Stop Corris & Co. (Spendensammler, Drückerkolonnen, Spendenkeiler, chuggers)

Aufklärungskampagne zur inakzeptablen Zusammenarbeit zwischen Hilfswerken & Spendensammelfirmen

Besitzer von Ur-Strassenspendenfirma ist Nachfahre von Deutschem Kolonialherrn in Afrika (25.11.2019)

UNO Flüchtlingshilfe-CEO: Gute Miene zum bösen Spiel

 

„Keine Tätigkeit ist geeigneter, den Europäer für die richtige Behandlung der Neger zu erziehen als die militärische … Er wird bald erkennen, dass er in den Negern eine noch in den Kinderschuhen steckende Rasse vor sich hat … Man möge sich als Richtschnur den Grundsatz dienen lassen, dass der Wilde erst die Überlegenheit unbedingt anerkennen muss, bevor man ihm Güte zeigt…“

Nicht unbedingt Aussagen, mit denen man die scheinbar „guten Menschen“, die hinter den Strassensammelkampagnen von Hilfsorganisationen stecken, in Verbindung bringt – tatsächlich verbergen sich hinter den Sammelaktionen ja von den Hilfsorganisationen beauftragte Werbefirmen, die auf die Ur-Strassensamelfirma DialogDirect zurückgehen und die heute den allergrössten Teil der Spenden selbst einstecken (die links-grüne Deutsche Tageszeitung taz nannte es mal ein „Geschäft mit dem Gewissen“). Die anfänglichen Worte stammen nämlich vom Vorfahren des ursprünglichen DialogDirect-Oberchefs Franz Wissmann, der auch heute noch als Geschäftsführer von DialogDirect Deutschland im Tagesgeschäft „mitmischelt“. Der Name dieses Vorfahren: Hermann von Wissmann; ehemals höchster Kolonial-Beamter Deutsch-Ost Afrikas.

In der Hamburger Sternwarte Bergedorf ist ein Denkmal von Wissmann eingelagert, das bis nach dem ersten Weltkrieg auf dem dem nach ihm benannten Platz in Daressalam, der grössten Stadt Tansanias, aufgestellt war. Tansania gehörte bekanntlich mal zum Deutschen Kolonialreich. Die heute selbstverständlich so rassistisch wie befremdlich anmutende Darstellung zeigt Wissmann in der Pose des Eroberers, zu dessen Füssen ein einheimischer Soldat der Deutschen Kolonialtruppen eine Reichsflagge über einen erlegten Löwen hält. Ein künstlerischer Ausdruck Wissmanns kolonialer Macht über Mensch und Tier. Auch in Deutschland sind schon Wissmann-Denkmäler vom Sockel geholt worden und im Speziellen auch viele „Wissmann-Strassen“, die vor allem in der Nazi-Zeit nach ihm benannt worden sind, inzwischen umgetauft. Ebenfalls die taz schrieb 2005 beispielsweise von den Anstrengungen einer Umbenennung der Wissmann-Strasse in Köln, wo sich ausgerechnet eine Werkstatt der Kulturen befindet. Der dortige Referent Paul Heinz Räther über Wissmann: „Er hat 1890 den so genannten Araberaufstand niedergeschlagen und die Grundlage für den Maji-Maji-Krieg gelegt“, einer der grössten afrikanischen Kolonialkriege mit bis zu 300’000 einheimischen Toten.

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Wissmann-Gut in Weissenbach bei Liezen in der Steiermark (Österreich)

Ein ganz schlechter Scherz in diesem Sinne, wenn man sich bewusst macht, dass beispielsweise die UNO Flüchtlingshilfe (siehe oberstes Foto), welche unter anderem die Nothilfeeinsätze des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Afrika unterstützt, eine Fundraisingagentur für sich sammeln lässt, die einem Mann gehört, dessen Vorfahre vielleicht der schlimmste Deutsche Kolonialherr gewesen ist. Wobei: Der allergrösste Teil des gesammelten Spendengeldes landet ja sowieso bei der Werbeagentur, und davon natürlich wiederum ein unverschämt grosser Teil in der Tasche des Wissmann-Nachfahren. Dass heisst – WENN MAN GENAU HINSCHAUT – passt es ja eigentlich! Getreu seinem Motto des „einen guten Schein“ erwecken – letztendlich machen die Werbefirmen ja nichts anderes als „Big Business UNTER DEM DECKMANTEL DER GUTEN SACHE“, nimmt sich Franz Wissmann denn auch die grösste Mühe, das am Boden liegende Image seines Brutalo-Vorfahren ebenfalls reinzuwaschen. So hat der DialogDirect-Besitzer meines Wissens einen Teil des „Wissmann-Guts“ im heute Österreichischen Liezen in der Steiermark, den er zu einem seiner Wohnsitze zählt, zu einem „Pro Wissmann“ Afrika Museum umgebaut. Sein herrischer Vorfahre hatte sich nach seinen „Afrika-Blutbädern“ für seinen Lebensabend nämlich dorthin zurückgezogen und eben ein feudales Gut errichtet. Wie sagt man nochmal: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Massive Gewalt gegen aggressive Strassenspenden-Werbende in Sammel-Ursprungsland Österreich: Bevölkerung dreht durch!!! (22.11.2019)

DE-Neuester Medienbeitrag über Face-to-Face Spendenskandal („Drückerkolonnen“) in Sächsischer Zeitung, 3.12.2019

 

Hand Leder Bein Finger Arm menschlicher Körper Gürtel Brille Polizei Kriminalität Reißverschluss verhaften Haft Handschellen Verriegeln Polizei Nutzung Täter Mode-Zubehör

Alkoholisierter Mann durchgedreht aufgrund aggressiver Spendensammlerinnen

Kann sich noch jemand an meinen letztjährigen Beitrag „Wann riskieren Hilfsorganisationen ersten Toten bei immer verhassteren Haustür- und/oder Strassenspendensammlungen“ erinnern? Beziehungsweise: Es war vorauszusehen, was letzten Monat in Wien passiert ist. Und es ist auch kein Zufall, dass gerade Österreich betroffen ist, sind doch dort die ersten kommerziellen Strassenspendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen gemacht worden. Das wird zweifellos in kürzester Kürze auch in anderen Ländern passieren – falls es nicht schon passiert ist, aber von den Hilfswerken unter den Teppich gekehrt wurde. Aber lest selbst (man muss schon fast dankbar sein, dass die Medien die Meldung der „Austria Presse Agentur“, respektiv deren Tocher APA-OTS aufgenommen haben – die Hilfsorganisationen haben diese nämlich dank ihres Beziehungsnetzes weitgehend unter Kontrolle gebracht, so dass kaum mehr unabhängig, d.h. wirklich kritisch über Spendenkeilerei, wie die Wohltätigkeits-Strassenräuberei in Österreich heisst, berichtet wird):

 

SPENDENSAMMLERINNEN BEDROHT UND VERLETZT (15.10.2019)

Ein 46-jähriger, offensichtlich alkoholisierter Mann (österreichischer Staatsbürger) wurde am 15. Oktober 2019 um ca. 19.30 Uhr vorläufig festgenommen. Zwei Frauen (deutsche Staatsangehörige), die für eine Umweltorganisation in Wien-Penzing Spenden sammelten, wurden zuvor von dem Beschuldigten im Bereich seiner Wohnung geschlagen und mit einem Messer bedroht. Eine der Frauen wurde dabei leicht verletzt.

Nachtrag: Kürzlich habe ich selbst bei einem Infostand der Street Fundraisingfirma Corris einem Spenden-Wegelagerer lautstark zu erklären gegeben, dass er ein verdammter Lügner und Charakterlump sei, nachdem er mich vorhin wie gewohnt mit falschen Kampagnen-Verkaufszahlen zugelabbert hat (in Wahrheit rentieren die Aktionen kaum noch). Darauf ist, bzw. sind gleich ein oder sogar zwei „Corris-Aufseher“ gekommen: „Was ist denn hier los, müssen wir die Polizei rufen?“ Fazit: Ich vermute mal, die Situation ist in der Schweiz schon jetzt so extrem angespannt wie in Österreich.

Linke Parteien fördern kapitalistisches Spenden-Sammelsystem faschistischen Ursprungs: krank (Neue Aufdeckungen, 19.11.2019)

Für Strassensammlungen beordern Non-Profit-Organisationen profit-orientierte Spendenagenturen, die also – völlig widersprüchlich – „Profit mit Non-Profit“ betreiben: Heute gehen (die ersten) drei volle(n) Jahresspenden jedes neu eingetragenen NPO-Mitglieds an solche Werbefirmen, denn da immer weniger Leute mitmachen und auch die Mitgliedszeit stetig abnimmt, geht es immer länger, bis die Kampagnenkosten durch Spenden wieder eingespielt sind. In der Schweiz zahlen NPOs wie WWF, Amnesty International oder Unicef der Corris AG im Tag 850 Franken (ca. 775 Euro) pro „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ (Englisch „Charity mugger“ – siehe obiges Bild aus Glasgow/Schottland).

In der Schweiz sind momentan die nationalen Parlamentswahlen im Gange. Besonders interessant waren letzte Woche die Wahlen in den zwei bevölkerungsreichsten Kantonen Bern und Zürich. In Bern griff Grünen Schweiz-Parteipräsidentin Regula Rytz den bisher den Konservativen vorenthaltenen „Ständerats“-Sitz an (kantonale Vertretung) – und scheiterte. In Zürich versuchte ihre Parteikollegin und ihrerseits Parteipräsidentin der Grünen Zürich; Marionna Schlatter, Ähnliches – und „soff“ ebenso „ab“. Dabei hatten die Grünen dank der zwar langfristig nicht glaubwürdigen, aber vorübergehend für Stimmen sorgenden Fridays for Future-Bewegung einen hervorragenden ersten Teil der Wahlen hinter sich gebracht – wofür sie freilich gar nichts können. Solche nicht-nachhaltigen, kurzfristigen Trends sind „halt“ schnell vorbei.

Das sollten eigentlich auch linke Politikerinnen wissen, die zwecks eigener Imageförderung gerne Mandate bei Non-Profit-Organisationen annehmen wie Regula Rytz als Berner Vorstandsmitglied des Verkehrsclubs Schweiz „VCS“, der sich für umweltschonenden Verkehr einsetzt (z.B. Fahrradförderung). Nun lässt der VCS aber ausgerechnet die berüchtigte Fundraisingfirma Corris auf der Strasse Mitgliedschaften anwerben. Eigentlich müsste eine linke Politikerin in einem NPO-Vorstand deswegen auf die Barrikaden gehen, wird doch hier der gemeinnützige Gedanken regelrecht pervertiert („Kapitalismus im Schafpelz“). Doch gleichzeitig will man sich’s mit den Hilfsorganisationen, die zu arrogant und bequem sind, um die Sammelaktionen selbst zu machen, ja auch wieder nicht verscherzen. Also hält man die Klappe – und fördert so das Sammelsystem indirekt natürlich mit. Erbärmlich!

Und ihre Parteikollegin Marionna Schlatter? War sogar als Akquisitionsleiterin der Corris-Konkurrenzfirma I.M.I.S. GmbH tätig!!! I.M.I.S. erhält laut Tages-Anzeiger für eine Jahreskampagne von der Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura eine glatte Million. Das ist noch mehr als die Corris AG für eine Kampagne einheimst, nämlich 850’000 Franken (1000 Manntage zu je 850 Franken – siehe Spalte rechts oben). Wie man so eine Person überhaupt wählen kann, fragt sich jeder halbwegs normale Mensch. Naja, Frau Schlatter hat auf ihrer Website lediglich geschrieben, «sie habe zwischen 2000 und 2014 die „Leitung der Akquisition bei Kampagnenagentur“ innegehabt», wie der aktuellen Ausgabe der Weltwoche zu entnehmen ist. Die Tatsache, dass es sich dabei um eine der berüchtigten, „Wohltätigkeits-Strassenräuberei“ praktizierenden Fundraisingfirmen handelt, wird schlicht verheimlicht.

Aber es kommt noch krasser: Das Sammelsystem hat einen faschistischen Hintergrund! Denn den kommerziellen Strassensammlungen gingen gleichartige Haustürsammlungen voran. Und damit angefangen hatte wiederum das in der NS-Zeit mit Nazis regelrecht „verseuchte“ Deutsche Rote Kreuz, und zwar 1968 mit ihrer „Partnerfirma“; der Wesser GmbH. DRK-Präsident war damals Walter Bargatzky, der bereits 1937 der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP beigetreten war. 1944 wurde er sogar zum Direktor des Karlsruher Landgerichts ernannt. Und 1950, also nur relativ kurze Zeit nach Ende des Krieges, als das DRK neu anfing, war er dann auch schon DRK-Vizepräsident (neuer DRK-Generalsekretär wurde übrigens Walther Georg Hartmann, der zuvor ebenfalls in der NSDAP/Mitgliedsnummer 2673264 war, wohlgemerkt als Nachfolger von Ernst Robert Grawitz, oberster SS-Arzt und ab 1937 geschäftsführender DRK-Präsident). Beim „Nachkriegs-DRK“ ist also alles andere als „aufgeräumt“ worden mit Nazis (siehe auch meinen Medienbeitrag bei der sozialistischen Zeitung „Vorwärts“).

1995 adaptierten ehemalige Angestellte der Wesser GmbH das Sammelsystem schliesslich auf die Strasse. Erster Kunde von deren dafür gegründeter Firma „DialogDirect“: Greenpeace Österreich. Die Katastrophe, respektiv eine globale Ausweitung des Strassensammelsystems hätte aber durchaus verhindert werden können. Stattdessen förderte der damalige Geschäftsführer von Greenpeace International, Thilo Bode, das Sammelsystem. Der Rest ist bekannt. Interessant: Bode war mal Juso-Vorsitzender im Deutschen Landkreis Starnberg. So ist also ausgerechnet ein ehemals Linker für die Verbreitung eines sowohl faschistischen wie auch kapitalistischen Sammelsystems verantwortlich. Geil!

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Nach Greenpeace-Zeit gründete Thilo Bode (rechts) den Verein Foodwatch

PS: Wenn wir schon dabei sind: Wieder mal erwähnt werden sollte in diesem Sinne auch „SPD-Legende“, beziehungsweise Ex-Vizekanzler Franz Müntefering, der als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes, welcher wohl in Deutschland für die meiste Negativpresse gesorgt hat im Zusammhang mit Strassen- und Haustürsammlungen (siehe meinen Beitrag „Grösster Übeltäter unter Face to Face-Spendensammlungen machen lassenden NPOs: Arbeiter-Samariter-Bund“). Respektiv: Müntefering ist natürlich ein vorzüglicher ASB-Interessenvertreter, bzw. „Lobbyist“ – eben gerade auch in Sachen Zusammenarbeit mit Drückerkolonnen, wie die spendensammelnden Banden kommerzieller Werbefirmen in Deutschland genannt werden.

SPEZIALBEITRAG zu Greta Thunberg: Verdacht starker Instrumentalisierung erhärtet! (8.11.2019)

Siehe auch: „Scheinheilige NGOs instrumentalisieren Klima-Jugend“

 

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Greta Thunberg mit bekanntem „Schulstreik fürs Klima“-Schild

 

K-r-a-s-s!!! Soeben (19.10.2019) ist Beitrag von Journal21 erschienen (so weit ich das bisher nachgecheckt habe, stimmen die Fakten tatsächlich), respektiv: Was ich bisher nur im Ansatz für wahr hielt, stimmt offensichtlich in viel höherem Masse. Greta Thunberg ist nicht nur „ein bisschen“, sondern „massiv“ INSTRUMENTALISIERT worden, und zwar am stärksten – man kann sich’s denken – von ihren im Showbusiness tätigen Eltern. Hier aber nun das Wichtigste aus dem Beitrag:

„Am 20. AUGUST 2018 DEMONSTRIERTE GRETA ZUM ERSTEN MAL vor dem schwedischen Reichstag. Ihr Vater, der Schaupieler Svante Thunberg, war mit ihr vorher in den Baumarkt gefahren, um ein Stück Sperrholz zu besorgen. Dieses hatte sie weiss gestrichen und darauf geschrieben «Schulstreik für das Klima». Die schwedische Presse berichtet unverzüglich darüber. Gretas Mutter, die bekannte Opernsängerin Malena Ernman, Mitglied der Königlichen Schwedischen Musikakademie und Vertreterin Schwedens auf dem Eurovision Song Contest 2009, wird sofort interviewt, und VIER TAGE NACH DEM 20. AUGUST IST IHR BUCH BEREITS IM HANDEL. Es trägt den Titel «Szenen aus dem Herzen. Unser Leben für das Klima». Das Timing ist perfekt.“ … „Dies widerspricht der anfangs allenthalben verbreiteten Erzählung, das 15jährige Mädchen Greta habe sich spontan und ohne nennenswerte Akteure im Hintergrund zum Schulstreik entschlossen, und die Eltern hätten dies «nicht verhindern wollen».“ (Greta Thunberg, 2. Februar in Erklärung auf Facebook: „Als ich meinen Eltern von meinen Plänen erzählte, waren sie davon nicht angetan. Sie haben die Idee eines Schulstreiks nicht unterstützt, und sie sagten, wenn ich das tun würde, müsste ich es GANZ ALLEIN UND OHNE UNTERSTÜTZUNG VON IHNEN TUN.“)

Fazit: Die Eltern leben über ihre Tochter ihre Ruhmsucht aus. Dazu Gretas Mutter im Buch (wiederum 1:1 aus Artikel): „«Vergesst nicht, dass womöglich ein einziger Star oder Influencer ausreichen könnte, um die Karten neu zu mischen.» In unserer vernetzten Welt müsste laut Malena Ernmann nur ein einziger «König, Superstar oder Papst den persönlichen Null-Ausstoss anstreben», und mit der notwendigen Kettenreaktion sähe der Systemwandel schon viel machbarer aus. Es kann kein Zweifel bestehen, dass in dem Fall das eigene Kind zu dem Superstar gemacht wurde, der systemverändend wirken soll. «Ihr werdet die Welt retten», sagt die Mutter zu ihrer Tochter.“ Starker Tabak, nicht? Ich meine, jetzt mal Klimawandel hin oder her: Greta Thunberg ist „nur“ eine Scheinheilige, die ab der ersten Sekunde ihres Streiks bereits gigantische, von den Eltern eingefädelte Publicity hatte. Diese selbst aber, die ihr Kind dermassen ins Scheinwerferlicht drängen, dass sie eben quasi zur Heiligen hochstilisiert wird, sind Teufel.

