingleiter Reinhardt Brühwiler zum „Bund“, nachdem die Berner Zeitung schon im Vorjahr geschrieben hatte: „Der WWF trennt sich aus ethischen Gründen von der Firma Corris, die bisher Mitglieder für die Umweltorganisation rekrutierte“. Das war Ende der 90-er. Ab 2003 war der WWF Schweiz wieder bei Corris, denn: who cares?

Corris ist die grösste Schweizer „Face-to-Face Fundraisingagentur“. 850 Franken zahlt ihr eine NGO im Tag: für jeden einzelnen Sammler! Firmenbesitzer Gerhard Friesacher hat sich längst aus dem Tagesgeschäft verabschiedet, lässt nur noch die Kassen klingeln, und widmet sich der mit einem Teil seiner Corris-Millionen aufgebauten Ladenkette „Changemaker“ (jedoch auch nur drei bis vier Tage die Woche, wie die Medien vor paar Jahren enthüllt haben; den Rest verbringt er mit Kind und Kegel im trauten Heimatland Österreich). In den hippen Changemaker-Shops gibt’s stylishe Produkte, die alle „irgendwie“ nachhaltig sind, wie etwa eine Zwitscherbox („Die Natursounds erschaffen eine wohltuende Soundkulisse…Wir atmen durch und kommen zur Ruhe, wie bei einem  Waldspaziergang.“). Dabei sagte Friesacher selbst mal in einem Interview: „Niemand geht shoppen, um die Welt zu  verbessern.“ Hauptsache, man denkt es.

So hört man auch bei Corris mitunter schon beim Bewerbungstermin: „Ein bisschen flunkern ist schon erlaubt, es geht ja um die gute Sache“. Es darf also beim Sammeln gelogen werden. Und die „gute Sache“? Dient lediglich als Verkaufsargument („Hesch e Minute für e gueti Sach?“). Im Gegenteil: Corris & Co. geht es um Gewinn, eben „Profit“. Der Besitzer des grössten „Sammelkonzerns“ der Welt; Appco, soll sogar Milliardär sein!

Aber auch die leistungsbasierten Sammlerlöhne sind Unsinn, sind doch gerade die Boni-korrumpierten Top-Sammler die fragwürdigsten Charaktere, aggressiv und manipulativ vorgehend – und ohne schlechtes Gewissen hohe Saläre beziehend! Friesacher selbst hat mal als Haustürsammler angefangen und sich dann allmählich hochgearbeitet.

Lange Zeit die einzige Haustür-Sammelfirma im Lande war die Wesser GmbH, die schon seit den 80-ern fürs Schweizerische Rote Kreuz unterwegs ist. Erst 1997 deckte der SonntagsBlick auf, dass eine Werbefirma hinter den Aktionen steckt. Und auch, dass ein Klinkenputzer gegen 10’000 Franken im Monat verdient hatte. Da war Wesser noch gut bedient: Zu jener Zeit waren sogar 15’000 Franken möglich (auch „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ von Corris, Englisch: „Charity muggers“ oder abgekürzt „Chuggers“, mussten übrigens um diese Zeit nicht darben). Denn damals machten noch viel mehr Leute mit.

Bei Haustürsammlungen trifft man öfters ältere Leute an. Mitunter solche, die „nicht mehr so ganz mitkommen“. Da lassen sich einfach Mitgliedschaften aufschwatzen – und hohe Spendenbeträge. Paradebeispiel: Einen viel höheren Betrag nennen, wenn gefragt wird, wieviel etwa gespendet werde. Der Geschäftsleiter von Wesser CH, der bis vor nicht allzu Langem noch selbst sammelte, ist so immernoch auf monatlich 10’000 Franken gekommen.

Wesser war als weltweit erste F2F-Fundraisingfirma aber bereits 1968 in Deutschland fürs Deutsche Rote Kreuz gestartet. Ausgerechnet das DRK: die wohl umstrittenste NGO überhaupt. Nicht etwa, weil vor drei Jahren bekannt wurde, dass die Ex-Chefin der DRK-Schwesternschaft; Heidi Schäfer-Frischmann, bis zu 540’000 Euro im Jahr verdient hatte. Sondern weil das DRK während der Nazi-Zeit von einer Hilfsorganisation zu einer rein nationalsozialistischen Sanitätsorganisation mutiert ist. Indem zum Beispiel der fundamentale Grundsatz der „Unparteilichkeit“, dass allen leidenden Menschen ohne diskriminierende Unterscheidung geholfen wird, aus freien Stücken preisgegeben wurde.

Der Führer selbst wurde gar zum DRK-Schirmherrn ernannt! Zum geschäftsführenden DRK-Präsidenten berief Hitler prompt SS-Oberführer Ernst-Robert Grawitz. Die SS war ursprünglich die Leibgarde Hitlers, kam aber später vor allem durch den Betrieb der Konzentrationslager („Auschwitz“) zu ihrem teuflischen Image. Grawitz war als Reichsarzt auch für die berüchtigten KZ-Menschenversuche verantwortlich. Von 29 Mitgliedern der DRK-Führung waren schlussendlich 18 SS-Führer.

Zum springenden Punkt: Von den DRK-Verantwortlichen wurden nach dem Krieg nur die wenigsten zur Rechenschaft gezogen. So konnte auch 1968 immernoch ein Ex-Nazi; Walter Bargatzki, als DRK-Präsident amten: das Jahr, in dem die verhängnisvolle Kooperation mit Wesser begann…

Dass ein humanitäres Hilfswerk mit einer menschenverachtenden Diktatur zusammenspannt, ist sicher nochmal eine andere Liga, als wenn das ein profitorientierter Konzern tut – obwohl dies freilich auch verwerflich ist. Das hätte auch WWF-Gründungspräsident Prinz Bernhard von den Niederlanden wissen müssen – der vorher im Übrigen jahrelang begeisterter Grosswildjäger war („Tierschutz“) – und auch in der SS! Wobei anzumerken ist, dass der Prinz ursprünglich Deutschen Adelsgeschlechts war, sich aber 1937 ins holländische Königshaus „eingeheiratet“ hat (König Willem Alexander ist sein Enkel). Schon zuvor, ab 1935, war er für den Chemiekonzern I.G. Farben tätig, welcher bereits 1933 einen Absatzgarantie-Vertrag für 350’000 Tonnen synthetischem Benzin mit der Hitlerregierung abgeschlossen hatte. Später lieferte eine Tochterfirma sogar das Schädlingskämpfungsmittel Zyklon B, mit dem die Juden vergast wurden!

Zurück zu Prinz Bernhard: In Holland freundete er sich zuschlechterletzt mit dem Vorstandsvorsitzenden des Ölkonzerns Shell an: John H. Loudon (das niederländische Königshaus ist an Shell beteiligt) – und machte diesen zu seinem Nachfolger als WWF-Präsidenten!

Shell stand wiederum am Anfang der ersten kommerziellen Strassensammlungen: 1995 sorgte Greenpeace für ein Mega-Medienspektakel. Shell wollte seine ausgediente Ölplattform „Brent Spar“ einfach im Atlantik versenken, was Greenpeace erfolgreich behinderte („David vs. Goliath“) – mit riesigem Imagegewinn.

Doch der NGO stieg der Erfolg zu Kopf. Denn just im Sommer 1995 kam man bei der Österreichischen und für Greenpeace anwerbenden Haustür-Sammelfirma DialogDirect auf die Idee, die Aktionen dorthin zu verlagern, wo die Leute im Sommer am meisten sind: ganz sicher nicht zuhause! Flugs ging’s zum nächsten Swimming-Pool. Und es funktionierte – scheinbar! Denn es wusste ja noch niemand, dass auch auf der Strasse kommerziell gesammelt, respektiv übelster Kapitalismus „unter dem Deckmantel der guten Sache“ betrieben wird. Selbst die anderen Greenpeace-Ländersektionen – bevor sie freilich ebenfalls den Kopf verloren (die ersten Verkaufszahlen waren einfach zu gut) – standen dem Experiment erst höchst skeptisch gegenüber. O-Ton: „Weird Austrians!“ („Verrückte Österreicher!“)

Pikant: DialogDirect ist, zuerst noch unter anderem Namen, auch von einem Ex-Klinkenputzer von Wesser gegründet worden; Franz Wissmann – und seinem Kumpel Corris-Friesacher!

Immerhin: Da inzwischen ja eben immer weniger Leute mitmachen, rentieren die Sammlungen für die NGOs kaum noch: das System ist am kollabieren. Friesacher lacht sich indes ins Fäustchen. Er hat ja mit Changemaker für Kontinuität gesorgt! Anders sieht’s bei den NGOs aus. Doch wer die ganze Geschichte (nun) kennt, muss sagen: Selber schuld. Oder?

 

 

 

Nach Englischem „Brighton“ fordert auch „Lübeck“ als zweite Deutsche Grossstadt allfälliges Totalverbot für Strassen-Spendensammlungen!!! (12.12.2018)

Update 13.12.2018

Kaum habe ich letzten Beitrag geschrieben über mögliches erstes Totalverbot für Strassen-Spendensammlungen in Englischer Grossstadt, da entnehme ich dem Internet, dass auch Lübeck in Deutschland ein solches durchaus ins Auge fasst. Lübeck wäre nach Freiburg erst zweite Deutsche Grossstadt, die ein solches durchsetzt.  Auch in Berlin gab es nämlich lange Jahre ein „Quasi-Totalverbot“, doch wurde dieses nicht durchgesetzt. Erklärbar: Denn es war lediglich nicht erlaubt, Mitgliedschaften direkt am Stand/auf der Strasse abzuschliessen, so wie laut Artikel auch in Lübeck früher (und demnach offenbar auch in viel mehr anderen Städten, als bisher bekannt – gilt auch für CH & AU). Da haben Politik/Behörden in dem Fall aber gar keine gute Leistung gezeigt. Denn praktisch alle Mitgliedschaften werden ja auf der Strasse abgeschlossen, inkl. Unterschrift! Respektiv: Es macht so gut wie niemand mit, der die Unterlagen nach hause nimmt – heute erst recht nicht (mehr), da ja sowieso immer weniger mitmachen. Wären die Behörden konsequent gewesen, gäbe es dieses Sammelsystem also, möchte ich meinen, schon locker 15 Jahre nicht mehr! Fazit: Es ist zu hoffen, dass Politik/Behörden ihren Fehler ausbügeln, und jetzt umso konsequenter ein Totalverbot für solche Sammlungen ÜBERHAUPT erlassen/durchsetzen – jedenfalls, wenn diese von kommerziellen Werbefirmen durchgeführt werden (was i.d.R. der Fall ist).  Hier das Wichtigste aus dem Artikel (zu ganzem Beitrag in „LNONLINE“ H-I-E-R):

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POLITIKER GEGEN AGGRESSIVE SPENDENSAMMLER

«Lübeck – So nicht: Die Politiker wehren sich gegen aggressives Werben in der Fußgängerzone … Denn die Promoter halten sich nicht an die Regeln der Stadt. Jetzt fordern die Politiker mehr Kontrolle – oder das Aus solcher Strassenwerbung … „Es ist ein offensiveres Auftreten zu verzeichnen“, gibt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) im Hauptausschuss zu … Massive Kritik an dem Verhalten kommt von den Linken. „Ich finde das masslos“, macht Ragnar Lüttke klar. „Die bedrängen die Leute.“ … Aus seiner Sicht engagieren die Organisationen „Drückerkolonnen“, um auf Mitgliederfang zu gehen. Er ist sauer: „Da geht es nur ums Geldmachen.“ … „Da gibt es teilweise ein aggressives Verhalten“, stimmt SPD-Fraktionschef Peter Petereit zu. „Die gehen gezielt auf die Leute zu“, hat Ulrich Krause (CDU) beobachtet … Das sei eine Belastung für die Bürger … „Wenn da keine Besserung eintritt, dann kann man der Organisation künftig keine Erlaubnis mehr erteilen“, macht Krause klar … Krauses Forderung: „Sollte der Aufwand zu groß werden für die Verwaltung, dann werden wir es ganz lassen müssen.“»

Y-E-S, stoppt den Nonsens endlich! Und danke, danke, danke!

Letzer Medienbeitrag von Blogbetreiber zum Thema (berücksichtigt Situation in allen deutschsprachigen Ländern) H-I-E-R sowie weiterer Medienbeitrag ÜBER den Blogbetreiber D-O-R-T.

England: Erstes Grossstadt-Totalverbot für Strassenspendensammlungen inkl. „Kettenreaktion“ lässt weiter auf sich warten (12.12.2018)

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Chugger/Wohltätigkeits-Strassenräuber für Shelter Scotland-Obdachlosenhilfe

In England, wo die allergrössten Städte praktisch alle TEIL-Verbote für die immer verhassteren Strassenspendensammlungen erlassen haben (Birmingham z.B. hat eine Reduktion um 70% erwirkt), welche ja in der Regel von kommerziellen Werbeagenturen übernommen werden, die mittlerweile 90 Prozent oder mehr der Kampagnen-Gesamtspenden selbst einsacken, wartet die Bevölkerung immernoch sehnsüchtig auf das erste Grossstadt-TOTALverbot (in Kleinstädten wie z.B. in Morley gibt es solche Totalverbote bereits). Versagt hat Nottingham, wo nur gewisse Restriktionen durchgesetzt werden konnten – einmal mehr (siehe ersten Post vom August 2018). Als nächstes an der Reihe ist der bekannte südliche Badeort Brighton mitsamt Nachbargemeinde Hove, wo Anfang Dezember Massnahmen angekündigt wurden gegen die Wohltätigkeits-Strassenräuberei („chugging“ oder „charity mugging“). Wann kommt endlich der von mir prophezeite Riesenknall, respektiv wo wird sich der berühmte „Funke im Pulverfass“ bilden???

Anmerkung: Im Deutschen Freiburg gibt es bereits ein Totalverbot – schon seit 2011. Nur ist Freiburg damit ein Exot in Deutschland. Die Chance, dass sich zuerst ein flächendeckendes Totalverbot durchsetzt ist momentan in England am grössten. Jedoch: Bei solchen „Riesenbewegungen“ kann man eh meist nicht sagen, wann, wo und wie genau das Entscheidende passiert und wie das Ganze dann auch ablaufen wird.

CH: Neuer K-Tipp-Beitrag zu Corris, Wesser & Co. (Strassen- & Haustürspendensammlungen) & Neo-Bundesrat-„Verfilzungsanalyse“ (10.12.2018)

NEUER BUNDESRAT: MEHRHEIT MIT VERBINDUNG ZU „CORRIS-NGOs“!

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Mit Abstand verfilztestes Bundesratsmitglied: „SKS-Simonetta Sommaruga“

 

Neue Erkenntnis: Auch Beiträge bei KLEINEN Medien können GROSSE Wirkung haben. So hat mein Artikel bei der sozialistischen Zeitung „Vorwärts“ vom 15.11.2018 offenbar für zahlreiche Telefonanrufe beim K-Tipp gesorgt, der dadurch quasi „gezwungen“ war, zu den skandalösen NGO-Spendensammlungen kommerzieller Werbefirmen auch einen Beitrag zu schalten (allerdings werden im Artikel wie gewohnt die von den NGOs herausgegebenen Verkaufszahlen nicht hinterfragt, obwohl diese veraltet sind – denn der Truc ist, dass das Sammelsystem kaum mehr rentiert für die NGOs, da immer weniger Leute mitmachen und auch immer weniger lang Mitglied bleiben – siehe meinen Leserbrief in der Deutschen „Neckar-Chronik“ der Südwest-Presse).

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Ignazio Cassis, Ex-Stiftungsrat Fairmed

Institutionen für Verbrauchende schreiben nämlich leider seit geraumer Zeit nicht mehr gerne über das Thema – ausser es kommt eben EXTREM viel Druck von aussen. Der Grund: Fast alle Konsumierenden-Organisationen und deren Medien sind „links-freundlich“ – mit Ausnahme des Magazins KONSUMER, bei dem ich prompt einen Beitrag zum Thema machen konnte („Eine Sauerei“, 3.5.2017). Das konkrete Problem: Extrem viele linke Politiker und Politikerinnen sind bei Hilfsorganisationen in Vorständen, Stiftungsräten, in Patronats- oder Matronatskomitees oder sonstwie damit verbunden. Das geht bis in den Bundesrat hinauf, respektiv: Ein Bundesratsmitglied muss zwar beim Antritt allfällige Mandate abgeben. Aber selbstverständlich ist immernoch eine gewisse Bindung vorhanden. Am krassesten ist das bei der bisherigen JUSTIZ-Ministerin Simonetta Sommaruga der Fall. So unternimmt die Justiz seit Jahren nichts gegen die Sammlungen, obwohl es sich dabei um eine Straftat handelt (NDR-Beitrag vom 21.8.2012). 

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Karin Keller-Sutter, Ex-Matronat bei Plan International

Naja, Sommaruga war ja selbst Präsidentin von Swissaid sowie vor allem auch Geschäftsführerin & Präsidentin der SKS, bzw. der „Stiftung für Konsumentenschutz“ (hier kommt natürlich auch der bereits erwähnte „Links-Drall“ bei Konsumierenden-Organisationen zum Vorschein). Beide sind bei der Sammelfirma Corris. Da muss ich doch gleich auch noch meinen Senf zum neuen Bundesrat hinsichtlich der „Wohltätigkeits-Räuberei“ dazugeben: Es schwärmen ja alle, dass nun die Frauen wieder ganz passabel vertreten sind in der Landesregierung. Äh, aber bitte nicht vergessen: AUCH Corris, Wesser & Co. können aufatmen. Dass politische Massnahmen gegen sie unternommen werden, ist so gut wie unmöglich (ausser es kommt wie erwähnt RICHTIG Druck von aussen, wie jetzt gerade coolerweise eben vom „abweichlerischen“ K-Tipp). Denn neben Sommaruga und Ignazio Cassis; Ex-Stiftungsrat „Fairmed“ (=Corris-Kunde), kommt nun noch Viola Amherd; Ex-Stiftungsrätin „Swissaid“ (Gruss an Sommaruga) dazu, und mit etwas Abstand auch noch Karin Keller-Sutter, die bis vor nicht allzu Langem noch ein Matronat für Plan International (=Corris-Kunde) übernommen hatte: F-I-L-Z!!!

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Viola Amherd, Ex-Swissaidstiftungsrätin

Und auch noch einen kleinen Kommentar bezüglich der brandaktuellen, neuen Departementsaufteilung: Sommaruga übernimmt ja nun das UVEK, während neu Keller-Sutter fürs Justizdepartement zuständig ist. Änderung in punkto bisheriger „Corris-Praxis“ (alles „tiptop“ erscheinen lassen) also gleich Null. Beim UVEK (Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) hat ja die „Corris-verseuchte“ SP (Bundesrat Leuenberger sowie SP-Gygi, Siegenthaler & Weibel) schon vor Langem alles vorgegleist bei den bundesnahen Betrieben Post und SBB – siehe „Post“ vom 1.9.2018 – wo bekanntlich die wie gesagt EIGENTLICH widerrechtlichen Spendensammlungen gestattet sind.  Post & SBB erhalten dafür ja auch einen netten „Zustupf“ (Standmiete pro Tag im Zürcher Bahnhof für Corris & Co.: 950 Franken). Und im Justizdepartement wird sich die der SP-angenäherte Keller-Sutter (deshalb ist sie ja AUCH „von Links“ gewählt worden) nicht trauen, wieder ihre harte „rechte“ Hand hervorzuholen, die sie als Justiz- und Sicherheitsdirektorin in der St. Galler Regierung mal gezeigt hat, respektiv gegen den Corris-Stuss vorzugehen (und die Staatsanwaltschaft wird sich in gleicher Weise weiterhin nicht trauen, gegen die Interessen der Justizministerin zu handeln). Zumal Keller-Sutter selbst eine vergangene Verbindung zu einem Hilfswerk (Plan International) nachgewiesen werden kann – und ja auch FDP-Bundesratskollege Cassis von derselben Partei nicht vergessen werden darf (Ex-Fairmed-Stiftungsrat)…

 

EIN SPENDENSAMMLER KOSTET ÜBER 700 FRANKEN PRO TAG (K-TIPP-BEITRAG VOM 27.11.2018)

Mit Standaktionen auf belebten Plätzen und ­Hausbesuchen versuchen Hilfswerke, Spender zu gewinnen. Dafür beauftragen sie externe ­Unternehmen. Wer Geld spendet, ­bezahlt auch diese Privatfirmen.

Musiklehrerin Kora Wuthier aus Goldach SG ärgert sich über einen angeblichen Mitarbeiter von Pro Natura, der vor ihrer Haustür auftauchte.Wuthier schreibt dem K-Tipp: «Der Mann, der bei mir klingelte, war sehr aufdringlich. Ich musste ihn entschieden zurückweisen.» Er zog durch Wuthiers Wohnquartier, um für die Naturschutz­organisation neue Spender zu gewinnen.

Tatsächlich war der Mann aber beim Fundraising­unternehmen Wesser an­gestellt, das sich auf Hausbesuche spezialisiert hat. Pro Natura beauftragt ­diese Firma mit Büros in Stans und Zürich seit sieben ­Jahren. Wesser beschäftigt 500 Teilzeitangestellte, zumeist Studenten. Allein im ­vergangenen Jahr klin­gelten sie nach Angaben von Wesser in den Sommermonaten rund 160 000 Mal für Pro Na­tura an Haustüren und überzeugten 16 000 Leute von einer Mitgliedschaft.

Dafür zahlte Pro Natura der Firma Wesser ungefähr 700 Franken pro Mit­arbeiter und Tag. Wie viel sie Wesser insgesamt ­zahlte, gibt Pro Natura nicht bekannt. Zum ganzen Artikel auf der K-Tipp-Website…

Strassen-Spendensammelnde in Spanien: Vorgabe verfehlt – kein Lohn!!! (26.11.2018)

Medienbeitrag über den Blogger: Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler – Media article about the Blogger: His lonely struggle against charity muggers – Artículo de prensa sobre el Blogger: Su solitaria lucha contra los captadores de fondos

Ich bin ja bisher davon ausgegangen, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann in Sachen Strassen- und Haustürspendensammlungen – sowohl für Spendende als auch für Sammelnde (ausser, diese streben Kriminellenkarriere an). Doch ein Blick in die spanischsprachige Welt, wo aufgrund der schlechteren Wirtschaftslage selbstverständlich deutlich weniger gespendet wird als in den deutschsprachigen Ländern, hat mich eines Besseren gelehrt (gleich vorab ein „Sorry“, falls nicht alles 100% richtig übersetzt wurde). Und peinlicherweise ist ausgerechnet mein ehemaliger Arbeitgeber; die Hilfsorganisation „Médecins sans frontières“, beziehungsweise „Ärzte ohne Grenzen“ (Friedensnobelpreis 1999), welche Sammelnde in Spanien selbst anstellt, sehr unlöblich in die Geschichte involviert (denn sie macht es nicht besser als die Werbefirmen). Es geht um die Löhne der Sammelnden. Denn es ist ja so: Während erfolgreiche Werbende „in Sänften rumgetragen“ werden (z.B. nicht nur in Form viel zu hoher Löhne, sondern z.B. auch durch bezahlte Ferien/Aufenthalte in Nobelhotels während der Aktionen), gelten die nicht erfolgreichen Sammelnden als eine Art „Ausschussware“ (indem sie z.B. mit einem Mini-Gehalt sogleich wieder rausgeschmissen werden – ODER SOGAR ÜBERHAUPT KEINEN LOHN ERHALTEN). Hier ein letztjähriger Artikel der spanischen Zeitung „Atlántico“:

 

CAPTADORES PARA LAS ONG, CONTRA CLÁUSULAS ABUSIVAS (HILFSORGANISATIONS-SPENDENSAMMELNDE BEKLAGEN MISSBRÄUCHLICHE ARBEITSVERTRAGSKLAUSEL)

Captadores de MSF, una imagen habitual en las calles.

Los trabajadores „face to face“ se han convertido en una de las principales fuentes de financiación de las ONG en los últimos años. Sólo en Vigo hay 80 personas dedicadas a esta actividad en alguna organización social, 10 de ellas contratadas por Médicos sin Fronteras (MSF) y sujetas a una cláusula que sus protagonista consideran “abusiva” debido a las exigencias que van aparejadas. El apartado del contrato obliga a los empleados a captar un mínimo de 24 nuevos socios al mes. En el caso de incumplirla será despedido sin ninguna indemnización. 
Algunos captadores denunciaron esta situación a Comisiones Obreras hace más de un año y la organización paralizó la cláusula haciendo que los despidos cesaran hasta hace dos meses, cuando se volvió a retomar la expulsión de los que incumplían los requisitos mencionados. En este momento del proceso judicial, se espera una sentencia firme por parte del Tribunal Superior de Justicia.
Alberto López, trabajador de Médicos sin Fronteras y afiliado a Comisiones Obreras, alega que el conflicto laboral viene desde hace mucho tiempo y que no sólo ocurre en esta ONG. “Somos trabajadores con un contrato indefinido pero con unas cláusulas y requisitos muy difíciles de cumplir” añadió. Asimismo, cree que esta situación se da porque las asociaciones se aprovechan de los jóvenes y de la inestabilidad del sector laboral. “Estos trabajos están pensados para jóvenes que roten constantemente, y los que aguantan en el puesto de trabajo acaban con depresión o ansiedad por el estrés” añadió.  Relató la importancia de sus trabajos para las ONG. „Sólo queremos un cuerdo. Ellos ganan millones al año gracias a nosotros y estaría bien que a cambio tuviéramos una estabilidad profesional”, dijo. Este diario trató de conseguir la opinión de MSF, sin éxito.

Spendensammlungen mittels „Face-to-Face“-Werbenden sind in den letzten Jahren zu einer der Hauptfinanzierungsquellen für NGOs geworden. Allein aus der Stadt Vigo haben sich rund 80 junge Leute für diesen Job entschieden, wovon 10 von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières) unter Vertrag genommen wurden. Dieser enthält allerdings eine Klausel, welche der Vertreter der Werbenden als missbräuchlich bezeichnet. Besagter Vertragsabschnitt verpflichtet die Mitarbeitenden nämlich zu mindestens 24 Abschlüssen von Mitgliedschaften pro Monat. Wird diese Schwelle nicht erreicht, gilt der Vertrag als nicht eingehalten und der oder die Sammelnde wird ohne Entschädigung entlassen. Ein paar Sammelnde hatten sich in der Folge bei der Arbeitskommissions-Gewerkschaft CCOO beschwert, worauf die Hilfsorganisation betreffende Klausel „aussetzte“. Bis vor zwei Monaten wurden keine Entlassungen mehr vorgenommen. Inzwischen ist man jedoch wieder auf die Praxis zurückgekommen. Nun wird allerdings im Gerichtsverfahren ein rechtskräftiges Urteil des Obersten Gerichtshofes erwartet.
Alberto López, Vertreter der Ärzte ohne Grenzen-Werbenden, der Mitglied der Gewerkschaft ist, behauptet, dass dieser Arbeitskonflikt schon seit Längerem stattfindet und nicht nur seine NGO betrifft. „Wir sind Arbeitende mit einem unbefristeten Vertrag, der aber Klauseln und Anforderungen enthält, deren Einhaltung manchmal nicht möglich ist“, fügt er an. Er ist auch der Ansicht, dass diese Situation dadurch entsteht, dass Hilfswerke die Jugend und die Instabilität des Arbeitsmarktes ausnutzen. „Diese Jobs sind typisch für junge Menschen, die ständig ihre Arbeit wechseln (müssen). Aber selbst diejenigen, die ihn behalten können, enden mit Depressionen oder Stressangst“, fügte er hinzu.  Er betont die Wichtigkeit seiner Arbeit für die NGOs: „Wir verlangen lediglich Fairness“. Denn diese nähmen durch die Sammlungen jährlich Millionen ein und es wäre gut, „wenn wir im Gegenzug professionelle Stabilität hätten“, sagte er. Diese Zeitung versuchte, die Meinung von Ärzte ohne Grenzen einzuholen – ohne Erfolg.

 

Aktuelles Update, bzw. vor wenigen Monaten ist nun endlich ein Urteil gefällt worden (aus nuevatribuna.es): „LA JUSTICIA CONDENA A MÉDICOS SIN FRONTERAS POR ABUSO LABORAL“ (JUSTIZ VERURTEILT „ÄRZTE OHNE GRENZEN“ WEGEN MISSBRÄUCHLICHER ARBEITSVERTRAGSANWENDUNG)

Artikel des Blogbetreibers in „Vorwärts – Die sozialistische Zeitung“ zum Thema Haustür- und Strassenspendensammlungen vom 15.11.2018

Bisher (siehe 2. Beitrag Mai 2018) hat es ja offenbar noch keine/n Toten gegeben in Folge der immer verhassteren Haustür- und Strassenspendensammlungen (welche zwar legal daherkommen, tatsächlich aber eine Straftat darstellen) – ausser man zählt den „Drückermord“ von 1997, wo es aber um Zeitschriftenabonnements-Haustürwerbung ging, dazu (Der Spiegel, 11.5.1998). Wichtig ist aber der Gebrauch des Wortes „offenbar“, denn wirklich sicher, dass es noch nie Tote/n gegeben hat, ist es womöglich gar nicht:

Basler Obdachloser „George“, bevor er ermordet wurde

Meistgelesenes Schweizer Medium „20 Minuten“ vom 14.11.2018: „Der 22-jährige V., der 2017 in einem Basler Park in religiösem Wahn den 60-jährigen Obdachlosen Georg C. erstochen hatte, ist wegen Schuldunfähigkeit vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden.“ Also ich finde das irgendwie ein bisschen auffällig. Vor allem, wenn man den Artikel weiterliest: „Sein Opfer habe sich von ihm nicht zum Christentum bekehren lassen, begründete der Beschuldigte seine Tat, die er im Auftrag von Gott ausgeführt haben will.“ Und: „Kurz nach dem Tötungsdelikt griff der Beschuldigte im Basler Untersuchungsgefängnis «Waaghof» einen Aufseher an und verletzte diesen. Auch für diese Tat attestierten der Psychiater und das Gericht dem Angeklagten Schuldunfähigkeit…“ Ich hoffe doch, dass ich nicht der einzige bin, der sich das Recht nimmt, die Geschichte hinterfragen zu dürfen. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich lange in Basel war, und dass ich dem Ermordeten in auffälligem Masse gleiche:  

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Nicht geschrieben habe ich allerdings, dass in Basel auch MONATELANG nach mir gesucht, beziehungsweise nachspioniert wurde… Und dass der Mord genau in diese Zeit reinfällt. Recht passend zum Thema („Die bösen Guten“) ist übrigens mein neuer Artikel, der coolerweise von einem Links-Blatt abgedruckt wurde; dem „Vorwärts“, rausgekommen:  

 

DIE BÖSEN GUTEN (AUTOREN-ORIGINALTEXT)

Haustür- und Strassenspendensammlungen werden von verdeckt agierenden, spezialisierten Werbefirmen durchgeführt, die daraus ein Geschäft machen: „Profit mit Non-Profit“. Ein unerhört schwerer ethischer Verstoss und übelster Kapitalismus. Denn das gerade dem NON-Profit-Sektor ureigene „Uneigennützigkeits“-Gebot wird so massiv verletzt – und die Glaubwürdigkeit der auftraggebenden Non-Profit-Organisationen zerstört.

„Es schadete unserer Glaubwürdigkeit“, meinte Ex-WWF-Marketingleiter Reinhardt Brühwiler zum „Bund“, nachdem die Berner Zeitung schon im Vorjahr geschrieben hatte: „Der WWF trennt sich aus ethischen Gründen von der Firma Corris, die bisher Mitglieder für die Umweltorganisation rekrutierte“. Das war Ende der 90-er. Ab 2003 war der WWF Schweiz wieder bei Corris, denn: who cares? Corris ist die grösste Schweizer „Face-to-Face Fundraisingagentur“. 850 Franken zahlt ihr eine NGO im Tag: für jeden einzelnen Sammler! Firmenbesitzer Gerhard Friesacher hat sich längst aus dem Tagesgeschäft verabschiedet, lässt nur noch die Kassen klingeln, und widmet sich der mit einem Teil seiner Corris-Millionen aufgebauten Ladenkette „Changemaker“ (jedoch auch nur drei bis vier Tage die Woche, wie die Medien vor paar Jahren enthüllt haben; den Rest verbringt er mit Kind und Kegel im trauten Heimatland Österreich). In den hippen Changemaker-Shops gibt’s stylishe Produkte, die alle „irgendwie“ nachhaltig sind, wie etwa eine Zwitscherbox („Die Natursounds erschaffen eine wohltuende Soundkulisse…Wir atmen durch und kommen zur Ruhe, wie bei einem  Waldspaziergang.“). Dabei sagte Friesacher selbst mal in einem Interview: „Niemand geht shoppen, um die Welt zu  verbessern.“ Hauptsache, man denkt es. So hört man auch bei Corris mitunter schon beim Bewerbungstermin: „Ein bisschen flunkern ist schon erlaubt, es geht ja um die gute Sache“. Es darf also beim Sammeln gelogen werden. Und die „gute Sache“? Dient lediglich als Verkaufsargument („Hesch e Minute für e gueti Sach?“). Im Gegenteil: Corris & Co. geht es um Gewinn, eben „Profit“. Der Besitzer des grössten „Sammelkonzerns“ der Welt; Appco, soll sogar Milliardär sein! Aber auch die leistungsbasierten Sammlerlöhne sind Unsinn, sind doch gerade die Boni-korrumpierten Top-Sammler die fragwürdigsten Charaktere, aggressiv und manipulativ vorgehend – und ohne schlechtes Gewissen hohe Saläre beziehend! Friesacher selbst hat mal als Haustürsammler angefangen und sich dann allmählich hochgearbeitet. Lange Zeit die einzige Haustür-Sammelfirma im Lande war die Wesser GmbH, die schon seit den 80-ern fürs Schweizerische Rote Kreuz unterwegs ist. Erst 1997 deckte der SonntagsBlick auf, dass eine Werbefirma hinter den Aktionen steckt. Und auch, dass ein Klinkenputzer gegen 10’000 Franken im Monat verdient hatte. Da war Wesser noch gut bedient: Zu jener Zeit waren sogar 15’000 Franken möglich (auch „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ von Corris, Englisch: „Charity muggers“ oder abgekürzt „Chuggers“, mussten übrigens um diese Zeit nicht darben). Denn damals machten noch viel mehr Leute mit. Bei Haustürsammlungen trifft man öfters ältere Leute an. Mitunter solche, die „nicht mehr so ganz mitkommen“. Da lassen sich einfach Mitgliedschaften aufschwatzen – und hohe Spendenbeträge. Paradebeispiel: Einen viel höheren Betrag nennen, wenn gefragt wird, wieviel etwa gespendet werde. Der Geschäftsleiter von Wesser CH, der bis vor nicht allzu Langem noch selbst sammelte, ist so immernoch auf monatlich 10’000 Franken gekommen. Wesser war als weltweit erste F2F-Fundraisingfirma aber bereits 1968 in Deutschland fürs Deutsche Rote Kreuz gestartet. Ausgerechnet das DRK: die wohl umstrittenste NGO überhaupt. Nicht etwa, weil vor drei Jahren bekannt wurde, dass die Ex-Chefin der DRK-Schwesternschaft; Heidi Schäfer-Frischmann, bis zu 540’000 Euro im Jahr verdient hatte. Sondern weil das DRK während der Nazi-Zeit von einer Hilfsorganisation zu einer rein nationalsozialistischen Sanitätsorganisation mutiert ist. Indem zum Beispiel der fundamentale Grundsatz der „Unparteilichkeit“, dass allen leidenden Menschen ohne diskriminierende Unterscheidung geholfen wird, aus freien Stücken preisgegeben wurde. Der Führer selbst wurde gar zum DRK-Schirmherrn ernannt! Zum geschäftsführenden DRK-Präsidenten berief Hitler prompt SS-Oberführer Ernst-Robert Grawitz. Die SS war ursprünglich die Leibgarde Hitlers, kam aber später vor allem durch den Betrieb der Konzentrationslager („Auschwitz“) zu ihrem teuflischen Image. Grawitz war als Reichsarzt auch für die berüchtigten KZ-Menschenversuche verantwortlich. Von 29 Mitgliedern der DRK-Führung waren schlussendlich 18 SS-Führer. Zum springenden Punkt: Von den DRK-Verantwortlichen wurden nach dem Krieg nur die wenigsten zur Rechenschaft gezogen. So konnte auch 1968 immernoch ein Ex-Nazi; Walter Bargatzki, als DRK-Präsident amten: das Jahr, in dem die verhängnisvolle Kooperation mit Wesser begann… Dass ein humanitäres Hilfswerk mit einer menschenverachtenden Diktatur zusammenspannt, ist sicher nochmal eine andere Liga, als wenn das ein profitorientierter Konzern tut – obwohl dies freilich auch verwerflich ist. Das hätte auch WWF-Gründungspräsident Prinz Bernhard von den Niederlanden wissen müssen – der vorher im Übrigen jahrelang begeisterter Grosswildjäger war („Tierschutz“) – und auch in der SS! Wobei anzumerken ist, dass der Prinz ursprünglich Deutschen Adelsgeschlechts war, sich aber 1937 ins holländische Königshaus „eingeheiratet“ hat (König Willem Alexander ist sein Enkel). Schon zuvor, ab 1935, war er für den Chemiekonzern I.G. Farben tätig, welcher bereits 1933 einen Absatzgarantie-Vertrag für 350’000 Tonnen synthetischem Benzin mit der Hitlerregierung abgeschlossen hatte. Später lieferte eine Tochterfirma sogar das Schädlingskämpfungsmittel Zyklon B, mit dem die Juden vergast wurden! Zurück zu Prinz Bernhard: In Holland freundete er sich zuschlechterletzt mit dem Vorstandsvorsitzenden des Ölkonzerns Shell an: John H. Loudon (das niederländische Königshaus ist an Shell beteiligt) – und machte diesen zu seinem Nachfolger als WWF-Präsidenten! Shell stand wiederum am Anfang der ersten kommerziellen Strassensammlungen: 1995 sorgte Greenpeace für ein Mega-Medienspektakel. Shell wollte seine ausgediente Ölplattform „Brent Spar“ einfach im Atlantik versenken, was Greenpeace erfolgreich behinderte („David vs. Goliath“) – mit riesigem Imagegewinn. Doch der NGO stieg der Erfolg zu Kopf. Denn just im Sommer 1995 kam man bei der Österreichischen und für Greenpeace anwerbenden Haustür-Sammelfirma DialogDirect auf die Idee, die Aktionen dorthin zu verlagern, wo die Leute im Sommer am meisten sind: ganz sicher nicht zuhause! Flugs ging’s zum nächsten Swimming-Pool. Und es funktionierte – scheinbar! Denn es wusste ja noch niemand, dass auch auf der Strasse kommerziell gesammelt, respektiv übelster Kapitalismus „unter dem Deckmantel der guten Sache“ betrieben wird. Selbst die anderen Greenpeace-Ländersektionen – bevor sie freilich ebenfalls den Kopf verloren (die ersten Verkaufszahlen waren einfach zu gut) – standen dem Experiment erst höchst skeptisch gegenüber. O-Ton: „Weird Austrians!“ („Verrückte Österreicher!“) Pikant: DialogDirect ist, zuerst noch unter anderem Namen, auch von einem Ex-Klinkenputzer von Wesser gegründet worden; Franz Wissmann – und seinem Kumpel Corris-Friesacher! Immerhin: Da inzwischen ja eben immer weniger Leute mitmachen, rentieren die Sammlungen für die NGOs kaum noch: das System ist am kollabieren. Friesacher lacht sich indes ins Fäustchen. Er hat ja mit Changemaker für Kontinuität gesorgt! Anders sieht’s bei den NGOs aus. Doch wer die ganze Geschichte (nun) kennt, muss sagen: Selber schuld. Oder?

 

Zwei weitere empfohlene aktuelle Beiträge zum Thema (weltweit):

https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1574322/you-never-give-me-your-money & https://www.civilsociety.co.uk/news/charities-have-not-learned-from-mistakes-about-face-to-face-fundraising.html

 

 

CH/Tages-Anzeigerartikel: Strassenspenden-Sammlungen waren verboten, doch Behörden liessen sie trotzdem zu (NICHT nur in Schweiz)! – 1.10.2018

Article in English about Blogger: „His lonely struggle against charity muggers“ – Artikel über Blogbetreiber: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ 

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CHUGGERS (Charity muggers=Wohltätigkeits-Strassenräuber): UK TV-Series

 

Der Skandal um Wohltätigkeits-Strassenräuberei nimmt kein Ende (die Sammlungen werden nicht von Hilfsorganisationen durchgeführt, sondern von beauftragten Privatfirmen, welche heute erste 3 Jahresspenden abzweigen): Ein alter Beitrag des Schweizer Tages-Anzeigers vom 26.7.2006 zeigt, dass die Sammlungen in zahlreichen Schweizer Grossstädten viele Jahre verboten waren (und im Übrigen sowieso generell widerrechtlich sind im Sinne einer Straftat), doch die Behörden dieses Verbot nicht durchsetzten! Kein Wunder, wenn man schaut, wieviele hochrangige Politiker & Politikerinnen mit dem Sammelsystem verlinkt sind: Ich habe letztes Jahr bspw. bei 58 Personen(!) des Schweizer Parlaments – also fast bei jedem vierten Parlamentsmitglied(!) – Verbindungen zu gemeinnützigen Organisationen ausgemacht, die mit solchen Spendenmafiafirmen wie z.B. der Corris AG kooperieren. Dazu kommen aber auch noch zwei von „Ganz oben“, bzw. der Landesregierung: Simonetta Sommaruga (stand vorher Stiftung für Konsumentenschutz und Swissaid vor, beide bei der berüchtigten Corris AG) und Ignazio Cassis (war in Stiftungsrat von Fairmed; ebenfalls Corris-Kunde). Diese enorm starke Verfilzung von Politik & Non-Profit-Sektor ist freilich nicht nur auf Schweiz beschränkt. Zwar auch schon erwähnt, aber man lernt bekanntlich durch Wiederholung 😉 – respektiv: Der Deutsche Ex-Vizekanzler Franz Müntefering ist bspw. Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes. Oder die Frau des Deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier: Ist Schirmherrin von Unicef Deutschland. Aber auch der Bundespräsident selbst lässt sich nicht lumpen: Steinmeier ist ebenso Schirmherr; vom Deutschen Roten Kreuz, der ersten Hilfsorganisation überhaupt und weltweit, welche mit Face-to-Face Sammelunternehmen kooperierte! Der Österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen wiederum darf sich dafür Schirmherr des Österreichischen Roten Kreuzes nennen. Es versteht sich von selbst, dass all die genannten Nicht-Regierungs-Organisationen ebenfalls die kommerzielle Sammelmafia für sich sammeln lassen. Und ja, auch in bestimmten Deutschen Städten (Bsp. Berlin/taz vom 5.3.2013) und Österreichischen Städten (Bsp. Graz/KronenZeitung vom 28.7.2015) gab es ein Verbot für die NGO-Mitgliedsanwerbung auf den Strassen! (Von einer Aufhebung dieser Verbote in DE & AU habe ich übrigens nichts vernommen, aber ich denke, das wird in der Zwischenzeit schon gemacht worden sein, „im Stillen“, sozusagen.) 😉

 

Tages-Anzeiger: „HILFSWERKE SETZEN AUF UMSTRITTENE METHODE“ (26. Juli 2006)

In Zürich ist es erlaubt, in Winterthur verboten: das Spendensammeln per Lastschriftverfahren.

Zürich/Winterthur. – Die junge Frau im Swissaid T-Shirt im Bahnhof Hardbrücke ist unermüdlich. Sie erzählt Passanten von erfolgreichen Projekten des Hilfswerks in Indien. Am Schluss des Gesprächs kommt das Unvermeidliche: die Frage nach einer Spende. Dafür zückt die Studentin nicht einfach eine Sammelbüchse: Die Spender sollen nicht einfach eine Münze einwerfen, sondern sich für eine regelmässige Spende per Lastschriftverfahren verpflichten. Das Formular dafür ist bereit: Man kann sich per Ankreuzen entscheiden, monatlich, halbjährlich oder jährlich je 400, 300, 200, 100 Franken oder einen frei wählbaren Betrag ausschliesslich vom Bankkonto abbuchen lassen. Auf dem Formular ist aber auch vermerkt, dass reuige Spender eine Zahlung innert dreissig Tagen widerrufen und den Vertrag jederzeit auflösen können. Die Spendensammlerin will ihre Gesprächspartner trotzdem nicht gehen lassen, ohne dass man das Formular unterschreibt. Weder Bargeld möchte sie entgegennehmen noch einen Einzahlungsschein mitgeben.

Im Gespräch stellt sich dann auch heraus, dass diejenige Frau keine Freiwillige von Swissaid ist, sondern Mitarbeiterin der Firma Corris. Das Zürcher Unternehmen betreibt das Spendensammeln professionell. Zu den Kunden gehören Amnesty International, Caritas, der Gehörlosenbund, Greenpeace, Pro Infirmis, Terre des Hommes und WWF. Nach Auskunft von Firmenchef Gerhard Friesacher sind seine Mitarbeiter zum Teil erfolgsabhängig bezahlt: Je mehr ausgefüllte Verträge jemand herbeischafft, desto höher der Zusatzverdienst zum Grundlohn.

Swissaid hat laut ihrer Sprecherin Pia Wildberger gute Erfahrungen mit dieser Sammelmethode gemacht: Dank des Lastschriftverfahrens würden die Spendeneinnahmen planbarer, der Verwaltungsaufwand nehme ab. Und das, nachdem in den letzten Jahren die Spendentreue stark zurückgegangen sei.

Aber Martina Ziegerer, Geschäftsleiterin der schweizerischen Fachstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen (Zewo), ist sehr skeptisch: „Die Sammler sollten auch einen Einzahlungsschein mitgeben können.“ So ist es im Reglement über die Sammlungstätigkeit festgehalten: „Die Spender müssen stets die Wahl haben, ihre Spende bar, mittels Lastschriftverfahren oder per Einzahlungsschein zu bezahlen.“ Wenn das nicht der Fall ist und der Zewo dies zu Ohren kommt, mahnt die Fachstelle die Hilfswerke – im Wiederholungsfall droht der Entzug des Zewo-Gütesiegels.

Corris-Chef Friesacher aber sagt: „Unsere Methoden sind Zewo-konform.“ Und Swissaid-Sprecherin Wildberger erklärt, dass das Mitgeben von Einzahlungsscheinen erfahrungsgemäss kaum Spenden bringt. Sie bestreitet zudem, dass die Wahlfreiheit eingeschränkt ist: „Sie können immer auf eine andere Weise bei uns spenden.“ Sonst müsste die Zewo auch den Abzeichenverkauf kritisieren, da dort nur bar bezahlt werden könne. „Wir können auf die Lastschriftverträge nicht verzichten“, sagt Wildberger, „nur so bleiben uns genügend Spender erhalten.“

Erlaubt erst seit Anfang 2005

Die Methode war aber bis vor anderthalb Jahren in Zürich verboten. Auf Druck der Hilfswerke hob die Polizei das Verbot im Februar 2005 auf. Zürich befindet sich damit in guter Gesellschaft: In Luzern, Bern und Biel ist es schon länger erlaubt. Nach Auskunft von Marc Heeb, dem Chef der Stadtberner Gewerbepolizei, gibt es deswegen praktisch keine Reklamationen.

Anders sieht das die Polizei in Winterthur, wo das Vorlegen von Lastschriftverträgen auf öffentlichem Grund nach wie vor verboten ist: „Die Passanten sollen sich nicht zu einer Unterschrift genötigt fühlen“, sagt Alexandra Pfister, Pressesprecherin der Stadtpolizei.

 

+++ 10. Oktober 2018: Neuer Medienbeitrag (Erfahrungsbericht von Sammlerin): Ganz gut gelungen, nur leider wieder mal mit falschen Zahlenangaben des WWF (die Hilfsorganisationen und Fundraisingagenturen geben schon seit vielen Jahren nicht mehr zu, dass die Verkaufszahlen bei diesem Sammelsystem stetig zurückgehen, da a) immer weniger Leute mitmachen und b) auch immer weniger lange spendendes Mitglied bleiben – siehe Interview mit mir auf Ketzer-Podcast). 2001 war das noch anders, da sagte „Kommerzielles Strassenfundraising“-Erfinder Andreas Leitner von der ersten „Streetfundraising Firma“ DialogDirect im englischen Guardian (18. Juli) noch, dass „one of the biggest challenges was saturation“. Und weiter: „In Austria, for example, where the technique has a longer history than in the UK, many people approached have already signed up to two or three charities and are therefore unwilling to donate again.“ Leitner: „That’s something the UK will have to get used to.“ Kurz: Heute gibt eine Hilfsorganisation fast so viel aus für eine solche Kampagne, wie sie dadurch einnimmt!!! +++ 10. Oktober 2018

Neuestes Update (23.10.2018): Beitrag „Neu aufgerollter Paradise Papers-Skandal bei Schweizerischen Bundes Bahnen klärt auch Spendensammel-Skandal in Bahnhöfen/Poststellen (1.9.2018)“

Dialog-Spendensammlungen für Rotes Kreuz etc.: „Schalter umgedreht“ – Mehrheit der Bevölkerung inzwischen dagegen (24.9.2018)

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New Yorker „Charity mugger“ („Wohltätigkeits-Strassenräuber“) bei Überfall

 

Heute ist im deutschprachigen Raum wieder mal ein besserer Medienbeitrag über grässliche Face-to-Face-Spendenwerbende erschienen – beim Mittelbayerischen (Tatort Regensburg). Ich meine: Zusammen mit meinem Haupt-Septemberpost („Warum die Kooperation von Hilfsorganisationen & Spendensammelfirmen inakzeptabel ist“), der übrigens als Leserbrief in der Deutschen „Neckar-Chronik“ der Südwest-Presse abgedruckt worden ist, eine absolut ausgewogene Kritik vermittelnd. Spannendste Erkenntnis: Bei der Umfrage unter Passanten empfanden die Meisten die Art der Werber, unabhängig von der Organisation, als störend (dem Beitrag mit dem Titel „Info-Stände: Die bezahlten Idealisten“ ist übrigens ein interessantes Video dazu beigefügt).

Aha: Der „Breakpoint“ ist damit auch in Deutschland erreicht. Damit wage ich – ich gebe es ja zu; ich hatte damit eigentlich schon vorher gerechnet – zu behaupten: Der weltweite Total-„Crash“ dieses Sammelsystem über beauftragte Privatfirmen („Fundraisingagenturen“) steht JETZT WIRKLICH unmittelbar bevor. Ma kuck’n.

PS: Und diesmal vielleicht auch wieder mal kleine Anekdote von meinem letzten Erlebnis mit einer Unicef-Spendenwegelagerin zum Thema „Der beste Spruch, um lästige Spendensammler und -sammlerinnen abzuwimmeln.“ (… und zum Umdenken zu animieren – à propos Unicef: ich finde es besonders stossend, dass gerade die UNO, welche einen besonders hohen moralischen Anspruch hat und ja einst sogar zur „Weltfriedenssicherung“ gegründet wurde, ihrem Kinderhilfswerk solche Nonsens-Kooperationen mit Werbefirmen einzugehen erlaubt). Ich: „Das was du machst, ist offiziell eine Straftat, und du bist eine Betrügerin.“ Sie: „Wieso?“ Ich: „Weil du vorgibst, von einer Non-Profit-Organisation zu sein, obwohl du von einer profit-orientierten Firma bist, die ja in diesem Sinn völlig absurd „Profit mit Non-Profit“ macht. Sie: „Aber…“ Ich falle ihr lautstark ins Wort: „Das was du machst, ist eine Straftat, und du bist eine Betrügerin – tschüss.“ Darauf gehe ich weiter, schaue aber nach ein paar Metern nochmal zurück. Sie bleibt einen Moment perplex stehen, versucht sich dann aber wieder aufzuraffen und gleich auf das nächste Opfer zuzugehen (die Sammelnden werden von ihren Arbeitgebenden angehalten, sich nicht frustrieren zu lassen und am besten schnurstracks nächste Person anzusprechen). Doch sie bleibt wieder stehen, diesmal wie angewurzelt. Aha, das Gewissen…

Empfohlener, aktueller Internetbeitrag zum Thema Betrug: http://www.adabei.eu/?p=19895

Weitere Videos mit Kommentaren genervter Leute aus CH, AU + DE: https://kevinbrutschin.wordpress.com/2016/12/09/ausgewaehlte-tvvideo-medienbeitraege-aus-der-schweiz-oesterreich-deutschland-zu-immer-nervigeren-strassenspendensammlungen-dez-2016/

Warum die Kooperation von Hilfsorganisationen & Spendensammelfirmen inakzeptabel ist / Why the cooperation of charities & fundraising firms is unacceptable (September 2018)

 

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I worked myself for two charities, but quit – because of these terrible collections from „fundraising companies“. The cooperation between not-for-profit organizations and such chuggers is the biggest scandal in the history of the charities.
Firstly, the not-for-profit idea: „No profit“ or no self-interest is perverted. The fundamental idea of selflessness is massively violated.
Secondly,  door-to-door collections as well as street collections of chugging companies are legally a crime, more precisely fraud („deception“). Because   there is pretended, that the charities themselves are doing the collections, which is not correct at all. There is an interesting report of the NDR about this theme: https://goo.gl/jjpRrh
Thirdly, the campaigns are far too expensive. In Switzerland, the street fundraising agency Corris charges 850 Swiss Franc per collector and day. That are around 750 Euro! In the past, at least, many people signed. 20 years ago, there was one annual donation, which was going away. This means that one year passed, until the costs of the campaign were covered with donations. 10 years ago, it was already ca. two years or two annual donations, as William T. Markham wrote in his book „Environmental organizations in modern Germany“. Today, there are even three annual donations!

Ich habe selbst im Hilfsorganisationsbereich gearbeitet, aber gekündigt – genau wegen diesen Nonsens-Spendensammlungen über beauftragte „Fundraisingfirmen“. Die Zusammenarbeit zwischen gemeinnützigen Organisationen und solchen kommerziellen Spenden-Wegelagerern ist der grösste Skandal in der Geschichte der Hilfsorganisationen.
Erstens wird hier der Non-Profit-Gedanke pervertiert, sprich „Kein Gewinn“, bzw. kein Eigennutzen. Der fundamentale Uneigennützigkeitsgedanke wird hier also massiv verletzt.
Zweitens handelt es sich sowohl bei Haustür- als auch bei Strassensammlungen von solchen Spenden-Wegelagerer(-firmen) rechtlich gesehen um eine Straftat, beziehungsweise Betrug („Täuschung“). Denn bei den Kampagnen wird ja vorgetäuscht, die Hilfsorganisationen selbst würden diese durchführen, was ja aber nicht stimmt. Dazu gibt es einen interessanten Beitrag des NDR: https://goo.gl/jjpRrh.
Drittens sind die Aktionen viel zu teuer. In der Schweiz verlangt die Strassenfundraisingagentur Corris 850 Franken pro Sammler und Tag. Das sind rund 750 Euro! Früher hat sich das wenigstens noch gerechnet, da viel mehr Leute mitgemacht haben. Vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende, die draufging. Es verging ein Jahr, bis die Kosten durch Spendeneinnahmen wieder eingespielt waren. Vor 10 Jahren waren es dann schon rund zwei Jahre, bzw. zwei Jahresspenden, wie William T. Markham in seinem Buch „Environmental Organizations in Modern Germany“ darlegt. Heute sind es sogar drei Jahrsspenden!

CH: Neu aufgerollter Paradise Papers-Skandal bei Schweizerischen Bundes Bahnen klärt auch Spendensammel-Skandal in Bahnhöfen/Poststellen (1.9.2018)

+++UPGEDATET (23.10.2018)-UPGEDATET (23.10.2018)-UPGEDATET (23.10.2018)+++

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Spendensammlung der Corris AG im Auftrag von Swissaid (Bahnhof Winterthur)

 

Mit den „Paradise Papers“ um brisante Steueroasen-Fälle geriet auch SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar ins Zwielicht. Mit den neuesten Publikationen in den Medien wird nun vollständig klar, warum der Schweizer Bahngesellschaft Ribar’s Offshorefirmen-Mandat entgangen ist – UND AUCH, warum sie rechtswidrige NGO-Spendensammlungen in Bahnhöfen zulässt. 

Schweizer Medien von A bis Z (20 MinutenSRF, Tages-AnzeigerNZZ) berichten momentan über eine schwere Verletzung der Aufsichtspflicht im SBB-Verwaltungsrat. Nur so konnte das dubiose Mandat von Präsidentin Monika Ribar in der Offshore-Gesellschaft „Capoinvest“ des verurteilten Schweiz-Angolaners Jean-Claude Bastos übersehen werden. Es wird auch schnell klar, warum der zuständige Kontroll-Ausschuss der SBB zur Feststellung von konfliktbehafteten Interessenbindungen versagt hat. Der bestand nämlich erst aus dem früheren SBB-Präsidenten Ulrich Gygi und der damaligen Vizepräsidentin Monika Ribar. Und danach aus Ribar und dem neuen Vizepräsidenten Peter Siegenthaler: Der altbekannte „Schweizer Filz“. Dass gestattet war, dass sich Monika Ribar selbst kontrollieren kann, ist ja eh ein Witz. Doch die anderen zwei Personen sind gerade aus Sicht der rechtswidrigen Spendensammlungen an Bahnhöfen – siehe dazu letzten Blog-Beitrag – ebenfalls sehr interessant unter die Lupe zu nehmen (ich habe übrigens im letzen Medienbeitrag, bei dem ich Stellung zum Thema genommen habe, offen auf diesen Betrug hingewiesen).

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Ulrich Gygi: 2000-2009 Chef Post, 2009-2016 Verwaltungsratspräsident SBB

Genauer gesagt geht es hier eigentlich sogar um ein Trio. Zu Gygi und Siegenthaler gesellt sich nämlich noch der frühere SBB-Chef Benedikt Weibel. Alle drei sind bei der SP – und beste Freunde, die sich bereits aus Berner Studienzeiten kennen. Sicher ein Schuft, wer denkt, dass da das eine oder andere gute Worte eingelegt worden ist füreinander, wenn es um die Belegung der begehrtesten Stellen bei Bundes- oder bundesnahen Betrieben ging (für den Rest war SP-Bundesrat Otto Stich „zuständig“, der die drei Genossen bei deren Karrieren beim Bund stark förderte). So war Gygi nämlich auch von 2000 bis 2009 Konzernleiter der Post. Die Spendensammelfirma Corris wiederum darf in Postfilialen seit 2006 sammeln. Dass Gygi den vielen SP-Parlamentariern und -parlamentarierinnen, die mit Corris-Hilfswerken verlinkt sind (letztes Jahr habe ich sage und schreibe 30 davon gezählt – Simonetta Sommaruga beispielsweise war damals auch schon als BERNER Ständerätin Präsidentin der mit Corris kooperierenden Entwicklungshilfeorganisation Swissaid) einen kleinen Gefallen getan hat, ist sicher ebenfalls eine dreiste Unterstellung. 😉

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Benedikt Weibel: 1993-2006 Geschäftsleitungsvorsitzender (Generaldirektor) SBB

Wie lange Corris und andere Agenturen auch schon in Bahnhöfen sammeln dürfen (und die SBB-Kundschaft belästigen), konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Aber es wird ja nicht so viel anders sein als bei der Post, beziehungsweise eben seit ca. 2006. Damals war Benedikt Weibel noch SBB-Chef… (Und hoppla, ganz vergessen: Oberaufsicht über SBB und Post hatte ja der damalige UVEK-Chef, der noch heute als Greenpeace-Beirat ebenfalls bestens mit dem NGO-Sektor vernetzte Bundesrat Moritz Leuenberger, „zufälligerweise“ in der SP.)

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Peter Siegenthaler: 2010-2016 Verwaltungsrat SBB, seit 2016 -Vizepräsident SBB

Das Schlimmste habe ich mir aber wie schon viele Male für den Schluss aufgehoben: Der auch heute noch amtierende SBB-Vizepräsident des Trios; Peter Siegenthaler, war von 2010 bis 2012 auch im Stiftungsrat von Corris-Kunde Pro Juventute (Jugendschutzorganisation). Bei der SBB ist er ebenfalls seit 2010 im Verwaltungsrat. Damit haben wir hier also sogar noch einen lupenreinen Interessenkonflikt (mehr), der von der SBB übersehen wurde (UND AUCH VON DEN IN DIESER ANGELEGENHEIT EBENFALLS NICHT-UNABHÄNGIGEN GROSSEN MEDIEN). Man sagt ja immer, so was sei nur in Bananenrepubliken möglich…

Verwandter Beitrag: „Wie die Hilfswerke Schweizer Städte für ihre kommerziellen Spendensammlungen instrumentalisiert haben“
Letztens upgedatet (Situation in USA): „US-Staatsanwaltschaft greift Ur-Spendenfirma an“

Brisante News zur Widerrechtlichkeit von Haustür- & Strassenspendensammlungen durch von Hilfsorganisationen beauftragten Werbefirmen (August 2018/4)

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„Wohltätigkeits-Strassenräuber(-innen)“ jagen sogar im Ferienparadies Mallorca

 

Die Justiz kommt immer mehr unter Druck. Denn durch Promotionsfirmen durchgeführte Spendensammlungen auf Strassen und vor Haustüren sind – obwohl das immernoch relativ wenige wissen – widerrechtlich. Am coolsten ist es immer, wenn dass Spendensammelnde selbst zugeben. Ein neu gefundenes, äusserst eindrückliches Beispiel.

Die nicht handeln wollende Justiz gibt sich immer mehr der Lächerlichkeit preis. Denn Spendensammlungen auf Strassen und vor Haustüren werden allermeistens von spezialisierten Werbefirmen durchgeführt, die dafür von wohltätigen Organisationen wie dem Roten Kreuz beauftragt wurden (und sich damit eine goldene Nase verdienen, wie zum Beispiel der Chef des „Spendensammelkonzerns“ Appco, der Milliardär sein soll). Nur wird das bei den Sammelaktionen überhaupt nicht oder viel zu wenig transparent gemacht. Insbesondere durch absichtlich in Kleinstschrift gehaltene und erst noch versteckte Hinweise. Denn auf der anderen Seite reagieren Spendenwillige bei solchen Sammelkampagnen „gutgläubig“ („Hilfswerken kann man sicher vertrauen, es geht ja um die gute Sache!“). Hier wird also glasklar das Vertrauen der Spendenden ausgenützt – auf welches diese aber ein Recht hätten! Denn gemeinnützige Organisationen haben sich höheren moralischen Standards verschrieben als kommerzielle Firmen. Und es wird ja genau vorgetäuscht, dass Non-Profit-Organisationen die Sammlungen mächten! Bei der Straftat handelt es sich also sinngemäss um vorsätzliche, arglistige Täuschung. Und das ist eine Betrugsform!