Ein Jahr vor Greta: Mutter mit unbekanntem „Öl ist für Arschgesichter“-Schild

Die Thunbergs haben im Übrigen entschieden, dass das Geld aus den Buchverkäufen unter anderem an die „Umweltschutzkonzerne“ Greenpeace und WWF gehen soll. Äh: Greenpeace hat im Fall den Sammelnonsens mit Direktdialog-Spendensammelfirmen angefangen, und der WWF „kollaboriert“ in der Schweiz und in Deutschland sogar immernoch mit Fundraisingagenturen (siehe unteres Video). Ihre Mutter hat ja zu beiden auch beste Verbindungen: 2017 wurde sie vom WWF Schweden zum „Environmental Hero of the Year“ ernannt, und sie gilt ebenso als offizielle „Greenpeace-Supporterin“ (ganz links auf obigem Foto ist übrigens Greenpeace Schweden-„Campaigner“ Em Petersson).

Video: „Spendensammler undercover – Schuften und Schleimen für WWF & Co.“

Kurz: Ich weiss nicht, was das Nonstop-Medientamtam um Greta bringen soll. Hat die Politik umgeschwenkt? Ist bisher ein echter Stimmungswandel in den Köpfen der Menschen zu erkennen (auch bei der Mehrheit der Fridays for Future-Aktiven)? Ist das Zusammentreffen von Greta mit zwar einflussreichen, aber alles andere als glaubwürdigen Politikern & Politikerinnen oder weiteren unglaubwürdigen „Stars“ (sie ist ja nun selber einer) wirklich erfolgsversprechend? Sie wird von dieser oberflächlichen Scheinwelt des Glamours, nach der ihre Mutter so lechzt, doch einfach ohne WAHRHAFTIG nennenswerte Resultate „absorbiert“.

Die ganze Bewegung (insbesondere „Fridays for Future“), die im Sog der Thunberg-Manie entstanden ist, kann und wird meiner Meinung nach nicht erfolgreich sein (letztendlich geht es ja um einen möglichst baldigen Stop der globalen Klimaerwärmung), da schon bei deren „Geburt“ viel zu viel „Schmutz“ vorhanden gewesen ist. Sprich: Den Thunbergs geht es erst in zweiter Linie ums Klima. In erster Linie geht’s ums Ego.

Direktdialog-Spendensammlungen: Selbst laut Spendensammel-Fachmagazin widerrechtlich! (Beitrag vom 7.11.2019)

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Gesetzesverstoss: Belästigende kommerzielle Hilfsorganisations-Spendensammlerin

 

Mit Fundraising-Magazinen hab ich’s eigentlich weitgehend aufgegeben in Sachen Kritik von Direktdialog-Spendensammlungen, die ja, und das ist letztendlich der entscheidende Punkt, gar nicht von den Hilfsorganisationen selbst, sondern von angeheuerten „Face-to-Face Fundraisingfirmen“ gemacht werden, also gewerblichen Unternehmen. Ein Spendensammel-Fachmagazin will es sich mit der Fundraisingindustrie, der es letztlich selbst zu einem guten Teil angehört, schliesslich nicht verscherzen, und kritisiert solche Strassen- oder Haustürsammlungen in diesem Sinne – wenn überhaupt – lediglich mit angezogener Handbremse. Eine Ausnahme ist folgender, diesjähriger Artikel, der dem „Fundraiser Magazin“ (Heft 1/2019) entnommen und gekürzt ist (vollständiger Beitrag H-I-E-R), obwohl dieser natürlich auch nicht wirklich 100% konsequent ist. So wird lediglich von „Verstoss gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)“ gesprochen, und nicht von generellem „Betrug“, wie ich es schon mehrmals gemacht habe (z.B. im Beitrag „Spendenbetrug vor Haustüren/auf Strassen: Warum in 1. Linie die Hilfsorganisationen bestraft gehören, und erst in 2. Linie die Sammelfirmen“ vom Februar 2019):

 

SPENDERWERBUNG: NARRENFREIHEIT FÜR GEMEINNÜTZIGE?

Es gilt, in jeder Situation die Grenze zwischen For-Profit und Non-Profit klar zu definieren. Das bedeutet, dass auch bei der Spenderwerbung einiges zu beachten ist, denn gemeinnützige Organisationen sind nicht generell vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ausgenommen.

Für den Dialoger läuft es nicht gut: Die Passanten hetzen an seinem Informationsstand vorbei, es ist kalt und regnerisch, niemand hat Zeit für ein Gespräch. Er nähert sich dem Eingangsbereich des Kaufhauses. Hier hat er mehr Erfolg. Gezielt spricht der Mitarbeiter einer Fundraising-Agentur ältere Damen an, stellt sich ihnen in den Weg, hält ihnen Fotos von ausgezehrten Kindern mit großen Kulleraugen unter die Nase und wirbt um eine Mitgliedschaft des Kinderhilfe-Vereins, der sich in Effizienz und Vertrauenswürdigkeit deutlich von anderen abhebe, die schlechte Arbeit leisteten.

„Möchten Sie zulassen, dass dieses Mädchen verhungert?“, so die Standardfrage des Dialogers. Ein Passant spricht ihn darauf an, dass er mit seiner Methode gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstößt. Der Dialoger widerspricht. Der Verein, für den er wirbt, sei gemeinnützig und stehe deshalb außerhalb des UWG. Hat er recht?

Gemeinnützige Organisationen sind nicht generell vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ausgenommen.

Im Juli 2018 entschied der Genfer Gerichtshof, dass die Paragrafen des UWG auf die Spendenaufrufe einer gemeinnützigen Organisation Anwendung finden. Eine Organisation hatte ein Callcenter damit beauftragt, Personen in der Schweiz zu kontaktieren, um Zuwendungen zu bezwecken. Eine Beschwerdewelle der Angerufenen löste den Rechtsstreit aus. Das Staatssekretariat für Wirtschaft und der Westschweizer Konsumentenverband stellten Strafanträge. Begründung: Wegen der großen Anzahl der gewerbsmässigen Durchführung der Anrufe zur Spendengenerierung im Auftrag der Organisation gelte – trotz des humanitären Zwecks – die Tätigkeit als kommerzielle Handlung und unterliege damit dem UWG.

Insbesondere sei das UWG anwendbar, so der Fachanwalt für Arbeits- und Steuerrecht; Dr. Martin Sievers, wenn die gemeinnützige Organisation zur Spenderwerbung ein gewerbliches Unternehmen beauftrage.

Der Dialoger hat unrecht

Das Verhalten des Dialogers im Beispiel verstösst im Sinn des UWG gegen gleich mehrere Paragrafen: Belästigung, Herabsetzung des Konkurrenten und hochemotionale Fotos, die die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher einschränken können. Dass er für eine kommerzielle Agentur arbeitet, erschwert seine Situation. Verstösse gegen das UWG gelten als Ordnungswidrigkeiten oder auch Straftaten und werden entsprechend geahndet.

Hilfsorganisationen: Skandalöse kommerzielle Direktdialog-Spendensammlungen – Empfohlene Medienbeiträge (DE/AU/CH 2012-2019)

Australischer Cartoon: „Na ja, wir werden ja so oder so ausgeraubt.“

Für Haustür- und Strassenspendensammlungen beauftragen Hilfsorganisationen in der Regel Werbefirmen, welche mittlerweile die ersten drei Jahresspenden – oder sogar noch mehr(!) – jedes spendenden Mitglieds in die eigene Tasche abzweigen. Aber auch rechtlich sind die Aktionen zu beanstanden, da bei den Kampagnen vorgetäuscht wird, dass die Non-Profit-Organisationen diese selbst durchführten („Vorsätzliche/ arglistige Täuschung“; eine Betrugsform), was ja offenkundig nicht stimmt. Schliesslich lässt sich das Sammelsystem aber auch schon ethisch nicht rechtfertigen, da hier „Profit mit Non-Profit“ betrieben, respektiv der fundamentale Selbstlosigkeitsgedanke („Non-Profit“) von gemeinnütziger Arbeit pervertiert wird.

Anlässlich der aus der Klimadiskussion resultierenden, aktuellen „Grünen-Welle“ in der Politik – obwohl wohlgemerkt „Der Spiegel“ 2014 bereits berichtet hat, dass laut einer Studie ausgerechnet Grüne am meisten fliegen – möchte ich auch nochmal erwähnen, dass Greenpeace die Sammlungen zwar inzwischen in den deutschsprachigen Ländern selbst macht, den kommerziellen Spendensammelfurz über Werbefirmen jedoch als erstes begonnen hat, sowohl auf Deutschen, Schweizer und Österreichischen Strassen. UND bei Greenpeace sind und waren auch immer viele Grünen-PolitikerInnen zu finden. Insbesondere in der Schweiz. Beispiele? Aktuelle Präsidentin von Greenpeace Schweiz ist die ehemalige Aargauer Grünen-Regierungsrätin Susanne Hochuli. Peter Niggli wiederum, ehemaliger grüner Zürcher Gemeinderat (bis 1996), der damals ebenfalls Greenpeace präsidierte, kann mit Fug und Recht sogar als einer der Hauptverantwortlichen für den Sammelnonsens in der Schweiz bezeichnet werden (1996 begann Greenpeace CH damit). Die amtierende Grünen-Parteipräsidentin Regula Rytz schliesslich ist zwar nicht bei Greenpeace, aber dafür im Berner Vorstand des Verkehrsclubs Schweiz VCS, der ebenfalls mit der berüchtigten Schweizer Sammelagentur Corris AG kooperiert. Selbstverständlich gibt es auch bei den Deutschen und Österreichischen Grünen einige solche „Überschneidungen“, wenn auch nicht so extremer Art wie in der Schweiz. Aber ehrlich gesagt, ich finde, in Deutschland sind die Grünen schon nicht mehr wählbar aufgrund ihrer Forderungen nach Legalisierung von Sex mit Minderjährigen in den 80-ern (siehe bspw. „Pädophilie als Programm“/Die Zeit, 16.5.2013), höchstens vielleicht noch in Österreich, wo allerdings die Grün-Vorgängerpartei ALW ebenfalls im Pädophilensumpf steckte („Pädophilen-Programm auch in Österreich“/Der Kurier, 22.9.2013).

 

2019:

Schweiz: Abgedruckter Leserbrief in Aargauer Zeitung (Irrsinn: Betteln ist verboten, kommerzielle Spendensammlungen sind erlaubt)

 

2018:

Schweiz: Artikel im „Vorwärts – Die sozialistische Zeitung“ (Ursprünge dieses Sammelsystems liegen in Nationalsozialismus)

Deutschland: Abgedruckter Leserbrief in Neckar-Chronik der Südwest Presse/Schwäbisches Tagblatt (Sammlungen sind ethisch, rechtlich & wirtschaftlich inakzeptabel)

Schweiz: Artikel in „Zentralplus“ (Blogger geht für kritisches Spendensammel-Aufklärungsprojekt in Obdachlosigkeit)

 

2017:

Schweiz: Artikel in Magazin „Konsumer“ (Die verhängnisvolle Verwicklung der Schweizer Sozialdemokratie in Sammelsystem)

Österreich: Interview in KirchenZeitung  (Spenden-Insider über ethische Problematik hinter kommerziellen Direktdialog-Spendensammlungen)

 

2016:

Deutschland: Interview in „Die Stimme“ (Warum sich Sammelsystem durchgesetzt hat & weitere Hintergrundinformationen)

Deutschland: Transkribiertes Interview von „Ketzer Podcast“-Hörbeitrag (Sammelaktionen rentieren sich kaum mehr für Hilfsorganisationen)

 

2014: 

Schweiz: Beitrag in Internet-Portal „gemeinschaften“ (Haarsträubende Arbeitsbedingungen für Sammelnde sowohl in CH, DE als auch AU)

Schweiz: Artikel in „Die Perspektive“/Onlineausgabe (Filz in Hilfsorganisations-Kontrollstellen)

 

2013:

Schweiz: Hörbeitrag von Radio RaBe (Hilfsorganisationen sollten Kampagnen selbst machen)

 

2012:

Schweiz: Artikel in Weltwoche (Ehemaliger Hilfsorganisationsmitarbeiter als „Undercover-Informant“)

Sammelnde finden im Schnitt heute weniger als 2 Neuspendende im Tag: Kampagnenkosten gleich hoch wie Spendeneinnahmen!!! (4. Nov. 2019)

Hilfsorganisationen beauftragen für die Spendensuche – selbstverständlich bezahlte – Werbeagenturen, die beim Sammeln z.B. mit einheitlicher Organisations-Kleidung widerrechtlich vortäuschen, die Non-Profit-Organisationen selbst würden die Aktionen machen. Das regt inzwischen so viele auf, das kaum noch jemand mitmacht. Konsequenz: Die Kampagnen rentieren gar nicht mehr!

Werbefirmenangestellte in NGO-Kleidung

Habe wieder mal paar neue Zahlen mitbekommen. Bei vielen Sammelagenturen ist die durchschnittliche Zahl von neu akquirierten Mitgliedern & – gliederinnen pro sammelnde Person und Tag mittlerweile auf UNTER 2 gesunken! Jede/r kann sich unschwer vorstellen, dass damit solche Spendenaktionen gar nicht mehr rentieren können. Respektiv: Die Hilfsorganisationen geben somit – zumindest bei schlecht laufenden Aktionen – inzwischen gleich viel aus, wie an Spenden eingenommen werden (die sich ebenfalls stetig verringernde Mitgliedsbleibezeit bereits miteingerechnet)! In England sind in den letzten paar Jahren schon mehrere Sammelagenturen pleite gegangen deswegen. Die deutsprachigen Länder werden zweifellos in Kürze nachziehen, was sich desaströs auf den gesamten Non-Profit-Sektor auswirken wird. Doch die Hilfsorganisationen haben vorgesorgt. So wurden mit Hilfe ihrer „Monster-Lobby“ speziell in den letzten paar Jahren zahlreiche falsche Verkaufszahlen verbreitet (im Sinn von: „Es mögen sich zwar viele aufregen über die Sammlungen, aber diese rentieren wenigstens gut.“).

Dazu muss man wissen: Zu dieser Lobby gehört beispielsweise auch der prominente „Stern“ (das man dem Stern „nicht unbedingt“ trauen darf, zeigte ja 1983 der grösste Flop der deutschen Pressegeschichte, als der Stern die Tagebücher Hitlers präsentierte, die nur wenige Tage später als Fälschung entlarvt wurden). Das Magazin wird von Gruner + Jahr herausgegeben, ein Verlagshaus in Hamburg. Gruner + Jahr gehört wiederum zur Bertelsmann-Mediengruppe, die im Besitz der Familie Mohn ist. Mitglied im Aufsichtsrat von Bertelsmann ist i.d.S. auch Liz Mohn, die Frau des 2009 verstorbenen Reinhard Mohn, der Bertelsmann zu einem international tätigen Medien-„Superkonzern“ formte. Liz Mohn ist aber ebenso im Präsidialrat der Björn Steiger Stiftung. Die Björn Steiger Stiftung ist ihrerseits eine der Hilfsorganisationen, die in der Vergangenheit für am meisten Kritik bzgl. kommerzieller Spendensammlungen gesorgt hat (siehe meinen Beitrag vom 1.5.2017: „Rekordreklamationen über Spendendrücker – Björn-Steiger-Stiftung schliesst zu ASB auf“).

Die gefälschten Verkaufszahlen sind also erklärbar. Respektiv: Am 7.5.2017 publizierte der Stern im Beitrag „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ folgende WWF-Aussage: „Die Kosten für Agenturleistungen liegen BEI CIRCA ZWÖLF PROZENT.“ Der WWF meint damit, dass 12 Prozent der Spenden an die Sammelfirma gingen, und andersrum 88 Prozent an ihn selbst. Jede Wette: Die Journalistin – oder zumindest die Stern-Chefredaktion – hat gewusst, dass diese Zahlen nicht stimmen können. Trotzdem wurden sie veröffentlicht (den Grund dafür kann sich jede/r nach Lesen des obigen Abschnitts ebenfalls denken). Dabei ist es heute gerade umgekehrt(!!!): 88 Prozent der Spenden gehen an die Werbeagentur, und 12 Prozent an die Non-Profit-Organisation – und bei schlecht laufenden Kampagnen sind es heute eben sogar 100 Prozent der Spenden, also das gesamte Spendengeld (zu Details siehe meinen Beitrag vom 19.8.2019: „Unrentable Spendensammlungen vor Haustüren/auf Strassen: Von Blogger ermittelte WAHRE & von Hilfsorganisationen gefakte Verkaufszahlen“).

Aktuelle Klima-Streikwoche in DE/AU/CH: Scheinheilige NGOs instrumentalisieren Jugend (28.9.2019)

 

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NGOs wie Greenpeace dominieren zunehmend Klima-Jugendbewegung

 

Vom vergangenen bis zum aktuellen Wochenende sind/waren die bisher grössten internationalen Demos der Klimajugend – selbstverständlich auch in den deutschsprachigen Ländern. Leider sind aber inzwischen auch unzählige unglaubwürdige NGOs auf den „Klimazug“ aufgesprungen und haben bei den Demos nun teilweise sogar das Zepter übernommen und sich in den Vordergrund gedrängt (finanziell und/oder organisatorisch, wie z.B. in Deutschland die Plant-for-the-Planet-Foundation, welche einem UN-Baumpflanzprojekt entsprungen ist, oder in der Schweiz die „Klima-Allianz“, wobei hier das Hauptaugenmerk auf den dort involvierten „Umweltschutz-Konzern… äh -Kolossen“ Greenpeace und WWF liegen soll).