Doch noch immer windet sich wie gesagt die im Übrigen in dieser Angelegenheit sowieso nicht unabhängige Justiz (krassestes Beispiel findet sich in der Schweiz, wo Justizministerin Simonetta Sommaruga selbst zwei Non-Profit-Organisationen vorstand, die mit Fundraisingagenturen kooperieren) . Und erfindet immer wieder neue Ausreden (siehe auch meinen Beitrag zum skandalösen Entscheid des Deutschen Bundesgerichtshofs). Neulich habe ich vernommen, dass man zwischen Offizialdelikt und Antragsdelikt unterscheiden müsse (je komplizierter, umso besser). Ach, tatsächlich? Dann müsste also die Staatsanwaltschaft, sofern es sich „bloss“ um ein Antragsdelikt handelt – meines Wissens ist Betrug eh ein Offizialdelikt – erst eingreifen, wenn eine Strafanzeige gemacht würde? Aber die hat’s doch schon zuhauf gegeben (siehe beispielsweise vergangenen Bild-Artikel, der von einer Strafanzeige eines Spendensammlers selbst berichtet – die dann irgendwo versandet sein wird, denn es ist ja nichts geschehen). Ausserdem: Und gibt es eigentlich nicht im Recht auch den Begriff des „Öffentlichen Interesses“? Wenn nämlich ein grosser Teil der Bevölkerung diese Sammlungen missbilligt – was mittlerweile eindeutig der Fall ist, und die Standwerbungen und Hausierdienste wie gesagt sowieso widerrechtlich sind, dann müsste die Justiz doch eh handeln?!

 

Falls sie aber noch einen letzten Schubser braucht – hier ist er: Ich hätt’s wirklich nicht besser formulieren können als ein ehemaliger Spendensammler („Drücker“ in Deutschland, „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ in englischsprachiger Welt, „Keiler“ in Österreich), der Bilanz gezogen hat – jedenfalls bezüglich des thematisierten Täuschungs-, beziehungsweise Betrugsaspekts:

„Die meisten langjährigen Werber sehen das natürlich anders – aber es ist und bleibt Täuschung, sich im Namen einer Hilfsorganisationen vorzustellen und nicht im Namen der Werbeagentur. Ebenso ist es Täuschung in einer Sanitätsbekleidung aufzutreten, wenn man für eine Rettungsorganisation wirbt. Auch wenn man nie direkt täuscht, bei Nachfragen klein beigeben soll, die Bekleidung nicht ganz der offiziellen gleicht und auch auf dem Spendenformular im Kleingedruckten zu lesen ist, dass es sich um kommerzielle Werbung handelt (was in Wirklichkeit max. 0,1% der Geworbenen durchlesen!) es bleibt bei der Tatsache: Die meisten Personen denken, man komme direkt vom Rettungsdienst und man arbeitet ehrenamtlich. Man hält dieses falsche Bild im Kopf der Geworbenen bewusst aufrecht ohne das direkt von sich zu behaupten. Aber auch eine falsche Vorstellung zu erzeugen ist Täuschung und damit Betrug…“

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In DE & AU sammeln Spendenfirmen in Rotkreuz-Uniformen, in der CH in zivil

Penetrante Spendensammlungen: Reklamationen reissen nicht mehr ab! Schon wieder neuer Fall in Deutschland! (August 2018/3)

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Jetzt geht’s Schlag auf Schlag in Sachen aggressiven Spendensammlungen – und passend ist das Deutsche Rote Kreuz, die hauptverantwortliche Hilfsorganisation für die unsägliche Kooperation mit auf Spendensammlungen spezialisierten Promotionsfirmen gleich wieder an der Reihe (erst letzten Monat gab’s dieselbe Aufruhr in Norddeutschland): Der Schwarzwälder Bote von gestern, 27. August: „Seit einigen Wochen klingelt es an vielen Türen im gesamten Kreisgebiet … Und viele, die die Tür aufmachen, sind genervt. Denn sie sehen Grenzen des guten Verhaltens überschritten. Die Facebook-Gruppe „Blaulicht News Horb am Neckar“ veröffentlichte eine Nachricht von einer Betroffenen. Und das löste eine ganze Welle von Nachrichten aus.“ Von aufdringlichen Vorgehensweisen der Sammelnden wird gesprochen, viele fühlen sich überrumpelt, in einem Fall war der Fuss schon in der Wohnung, kaum war die Tür geöffnet. Treffender Kommentar des Journalisten: „Die aktuelle Aktion schadet dem sonst guten (DRK-)Image derzeit sehr.“

Hoffentlich geht jetzt endlich eine die ganze Bevölkerung ergreifende Empörungswelle durchs Land, oder besser gesagt: durch die Welt!

 

Und hier nochmal die leicht veränderte neue Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

 

SCHWEIZ

Zentralplus, Sommer 2018: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ (Porträt des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

Kommerzielle Spendensammlungen für Hilfsorganisationen: Neue, haarsträubende Erfahrungsberichte von Sammelnden (August 2018/2)

Medienbeiträge mit Blogbetreiber: CH/2018: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ AU/2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ DE/2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“

 

„SUCH DIR EINFACH DIE DUMMEN AUS, DIE INTELLIGENTEN MACHEN SCHON LANGE NICHT MEHR MIT!“

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Haustürsammler im Auftrag des Tierschutzes

 

Eine ehemalige und vor allem erfahrene Schweizer Strassen-Spendensammlerin („Dialogerin“) hat sich bei mir gemeldet, um Ihre haarsträubenden Erlebnisse und Einsichten daraus zu teilen – übrigens herzlichen Dank dafür! Ich schätze es, wenn man solch einen Job gemacht hat und immerhin im Nachhinein Selbstkritik üben kann. Denn zweifellos wird man als Mitarbeitende/r solcher Face-to-Face Sammelfirmen („Fundraisingagenturen“) ausgebeutet. Doch man betreibt ja auch selber eine Art von Ausbeutung, indem man pausenlos Spendende austrickst, manipuliert und betrügt. Und zwar, als wäre es das Normalste der Welt. Obwohl es hier doch um den Hilfsorganisationsbereich geht, der EIGENTLICH für die besten Werte unserer Zivilisation steht! Man kann es nicht anders ausdrücken: Die Kooperation von Non-Profit-Organisationen mit dieser Sammelmafia ist ein Armutszeugnis für die Menschheit: Ich schäme mich, ein Mensch zu sein.

Ich habe die Schilderungen mit weiteren Passagen aus Erfahrungsberichten ergänzt, die Anfang August vom Jugendmagazin „VICE“, das sowohl in Deutschland, Österreich als auch der Schweiz erscheint, zusammengestellt wurden (übrigens von der Wiener Redaktion – freut mich in diesem Sinne, dass wieder mal was aus Österreich kommt zum Thema).   

 

„Es ist wirklich eine Täuschung, die Menschen glauben blind daran, dass alle Hilfsorganisationen doch gut sind und vertrauen darum auch jedem, der sich so auf der Strasse im Namen einer Hilfsorganisation ausgibt. Es müsste verboten werden, dass Dialogerfirmen das machen dürfen. Oder ansonsten müsste es klar auf dem Formular stehen. Ist alles so verlogen, ich finde das so schlimm! Wenn man den Spendern wenigstens klar würde sagen, dass man für eine Dialogerfirma arbeitet und dafür bezahlt wird, aber meistens werden die Passanten einfach ganz bewusst angelogen! Bei einer Agentur wurde mir vom Teamleiter gesagt, ich soll mir einfach immer die Dummen aussuchen, die Intelligenten würden sowieso schon lange nicht mehr mitmachen!

Es wird einem als Dialogerin ja auch immer gesagt, man solle sich einfach sexy anziehen zum mehr verkaufen, am besten ganz kurzer Rock und ganz grosser Ausschnitt und möglichst immer mit allen flirten, dass man möglichst viel verkauft! Ich habe mich zum Teil wie eine Prostituierte gefühlt! Bei manchen Agenturen „batteln“ sich die Dialoger jeden Tag, wer die besten Zahlen gemacht hat. Damit steht man also jeden Tag massiv unter Druck!

Es hat auch oft wirklich sehr schlimme Personen bei diesen Firmen, die kiffen konstant und trinken viel Alkohol usw. und konsumieren mit der Zeit dann noch viel mehr! Viele junge Mitarbeiterinnen fangen dort mit all dem an und denken zuerst das sei cool. Es ist eine total toxische Mischung für junge Menschen, aber den Hilfswerken ist das scheissegal solange es nicht im „Kassensturz“ (Anmerkung des Blogbetreibers: Schweizer TV-Sendung für Konsumierende) landet oder sonst keine Reklamationen gibt! Ist wirklich schlimm! Mit der Zeit dachte ich richtiggehend, dass sei normal! Im Nachhinein spürte ich aber klar, dass es eigentlich ein massiver Missbrauch ist! Man wird wie verkauft und wenn man seine Zahlen nicht mehr liefert einfach weggeschmissen. Oder dann verkauft man sich mit ganzer Seele und steigt auf, wird selber Coach und zwingt dann die neuen Mitarbeiter, die gleichen Sachen zu machen! Ein Teufelskreis!

Aber ich möchte nochmals sagen, dass ich mich persönlich im Nachhinein am meisten von den Organisationen verarscht fühle. Diese wissen dies ja alles und machen trotzdem so weiter und kooperieren sogar mit neuen Dialogerfirmen. Finde ich wirklich schlimm! Ich verstehe auch nicht, warum die Zeitungen so wenig darüber schreiben. Zum Beispiel auch, wieviel von der Spende WIRKLICH an wen geht, aber das passiert ja sowieso nie! Es müsste dazu massiv mehr Aufklärung geben.“

„Ich wurde auf einem Festival angeworben, als ich um 4 oder 5 Uhr morgens auf dem Weg zu meinem Zelt war. Ich war nicht nüchtern, oben ohne und mit Neonfarben angemalt. Zwei Typen haben mich dann angesprochen, ob ich nicht im Sommer bei ihnen arbeiten möchte. Ich hatte kein besonderes Interesse an der guten Sache…“

„Gleich, nachdem ich mich bei der Organisation beworben hatte, wurde ich von einem Mann angerufen, der mich zum Infotermin einlud und dabei alles so betont positiv formulierte, dass ich eigentlich schon leicht skeptisch wurde. Er hat immer nur „super“, „ganz toll“ und „das klingt ausgezeichnet“ gesagt. Generell ist es ihnen egal, was du machst, wer du bist und welche Motivation du hast – Hauptsache du bist bereit, dort zu arbeiten…

…Vor Ort wurde vor allem besprochen, wie positiv und locker die Arbeit ist, welche tollen Chancen man hat und wieviel Spass alles macht. Das hielt aber nur, bis wir uns eingetragen hatten. Schon bei der Einschulung danach wurde uns gesagt: „Unser Job ist total manipulativ, wir verdrehen den Leuten mit dem, was wir sagen, die Worte im Mund.“…

…Spätestens bei den Leuten in höheren Positionen war von dem netten Getue dann gar keine Spur mehr. Eine meiner Teamleiterinnen meinte gleich am ersten Tag zu mir: „Ich sehe, dass du gerne Leute verarscht, aber das ist voll OK. Das kannst du total ausleben in diesem Job. Ich bin ja genauso wie du, ich verarsche auch gerne Leute.“

#Me too-Beitrag (Rückblick anlässlich des aktuellen Wendepunktes in der Debatte nach den Missbrauchsvorwürfen gegen #Me too-Aushängeschild Asia Argento):  Also da hatte ich wieder mal ein gutes Näschen (siehe Fotos): Frauen sind eben nicht besser als Männer – man muss bei ihnen einfach ein bisschen genauer hinschauen.

England: Erstes Totalverbot für verhasste Strassen-Spendensammlungen in grösserer Stadt geplant (August 2018/1)

Medienbeitrag zum Blogbetreiber: Kevin Brutschin war Primar- und Oberstufenlehrer, hatte dann einen gut bezahlten Job bei verschiedenen Hilfswerken. Doch nun ist er obdach- und arbeitslos. Der Grund: Er widmet seine Zeit dem Kampf gegen Sammelfirmen für Strassenspenden. «Wohltätigkeits-Strassenräuber», wie Brutschin sie nennt… Zum Artikel

 

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U-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h: Nottingham plant als erste grössere Stadt in England e-n-d-l-i-c-h ein Totalverbot für immer verhasstere Strassen-Spendensammlungen (in Newcastle musste man sich zuletzt wie vielerorts in England mit einem Teilverbot sowie zusätzlich einer „Einzäunung“ der Sammelpest zufriedengeben). Hoffen wir das Beste! Diese Sammlungen konnten sich ja extrem lange halten im Vereinigten Königreich, wenn man bedenkt, dass das Wort „chugger“ (von „charity mugger“ = „Wohltätigkeits-Strassenräuber“) bereits 2002 von einem Londoner Kolumnisten im Magazin „Metro“ kreiiert wurde und danach vor allem durch einen Bericht der BBC rasch Verbreitung fand (was zeigt, wie verhasst die Sammlungen bei den Briten und Britinnen sind). Inzwischen wird er praktisch in sämtlichen englischsprachigen Ländern verwendet. Es gibt ja auch einen Grund, warum die Sammelaktionen nicht totzukriegen sind: die „NGO-Politlobby“. David Cameron, Ex-Premierminister, ist inzwischen selbst Präsident bei einem mit einer „Chugging-firm“ kooperienden Hilfswerk, respektiv der Alzheimer’s Research UK. Ein Phänomen, das sich überall verfolgen lässt. Beispiel Schweiz: Bundesrätin Simonetta Sommaruga (Ex-Geschäftsführerin & Präsidentin Stiftung für Konsumentenschutz sowie Ex-Präsidentin von Swissaid; beide bei der berüchtigsten Schweizer Sammelfirma „Corris“), ihr Ratskollege Ignazio Cassis (Ex-Stiftungsrat von Fairmed; ebenfalls Corris-Kunde), Deutschland – wo übrigens in Freiburg bereits 2011 ein Totalverbot durchgesetzt werden konnte: Ex-Vizekanzler Franz Müntefering (Präsident Arbeiter-Samariter-Bund, der sowohl mit Haustür- als auch Strassensammelfirmen kooperiert), Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Schirmherrin von Unicef Deutschland – siehe taz). Österreich: Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Schirmherr Österreichisches Rotes Kreuz, wobei das Rote Kreuz sowieso die Hauptverantwortung trägt für den „Face to Face“-Sammelnonsens – siehe letzter Blog-Beitrag). Nun aber alle zusammen: „Rule Britannia!“ Respektiv: „Go ahead!“

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Rotes Kreuz: Erneute Aufruhr wegen aggressiven Haustürspendensammlungen – ES REICHT!!! (Juli 2018/2)

Peter von Döllen

Arglistige Täuschung, beziehungsweise Betrug: Seit Jahrzehnten weiss die Justiz um widerrechtliche(!), aggressive Spendensammlungen von durch Hilfsorganisationen beauftragten, spezialisierten Werbefirmen – weltweit begonnen vom Deutschen Roten Kreuz mit dessen „Partnerfirma“ Wesser GmbH. Doch sie greift nicht durch. Dabei ist es doch offenkundig: Je länger man wartet, desto schlimmer wird das Ganze ausgehen.

 

Neustrelitz, Norddeutschland, letzte Woche: Eine Frau beobachtet, wie ein Rotkreuz-Spendenwerber „sehr schroff, sehr laut und dreist“ eine ältere Dame, die ihm erst nicht aufmachen wollte, „richtig nötigte“. Bis diese solche Angst bekommen habe, dass sie die Tür letztendlich öffnete. Der zuständige DRK-Regionalverband wiegelt auf Nachfrage wie immer ab: „In der Regel haben wir gute Erfahrungen damit“ (mit den Sammelaktionen). Man kann’s nicht mehr hören. Hier mal alles alte und neue Herausgefundene zum Jahrhundertskandal um kommerzielles „Face-to-Face Fundraising“ (Haustür- und Strassensammelaktionen) im Namen von NGOs zusammengefasst. Ein Skandal übrigens, der den ganzen Sektor zweifellos kollabieren lassen wird, denn mit diesen Sammlungen wird das fundamentale Vertrauen der Spenderschaft verspielt – die Frage ist nur noch, wie krass der Zusammenbruch ausfallen wird.

Am Anfang steht das Rote Kreuz, DIE Hilfsorganisation überhaupt, dreifacher Friedensnobelpreisträger, unantastbar – genau deswegen haben die Verantwortlichen den Boden unter den Füssen verloren. Bereits im Jahr 1968 begann das Rote Kreuz in Deutschland mit dem Jungunternehmer Helmut Wesser, der auf die Idee gekommen war, Studierende als Hausierende für NGOs einzustellen, mit kommerziellem „Klinken putzen“. „Drückerkolonnen“ nennt man die Spendengangs in Deutschland längst verächtlich, wobei ich immer noch nicht weiss, ob das Wort von „Haustürklingeln drücken“ – oder von „Leute für Abschlussunterzeichnung unter DRUCK setzen“ kommt (vermutlich von Beidem).

„Deutsches Rotes (Haken-)Kreuz“

Ausgerechnet das Deutsche Rote Kreuz, das während der Nazi-Jahre vom zivilen Wohlfahrtsverband zu einer nationalsozialistischen (Sanitäts-)Organisation mutiert war (das humanitäre Prinzip der Unparteilichkeit, das auch auf fremdes Leid gerichtet ist, wurde bereitwillig dafür aufgegeben). Von den 29 Mitgliedern der gesamten DRK-Führung waren schlussendlich 18 hohe Führer der SS; ursprünglich die Leibgarde Adolf Hitlers – die sich später insbesondere mit dem Betrieb der Konzentrationslager in Auschwitz, Dachau, Buchenwald usw. ihr teuflisches Image erwarb. Von der verantwortlichen Ärzteschaft wurde im Nachkriegsdeutschland kaum jemand zur Rechenschaft gezogen. So ist auch erklärbar, dass ein ehemaliger Nazi auch 1968 noch als DRK-Präsident amten konnte: Walter Bargatzky.

Walter Bargatzky

In jenem Jahr begann das DRK die verhängnisvolle Zusammenarbeit. Und in den ersten Jahren, ja, sogar Jahrzehnten, lief dieses Sammelsystem tatsächlich super. Wen wundert’s: Für lange Zeit wusste ja praktisch niemand, dass hinter den Aktionen profitorientierte Unternehmen stehen. 12’000 Mark Monatslohn war für einen Topsammler – oder besser gesagt „Manipulations-Champ“ durchaus möglich zu verdienen, wie zum Beispiel dem im Jahr 1999 herausgekommenen Buch eines ehemaligen, langjährigen Sammlers der ersten Stunde zu entnehmen ist („Drücker in Uniform“). Erklärung: Die Drückerkolonnen erhalten einen Provisionslohn. Je mehr Spenden man auftreiben kann, desto höher fällt der Lohn aus. Ein fatales Entlöhnungssystem im uneigennützigen Hilfsorganisationssektor. Denn Hauptmotivation müsste ja das Engagement für die gute Sache sein, und nicht mehr Geld für die eigene Tasche. So kam es, dass gerade charakterlich fragwürdige junge Leute, die aggressiv und manipulativ beim Sammeln vorgehen und dafür ohne schlechtes Gewissen Managerlöhne kassieren, förmlich angezogen wurden. Und später nicht selten sogar tatsächlich in den Chefetagen der Sammelfirmen selbst landeten (das ist noch heute so; der Geschäftsleiter der Schweizer Sektion von Wesser etwa war vor ein paar Jahren noch selbst Sammler und kam trotz stark rückläufiger Mitmach-Quote auf einen Monatslohn von 10’000 Franken oder rund 8600 Euro).

Bei Beginn der Kooperation von den DRK-Verantwortlichen komplett übersehen wurde wie schon gesagt, dass bei den Sammlungen ja fälschlicherweise vorgetäuscht wird, dass das Rote Kreuz selbst die Kampagnen durchführt. Die Leute gehen nämlich davon aus, die Sammelnden seien bezahlte Rotkreuz-Mitarbeitende – oder gar unbezahlte  Ehrenamtliche! Diese „vorsätzliche, arglistige Täuschung“ ist aber eine Betrugsform, dass heisst eine Straftat. Das ist nicht nur im bereits erwähnten Buch „Drücker in Uniform“ zu lesen, sondern hat auch der Norddeutsche Rundfunk in einem anschaulichen Beitrag von 2012 herausgestellt („Miese Tricks: Mitgliederfang bei DRK & Co.“).

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Ich („Persönliche Nachricht des Blogbetreibers“)

Ich widme mich nun seit sechs Jahren voll und ganz dem Kampf gegen Sammelfirmen für Strassen- und Haustürspenden. Und seit insgesamt rund vier Jahren davon bin ich sogar obdachlos – ohne zu betteln, wohlverstanden. Erstens, da meine Ersparnisse längst aufgebraucht sind, ich aber kein Sozialhilfegeld beziehen will (im Prinzip könnte ich ja arbeiten, will aber mein Projekt durchziehen). Und zweitens, weil ich so besser untertauchen kann, sowohl vor den Hilfsorganisationen als auch der Sammelmafia. Gerade die Wesser GmbH will mich durch den Fleischwolf drehen, nachdem ich wie beschrieben aufgedeckt habe, dass der heutige Schweizer Geschäftsleiter als Sammler 10’000 Franken oder 8600 Euro verdient hat („Erfahrungsbericht von Haustür-Spendensammler“). Ich bin momentan wieder in Basel anzutreffen, wo ich in den letzten fünf Jahren besonders oft war. Doch obwohl ich inzwischen nicht mehr so aufpassen muss (die berüchtigste Schweizer Face-to-Face Fundraisingagentur „Corris“ hat Strafanzeige gegen mich erhoben – die kann es sich nicht mehr leisten, gegen mich „anderweitig“ vorzugehen; wäre zu auffällig): Mir ist wieder etwas mulmig zumute, nachdem ich vom Ende letzten Jahres begangenen Mord am Basler Obdachlosen George erfahren habe, dem ich schrägerweise äusserlich „ziemlich“ gleiche.

Inzwischen getöteter Basler Obdachloser „George“

Deutschsprachige Länder: Vor 20 Jahren ging bei Strassenspendensammlungen 1 Jahresspende verloren, jetzt sind es 3 – spenden ist heute sinnlos!

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„Wohltätigkeits-Strassenräuber“ im Auftrag von Unicef

 

Juli 2018/1

Da bei Strassenspendensammlungen für Non-Profit-Organisationen immer weniger Leute mitmachen und auch weniger lange Mitglied bleiben, geht immer mehr Spendengeld verloren. Die ausführenden „Sammelfirmen“ (Fundraisingagenturen) garnieren heute die ersten drei Jahresspenden, während es vor 20 Jahren „nur“ die erste war.

Zum 352. Mal muss ich es wiederholen, da die Medien skandalöserweise immer wieder veraltete Zahlen verbreiten (natürlich geben die gemeinnützigen Organisationen und die Agenturen diesen oft auch falsche Zahlen an): Es ist nicht mehr eine Jahresspende, die bei Strassenspendensammlungen „verloren“ geht, sondern drei! 

Dabei ist es doch so einfach zu verstehen: Während die durchführenden Face-to-Face Spendenunternehmen (die ja sowieso ungerechtfertigten Profit aus den Sammelaktionen ziehen, denn im „gemeinnützigen“ Non-Profit-Sektor dürfte es nicht um „Eigennutzen“, sprich: „Gewinn“ gehen – deshalb heisst es ja „NON-Profit“) von den Hilfsorganisationen Fixpreise verlangen, machen immer weniger Leute mit. Die Kosten – in der Schweiz 850 Franken oder 730 Euro pro sammelnde Person im Tag – verteilen sich also auf immer weniger Köpfe. Und es geht immer länger, bis die (fixen) Kosten durch (schwindende) Spendeneinnahmen wieder gedeckt sind. Die Fundraisingagenturen können dem nur entgegenwirken, indem sie den Leuten höhere Spendenbeiträge aufschwatzen versuchen. Doch das bringt nichts, denn dann kündigen die Leute einfach viel eher ihre Mitgliedschaft wieder, wenn sie sie nicht sogar gleich wieder rückgängig machen, bzw. „stornieren“. So meinte etwa Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria im Branchenmagazin „Fundraiser“ (Ausgabe Nr. 5/2012) nicht nur, dass die Responseraten gesunken, sondern auch die Stornoquoten gestiegen sind.

Selbstverständlich kann man auch in Deutschland die schwindende „Mitmach“-Quote verfolgen. Hier die Angaben zur Anzahl Abschlüssen von Sammelnden pro Tag aus dem „Handbuch Fundraising“ von Maria Haibach von 1998: „…Bei der Standwerbung liegt die Zahl der Abschlüsse pro Werber pro Tag zwischen fünf bis maximal zehn…“ Franz Wissman, der Urvater des kommerziellen Strassenfundraisings von der Sammelfirma „DialogDirect“ sagte  2013 (Artikel „Face-to-Face Fundraising: Mit Konzept zur Kampagne“ aus „Fundraiser-Magazin“), dass nur noch zwischen drei und fünf Spendenzusagen pro Tag resultierten – aktuell ist diese Zahl freilich noch tiefer…

Fazit: Wer bei Strassensammlungen mitmacht, finanziert damit heute vor allem eine Schattenwirtschaft, die gar nichts mit dem guten Zweck zu tun hat, sondern diesen im Gegenteil als Verkaufsargument missbraucht.

Zum Blogbetreiber siehe „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ (Onlinemagazin „Zentralplus“, Sommer 2018)

 

 

 

„Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ („Zentralplus“-Beitragsanalyse, Sommer 2018)

Kevin Brutschin setzt seine gesamte Energie für eine Sache ein. (Bild: sib)

Photo von „Zentralplus“-Beitrag über mich (findet sich H I E R)

Kevin Brutschin war Primar- und Oberstufenlehrer, hatte dann einen gut bezahlten Job bei verschiedenen Hilfswerken. Doch nun ist er obdach- und arbeitslos. Der Grund: Er widmet seine Zeit dem Kampf gegen Sammelfirmen für Strassenspenden, auch in Luzern und Zug. «Wohltätigkeits-Strassenräuber», wie Brutschin sie nennt… zum Artikel

 

NEUE HAUPTSEITE: Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen

Ich freue mich, dass es in der kleinen Schweiz im Gegensatz zum grossen Deutschland (wo zuletzt immerhin der Norddeutsche Rundfunk einen coolen Undercover-Beitrag zu den Spendensammlern, bzw. Hilfsorganisations-Drückerkolonnen gebracht hat) doch noch einzelne, „halt“ nicht ganz so grosse,  unabhängige Medien gibt, die den Mut haben, wahrheitsgetreu Missstände zu benennen – auch wenn die Gegnerschaft übermächtig SCHEINT (und die grossen Medien wie das Schweizer Fernsehen, die grössten Schweizer Zeitungen wie 20 Minuten, Blick am Abend, Aargauer Zeitung, Tages-Anzeiger oder die NZZ i.d.S. das Thema weitgehend ignorieren oder Fake-News darüber verbreiten). So hat das in erster Linie für die Regionen Luzern & Zug schreibende Online-Magazin „Zentralplus“ mir einen tollen Artikel gewidmet – Beitrag findet sich H I E R. Danke!

Gut auch, dass Zentralplus auch noch von der Corris AG, der grössten Schweizer Spendensammelfirma (ja, die Spendensammlungen werden von profit-orientierten Werbefirmen ausgeführt, welche sich – selbstverständlich unwahrheitsgemäss und rechtswidrig – als NON-Profit-Organisationen ausgeben und den Löwenanteil der Spendeneinnahmen selbst einkassieren), bzw. beim von Corris eingestellten (und dort sicher „noch ganz ordentlich“ verdienenden) Medienprofi Bernhard Bircher-Suits eine Stellungnahme eingeholt hat.  Ein Mann, dem man sicher vertrauen – ist ironisch gemeint: Bircher-Suits war zuvor beim K-Tipp tätig, welcher in der Schweiz den ersten, ausserordentlich kritischen Beitrag überhaupt zum Thema gebracht hat… Ausserdem hat Bircher-Suits auch schon mit zahlreichen Falschaussagen zu den „Verkaufszahlen“ von Corris geglänzt. Bspw. schrieb der Berner „Bund“ am 22.9.2014, dass ein neuer Mitarbeiter laut Bircher am Anfang vielleicht zwei bis drei Abschlüsse pro Tag schaffe, an den Folgetagen dann eventuell sieben bis acht, obwohl der Fundraisingverantwortliche des mit Corris kooperierenden Gehörlosenbundes bereits Ende 2012 in der NZZ gesagt hatte, dass das schon lange nicht mehr stimmt (genauer gesagt liegt diese Zahl heute um ein Vielfaches tiefer). Respektiv: Warum soll ich mich meinerseits mit so einer Person treffen?

Post-Bschiss & Corris-Bschiss: Gar nicht weit voneinander entfernt

Bircher-Suits meinte nichtsdestotrotz, dass ich „auf unsere Kontaktversuche per Telefon, Mail und eingeschriebenen Brief nie reagiert habe.“ Ich hätte ausserdem das rechtlich erlaubte Mass an Kritik deutlich überschritten, weswegen Corris Strafanzeige eingereicht hat (und ich deswegen schon lange im Gefängnis sein müsste – nur getraut sich die Staatsanwaltschaft offenbar seit mehr als einem halben Jahr nicht, mich festnehmen zu lassen, da ja meine Kritik „irgendwie“ doch wahr ist).

A propos fragwürdiges Verhalten des Staates: Der „grösste Subventionsbetrug in der Schweizer Geschichte“ beherrscht ja immernoch die Schlagzeilen im Lande (die staatliche Postauto AG hat über Jahre unrechtmässig öffentliche Gelder im Umfang von ca. 100 Millionen Schweizer Franken oder rund 86 Millionen Euro erschlichen). Post-Chefin Susanne Ruoff wie auch die gesamte Postauto AG-Geschäftsleitung mussten bekanntlich den Hut nehmen. Doch was ist eigentlich mit dem Post-Verwaltungsrat? In Anbetracht, dass die Schummeleien bereits 2013 der gesamten Postspitze gemeldet wurden, gälte es eigentlich speziell den damaligen Post-Verwaltungsratspräsidenten Peter Hasler ebenfalls auf die eine oder andere Art zu sanktionieren. Dazu würde aber auch gehören, darauf hinzuweisen, dass Hasler bis „juste“ vor seinem Post-Mandat dem Stiftungsrat vom WWF, bekanntlich Corris-Kunde, angehört hat. Die Post ist nämlich auch in der Kritik, weil sie Corris & Co. in den Postfilialen sammeln lässt, was sogar die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) im Tages-Anzeiger vom 19.2.2016 kritisiert hat. Dazu muss man allerdings wissen: Die Stiftung für Konsumentenschutz ist – jenseits von gut und böse – selbst ebenfalls Corris-Kunde (sie müsste die Sammlungen ja selbst anprangern), aber hat mit Corris offensichtlich vereinbart, dass in den Poststellen nicht gesammelt werden dürfe: Ebenfalls ausserordentlich glaubwürdig (ich hoffe, man kennt inzwischen meinen schwarzen Humor)! Damit sind wir dann auch wieder mal bei der ehemaligen Geschäftsführerin & Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz: Simonetta Sommaruga.

Und hier nochmal eine Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

WWF: Gründungspräsident ehemaliger Nazi (16.5.2017)

Jugendschutzorganisation „Pro Juventute“: Gründer wegen sexuellen Kindsmissbrauchs verurteilt (März 2017/4)

 

SCHWEIZ

Links-Filz! Paradebeispiel Stadt Bern („Corris-Lobby“): „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“, Mai 2018

Konsumer.ch, Mai 2017: Eine Sauerei (Beitrag des Blogbetreibers)

Der Landbote (Winterthur), 4.2.2017: Skandal um politische Massnahmen gegen Spendensammelplage (veröffentlichter Leserbrief des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Grösster Übeltäter unter Face to face-Spendensammlungen machen lassenden NPOs: Arbeiter-Samariter-Bund (Post vom 1.10.2016)

Zs-fassung und Analyse des „Bild“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 20.3.2016 (Post vom 3.4.2016)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

 

 

 

 

Links-Filz! Paradebeispiel Bern: „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“ (April 2018, aktualisiert im Mai)

Bildergebnis für corris spendensammler

Für Hilfswerke sammelnde Werbefirmen kassieren das meiste Spendengeld selbst

 

„Heute schon die Welt gerettet?“ Ob Sommer oder Winter: Tagtäglich müssen wir uns die mehr oder (zumeist) weniger originellen Sprüche von Spendensammelnden auf den Strassen anhören. Ob WWF, Unicef, Amnesty International oder Helvetas, alle schwören auf die Dienste der Corris AG, die sich auf sogenannte Face to Face-Spendensammlungen spezialisiert hat – und im Tag pro Sammler 850 Franken(!) von den Hilfswerken dafür garniert. Das einzige Tröstliche ist, dass das wenigstens immer immer mehr Leute wissen. Denn wer macht schon noch mit, wenn eine profitorientierte Firma sich mit seinem Spendengeld dumm und dämlich verdient (Corris-Besitzer Gerhard Friesacher hat sich mit einem Teil seiner Corris-Millionen eine ganze und auch ziemlich schmucke Ladenkette namens Changemaker aufgebaut – in Bern z.B. an der Einkaufsmeile, bzw. der teuren Spitalgasse vertreten)? Wenn aber konstant weniger Leute mitmachen – und übrigens auch immer weniger lang Mitglied bleiben – kommt auch immer weniger Spendengeld rein (tatsächlich hatte der Gehörlosenbund bspw. bereits im Dezember 2012 in der NZZ als eine der wenigen Organisationen zugegeben, dass die Anzahl Spendende, die ein Sammler pro Tag findet, deutlich zurückgegangen ist). Folge: Der Anteil von Corris an den Gesamtspenden einer Kampagne nimmt stetig zu! Respektiv: Heute können das problemlos 80% sein – oder mit anderen Worten: Die ersten drei Jahresbeiträge jedes spendenden Mitglieds gehen heute an Corris. Vor 20 Jahren war es noch eine (leider wird in den Medien oft immer noch diese Zahl angegeben).

 

Bildergebnis für changemaker bern

Changemaker: Hipster wissen, wo einkaufen (aber nicht, wem die Läden gehören)

 

Dass das inakzeptabel ist, muss hoffentlich nicht noch genauer begründet werden. Warum wird überhaupt erlaubt, dass „Profit mit NON-Profit“ gemacht wird? Das Non-Profit-Element (Uneigenützigkeit) ist doch das grundlegende Merkmal des gemeinnützigen Sektors? Deshalb nennt man ihn ja „NON-Profit“-Sektor. Und warum unternimmt, gerade in Bern, wo eine Überzahl von Linkspolitikern das Zepter in der Hand hat, niemand etwas gegen diese kapitalistischen Auswüchse (die jeden sozial eingestellten Politiker genau genommen sogar besonders empören sollten)? Diese Frage stellte ich über einen Berner Lokalpolitiker, der die Berner Politszene gut kennt, der frisch gewählten Regierungsrätin Evi Allemann (war bisher für die SP im Nationalrat). Antwort blieb bis jetzt leider aus. Doch es kommt noch besser, bzw. schlechter: Allemann ist auch Präsidentin des Verkehrsclubs Schweiz, noch besser bekannt unter dem Kürzel VCS, der sich für umweltschonenden Verkehr einsetzt. Und ausgerechnet der VCS arbeitet mit Corris zusammen! Da kann man in gewisser Weise schon verstehen, dass sie sich um eine Antwort drückt, oder nicht?

Nun muss man wissen, dass Allemann eine gute Freundin von Ursula Wyss ist (die einst mit Allemanns jetzigem Partner zusammen war), ihrerseits Mitglied der Berner Stadtregierung (Gemeinderat) – und auch eine zeitlang dem Vorstand der VCS-Kantonalsektion angehörte. Der VCS hat hiermit also schon mal eine ziemlich solide Lobby in Bern und muss sich sicher nicht allzu viel Gedanken machen, dass die Stadt plötzlich etwas unternimmt gegen die Sammelaktionen. Zumal es ja auch noch eine weitere Person in der fünfköpfigen Berner Stadtregierung gibt, die stark mit dem VCS verbandelt ist: Franziska Teuscher, zur Abwechslung mal eine Vertreterin der Grünen, die Vorgängerin von Allemann als Präsidentin des VCS! Für grüne Anliegen setzt sich bekanntlich auch Pro Natura ein, neben dem Roten Kreuz wohl eine der renommiertesten gemeinnützigen Organisationen der Schweiz, Spezialgebiet Umweltschutz. Da gehört es sich, dass auch ein paar hochrangige Politiker oder Politikerinnen in den regionalen Vorständen Einsitz nehmen. Z.B. Michael Aebersold, SP, Gemeinderat Nummer 3 mit heiklen Verbindungen zu Corris & Co.; konkret im Vorstand von Pro Natura Bern. Pro Natura kooperiert zwar nicht mit Corris – aber dafür einfach mit der Konkurrenzfirma I.M.I.S.! Die „Linken“ des Berner Gemeinderates sind also „ziemlich“ heikel verbandelt mit dem Hilfswerksektor – und damit auch mit dem sich nicht rechtfertigen lassenden „Corris-Spendensammelsystem“. Doch halt, den Wichtigsten habe ich ja fast noch vergessen. Alec von Graffenried, „grüner“ Stadtpräsident, der die gigantische Linksmehrheit im Berner Gemeinderat komplettiert. (Bern ist i.d.S. letztlich einfach das extremste Beispiel für links-dominierte Schweizer Städte, wie schon nur ein kleiner Blick auf die StadtpräsidentInnen der vier noch grösseren Städte zeigt: Corine Mauch; SP/Zürich – siehe auch „Wie Hilfswerke die Aufhebung des Sammelverbotes in Schweizer Städten bewirkt haben“, Rémy Paganini; Alternative Linke/Genf, Elisabeth Ackermann; Grüne/Basel, Grégoire Junod; SP/Lausanne. Erst die sechstgrösste Stadt bildet eine Ausnahme: Michael Künzle; CVP/Winterthur, wo „wundersamer Weise“ schon seit Jahren gegen die Sammelaktionen vorzugehen versucht wird – wobei man allerdings auch dort aufpassen muss!) Der Berner „Präsi“ ist zwar nicht direkt verwickelt mit dem Sammelsystem – aber SEHR STARK indirekt. Nicht nur durch seine Regierungskollegschaften und mit dem Corris-Sammelsystem verfilzte linke Politiker & Politikerinnen auf Nationalebene, sondern AUCH durch dessen engen Freund Christoph Balsiger, Mitinhaber der konventionellen Berner Werbeagentur „Kargo Kommunikation“. Kargo Kommunikation hat für eine der grossen Schweizer Entwicklungshilfeorganisationen; Swissaid – Corris-Kunde, versteht sich – Anfang Jahr zum wiederholten Male eine Werbekampagne konzipiert und umgesetzt. Dieses Mal mit prominenter Unterstützung von Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht als Botschafterinnen („Tamynique“). Kargo Kommunikation weiss offensichtlich, wie man Publicity erreicht – und Swissaid, welche Agenturen man sich am besten auswählt, um einen guten Draht zum Stadtpräsidenten zu haben… It’s all about networking!

A propos: Es gibt ja auch noch eine andere, „recht“ bekannte Berner Spitzenpolitikerin, die Evi Allemann und Ursula Wyss zu ihrem einflussreichen Netzwerk zählt – und geradezu haarsträubend über Non-Profit-Organisationen mit Corris verbandelt ist. Ihr Vor- und Nachnahme fängt mit S an und hört mit A auf.

Exklusiv-Beitrag (Link): „Spendensammler-Kritiker im Gefängnis“

PS: Warum keine der zwei grossen Zeitungen in Bern nicht (mehr) oder nicht richtig über Corris & Co. und schon gar nicht über den Links-Filz im Zusammenhang damit berichtet? Sowohl die „Berner Zeitung“ als auch „Der Bund“ sind beim links-freundlichen Tamedia-Verlag, dessen „Flagschiff“ bekanntlich der „Tages-Anzeiger“, grösstes und bekanntestes Links-Blatt im Lande, ist…

Wann riskieren Hilfsorganisationen ersten Toten bei immer verhassteren Haustür- und/oder Strassenspendensammlungen? (Mai 2018/2)

Bester Artikel über „Dialoger“ (Deutsch) – Meilleure article sur „dialogueurs“ (Français)Best article about „chuggers“ (English)Miglior articolo su „dialogatori“ (Italiano)Mejor artículo sobre „recaudadores de fondos“ (Español)

 

Roman Hagen von der Agentur Corris versucht, im Bahnhof Luzern eine Passantin zum Spenden zu animieren. (Bild: Pius Amrein (16. April 2018))

Kommerzieller Gutmensch sammelt für Entwicklungshilfeorganisation Swissaid

 

„Ich bekam schon am ersten Tag einen Fausthieb…“ sagte ein Strassen-Spendensammler der Schweizer Face-to-Face Fundraisingagentur „Corris“, die auf Strassen oder vor Haustüren spendende Mitglieder für Hilfsorganisationen anwirbt – und von diesen pro Sammler und Tag CHF 850 (EUR 720) einstreicht – Anfang Mai in der Luzerner Zeitung (Schweiz). Andere Kollegen hätten ausserdem erlebt, dass auch schon der Sammelstand angezündet oder angepinkelt wurde. Da fällt mir, um auch unser grosses Deutsches Nachbarland nicht zu vergessen, auch gerade der Beitrag der Münchner „tz“ von Anfang September letzten Jahres ein, wo ein Anwohner eines Mehrfamilienhaus einen Haustür-Spendensammler die Treppe runterschubste. Oder der Beitrag von „Main-Spitze“ vom 20.4.2017, wo ebenfalls ein Haustür-Spendensammler („Drücker“) einen Hausbewohner, der keine Interesse an einer offerierten „Patenschaft“ hatte und das vielleicht etwas schroff kundtat, kurzerhand zusammenschlug. Oder die Spendensammelgang des Arbeiter-Samariter-Bundes, die einen an den Haustürkampagnen Kritik äussernden Sammler der eigenen Gruppe(!) verprügelte – und dafür bis zu sieben Monate Haft bedingt aufgebrummt bekam (Neue Frankfurter Presse).

Aber ehrlich gesagt, ich verstehe jede/n Angesprochene/n, der inzwischen die Nerven verliert. Denn weil immer weniger Leute mitmachen, müssen die Sammelnden immer aggressiver vorgehen (mittlerweile fliessen die ersten drei Jahresspenden jedes spendenden Mitglieds an die Sammelmafia-Unternehmen – UND NICHT NUR EINE, wie das bspw. die meistgelesene Zeitung der Schweiz; „20 MINUTEN“ am 11.12.2016 verklickert hat, oder in Deutschland „Die Welt“ sogar erst Ende letzten Jahres; übrigens ansonsten guter Beitrag). Und natürlich haben auch immer mehr Sammelnde die Nase voll. Ob die bisher geltende und ja schon so lächerliche durchschnittliche Sammler-Anstellungsdauer von drei Wochen mittlerweile sogar noch unterschritten wird, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Dafür ist mir ein schon vor Längerem geführtes Gespräch mit einem langfristig bei Corris angestellten Sammler eingefallen (mit langfristig ist bei Corris in diesem Sinne natürlich bereits ein mehrmonatiger Einsatz gemeint). Dieser auf seine Corris-Zeit angesprochen: „Ah, Corris, schon schräger Betrieb. Einmal hatte man mir am Morgen eine neue Hilfsorganisation zugeteilt, für die ich am selben Tag sammeln sollte. Und mir dafür ein Informationsblatt zur betreffenden Organisation ausgedruckt, das ich mir dann während der Zugfahrt zum Sammelort dann noch irgendwie einprägen musste.“ Corris live!

 

Und hier wieder mal eine Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

WWF: Gründungspräsident ehemaliger Nazi (16.5.2017)

Jugendschutzorganisation „Pro Juventute“: Gründer wegen sexuellen Kindsmissbrauchs verurteilt (März 2017/4)

 

SCHWEIZ

Links-Filz! Paradebeispiel Stadt Bern („Corris-Lobby“): „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“, Mai 2018

Konsumer.ch, Mai 2017: Eine Sauerei (Beitrag des Blogbetreibers)

Der Landbote (Winterthur), 4.2.2017: Skandal um politische Massnahmen gegen Spendensammelplage (veröffentlichter Leserbrief des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Grösster Übeltäter unter Face to face-Spendensammlungen machen lassenden NPOs: Arbeiter-Samariter-Bund (Post vom 1.10.2016)

Zs-fassung und Analyse des „Bild“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 20.3.2016 (Post vom 3.4.2016)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

 

 

 

 

 

Bester Medienbeitrag zum Thema „Corris AG“ (Strassen-Spendensammlungen), Mai 2018

Die Spendensammelfirma Corris hat es wieder mal geschafft. Die haben ja extra einen Medienprofi angestellt, der alle möglichen Manipulationen macht, um das nicht mehr rettbare Image der Fundraisingagentur doch noch irgendwie zu retten (die Chance, dass Elvis lebt, ist grösser). So wird bspw. ständig die Google-Rangliste manipuliert. Und zwar so, dass wenn man bspw. CORRIS KRITIK eingibt, kritische Beiträge wie z.B. von der Basler Zeitung möglichst weit unten positioniert sind (das ist mittels Hacker-Programmen absolut machbar). Und harmlose Artikel – abgesehen vom Kassensturz-Report; den lässt man schön oben (das wäre zu auffällig) – „schiebt man nach oben“. Der beste Beitrag kam aber von der Weltwoche (ich meine: „weltweit“) – nicht zuletzt, da sich der betreffende Journalist UNDERCOVER in die „Höhle des Löwen“ gewagt hat. Der Beitrag ist übrigens von mir initiiert worden, allerdings ohne die Undercover-Idee. Die hatte der Journalist (der mit seinem Unterfangen im Übrigen den klar grösseren Anteil als ich am hervorragend herausgekommenen Endprodukt hat). Ich war dann einfach der nicht erwähnte Informant/Experte im Hintergrund – ich wurde ja schon im Weltwoche-Vorgängerbeitrag erwähnt. Weil es Corris nun aber leider geschafft hat, den eben noch brisanteren Weltwoche-„Hauptbeitrag“ weitgehend zum Verschwinden zu bringen bei Google, kopiere ich ihn halt bei mir rein. Übrigens: Die im Beitrag recherchierten 1.66 Jahresspenden, die von jeder spendenden Person „abgezweigt“ werden (und sich ausserdem sowieso auf eine besonders gut gelaufene Referenzkampagne bezogen, d.h. eigentlich waren es schon damals über zwei Jahresspenden), stimmen natürlich längstens nicht mehr: Da immer weniger Leute mitmachen, erhöht sich der Anteil von Corris an den sich konstant verringernden Gesamtspendeneinnahmen stetig, denn die Kosten einer Kampagne sind ja fix. Heute sind es rund drei Jahresspenden(!), die draufgehen (diese Zahl gilt weitgehend international) – was die meisten (nicht unabhängigen) Medien nie erwähnen oder mitunter sogar falsche Zahlen publizieren (ich habe vor meiner Kooperation mit der Weltwoche zwei andere Medien angefragt, aber die wollten nicht darüber schreiben).  Viele Politiker & Politikerinnen, speziell linke, sind ja bekanntlich bei Hilfsorganisationen in den Stiftungsräten/Vorständen…. Und viele Medien sind halt links-freundlich… Noch kleine Anekdote zum nun folgenden Undercover-Beitrag: Der Journalist hatte ja einen falschen Namen angegeben. Die Corris-Instruktorin nannte ihn deshalb natürlich auch jeweils so. Nur war er in einem Moment unkonzentriert, so dass er nicht auf einen ihrer Aufrufe reagiert hat. Sie nannte ihn darauf belustigt „Mr. Ich weiss nicht, wie ich heisse.“ 🙂

PS: Bitte die „Haustür-Sammlungen“ nicht vergessen; die sind sogar noch ein Stück schlimmer – siehe Magazin „Brand Eins“/Juli 2017 (ebenfalls Erfahrungsbericht).

 

WELTWOCHE, 3.4.2013: „SÖLDNER DES GUTEN“

Wohltätige Organisationen wie Amnesty International setzen auf die Dienste von professionellen ­Sammelunternehmen. Unser Redaktor hat sich von der Marktführerin anstellen lassen und gelernt, mit welchen Methoden man die Passanten um ihr Geld bringt.

Mike zeigt mir, wie es richtig geht. Er diskutiert nicht, ob 120 Franken für eine Lehrtochter viel Geld sind oder nicht. Er fordert Michelle auf, ihr Portemonnaie rauszuholen und das Münz auf die Oberfläche des Stands zu leeren: «Keine Angst, wir nehmen dir nichts weg.» Drei Zweifränkler, vier Einfrankenstücke und einige Fünfräppler kullern heraus. Mike nimmt drei Zehner und fragt: «Jetzt hast du 30 Rappen weniger. Ganz ehrlich: Würdest du es merken, dass dieses Geld fehlt?» Michelle schüttelt etwas betreten den Kopf. Mike hakt nach: «Siehst du, du würdest es nicht merken. Dreissig Rappen pro Tag, das ist für dich kein Problem.»

Michelle, 18-jährig, im ersten Lehrjahr als Coiffeuse, kapituliert. Sie will für Amnesty International spenden. Jetzt weiss ich, was ­Mike gemeint hat, als er mich flapsig belehrte: «Wir sind die gierigen Aasgeier.» Wir, damit meint Mike die jungen Mitarbeiter der Corris AG, zu denen auch ich seit diesem Morgen gehöre.

Jeder kennt uns, aber keiner kennt unsere Firma. Wir sind die, die auf dem Bahnhofplatz, vor der Post oder im Einkaufsgetümmel stehen und jeden, der an uns vorbeimuss, um Spenden für einen guten Zweck bitten. Wir sagen ihnen, wir seien vom WWF oder von Vier Pfoten, von Pro Infirmis oder von Pro Juventute, vom Gehörlosenbund oder eben von Amnesty International. Tatsächlich aber sind wir keine Aktivisten und keine Freiwilligen, sondern Temporärangestellte von Corris.

Die Corris AG betreibt Fundraising im Mandatsverhältnis. Zu ihren 30 Kunden gehören fast alle wohltätigen Organisationen, die in der Schweiz Rang und Namen haben. Nach ­eigenen Angaben beschäftigt sie 1000 temporäre und 60 Festangestellte. Wie viel Umsatz und welchen Gewinn Corris damit erwirtschaftet, darüber schweigt sich die Firma aus. Bekannt ist nur, dass sie 1995 vom Österreicher Gerhard Friesacher gegründet wurde, der auch heute noch Hauptaktionär ist.

Corris sorgt seit Jahren immer wieder für kritische Berichte. Bemängelt wurde, dass die Mitarbeiter kaum etwas über die Organisationen wüssten, die sie vertreten. Im Februar kritisierte die Konsumentensendung «Kassensturz» die Arbeitsbedingungen bei Corris. Die Löhne seien niedriger als versprochen, hiess es, die Mitarbeiter stünden unter enormem Erfolgsdruck. Mich interessiert, wie die Arbeit wirklich aussieht. Wie funktioniert das Unternehmen Corris? Mit welchen Methoden arbeiten die Leute, die da für wohltätige Zwecke sammeln? Wie ziehen sie den Leuten das Geld aus der Tasche?

Mittwoch, 15.30 Uhr: Ich wähle die Corris-Nummer. Ich nenne mich Andreas und erkläre, ich brauchte dringend einen Job. Die Dame am anderen Ende der Leitung sagt, morgen fände gleich eine Info-Veranstaltung statt. Sie schickt mir eine Einladung, sobald sie meinen Lebenslauf hat. Also lege ich mir eine neue Identität zu: Ich bin nicht mehr der Journalist Christoph Landolt, sondern Andreas Landolt, ein kinderloser und lediger Politologiestudent, der sich bisher mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Zur Sicherheit verschicke ich das Curriculum von einer anonymen E-Mail-Adresse aus.

Im grünen Bereich

Donnerstag, 9 Uhr, ein schmuckloser Sitzungsraum in Zürich-West. Die Corris-Büros befinden sich in einem Gebäude der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk 1 («Urbaner Lebensstil mit Rücksicht gegenüber Schwachen») bei der Haltestelle Bernoulli. Hier lebt das korrekte Zürich. Der grüne Nationalrat Bastien Girod bewohnte im dritten Stock einst ein WG-Zimmer. Girod hat selbst einige Zeit für Corris gearbeitet und dabei gelernt, wie man sich erfolgreich vermarktet.

Heute sind drei Bewerber gekommen, neben mir Erika, eine 26-jährige Studentin der Kunstgeschichte, die dringend Geld braucht, und Mona, eine 19-jährige Köchin in Batik­hosen, die nicht mehr kochen will, aber ebenfalls etwas verdienen möchte. Geleitet wird die Veranstaltung von Sky, einer zierlichen Frau mit künstlich blonden Haaren und selbst­sicherem Auftreten.

«Es ist ein Knochenjob», warnt uns Sky gleich zu Beginn. Einige Leute da draussen seien richtig unanständig. Das dürfe man nicht persönlich nehmen. «Ganz ehrlich», erklärt sie, «niemand bleibt freiwillig stehen.» Umso wichtiger sei es, dass man einen sympathischen Eindruck erwecke. «Die meisten Leute geben etwas, weil sie euch nett finden.» Wir müssen also keine guten Taten anpreisen, sondern primär uns selbst.

Sky kommt denn auch schnell auf den Punkt, «der alle am meisten interessiert»: den Lohn. Alle schauen gebannt zur Tabelle, die auf die Wand projiziert wird. Corris bezahlt pro Tag 135 Franken Grundlohn, plus 15 Franken Essensspesen. Hinzu kommt ein kompliziertes Bonussystem, das einen einzigen Anreiz setzt: möglichst viel Geld einzutreiben. Jede Spende gibt Punkte, je nach Höhe und Zahlungsrhythmus. Bei elf Punkten (entspricht fünf grösseren Spenden) ist man im Corris-Jargon im «grünen Bereich», was mit 170 Franken extra honoriert wird. Alle zwanzig Arbeitstage gibt’s einen Treuebonus von 850 Franken. Würde man hinten eine oder zwei Nullen anhängen, so denke ich mir, würde man uns «Boni-Jäger» schimpfen. Immerhin: Corris kennt bereits einen Boni-Deckel. Um Exzesse zu vermeiden, können auch Spitzenverkäufer nicht mehr als 7250 Franken pro Monat verdienen.

Sky meint, fünf Punkte pro Tag müssten drinliegen. Erika fragt, was passiert, wenn man das Ziel nicht erreicht. «Ihr werdet sehen: Wenn ihr das nicht schafft, dann macht euch der Job auch keinen Spass.»

Dann beginnt das Kürzest-Job-Assessment. Jeder soll ein Fantasieprodukt vorstellen, ich eine «Videobrille». Wir haben zwei Minuten Zeit, um Produkteigenschaften zu erfinden, dann präsentieren wir den anderen unseren Werbespot. Anschliessend werden wir nacheinander für das eigentliche Bewerbungsgespräch aufgerufen. Die Köchin fliegt raus, die Kunsthistorikerin ist eine Runde weiter. Ich komme als Letzter dran. Sky lobt meine Kreativität. Fragen zu meiner Person hat sie keine. Sie sagt, sie sehe mich gut in diesem Job.

Erika und ich bekommen einen auf drei Monate befristeten «Rahmenvertrag für Arbeit auf Abruf». Der Vertrag beinhaltet auch eine strikte Geheimhaltungspflicht gegenüber Journalisten. Ich unterschreibe dennoch. ­Einen Händedruck oder ein Lächeln von einer Corris-Mitarbeiterin gibt es deswegen nicht, lediglich einen Papiersack. In meinem sind ein gelbes T-Shirt und eine Regenjacke mit Amnesty-International-Logo. Auf den Sachen meiner Kollegin steht: «Helvetas». Wir sind nun sogenannte «Dialoger». Zwei von tausend, die jedes Jahr bei Corris anheuern.

«Entwicklungshilfe und so»

Inzwischen ist es Mittag, nun beginnt der Crash-Kurs. Obwohl wir zwei völlig verschiedenen Organisationen zugeteilt wurden, sitzen Erika und ich in der gleichen Schulung. Ich weiss wenig über die konkreten Projekte von Amnesty International. Meine Kollegin weiss nur, dass Helvetas «Entwicklungshilfe und so» betreibt.Doch das spielt keine Rolle, hier und heute geht es einzig um Spendenmaximierung. Ob es Bäume, Tiere, Frauen oder Kinder zu retten gilt – das Prinzip ist immer dasselbe: Wir müssen die Passanten bei ihrem schlechten Gewissen packen. «Sprich einfach von Kindersoldaten und Zwangsräumungen», empfiehlt mir Sky. «Und sag nichts gegen die Todesstrafe, das gibt nur Diskussionen.» Wenn wir mehr über Helvetas und Amnesty wissen wollten, sollten wir deren Websites besuchen.

Unsere Schulung beginnt mit einem Rollenspiel. Ich mime einen Passanten. Sky zeigt mir, wie es geht. Sie wendet ihren hundert- oder tausendfach eingeübten Standarddialog an: «Was würdest du tun, wenn plötzlich einer mit einer Waffe vor deiner Tür steht und sagt: ‹Du musst raus?›», forscht sie mein Gewissen aus und fixiert mich eindringlich. Dann will sie wissen: «Was denkst du, wie viele Leute von Zwangsvertreibungen betroffen sind?»

Ein Unmensch, wer da nicht zustimmt

Die Fragen sind rein rhetorisch, Sky lässt mir während des ganzen Gesprächs nie die Chance, etwas abzulehnen. Die Schlinge um mein Gewissen zieht sich immer enger zusammen, doch dann bietet Sky einen Ausweg: «Findest du es auch gut, dass wir uns für die Menschenrechte einsetzen?» Ein Unmensch, wer da nicht zustimmt. «Was meinst du, lohnt sich das?» Was für eine Frage. Sky hat mich mühelos eingewickelt.

Wir erhalten Merkblätter, eines mit allgemeinen Tipps («Gemeinsamkeiten herstellen, Small Talk») und eines mit «Klassischen Ausreden» samt passenden Kontern. Ein drittes Merkblatt ist dem sogenannten «Formular­übergang» gewidmet – dem Moment, in dem der Passant zur Kasse gebeten wird. Der Formularübergang sei das Wichtigste am ganzen Gespräch, lernen wir, und zugleich der heikelste Moment. Falsch ist die Frage: «Möchtest du uns unterstützen?» Richtig ist: «Findest du es gut, dass wir Kindern in Not zur Seite stehen?» Es ist eine dieser geschlossenen Fragen, die kein Passant mit Nein beantworten kann. Darauf basiert die Verkaufsphilosophie.

Dann lernen wir, wie wir den Spender dazu bringen, mehr zu geben, als er eigentlich wollte. Trick Nummer eins ist die Portionierung des Jahresbeitrags in kleinere, besser verdauliche Häppchen. Zwanzig Franken pro Monat klingt nach weniger als 240 Franken im Jahr. Sky schärft uns ein: Wir sollten «nie, nie, nie» nach einem Jahresbeitrag, sondern stets nach einem Monatsbeitrag fragen. Ganz ausgebuffte Corris-Mitarbeiter wie Mike sprechen sogar von 30 Rappen pro Tag statt von 120 Franken im Jahr. Natürlich gilt das alles nur für die Dauer der Verhandlung. Am Schluss, wenn wir das Formular ausfüllen, rechnen wir die Zahl wieder auf ein Jahr hoch.

Trick Nummer zwei ist die Höhe des Mindestbeitrags. Amnesty International unterstützen darf nur, wer im Minimum 120 Franken pro Jahr (oder eben: 10 pro Monat) gibt. Sky sagt uns, dass sich tiefere Beiträge «wegen des Verwaltungsaufwands» schlicht und einfach nicht lohnten.

Trick Nummer drei ist der raffinierteste im Corris-Repertoire: Sky empfiehlt uns, nicht nach einem Betrag zu fragen, sondern eine Summe vorzuschlagen – «Sagt einfach, normalerweise gäben die Leute 40 bis 60 Franken pro Monat.» Das wären dann 480 bis 720 Franken pro Jahr. Wer weniger geben will, muss das mit seinem eigenen Gewissen aushandeln.

Die Kunstgeschichtestudentin Erika zweifelt: Geben die Leute denn wirklich so viel? Corris verweist auf ihrer Website auf Kampa­gnen, bei denen der durchschnittliche Jahresbeitrag bei «deutlich über 100 Franken» liegt. Das wären im «Dialoger»-Jargon rund 10 Franken pro Monat — vier- bis sechsmal weniger, als wir den Spendern vormachen sollen. Sky grinst komplizenhaft: «Die meisten geben 10 bis 40 Franken pro Monat. Aber ein bisschen flunkern ist erlaubt, es geht ja um eine gute Sache.»

Am besten direkt vom Konto abbuchen

Ganz am Schluss kommen wir auf die Sache mit dem Lastschriftverfahren (LSV). Erst wenn ein Gönner seine Adresse diktiert und sich bereiterklärt hat, eine bestimmte Summe zu spenden, fragen wir nach der Kontonummer. Dank LSV wird die Spende automatisch und regelmässig überwiesen.

Sky teilt uns ein letztes Merkblatt aus: «Argumente für die Mitgliedschaft per Lastschriftverfahren». Acht Vorzüge sind aufgeführt, darunter: «Einzahlungsscheine kosten Geld», oder: «Es können Briefsendungen eingespart werden und dadurch kann umweltfreundlicher gearbeitet werden.» Über das wichtigste aller Argumente steht dagegen kein Wort: Leute, denen automatisch Geld vom Konto abgebucht wird, spenden meist über Jahre. Nicht, weil sie zufriedenere Spender wären, sondern schlicht und einfach, weil sie den Dauerauftrag vergessen und weiterlaufen lassen. Das ist Trick Nummer vier.