Ehemaliger Greenpeace-Vicechef: Mit dem Flugzeug zur Arbeit

Auf der anderen Seite fehlt es den Fridays for Future/Klimastreik-Jugendlichen leider an der nötigen Weisheit, um das zu erkennen und unterbinden. Zur Erinnerung: 2014 kam raus, dass Greenpeace International-Vizechef Pascal Husting jeweils zweimal monatlich das Flugzeug zur Arbeit genommen hat! Respektiv: Ich habe ja Verständnis, wenn einige der bekannteren Gesichter der Klimajugendbewegung, wie z.B. Luisa Neubauer, bis vor Kurzem noch ebenfalls öfters Flugreisen unternommen haben (inzwischen haben sie dem Unfug abgeschworen – hoffe ich jedenfalls). Aber bei einer Umweltschutzorganisation, die seit Jahrzehnten um die CO2-Problematik Bescheid weiss, ist das schlicht unentschuldbar.

WWF: Wiederholte Zusammenarbeit mit „bösesten“ Unternehmen der Neuzeit

A propos: Die heutige Greenpeace International-Chefin; Jennifer Morgan, leitete von 1998 bis 2006 das Global Climate Change Programm vom WWF. Also der mit einer Vielzahl von schwersten Umwelt- und Kriegssünden begehenden Konzernen verbandelte WWF ist ja etwa die unglaubwürdigste Umweltschutzorganisation überhaupt! Auch hier braucht’s offenbar leider abermals Aufklärung: Der ursprünglich Deutsche WWF-Gründungspräsident Prinz Bernhard von den Niederlanden war mal „ein bisschen“ in der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei und Offizier der SS (Hitler’s „Terrortruppe“) – und auch für den Chemiekonzern IG Farben tätig. Die IG Farben wiederum lieferte den Nazis dazumals das Schädlingsbekämpfungsmittel „Zyklon B“, mit dem Juden & Jüdinnen, Behinderte, Fahrende (vormals „Zigeuner“), Kommunisten & Kommunistinnen, Zeugen & Zeuginnen Jehovas, politische Schriftsteller & -schriftstellerinnen sowie Homosexuelle in den Konzentrationslagern wie demjenigen in Auschwitz vergast wurden. Dem heute aufgespaltenen Riesenkonzern gehörte ausserdem auch das Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer an. Weiss zufällig jemand, wie das gegenwärtig „böseste“ Unternehmen der Welt heisst? Richtig: Monsanto, das unter anderem den Amis im Vietnamkrieg das verunreinigte und dadurch hochgiftige Entlaubungsmittel „Agent Orange“ verkaufte, das nach dessen Anwendung bei der vietnamesischen Bevölkerung generationenübergreifend schwerste Missbildungen hervorrief – und das auch heute noch tut! Monsanto ist kürzlich von Bayer übernommen worden…

Auch ein Ölkonzern darf nicht fehlen…

Zu seinem Nachfolger als WWF-Präsident erklärte Prinz Bernhard schliesslich und im Übrigen John H. Loudon; den Vorstandsvorsitzenden des Ölkonzerns Shell! Welche Sorte von Konzernen sind schon wieder am klimaschädlichsten? Und hat sich der WWF mittlerweile wenigstens gebessert? Naja, das „Schwarzbuch WWF“ sollte ja noch in bester Erinnerung sein (Radio RaBe, 2014), wo unter anderem aufgedeckt wurde, dass der WWF sich an sogenannten „Runden Tischen“ auch mit Monsanto trifft – von der gegenwärtigen Kritik um vom WWF unterstützte Wildhüter, die selbst vor Mord, Folter und sexuellem Missbrauch an Wilderern in Afrika und Asien nicht zurückschrecken, schon gar nicht zu sprechen.

Greenpeace: „Pionier“ in Sachen Wohltätigkeits-Strassenräuberei

Jetzt aber zu meinem Lieblingsthema: Greenpeace ist ja – auch das muss leider immer wiederholt werden, da diese hochrelevanten Aufdeckungen leider zu wenig in Umlauf gebracht werden – auch hauptverantwortlich für die Wohltätigkeits-Strassenräuberei von beauftragten Werbefirmen. Denn Greenpeace war die erste Organisation, die mit einer „Street Fundraising“ praktizierenden Werbefirma, die sich mit Spendengeld dumm und dämlich verdient, kooperierte (in Österreich und Deutschland mit DialogDirect, in der Schweiz mit Corris – höre dazu den Radio RaBe-Beitrag von 2013 mit mir). Schon vor Längerem hat sich die NGO allerdings „klammheimlich“ von der kommerziellen Sammelzusammenarbeit verabschiedet und macht die Aktionen nun selbst (ich komme im unteren Abschnitt nochmal darauf zurück). Der WWF hingegen setzt sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz nach wie vor auf den Müll. Dazu muss man wissen: In Österreich ist ihm und Amnesty International die damalige „Partnerfirma“ talk2move vor rund 10 Jahren abhandengekommen, nachdem die Sammelfirma nach einem Shitstorm aufgrund übelster Arbeitsbedingungen für die Sammelnden nach Deutschland „flüchten“ musste (das Sammelsystem ist damals in Österreich fast zusammengebrochen). Was den WWF nicht davon abschreckte, seinerseits nun „halt“ in Deutschland mit talk2move weiterzukooperieren (wo er auch mit DialogDirect einen Vertrag hat)  – siehe meinen Beitrag bei gemeinschaften.ch von 2014).

„Unehrlichkeit währt am kürzesten“

Auch in der Schweiz kam der WWF 2013 massiv unter Beschuss bezüglich schockierender Arbeitsbedingungen bei der Agentur „Corris“, und zwar in der bekannten Konsumierendensendung „Kassensturz“. Die NGOs meinten damals dort: „Die Vorwürfe, dass die Firma «Corris» ihre Mitarbeiter ausbeute, seien ihnen neu. So arbeitet beispielsweise der WWF bereits seit 10 Jahren mit der Firma zusammen, sagt Sprecherin Corinna Gyssler.“ Aha! Leider stimmt das gar nicht. Der WWF hatte schon Ende der 90-er mit Corris zusammengearbeitet – und damals die Kooperation selbst abgebrochen, da er dermassen schlechte Erfahrungen mit der Fundraisingagentur gemacht hatte (siehe dazu meinen Beitrag im „Vorwärts“ vom 15.11.2018)! Greenpeace „glänzte“ in der Sendung ebenfalls mit Unehrlichkeit: So wies die Umweltschutzorganisation darauf hin, dass man die Kampagnen selbst mache und die Arbeitsbedingungen der Sammelnden demzufolge viel besser sind. Das stimmt zwar, nur war ja Greenpeace diejenige NGO, die den Blödsinn mit Corris überhaupt angefangen hatte und die Zusammenarbeit erst viele Jahre später beendet hat – davon gibt’s „selbstverständlich“ im Kassensturz nichts zu hören.

… und weitere mit Spendenmafia „kollaborierende“ Umwelt-NGOs

Zum Schluss: Gibt selbstverständlich auch noch lediglich in einzelnen deutschsprachigen Ländern existierende „Fridays for Future“-Umweltschutzorganisationen, die grösstenteils auch heute noch mit Strassen- und Haustürsammlungen praktizierenden Werbefirmen „kollaborieren“ (in Deutschland beispielsweise der BUND oder der NABU, in Österreich Global2000, in der Schweiz Pro Natura, SolarSpar oder der VCS, der im Übrigen, ähnlich wie der WWF, schon in den 90-ern mit dem System Corris „experimentiert“ und die Kooperation abgebrochen hat, nur um später dann doch wieder mit dem Sammelnonsens zu beginnen). Was kaum jemand weiss: Heute fliessen zwischen 75 und 95% der Gesamtspenden einer Sammelaktion in die Taschen der Fundraisingfirmen(!!!), da heute viel weniger Leute mitmachen und auch deutlich weniger lang Mitglied bleiben (die Spendeneinnahmgen gehen demzufolge stetig zurück, während die Ausgaben, bzw. die Kosten ja immer gleich bleiben). Respektiv: Die Sammelkampagnen rentieren für die ums Überleben kämpfenden NGOs kaum mehr (siehe dazu beispielsweise letztjähriger Beitrag von Zentralplus über meine Aufdeckungskampagne), was sie im Übrigen – umso schlimmer – dann „natürlich“ sogar noch abstreiten. Und noch ein Wort zu der Plant-for-the-Planet-Foundation, welche das Konto der Deutschen Fridays for Future-Bewegung betreut. Die Stiftung ist wie schon erwähnt aus einem UN-Baumpflanzprojekt hervorgegangen. Ja also die UN, bzw. die Vereinten Nationen sind ja in Sachen „Wohltätigkeits-Strassenräuberei“ auch kein unbeschriebenes Blatt: Das UN-Kinderhilfswerk Unicef arbeitet in allen möglichen Ländern mit Face-to-Face Fundraisingfirmen zusammen, und auch die UNO-Flüchtlingshilfe, der Deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen, setzt im grössten deutschsprachigen Land auf „Drückerkolonnen“, wie die Spendenwegelagerer- und -lagerinnen in Deutschland genannt werden…

Abgedruckter Leserbrief von Blogger in Aargauer Zeitung zu Direktdialog-Spendensammlungen für Hilfsorganisationen (24.9.2019)

Neuester Spendenmafia-Medienbeitrag (22.10.): 89-Jährige ausgetrickst

Leider wieder etwas verspätet hier noch mein abgedruckter Leserbrief an die Aargauer Zeitung vom 22.5.2019, als Reaktion auf folgenden Artikel (8.5.2019): „Gestern ging in Windisch einer von Tür zu Tür und hat gebettelt“ – Repol-Chef gibt Tipps (die Sammelfirma Corris, die unter anderem für die Schweizer Sektionen von WWF, Amnesty International oder Unicef Wohltätigkeits-Strassenräuberei betreibt, bietet auch Haustür-Sammlungen an): 

„Stop, Hände hoch: Spende oder Leben!“

 

SPENDENSAMMLUNGEN ERLAUBT, BETTELN ABER NICHT

Diese Zeitung berichtete von einem anscheinend taubstummen Bettler, der in Windisch von Tür zu Tür ging. Das sei verboten, klärte die Brugger Regionalpolizei auf. Nicht als Bettelei gälten hingegen Spendensammlungen von gemeinnützigen Organisationen. Aha! Da frage ich mich in diesem Fall aber, warum denn Bettelei so viel schlimmer sein soll als Spendensammlungen von Corris & Co. mit ihren als Hilfswerkmitarbeiter getarnten Angestellten (manche Leute meinen sogar, es handle sich um Ehrenamtliche). Im Fall von Corris erhält so eine „Sammelfirma“ von einer Non-Profit-Organisation 850 Franken pro Sammler – im Tag, wohlverstanden!

Ein immer grösserer Teil der zusehends aufgeklärten Bevölkerung weigert sich mittlerweile immerhin, dieses scheinheilige Geschäft noch mitzufinanzieren. Doch das ist nur eine Seite der Medaille: Während die Spendeneinnahmen nämlich demzufolge permanent abnehmen, bleiben die horrenden Kampagnenkosten ja stets konstant. Die Aktions-Ausgaben fressen somit heute den allergrössten Teil der Spenden wieder auf!

Kevin Brutschin, Ex-Mitarbeiter Spendensammelabteilung Terre des hommes und Ärzte ohne Grenzen

Door-to-door & Street fundraisers (Charity muggers): Nazi collaborating German Red Cross mainly responsable for plague (Sept. 2019)

It is a giant scandal that they are allowed to continue: Charity muggers (chuggers) from for-profit fundraising firms, who collect for not-for-profit organisations on the street. You can’t justify this system of collecting donations, because a) it is a violation of ethical standards (for-profit with not-for-profit), b) a crime (fraud: deception) and c) simply much too expensive. And: Its origins are in National Socialism!


It is unbelievable: The stupid, guilt-tripping hypocrites are still there (by the way, the clip above is my youtube favourite about them). Their employers, the fundraising firms are making big business under the cloak of the good cause, which is a perversion of the charitable thought (for-profit with not-for-profit). In fact, Switzerland is the only country, where the RIGHT costs of a campaign are publicly known. A charity pays EVERY DAY 850 Swiss Franc (855 US Dollar, 695 British Pound, 1245 Australian Dollar or 775 Euro) to Corris, the biggest face-to-face fundraising firm in the country – for ONE SINGLE CHUGGER!!! But it gets even worse: These collections are a crime (fraud), or more precisely: deception (which is legally a form of fraud), because the chuggers pretend that the charities themselves are running the collections, which is obviously not true.

But which charity started this bullshit at all? It was the German Red Cross, who engaged the door-to-door fundraising firm Wesser in 1968. Now, guess what: The German Red Cross collaborated with the Nazis! To do this, the charity gave up voluntarily its fundamental principle, the impartiality (to help all people without discrimination). Hitler himself was even nominated as patron of the organisation! He then nominated SS-Oberführer Ernst-Robert Grawitz as managing president of the charity. As you may know, originally, the SS was Hitler’s protection squadron. But later, it was managing also the concentration camps, like the one in Auschwitz. As highest SS- and Reichs Doctor, among other things, Grawitz was responsable for the human experiments in the concentration camps. Finally, 18 out of 29 German Red Cross directors were leaders of the SS. Now, it gets even more interesting: Almost all of the Nazi collaborators of the German Red Cross weren’t held accountable after war. So in 1968, the president of the German Red Cross was still a former Nazi: Walter Bargatzki. This was the year when chugging started…

Why Germany doesn’t do anything against commercial face-to-face fundraisers – at least now? Well, the president (chairwoman) of the German Red Cross; Gerda Hasselfeldt, is a good friend of Angela Merkel. Hasselfeldt is from the CSU; the sister-party of Angela Merkel’s CDU. She was considered to be the closest CSU-intimate of Merkel for years. In other words: Sleaze!

By the way: Former door-to-door chuggers from Wesser formed the first street fundraising agency Dialog(ue) Direct in Austria, in 1995 (first client: Greenpeace Austria).

Unrentable Spendensammlungen vor Haustüren/auf Strassen: Von Blogger ermittelte WAHRE & von Hilfsorganisationen gefakte Verkaufszahlen (aktualisierter Beitrag: 19.8.2019)

Ich will mit dieser Kampagne nichts anderes als wieder einen fairen Umgang der Hilfsorganisationen mit ihrer Spenderschaft erreichen. Ich habe selbst als Mitarbeiter Fundraising (Spendensammelabteilung) bei Terre des hommes – Kinderhilfe und Médecins sans frontières (Ärzte ohne Grenzen) gearbeitet.  

Bildergebnis für wwf street

Echte WWF-Leute oder beauftragte „Wohltätigkeits-Strassenräuberinnen“? 

 

Der WWF war ja erst im März einmal mehr in der Kritik, im Zusammenhang mit seinen „Schutzmassnahmen“ gegen Wilderei (unberechtigtes Jagen und Fangen von Wildtieren) in Asien und Afrika. Vom WWF unterstützte Wildhüter hatten Wilderer demnach getötet, gefoltert und sexuell missbraucht.

„Rassistisches Naturschutz-Modell“

Was meint der profundeste WWF-Kritiker zu den aufgedeckten WWF-Methoden, respektiv zu dessen Grundphilosophie? Wilfried Huismann, „Schwarzbuch WWF“-Autor: „Es ist ein rassistisches Modell des Naturschutzes, das in den Genen des WWF liegt … Der WWF wurde Anfang der Sechzigerjahre von adligen Grosswildjägern mitgegründet, die in Afrika ihre riesigen Jagdreviere hatten (siehe dazu auch meinen Medienbeitrag zu WWF-Gründungspräsident Prinz Bernhard). Auch nach der Befreiung dieser Länder hatten diese Gebiete, die dann Nationalparks genannt wurden, den Charakter von postkolonialen Besitzungen … Der WWF hat viele dieser riesigen Parks eingerichtet und mitverwaltet. Wobei man schon früh Wilddiebe jagte … Die Brutalität hat also Tradition.“ (Siehe auch taz vom 5.9.1990: „WWF finanzierte tödliche Menschenjagd).

„Wohltätigkeits-Strassenräuberei“

Doch der WWF ist auch für sein kommerzielles Fundraising berüchtigt. In Deutschland ist der WWF beispielsweise diejenige Organisation, die am längsten mit der Ur-Strassen-Spendensammelfirma „DialogDirect“ kooperiert, welche für diesen professionelle „Wohltätigkeits-Strassenräuberei“ – Englisch: „Charity mugging“ oder „Chugging“ – betreibt. Mit dem stetigen Rückgang bei den Verkaufszahlen ist nun aber auch das Strassen-Direktdialogmarketing als „letzte lukrative“ Einnahmequelle (aggressiver lässt sich nämlich nicht mehr sammeln) am versiegen. Genauer gesagt schon seit Jahren: Nur hat das leider noch (fast) niemand bemerkt.

Hauptübeltäter: Greenpeace Österreich & Deutsches Rotes Kreuz

Dabei weiss jede/r Insider*in, dass die Spendenzahlen, was einfache Mitgliedschaften betrifft, BEI SO GUT WIE ALLEN ORGANISATIONEN konstant runtergehen (und beim WWF mit seinen zusätzlichen Skandalen sogar noch viel mehr als bei den anderen). Überhaupt hat sich das kommerzielle Strassensammelwesen überall sehr ähnlich entwickelt. Das hat damit zu tun, dass sich solche Aktionen rasend schnell global ausgebreitet haben, nachdem sie 1995 von Greenpeace über die beauftragte Österreichische Spendenfirma DialogDirect eingeführt wurden (die wesentlich älteren, kommerziellen Haustürsammlungen haben sich von Deutschland aus – erster Kunde: Deutsches Rotes Kreuz – zwar erst nach und nach ausgebreitet, aber mit den Jahrzehnten haben sich die Zahlen auch dort inzwischen weitgehend „angeglichen“ und unterscheiden sich auch nicht mehr gross von den Strassensammelzahlen). Um den Rückgang zu verfolgen, reicht es, ein paar Angaben aus verschiedenen Jahren zu vergleichen (wobei man natürlich trotzdem eine gewisse Erfahrung braucht, denn manchmal sind auch schon früher von den Hilfsorganisationen oder den Spendenfirmen falsche Zahlen rausgegeben worden). Die Angaben zur Anzahl Abschlüssen pro Tag aus dem „Handbuch Fundraising“ von 1998: „Bei der Standwerbung liegt die Zahl der Abschlüsse pro Werber pro Tag zwischen 5 bis maximal 10“. Im „Fundraiser Magazin“, Artikel „Face-to-Face Fundraising: Mit Konzept zur Kampagne“ aus dem Jahr 2013 ist dann plötzlich nur noch von 3 bis 5 Spendenzusagen die Rede. 1998 fand eine sammelnde Person demzufolge im Schnitt ziemlich genau 7.5 Neuspendende, während es 2013 nur noch 4 waren. Heute sind es natürlich noch weniger; nämlich lediglich rund zwei!