Ist LSV also eine Bedingung? Oder kann jemand, der seine Kontoinformationen für sich behalten möchte, auch per Einzahlungsschein spenden? «Wenn er unbedingt will, darf er das natürlich», sagt Sky, leicht genervt. Das Reglement der Zewo, der Selbstregulierungsorganisation der NGO-Branche, will es so.

Sky erzählt uns, im «Vergleich zu TV-Spots und anderen Methoden» sei «Direct Dialog» günstig. Im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen, die dank der treuen (oder: vergesslichen) Spender im Laufe der Jahre reinkommen, mag das stimmen. Doch wie gross ist der Aufwand, den die «Dialoger» betreiben, in absoluten Zahlen?

Sky sagt, die Auftraggeber bezahlten pro «Dialoger» und Tag 850 Franken. Diese Zahl galt lange als das bestgehütete Geheimnis der Branche. Auf Anfrage der Weltwochebestätigt Corris erstmals, dass die Auftraggeber eine Pauschale von «800 bis 850 Franken» pro eingesetzten Mitarbeiter und Tag bezahlen.

Amnesty-Sprecherin Alexandra Karle schweigt sich über die Gesamtkosten der aktuellen Kampagne aus, sagt aber, dass tausend Manntage bestellt wurden. Amnesty lässt sich den Corris-Einsatz somit gegen 850 000 Franken kosten. Diese Auslagen müssen die «Dia­loger» zuerst einmal hereinbringen.

Wie lange dauert es, bis die Kampagne bezahlt ist und die ersten Spenden in ein konkretes Projekt fliessen? Corris wirbt auf ihrer Website mit einer Referenzkampagne für eine Organisation aus dem Gesundheitsbereich, bei welcher der «Break-even nach zwanzig Monaten» erreicht worden sei. Im Klartext: Die gesamten Spendeneinnahmen der ersten 1,66 Jahre gingen an Corris. Erst was später kam, floss in einen guten Zweck.

Wann die Gewinnschwelle der Amnesty-Kampagne überschritten wird, lässt sich nicht beziffern, doch wenn man die Werte der von Corris aufgeführten Referenzkampagne auf Amnesty überträgt, wird die Gewinnschwelle in 20 Monaten, Anfang 2015, erreicht. Amnesty-Sprecherin Karle will keine konkreten Zahlen nennen, bestätigt aber diese Grössenordnung. «Grundsätzlich gilt: Ab dem zweiten Jahr lohnt es sich für uns.»

Eine einjährige Spende fliesst somit komplett an Corris. Wer zwei Jahre lang einzahlt, deckt die Kosten, die durch seine Anwerbung entstanden sind, nur knapp. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass LSV-Spender bevorzugt werden. Nur dank LSV zahlt sich das System Corris für die Hilfswerke überhaupt aus. Nach einer Stunde ist die Ausbildung beendet. Mein erster Arbeitseinsatz ist für den kommenden Donnerstag geplant, wo und wann ist noch nicht klar. Am Mittwochabend davor erfahre ich Ort und Zeit per SMS.

Chef auf dem Schwanenplatz

Donnerstag, 10.45 Uhr, Schwanenplatz in Luzern. Unser Team umfasst vier «Dialoger». Neben mir, dem Neuling, sind zwei, die ihren letzten Tag haben. Geronimo, ein 20-jähriger Deutscher mit Dauerlächeln, macht den Job seit drei Monaten. Nun möchte er auf Reisen gehen, vielleicht nach Indien. Zora will studieren, vielleicht Psychologie, sie hat nach acht Tagen genug. Kopf der Truppe ist Mike, der mit den 30 Rappen. Eigentlich ist Mike gelernter Metzger, doch «da verdienst du nichts». Seit eineinhalb Jahren ist er für Corris tätig. Er hat auch schon den Green-Cross- oder Swissaid-Aktivisten gemimt. Amnesty-International-Mitglied ist keiner. Wir sind Söldner im Kampf für das Gute.

Die Leute gehen vorbei. Unser Stand, bestehend aus einem Stahlquader, in dem wir unsere Formulare verbergen, und einigen gelben Amnesty-Plakaten, wirkt wie gleissendes Sonnenlicht. Jeder, der versehentlich hingeschaut hat, wendet den Blick ab. Alle starren auf den Boden, um ja nicht angesprochen zu werden. Mike entkommen sie trotzdem nicht. «Stopp!», befiehlt er, lauter und deutlicher, als es jeder Luzerner Polizist wagen würde. Denen, die murmeln, sie hätten keine Zeit, ruft er hinterher: «Zeit hat man nie, man muss sie sich nehmen.» Jene, die sagen, sie müssten arbeiten, lässt er wissen: «Was heisst hier müssen? Weisst du, wie viele Leute gerne arbeiten würden, aber nicht können?» Mike ist der Chef auf dem Schwanenplatz.

Endlich bleibt jemand stehen, es ist Michelle, die angehende Coiffeuse. Ich muss sie nicht erst von den Menschenrechten überzeugen. Michelle will von ganzem Herzen Gutes tun. Bereitwillig nennt sie mir Name und Adresse. Erst als ich ihr sagen muss, dass die 30 Franken, die sie geben wollte, leider, leider nicht reichen, verflüchtigt sich ihre Spendierlaune. «Weisst du, ich würde wirklich gerne», fleht Michelle. «Aber ich verdiene nur 350 Franken pro Monat.» Ich fühle mich elend. Es ist nicht angenehm, eine Teenagerin, die selbst nicht genug zum Leben hat, zum Geldausgeben zu überreden. Zum Glück rettet mich Berufsidealist Mike. Der 30-Rappen-Masche hat Michelle nichts entgegenzusetzen – sie unterschreibt.

Einzahlungsscheine gibt es nicht

Hunderte von Leuten eilen über den Schwanenplatz und ignorieren uns. Als ob sie wüssten, dass wir keine Menschenrechtsaktivisten sind, sondern nur Rädchen in einer gut geschmierten Spendenmaschinerie. Sky hatte recht, es ist ein Knochenjob. Abgesehen von einem Rentner, der mit mir über die Regierung schimpfen möchte, bleibt lange niemand stehen.

Dann komme ich mit einem Mann ins Gespräch, er trägt eine Steppjacke und schaut freundlich durch die runde Nickelbrille. So stellt man sich einen Amnesty-Sympathisanten vor. Und tatsächlich, der Mann findet die Organisation gut. Er unterstützt uns gerne. Aber nur, wenn er einen Einzahlungsschein bekommt. «Ich möchte kein LSV, da verliere ich den Überblick», sagt er. Das ist gemäss Zewo sein gutes Recht. Spender, so heisst es im Reglement, müssten stets die Wahl haben, ob sie per LSV, per Einzahlungsschein oder bar bezahlen wollen. Das Zewo-Siegel trägt auch Amnesty International.

Doch wo sind die Einzahlungsscheine? Im Inneren des Stands? Mike sagt: «Wir haben keine Einzahlungsscheine, sorry.» Man habe zwar einmal Einzahlungsscheine verteilt, aber der Rücklauf sei zu klein gewesen, schiebt er zur Erklärung nach. Hier draussen gilt das Gesetz der Strasse, kein Zewo-Reglement. Der Mann will unter diesen Umständen nicht mitmachen, er wünscht uns viel Glück und geht.

Dann passiert lange nichts. «Grüezi, ich bin von Amnesty International», sage ich wieder und wieder – und schramme damit hart am Etikettenschwindel vorbei. Nur dann und wann bleibt jemand stehen. Ein junger Mann fragt gleich als Erstes: «Bist du von Corris?» Als ich bejahe, geht er weiter. Habe ich etwas falsch gemacht? Was sagen meine Kollegen, wenn sie nach ihrem Arbeitgeber gefragt werden?

Wer spendet schon für Corris?

«Ich sage immer, ich sei von Amnesty», sagt Geronimo. «Aber wenn einer direkt fragt, musst du halt die Wahrheit sagen.» Gibt es dann noch eine Chance, dass der Passant trotzdem mitmacht? Zora und Geronimo sind sich einig: «Nein, das kommt nicht vor.» Wer spendet schon für Corris?

Für die Corris AG ist es ein Dilemma: Einerseits möchte die Firma, um keine Spender abzuschrecken, ihren Namen möglichst nicht nennen. Anderseits wäre das unehrlich. Corris löst das Problem so, dass der Name möglichst diskret deklariert wird: Auf dem Stand steht das Wort «Corris» so tief, dass es nur Babys und Hunde lesen könnten. Auf meinem Mitarbeiterausweis ist der Name viermal kleiner als das Amnesty-International-Logo. Auf dem Mitgliederformular ist der Verweis auf Corris klein und quer gedruckt, so dass man den Zettel um neunzig Grad drehen müsste. Das Zewo-Logo, mit dem sich nur Amnesty, nicht aber Corris schmücken darf, ist rot und sehr viel grösser.

14 Uhr, endlich: Mein zweiter Spender geht ins Netz. Herr Tanner, ein etwa 50-jähriger Mann mit Schnauz, muss nicht lange bearbeitet werden. Er lässt sich die Sache kurz erklären und entscheidet spontan, etwas zu geben. Fünfzig Franken pro Jahr sollen es sein – das sind siebzig zu wenig. Sachte bringe ich ihm bei, dass das leider nicht geht. Warum der Mindestbeitrag so hoch ist, kann ich auch nicht erklären, deshalb erzähle ich etwas von «Verwaltungskosten». Wieder kommt mir Berufs- aktivist Mike zu Hilfe. Er spricht von zehn Franken pro Monat, was nicht viel sei. Zu meinem Erstaunen macht Tanner mit. Auch als ich ihm das Lastschriftverfahren erkläre, stellt er keine Fragen, sondern unterschreibt, nimmt die Quittung und bedankt sich.

Um 15 Uhr ist die Hälfte des Sammeltages vorbei. Zu diesem Zeitpunkt haben Mike und ich je zwei Spender gewonnen, die anderen beiden null. Zusammen haben wir Jahresbeiträge von knapp 500 Franken reingeholt. Wenn wir bis am Abend so weitermachen, dauert es drei Jahre, bis die Kosten, die wir vier an diesem Tag verursacht haben, bezahlt sind. Erst ab 2016 fliesst das Geld in die Menschenrechtsaktivitäten von Amnesty. Und das auch nur, wenn unsere Spender so lange einzahlen.

Als ich nach meinem ersten und letzten Arbeitstag für Corris die Amnesty-Jacke ausziehe, habe ich zwiespältige Gefühle. Mein Einsatz war erfolgreich, gewiss. Zwei ausgefüllte Formulare liegen in meiner Tasche. ­Eigentlich müsste ich mich freuen, dass ich zwei grossherzige Leute dazu gebracht habe, etwas für die Menschenrechte zu tun. Aber ­habe ich nicht vielmehr zwei gutgläubige Leute übers Ohr gehauen?

«Mindestens neunzig Prozent»

Habe ich die Welt besser gemacht oder vor allem den Besitzer der Corris AG reicher? Glauben Coiffeuse-Stiftin Michelle und Herr Tanner, dass sie es mit Idealisten zu tun hatten, die freiwillig für eine gute Sache auf die Strasse gingen? Haben sie den Eindruck, dass wir tatsächlich von Amnesty International sind? Zurück in der Redaktion rufe ich die beiden an, zur Qualitätssicherung quasi.

Michelle sagt, sie habe sich «schon ein bisschen überredet gefühlt». Normalerweise laufe sie vor Leuten wie mir davon. «Ich weiss, dass ich noch zu wenig Persönlichkeit habe, um nein zu sagen.» Bei mir habe sie aber das Gefühl gehabt, dass mein Idealismus echt sei. Und sie habe sich gedacht, es sei für einen guten Zweck. Michelle ist davon ausgegangen, dass wir «ein bisschen etwas» verdienen.

Herr Tanner war mit unserem Gespräch zufrieden. Wie lange er Amnesty-Gönner bleiben will, weiss er noch nicht, vielleicht ein oder zwei Jahre. Was denkt er, wie viel Geld dann dorthin geht, wo es hingehört? Herr Tanner schätzt, dass nach Abzug der Verwaltungskosten «mindestens neunzig Prozent» in Menschenrechtsaktivitäten fliessen. Mich hat er für einen Studenten gehalten, der «vielleicht ein Sackgeld» dazuverdient, der aber direkt für Amnesty arbeitet.

Als ich Herrn Tanner sage, dass von seinen 240 Franken, die er über zwei Jahre spenden wollte, schätzungsweise 40 Franken an Amnesty gehen werden und dass ich in Wirklichkeit ein provisionsgetriebener Angestellter ­einer profitorientierten Firma bin, findet Herr Tanner das «nicht gut». Er bittet mich, sein Formular in den Papierkorb zu werfen.

 

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„#Me too“-Debattenvorschlag: Sexuelle Belästigung durch männliche Spendensammler (21.12.2017, überarbeitet im Mai 2018)

14-5-2018 +++ UK-News: Frustration growing over charity muggers in Sheffield (Deutsch-Version: Englische Grossstadt Sheffield kündigt Massnahmen gegen Sammelplage an) +++

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Männlicher Spendensammlertrick: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen (vorzugsweise angewendet bei „Hot Babes“)

 

Neulich war ich für Kurzbesuch im schönen Schweizer Städtchen Suhr. Wirklich hübsch: Nachahmung empfehlenswert. Doch am Bahnhof haben mir Amnesty International-Spendensammelnde (eigentlich sind sie ja von der Sammelfirma „Corris“, welche ca. die ersten 3 Jahresspenden von Mitmachenden in die eigene Tasche abzweigt) wieder mal den Tag verdorben. Läuft doch so ein Spendenclown neben einer hübschen jungen Frau her – und zwar erst die Treppe runter, dann die gesamte Bahnhofunterführung hindurch, wieder zum Gleis hinauf und gibt mit seinen Umgarnungsversuchen erst auf, kurz bevor die Frau in den Zug steigt. Ehrlich, also wenn ich sie gewesen wäre: Ich hätte ihm eine geknallt – aber als Mann ist das ja sicher  weniger empfehlenswert.

Womit wir beim Thema wären: Bei sogenannten „Pick-Up Artists“ („Aufreiss-Künstler“, um zu schnellem Sex mit dem anderen Geschlecht zu kommen) ist der Spendensammler-Job wohl der „heiss“-begehrteste (siehe dazu auch Beitrag vom 10.4.2017). Denn „Weltretter“ stehen in der Gunst gerade junger Frauen, die öfters noch zu gutgläubig sind, um die Manipulation zu erkennen, besonders hoch (die allermeisten Sammler sind ja gar keine Hilfsorganisationsmitarbeiter, sondern eben eine Art „Wohltätigkeits-Verkäufer“, bzw. Angestellte von spezialisierten Werbefirmen). Wenn nicht, kann z.B. auch ein besonders gern angewandter anderer Trick helfen: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen – versehentlicher Körperkontakt erwünscht.

Übrigens (siehe folgendes Photo): Also aber auch ein bisschen heikel, oder?

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Spendensammler-Kritiker im Gefängnis (März 2018/3)

Bildergebnis für wwf spendensammler

Der WWF kooperiert in der CH mit der Spendensammelfirma „Corris“, in DE mit der Agentur „DialogDirect“ und auch mit „talk2move“, die zuvor in AU tätig war 

 

Ich habe ja in vorletztem Post erwähnt, dass ein Strafbefehl gegen mich vorliegt. Dies, nachdem ich in zahlreichen Beiträgen auf meiner, bzw. dieser Website und auch anderweitig in der Presse Kritik zum „Face-to-Face“-Spendensammelsystem geäussert habe (z.B. in der „Stimme“/Deutschland, im KONSUMER-Magazin/Schweiz oder in der KirchenZeitung/Österreich). Die Spendensammelnden auf Strassen/vor Haustüren sind nämlich meist nicht von den Hilfsorganisationen wie z.B. dem Roten Kreuz selbst, sondern von spezialisierten Werbefirmen, die sich dumm und dämlich verdienen mit den Sammlungen, bzw. HEUTE zwei oder sogar eher drei Jahresspenden für sich „abzweigen“ (so lange geht es, bis deren Forderungen – in der Schweiz bspw. 850 Franken oder 725 Euro im Tag pro sammelnde Person, durch DIE KONSTANT SINKENDEN Spendeneinnahmen gedeckt sind). Im Strafbefehl sind zwei Bussen gegen mich aufgelistet: Eine auf Bewährung, also eine solche, die ich verhindern kann, wenn ich aufhöre mit der Kritik (was ich selbstverständlich nicht machen werde). Und eine, die ich so oder so zahlen muss – es sei denn, ich will ein paar Tage ins Gefängnis. Zahle ich freilich auch nicht (bzw. auch wenn ich Geld HÄTTE), d.h. müsste genauer gesagt eigentlich schon lange im Knast sein. Doch die Justiz, die selbst ganz und gar nicht unabhängig in der Angelegenheit ist (Schweizer Justizministerin ist Simonetta Sommaruga, die vorher zwei Non-Profit-Organisationen vorstand, welche wiederum mit der berüchtigten Schweizer Sammelfirma „Corris AG“ kooperieren), traut sich bisher scheinbar nicht, mich einzusacken: Könnte ja noch mehr „Staub aufwirbeln“. Zumal die Zürcher Staatsanwaltschaft, die den Strafbefehl auf die von ihr gutgeheissene Strafanzeige der Corris AG ausgestellt hat, ja selbst im Fadenkreuz der Kritik steht, nachdem sie die Ermittlungen gegen einen pädophilen Gerichtspräsidenten in den eigenen Reihen eingestellt hat (siehe Post vom Januar 2018). Die Vorwürfe sind übrigens lächerlich – deshalb habe ich auf einen Kommentar des Strafbefehls gegen mich verzichtet (ich gehe davon aus, dass die Leserschaft meines Blogs genug aufgeklärt ist, um das nachzuvollziehen). Hier trotzdem noch ein Beispiel: Gleich als erstes wird bzgl. scheinbar nicht akzeptabler Ausdrucksverwendungen meinerseits moniert, ich würde die Sammelnden als „Strassenräuber“ bezeichnen. Äh, also a) rede ich genauer gesagt von WOHLTÄTIGKEITS-Strassenräubern. Und b) so werden die Sammler und Sammlerinnen vor allem ja tatsächlich in den englischsprachigen Ländern genannt!!! Man gebe den Ausdruck CHUGGERS – oder vielleicht besser CHARITY MUGGERS (=Wohltätigkeits-Strassenräuber) – bei Google ein, und schaue mal, was rauskommt: Also ich kriege 181’000 (!) Such-Ergebnisse. Wie steht’s aber mit deutschsprachigen Medien: Ist das Wort „Strassenräuber“ für solche Sammelnden auch schon verwendet worden in Artikeln? Nein, NUR der Ausdruck „Wegelagerer“, was bekanntlich genau das Gleiche bedeutet, in Österreich vom international bekanntesten Blatt „Der Standard“ sogar schon 2005 gebraucht. In Deutschland benannte z.B. der „auch noch recht bekannte“ STERN die „Drücker“ (so werden sie in Deutschland auch genannt) letztes Jahr so; Beitragstitel „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“. Und in der Schweiz schliesslich sorgte das links-freundliche St. Galler Magazin „Saiten“ für meine Verteidigung. 🙂

Muss ich noch mehr dazu schreiben? Ich hoffe nicht. Mir ist’s jedenfalls zu blöd. Die Zürcher Staatsanwaltschaft drückt sich also (noch?), mich zu verhaften. Wobei es mir im Übrigen sowieso egal wäre: Ich wäre geradezu froh gewesen, wenn ich Ende Februar in den Knast hätte gehen können. Ich lebe ja schliesslich seit insgesamt dreieinhalb Jahren auf der Strasse (ohne zu betteln/ohne Ruck- und Schlafsack), wo es um diese Zeit saukalt war und ich nach heftigem, andauernden Fieber nur durch Einnahme von Antibiotika überlebt habe. Respektiv, falls es jemand vergessen hat: Ich lebe eigentlich gezwungenermassen auf der Strasse (siehe auch spezifischen Beitrag von „Ketzer Podcast“ dazu). Erstens, weil ich keine Sozialhilfe beziehen, aber trotzdem mit meinem Projekt weitermachen will (und mein eigenes Geld längst aufgebraucht ist). Und zweitens, weil ich es für besser hielt angesichts der Sammelmafia (Werbefirmen) und der in Sachen Gefährlichkeit ebenfalls nicht zu unterschätzenden Hilfsorganisationen selbst (wenn sie ihre Einnahmen gefährdet sehen) mich möglichst unsichtbar zu machen (ohne Adresse).

Doch im Fall: Ich war eh schon im Gefängnis wegen der Angelegenheit – indirekt. Denn da ich ja kein Geld mehr habe und trotzdem immer mal wieder den Zug nehmen muss, bin ich natürlich schon x-mal ohne Fahrschein geschnappt worden. Ich sass also bereits rund 14 Tage ab, wegen „Schwarzfahrens“ – wie das Zugfahren ohne Ticket in der Schweiz genannt wird. Aber ich sehe ehrlich gesagt mittlerweile auch nicht mehr ein, warum ich noch dermassen staatstreu sein soll. Die Schweizerischen Bundes Bahnen (SBB) fördern ja den Spendenbetrug, indem sie die Werbefirmen in den Bahnhöfen sammeln lassen – natürlich bekommen sie dafür auch ganz netten Batzen (in mittelgrossen Bahnhöfen bspw. 450 Franken/385 Euro „Standmiete“ pro Tagesaktion, im Bahnhof Zürich sogar 950 Franken/815 Euro). Und dass es sich bei den Sammlungen um Betrug handelt, sollte ja mehr als klar sein: Schliesslich wird ja so getan, als würden die NON-Profitorganisationen selbst hinter den Aktionen stecken, und nicht wie in Wahrheit PROFIT-orientierte Sammelfirmen (womit im Übrigen der Non-Profit-Gedanke regelrecht „pervertiert“ wird). Kurz: Die Spenderschaft wird hier glasklar „getäuscht“ (siehe dazu auch Beitrag vom 8.11.2017). Die Justiz müsste demzufolge, wenn sie zur Rechtsdurchsetzung zuständig ist – sollte eigentlich meines Wissens der Fall sein 😉 – nicht mich verfolgen, sondern gegen die kommerziellen Spendensammlungen vorgehen. Doch stattdessen agiert sie als Handlanger der Politik, welche in dieser Angelegenheit nicht Teil der Lösung ist, sondern des Problems! Denn der gemeinnützige Sektor ist derjenige mit der grössten (politischen) Lobby. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Politiker und Politikerinnen, egal ob ehemalig oder amtierend, haben alle ein übersteigertes Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung. Und wo gibt es mehr von dieser, als durch das Engagement für die gute Sache bei einer Hilfsorganisation; als Vorstands- oder Stiftungsratsmitglied (vorzugsweise PräsidentIn), als Botschafter, als Patron oder was auch immer. In England ist der ehemalige Premierminister David Cameron nun Präsident der Alzheimer Society (arbeitet „natürlich“ mit Face-to-Face Fundraisingagentur zusammen), in Deutschland amtet Ex-Vizekanzler Franz Müntefering ebenfalls als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (der vor allem durch die Kooperation mit haustürsammelnden „Drückerkolonnen“ in Verruf geraten ist) und in der Schweiz ist Bundesrat Ignazio Cassis (Simonetta Sommaruga habe ich ja schon genannt) bspw. bis zu seinem Antritt im Stiftungsrat des auf Corris setzenden Hilfswerks „Fairmed“ gewesen. Und so weiter und so fort.

Deutschsprachige Länder: News zu „Face to Face“-Spendensammelskandal, März 2018/2

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen Blogbetreiber

 

Gleich vorweg; gelungener „Undercover-Beitrag“ vom neuen investigativen Rechercheformat „STRG-F“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) für junge Leute von Anfang März („Spendensammler undercover – Schuften und Schleimen für WWF & Co“): https://www.youtube.com/watch?v=6QoYfiH6VI4 (oder einfach auf Bild klicken).

Hilfsorganisationskontrollstellen, die „Spendensiegel“ an angeblich seriöse Hilfsorganisationen vergeben und dabei auch das Fundraising der betreffenden NGOs anschauen, namentlich „DZI“ (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen), „ZEWO“/Schweiz oder „Österreichisches Spendengütesiegel“ sind einer internationalen Dachorganisation angegliedert, dem ICFO. Dort Präsidentin: Wiederum die Geschäftsleiterin der Schweizer ZEWO – deren Mann in der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz sitzt (äh, wieder mal fehlende Unabhängigkeit), wobei Caritas CH bis vor nicht allzu Langem sogar noch selbst mit der berüchtigten Schweizer Sammelfirma Corris kooperiert hat(!). In der Schweiz ist ausserdem gerade ein Riesenskandal am laufen: Die „Postauto Schweiz AG“ hatte zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen. Schadensumme: 78 Millionen Franken. Vor ein paar Tagen hat ein gewisser Kurt Grüter sein Mandat im Experten-Gremium niedergelegt, das die Affäre untersuchen sollte. Wegen was wohl? Wie gehabt; fehlende Unabhängigkeit. Derselbe Kurt Grüter ist aber auch Zewo-Präsident (das steht natürlich wieder nicht in den Schweizer Medien). Spricht wieder mal für sich.

Und noch ein paar Worte zum erst gerade online-gestellten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen mich. Ist von letztem Jahr. Ich wollte zuerst noch schauen, ob eine Schweizer Zeitung über meine Geschichte inkl. des Strafbefehls eine Story schreiben möchte. Der Winterthurer Landbote (in Winterthur sind Bestrebungen im Gange, die Sammlungen auch gegen grossen politischen Widerstand einzudämmen) schien durchaus interessiert, „wenn die Geschichte mit der Region Winterthur“ in Zusammenhang gebracht werden kann. Naja, kein Problem. Ich: „Der ehemalige Winterthurer FDP-Stadtrat Peter Arbenz ist Ehrenpräsident von Corris-Kunde „Helvetas“… Und die meines Wissens gegenwärtig populärste Winterthurer Politikerin; Mattea Meyer, SP-Nationalrätin, hat ihre Bundeshauszutrittskarte (die Rede ist von den seit dem Fall Markwalder/Kasachstan-Affäre umstrittenen Badges an Lobbyisten) an Dominik Gross von Alliance Sud gegeben. Alliance Sud ist nichts anderes als eine Lobbyorganisation der Hilfswerke Helvetas, Swissaid, Caritas, Brot für alle, HEKS sowie Fastenopfer…“ Antwort des Landboten: Fehlanzeige. Naja, ich bin es mir ja inzwischen gewohnt, wohl „zu heisses Eisen“. Leider gibt das aber kaum eine Zeitungs-Redaktion, bzw. ein Journalist/eine Journalistin zu. Da muss ich doch auch mal mein Erlebnis mit einer der grössten Deutschen Zeitungen schildern, deren Chefredakteur mir auf einen Beitragsentwurf, den ich ihm gesendet habe, Folgendes geantwortet hat: „D  –  A  –  N  –  K  –  E“. Hmm? Der Mann hat doch selber schon über verwandte (Fundraising-)Themen geschrieben und sich mit Kritik nicht zurückgehalten? Er findet meinen Beitrag also so interessant, dass er mir mit einem DICKEN „Danke“ antwortet, sonst aber nichts mehr schreibt. Meine Folgerung (nach unzähligen ähnlicher Erfahrungen): Er hat einen Maulkorb vom Verlagshaus bekommen, darf das aber selbstverständlich nicht mitteilen (ich schreibe übrigens den Namen der Zeitung hier nicht, weil der Redakteur immerhin bis zu einem gewissen Grad ehrlich war, und nicht einfach überhaupt nicht mehr geantwortet hat).

Und wenn wir schon dabei sind: Die „Presse“ ist eine auch international recht bekannte (und renommierte) Österreichische Tageszeitung. Ich erwähne in meinem Interview mit „Ketzer Podcast von Ende 2016“ einen „Presse-Artikel“ von 2006, wo die Firma „DialogDirect“ zugegeben hat, dass bei ihr schon zu jener Zeit „zwei Jahresspenden“ draufgegangen sind (die Firma „Talk2Move“ brüstete sich hingegen, die Arbeit wesentlich billiger hinzubekommen, was aber auch einen triftigen Grund hatte). Warum ist dieser Artikel im Internet nicht mehr abrufbar?

 

 

Strafbefehl gegen Spendensammler-Kritiker (Blogbetreiber), März 2018/1

Strafbefehl (Art. 352 StPO) der Staatsanwaltschaft Zürich – Limmat gegen Kevin Brutschin

Tatbestand und Begründung: Vergehen des BG gegen den unlauteren Wettbewerb

Der beschuldigte Kevin Brutschin hat mehrfach vorsätzlich unlauteren Wettbewerb nach Artikel 3 UWG begangen, namentlich andere, ihre Waren, Werke, Leistungen, deren Preise oder ihre Geschäftverhältnisse durch unrichtige, irreführende oder unnötig verletzende Äusserungen herab(ge)setzt…

Der Beschuldigte hat seit nicht genau bekannter Zeit, sicher aber seit dem 16. September 2016 über seine Website http://www.kevinbrutschin.wordpress.com der Geschädigten Corris AG bei der Gewinnung von Spendengeldern unethisches Verhalten und kriminelle Machenschaften unterstellt. Dies indem er durch verschiedene Veröffentlichungen in unterschiedlichen Presseerzeugnissen … Aussagen über die Geschädigte verbreitet hat, gemäss Letztere unter anderem ein Strassenräuber, eine Spendensammelmafia, ein Betrüger und Lügner sei, sie der Abzocke, des Etikettenschwindels, des Ergaunern von Millionen und vorsätzlicher Täuschung sowie der irreführenden Falschinformationen bezichtigt. Diese Äusserungen sind unnötig verletzend, da sie keine sachlich formulierten Ratschläge für die Leser enthalten…

Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 10.00, entsprechend CHF 500.00 … Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Busse von CHF 300.00. Für den Fall der Nichtleistung der Busse beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe 3 Tage.

Die Verfahrenskosten werden der beschuldigten Person auferlegt.

CHF   300.00 Busse

CHF 1000.00 Gebühr für das Vorverfahren

CHF 1300.00 Total

 

 

 

 

 

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Für das BRK: Mit diesen schlimmen Methoden werden Spenden gesammelt 

Mitarbeiter der Firma Kober (der so tut, als wäre er ein Rotes Kreuz-Profi)

Zur Video-Kurzfassung des Beitrags geht’s H-I-E-R

 

Der Skandal weitet sich immer augenscheinlicher zum Super-GAU aus (Kollaps des gesamten NGO-Sektors), wie von mir schon seit Jahren vorhergesagt: Die Sendung „Punkt 12“ von RTL hat die betrügerischen Spendensammlungen von spezialisierten Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen nun auch unter die Lupe genommen. Passenderweise die Haustürsammlungen („Drückerkolonnen“)  des Roten Kreuzes/Bayerischer Landesverband; ich muss es stets wiederholen: Das weltweit erste Hilfswerk, das solche Nonsens-Sammlungen durchführen liess, namentlich von der Firma Wesser im Jahr 1968. Hier geht es aber um die Firma Kober, die auch in Österreich sammelt, und das Wesser-System kopiert hat. Gleich zwei Bayerische Medien haben zum Beitrag eigene Zusammenfassungen gemacht (die Tageszeitung „tz“ – siehe auch vorletzten Beitrag von dieser selbst zum Thema INKLUSIV ANGEHÄNGTEM „BASHING“-KOMMENTAR AN DEN BLOGBETREIBER – sowie das Oberbayerische Volksblatt „OVB“), in dem das Bayerische Rote Kreuz „drankommt“. Coolerweise hat sich wieder mal eine Reporterin in die Höhle des Löwen gewagt, respektiv „undercover“ als Spendensammlerin mit versteckter Kamera. Und trotz einleuchtender Beispiele, dass dieses Sammelsystem nicht aufgeht, bleibt das Rote Kreuz „natürlich“ wieder stur. D.h. der Riesenfehler der Zustimmung zu dieser ja offenkundigst absurden und hoch glaubwürdigkeitsschädigenden Kooperation mit gewinnorientierten Fundraising-Unternehmen („Profit mit Non-Profit“) wird nach wie vor nicht zugegeben – womit freilich der Super-GAU erst recht eintreten wird.  Hier die wichtigsten der perfiden Sammel-Tricks, die RTL aufgedeckt hat (dass „NEINS ignorieren“ immernoch systematisch angewendet wird, versteht sich von selbst, obwohl stets das Gegenteil behauptet wird):

Ein Druck machender Spruch lautet, das Geld sei schliesslich „für die Leute, die im Notfall zu Ihnen kommen.“   Ein anderer: Jede/r mache mit und das Abo sei so selbstverständlich wie der Bankeinzug von Strom- und Mietgebühren. Auch auf das „Todsünden“-Argument wird verwiesen, dass kein Rettungsdienst mehr stattfindet, wenn nicht gespendet wird. Denn erstens stimmt das gar nicht (und die Kosten für einen Rettungseinsatz werden sowieso von der Krankenversicherung übernommen). Und zweitens – was leider wieder mal nicht erwähnt wird, obwohl es sicher gut zu wissen wäre – ist dass damit rechtlich eine Straftat begangen wird, nämlich „Nötigung“! Die andere, geradezu systematisch angewendete Straftat (Betrug) bei den Sammelaktionen ist selbstverständlich die Vortäuschung, dass die Sammelnden direkt vom Roten Kreuz seien (siehe dazu auch „Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen“). Das wird vor allem dadurch suggeriert, da diese DRK-Uniformen tragen (siehe Photo) und gleichzeitig NICHT EXPLIZIT KLAR MACHEN, dass sie von einer beauftragten, hausierenden Spendenfirma – in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt – sind. Zwar gibt es schriftliche Hinweise auf die Drückerkolonnen, nur sind diese absichtlich sehr klein und versteckt angebracht. Das REICHT EINDEUTIG NICHT, um den Leuten den kommerziellen Charakter der Sammlungen bewusst zu machen (siehe dazu vergangene TV-Beiträge von Norddeutschem Rundfunk oder Westdeutschem Rundfunk). Zumal man ja gutgläubig reagiert, wenn es um Hilfsorganisationen geht  („Es geht ja um die gute Sache.“/“Hilfsorganisationen kann man sicher vertrauen“) – was im Übrigen eine juristische Beurteilung berücksichtigen müsste. Die Werbenden reden schliesslich, quasi die Täuschung unterstreichend, NICHT unbedingt in der „Wir-„Form („Guten Tag, WIR sind vom Roten Kreuz.“), sondern einfach in der dritten Person („Guten Tag vom Roten Kreuz“). Als würde man als SpenderIn auf solche Spitzfindigkeiten achten! Konkret wird im Beitrag letztendlich eine ältere Frau so in die Irre geführt, bis sie das Doppelte von dem zahlt, was sie eigentlich wollte (siehe dazu auch Einleitung von mir zu „Wesser“-Beitrag). Ganz zum Schluss steht in der tz: „Wie viel der gesammelten Spendengelder tatsächlich der wohltätigen Organisation zugutekommen, konnte die RTL-Reporterin nicht herausfinden.“ Naja, da verweise ich doch gerne auf meine neue Hauptseite „Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen“ .

S T O P P T  D E N  S A M M E L N O N S E N S  E N D L I C H !!!!!!!!!!!!!!!!!!

PS:  Bisheriger Präsident vom DRK war Rudolf Seiters, CDU, der als Ex-Bundesminister beste Beziehungen zu Merkel pflegt. Aber auch seine neue Nachfolgerin hat einen guten Draht zur Macht: Gerda Hasselfeldt, Ex-CSU-Bundesministerin. Wundert sich noch jemand, dass der Nonsens immernoch existiert, bei der Lobby im Rücken der Hilfsorganisationen?

CH: Analyse des NZZ-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 11.1.2018

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

 

Bildergebnis für crazy chugger

Spendensammler im Visier (Photo ist im Fall satirischem Beitrag entnommen; ich will niemandem zum erschiessen animieren, „Zusammenschiss“ reicht)

Schon wieder neuer Artikel der wirtschafts-, bzw. FDP-freundlichen NZZ (Neue Zürcher Zeitung) erschienen, in dem auf die Skandal-Spendensammelfirma Corris eingegangen wird. Man könnte fast meinen, es wäre diejenige grössere Zeitung, auf die man sich beim Thema noch verlassen kann in Sachen Objektivität. Aber tempi passati. Erst letzten Monat hatte sie zwar vernichtenden Beitrag geleistet – notabene(!) in „Kommentar“-Form (siehe Post vom 19.12.2017), im Sinn von „ist ja NUR die Meinung des Verfassers“. Könnte schliesslich „Puff“ geben: So war der ehemalige NZZ-Chefredaktor UND FDP-Nationalrat Willy Bretscher schon von Anfang an im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden Entwicklungshilfeorganisation Helvetas, die im Übrigen bei der Gründung ebenfalls auf den Support von Bundesrat Max Petitpierre zählen durfte, FDP natürlich. Und gibt ja ausserdem auch noch einen „ziemlich“ neuen FDP-Bundesrat, der bisher bei Corris-Kunde „Fairmed“ im Stiftungsrat war: Ignazio Cassis (und natürlich noch ganze Reihe anderer FDP-ParlamentarierInnen bei „Corris & Co.“-Hilfswerken). Schon fertig? Sicher nicht: Bei Swissaid im Stiftungsrat, ebenfalls komplett verfilzte Entwicklungshilfeorganisation, ist auch NZZ-Urgestein Christoph Wehrli. Sage und schreibe 35 Jahre; von 1979 bis 2014, hat dieser den NZZ-Kurs als geschätztes Redaktionsmitglied mitbestimmt. Und da ist auch noch „ein bisschen“ Luzi Bernet, „NZZ am Sonntag“-Chefredaktor, seinerseits im Vorstand des Schweizerischen Roten Kreuzes, welches zwar nicht mit Corris kooperiert – dafür aber mit der Haustürsammelfirma Wesser, die das kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ als erstes in der Schweiz angewandt hat. Man deckt sich unter Hilfswerken, wenn man ähnlich (dubiose) Sammelpraktiken anwendet, versteht sich… 😉

Kann gut sein, dass ich noch ein paar „Exemplare“ vergessen habe (aber sollte ja reichen). Auf jeden Fall: Die NZZ war also veranlasst, schleunigst wieder Gegensteuer zu geben. So heisst es also im aktuellen Beitrag vom 11.1.2018: „Gut eingespielt hat sich nach Auffassung von „Swissfundraising“ die Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen wie Corris. Das Zürcher Unternehmen akquiriert seit einigen Jahren im Auftrag einer Reihe von Hilfswerken Spender. Dass seine zumeist jungen Mitarbeiter mit ihrem offensiven Auftreten den einen oder anderen Passanten verärgern, hält (Swissfundraising-Geschäftsleiter) Tinner für vertretbar. Wer auf einen wichtigen Zweck aufmerksam machen wolle, müsse auch einmal nerven. «Angestellte von Warenhäusern, die Ladenbesuchern Gutscheine in die Hand drücken, verhalten sich auch nicht anders.»“

Herr Tinner weiss, was er sagen muss. Denn Swissfundraising ist nichts anderes als der Landes-Berufsverband der FundraiserInnen, bzw. Profi-SpendensammlerInnen. Und wer ist dort dabei? Sicher mal viele Hilfswerke, die mit Corris & Co. zusammenarbeiten. Aber nicht nur das, auch Corris selbst freilich. Die Skandal-Spendensammelfirma sponsert jeweils sogar Swissfundraising-Events wie z.B. den „Swissfundraising-Tag“ oder den „Swissfundraising Award“ („Dreister“ Blogbetreiber-Kommentar: Vermutlich hat Corris sich diesen schon selbst vergeben). Swissfundraising-Präsident wiederum ist der Medien- und Fundraisingverantwortliche der Caritas; Odilo Noti. Immerhin arbeitet Caritas seit Kurzem nicht mehr mit Corris zusammen. (Kommentar: Bravo – SCHON gemerkt, dass die Kooperation nicht funktioniert). Doch zu früh gefreut, im Caritas Schweiz-Präsidium ist auch Teres Steiger-Graf, die Geschäftsleiterin von COMUNDO, wie Swissaid und Helvetas ein auf Entwicklungshilfe spezialisiertes Hilfwerk… das ebenfalls auf der Corris-Website unter „Kunden“ zu finden ist.

Ups, da habe ich ja gerade noch was ganz Interessantes gefunden, oder zumindest Auffälliges: Die Swissfundraising-Geschäftsstelle fasst sechs Personen (jedenfalls ist das im Internet so dargestellt): Roger Tinner (der von vorhin), zwei mit einem anderen Namen, und dann ein Mario Tinner, eine Katja Tinner und eine Marlène Tinner. Also äh, ich habe das jetzt nicht kontrolliert, aber ist das nicht schon ein bisschen inzestuös? War nur ein Scherz, war nur ein Scherz: Ich glaube nicht, dass auch nur zwei davon miteinander verwandt sind (Swissfundraising-Präsident; eben Caritas-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti, ist übrigens der Mann der Geschäftsleiterin der Hilfswerkkontrollstelle „Zewo“, die den „Corris“-Gugus eigentlich schon lange verbieten müsste – aus „unerklärlichen“ Gründen aber nichts macht).

Die NZZ hatte es ja, wenn’s mir recht ist 2016, geschrieben (natürlich mittels Diagramm belegt): Derjenige Sektor mit der grössten Lobby – oder sagen wir mal einfach der „verfilzteste“ – ist nicht der Bankensektor. Nein, auch nicht die Chemie. Und auch nicht die Bauern. Krankenkassen? Forget it. Nein, es ist der Hilfswerksektor.

Und damit wäre die „Corris“-Tragikomödie um eine Episode reicher – schon gespannt auf die nächste Folge (und i.d.S. sorry, wenn ich’s für einmal etwas übertrieben habe mit „Schwarzem Humor“)?

 

 

CH-Spezialbeitrag zu Mord an „Entwicklungshelfer“: Erneute Scheinermittlungen der Bundesanwaltschaft aufgrund „Entwicklungshelferin“ als Justizministerin?

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

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Sommaruga in afrikanischem Flüchtlings-Transitzentrum im Oktober 2017

 

„Begangene kriminelle Handlungen innerhalb eines Staatsbetriebs“ werden „wie unter einer ‹Glasglocke› geschützt“, gelangen „nie an die ­Öffentlichkeit“ und werden „nicht geahndet“. Das sagte einer der wenigen mir bekannten, WAHRHAFT INTEGREN Schweizer Polizisten; Peter Mathys, der einen Krimi über die höchst suspekte Einstellung des Justizverfahrens der Zürcher Staatsanwaltschaft gegen einen des sexuellen Kindsmissbrauchs schwer verdächtigten Gerichtspräsidenten, letztes Jahr im Migros-Magazin. „Natürlich gibt es ein übergeordnetes Interesse, der Rechtsstaat muss geschützt werden. Aber hier ging es um den Verdacht mutmasslichen Missbrauchs an Knaben; den zu verfolgen und aufzudecken, ist doch wichtiger als das Ansehen des Staats!“ Da spricht er mir wirklich aus dem Herzen. Wenn solche Taten vom Staat nicht verfolgt und mitunter sogar unter den Tisch gekehrt werden, dann verliert dieser ja langfristig selbst auch und „erst recht“ seine Glaubwürdigkeit – und nicht nur der Täter! Speziell, wenn sich solche Fälle häufen: Der ebenfalls letztes Jahr erst durch ein Buch aufgedeckte Fall „Jürg Jegge“ ist hoffentlich noch in bester Erinnerung. Wobei Jegge, der ehemalige „Lehrer der Nation“, also ein „Staats“-Angestellter, ja sogar noch Gründer einer gemeinnützigen Organisation ist, respektiv der „Stiftung Märtplatz“, eine Ausbildungsstätte für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sein damaliges Missbrauchsopfer, das den Fall endlich ins Rollen brachte; Markus Zangger: „Die Staatsanwaltschaft (Blogbetreiberkommentar: Achtung, wiederum die Staatsanwaltschaft Zürich!) hat nicht sauber abgeklärt.“ Die Mitarbeiter der Stiftung waren nämlich nicht einvernommen worden. Kein Wunder, kam Jegge letztendlich straffrei davon (im Zusammenhang mit sexuellem Kindsmissbrauch sei im Weiteren auch nochmal auf die Vorfälle bei Pro Juventute hingewiesen). Im neu aufgerollten Skandal in der Schweizer Entwicklungshilfe, in den diesmal die DEZA, die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit involviert ist, geht es nicht nur schon wieder um Sex, sondern zusätzlich um Mord. Bislang war mindestens DER ÖFFENTLICHKEIT nicht bekannt, warum DEZA-Projektleiter Walter Arnold 1996 in Madagaskar ermordet wurde, da die ermittelnde Bundesanwaltschaft ANSCHEINEND nichts herausgefunden hatte. Die Ermittlungen wurden 2002 schliesslich eingestellt (Kommentar des Blogbetreibers: Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor!)  nachdem unter anderem drei(!) Zeugen ebenfalls eines gewaltsamen Todes umgekommen waren. Glücklicherweise ermittelten Freunde und Angehörige des ermordeten Entwicklungshelfers auf eigene Faust weiter. Ausgerechnet der Blick, für Topstories immer gut, wenn es nicht um ihn selber geht (siehe Fälle „De Schepper“, bzw. „Corris“), im Dezember letzten Jahres: „Tatsächlich deuten Indizien darauf hin, dass Arnold Opfer eines Komplotts wurde, weil er gravierenden Missständen auf der Spur war. Mitwisser oder Täter könnten aus der Schweiz stammen. Kurz vor seinem Tod deutete Arnold gegenüber Bekannten an, dass er «auf eine grosse Sache» gestossen sei … Recherchen zeigen jetzt erstmals, worum es sich bei der «grossen Sache» handeln könnte. Mehrere direkt involvierte Zeugen aus der Schweiz haben ausgesagt, dass der damalige Vizedirektor der Deza und Verantwortliche für das Hilfsprogramm auf Madagaskar ein Bordell betrieben habe. Mehr noch: Das Stundenhotel soll auch mit Schweizer Entwicklungsgeldern finanziert worden sein.“ Jupeidi und jupeida: Schweizer Justiz live (die ja schon dauer-versagt bzgl. der Skandal-Spendensammelfirma Corris, welche EIGENTLICH beim Sammeln Betrug begeht)  Nun muss man wissen, dass das DEZA stark mit gewissen Entwicklungshilfeorganisationen verbunden ist, wobei vor allem Swissaid und Helvetas genannt seien, die beide überhaupt schon mit tatkräftiger Unterstützung des Bundes entstanden sind – und „natürlich“ auch mit der Corris AG zusammenarbeiten (man hat ja nichts zu fürchten, bei der gigantischen Polit- & Staatslobby im Rücken). So ist denn bspw. ebenfalls ein ehemaliger DEZA-Vizedirektor; Rudolf Dannecker, im Swissaid-Stiftungsrat. So wie es auch bis zu seinem Ableben Serge Chappatte bei Helvetas im Zentralvorstand war – Ex-DEZA-Vizedirektor, selbstverständlich. Bei Swissaid Präsidentin von 2003 bis 2008: Simonetta Sommaruga, bekanntlich heute ausgerechnet Justizministerin. Ich „prophezeie“ mal: Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bzgl. dem Mord an Walter Arnold wird auch dieses Mal wieder im Sand verlaufen. Es sei denn, es wird genügend Druck von Aussen gemacht…

Nachtrag: Ex-DEZA-DIREKTOR Walter Fust ist übrigens durch die „Paradise Papers“ als Geschäftspartner des wegen ungetreuer Geschäftsführung verurteilten Jean-Claude Bastos geoutet worden, welcher über seine Offshorefirma „Capoinvest“ – in dessen Verwaltungsrat auch SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar sass (zur „SBB-Corris-Connection“ siehe auch Post vom 24.9.2017) mit dubiosen Geschäften Millionen und Abermillionen scheffelt.

Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen (Neue Hauptseite/Januar 2018)

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Spendensammler von UNICEF? Falsch – Angestellter von „Sammelfirma“

 

Wissen Sie eigentlich, dass die Spendensammler und -Sammlerinnen von UNICEF, dem Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen gar nicht von diesen selbst sind? Richtig verstanden: Strassen- und auch Haustürsammlungen werden allermeistens von „Sammelfirmen“ durchgeführt, sogenannten Fundraisingagenturen, die sich von den Non-Profit-Organisationen dafür bezahlen lassen. Liebe Nachbarn aus Deutschland und Österreich, liebe Schweizer Landsleute, raten Sie doch mal, wieviel ein solches Werbeunternehmen pro Tag für eine sammelnde Person bekommt?

Die Schätzungen in der Schweiz bewegen sich meiner Erfahrung nach zwischen 50 und 400 Franken, respektiv gerundet 45 – 340 Euro. Im Schnitt also etwa 230 Franken oder 200 Euro. „Knapp“ daneben: Es sind 850 Franken oder 720 Euro! Wie gesagt pro sammelnde Person und Tag (Sendung „Kassensturz“ im Schweizer Fernsehen). Diese Angabe wurde vom WWF wie auch von Amnesty International öffentlich bestätigt. Und die Marktführerin unter den Sammelfirmen; „Corris“, auf die sich der Betrag bezieht, gab zu Protokoll, dabei handle es sich um „marktübliche“ Preise (Corris ist eng verflochten mit der Agentur DialogDirect, die in Deutschland und Österreich tätig ist).

Es ist offenkundig, dass bei diesen Preisen praktisch nichts mehr von den Gesamtspenden solcher Kampagnen übrigbleibt. Jedenfalls heute, denn die Einnahmen sind im Verlauf der Zeit extrem gesunken: Erstens machen sehr viel weniger Leute mit als früher. Und zweitens bleiben diejenigen, die mitmachen, auch deutlich weniger lange Mitglied. Die Hilfsorganisationen streiten das zwar ab, wie z.B. World Vision die Spenderabnahme vor ca. einem Jahr in der Deutschen WAZ. Doch diese Aussagen lassen sich widerlegen (Post vom 1.12.2016).

Zur Kostenproblematik, aber auch zum noch fundamentaleren ethischen Verstoss, der von den „NON-Profit“-Organisationen bei der Zusammenarbeit mit „Profit“-orientierten Spendenunternehmen begangen wird („Profit mit Non-Profit“), empfehle ich das letztjährige Interview der Oberösterreichischen „KirchenZeitung“ mit mir.

Wie die Skandal-Spendensammelfirma „Corris“ von den grössten Schweizer Medien gedeckt wird – neue Enthüllungen (4.1.2018)

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Spendensammelnde heissen in englischsprachigen Ländern „charity muggers“ (Wohltätigkeits-Strassenräuber)

 

GLAUBEN SIE AN VERSCHWÖRUNGEN? ICH NICHT. ES SEI DENN, DIE FAKTEN SPRECHEN FÜR SICH…

„Grapschende Chefs (bzw. deren Tätlichkeiten) sind … bereits dem Feld der sexuellen Gewalt zuzuordnen und überschreiten damit den Sexismus an sich und müssen als kriminelle Handlungen gewertet und verfolgt werden.“ Das hat niemand anderes als die neue Grünen-Nationalrätin Irène Kälin am 30.11. auf Ihrem Blog im November geschrieben.

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Irène Kälin

Dummerweise ist ihr Freund, Werner De Schepper, Co-Chef der Schweizer Illustrierten und ehemaliger Blick-Chefredaktor (beide Blätter sind dem Ringier Verlag zugegliedert – siehe auch letzten Post von vergangenem Jahr) als genau das geoutet worden: Bedrängungen und Berührungen von Po, Beinen und Brust am Arbeitsplatz waren unter ihm an der Tagesordnung – inkl. der Versuch von Zungenküssen.

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Werner De Schepper

Ups! Geht Kälin jetzt konsequenterweise gegen eigenen Freund vor? Das würde doch ausserordentlich verwundern. Wo wir bei den grünen Moralaposteln sind: Ich habe, z.B. bei Unterschriftensammlungen auf der Strasse, selbst schon mit vielen Grünen-Vertretenden über die Sammelproblematik um die Spendenfirma Corris geredet, welche für ihre „Sammel-Dienstleistung“ von Hilfsorganisationen wie dem WWF und früher auch Greenpeace pro Sammler und Tag 850 Franken(!) einstreicht. Fast immer einhellige Meinung: „Riesensauerei“. Nur machen die Grünen trotzdem nie etwas dagegen. Diese ebenfalls unerträgliche Doppelmoral erstaunt aber auch nicht. In meiner Anfang letzten Jahres erstellten Liste von verfilzten Politikern & Politikerinnen auf Nationalebene (Bundesrat & Parlament) mit „Corris“-Spendenfirmen sind gleich acht „grüne Exemplare“ vorzufinden. Plus natürlich neu eben noch Irène Kälin, Aargauer Vorstandsmitglied des Corris-Kunden „VCS“ (Verkehrsclub der Schweiz).

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Peter Wanner

Aargau? Die Aargauer Zeitung, kurz AZ, gehört zu den vier Zeitungen mit der grössten Auflage im Lande, neben „20 Minuten“, dem „Tagi“ und dem bereits erwähnten „Blick (am Abend)“, der die Corris-Problematik seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent ignoriert (Blick-Verleger Michael Ringier ist im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden NGO „Reporter ohne Grenzen“, seine Frau Ellen im Stiftungsrat von Pro Juventute, ebenfalls Corris-Kunde). Doch zurück zum Fall „De Schepper“: davon war wie „logischerweise“ im Blick auch in der AZ(!) so gut wie nichts zu lesen. Naja, De Schepper war ja auch dort stellvertretender Chefredaktor. Ich liebe die vorbildlich „unabhängigen“ Schweizer Zeitungen (mir wär’s ja egal, wenn Verstrickungen vorhanden sind – WENN diese keinen Einfluss auf die Berichterstattung HÄTTEN). A propos, wem gehört eigentlich die Aargauer Zeitung? AZ-Verleger ist Peter Wanner, der zweimal für die FDP in den Nationalrat kandidierte. Seine Frau Maja, ebenfalls FDP, war 2001 bis 2012 im Grossen Rat des Kantons Aargau. Auch über den Corris-Skandal ist in der AZ in den letzten paar Jahren selten bis nie was zu lesen gewesen. Könnte es sein, weil sowohl der eben erst zurückgetretene FDP-Bundesrat Didier Burkhalter als auch sein Nachfolger Ignazio Cassis beide mit „Corris-Hilfswerken“ verfilzt sind (Burkhalter ist Botschafter von Pro Juventute, Cassis war bisher im Stiftungsrat von Fairmed)?

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Michael Ringier

„Den Vogel abgeschossen“ haben aber die TAMEDIA-Medien „20 Minuten“ und der „Tages-Anzeiger“. Die TAMEDIA-Medien kann man sowieso vergessen bei dem Thema, da das Medienhaus links-liberal ist (ich habe sage und schreibe 30 SP-ParlamentarierInnen gezählt, die mit Corris oder anderen Sammelfirmen verstrickt sind, plus als „Sahnehäubchen“ Simonetta Sommaruga, Ex-Chefin der Stiftung für Konsumentenschutz sowie Ex-Präsidentin von Swissaid – Corris-Kunden, versteht sich). TAMEDIA-Verleger ist ein gewisser Pietro Supino, der – für Verschwörungstheoretiker – übrigens auch schon an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen hat. Zwar haben beide Blätter den mit Abstand besten Artikel zum Thema der Weltwoche von 2013 bei ihnen erwähnt, aber verharmlosen die Zahlen in den Titeln zu ihren eigenen Zusammenfassungen. Konkret der Tagi: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“, 20 Minuten (das nebenbei von Corris jahrelang für Corris-Stelleninserate bei sich bezahlt wurde…): „Erste Jahresspende geht komplett an Fundraiser“. Das stimmt doch gar nicht!!! Die Weltwoche hatte rausgefunden, dass 1.66 Jahresspenden draufgehen. Wenn schon müsste es also heissen „Fast zwei Jahresspenden“. Noch viel wichtiger aber: Diese Zahl hatte sich auf eine Referenzkampagne von Corris bezogen, also eine Kampagne, die besonders gut gelaufen ist. Bei schlecht laufende Kampagnen hingegen flossen damals schon zweieinhalb Jahresbeiträge(!) an die Fundraisingfirmen. Heute kann es sogar drei Jahresspenden(!) ausmachen (es machen immer weniger Leute mit und bleiben auch weniger lange Mitglied). Im Übrigen hatte ausgerechnet ein Blatt aus dem Haus TAMEDIA selbst, nämlich die SonntagsZeitung bereits 2004 aufgedeckt, dass (Untertitel) „Bis zu zwei volle Jahresspenden“ an Corris gehen. Man bekommt also den Eindruck, die Sammlungen hätten sich im Verlauf der Zeit verbilligt – dabei haben sie sich verteuert! 

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Pietro Supino

Ah ja, wenn wir schon dabei sind (NGO-Politlobby), nochmal ein Verweis auf meinen Post (inkl. publizierter Leserbrief von mir im Landboten) zu Winterthur, eine der wenigen grossen Schweizer Städte, die nicht in „linker“ Hand ist – und deshalb letztes Jahr auch Massnahmen gegen die Sammelpest erwogen hat. Doch die Anstrengungen wurden abgeschmettert, nicht nur von Links, sondern eben auch von der FDP…

Und vielleicht zum Schluss noch: Dem Schweizer Fernsehen (und Radio), dass sogar regelrecht „hoffnungslos“ in die „Affäre Corris“ verfilzt ist (ich hatte ihm noch eine Chance gegeben, das Thema mit mir anzupacken, aber keine Antwort bekommen auf meine Anfrage einer Beitragskooperation) habe ich im Übrigen ja im Herbst letzten Jahres einen ganzen Post „gewidmet“ – ist natürlich gerade jetzt wieder „überaktuell“ (NO BILLAG-Initiative). Ich meine, jede/r, und sei er/sie auch noch so ein SRF-Fan, wird schwer ins Grübeln kommen, wenn er/sie den Post ohne vorgefertigte Meinung liest – so wie es leider bei Vielen aus SP-Kreisen der Fall ist, die dann zu Schwarz-Weiss-Denken tendieren: „Alles, was Links (SP) ist, ist gut/alles, was Rechts (SVP) ist, ist schlecht“. Und Phrasen des sein Unternehmen verteidigenden, erst gerade abgetretenen SRG-Generaldirektors Roger De Weck wie „Hort des (unabhängigen) Qualitätsjournalismus“ erscheinen einem nur noch als blanker Hohn.

 

 

Beitrag zum Jahreswechsel 2017/2018: Schweizer Hilfswerke, an die man mit Vorsicht spenden kann

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Beat Richner

Wie jedermann und -frau ja beim Durchlesen meines Blogs schnell erkennt, kritisiere ich Hilfsorganisationen ja „ziemlich“ stark. Genauer gesagt aber ausdrücklich solche, die mit „Spendensammelfirmen“ zusammenarbeiten – die sehr hohe Beträge dafür einkassieren, was viele Leute nicht wissen (der allergrösste Teil der Spenden fliesst an diese Face-to-Face Fundraisingagenturen). Eine doppelte Sauerei, da hier erstens Eigennutzen plötzlich vor dem (all-)gemeinen Nutzen kommt, und zweitens unehrlich aufgetreten wird. Das ist nicht nur von den Werbeunternehmen inakzeptabel, sondern auch von den Hilfswerken, welche die ethische Verantwortung für die Sammlungen tragen. Zum Jahreswechsel möchte ich nun aber mal einen etwas positiveren Beitrag machen.

An wen kann man denn überhaupt noch spenden? Fast alle bekannten grösseren Non-Profit-Organisationen machen den Stuss ja mit. Mir fallen spontan lediglich zwei Organisationen ein: Die Beat Richner-Stiftung und die Stiftung Lotti Latrous. Schon gemerkt, beide tragen das „Zewo-Gütesiegel“ NICHT! Und sie arbeiten freilich auch nicht mit Strassen- und Haustür-Fundraisingfirmen zusammen. Ich empfehle diese zwei Organisationen übrigens nicht ausdrücklich. Aber ich meine, dass die Personen dahinter so viel Integrität haben/hatten, dass man mindestens ZUM HEUTIGEN ZEITPUNKT nicht ausdrücklich abraten kann, zu spenden, was ich wie gesagt bei sehr vielen anderen grösseren, bekannten Schweizer NGOs tun muss: Im Speziellen beim Roten Kreuz, dem WWF, Amnesty, Pro Infirmis, Pro Juventute, Pro Natura, Stiftung für Konsumentenschutz, Swissaid und Helvetas.