Märchenonkel WWF

Doch die Hilfsorganisationen geben das, wie übrigens üblich, nicht zu. Und wie gesagt weiss das jede/r Profi-Fundraiser*in – aber behält das wie die NGOs selbstverständlich für sich (die Verkaufszahlen sind heute dermassen grottenschlecht, dass sich niemand traut, sie wahrheitsgetreu zu kommunzieren). Allen voran – wie kann’s anders sein – der Märchenonkel WWF, eben zusammen mit seinem Komplizen DialogDirect (die Ur-Agentur war nur ein Jahr nach den allerersten Sammlungen in Österreich bereits nach Deutschland expandiert). So behauptete der WWF Deutschland allen Ernstes am 29.9.2018 im Frankfurter „Merkurist“, die Anwerbung eines Paten für einen Eisbären habe 150 Euro gekostet, die Patenschaft habe über 6 Jahre bestanden und 1400 Euro an Spenden erbracht. Davon hätte die Agentur also lediglich ca. 10 PROZENT erhalten (150 Euro von 1400 Euro). Und, als wär’s nicht schon schlimm genug, publizierte das ja nicht so unbekannte Deutsche Nachrichtenmagazin „Focus“ den Merkurist-Artikel auch noch gleich bei sich! Wenn wir schon dabei sind: Der WWF hat bereits Ende 2016 in der WAZ , wo ich – mit Namen erwähnt – ihn mit der Kostenproblematik konfrontierte, von 12 Prozent gesprochen (und hat damit die Kosten also inzwischen sogar SCHEINBAR noch etwas drücken können): „Unsere Analysen zeigen, dass uns ein so genannter Pate circa 6 Jahre die Treue hält und im Schnitt etwa 1000 Euro spendet. Die vollen Kosten auf diesen Einsatz wären dann 120 Euro, also rund 12 Prozent.“

Die wahren Zahlen

Mit Verlaub, aber bei den WWF-Angaben stimmt KEINE EINZIGE ZAHL(!) – und zwar nicht mal im geringsten, um es genau zu formulieren. Um sich überhaupt generell eine Vorstellung machen zu können, wie teuer solche Aktionen sind, lohnt es sich, die Zahlen der Schweizer Firma Corris, dessen Besitzer auch zu den DialogDirect-Gründern gehörte, anzuschauen. Pro sammelnde Person und Tag zahlt der WWF Schweiz 850 Franken oder 745 Euro an Corris (siehe dazu beispielsweise Schweizer Konsumierendensendung „Kassensturz“ vom 12.2.2013). Heute findet diese sammelnde Person im Schnitt aber wie gesagt nur noch etwa zwei Mitgliedschaften pro Tag. Rechne: 850 Franken geteilt durch 2 ergibt 425 Franken oder 372.5 Euro (Kosten pro Neumitglied). Der WWF spricht hingegen von 150 Euro. Zur nächsten Kennzahl: Die weltweit grösste Face-to-Face Fundraisingagentur  Appco hat 2017 in einer von der Australischen Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde ACCC in Auftrag gegebenen Analyse zugegeben, dass ein Mitglied im Schnitt noch 3 bis 5 Jahre bleibt (auch die Mitgliedschaftsdauer geht laufend zurück). Der WWF lügt wiederum mit „6  Jahren“. Der durchschnittliche Jahresbeitrag beim Stand-Fundraising beträgt schliesslich gemäss dem Buch „Fundraising – Professionelle Mittelbeschaffung für gemeinwohlorientierte Organisationen“/neueste Auflage von 2018 100 Euro (in der Schweiz ist dieser übriges nur geringfügig höher). Zugehörige WWF-Falschaussage vom vorigen Abschnitt: 233.33 Euro (1400 Euro geteilt durch 6).

Fazit: Nicht 10 Prozent, sondern 95 Prozent!!! 

Damit sind alle nötigen Zahlen beisammen, um den Anteil (die Kosten) der Werbefirmen an den Spendeneinnahmen in Prozenten selbst zu errechnen. Beziehungsweise: Nach „meinen“, richtigen Zahlen sieht die Rechnung folgendermassen aus: Vier Jahre (durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer) mal 100 Euro (durchschnittlicher Jahresbetrag) ergibt 400 Euro Totalspenden (eines Durchschnittsmitglieds). Die Kosten pro Mitglied habe ich schon im vorigen Abschnitt berechnet: 372.5 Euro. 372.5 Euro von 400 Euro sind aber 93.125 PROZENT, beziehungsweise gerundet 95 PROZENT der eingezahlten Spenden! FAZIT: DER WWF SAGT, 10 PROZENT DER SPENDENEINNAHMEN GINGE AN DIE FUNDRAISINGFIRMA. ICH SAGE: 95 PROZENT DER SPENDENEINNAHMEN GEHEN AN EINE SOLCHE SAMMELFIRMA. Ein klitzekleiner Unterschied, nicht?

 

Aktualisierter Nachtrag (August 2019) des Blogbetreibers: Ich habe die im Mai gemachten Währungsumrechnungen nicht aktualisiert, da die Kurse ja eh ständig ändern, aber selbstverständlich auch in vernachlässigbar kleinem Rahmen. Beim heutigen Kurs würden meine Berechnungen im Übrigen noch krasser(!) ausfallen. Ausserdem: Natürlich sind es – zumindest bei schlecht laufenden Kampagnen – neuestens 3-4 Jahresspenden, die „draufgehen“, vom Durchschnittsmitglied ausgehend. Sogar NOCH EINIGES LÄNGER dauert es, wenn man den Zeitpunkt in Betracht zieht, ab wann die Aktions-Gesamtkosten durch Neuspenden gedeckt sind („Break even“-Point), da eine klare Mehrheit der Spendenden ihre Mitgliedschaft bereits in den ersten zwei Jahren kündigt (die übrig gebliebenen MitgliederInnen müssen also deren lediglich teilweise amortisierten Kosten noch zusätzlich decken). Die Englische BBC fand bspw. 2010 heraus, dass mitunter die Hälfte aller Mitgliedschaften bereits im ersten Jahr gekündigt werden. Meine vergangenen Angaben (die ersten zwei bis drei Jahresspenden jedes Mitglieds gehen an die Sammelfirmen) sind also passé – es sind heute DEUTLICH mehr. Und nein, kein Scherz!

Letzter Beitrag (15.8.2019): Gesamte Deutsche Polit-Elite in Schweinerei um Direktdialog-Spendensammlungen verwickelt

Haustür- & Strassen-Spendensammelnonsens: Online-Jobbewertungen von ehemaligen „Dialoger*innen“ (April 2019)

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Die Obdachlosenhilfe-Organisation „Shelter“ stolperte 2012 in England über einen Undercover-Beitrag des „Telegraph“, welcher die weltweite Kritik an beauftragten Spenden-Sammelfirmen definitiv ins Rollen brachte

News (April 2019) on „charity muggers“ in English-speaking world (UK, Australia, Canada, USA, etc.): „Street fundraising – How charities spread wrong sales figures in the medias“

 

Interessant, interessant: Gibt Arbeitgeberbewertungs-Plattform im Internet, namens „kununu“. Dort werden von ehemaligen Sammelnden auch immer mal wieder Spendenfirmen bewertet, welche diese für im Auftrag von Hilfsorganisationen durchgeführte Strassen- und Haustürsammelaktionen bei sich anstellen (und den grössten Teil des Spendengeldes selbst abzocken – was leider nur wenige Medien korrekt erwähnen). Man kann bei der Bewertung auch Noten („Sterne“) geben; von 5 („gut“) bis 1 („schlecht“). Respektiv: Hier mal kleine Zusammenstellung von aktuelleren Bewertungen (2017-2019) – wobei ich mir den allerersten, roten Kommentar natürlich zu Herzen genommen und die (in diesem als manipuliert bezeichneten) „positiven“ Beiträge aussortiert habe.

 

Spendenfirma Corris/Schweiz (Kundenbeispiele: Amnesty International, Unicef)

  • Generell: „Alle Kommentare mit 5 Sternen sind zu 10’000 % (!!!) von der (Corris-)Marketingleitung selbst.“
  • Image: „Jede Person, die vorbei läuft, hasst Corris.“
  • Pro: „Nichts!“
  • Contra: „Schliesst die Firma! Moralisch nicht vertretbar.“

 

Spendenfirma DialogDirect/Deutschland (Kundenbeispiele: WWF, UNO-Flüchtlingshilfe)

  • Generell: „Eine einzige Heuchelei.“
  • Kollegenzusammenhalt: „Das ständige «Wir sind total locker und cool.» war so aufgespielt, dass es fast schon lächerlich wurde und ich mich wie bei der versteckten Kamera gefühlt habe.“
  • Kommunikation: „Eigentlich hat die Kommunikation null Sterne verdient, da man gefeuert wird (Anmerkung von Blogbetreiber: … wenn man nicht genügend Mitgliedschaften sammelt), was einem der Coach nicht mal «persönlich» am Telefon sagen kann, sondern durch seinen Teamleiter aufgezwungen bekommt, es aber auf dem Papier so aussieht, als hätte man «aus persönlichen Gründen» gekündigt.
  • Arbeitsatmosphäre: „Unter Druck arbeiten, einziges Ziel: so viele Leute wie möglich gewinnen.“

 

Spendenfirma Wesser/Deutschland (Kundenbeispiele: Deutsches Rotes Kreuz, NABU)

  • Generell: „Schlimmster Ferienjob jemals.“
  • Contra: „Gleich am ersten Tag werden einem «Kommunikationsskills» beigebracht, u.a. billige Manipulationstaktiken wie die «Ja»-Schiene (bring Leute dazu auf vorangehende Frage mit «Ja» zu antworten um auch ein «Ja» auf die Frage «Also spenden Sie auch?» zu forcieren.) … Mit ehrlicher Arbeit hat das hier nichts zu tun. Die «Spenden», die gesammelt werden, fliessen zu einem zu grossen monetären Teil an Wesser und die Teamleiter/Werber … Man sollte sich fragen: Wenn dieser Job so toll ist warum hat Wesser es nötig, auf sämtlichen Jobportalen abertausende Anzeigen zu schalten…?“
  • Generell: „Abzocke!“
  • Contra: „Man muss versuchen, jeden Menschen an der Haustür anzuwerben (egal ob Millionär, Rentner oder Hartz IV-Empfänger) … wenn Menschen an der Tür Bedenken haben oder Einwände müssen die Mitarbeiter „Einwandsbehandlungen“ durchführen – dies gelingt nur wenn man eine gewisse Dreistigkeit entwickelt. Ein «Nein» darf nicht akzeptiert werden und die Leute werden so lange bequatscht, bis sie ihre Meinung ändern. Ich fand das mit meinem Gewissen nicht vereinbar!“ …

CH-Aufdringliche Spendensammler*innen: Abgedruckter Blogger-Leserbrief in Landanzeiger Aarau & Umgebung (28.3.2019)

Ah, ganz vergessen: Am 14. Februar 2019 hat mir der Landanzeiger für den Grossraum Aarau Platz gewährt für den Abdruck eines ausführlichen Leserbriefs. Den will ich meinen Blogbesuchenden natürlich nicht vorenthalten. Here you go! Und natürlich ganz herzlichen Dank an die Landanzeiger-Redaktion. 🙂 🙂 🙂

Bildergebnis für kevin brutschin

Ich beim Auskunftgeben für Beitrag von Innerschweizer Magazin „Zentralplus“

 

STRASSENSPENDENSAMMLER WERDEN ZUR PLAGE – UND GELD KOMMT ZU GROSSEM TEIL NICHT MAL MEHR AN

Neulich ist mir ein Beitrag von Frau Künzli aufgefallen, wo eine junge Frau sich über Spendensammler an Bahnhöfen nervt. Diese agieren immer aggressiver, was laut eines zweieinhalbjährigen AZ-Artikels bis zu „Arm packen“ reicht. Erklärbar: Es machen immer weniger mit,  wie der Gehörlosenbund bereits Ende 2012 in der NZZ zugegeben hat. Die Leistungslohn erhaltenden Sammler sind also dazu „gezwungen“, immer aufdringlicher zu sammeln. Aber auch der Anteil an den Spenden für die ausführenden „Sammelfirmen“ wie der Corris AG, die von einem Hilfswerk pro Sammler im Tag 850 Franken erhält(!), erhöht sich damit stetig. Die SonntagsZeitung hatte bereits 2004 aufgedeckt, dass rund zwei Jahre vergehen, bis die Ausgaben für eine Aktion durch Spenden wieder eingespielt sind. Jedes Neumitglied zahlte damals also quasi fast die ersten zwei Jahresspenden an Corris! Zu Beginn der Sammelkooperation vor ca. 20 Jahren war es noch „nur“ ein Jahresbeitrag – heute sind es sogar zwei bis drei! Überhaupt ist es befremdlich, wenn eine „profit“-orientierte Firma „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“ betreibt. Denn die Hilfsbedürftigen sollten ja im Vordergrund stehen, und nicht die sammelnde Institution: Eigentlich ein klarer Verstoss gegen den „Non Profit“-Gedanken. Demzufolge wird ja bei den Kampagnen auch, wie es die AZ vor Längerem schon mal angedeutet hat, viel zu wenig klar gemacht, dass Gewinn hinterherjagende Spendenfirmen dahinterstecken. Ich selbst habe jüngst im Innerschweizer Magazin „Zentralplus“ erklärt, dass man hier rechtlich sogar „Betrug“ in Betracht ziehen muss.

Kevin Brutschin, Ex-Mitarbeiter Spendensammelabteilung Ärzte ohne Grenzen und Terre des hommes

 

DE: Haustür-Spendensammler („Drückerkolonnen“) steckt nach Abweisung Mehrfamilienhaus in Brand (März 2019/3)

 

Bildergebnis für drk uniformen

DRK- & Sammelfirmen-Mitarbeitende sind in Deutschland nicht unterscheidbar

 

In den letzten paar Beiträge ging es ja öfters um die Verstrickung von Non-Profit-Organisationen wie z.B. dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit der Politik, die dann wiederum die Behörden im Sinne der NPOs beeinflusst. Deshalb sind die wohltätigen Organisationen bisher in Sachen Spendensammelaktionen vor Haustüren und auf Strassen ungeschoren davongekommen, obwohl dabei jeweils vorgetäuscht wird, dass sie selbst diese tätigen: eine Straftat. In Wahrheit stecken nämlich beauftragte, dubiose Werbefirmen dahinter. Aber auch die grossen und bekannten Medien stecken nicht selten mit den Non-Profit-Organisationen unter einer Decke. Warum hat beispielsweise niemand über folgenden Straffall berichtet, mit dem sich letztes Jahr der Deutsche Bundesgerichtshof beschäftigen musste? Das ist nämlich eine sehr typische Problematik hinter dieser Kollaboration von „Profits“ mit „Non-Profits“. Respektiv: Die Spendenfirmen (Fundraisingagenturen) neigen dazu, Menschen mit ungenügendem Rechtsbewusstsein bei sich anzustellen, wenn nicht sogar ehemals schwere Straftäter & -täterinnen. Das ist auch erklärbar, denn jeder halbwegs integre Mensch kann diese Arbeit gar nicht längerfristig ausüben, da er/sie nach kürzester Zeit ein schlechtes Gewissen bekommt: Man gaukelt ja pausenlos eine falsche Identität vor! Hier das Wichtigste 1:1 aus dem Gerichtsdokument (mir geht es übrigens weniger darum, den Gesetzesbrecher in die Pfanne zu hauen – als viel mehr um die Tatsache, dass die Agenturen solche Leute öfters einstellen und die Hilfsorganisationen seit Jahren dabei tatenlos zusehen):

„Der Angeklagte … war von 1987 bis 1993 wegen verschiedener Gewalttaten erstmals im Massregelvollzug untergebracht. Kurz nach seiner Entlassung legte der Angeklagte bei drei Gelegenheiten Ende 1993 Brände, weil er sich nach Auseinandersetzungen mit seinem Arbeitgeber und seiner Mutter unter Druck gesetzt und frustriert fühlte und sich durch Feuer abreagieren wollte … Aus Anlass dieser Taten wurde der Angeklagte im März 1995 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt und seine erneute Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet … Der Angeklagte … reagierte mit mehrfachen Entweichungen aus der Klinik … Nach seiner Flucht im September 2003 bestritt der Angeklagte seinen Unterhalt, indem er als Mitglied einer „Drückerkolonne“ Spenden sammelte. Als er in einem Mehrfamilienhaus mehrfach schroff zurückgewiesen wurde, steckte er einen im Hausflur aufgestellten Schuhschrank in Brand. Das Feuer griff auf die angrenzende Wohnungstür über … Anfang Januar 2004 wurde der Angeklagte aufgegriffen, in den Massregelvollzug zurückgebracht und wegen schwerer Brandstiftung zu einer weiteren Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt … Nach seiner Entlassung aus dem Massregelvollzug bezog der Angeklagte eine Dachgeschosswohnung in einem … Mehrfamilienhaus. Am Vormittag des 14. September 2016 wurde seine Wohnung wegen des von einem Arbeitskollegen gegen ihn erhobenen Vorwurfs durchsucht, kinderpornografisches Material zu besitzen; sein Laptop wurde beschlagnahmt. Aus Frustration über die morgendliche Durchsuchung legte er gegen 22.15 Uhr in der im Keller eingerichteten Waschküche Feuer …“

Ähnlicher Beitrag (2016): UK: Schwerkriminelle sammeln für Unicef & Save the children

Hilfsorganisationen: Skandalöse kommerzielle Direktdialog-Spendensammlungen nur dank „Monster“-Politlobby (März 2019/2)

Bildergebnis für steinmeier

Er ist der beliebteste Politiker in Deutschland: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Und leider auch Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) – und damit natürlich DRK-Interessenvertreter allererster Klasse.