Weltweit zusammenbrechendes Face-to-Face Spendensammelsystem reisst Hilfsorganisationen mit in den Abgrund (20.12.2017)

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Nur gespielt: Penetrant frisch-fröhlicher Strassen-Spendensammler

„Ich erinnere mich aber an die Zeit, als ich auf der Strasse Mitglieder für NGOs angeworben und dabei alle 2 Stunden eine Guarana-Tablette zerkaut habe, um die nötige Aufgedrehtheit für’s Überzeugen zu haben; Abends war ich dann meist so daneben, daß ich ziellos durch die Wohnung tigerte, keinen Gedanken fest halten konnte.“ Das habe ich eben erst von einem langjährigen Spendensammler der Schweizer „Fundraising“-Firma Corris mitbekommen, die für den WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Juventute oder Pro Infirmis auf Strassen oder auch teilweise vor Haustüren Dauerspenden an Mann & Frau zu bringen versucht (und dabei im Tag von den Hilfsorganisationen pro sammelnde Person 850 Franken oder 730 Euro bekommt). Kurz: Nicht mal die Sammelnden (abgesehen von ein paar – wohlgemerkt – ziemlich sonderbaren Spezialfällen) mögen den Job – bei der Spenderschaft sind die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ ja schon seit längerem verhasst. Die einzigen, die es gut finden, sind die Hilfsorganisationen, welchen die lästigen Sammelaktionen abgenommen werden – und natürlich die Spendenfirmenbosse, von denen es mindestens einer, wie ich weiss, durch „das Geschäft mit der guten Sache“ sogar zum Milliardär gebracht hat. Doch das Blatt wendet sich, denn was die Hälfte der Non-Profit-Organisationen in Deutschland selbst dazu gemeint hat(!); nämlich dass solche kommerziellen Sammlungen rufschädigend sind – und zwar für den ganzen Sektor(!) – tritt immer klarer zu Tage. Ein Super GAU lässt sich genauer gesagt gar nicht mehr aufhalten, mindestens für diejenigen Organisationen, die den Nonsens immer noch mitmachen. Das weltweit zusammenbrechende Face-to-Face Spendensammelsystem wird die Hilfsorganisationen mit in den Abgrund reissen – zu recht. Wobei ich darauf hinweisen möchte: Fehler machen ist selbstverständlich nicht verboten. Aber 50 Jahre lang den gleichen fundamentalen Fehler machen, ist schlicht nicht mehr zu verzeihen: Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet seit 1968(!) mit der Haustürsammelfirma „Wesser“ zusammen. Nur kurze Zusammenfassung, was sich in den letzten 24 Stunden so alles ereignet hat – vor allem im Herkunftsland des Face-to-Face Fundraising; resp. eben in Deutschland, wo die Post ja schon seit ca. einer Woche abgeht: Dort musste der Leiter des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI), welches „seriösen“ Hilfsorganisationen ein „Spendensiegel“ verleiht (komischerweise haben auch Organisationen, welche auf Wohltätigkeits-Räuberei setzen, das Spendensiegel); Burkhard Wilke, beim Radio antraben (unter anderem bei „Deutschlandfunk Nova“). Als liesse sich über das DZI eine Lösung in der Sache realisieren. Haben die Radiomacher noch nicht mitbekommen, dass Wilke selbst schon vor Jahren (NDR, 13.9.2010) klarste Stellung („unseriöse Drückermethoden“) zum Thema bezogen hat – und in diesem Sinne allen betroffenen Hilfsorganisationen schon längstens das Spendensiegel HÄTTE entziehen MÜSSEN. Auch interessant der aktuelle, kritische Bericht der Augsburger Allgemeinen: „In Augsburg stieg die Zahl der Infostände, die von der Stadt für Hilfsorganisationen genehmigt wurden, jahrelang an. 2013 waren es nach Auskunft der Stadt noch 165, im vergangenen Jahr 276“. Hier wird der Sammelirrsinn erst so richtig deutlich. Denn die Verkaufszahlen gehen gerade deswegen ja noch mehr zurück, als dass sie es schon jetzt tun: Bis zu 95 Prozent der Gesamtspenden solcher Kampagnen werden inzwischen von den Sammelfirmen „abgezweigt“. Oder mit anderen Worten: Der weltweite Hilfsorganisationssektor fährt mit Schallgeschwindigkeit in eine Mauer – und beschleunigt dabei sogar noch!  Was nicht fehlen darf: Die Stadtverantwortlichen, die zum Schluss des Beitrags natürlich wieder beschwichtigen: Alles halb so schlimm. Verständliche Worte, bei der gigantischen Polit-Lobby der Hilfsorganisationen (siehe auch Beitrag zu Sammelaktionen für Björn Steiger-Stiftung) im Rücken…

 

 

 

NZZ-Kommentar + Analyse des Blogbetreibers zum Thema Corris & Co. vom 19.12.2017

Nach vernichtenden Beiträgen in den deutschen Medien „Die Welt“ und „tz“ (München) ist gut ge“time“t zum kommenden „Heiligabend“ auch in der Schweiz wieder ein kritischer Kommentar in der NZZ zu Corris & Co. (die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“, Sie wissen schon) erschienen. Bevor ich meinen obligaten Senf dazugebe, hier der betreffende Ausschnitt des Beitrages:

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Corris AG-Spendensammlerin beim Abzocken im Namen des Gehörlosenbundes

 

DAS GESCHÄFT DER HILFSWERKE MIT DEM SCHLECHTEN GEWISSEN

Ob Bettelbriefe oder aggressive Strassenkampagnen: Jedes Jahr gehen Hilfsorganisationen mit emotionalen und zuweilen fragwürdigen Tricks auf Spendenfang. Damit untergraben sie ihre eigene Glaubwürdigkeit.

…Vor allem zur Weihnachtszeit hören viele Passanten in Bahnhöfen, Einkaufspassagen und zentralen Plätzen Fragen wie «Haben Sie kurz eine Minute Zeit für die Natur?» oder «Mögen Sie Tiere?» . Sie zwingen damit die Angesprochenen zum Innehalten. Denn wer kann hier schon Nein sagen?

Die Passanten bekommen darauf mitleiderregende Bilder zu sehen, Bilder von abgeholzten Regenwäldern, von zerzausten Tieren in Käfigen, von hungernden Kindern. Diese Fotos werden von überfreundlichen Spendensammlern dargeboten, die damit ihre Argumente so virtuos wie geschickt untermauern. Doch bei diesen jungen, kommunikativen Menschen handelt es sich vielfach nicht um Aktivisten. Sie sind meist angestellt von privaten Fundraising-Unternehmen wie etwa Corris AG, welche im Namen von Hilfswerken wie Caritas oder dem WWF Geld eintreiben und Geld verdienen. Das Ziel ist, die Passanten am Stand dazuzubringen, ein Lastschriftverfahren zu unterschreiben. Das ist lukrativ, da es den Spender zum verlässlichen Zahler macht…

 

„Damit untergraben Sie ihre eigene Glaubwürdigkeit.“ Das ist sicherlich der wichtigste Satz im Beitrag. Ich kann es nur immer wiederholen: Hier wird ein „Von Mensch zu Mensch“-Vertrauensverhältnis zwischen den wohltätigen Organisationen und ihrer Spenderschaft „vorgegaukelt“. Denn die Wohltätigkeits-Strassenräuber sind ja eben gar nicht von „gemeinnützigen Non-Profit-Organisationen“. Sondern gerade andersrum, bzw. komplett widersprüchlich, von „eigennützigen Profit-Organisationen“, im Fachjargon „Fundraisingagenturen“, welche sich – in erster Linie selbstverständlich deren Bosse – damit eine goldene Nase verdienen. Sie betreiben also „Profit mit NON-Profit“, was einer Pervertierung des gemeinnützigen Gedankens gleichkommt: „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“, sozusagen. Corris verrechnet den Hilfsorganisationen pro Wohltätigkeits-Strassenräuber und Tag 850 Franken oder 730 Euro. Was gegenwärtig umgerechnet gegen drei Jahresspenden(!) ausmacht, die von jeder Mitgliedschaft quasi „abgezweigt“ werden. Vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende (womit viele Organisationen die Öffentlichkeit noch heute belügen), die „draufging“. Doch das stimmt längstens nicht mehr, da immer weniger Leute mitmachen und auch ihre Mitgliedschaft heute viel eher kündigen. D.h. immer mehr Spendengeld fliesst ab (diese Zahlen gelten übrigens weitgehend international, bzw. überall ist die rückläufige Entwicklung in etwa gleich). Und um zum Schluss auch wieder mal darauf aufmerksam zu machen: Corris-Besitzer Gerhard Friesacher hat sich mit einem Teil der Millionen, die er mit Corris gemacht hat, inzwischen ein zweites Standbein aufgebaut; die Ladenkette „Changemaker“, welche „stylishe“ und nachhaltige (so wird es mindestens gesagt) Produkte verkauft. Friesacher, „ein knallharter Geschäftsmann“, wie mir ein langjähriger Corris-Sammler erst kürzlich bestätigt hat, weiss eben, wie man Business macht – gerade in der Weihnachtszeit…

 

Ah ja, hier noch der Link zum NZZ-Artikel: https://www.nzz.ch/meinung/das-geschaeft-der-hilfswerke-mit-dem-schlechten-gewissen-ld.1339739

Kollaps des weltweiten Hilfsorganisationssektors durch „Face-to-Face“ Spendensammelskandal: Finaler Shitstorm „dank“ der Caritas!? (18.12.2017)

Bildergebnis für ein sommer voller türen

Spendensammelteam wird auf Betteltour herumgekarrt

 

Die Wut der weltweiten Spenderschaft über an Werbefirmen ausgelagerte Haustür- & Strassen-Spendensammlungen kanalisiert sich zunehmend auf deren Urheber:  Das Deutsche Rote Kreuz und deren Partnerfirma „Wesser“, die als erstes ein Geschäft aus solchen Sammlungen gemacht hat. Für eine massive Verstärkung der Kritik sorgt nun aber auch noch eine andere Hilfsorganisation – die grösste Deutschlands.  

„Die Welt“ hat vor paar Tagen vorgelegt mit gleich drei Artikeln zur modernen Wohltätigkeits-Räuberei (siehe erster, generell gehaltener Beitrag inkl. Analyse sowie Analyse der zwei Rotes Kreuz-Beiträge). Die Müncher „tz“ sorgt nun für Aufrechterhaltung des Drucks mit einem weiteren Beitrag zur Wesser GmbH, die auch mit den Not- und Rettungsdienst anbietenden Johannitern zusammenarbeitet (auch die anderen zwei Organisationen in diesem Bereich, respektiv der ASB und die Malteser schwören schon seit Jahrzehnten auf in Deutschland unter dem Sammelbegriff „Drückerkolonnen“ bekannte, kommerzielle „Spendensammel-Gangs“. Die Vorwürfe über inakzeptable Anwerbemethoden (z.B. versteckte Androhung, man würde womöglich bei einem Notfall nicht abgeholt werden) sind ja immer etwa die gleichen. Spannenderweise mischt nun aber auch die Caritas, die grösste deutsche Hilfsorganisation, bei der Kritik mit – Caritas Österreich hatte schon Anfang Jahr den ersten Schritt gemacht. Der Münchner Caritas-Chef Norbert Huber: „Wir können es uns nicht leisten, die Menschen zu verprellen.“ Caritas Deutschland scheint endlich – sprich: leider viel zu spät – begriffen zu haben, dass dieses perfide Sammelsystem den ganzen Hilfsorganisationsbereich kaputt macht, da ganz generell das Vertrauen der Spenderschaft dadurch zerstört wird (siehe Interview mit Blogbetreiber in „Die Stimme“/Heilbronn). Auch  Deutsche Caritas-Verbände hatten, mindestens teilweise, vor vielen Jahren mit kommerziellem Face-to-Face Fundraising experimentiert, aber nach schlechten Erfahrungen den Versuch bald wieder abgebrochen. Vielleicht hat sich Caritas Deutschland erst jetzt zur Kritikunterstützung entschieden, da Caritas Schweiz wiederum bis vor Kurzem selbst noch bei einer Sammelfirma Kunde war(!); der berüchtigten Schweizer „Corris AG“. UND Caritas Schweiz-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti – der zu allem Übel auch noch als Präsident des Schweizerischen FundraiserInnen-Berufsverbandes „Swissfundraising“ fungiert – ausgerechnet der Mann von Martina Ziegerer ist, der Geschäftsleiterin der Schweizer Hilfsorganisations-Kontrollstelle „Zewo“ (Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen): F-I-L-Z!!! Solche NGO-Kontrollinstitutionen hätten ja schon vor Jahrzehnten gegen den Sammelnonsens vorgehen sollen; z.B. ganz einfach mittels Spendensiegel-Entzug. Hiermit ist also beantwortet, warum das nie geschehen ist. Die Zewo-Verfilzung betrifft nämlich bis zu einem gewissen Grad auch andere nationale Kontrollstellen dieser Art, wie z.B. das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen „DZI“ oder das „Österreichische Spendengütesiegel“. Präsidentin des ICFO (International Committee on Fundraising Organizations), des internationalen Dachverbandes solcher Kontrollstellen, ist nämlich ebenfalls Martina Ziegerer; die Chefin der Schweizer Zewo…

Weltweiter Kollaps des „Face-to-Face“ Spendensammelsystems: Hilfsorganisationen zerfleischen sich gegenseitig! (14.12.2017)

Hilfsorganisations-Spendensammlungen vor Haustüren oder auf Strassen werden in der Regel von beauftragten, kommerziellen „Sammelfirmen“ durchgeführt, die heute gegen 3 Jahresspenden jedes spendenden Mitglieds selbst einstecken. Der Blogbetreiber lebt seit über 3 Jahren auf der Strasse, um sich dem Kampf gegen solche „Wohltätigkeits-Räuberei“ vollends widmen zu können. 

Greenpeace Österreich (macht Aktionen nun im Gegensatz zu bspw. englischer Sektion selbst) liess als erstes kommerzielle Strassensammlungen durchführen

 

Durch verhasste kommerzielle Strassenspendensammlungen selbst unter Druck geratene Hilfsorganisationen fallen schwächelndem Deutschen Roten Kreuz in den Rücken, welches als erste Hilfsorganisation auf die Zusammenarbeit mit solchen Spendensammelfirmen setzte. In Wahrheit sind die anfänglichen Haustürsammlungen aber nur geringfügig schlimmer als von Fundraisingagenturen ausgeführte, „kopierte“ Strassensammlungen. Der „Vatermord“ wird auf die Intrigierenden zurückfallen.

Heute ist schon wieder verheerender Beitrag von „Die Welt“ erschienen zu Spendensammel-Quälgeistern. Und man hat sich offenbar aufs Rote Kreuz „eingeschossen“, denn schon vor paar Tagen ist zu generell vernichtendem Artikel zu Haustürsammlungen ein zweiter, speziell dem Roten Kreuz „gewidmeter“, erschienen. Im Prinzip keine schlechte Wahl: Das Deutsche Rote Kreuz war weltweit die erste Hilfsorganisation, die, was im Übrigen nur mit endloser Arroganz erklärbar ist (unter anderem als mehrmaliger Friedensnobelpreisträger), auf Spendensammelfirmen gesetzt hat. Und diese Haustürsammlungen, mit welchen 1968 die beauftragte Firma „Wesser“ begann, auch in den Jahrzehnten danach gegen alle Widerstände durchgeboxt hat. Nur kann sie das nun nicht mehr, denn die „Klinkenputz-Ganoven“ sind inzwischen so verhasst, dass Pro-Argumente von der Öffentlichkeit gar nicht mehr ernst genommen werden. Das Dumme ist einfach: Die im ersten Rotkreuz-Artikel erwähnten, Haustürfundraising kritisierenden Strassensammel-Werbefirmen sind ja gar nicht viel besser! Die zwei fundamentalen ethischen Verstösse sind sowohl bei Haustür- als auch Strassensammelkooperationen von „Non-Profit“-Organisationen mit „profit“-orientierten Agenturen dieselben: Erstens wird hier völlig unzulässig „Profit“ mit „Non-Profit“ betrieben und zweitens wird bei den Sammlungen nicht wirklich transparent gemacht, dass dahinter eben profit-orientierte Agenturen stecken. Aber zurück zu den Street-Fundraising Agenturen im Beitrag, namentlich „DialogDirect“, „talk2move“ und „Hello“ (der „Hello“-Chef war davor bei talk2move), die unter anderem für den Bund für Umwelt und Naturschutz („BUND“), die „UNO-Flüchtlingshilfe“, „World Vision“, „Menschen für Menschen“, „SOS Kinderdorf“, „CARE“, „WWF“ oder „Amnesty International“ Leute auf der Strasse belästigen und sicherlich auf deren einflussreiches Netzwerk beim „Rotes Kreuz-Bashing“ zählen dürfen. So heisst es dann etwa: „Dabei gilt diese Methode bei professionellen Spendensammlern als Schmuddelkind. Drei große Fundraising-Agenturen, Dialog Direct, talk2move und Hello, erklären auf Anfrage übereinstimmend: Haustürwerbung böten sie aus Prinzip nicht an. Klinken putzen, sagt einer der Manager von talk2move, empfinde man als Grenzüberschreitung, als Eindringen in die Privatsphäre potenzieller Spender.“ Uiuiuiuiui, da lehnen sich die drei Agenturen aber „bis zu den Fussspitzen“ aus dem Fenster. Denn: Der anfängliche DialogDirect-Oberboss Franz Wissmann war vorher selbst lange bei Wesser, wie auch talk2move-Boss Robert Hatwagner für eine gewisse Zeit. Hatwagner ist in seinen besten Zeiten als Sammler auf Monatslöhne von um die 12’000 Mark gekommen (zu jener Zeit machten noch um ein Vielfaches mehr Leute mit als heute, womit aussergewöhnlich hohe Provisionen erzielt werden konnten). Mit diesem Kapital haben sich Wissmann und Hatwagner dann ihre eigenen Agenturen aufgebaut. DialogDirect machte ausserdem am Anfang erst selbst Haustürsammlungen(!); in Österreich für Greenpeace. Nur weil dann DialogDirect-Mann Andreas Leitner, der zuvor ebenfalls bei Wesser war(!), auf die „glorreiche“ Idee kam, dasselbe Sammelprinzip doch einfach mal auf der Strasse auszuprobieren und man anfangs damit bessere Zahlen rausholte als mit Haustürsammlungen, wurde auf die Strasse gewechselt. Hatwagner wiederum musste mit talk2move regelrecht aus Österreich „flüchten“. Und zwar nicht wegen Haustür-, sondern Strassensammlungen! Denn er hatte zwecks noch grösserer Umsätze seine Sammelgangs derart unter Druck gesetzt, dass in der Folge ein Shitstorm sondergleichen auf talk2move niederprasselte, und man sich entschied, nach Deutschland abzuwandern.

Also ich glaube, ich kann ab jetzt ein bisschen zurücklehnen mit kritische Einträge zum Thema verfassen. Denn der neue, im Potential länderübergreifende, sprich: viel grössere Shitstorm  als der damalige, auf das kleine Österreich beschränkte, der witzigerweise nun sogar teilweise von den Strassensammelfreaks selbst mitentfacht wurde, wird diese schlussendlich selbst niedermähen – wetten? Und ich meine: Auch die Hilfsorganisationen, die mit Strassensammelfirmen kooperieren, werden ihr Fett wegkriegen – mehr, als ihnen lieb ist…

TOP!-Beitrag der deutschen „Welt“: Vorsicht vor „Drückermethoden“ der Spendensammler an der Haustür – inkl. Analyse (10.12.2017)

Top-Beitrag der deutschen „Welt“ zu kommerziellen Wohltätigkeits-Haustürräubern (in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt) im Auftrag von Hilfsorganisationen. Ein Satz allerdings – gerade zu Beginn – stösst mir mehr als sauer auf: „Schuld (an unangenehmen Erfahrungen mit Spendensammlern) ist ein System, das Verbraucherschützer und Politiker alarmiert.“ Kompletter Quatsch: Auch der Deutsche Verbraucherschutz hat sich jahrzehntelang viel zu stark zurückgehalten mit Kritik an diesem Sammelsystem (ich bin selbst vor paar Jahren mit einer sehr sorgfältig ausgearbeiteten Reklamation an diesen nicht durchgedrungen). Und die Politik (die teilweise mit dem Verbraucherschutz verlinkt ist) hat sogar – gerade andersrum(!) – lange Zeit für dieses perfide Sammelsystem lobbyiert!!!  Meine Analyse des Beitrags habe ich übrigens jeweils den Abschnitten in roter Schrägschrift und in Klammern beigefügt (es versteht sich im Übrigens von selbst, dass die beherzte Reaktion von Verbraucherschutz und Politik viel zu spät kommt; der Schaden wird sich nicht mehr beheben lassen).

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Haustür-Spendensammler von „Drückerkolonnen“ (Spendensammelfirmen) geben sich illegal als Hilfsorganisationsangestellte oder sogar Ehrenamtliche aus

 

„Plötzlich war der Fuß in der Tür“: In der Vorweihnachtszeit machen viele Deutsche unangenehme Erfahrungen mit Spendensammlern. Schuld ist ein System, das Verbraucherschützer und Politiker alarmiert.

Zur Vorweihnachtszeit sind bundesweit professionelle Spendensammler unterwegs, um neue Mitglieder anzuwerben – im Auftrag wohltätiger Organisationen wie des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsbunds, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Arbeiter-Samariter-Bunds. Von Verbraucherschützern und aus der Politik kommt nun Kritik am Vorgehen der Organisationen. Sie entlohnen die von ihnen beauftragten Agenturen offenbar häufig ausschließlich über erfolgsabhängige Provisionen. Auch die Honorarkräfte an den Haustüren bekommen nur dann Geld, wenn sie neue Mitgliederverträge abschließen (Analyse: Wenn das tatsächlich immernoch so ist, bzw. das neue Mindestlohngesetz übergangen wird, ist das natürlich noch ein Skandal mehr).

Die Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, sagte der WELT AM SONNTAG: „Wenn man Mitglieder an Haustüren anwirbt, muss sichergestellt sein, dass für die Mitarbeiter dieser Fundraising-Agenturen der Mindestlohn eingehalten wird.“ (Analyse: Ist übrigens nicht nur in Deutschland zu bemängeln, in Australien wurde vor noch nicht allzu langer Zeit über eine zweistellige Millionenklage von unterbezahlten „Drückern“ berichtet).

Erfolgsabhängige Honorare könnten sonst schnell zu „Drückermethoden“ an den Haustüren führen, wie der Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg, Michael Knobloch, der WELT AM SONNTAG sagte. „Bei diesem Geschäftsmodell kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Provisionsinteresse der Werber im Vordergrund steht und versucht wird, Verbraucher in Verträge zu drängen.“ (Analyse: Dass das Provisionsinteresse oft im Vordergrund steht, ist doch aus der Vergangenheit bereits hunderttausendfach belegt (auch in der Schweiz) – trotzdem hat der Staat nie etwas gegen diese Sammelzusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen und Drückerkolonnen  unternommen).

Einige Spendensammler pochen beispielsweise auf sofortige Unterschrift von Mitgliedsbeiträgen, manchmal schüren sie bei den oft älteren potenziellen Neumitgliedern, die tagsüber die Türen öffnen, auch Ängste. Zum Beispiel: Ohne die Spende sei der Rettungsdienst im Ortsteil vielleicht bald nicht mehr gewährleistet. (Analyse: Was „eigentlich“ widerrechtlich wäre, bzw. „Nötigung“).

Das gibt etwa ein Kreisverbandschef des Deutschen Roten Kreuzes zu, Eckart Fuchs aus Ulm. „Wir bekommen dann Anrufe von Bürgern, dass ein Fuß in der Tür stand. Oder dass der Werber sagte, es handele sich um eine einmalige Spende anstatt um eine Dauermitgliedschaft.“ Sein Kreisverband habe deshalb sogar schon einmal eine Haustüraktion gestoppt und die Zusammenarbeit mit der Agentur beendet. (Analyse: Jämmerliche Heuchelei: Das Deutsche Rote Kreuz macht diese Kooperation am längsten, nicht nur in Deutschland, sondern sogar weltweit – und tut jetzt so, als hätte es schon seit jeher unglaublich viel für eine Verbesserung der Situation unternommen.)

Werber treten in Sanitäter-Uniform auf

Hilfsorganisationen, die Rettungsdienste organisieren, nutzen den Recherchen der WELT AM SONNTAG zufolge die Haustürmethode deutlich häufiger als andere gemeinnützige Vereine. Bei den Maltesern werden drei von vier neuen Mitgliedern auf diese Weise angeworben, beim Deutschen Roten Kreuz sind es in manchen Kreisverbänden sogar noch mehr. Häufig treten die Werber in Sanitäter-Uniform auf – obwohl sie keine Rettungskräfte, sondern Honorarkräfte im Auftrag von Subunternehmen sind. (Analyse: Ein Fall von „arglistiger Täuschung“, da so der Eindruck entsteht, es wären Rettungsprofis der Hilfsorganisationen selbst, juristisch gesehen ebenfalls eine Straftat – was ein äusserst schiefes Licht auf Staatsanwaltschaft wirft, die schon längstens hätte dagegen vorgehen sollen). 

Deren Arbeit müssen neue Fördermitglieder von ihren Spenden bezahlen, was sie jedoch häufig nicht erfahren. „Im Schnitt geht der erste Jahresbeitrag eines neuen Fördermitglieds, das an der Haustür angeworben wurde, für das Honorar der beauftragten Agentur drauf“, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), bei dem sich wohltätige Organisationen für ethisch korrektes Spendensammeln zertifizieren lassen können. (Analyse: Falsch, ÖKO-Test hatte bereits 2002 aufgedeckt, dass es 1-3(!) Jahresbeiträge sind, bzw. genauer gesagt waren es damals noch mehrheitlich 1-2 Jahresbeiträge, während heute aufgrund der stetigen Verteuerung (es machen immer weniger Leute mit) gegen 3 Jahresspenden draufgehen).

Um Drückermethoden und Verstöße gegen das Mindestlohngesetz zu vermeiden, sieht das Spendensiegel des DZI vor, dass mindestens die Hälfte des Honorars für die Agenturen ein Fixgehalt sein muss. Doch weder die Malteser noch der Arbeiter-Samariter-Bund haben dieses Siegel. Beim Deutschen Roten Kreuz – mit 164.500 Mitarbeitern und mehr als 400.000 Ehrenamtlichen ein Riese in der Wohlfahrtsbranche – trägt nur der Bundesverband das Gütesiegel. Die Aufträge an die Spendensammelagenturen erteilen jedoch die knapp 500 Kreisverbände, die sich an die ethischen Maßgaben nicht halten müssen. (Analyse: Auch wenn die zwei erwähnten Rettungs- und Notdienstorganisationen das DZI-Spendensiegel hätten, würde es nichts nützen, da die Hilfsorganisationen durch Einflussnahme das DZI als „Lobbyorganisation“ missbrauchen).

 

NEWS zum durch Wohltätigkeits-Strassenräuber ausgelösten, weltweiten Kollaps des Hilfsorganisationssektors (Dezember 2017)

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Wohltätigkeits-Strassenräuberin: Eigennützige Uneigennützigkeit

 

Ich hatte es schon lange (und zugegebenerweise auf ein zu frühes Datum hin) prophezeit, aber nun ist es definitiv soweit. Der weltweite Hilfsorganisationssektor ist am kollabieren – um gleich anzufügen: WIE LANGE dieser schrittweise Zusammenbruch letztendlich dauern wird, kann ich auch nicht sagen. Aber die Glaubwürdigkeit ist weg. So haben erst gerade die Schweizer Hilfswerke zugegeben, dass dieses Jahr erstmals ein Spendenrückgang zu konstantieren ist, ein paar Tage gefolgt von der Wiener Caritas, die stellvertretend für den gesamten österreichischen Non-Profit-Sektor ebenfalls öffentlich einen in der neueren Zeit erstmaligen Spendenrückgang beklagt. Der Hauptgrund für den Glaubwürdigkeitsverlust sind mit Sicherheit die Wohltätigkeits-Strassenräuber („charity muggers“) kommerzieller „Sammelfirmen“. Gemeint sind damit natürlich die Sammlungen für Fördermitgliedschaften auf Strassen und freilich auch vor Haustüren, bei denen ein „Von Mensch zu Mensch“-Vertrauensverhältnis zwischen den wohltätigen Organisationen und ihrer Spenderschaft „vorgegaukelt“ wird. Denn die Wohltätigkeits-Strassenräuber sind ja eben gar nicht von „gemeinnützigen Non-Profit-Organisationen“, sondern gerade andersrum von „eigennützigen Profit-Organisationen“, im Fachjargon Fundraisingagenturen, die sich – vor allem deren Bosse selbstverständlich – eine goldene Nase verdienen: Die Schweizer Corris AG verrechnet den Hilfsorganisationen pro Wohltätigkeits-Strassenräuber und Tag 850 Franken oder 730 Euro. Was heute umgerechnet gegen drei Jahresspenden(!) ausmacht, die von jeder Mitgliedschaft quasi „abgezweigt“ werden – vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende (diese Zahlen gelten übrigens weitgehend international, bzw. überall ist die rückläufige Entwicklung in etwa gleich). Respektiv: Es geht immer mehr Spendengeld drauf, da das Verhältnis der fixen (Kampagnen-)Kosten zu den sinkenden(Spenden-)Erträgen sich stetig verschlechtert. Denn es machen konstant weniger Leute mit. Und sie bleiben auch weniger lange Mitglied (Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria im Branchenmagazin „Fundraiser“, Ausgabe Nr. 5/2012: „Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind die Responseraten gesunken und die Stornoquoten gestiegen.“). Umso schlimmer für die Glaubwürdigkeit des Non-Profit-Sektors, dass auch heute – man muss sogar sagen: heute erst recht(!) – von den Nicht-Regierungs-Organisationen trotzdem ständig falsche oder nicht mehr aktuelle Zahlen herausgegeben werden. In der grössten Regionalzeitung Deutschlands etwa, der WAZ (deckt gesamten Ruhrpott ab), erschien Ende letzten Jahres ein Beitrag, wo World Vision immernoch von einem Jahresbeitrag spricht, der abfliesst! Noch schlimmer aber das Lügenkonstrukt des WWF. Ich gebe nämlich im Beitrag ein Statement ab, das die WAZ sogleich kommentiert: „… Während ein Dialoger (Anmerkung: Wohltätigkeits-Strassenräuber) laut Brutschin vor 20 Jahren noch rund acht Spender pro Tag anwerben konnte, seien es heute bloss noch zwei bis vier … Dementsprechend befürchten Kritiker, dass der größere Teil der Spendensumme bei den Agenturen landet – und eben nicht da ankommt, wo sie ankommen sollte…“ Der WWF entgegnet nun im selben Beitrag, dass dieser Kostenanteil an den Spenden lediglich „zwölf Prozent“ betrage! Kompletter Unsinn: Das war es ja nicht mal vor 20 Jahren!!!

Spenden gleich hoch wie Werbeausgaben: Haustür- & Strassensammlungen mutieren zum Nullsummenspiel für Hilfsorganisationen (2.12.2017)

Filz: Schweizer Verbraucherschutz arbeitet selbst mit Sammelfirma zusammen

Habe gerade schräge Geschichte aus England mitbekommen. Ein Security-Mann schob dort jüngst vor dem Ladeneingang einer Warenhauskette Wache, wo zufälligerweise auch gerade eine Spendensammel-Gang – in Deutschland sagt man bekanntlich „Drückerkolonnen“/in Österreich „Spendenkeiler“ – einer Spenden-Werbefirma (Fundraisingagentur) herumräuberte. Nun hatte der Security aber vermutlich von einem Freund, der in einer Hilfsorganisations-Geschäftsleitung arbeitet, erfahren, dass die Spendensammlungen auf den Strassen/vor Haustüren gar nicht mehr rentieren, bzw. die fixen Kampagnenausgaben der Hilfsorganisationen die schwindenden Spendeneinnahmen inzwischen praktisch „auffressen“; es machen schliesslich massiv weniger Leute mit, und sie bleiben auch weniger lange Mitglied! Er hat also sämtliche Angesprochenen, die von den „Wohltätigkeits-Strassenräubern“ angefallen wurden – welche ja eben gar nicht von den wohltätigen Organisationen, sondern von „Sammelfirmen“ sind, die sich mit den Aktionen dumm und dämlich verdienen – darüber aufgeklärt, dass i.d.S. nur 1 Prozent der Spenden „ankomme“ (natürlich wird das in der Öffentlichkeit unter dem Deckel gehalten, respektiv: Es werden sogar öfters falsche Zahlen herausgegeben – nicht nur in England…)! Tatsächlich sind die Aktionen in England in Wahrheit schon jetzt teilweise zum „Nullsummenspiel“ verkommen. Unter anderem deswegen haben in den letzten paar Jahren auch eine zweistellige Zahl von Werbeagenturen schliessen müssen. Aber auch in den deutschsprachigen Ländern ist man SEHR nahe an diesem Punkt (von einem ethischen Standpunkt gesehen hat die Kooperation ja sowieso nie Sinn gemacht, da hier „Profit mit Non-Profit“ betrieben wird). So hat eine der vier Organisationen in Deutschland, dem „Urland“ des Face-to-Face Fundraisings (angefangen wurde mit Haustürsammlungen), die am längsten mit Drückerkolonnen kooperieren und alle im Rettungs- und Notdienstbereich tätig sind, namentlich das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter und die Malteser, bzw. letztere, vor Kurzem angefangen, die Kampagnen zumindest teilweise selbst durchzuführen (über interne „SeniorenberaterInnen“). Diese Massnahme ist zweifellos aus einer absoluten Notsituation entstanden. Denn obwohl die Eigendurchführung solcher Aktionen nicht nur möglich, sondern mindestens auf der Strasse durchaus ethisch vertretbar wäre (Haustürsammlungen sind meiner Meinung nach so oder so zu heikel), haben alle vier dieser Haupttäterinnen unter den Hilfsorganisationen ausser einem jämmerlichen Versuch des DRK(*), wenn’s mir recht ist in den 90-er Jahren, nie eine Anstrengung unternommen, die Aktionen selbst zu machen (inzwischen haben die vier „wohltätigen Organisationen“ ja auch noch andere Einnahmequelle gefunden in Form von Steuergeldern für überteuerte Flüchtlingsunterkünfte).

Hamburg: 900 Millionen Euro für Flüchtlinge (Hamburger Abendblatt, 2.12.2017)

Strassensammlungen werden im Übrigen immerhin von ein paar wenigen Organisationen eigens durchgeführt (z.B. von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, Amnesty & WWF in Österreich oder Save the Children in der Schweiz, wobei aber alle diese Organisationen in anderen Ländern dann trotzdem wieder mit kommerziellen Wohltätigkeits-Strassenräubern kooperieren). Ausserdem möchte  ich zum Schluss anmerken: Wie auch immer; es ist eine Bereinigung im Non-Profit-Sektor im Sinne einer Verkleinerung von Nöten, denn er ist schlicht und einfach zu gross.

Weiterer neuer empfehlenswerter Beitrag: „Fundraisingagenturen begehen juristisch gesehen Betrug – warum die Justiz nicht aktiv wird“ – siehe auch „Eine Sauerei“ (Medienbeitrag des Blogbetreibers in KONSUMER-Magazin vom Juni 2017)  

* Aus „Drücker in Uniform“ von Mike Redhorn (Redhorn braucht das Pseudonym „Black Point“ für „Rotes Kreuz“): „Die Erträge waren ständig gesunken, da mittlerweile zu viele Hilfsverbände sich gegenseitig die Mitglieder abjagten … Zudem hatte der Bundesverband vom Hilfsbund Black Point eine eigene Werbefirma gegründet … um sich von „unlauteren Drückermethoden von dubiosen Werbekolonnen“ abzugrenzen … Ich bewarb mich bei der neugegründeten Black Point-eigenen Werbefirma, die überregional in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz für weiteren Mitgliederzuwachs mit Hilfe von Drückerkolonnen sorgen sollte … Ich traf den sogenannten „Organisationsleiter“ der Werbefirma vom Black Point, Herrn Karl Maus … Wir wohnten zentral in Oldenburg, wurden dort gut und preiswert in einem Hotel untergebracht. Fantastisches Frühstück, eine erstklassige Küche und charmanter Service: Wir waren rundum zufrieden …
… Die Presse wurde eingeschaltet … Herr Maus kam pünktlich. Eilig wies er uns an, zurückhaltend zu sein, da er die grösste Presseerfahrung hätte. „Mit den Burschen von der Presse kann ich umgehen, den Kerl seif‘ ich schon ein!“ Der Pressevertreter, ein jüngerer Mann in Begleitung einer Fotografin eröffnete mit ernster Miene, dass er von einer Bewohnerin angerufen worden wäre, „es wären schlimmste Drücker unterwegs, und so was will man hier auf dem Lande überhaupt nicht!“ Herr Maus konterte sofort mit charmantem Lächeln: „Wo sehen Sie hier einen Drücker?“ Er erzählte, dass wir alle „feste“ Mitarbeiter wären, ordentliche Mitarbeiter der Black Point-eigenen Werbefirma, geschult in allen sozialen Bereichen, die niemals „drücken“ würden. „Die Leute hier geben sich auch mit einem Schulterklopfen zufrieden, wenn sie erfolgreich waren!“ Der Mann log mit einem umwerfenden Charme, absolut glaubhaft, dabei lebte er selber von Provisionen! Wir fielen fast vom Stuhl. Genauso stand es am nächsten Tag in der Zeitung. Karl Maus kam strahlend in unser Hotel … Dann wies er uns an … „Den Artikel an der Haustür vorzeigen ist wichtiger als der Black Point-Ausweis!“ … Ich schrieb, auch mit Hilfe des Zeitungsartikels, ganze Dörfer komplett auf. Ein Dorf mit sechzig Häusern und Gehöften brachte zum Beispiel 57 neue Mitglieder … Es war sagenhaft … Es kam sogar einmal ein „Beschwerdeanruf“ einer älteren Dame, dass ich bei der Nachbarin gewesen, sie aber ausgelassen und nicht geklingelt hätte … Karl Maus, der Organisationsleiter der Black Point-eigenen Werbefirma hatte sich bei mir in der Zwischenzeit immer unbeliebter gemacht … Merkwürdigerweise waren genug Leute vorhanden, um seiner Ehefrau, die nach eigenen Aussagen „durch Haushalt und Kinder eigentlich kaum Zeit hatte“, gleich mehrere Gruppen zuzuschanzen, für die sie viele Tausender monatlich an Superprovision verdiente. Auch andere Familienmitglieder, wie Bruder und Schwager, wurden mit eigenen Werbegruppen und erfolgsversprechenden „Gebieten“ bedacht. Dass Frau Maus anlässlich einer Weihnachtsfeier sogar einen wertvollen Preis für höchste Gruppenumsätze bekommen konnte, ist bezeichnend für den beim Black Point und auch anderen grossen Hilfsorganisationen oft vorhandenen Filz … Es hatte mit der Black Point-eigenen Werbefirma so hoffnungsvoll begonnen. Doch wieder kam Frust auf… Die Werbung in der Black Point-eigenen Agentur war das Unsozialste, was ich je kennengelernt hatte …“

 

Weltweiter „Kollaps in Raten“ des Hilfsorganisationssektors hat nun auch „offiziell“ begonnen (letzte Aktualisierung: 29.11.2017)

„Spendenclowns“ der von Hilfsorganisationen beauftragten „Sammelfirmen“ haben entscheidend zur verlorenen Glaubwürdigkeit des NGO-Sektors beigetragen

 

Aha, sogar im verfilzten Schweizer (Hilfswerk-)Lande geben NGOs und ihre Helfershelfer wie die scheinbar unabhängige NGO-Zertifizierungsstelle „Zewo“ (der Mann der Zewo-Chefin ist bei der Caritas) endlich zu, dass die Spenden rückläufig sind – zwar noch zaghaft, aber immerhin. Bisher wurde so getan, als sei alles in bester Ordnung, respektiv: Die Öffentlichkeit wurde zum Narren gehalten. Dies, weil man sich vor einer Verstärkung der Abwärtsspirale fürchtete. Und Kontrollstelle, Justiz und auch Medien über das gigantische Beziehungsnetz („Politlobby“) instrumentalisiert hat. So hatte der Tages-Anzeiger selbst, der erst jetzt mit untenstehendem Beitrag vom 23.11.2017 für Klarheit sorgt, bspw. 2013 in einem Beitrag über die Spendensammelfirma Corris (die Spendenclowns auf Strassen und vor Haustüren) im Titel noch geschrieben: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“. Tatsächlich waren es schon damals um die zwei Jahresspenden (denn da die Sammelfirmen bei gleichzeitig rückläufigen Spendeneinnahmen den Hilfswerken Fixpreise berechnen, bzw. 850 Franken oder 730 Euro pro sammelnde Person und Tag, gehen ja quasi immer mehr Spenden für die Zahlung der Aktionen drauf). Heute sind es sogar gegen drei Jahresspenden! Die Glaubwürdigkeit des Non-Profit-Sektors ist dahin. Ab jetzt geht es erst recht nur noch abwärts – und zwar international. Denn der Schweizer Hilfswerksektor fungierte bisher als eine Art „letzter Rettungsanker“: Die Zewo steht nämlich auch an der Spitze des ICFO, des internationalen Dachverbandes von NGO-Zertifizierungsstellen, zu welchem auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) als auch das „Österreichische Spendengütesiegel“ gehören. Gute Nacht, Non-Profit-Organisationen! Ich zumindest werde euch keine Träne nachweinen, denn nirgendwo eignen sich die zwei folgenden Worte besser als hier: „Selber schuld.“ 

 

HILFSWERKE BUHLEN UM SPENDER

Nach Greenpeace berichten auch andere Schweizer NGOs von einem Spendenrückgang.

Soeben hat sie wieder begonnen: die Spendezeit. November und Dezember gelten als Hochsaison für gemeinnützige Organisationen. Und die Schweizer geben gerne: Mit 1.79 Milliarden Franken Spenden überstieg das Spendevolumen 2016 alle früheren Jahre – mit Ausnahme von 2015, wie die neuesten Zahlen der Zertifizierungsstelle Zewo zeigen. Doch obwohl das Spendevolumen insgesamt hoch bleibt, berichten mehrere Hilfswerke von einem Abwärtstrend. So zuletzt der Schweizer Ableger der Umweltorganisation Greenpeace: Nach einem unerwarteten Rückgang der Spenden musste der Personalbestand reduziert werden. Sieben von insgesamt 127 Mitarbeitenden mit Teilzeitpensen seien vorerst betroffen – weitere Schritte dürften im Dezember und im Frühjahr 2018 folgen. Als Grund für den Stellenabbau führte Greenpeace Schweiz den Gegenwind auf dem Spendenmarkt an: „Fallen grosse Einzelspenden weg, spüren wir das unmittelbar“, wird der interimistische Geschäftsleiter Kaspar Schuler in einer Mitteilung zitiert. 

Rätseln über die Ursache

Zuvor berichtete die „Sonntagszeitung“ von einem massiven Spendeneinbruch bei der Organisation World Vision. Das Hilfswerk verliere seit Jahren kontinuierlich an Privatspenden. So waren es 2012 noch über 60’000 Personen, die insgesamt 37 Millionen Franken spendeten. Im letzten Jahr zählte die Organisation 13’000 Spender weniger, während die Gelder auf 30,3 Millionen zurückfielen. Man habe es unter anderem verpasst, neue Angebote für jüngere Spender zu schaffen, begründete World-Vision-Chef Bernhard Metzger den Einbruch. Ähnlich klingt es beim Schweizerischen Gehörlosenbund, der zwar auf ein stabiles Fundraising bauen kann, aber ebenfalls einen Abwärtstrend bestätigt: „Die Generationen mit einem starken Spendenverhalten werden immer älter, und die Jüngeren sind schwerer zu binden“, sagt Sprecher Roland Wagner. Die Christoffel-Blindenmission weist hingegen auf die wachsende Konkurrenz hin: „Der Druck auf dem Spendenmarkt ist in den letzten Jahren stärker geworden“, sagt Sprecher Stefan Leu. So gebe es heutzutage deutlich mehr Organisationen, die versuchen, Spender zu gewinnen. „Um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erhalten, reicht ein einfacher Spendenbrief nicht mehr“, sagt Leu. So sei das Hilfswerk derzeit vermehrt gefordert, über vielfältige Kanäle zu kommunizieren. Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch das Blaue Kreuz Schweiz: Die Schweizer würden gerne spenden, was zu einem konstanten Grundvolumen führe. „Doch es gibt derzeit viel mehr Anbieter, als noch vor ein paar Jahren“, sagt Sprecher Philipp Frei. Der Werbeaufwand sei deshalb auch für das Blaue Kreuz deutlich gestiegen. Die letzte Runde im Ringen um die diesjährigen Spender ist nun eingeläutet. Wie die einzelnen Hilfswerke abschneiden, wird sich im Januar zeigen.

 

Nachtrag (29.7.2017): In Australien, wo die Situation bereits eskaliert ist (Beitrag vom 4.7.2017), versucht die Spendensammelindustrie mit einem wahnwitzigen Regelwerk das offenkundig nicht funktionierende kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ zu retten:

    

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (aktualisiert am 8.11.2017)

CH: Was Hilfswerke einst selbst zu spendensammelnden Firmen meinten, DE: Was sie dazu meinten & was sie auch heute noch meinen(!)

 

Wohltätigkeits-Strassenräuberin der Schweizer „Sammelfirma“ Corris im Auftrag des Tierschutzes bei Spenden-„Anmache“ im Hauptbahnhof Zürich

Bei von kommerziellen „Spendenfirmen“ durchgeführten Sammelaktionen auf Strassen oder vor Haustüren handelt es sich rechtlich gesehen um Betrug – also eine Straftat. Und zwar aus einem einfachen, bereits mehrfach genannten Grund: Bei den Aktionen wird vorgetäuscht, dass die Hilfsorganisationen diese selbst machen würden. Das wird so gemacht, weil die meisten Leute schlicht nicht mehr mitmachen würden, wenn sie wüssten, dass profitorientierte Werbefirmen dahinter steckten (das Sammelsystem geht in diesem Sinn gar nicht auf): Wer will schon, dass ein externes Unternehmen, das neben berechtigten Fixlöhnen für Führungskräfte und Angestellte – sofern diese vernünftig-moderat wären – zusätzlich Gewinn und Provisionen in Form von Bonuszahlungen an diese herausgibt? Nebenbei natürlich noch alles Spendengeld, das ja aus den Hilfsorganisationskassen kommt. Der juristische Ausdruck für diese Betrugsform lautet sinngemäss „vorsätzliche Täuschung“, respektiv noch genauer „arglistige Täuschung“. Das hatte in Deutschland sowohl der ehemalige Sammler Mike Redhorn in seinem Buch Drücker in Uniform als auch Stefan Loipfinger von „Charitywatch“ in einem TV-Beitrag von Panorama 3 im NDR bereits erwähnt. Zwar gibt es teilweise versteckte schriftliche Hinweise auf die Agenturen. Aber weil Non-Profit-Organisationen sich unbestreitbar höheren moralischen Standards als kommerzielle Unternehmen verschrieben haben und die Angesprochenen, die ja davon ausgehen, dass es sich um Hilfswerkleute handelt,  in diesem Sinne gutgläubig reagieren und das „Kleingedruckte“ übersehen, genügt solches schlicht nicht. Doch warum handelt dann die Staatsanwaltschaft nicht? Das hat mit einem, wohlverstanden falschen „Präzedenzurteil“ zu tun: Denn 1994 hatte der Bundesgerichtshof diese Art des Werbens bereits als legal eingestuft (siehe Post vom 10.10.2017). Mit einer allerdings nicht nachvollziehbaren Begründung. Nämlich dass die Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind. Aber das stimmt doch gar nicht! Vor der Zusammenarbeit mit solchen Fundraisingagenturen hat es ja auch schon Haustürsammlungen gegeben; sie wurden einfach von Ehrenamtlichen durchgeführt. Und man könnte die Sammlungen ja auch selbst machen, also mit Hilfsorganisationsangestellten! Der wahre Grund ist ein ganz simpler: Die Non-Profit-Organisationen wollen die mühsamen und undankbaren Sammelaktionen nicht selbst machen. Und es gab sogar schon Medienbeiträge, wo Hilfsorganisations-Verantwortlichen diese unbequeme Wahrheit „rausgerutscht“ ist, z.B. im Magazin Akrützel. Aber die Justiz hängt natürlich auch immer – jedenfalls mehr oder weniger – am Gängelband der Politik. Nirgends ist das extremer als in der Schweiz, wo ausgerechnet Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Mitglied der siebenköpfigen Landesregierung, auch als Justizministerin amtet. Sommaruga stand vor ihrer politischen Karriere zwei Non-Profit-Organisationen vor, die mit der berüchtigten Spendenfirma Corris AG kooperieren; „Stiftung für Konsumentenschutz“ und „Swissaid“! In Ihre Swissaid-Zeit, Sommaruga war damals noch als SP-Ständerätin im Parlament, fiel auch die Aufhebung des Verbotes für diese Sammelmethode auf den Strassen. Bis dahin galt sie nämlich in den meisten Schweizer Städten als verboten(!), wobei die Sozialdemokratische Partei bei den Legalisierungsanstrengungen eine zentrale Rolle einnahm (Post vom 13.7.2016).

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Die Schweizer Bundesrätin und Justizministerin Simonetta Sommaruga war davor Präsidentin der Entwicklungshilfeorganisation „Swissaid“

In Deutschland gibt es vor allem zwei Namen zu nennen, „zufälligerweise“ im Zusammenhang mit den zwei grossen gemeinnützigen Organisationen, welche am längsten auf die Kooperation setzen. Und die eine davon sogar die erste weltweit ist, die auf professionelle Drückerkolonnen schwor: das Deutsche Rote Kreuz (siehe dazu Blogbetreiberbeiträge „DRK-Nazi“ & „Konzern der Menschlichkeit“). DRK-Präsident Rudolf Seiters, CDU, der mit Parteikollegin Merkel einst im Kabinett sass. Und Franz Müntefering (siehe auch neuer Artikel des „Westfälischen Anzeigers“ vom 21.11.2017: „ASB lässt in Bönen unter Asylbewerbern um Mitgliedschaft werben“),  seinerseits Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der ebenfalls mit Merkel die Geschicke des Landes lenkte – diesmal sogar von ganz zuoberst als Vizekanzler.

Wann wird sich die Gerechtigkeit durchsetzen? Denn im Grunde genommen gehört diese  skandalöse Zusammenarbeit nicht nur verboten, sondern Spendenfirmen als auch auftraggebende und damit mitverantwortliche Hilfsorganisationen müssten genau genommen zusätzlich bestraft werden! Doch Hoffnung naht, denn der Hauptexponent schwächelt entscheidend – siehe neu aufgedeckte Skandale beim DRK durch RTL (Misshandlungen in DRK-Seniorenzentrum) und Stern („verkommerzialisierter“ Blutspendendienst), auch wenn hier mal nicht der Hauptskandal, bzw. Drückertum das Thema ist; gibt ja auch noch andere bedenkliche Missstände.

 

Info des Blogbetreibers (4.11.2017): Post zur „Stiftung für Konsumentenschutz-Sommaruga-Connection“ (Analyse des BaslerZeitung-Artikels vom November letzten Jahres) neu AKTUALISIERT. By the way: Der neue Bundesrat, Ignazio Cassis, um es nochmal zu wiederholen, war bisher im Stiftungsrat von Corris-Kunde „Fairmed“…

Street fundraising (charity muggers): How charities spread completely wrong sales figures in the medias (April 2019)

Bildergebnis für chuggers

Victim and charity mugger

 

The „Daily Mail“ is a very famous UK journal. According to Wikipedia (German version) it is after „The Sun“ the biggest journal in the UK and even among the first twelve biggest journals in the world! The problem: Last year (2018), on 9th of June, the journal wrote (title): „How the first YEAR of your charity donation ends up in the hands of the chuggers“. Well, this sounds dramatic, doesn’t it? A cracking article, which was surely created with the help of insiders („whistleblowers“) from the charity sector.

In fact, the truth is much more dramatic. Because meanwhile, it is not only the first year, but the first two-three years of your charity donation! The reason: Less and less people sign (and if they sign, they stay less and less long, too). Twenty years ago, it was the first year of your charity donation, which went to the chugging firm! In other words: The charities give old figures to the medias. Guess why! Because nobody would donate anymore, if he or she knews the real figures, of course. Now: How do charities manipulate the public without taking too much risk? Well, why not try to contact a well-regarded publicist, skilled in reputation management? Such guys offer a confidential service aimed at getting you the best possible coverage or deal in the media and/or setting up a legal strategy. The journalistic principle of „protecting their sources“ is at the core of their business.

The article in the Daily mail was initiated exactly from such an „artist“, which is – of course – not marked with his name in the publication: Jonathan Hartley. (To his defense, I have to add, that it is possible, that he didn’t know the correct sales figures.)

See interview with me about the falling sales of commercial street fundraising in Austrian „KirchenZeitung 2017“ (original) H-E-R-E („…Es sind heute zwei bis drei Jahre…“ = „…today, it takes two-three years…“) or my published letter to the editor printed in Swiss „Aarauer Landanzeiger 2019“ T-H-E-R-E (copy with links) or original without links (page 5) O-V-E-R  T-H-E-R-E („…vor ca. 20 Jahren war es noch «nur» ca. ein Jahresbeitrag – heute sind es sogar zwei bis drei…“ = „…twenty years ago, it was «just» one annual contribution, today, there are even two-three…“).

NZZ-Artikel zum Thema Corris & Co. vom 24.12.2012

Aktionen in Fussgängerzonen sind für die Mittelbeschaffung von Non-Profit-Organisationen von zentraler Bedeutung. Fundraising-Agenturen haben das Werben um neue Spender längst zu einem Geschäft gemacht.

Über der Marktgasse in Winterthur liegt ein Hauch von Weihnachtsstimmung. Dichter Schneefall, die Lichterketten über der Fussgängerzone warten auf die Dämmerung, die Passanten schreiten zügig voran. Es ist ein kalter Dezembertag. Davide, Anna, Dominique und Florine haben es nicht leicht, die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden auf sich zu ziehen. «Guten Tag, die Dame, haben Sie eine Minute?» – «Hallo, darf ich dich etwas fragen?» – «Grüezi . . .?» Die meisten der Angesprochenen zeigen ihnen und dem kleinen Infostand die kalte Schulter. Ablehnung gehört zum Alltag der Spendensammler dazu, auch im Advent.

Geschickt argumentiert

Für die Hilfswerke sind die letzten Wochen des Jahres eine entscheidende Zeit. Die Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen (Zewo) geht davon aus, dass im November und Dezember bis zu ein Drittel der Spenden eines ganzen Jahres eingehen. Experten wie Georg von Schnurbein vom Centre for Philanthropy Studies der Universität Basel beobachten gar einen Gegentrend zur Konsumgesellschaft: Anstatt zu schenken, entscheide man sich zu Weihnachten vermehrt für eine Gabe für einen guten Zweck.

In Winterthur ist davon indes wenig zu spüren. Nach drei Stunden haben die erwähnten vier sechs neue Spender vorzuweisen. Davide, der Teamleiter, geht trotzdem engagiert zu Werke. Er und seine Kolleginnen stehen für den Gehörlosenbund im Einsatz. Der 21-Jährige argumentiert geschickt. Passanten, die stehen bleiben, werden zunächst über die Situation der Hörgeschädigten in der Schweiz und über die Anliegen des Hilfswerks informiert. So stehen 10 000 Gehörlosen nur 90 Dolmetscher zur Verfügung. Der Gehörlosenbund will hörgeschädigten Personen einen höheren Schulabschluss und ein Studium ermöglichen. «In den USA funktioniert das bereits sehr gut, bei uns leider noch nicht», erläutert Davide, der früher im Verkauf gearbeitet hat. Und: «Wir sind hier, um weitere Mitglieder zu gewinnen.» So werde die Organisation gestärkt.

Doch natürlich geht es auch und vor allem um Geld. Der Gehörlosenbund finanziert sich zu zwei Dritteln über Spenden, der Rest stammt von der öffentlichen Hand. Auch das erfahren die Gesprächspartner von Davide und seinem Team. Eine junge Frau ist nicht abgeneigt. Ein Formular ausfüllen will sie jedoch nicht. «Kann man auch übers Internet spenden?» – «Ja», antwortet Davide, «aber das wäre ein Mehraufwand; für dich und für uns.» Es werden auch keine Broschüren verteilt, die man mit nach Hause nehmen könnte.

Es zählt der Moment

Die Aufgabe der sogenannten Dialoger ist klar: Passanten sollen sur place dazu gebracht werden, ein Lastschriftverfahren zu unterzeichnen. Sofern sie nicht von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen, können neue Fördermitglieder auf diese Weise langfristig gebunden werden. Einmalige Beträge dagegen sind für Hilfswerke nur bedingt attraktiv. Darüber hinaus führen Informationen über konkrete Ziele von Non-Profit-Organisationen (NPO) idealerweise zu einem Impuls, den es sofort umzusetzen gilt. Es zählt der Moment. Denn bei grundsätzlich interessierten Personen dürfte die Wirkung eines persönlichen Gesprächs auf der Strasse nach ein paar Stunden wieder verflogen sein. Zu Hause angekommen, werden sich wohl die wenigsten an die Begegnung erinnern und sich die Mühe machen, tatsächlich etwas zu spenden.

Keine Freiwilligenarbeit

Der Übergang von der Botschaft einer Hilfsorganisation zur Frage, ob man dieses Engagement finanziell unterstützen möchte, ist nicht jedermanns Sache. Baldwin Bakker sagt: «Daran scheitern viele, die freiwillig Spenden sammeln.» Er ist der oberste Chef der vier Dialoger in Winterthur. Allerdings gehören weder er noch seine wetterfesten Mitarbeitenden zum Gehörlosenbund. Bakker ist vielmehr CEO der Corris AG in Zürich, einer Agentur für Spendenmarketing, die auf Standaktionen von Non-Profit-Organisationen spezialisiert ist. Hier hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben eine führende Position erarbeitet in der Schweiz.

Die Firma beschäftigt rund tausend Dialoger im Jahr. Fast alle arbeiten Teilzeit, die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, für viele ist es ein Gelegenheitsjob für ein paar Wochen. Die Fluktuation ist hoch. Für Inhalt und Erscheinungsbild einer Fundraising-Kampagne sind die Non-Profit-Organisationen verantwortlich. Die Spendensammler der Agentur werden von den Hilfswerken geschult, dies jeweils im Umfang von zwei bis drei Stunden.

Ein gewinnorientiertes Unternehmen, das gemeinnützige Anliegen kommuniziert und dafür gezielt auf Spenden aus ist im öffentlichen Raum? Für Bakker ist das kein Widerspruch. «Ich glaube, dass der Spender vor allem will, dass sein Geld effizient zum Ziel gelangt», sagt der CEO. Fundraising im Auftrag von Non-Profit-Organisationen durchzuführen, sei ein Konstrukt, das für alle Seiten funktioniere. Gut zu wissen ist auf jeden Fall, dass seriöse Anbieter solcher Dienstleistungen aus der Substanz der Hilfswerke bezahlt werden. Spenden, die von Corris auf der Strasse akquiriert werden, gehen laut Baldwin Bakker zu hundert Prozent an den Auftraggeber.

Ausgelagert . . .

Der Schweizer Spendenmarkt ist hart umkämpft. Mit gutem Grund: Den Organisationen mit dem Zewo-Gütesiegel kamen letztes Jahr über eine Milliarde Franken zugute. Das Volumen der Einzelspenden von Privatpersonen ging zurück, steuerte aber weiterhin den grössten Anteil bei. Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Mitgliederbeiträge, jene Kategorie also, die gerade auf der Strasse beworben wird. Diese Spenden beliefen sich auf knapp 200 Millionen Franken.

Gleichzeitig setzen immer mehr Hilfswerke auf Standaktionen. Das wiederum drückt auf die Einnahmen der einzelnen Non-Profit-Organisationen. Vor einigen Jahren habe man noch von sieben bis acht Abschlüssen pro Dialoger und Tag ausgehen können, sagt Tom Hofer, Chef Fundraising beim Gehörlosenbund. Heute seien fünf neue Spender bereits ein guter Wert. Hofer ist auch nicht verlegen, als ihn der Reporter auf die Kosten der Zusammenarbeit mit einer Fundraising-Agentur anspricht. «Infostände sind relativ teuer, da muss ich Ihnen recht geben.» Der Gehörlosenbund setzt seit 2003 auf dieses Mittel. Würde das Hilfswerk heute damit beginnen, wäre der Break-even nach Einschätzung Hofers erst nach drei Jahren erreicht. Rekrutierung, Schulung, Planung und Betreuung – der Aufwand für eine professionelle Kampagne ist beträchtlich.

Der Fundraising-Verantwortliche hält trotzdem grosse Stücke auf solche Auftritte. Es sei die effizienteste Methode überhaupt, um Fördermitglieder zu werben. Kontaktaufnahme in Fussgängerzonen funktioniere am ehesten zwischen Vertretern der jungen Generation. Und wer einmal etwas gegeben habe, der bleibe sich dieser Verantwortung vielleicht über Jahre bewusst. Hofer ist zudem überzeugt, dass ein eigenes Team für diese Arbeiten noch teurer käme. Mit dieser Haltung steht der Gehörlosenbund bei weitem nicht alleine da. Auch Helvetas, Pro Juventute, Amnesty International und andere gemeinnützige Organisationen vertrauen bei Strassenkampagnen auf die Dienste von externen Anbietern.

. . . oder mit eigenen Leuten?

Für die Spendensammler, die in Winterthur den ganzen Tag im Schneetreiben ausharren müssen, scheint der Deal ebenfalls aufzugehen. Sie erhalten für ihre Einsätze eine Tagespauschale. Bei Corris entspricht ein Vollzeitpensum einem fixen Einkommen von 4000 Franken im Monat. 15 Prozent des Gehalts sind abhängig vom eigenen Erfolg. Davide hat jüngst in einer Woche einen Umsatz von 7500 Franken erwirtschaftet. Der Teamleiter wurde zum «Wochensieger» gekürt. Dialoger, die mit langen Durststrecken zu kämpfen haben, werden zur Tür gebeten oder gehen freiwillig.

Harte Fakten spielen auch bei Greenpeace eine Rolle. Der Winter hat auch die Bundesstadt im Griff, den Spendensammlern der Umweltorganisation auf dem Berner Bahnhofplatz stehen einige ungemütliche Stunden bevor. Anders als die meisten Hilfswerke setzen die Naturschützer dabei jedoch bewusst auf eigene Leute. Diese verdienen ungefähr gleich viel wie die Dialoger einer Agentur. Die Kosten eines internen Teams seien indes geringer, sagt Marc Birbaum, der Fundraising-Direktor. Bis vor vier Jahren hatte die NPO ihre Strassenaktionen ebenfalls ausgelagert.

Beim Entscheid, dies nicht mehr zu tun, profitierte Greenpeace Schweiz von den Erfahrungen, die der internationale Verbund in anderen Ländern gemacht hatte. Mit eigenen Angestellten entstehen neue Synergien. Die Dialoger sind näher dran an der Organisation, und sie können auch zum Unterschriftensammeln eingesetzt werden. Wer will, kann sich beim Trupp in Bern für die Stromeffizienzinitiative eintragen. Nicht zuletzt aber will die Umweltschutzorganisation authentisch sein. Alle Mitarbeitenden sollen sich mit Greenpeace identifizieren. «Dadurch werden wir besser vertreten», betont Birbaum.

Allein, ob über eine Agentur oder auf eigene Faust: Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Aktionen in Winterthur und in Bern ist kaum auszumachen. Auch die Spendensammler in Winterthur treten durchaus überzeugend auf – wenngleich die Passanten an beiden Schauplätzen wahrscheinlich davon ausgehen, dass sie direkt von einer gemeinnützigen Organisation angesprochen werden.