#Corris sammelt am Bahnhof Thalwil mal wieder auf dem Perron. Langsam bin ich's leid. #SBBDie Non-Profit-Organisation mit der grössten Polit-Lobby bezüglich Anzahl Leuten in der Schweiz ist das Hilfswerk Green Cross (siehe Photo): 21 Ständerätinnen & Ständeräte sowie 81 Nationalrätinnen & Nationalräte (Stand April 2018 – Liste zuunterst)!

Verständlich also, dass die skandalösen und ohne Frage 100 Prozent inakzeptablen Strassen- und Haustürsammelaktionen von Spendenfirmen im Auftrag der Hilfsorganisationen auch 50 Jahre, nachdem das DRK damit begonnen hat, immernoch möglich sind (Steinmeiers Österreichisches Pendant; Alexander Van der Bellen, ist übrigens seinerseits Schirmherr des Österreichischen Roten Kreuzes – versteht sich). Obwohl heute ca. die ersten DREI Jahresspenden jedes neu spendenden Hilfsorganisationsmitglieds an diese „Face-to-Face Fundraisingagenturen“ abfliessen, während dies früher NUR bei schlecht laufenden Kampagnen möglich war (siehe Österreichische KirchenZeitung 2017, Schweizerische Basler Zeitung 2016 oder Deutscher ÖKO-TEST 2002).

 

Weitere Beiträge zu NGO-Politfilz im Zs-hang mit Direktdialog-Spendensammlungen:

Deutsches Rotes Kreuz: „Deutschland, DRK, Drückerkolonnen“ (Blogbeitrag)

Arbeiter-Samariter-Bund/DE: „Grösster Übeltäter unter sammelnden NPOs“ (Blogbeitrag)

Stiftung für Konsumentenschutz/CH: „Eine Sauerei“ (aus Magazin „KONSUMER“)

 

DIE GREEN CROSS-POLITLOBBY:

Patron: alt Bundesrat Flavio Cotti

Co-Präsidentin & Co-Präsident: Nationalrätin Christa Markwalder & Nationalrat Martin Bäumle

„Parlamentarische Gruppe Green Cross“:

Nationalrat (79): Aebi Andreas, Aebischer Matthias, Allemann Evi, Amstutz Adrian, Arnold Beat, Birrer-Heimo Prisca, Büchler Jakob, Carobbio Guscetti Marina, Cassis Ignazio, Chevalley Isabelle, de Buman Dominique, Eichenberger-Walther Corina, Fehlmann Rielle Laurence, Feri Yvonne, Flach Beat, Flückiger-Bäni Sylvia, Frehner Sebastian, Fricker Jonas, Friedl Claudia, Galladé Chantal, Geissbühler Andrea, Giezendanner Ulrich, Glanzmann-Hunkeler Ida, Glättli Balthasar, Gmür Alois, Graf Maya, Graf-Litscher Edith, Grin Jean-Pierre, Grossen Jürg, Grunder Hans, Gschwind Jean-Paul, Gugger Niklaus-Samuel, Hadorn Philipp, Hardegger Thomas, Häsler Christine, Hausammann Markus, Heim Bea, Hess Lorenz, Ingold Maja, Jans Beat, Kiener Nellen Margret, Leutenegger Oberholzer Susanne, Lohr Christian, Lüscher Christian, Maire Jaques-André, Merlini Giovanni, Moret Isabelle, Moser Tiana Angelina, Müller Walter, Müller-Altermatt Stefan, Munz Martina, Nidegger Yves, Pardini Corrado, Piller Carrard Valérie, Quadranti Rosmarie, Reimann Lukas, Riklin Kathy, Rime Jean-François, Ruiz Rebecca Ana, Rytz Regula, Schelbert Louis, Schenker Silvia, Schmid-Federer Barbara, Schneider-Schneiter Elisabeth, Schneider Schüttel Ursula, Seiler Graf Priska, Semadeni Silva, Sommaruga Carlo, Stamm Luzi, Steiert Jean-François, Streiff-Feller Marianne, Tornare Manuel, Vogler Karl, von Siebenthal Erich, Walter Hansjörg, Weibel Thomas, Wermuth Cédric, Wobmann Walter, Wüthrich Adrian

Ständerat (21): Abate Fabio, Berberat Didier, Bischofberger Ivo, Bruderer Wyss Pascale, Comte Raphaël, Cramer Robert, Fetz Anita, Föhn Peter, Germann Hannes, Graber Konrad, Häberli-Koller Brigitte, Hegglin Peter, Janiak Claude, Jositsch Daniel, Levrat Christian, Lombardi Filippo, Luginbühl Werner, Maury-Pasquier Liliane, Minder Thomas, Stöckli Hans, Zanetti Roberto

 

Medien- und Blogbeiträge zu generellen Green Cross-Riesenskandalen der letzten Zeit:

Tages-Anzeiger & Basellandschaftliche Zeitung (Medienkonferenzvideo mit Green-Cross Präsident Martin Bäumle), 4.4.2019; Aargauer Zeitung, 13.6.2019

Zweiter Beitrag des Blogbetreibers vom 11.5.2017

Erster Beitrag des Blogbetreibers vom März 2017

 

 

Face-to-Face Fundraising – das Ende: Relevante Spendenagentur bankrott (März 2019/1)

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„It doesn’t matter if you’re black or white“ (Hauptsache, du unterschreibst).

 

„It doesn’t matter if you’re black or white“, sang Michael Jackson 1991. Das war noch bevor ihm das 1. Mal sexueller Kindesmissbrauchs vorgeworfen wurde. Damals konnte er sich mit der Familie des mutmasslichen Opfers aussergerichtlich einigen durch eine 22 Millionen Dollar-Abfindung. Doch nun werfen dem inzwischen verstorbenen Superstar gleich 2 mittlerweise erwachsene Männer – die sich offenbar erst in den letzten Jahren ihrem Trauma zu stellen imstande gewesen sind – erneut sexuellen Missbrauch vor, viele meinen: glaubwürdig (zu sexuellem Kindesmissbrauch siehe auch Pro Juventute-Skandal). Die Wahrheit wird sich letzten Endes jedenfalls durchsetzen. Das gilt auch für die betrügerischen Face-to-Face Spendensammlungen von Promotionsfirmen im Auftrag von Non-Profit-Organisationen. Heute gehen mitunter 90 % der Gesamtspenden einer Kampagne an die Sammelfirmen, was die gemeinnützigen Organisationen freilich nicht zugeben: Wer würde noch mitmachen? Denn je mehr die Allgemeinheit darüber aufgeklärt ist, desto mehr verweigert sie sich. In England sind die Nonsens-Sammlungen am verhasstesten, und immer mehr wohltätige Organisationen verzichten auf die „Kollaboration“ mit Fundraisingfirmen. Sowohl wegen dem Glaubwürdigkeitsverlust als auch, weil die Kampagnen eben auch kaum mehr rentieren – selbstverständlich nicht nur in England. Eine erfahrene Schweizer Spendenwerberin, die ihre Erfahrungen teilen wollte, schrieb mir sinngemäss dazu, ihr Agentur-Teamleiter habe ihr gesagt, „ich soll mir einfach die Dummen aussuchen, die Intelligenten würden schon lange nicht mehr mitmachen!“ Im Vereinigten Königreich ist sogar schon eine 2-stellige Zahl von Direktdialog-Spendenfirmen bankrott gegangen. Wer fähig ist, 1 + 1 zusammenzuzählen, kann sich den damit einhergehenden, existenziellen Glaubwürdigkeitsverlust im Non-Profit-Sektor ausrechnen. Letztes Jahr berichtete der Englische Telegraph, dass das Vertrauen der Bevölkerung in Hilfswerke auf das gleiche Niveau wie gegenüber einem fremden Menschen auf der Strasse gesunken ist! Aber Vorsicht: Auch im Ursprungsland des kommerziellen „Street Fundraisings“; in Österreich, hat gerade eine der relevantesten Face-to-Face Werbeagenturen Konkurs angemeldet! Und zwar die Firma „Face2Face Fundraising“ von Robert Buchhaus. Buchhaus gehört dem erweiterten Gründungsteam der 1. Strassensammelfirma der Welt; DialogDirect, an, und hat mit seinem Kumpel aus der Gründungsmannschaft das DialogDirect-Netzwerk mit der „Global Fundraising Group“ (ehemals „Generous Global Giving“), zu dem neben der Mit-„Ur“-Agentur, eben Face2Face Fundraising Österreich, beispielsweise auch Red Fundraising Irland oder Mondial Telephone Fundraising Australien gehören (für dortige Skandale in der Presse einfach Agenturnamen anklicken), entscheidend vergrössert. So wie’s aussieht, versucht „Face2Face Fundraising Austria“ zwar nochmal den Kopf aus der Schlinge zu ziehen – doch wer genauer hinschaut, sieht, dass das nun wirklich der Anfang vom BALDIGEN Ende ist.

Spendenbetrug vor Haustüren/auf Strassen: Warum in 1. Linie die Hilfsorganisationen bestraft gehören, und erst in 2. Linie die Sammelfirmen (Februar 2019)

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NGO-Spendensammlung von viel zu wenig erkennbarer Werbefirma

 

– „Hey, Alte, hast schnell Zeit?“ – „Hey, voll nicht, ich stresse gerade auf den Zug.“ – „«Chill», Alte, geht nur fünf Minuten!“…

So kann es heute tönen, wenn man von einem Wohltätigkeits-Strassenräuber vor dem Bahnhof angesprochen wird. Zum Beispiel im Namen der amerikanischen Hilfsorganisation „Care“, die natürlich, wie alle grossen Non-Profit-Organisationen auch, längst Ableger in allen möglichen Ländern wie zum Beispiel in England oder Deutschland gebildet hat. Doch die Sammelnden sind weder Ehrenamtliche noch bezahlte NGO-Mitarbeitende, sondern Angestellte von Face-to-Face Fundraisingfirmen. Im Fall von Care ist das unter anderem die Werbeagentur DialogDirect. Dies wird bei den Aktionen jedoch nicht oder viel zu wenig klar gemacht (die Leute reagieren bei Hilfsorganisationen – und sie gehen ja davon aus, dass sie es mit einem Hilfswerk zu tun haben – berechtigterweise gutgläubig und achten deshalb nicht auf eventuell wichtiges „Kleingedrucktes“). Erklärbar: Welches spendende Neumitglied will schon, dass eine Werbefirma aus den Sammlungen ein Geschäft macht? Heute gehen ca. die ersten drei Jahresspenden an die Spendenagenturen (nein, es ist nicht mehr EINE Jahresspende, sondern DREI).

Nochmal: Bei den Sammelaktionen wird vorgegeben, dass die Hilfswerke diese mächten (schrägerweise hat DialogDirect Österreich als weltweit erste Strassensammelfirma laut einer Meldung der Österreichischen Presse Agentur „APA“ vom 4.10.2000 einst selbst gefordert, „…dass die von den Organisationen mit der Mitgliederwerbung beauftragte Agentur eindeutig für den Bürger erkennbar ist…“). Bei dieser absichtlichen Irreführung handelt es sich nun aber rechtlich gesehen um Betrug, konkret „Vorsätzliche, arglistige Täuschung“. Und nun kommt ein bisher noch nicht genügend behandelter Aspekt ins Spiel. Denn obwohl die Fundraisingfirmen den Betrug tätigen, sind die Hilfsorganisationen die Hauptverantwortlichen. Sie sind die Auftraggebenden, und die Kampagnen werden in ihrem Namen ausgeführt. Der Rechtsbegriff dazu lautet: Anstiftung zum Betrug, wobei die Anstiftung dem Betrug quasi gleichgesetzt wird.

Wird in diesem Sinne L-A-N-G-S-A-M Zeit, dass die Staatsanwaltschaft endlich handelt, sie hat sich ja in dieser Angelegenheit eh schon „nicht gerade mit Ruhm bekleckert“ (die Sammlungen waren in verschiedensten Städten lange verboten, doch die Verbote wurden nicht durchgesetzt).

Deutschland, DRK, Drückerkolonnen – oder: Wie das Deutsche Rote Kreuz seine Drückerkolonnen in Deutschland „durchdrückt“ (Januar 2019/3)

+++ News (CH), 7.2.2019 +++ Wichtigster Corris-Kunde Stiftung für Konsumentenschutz unter Druck gesetzt, zu Corris-Spendensammlungen Stellung zu nehmen, nachdem sie selbst lästige Werbeanrufe kritisiert hat +++ News (CH), 7.2.2019 +++ 
Two press releases from/about the blogger in English: The bad good guys (Kritische Internetzeitung, Dec. 2018) & His lonely struggle against charity muggers (Zentralplus, May 2018)

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Filz: Hasselfeldt & Merkel bei der Kanzler(-innen-)wahl 2013

 

NGO-„Drückerkolonnen“, wie die von Hilfsorganisationen beauftragten Haustür- und Strassensammel-„Gangs“ kommerzieller Spendenfirmen in Deutschland heissen, haben inzwischen den Ruf von Räuberbanden. Das Deutsche Rote Kreuz, das den Sammelnonsens begonnen hat, versteht es seit 50 Jahren, die ethisch, rechtlich und heute auch finanziell inakzeptable Sammelkooperation durch undurchsichtige Einflussnahme „durchzudrücken“ – noch.

Die Weihnachtszeit ist um, und mit ihr auch das Besinnen auf die beschworene Nächstenliebe. Nicht wenige Haushalte vollziehen die vorgenommene Spende an eine wohltätige Organisation aber erst etwas verspätet, beziehungsweise im jetzigen Monat. Da wäre es angebracht, die Seriosität von gewissen Hilfsorganisationen nochmal unter die Lupe zu nehmen. In diesem Sinne haben im Dezember wie üblich zahlreiche Medien auf das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen „DZI“ hingewiesen, das den Non-Profit-Organisationen diese Vertrauenswürdigkeit zuspricht. Doch wie unabhängig ist eigentlich das DZI?

Zu den grössten finanziellen Unterstützungsinstitutionen des Instituts zählt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege „BAGFW“, deren Geschäftsführer; Dr. Gerhard Timm, auch im fünfköpfigen DZI-Vorstand sitzt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege besteht aus sechs Einzel-Wohlfahrtsverbänden, darunter das Deutsche Rote Kreuz, das selbst das DZI-Spendensiegel trägt. Die amtierende DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt ist nun aber auch BAGFW-Präsidentin! Und der BAGFW-Geschäftsführer wie gesagt im DZI-Vorstand.

Sind das nicht ein bisschen viel Abhängigkeiten? Respektiv: Das DZI müsste doch fraglos allen Hilfsorganisationen, die auf die Dienste von „Face-to-Face Fundraisingagenturen“, wie die spezialisierten Haustür- und Strassensammel(-mafia-)firmen im Fachjargon heissen, das DZI-Spendensiegel entziehen? Tut es aber nicht. Und jetzt ist hoffentlich auch klar wieso.

Doch es ist noch nicht zu Ende. Für diejenigen, die es nicht (mehr) wissen: DRK-Präsidentin Hasselfeldt war zudem eine „ziemlich“ gewichtige, der CSU angehörige Politikerin: Konkret von 1989-1991 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sowie von 1991-1992 auch noch für Gesundheit. Und von 2005-2011 dann schliesslich noch Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Kurz: Mit bestem Draht zum Machtzentrum. Aus CSU-Kreisen konnte man noch vor wenigen Jahren zu hören bekommen: „Es gibt niemanden in der CSU, der Angela Merkel so nahe ist wie Gerda Hasselfeldt.“

Fazit: Bei so guten Beziehungen ist es ja auch nicht verwunderlich, wenn das DRK als erste und wichtigste Hilfsorganisation unter denjenigen, die den Drückerkolonnen-Betrug praktizieren lassen, diesen auch stets „durchzudrücken“ weiss, nöh?

 

Medienbeiträge mit/von Blogbetreiber zum Thema:

Demokratisch-Links – Kritische Internetzeitung (DE), 8.12.2018: „Die bösen Guten“

Zentralplus (CH), 27.5.2018: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“

KirchenZeitung (AU), 28.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“

PS: Und es sei wieder mal darauf hingeweisen, dass bei einer Studie von 2011 rund die Hälfte der befragten NGOs mindestens Haustürsammlungen von kommerziellen Drückerkolonnen im Auftrag von Rettungsdienstorganisationen (DRK, ASB, Johanniter, Malteser) für den ganzen Sektor schädigend gehalten hat!

+++ News (CH), 5.2.2019 +++ Meistgelesene Zeitung „20 Minuten“ reagiert auf Protestmail von Blogger +++ News (CH), 5.2.2019 +++
+++ News (DE), 25.1.2019 +++ Spendensammler mit Haftbefehl gesucht (siehe auch älteren Beitrag Unicef & Save the children lassen Spendenfirma Schwerverbrecher anstellen) +++ News (DE), 25.1.2019 +++

CH: Wichtigste mit Spendensammelfirma Corris zusammenarbeitende Non-Profit-Organisation verliert vor Gericht (Januar 2019/2)

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Hilfwerke wie Unicef, WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Infirmis oder Pro Juventute machen ihre Spendensammlungen auf den Strassen oder vor Haustüren nicht selbst, sondern beauftragen damit die spezialisierte Werbefirma Corris. Corris bekommt dafür von jeder Organisation 850 Franken im Tag: für jede einzelne sammelnde Person! HEUTE entspricht das rund drei Jahresspenden, die jedes neu spendende Hilfsorganisations-Mitglied quasi an Corris zahlt! Denn es machen a) immer weniger Leute mit, und diese b) bleiben auch immer weniger lang Mitglied, womit der Anteil von Corris an den Gesamtspenden stetig steigt. Als wichtigster Corris-Kunde gilt die Stiftung für Konsumentenschutz, da Bundesrätin Simonetta Sommaruga dort sowohl Chefin als auch Präsidentin war.

Weiterer Rückschlag für die Spendensammelmafia: Die linksgerichtete Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) verliert eine wichtige Schlacht vor Gericht, worüber der BLICK vor paar Tagen berichtet hat. Und zwar gegen den rechtsgerichteten „Konsumentendienst“, über den sie ungerechtfertigterweise gelästert hat (siehe Beitrag vom 22.7.2016). Der Konsumentendienst bringt auch das Magazin KONSUMER raus, wo ich folgenden, vielbeachteten Beitrag gegen den Sammelnonsens geschrieben habe: „Der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“. Dazu muss ich sagen: Mir geht es nicht um rechts oder links – ich habe ja gerade zuletzt bei einem Links-Medium, bzw. dem Vorwärts (Die sozialistische Zeitung) publiziert. Sondern um Fairness der Hilfswerke gegenüber ihrer Spenderschaft. Und leider haben in den letzten Jahren linke Medien (etwa der Tamedia-Verlag mit  20 Minuten, Tages-Anzeiger oder SonntagsZeitung oder die WOZ) und linke Institutionen für Verbrauchende (eben die SKS, Der Beobachter oder auch der K-Tipp, welcher immerhin im November nach vielen Jahren wieder einmal darüber geschrieben hat) kaum oder nie über die Corris-Problematik berichtet. Obwohl ja enorm viele „Verbrauchende“ betroffen sind. Der Grund: Viele Politiker und Politikerinnen, und vor allem extrem viele LINKE Politiker und Politikerinnen haben bei gemeinnützigen Organisationen ein Mandat (z.B. als StiftungsratspräsidentIn, Vorstandsmitglied, etc.).  Und die kritisiert man als links-orientiertes Medium „halt“ nicht gern. Vor allem, wenn ein Bundesratsmitglied extrem heikel involviert ist: Simonetta Sommaruga, Ex-Geschäftsführerin und -Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz. Aus drei Gründen: Sie ist als Bundesrätin die gewichtigste Vertreterin der „Corris-Lobby“, als Ex-Verantwortliche einer Verbrauchenden-Institution, die ja eben als Organisationen für Konsumierende das Sammelsystem speziell anprangern müsste, zusätzlich in einer besonders exponierten Position. Und nicht zuletzt war Sommaruga ja bis vor Kurzem auch noch Justizministerin! Eine ausserordentlich brisante Verfilzung, wenn man bedenkt, dass die Justiz nie gegen Corris & Co. oder deren auftraggebende Hilfswerke vorgegangen ist. Denn eigentlich handelt es sich bei dieser Sammelkooperation rechtlich gesehen um Betrug, auf was ich in einem Beitrag von Zentralplus hingewiesen habe. Ob der Departementswechsel von Sommaruga wohl auch etwas mit diesem Gerichtsurteil zu tun hat. Denn nun steht ja plötzlich die SKS im Schilf. Etwa, weil nun unabhängiger gerichtet werden kann?

CH: Corris-„Skandalhilfsorganisationen“, Beispiel Pro Juventute: Sexueller Kindsmissbrauch & Nazi-Kollaboration (Januar 2019/1)

9.1.2019: 1. Spendensammelskandal in Österreich bei eingeführten Tablets – siehe Post vom 27.9.2016 (in CH von Corris für Helvetas eingesetzt): „Spendensammler fälschte Verträge, um an höhere Provisionen zu kommen“ (Tiroler Tageszeitung)
Dez.-Beitragstipp: Neuer Bundesrat: Mehrheit mit Corris-NGO-Verbindung

 

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Besuch bei Pro Juventute-Mitgründer bei einzigem CH-Abstecher: Hitler privat

 

Profitorientierte Fundraisingagenturen betreiben für Hilfsorganisationen auf Strassen und vor Haustüren Mitgliedsanwerbung und kassieren dafür den grössten Teil der Spenden selbst. Kürzlich hat der Autor in einem  Medienbeitrag aufgedeckt, dass der Spendensammelnonsens „braune“ Ursprünge hat, war doch das Deutsche Rote Kreuz als erster Sammelfirmenkunde geradezu mit Nazis „verseucht“. Doch auch in der Schweiz gibt es eine „Corris-Organisation“ mit irritierender Nazi-Nähe…

Auf der Rangliste menschlicher Gräueltaten steht der sexuelle Missbrauch von Kindern „ziemlich“ zuoberst. Einverstanden? Umso schockierender ist es demzufolge, wenn eine wohltätige Organisation sich bezüglich dem Thema etwas zu Schulden hat kommen lassen. Dass so eine Organisation mit der hoch dubiosen Spendensammelfirma Corris kollaboriert ist in diesem Sinne natürlich dann auch nicht mehr verwunderlich (Corris bekommt im Tag von einer Hilfsorganisation 850 Franken pro sammelnde Person oder mit anderen Worten: steckt heute den Löwenanteil der Gesamtspenden einer Sammelkampagne in die eigene Tasche). Fehlt eigentlich nur noch, dass betreffendem Hilfswerk eine Verbindung zum braunen Milieu nachgewiesen werden kann. Kein Problem, sogar zum „dunkelbraunsten“, respektiv Hitler höchstpersönlich.

Mehr als glühender Hitler-Verehrer

Die Rede ist von der staatsnahen Jugendschutzorganisation Pro Juventute Schweiz. Wobei die Staatsnähe sich zum Beispiel an einem der Pro Juventute-Mitgründer erkennen lässt; Ulrich Wille, erster Vizepräsident des Hilfswerk-Stifungsrates – und Sohn des gleichnamigen Generals der Schweiz im ersten Weltkrieg. Das Pikante: Wille war ein glühender Verehrer von Hitler. So gross, dass er es schaffte, den „Führer“ sogar zu sich nach hause einzuladen, so geschehen am 30. August 1923. Dies, nachdem die Spitzen der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei in den Vormonaten bereits regelmässig zu Gast bei Wille waren und dieser Hitler ebenfalls schon zweimal privat in München getroffen hatte. Gemäss WOZ hat Wille sogar direkt an der Planung des am Ende desselben Jahres stattgefundenen Hitler-Putsches mitgearbeitet!

„Dunkler Fleck“ im Schweizerlande

Nachvollziehbar demnach, dass Pro Juventute nationalsozialistisch-verwandtes Gedankengut in Form von krassestem Rassismus pflegte – auch gegen Fahrende (ehemals: „Zigeuner“), die ja ebenfalls in Konzentrationslagern interniert wurden. Sprich: Die Vorstellung, dass minderwertige Erbgut „asozialer“, nicht-sesshafter Menschengruppierungen könne das wertvolle Erbgut der sesshaften Mehrheitsbevölkerung schädigen. Aus dem sich nicht zuletzt auch daraus ableitenden Projekt „Kinder der Landstrasse“, das sogar als Pro Juventute-eigenes „Sub-Hilfswerk“ geführt wurde, entwickelte sich der grösste Skandal in der Schweizer Hilfswerkgeschichte. Einer der „Motoren“ des Projektes: Bundesrat Heinrich Häberlin, der nach seinem Rücktritt das Amt des Pro Juventute-Stiftungsratspräsidenten angenommen hatte. Häberlin bezeichnete Fahrende als „dunklen Fleck“ im Schweizerlande, den es zu beseitigen gelte. Die Haltung der Pro Juventute-Verantwortlichen, im Speziellen auch des „Kinder der Landstrasse“-Hilfswerkgründers Alfred Siegfried („Wer die Vagantität erfolgreich bekämpfen will … muss … die Familiengemeinschaft auseinanderreissen.“) speiste sich aus der Überzeugung, das Aufwachsen von Kindern in „asozialen“ Familien wäre für diese schädlich. Kurz: Zwischen 1926 und 1973 wurden rund 600 Zigeunerkinder von deren Familien weggenommen und vorwiegend in Kinderheimen und Erziehungsanstalten untergebracht.

Sexueller Missbrauch an Pro Juventute-Kindern

„Kinder der Landstrasse“-Leiter Siegfried ist allerdings schon vor seiner Hilfswerkzeit straffälllig geworden – und wie! Nämlich wegen nichts anderem als sexuellen Missbrauchs an einem seiner Schüler (Siegfried war vor seiner Hilfswerkzeit Lehrer am Unteren Gmnasium in Basel)! Nicht verwunderlich in diesem Sinne, wenn auch der Nachfolger Siegfrieds; Peter Döbeli, nur vier Jahre nach Antritt bereits wieder entlassen wurde. Der Grund lässt sich erahnen: Sexueller Missbrauch an Kindern, diesmal solche von Pro Juventute – beziehungsweise bei Pro Juventute unter Vormundschaft stehend – selbst!

… und natürlich Corris

Respektiv: Es kann ja nicht gut rauskommen mit einer Jugendinstitution – besser gesagt ja sogar Jugend-„Schutz“(!)-Organisation – wenn schon einer der Mitgründer der Organisation ein Nazi-Kollaboteur und der Gründer des Sub-Hilfswerks ein Kinderschänder ist! Oder wie ist es anders erklärbar, dass Pro Juventute ab ca. 2010 plötzlich auch auf den Sammelnonsens mit der Corris AG setzte, obwohl man sich noch 2005 in den Medien schwer von Corris & Co. distanziert hatte?

PS: Vollständigkeitshalber hier auch noch kurz zu den zwei Hilfswerken, bei denen ich selber gearbeitet habe. Erst einmal zu Terre des hommes – Kinderhilfe (gibt übrigens auch noch das viel kleinere Terre des hommes Schweiz, das sich schon vor Jahrzehnten von der Mutterorganisation abgespalten hat und im Gegensatz zu ihr bei Corris ist). Bei Terre des hommes – Kinderhilfe kam 1999 ein Riesenskandal ans Licht, erst durch den Englischen „The Guardian“ aufgedeckt und später auch vom Spiegel aufgenommen: Der pädophile Brite David Christie, Terre des hommes-Beauftragter in Äthiopien, hatte das dortige Terre des hommes-Kinderdorf in ein regelrechtes Pädophilenparadies verwandelt, indem er „gleichgesinnte“ Freunde ins Dorf mitgebracht hatte. Terre des hommes – Kinderhilfe ist also bei keiner „Sammelfirma“ à la Corris, hatte dafür aber einen umso grösseren internen Fall von sexuellem Kindsmissbrauch. Bei Ärzte ohne Grenzen Schweiz (auch Médecins sans frontières, bzw. MSF) ist es umgekehrt: MSF hatte die Strassen-Spendensammlungen zu meiner Zeit zwar selbst gemacht und 2010 in der Tagesschau sogar noch stolz verkündet, wie wichtig das der Organisation wäre. Nur kurz darauf war man dann trotzdem eine ganze Weile bei der Corris-Konkurrenfirma Ten Fe GmbH…

 

 

DE/AU: SAT. 1-Frühstücksfernsehen-Beitrag zu kommerziellen Hilfwerk-Strassensammlungen + Nachfolgebeitrag von heute.at (Dez. 2018)

„DAS MORALISCHE IST EGAL“

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Link: https://www.sat1.ch/tv/fruehstuecksfernsehen/video/spendensammler-kann-man-ihnen-vertrauen-clip

Nachfolgebeitrag: https://www.heute.at/welt/news/story/Aussteigerin-packt-ueber-die-Spendensammler-aus-57209467

 

PS: Online-Abstimmung in Hannover (Hannoversche Allgemeine) von Ende Dezember (76% der Leserschaft findet, Ärger über Spendensammelnde sei berechtigt): http://www.haz.de/Start/Umfragen/Spendensammler

 

Nach Englischem „Brighton“ fordert auch „Lübeck“ als zweite Deutsche Grossstadt allfälliges Totalverbot für Strassen-Spendensammlungen!!! (12.12.2018)

Update 13.12.2018

Kaum habe ich letzten Beitrag geschrieben über mögliches erstes Totalverbot für Strassen-Spendensammlungen in Englischer Grossstadt, da entnehme ich dem Internet, dass auch Lübeck in Deutschland ein solches durchaus ins Auge fasst. Lübeck wäre nach Freiburg erst zweite Deutsche Grossstadt, die ein solches durchsetzt.  Auch in Berlin gab es nämlich lange Jahre ein „Quasi-Totalverbot“, doch wurde dieses nicht durchgesetzt. Erklärbar: Denn es war lediglich nicht erlaubt, Mitgliedschaften direkt am Stand/auf der Strasse abzuschliessen, so wie laut Artikel auch in Lübeck früher (und demnach offenbar auch in viel mehr anderen Städten, als bisher bekannt – gilt auch für CH & AU). Da haben Politik/Behörden in dem Fall aber gar keine gute Leistung gezeigt. Denn praktisch alle Mitgliedschaften werden ja auf der Strasse abgeschlossen, inkl. Unterschrift! Respektiv: Es macht so gut wie niemand mit, der die Unterlagen nach hause nimmt – heute erst recht nicht (mehr), da ja sowieso immer weniger mitmachen. Wären die Behörden konsequent gewesen, gäbe es dieses Sammelsystem also, möchte ich meinen, schon locker 15 Jahre nicht mehr! Fazit: Es ist zu hoffen, dass Politik/Behörden ihren Fehler ausbügeln, und jetzt umso konsequenter ein Totalverbot für solche Sammlungen ÜBERHAUPT erlassen/durchsetzen – jedenfalls, wenn diese von kommerziellen Werbefirmen durchgeführt werden (was i.d.R. der Fall ist).  Hier das Wichtigste aus dem Artikel (zu ganzem Beitrag in „LNONLINE“ H-I-E-R):

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POLITIKER GEGEN AGGRESSIVE SPENDENSAMMLER

«Lübeck – So nicht: Die Politiker wehren sich gegen aggressives Werben in der Fußgängerzone … Denn die Promoter halten sich nicht an die Regeln der Stadt. Jetzt fordern die Politiker mehr Kontrolle – oder das Aus solcher Strassenwerbung … „Es ist ein offensiveres Auftreten zu verzeichnen“, gibt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) im Hauptausschuss zu … Massive Kritik an dem Verhalten kommt von den Linken. „Ich finde das masslos“, macht Ragnar Lüttke klar. „Die bedrängen die Leute.“ … Aus seiner Sicht engagieren die Organisationen „Drückerkolonnen“, um auf Mitgliederfang zu gehen. Er ist sauer: „Da geht es nur ums Geldmachen.“ … „Da gibt es teilweise ein aggressives Verhalten“, stimmt SPD-Fraktionschef Peter Petereit zu. „Die gehen gezielt auf die Leute zu“, hat Ulrich Krause (CDU) beobachtet … Das sei eine Belastung für die Bürger … „Wenn da keine Besserung eintritt, dann kann man der Organisation künftig keine Erlaubnis mehr erteilen“, macht Krause klar … Krauses Forderung: „Sollte der Aufwand zu groß werden für die Verwaltung, dann werden wir es ganz lassen müssen.“»

Y-E-S, stoppt den Nonsens endlich! Und danke, danke, danke!

Letzer Medienbeitrag von Blogbetreiber zum Thema (berücksichtigt Situation in allen deutschsprachigen Ländern) H-I-E-R sowie weiterer Medienbeitrag ÜBER den Blogbetreiber D-O-R-T.

England: Erstes Grossstadt-Totalverbot für Strassenspendensammlungen inkl. „Kettenreaktion“ lässt weiter auf sich warten (12.12.2018)

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Chugger/Wohltätigkeits-Strassenräuber für Shelter Scotland-Obdachlosenhilfe

In England, wo die allergrössten Städte praktisch alle TEIL-Verbote für die immer verhassteren Strassenspendensammlungen erlassen haben (Birmingham z.B. hat eine Reduktion um 70% erwirkt), welche ja in der Regel von kommerziellen Werbeagenturen übernommen werden, die mittlerweile 90 Prozent oder mehr der Kampagnen-Gesamtspenden selbst einsacken, wartet die Bevölkerung immernoch sehnsüchtig auf das erste Grossstadt-TOTALverbot (in Kleinstädten wie z.B. in Morley gibt es solche Totalverbote bereits). Versagt hat Nottingham, wo nur gewisse Restriktionen durchgesetzt werden konnten – einmal mehr (siehe ersten Post vom August 2018). Als nächstes an der Reihe ist der bekannte südliche Badeort Brighton mitsamt Nachbargemeinde Hove, wo Anfang Dezember Massnahmen angekündigt wurden gegen die Wohltätigkeits-Strassenräuberei („chugging“ oder „charity mugging“). Wann kommt endlich der von mir prophezeite Riesenknall, respektiv wo wird sich der berühmte „Funke im Pulverfass“ bilden???

Anmerkung: Im Deutschen Freiburg gibt es bereits ein Totalverbot – schon seit 2011. Nur ist Freiburg damit ein Exot in Deutschland. Die Chance, dass sich zuerst ein flächendeckendes Totalverbot durchsetzt ist momentan in England am grössten. Jedoch: Bei solchen „Riesenbewegungen“ kann man eh meist nicht sagen, wann, wo und wie genau das Entscheidende passiert und wie das Ganze dann auch ablaufen wird.

CH: Neuer K-Tipp-Beitrag zu Corris, Wesser & Co. (Strassen- & Haustürspendensammlungen) & Neo-Bundesrat-„Verfilzungsanalyse“ (10.12.2018)

NEUER BUNDESRAT: MEHRHEIT MIT VERBINDUNG ZU „CORRIS-NGOs“!

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Mit Abstand verfilztestes Bundesratsmitglied: „SKS-Simonetta Sommaruga“

 

Neue Erkenntnis: Auch Beiträge bei KLEINEN Medien können GROSSE Wirkung haben. So hat mein Artikel bei der sozialistischen Zeitung „Vorwärts“ vom 15.11.2018 offenbar für zahlreiche Telefonanrufe beim K-Tipp gesorgt, der dadurch quasi „gezwungen“ war, zu den skandalösen NGO-Spendensammlungen kommerzieller Werbefirmen auch einen Beitrag zu schalten (allerdings werden im Artikel wie gewohnt die von den NGOs herausgegebenen Verkaufszahlen nicht hinterfragt, obwohl diese veraltet sind – denn der Truc ist, dass das Sammelsystem kaum mehr rentiert für die NGOs, da immer weniger Leute mitmachen und auch immer weniger lang Mitglied bleiben – siehe meinen Leserbrief in der Deutschen „Neckar-Chronik“ der Südwest-Presse).

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Ignazio Cassis, Ex-Stiftungsrat Fairmed

Institutionen für Verbrauchende schreiben nämlich leider seit geraumer Zeit nicht mehr gerne über das Thema – ausser es kommt eben EXTREM viel Druck von aussen. Der Grund: Fast alle Konsumierenden-Organisationen und deren Medien sind „links-freundlich“ – mit Ausnahme des Magazins KONSUMER, bei dem ich prompt einen Beitrag zum Thema machen konnte („Eine Sauerei“, 3.5.2017). Das konkrete Problem: Extrem viele linke Politiker und Politikerinnen sind bei Hilfsorganisationen in Vorständen, Stiftungsräten, in Patronats- oder Matronatskomitees oder sonstwie damit verbunden. Das geht bis in den Bundesrat hinauf, respektiv: Ein Bundesratsmitglied muss zwar beim Antritt allfällige Mandate abgeben. Aber selbstverständlich ist immernoch eine gewisse Bindung vorhanden. Am krassesten ist das bei der bisherigen JUSTIZ-Ministerin Simonetta Sommaruga der Fall. So unternimmt die Justiz seit Jahren nichts gegen die Sammlungen, obwohl es sich dabei um eine Straftat handelt (NDR-Beitrag vom 21.8.2012). 

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Karin Keller-Sutter, Ex-Matronat bei Plan International

Naja, Sommaruga war ja selbst Präsidentin von Swissaid sowie vor allem auch Geschäftsführerin & Präsidentin der SKS, bzw. der „Stiftung für Konsumentenschutz“ (hier kommt natürlich auch der bereits erwähnte „Links-Drall“ bei Konsumierenden-Organisationen zum Vorschein). Beide sind bei der Sammelfirma Corris. Da muss ich doch gleich auch noch meinen Senf zum neuen Bundesrat hinsichtlich der „Wohltätigkeits-Räuberei“ dazugeben: Es schwärmen ja alle, dass nun die Frauen wieder ganz passabel vertreten sind in der Landesregierung. Äh, aber bitte nicht vergessen: AUCH Corris, Wesser & Co. können aufatmen. Dass politische Massnahmen gegen sie unternommen werden, ist so gut wie unmöglich (ausser es kommt wie erwähnt RICHTIG Druck von aussen, wie jetzt gerade coolerweise eben vom „abweichlerischen“ K-Tipp). Denn neben Sommaruga und Ignazio Cassis; Ex-Stiftungsrat „Fairmed“ (=Corris-Kunde), kommt nun noch Viola Amherd; Ex-Stiftungsrätin „Swissaid“ (Gruss an Sommaruga) dazu, und mit etwas Abstand auch noch Karin Keller-Sutter, die bis vor nicht allzu Langem noch ein Matronat für Plan International (=Corris-Kunde) übernommen hatte: F-I-L-Z!!!

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Viola Amherd, Ex-Swissaidstiftungsrätin

Und auch noch einen kleinen Kommentar bezüglich der brandaktuellen, neuen Departementsaufteilung: Sommaruga übernimmt ja nun das UVEK, während neu Keller-Sutter fürs Justizdepartement zuständig ist. Änderung in punkto bisheriger „Corris-Praxis“ (alles „tiptop“ erscheinen lassen) also gleich Null. Beim UVEK (Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) hat ja die „Corris-verseuchte“ SP (Bundesrat Leuenberger sowie SP-Gygi, Siegenthaler & Weibel) schon vor Langem alles vorgegleist bei den bundesnahen Betrieben Post und SBB – siehe „Post“ vom 1.9.2018 – wo bekanntlich die wie gesagt EIGENTLICH widerrechtlichen Spendensammlungen gestattet sind.  Post & SBB erhalten dafür ja auch einen netten „Zustupf“ (Standmiete pro Tag im Zürcher Bahnhof für Corris & Co.: 950 Franken). Und im Justizdepartement wird sich die der SP-angenäherte Keller-Sutter (deshalb ist sie ja AUCH „von Links“ gewählt worden) nicht trauen, wieder ihre harte „rechte“ Hand hervorzuholen, die sie als Justiz- und Sicherheitsdirektorin in der St. Galler Regierung mal gezeigt hat, respektiv gegen den Corris-Stuss vorzugehen (und die Staatsanwaltschaft wird sich in gleicher Weise weiterhin nicht trauen, gegen die Interessen der Justizministerin zu handeln). Zumal Keller-Sutter selbst eine vergangene Verbindung zu einem Hilfswerk (Plan International) nachgewiesen werden kann – und ja auch FDP-Bundesratskollege Cassis von derselben Partei nicht vergessen werden darf (Ex-Fairmed-Stiftungsrat)…

 

EIN SPENDENSAMMLER KOSTET ÜBER 700 FRANKEN PRO TAG (K-TIPP-BEITRAG VOM 27.11.2018)

Mit Standaktionen auf belebten Plätzen und ­Hausbesuchen versuchen Hilfswerke, Spender zu gewinnen. Dafür beauftragen sie externe ­Unternehmen. Wer Geld spendet, ­bezahlt auch diese Privatfirmen.

Musiklehrerin Kora Wuthier aus Goldach SG ärgert sich über einen angeblichen Mitarbeiter von Pro Natura, der vor ihrer Haustür auftauchte.Wuthier schreibt dem K-Tipp: «Der Mann, der bei mir klingelte, war sehr aufdringlich. Ich musste ihn entschieden zurückweisen.» Er zog durch Wuthiers Wohnquartier, um für die Naturschutz­organisation neue Spender zu gewinnen.

Tatsächlich war der Mann aber beim Fundraising­unternehmen Wesser an­gestellt, das sich auf Hausbesuche spezialisiert hat. Pro Natura beauftragt ­diese Firma mit Büros in Stans und Zürich seit sieben ­Jahren. Wesser beschäftigt 500 Teilzeitangestellte, zumeist Studenten. Allein im ­vergangenen Jahr klin­gelten sie nach Angaben von Wesser in den Sommermonaten rund 160 000 Mal für Pro Na­tura an Haustüren und überzeugten 16 000 Leute von einer Mitgliedschaft.

Dafür zahlte Pro Natura der Firma Wesser ungefähr 700 Franken pro Mit­arbeiter und Tag. Wie viel sie Wesser insgesamt ­zahlte, gibt Pro Natura nicht bekannt. Zum ganzen Artikel auf der K-Tipp-Website…

Strassen-Spendensammelnde in Spanien: Vorgabe verfehlt – kein Lohn!!! (26.11.2018)

Medienbeitrag über den Blogger: Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler – Media article about the Blogger: His lonely struggle against charity muggers – Artículo de prensa sobre el Blogger: Su solitaria lucha contra los captadores de fondos

Ich bin ja bisher davon ausgegangen, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann in Sachen Strassen- und Haustürspendensammlungen – sowohl für Spendende als auch für Sammelnde (ausser, diese streben Kriminellenkarriere an). Doch ein Blick in die spanischsprachige Welt, wo aufgrund der schlechteren Wirtschaftslage selbstverständlich deutlich weniger gespendet wird als in den deutschsprachigen Ländern, hat mich eines Besseren gelehrt (gleich vorab ein „Sorry“, falls nicht alles 100% richtig übersetzt wurde). Und peinlicherweise ist ausgerechnet mein ehemaliger Arbeitgeber; die Hilfsorganisation „Médecins sans frontières“, beziehungsweise „Ärzte ohne Grenzen“ (Friedensnobelpreis 1999), welche Sammelnde in Spanien selbst anstellt, sehr unlöblich in die Geschichte involviert (denn sie macht es nicht besser als die Werbefirmen). Es geht um die Löhne der Sammelnden. Denn es ist ja so: Während erfolgreiche Werbende „in Sänften rumgetragen“ werden (z.B. nicht nur in Form viel zu hoher Löhne, sondern z.B. auch durch bezahlte Ferien/Aufenthalte in Nobelhotels während der Aktionen), gelten die nicht erfolgreichen Sammelnden als eine Art „Ausschussware“ (indem sie z.B. mit einem Mini-Gehalt sogleich wieder rausgeschmissen werden – ODER SOGAR ÜBERHAUPT KEINEN LOHN ERHALTEN). Hier ein letztjähriger Artikel der spanischen Zeitung „Atlántico“:

 

CAPTADORES PARA LAS ONG, CONTRA CLÁUSULAS ABUSIVAS (HILFSORGANISATIONS-SPENDENSAMMELNDE BEKLAGEN MISSBRÄUCHLICHE ARBEITSVERTRAGSKLAUSEL)

Captadores de MSF, una imagen habitual en las calles.

Los trabajadores „face to face“ se han convertido en una de las principales fuentes de financiación de las ONG en los últimos años. Sólo en Vigo hay 80 personas dedicadas a esta actividad en alguna organización social, 10 de ellas contratadas por Médicos sin Fronteras (MSF) y sujetas a una cláusula que sus protagonista consideran “abusiva” debido a las exigencias que van aparejadas. El apartado del contrato obliga a los empleados a captar un mínimo de 24 nuevos socios al mes. En el caso de incumplirla será despedido sin ninguna indemnización. 
Algunos captadores denunciaron esta situación a Comisiones Obreras hace más de un año y la organización paralizó la cláusula haciendo que los despidos cesaran hasta hace dos meses, cuando se volvió a retomar la expulsión de los que incumplían los requisitos mencionados. En este momento del proceso judicial, se espera una sentencia firme por parte del Tribunal Superior de Justicia.
Alberto López, trabajador de Médicos sin Fronteras y afiliado a Comisiones Obreras, alega que el conflicto laboral viene desde hace mucho tiempo y que no sólo ocurre en esta ONG. “Somos trabajadores con un contrato indefinido pero con unas cláusulas y requisitos muy difíciles de cumplir” añadió. Asimismo, cree que esta situación se da porque las asociaciones se aprovechan de los jóvenes y de la inestabilidad del sector laboral. “Estos trabajos están pensados para jóvenes que roten constantemente, y los que aguantan en el puesto de trabajo acaban con depresión o ansiedad por el estrés” añadió.  Relató la importancia de sus trabajos para las ONG. „Sólo queremos un cuerdo. Ellos ganan millones al año gracias a nosotros y estaría bien que a cambio tuviéramos una estabilidad profesional”, dijo. Este diario trató de conseguir la opinión de MSF, sin éxito.

Spendensammlungen mittels „Face-to-Face“-Werbenden sind in den letzten Jahren zu einer der Hauptfinanzierungsquellen für NGOs geworden. Allein aus der Stadt Vigo haben sich rund 80 junge Leute für diesen Job entschieden, wovon 10 von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières) unter Vertrag genommen wurden. Dieser enthält allerdings eine Klausel, welche der Vertreter der Werbenden als missbräuchlich bezeichnet. Besagter Vertragsabschnitt verpflichtet die Mitarbeitenden nämlich zu mindestens 24 Abschlüssen von Mitgliedschaften pro Monat. Wird diese Schwelle nicht erreicht, gilt der Vertrag als nicht eingehalten und der oder die Sammelnde wird ohne Entschädigung entlassen. Ein paar Sammelnde hatten sich in der Folge bei der Arbeitskommissions-Gewerkschaft CCOO beschwert, worauf die Hilfsorganisation betreffende Klausel „aussetzte“. Bis vor zwei Monaten wurden keine Entlassungen mehr vorgenommen. Inzwischen ist man jedoch wieder auf die Praxis zurückgekommen. Nun wird allerdings im Gerichtsverfahren ein rechtskräftiges Urteil des Obersten Gerichtshofes erwartet.
Alberto López, Vertreter der Ärzte ohne Grenzen-Werbenden, der Mitglied der Gewerkschaft ist, behauptet, dass dieser Arbeitskonflikt schon seit Längerem stattfindet und nicht nur seine NGO betrifft. „Wir sind Arbeitende mit einem unbefristeten Vertrag, der aber Klauseln und Anforderungen enthält, deren Einhaltung manchmal nicht möglich ist“, fügt er an. Er ist auch der Ansicht, dass diese Situation dadurch entsteht, dass Hilfswerke die Jugend und die Instabilität des Arbeitsmarktes ausnutzen. „Diese Jobs sind typisch für junge Menschen, die ständig ihre Arbeit wechseln (müssen). Aber selbst diejenigen, die ihn behalten können, enden mit Depressionen oder Stressangst“, fügte er hinzu.  Er betont die Wichtigkeit seiner Arbeit für die NGOs: „Wir verlangen lediglich Fairness“. Denn diese nähmen durch die Sammlungen jährlich Millionen ein und es wäre gut, „wenn wir im Gegenzug professionelle Stabilität hätten“, sagte er. Diese Zeitung versuchte, die Meinung von Ärzte ohne Grenzen einzuholen – ohne Erfolg.

 

Aktuelles Update, bzw. vor wenigen Monaten ist nun endlich ein Urteil gefällt worden (aus nuevatribuna.es): „LA JUSTICIA CONDENA A MÉDICOS SIN FRONTERAS POR ABUSO LABORAL“ (JUSTIZ VERURTEILT „ÄRZTE OHNE GRENZEN“ WEGEN MISSBRÄUCHLICHER ARBEITSVERTRAGSANWENDUNG)

Artikel des Blogbetreibers in „Vorwärts – Die sozialistische Zeitung“ zum Thema Haustür- und Strassenspendensammlungen vom 15.11.2018

Bisher (siehe 2. Beitrag Mai 2018) hat es ja offenbar noch keine/n Toten gegeben in Folge der immer verhassteren Haustür- und Strassenspendensammlungen (welche zwar legal daherkommen, tatsächlich aber eine Straftat darstellen) – ausser man zählt den „Drückermord“ von 1997, wo es aber um Zeitschriftenabonnements-Haustürwerbung ging, dazu (Der Spiegel, 11.5.1998). Wichtig ist aber der Gebrauch des Wortes „offenbar“, denn wirklich sicher, dass es noch nie Tote/n gegeben hat, ist es womöglich gar nicht:

Basler Obdachloser „George“, bevor er ermordet wurde

Meistgelesenes Schweizer Medium „20 Minuten“ vom 14.11.2018: „Der 22-jährige V., der 2017 in einem Basler Park in religiösem Wahn den 60-jährigen Obdachlosen Georg C. erstochen hatte, ist wegen Schuldunfähigkeit vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden.“ Also ich finde das irgendwie ein bisschen auffällig. Vor allem, wenn man den Artikel weiterliest: „Sein Opfer habe sich von ihm nicht zum Christentum bekehren lassen, begründete der Beschuldigte seine Tat, die er im Auftrag von Gott ausgeführt haben will.“ Und: „Kurz nach dem Tötungsdelikt griff der Beschuldigte im Basler Untersuchungsgefängnis «Waaghof» einen Aufseher an und verletzte diesen. Auch für diese Tat attestierten der Psychiater und das Gericht dem Angeklagten Schuldunfähigkeit…“ Ich hoffe doch, dass ich nicht der einzige bin, der sich das Recht nimmt, die Geschichte hinterfragen zu dürfen. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich lange in Basel war, und dass ich dem Ermordeten in auffälligem Masse gleiche:  

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Nicht geschrieben habe ich allerdings, dass in Basel auch MONATELANG nach mir gesucht, beziehungsweise nachspioniert wurde… Und dass der Mord genau in diese Zeit reinfällt. Recht passend zum Thema („Die bösen Guten“) ist übrigens mein neuer Artikel, der coolerweise von einem Links-Blatt abgedruckt wurde; dem „Vorwärts“, rausgekommen:  

 

DIE BÖSEN GUTEN (AUTOREN-ORIGINALTEXT)

Haustür- und Strassenspendensammlungen werden von verdeckt agierenden, spezialisierten Werbefirmen durchgeführt, die daraus ein Geschäft machen: „Profit mit Non-Profit“. Ein unerhört schwerer ethischer Verstoss und übelster Kapitalismus. Denn das gerade dem NON-Profit-Sektor ureigene „Uneigennützigkeits“-Gebot wird so massiv verletzt – und die Glaubwürdigkeit der auftraggebenden Non-Profit-Organisationen zerstört.

„Es schadete unserer Glaubwürdigkeit“, meinte Ex-WWF-Marketingleiter Reinhardt Brühwiler zum „Bund“, nachdem die Berner Zeitung schon im Vorjahr geschrieben hatte: „Der WWF trennt sich aus ethischen Gründen von der Firma Corris, die bisher Mitglieder für die Umweltorganisation rekrutierte“. Das war Ende der 90-er. Ab 2003 war der WWF Schweiz wieder bei Corris, denn: who cares? Corris ist die grösste Schweizer „Face-to-Face Fundraisingagentur“. 850 Franken zahlt ihr eine NGO im Tag: für jeden einzelnen Sammler! Firmenbesitzer Gerhard Friesacher hat sich längst aus dem Tagesgeschäft verabschiedet, lässt nur noch die Kassen klingeln, und widmet sich der mit einem Teil seiner Corris-Millionen aufgebauten Ladenkette „Changemaker“ (jedoch auch nur drei bis vier Tage die Woche, wie die Medien vor paar Jahren enthüllt haben; den Rest verbringt er mit Kind und Kegel im trauten Heimatland Österreich). In den hippen Changemaker-Shops gibt’s stylishe Produkte, die alle „irgendwie“ nachhaltig sind, wie etwa eine Zwitscherbox („Die Natursounds erschaffen eine wohltuende Soundkulisse…Wir atmen durch und kommen zur Ruhe, wie bei einem  Waldspaziergang.“). Dabei sagte Friesacher selbst mal in einem Interview: „Niemand geht shoppen, um die Welt zu  verbessern.“ Hauptsache, man denkt es. So hört man auch bei Corris mitunter schon beim Bewerbungstermin: „Ein bisschen flunkern ist schon erlaubt, es geht ja um die gute Sache“. Es darf also beim Sammeln gelogen werden. Und die „gute Sache“? Dient lediglich als Verkaufsargument („Hesch e Minute für e gueti Sach?“). Im Gegenteil: Corris & Co. geht es um Gewinn, eben „Profit“. Der Besitzer des grössten „Sammelkonzerns“ der Welt; Appco, soll sogar Milliardär sein! Aber auch die leistungsbasierten Sammlerlöhne sind Unsinn, sind doch gerade die Boni-korrumpierten Top-Sammler die fragwürdigsten Charaktere, aggressiv und manipulativ vorgehend – und ohne schlechtes Gewissen hohe Saläre beziehend! Friesacher selbst hat mal als Haustürsammler angefangen und sich dann allmählich hochgearbeitet. Lange Zeit die einzige Haustür-Sammelfirma im Lande war die Wesser GmbH, die schon seit den 80-ern fürs Schweizerische Rote Kreuz unterwegs ist. Erst 1997 deckte der SonntagsBlick auf, dass eine Werbefirma hinter den Aktionen steckt. Und auch, dass ein Klinkenputzer gegen 10’000 Franken im Monat verdient hatte. Da war Wesser noch gut bedient: Zu jener Zeit waren sogar 15’000 Franken möglich (auch „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ von Corris, Englisch: „Charity muggers“ oder abgekürzt „Chuggers“, mussten übrigens um diese Zeit nicht darben). Denn damals machten noch viel mehr Leute mit. Bei Haustürsammlungen trifft man öfters ältere Leute an. Mitunter solche, die „nicht mehr so ganz mitkommen“. Da lassen sich einfach Mitgliedschaften aufschwatzen – und hohe Spendenbeträge. Paradebeispiel: Einen viel höheren Betrag nennen, wenn gefragt wird, wieviel etwa gespendet werde. Der Geschäftsleiter von Wesser CH, der bis vor nicht allzu Langem noch selbst sammelte, ist so immernoch auf monatlich 10’000 Franken gekommen. Wesser war als weltweit erste F2F-Fundraisingfirma aber bereits 1968 in Deutschland fürs Deutsche Rote Kreuz gestartet. Ausgerechnet das DRK: die wohl umstrittenste NGO überhaupt. Nicht etwa, weil vor drei Jahren bekannt wurde, dass die Ex-Chefin der DRK-Schwesternschaft; Heidi Schäfer-Frischmann, bis zu 540’000 Euro im Jahr verdient hatte. Sondern weil das DRK während der Nazi-Zeit von einer Hilfsorganisation zu einer rein nationalsozialistischen Sanitätsorganisation mutiert ist. Indem zum Beispiel der fundamentale Grundsatz der „Unparteilichkeit“, dass allen leidenden Menschen ohne diskriminierende Unterscheidung geholfen wird, aus freien Stücken preisgegeben wurde. Der Führer selbst wurde gar zum DRK-Schirmherrn ernannt! Zum geschäftsführenden DRK-Präsidenten berief Hitler prompt SS-Oberführer Ernst-Robert Grawitz. Die SS war ursprünglich die Leibgarde Hitlers, kam aber später vor allem durch den Betrieb der Konzentrationslager („Auschwitz“) zu ihrem teuflischen Image. Grawitz war als Reichsarzt auch für die berüchtigten KZ-Menschenversuche verantwortlich. Von 29 Mitgliedern der DRK-Führung waren schlussendlich 18 SS-Führer. Zum springenden Punkt: Von den DRK-Verantwortlichen wurden nach dem Krieg nur die wenigsten zur Rechenschaft gezogen. So konnte auch 1968 immernoch ein Ex-Nazi; Walter Bargatzki, als DRK-Präsident amten: das Jahr, in dem die verhängnisvolle Kooperation mit Wesser begann… Dass ein humanitäres Hilfswerk mit einer menschenverachtenden Diktatur zusammenspannt, ist sicher nochmal eine andere Liga, als wenn das ein profitorientierter Konzern tut – obwohl dies freilich auch verwerflich ist. Das hätte auch WWF-Gründungspräsident Prinz Bernhard von den Niederlanden wissen müssen – der vorher im Übrigen jahrelang begeisterter Grosswildjäger war („Tierschutz“) – und auch in der SS! Wobei anzumerken ist, dass der Prinz ursprünglich Deutschen Adelsgeschlechts war, sich aber 1937 ins holländische Königshaus „eingeheiratet“ hat (König Willem Alexander ist sein Enkel). Schon zuvor, ab 1935, war er für den Chemiekonzern I.G. Farben tätig, welcher bereits 1933 einen Absatzgarantie-Vertrag für 350’000 Tonnen synthetischem Benzin mit der Hitlerregierung abgeschlossen hatte. Später lieferte eine Tochterfirma sogar das Schädlingskämpfungsmittel Zyklon B, mit dem die Juden vergast wurden! Zurück zu Prinz Bernhard: In Holland freundete er sich zuschlechterletzt mit dem Vorstandsvorsitzenden des Ölkonzerns Shell an: John H. Loudon (das niederländische Königshaus ist an Shell beteiligt) – und machte diesen zu seinem Nachfolger als WWF-Präsidenten! Shell stand wiederum am Anfang der ersten kommerziellen Strassensammlungen: 1995 sorgte Greenpeace für ein Mega-Medienspektakel. Shell wollte seine ausgediente Ölplattform „Brent Spar“ einfach im Atlantik versenken, was Greenpeace erfolgreich behinderte („David vs. Goliath“) – mit riesigem Imagegewinn. Doch der NGO stieg der Erfolg zu Kopf. Denn just im Sommer 1995 kam man bei der Österreichischen und für Greenpeace anwerbenden Haustür-Sammelfirma DialogDirect auf die Idee, die Aktionen dorthin zu verlagern, wo die Leute im Sommer am meisten sind: ganz sicher nicht zuhause! Flugs ging’s zum nächsten Swimming-Pool. Und es funktionierte – scheinbar! Denn es wusste ja noch niemand, dass auch auf der Strasse kommerziell gesammelt, respektiv übelster Kapitalismus „unter dem Deckmantel der guten Sache“ betrieben wird. Selbst die anderen Greenpeace-Ländersektionen – bevor sie freilich ebenfalls den Kopf verloren (die ersten Verkaufszahlen waren einfach zu gut) – standen dem Experiment erst höchst skeptisch gegenüber. O-Ton: „Weird Austrians!“ („Verrückte Österreicher!“) Pikant: DialogDirect ist, zuerst noch unter anderem Namen, auch von einem Ex-Klinkenputzer von Wesser gegründet worden; Franz Wissmann – und seinem Kumpel Corris-Friesacher! Immerhin: Da inzwischen ja eben immer weniger Leute mitmachen, rentieren die Sammlungen für die NGOs kaum noch: das System ist am kollabieren. Friesacher lacht sich indes ins Fäustchen. Er hat ja mit Changemaker für Kontinuität gesorgt! Anders sieht’s bei den NGOs aus. Doch wer die ganze Geschichte (nun) kennt, muss sagen: Selber schuld. Oder?

 

Zwei weitere empfohlene aktuelle Beiträge zum Thema (weltweit):

https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1574322/you-never-give-me-your-money & https://www.civilsociety.co.uk/news/charities-have-not-learned-from-mistakes-about-face-to-face-fundraising.html

 

 

CH/Tages-Anzeigerartikel: Strassenspenden-Sammlungen waren verboten, doch Behörden liessen sie trotzdem zu (NICHT nur in Schweiz)! – 1.10.2018

Article in English about Blogger: „His lonely struggle against charity muggers“ – Artikel über Blogbetreiber: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ 

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CHUGGERS (Charity muggers=Wohltätigkeits-Strassenräuber): UK TV-Series

 

Der Skandal um Wohltätigkeits-Strassenräuberei nimmt kein Ende (die Sammlungen werden nicht von Hilfsorganisationen durchgeführt, sondern von beauftragten Privatfirmen, welche heute erste 3 Jahresspenden abzweigen): Ein alter Beitrag des Schweizer Tages-Anzeigers vom 26.7.2006 zeigt, dass die Sammlungen in zahlreichen Schweizer Grossstädten viele Jahre verboten waren (und im Übrigen sowieso generell widerrechtlich sind im Sinne einer Straftat), doch die Behörden dieses Verbot nicht durchsetzten! Kein Wunder, wenn man schaut, wieviele hochrangige Politiker & Politikerinnen mit dem Sammelsystem verlinkt sind: Ich habe letztes Jahr bspw. bei 58 Personen(!) des Schweizer Parlaments – also fast bei jedem vierten Parlamentsmitglied(!) – Verbindungen zu gemeinnützigen Organisationen ausgemacht, die mit solchen Spendenmafiafirmen wie z.B. der Corris AG kooperieren. Dazu kommen aber auch noch zwei von „Ganz oben“, bzw. der Landesregierung: Simonetta Sommaruga (stand vorher Stiftung für Konsumentenschutz und Swissaid vor, beide bei der berüchtigten Corris AG) und Ignazio Cassis (war in Stiftungsrat von Fairmed; ebenfalls Corris-Kunde). Diese enorm starke Verfilzung von Politik & Non-Profit-Sektor ist freilich nicht nur auf Schweiz beschränkt. Zwar auch schon erwähnt, aber man lernt bekanntlich durch Wiederholung 😉 – respektiv: Der Deutsche Ex-Vizekanzler Franz Müntefering ist bspw. Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes. Oder die Frau des Deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier: Ist Schirmherrin von Unicef Deutschland. Aber auch der Bundespräsident selbst lässt sich nicht lumpen: Steinmeier ist ebenso Schirmherr; vom Deutschen Roten Kreuz, der ersten Hilfsorganisation überhaupt und weltweit, welche mit Face-to-Face Sammelunternehmen kooperierte! Der Österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen wiederum darf sich dafür Schirmherr des Österreichischen Roten Kreuzes nennen. Es versteht sich von selbst, dass all die genannten Nicht-Regierungs-Organisationen ebenfalls die kommerzielle Sammelmafia für sich sammeln lassen. Und ja, auch in bestimmten Deutschen Städten (Bsp. Berlin/taz vom 5.3.2013) und Österreichischen Städten (Bsp. Graz/KronenZeitung vom 28.7.2015) gab es ein Verbot für die NGO-Mitgliedsanwerbung auf den Strassen! (Von einer Aufhebung dieser Verbote in DE & AU habe ich übrigens nichts vernommen, aber ich denke, das wird in der Zwischenzeit schon gemacht worden sein, „im Stillen“, sozusagen.) 😉

 

Tages-Anzeiger: „HILFSWERKE SETZEN AUF UMSTRITTENE METHODE“ (26. Juli 2006)

In Zürich ist es erlaubt, in Winterthur verboten: das Spendensammeln per Lastschriftverfahren.

Zürich/Winterthur. – Die junge Frau im Swissaid T-Shirt im Bahnhof Hardbrücke ist unermüdlich. Sie erzählt Passanten von erfolgreichen Projekten des Hilfswerks in Indien. Am Schluss des Gesprächs kommt das Unvermeidliche: die Frage nach einer Spende. Dafür zückt die Studentin nicht einfach eine Sammelbüchse: Die Spender sollen nicht einfach eine Münze einwerfen, sondern sich für eine regelmässige Spende per Lastschriftverfahren verpflichten. Das Formular dafür ist bereit: Man kann sich per Ankreuzen entscheiden, monatlich, halbjährlich oder jährlich je 400, 300, 200, 100 Franken oder einen frei wählbaren Betrag ausschliesslich vom Bankkonto abbuchen lassen. Auf dem Formular ist aber auch vermerkt, dass reuige Spender eine Zahlung innert dreissig Tagen widerrufen und den Vertrag jederzeit auflösen können. Die Spendensammlerin will ihre Gesprächspartner trotzdem nicht gehen lassen, ohne dass man das Formular unterschreibt. Weder Bargeld möchte sie entgegennehmen noch einen Einzahlungsschein mitgeben.

Im Gespräch stellt sich dann auch heraus, dass diejenige Frau keine Freiwillige von Swissaid ist, sondern Mitarbeiterin der Firma Corris. Das Zürcher Unternehmen betreibt das Spendensammeln professionell. Zu den Kunden gehören Amnesty International, Caritas, der Gehörlosenbund, Greenpeace, Pro Infirmis, Terre des Hommes und WWF. Nach Auskunft von Firmenchef Gerhard Friesacher sind seine Mitarbeiter zum Teil erfolgsabhängig bezahlt: Je mehr ausgefüllte Verträge jemand herbeischafft, desto höher der Zusatzverdienst zum Grundlohn.

Swissaid hat laut ihrer Sprecherin Pia Wildberger gute Erfahrungen mit dieser Sammelmethode gemacht: Dank des Lastschriftverfahrens würden die Spendeneinnahmen planbarer, der Verwaltungsaufwand nehme ab. Und das, nachdem in den letzten Jahren die Spendentreue stark zurückgegangen sei.

Aber Martina Ziegerer, Geschäftsleiterin der schweizerischen Fachstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen (Zewo), ist sehr skeptisch: „Die Sammler sollten auch einen Einzahlungsschein mitgeben können.“ So ist es im Reglement über die Sammlungstätigkeit festgehalten: „Die Spender müssen stets die Wahl haben, ihre Spende bar, mittels Lastschriftverfahren oder per Einzahlungsschein zu bezahlen.“ Wenn das nicht der Fall ist und der Zewo dies zu Ohren kommt, mahnt die Fachstelle die Hilfswerke – im Wiederholungsfall droht der Entzug des Zewo-Gütesiegels.

Corris-Chef Friesacher aber sagt: „Unsere Methoden sind Zewo-konform.“ Und Swissaid-Sprecherin Wildberger erklärt, dass das Mitgeben von Einzahlungsscheinen erfahrungsgemäss kaum Spenden bringt. Sie bestreitet zudem, dass die Wahlfreiheit eingeschränkt ist: „Sie können immer auf eine andere Weise bei uns spenden.“ Sonst müsste die Zewo auch den Abzeichenverkauf kritisieren, da dort nur bar bezahlt werden könne. „Wir können auf die Lastschriftverträge nicht verzichten“, sagt Wildberger, „nur so bleiben uns genügend Spender erhalten.“

Erlaubt erst seit Anfang 2005

Die Methode war aber bis vor anderthalb Jahren in Zürich verboten. Auf Druck der Hilfswerke hob die Polizei das Verbot im Februar 2005 auf. Zürich befindet sich damit in guter Gesellschaft: In Luzern, Bern und Biel ist es schon länger erlaubt. Nach Auskunft von Marc Heeb, dem Chef der Stadtberner Gewerbepolizei, gibt es deswegen praktisch keine Reklamationen.

Anders sieht das die Polizei in Winterthur, wo das Vorlegen von Lastschriftverträgen auf öffentlichem Grund nach wie vor verboten ist: „Die Passanten sollen sich nicht zu einer Unterschrift genötigt fühlen“, sagt Alexandra Pfister, Pressesprecherin der Stadtpolizei.

 

+++ 10. Oktober 2018: Neuer Medienbeitrag (Erfahrungsbericht von Sammlerin): Ganz gut gelungen, nur leider wieder mal mit falschen Zahlenangaben des WWF (die Hilfsorganisationen und Fundraisingagenturen geben schon seit vielen Jahren nicht mehr zu, dass die Verkaufszahlen bei diesem Sammelsystem stetig zurückgehen, da a) immer weniger Leute mitmachen und b) auch immer weniger lange spendendes Mitglied bleiben – siehe Interview mit mir auf Ketzer-Podcast). 2001 war das noch anders, da sagte „Kommerzielles Strassenfundraising“-Erfinder Andreas Leitner von der ersten „Streetfundraising Firma“ DialogDirect im englischen Guardian (18. Juli) noch, dass „one of the biggest challenges was saturation“. Und weiter: „In Austria, for example, where the technique has a longer history than in the UK, many people approached have already signed up to two or three charities and are therefore unwilling to donate again.“ Leitner: „That’s something the UK will have to get used to.“ Kurz: Heute gibt eine Hilfsorganisation fast so viel aus für eine solche Kampagne, wie sie dadurch einnimmt!!! +++ 10. Oktober 2018

Neuestes Update (23.10.2018): Beitrag „Neu aufgerollter Paradise Papers-Skandal bei Schweizerischen Bundes Bahnen klärt auch Spendensammel-Skandal in Bahnhöfen/Poststellen (1.9.2018)“

Dialog-Spendensammlungen für Rotes Kreuz etc.: „Schalter umgedreht“ – Mehrheit der Bevölkerung inzwischen dagegen (24.9.2018)

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New Yorker „Charity mugger“ („Wohltätigkeits-Strassenräuber“) bei Überfall

 

Heute ist im deutschprachigen Raum wieder mal ein besserer Medienbeitrag über grässliche Face-to-Face-Spendenwerbende erschienen – beim Mittelbayerischen (Tatort Regensburg). Ich meine: Zusammen mit meinem Haupt-Septemberpost („Warum die Kooperation von Hilfsorganisationen & Spendensammelfirmen inakzeptabel ist“), der übrigens als Leserbrief in der Deutschen „Neckar-Chronik“ der Südwest-Presse abgedruckt worden ist, eine absolut ausgewogene Kritik vermittelnd. Spannendste Erkenntnis: Bei der Umfrage unter Passanten empfanden die Meisten die Art der Werber, unabhängig von der Organisation, als störend (dem Beitrag mit dem Titel „Info-Stände: Die bezahlten Idealisten“ ist übrigens ein interessantes Video dazu beigefügt).

Aha: Der „Breakpoint“ ist damit auch in Deutschland erreicht. Damit wage ich – ich gebe es ja zu; ich hatte damit eigentlich schon vorher gerechnet – zu behaupten: Der weltweite Total-„Crash“ dieses Sammelsystem über beauftragte Privatfirmen („Fundraisingagenturen“) steht JETZT WIRKLICH unmittelbar bevor. Ma kuck’n.

PS: Und diesmal vielleicht auch wieder mal kleine Anekdote von meinem letzten Erlebnis mit einer Unicef-Spendenwegelagerin zum Thema „Der beste Spruch, um lästige Spendensammler und -sammlerinnen abzuwimmeln.“ (… und zum Umdenken zu animieren – à propos Unicef: ich finde es besonders stossend, dass gerade die UNO, welche einen besonders hohen moralischen Anspruch hat und ja einst sogar zur „Weltfriedenssicherung“ gegründet wurde, ihrem Kinderhilfswerk solche Nonsens-Kooperationen mit Werbefirmen einzugehen erlaubt). Ich: „Das was du machst, ist offiziell eine Straftat, und du bist eine Betrügerin.“ Sie: „Wieso?“ Ich: „Weil du vorgibst, von einer Non-Profit-Organisation zu sein, obwohl du von einer profit-orientierten Firma bist, die ja in diesem Sinn völlig absurd „Profit mit Non-Profit“ macht. Sie: „Aber…“ Ich falle ihr lautstark ins Wort: „Das was du machst, ist eine Straftat, und du bist eine Betrügerin – tschüss.“ Darauf gehe ich weiter, schaue aber nach ein paar Metern nochmal zurück. Sie bleibt einen Moment perplex stehen, versucht sich dann aber wieder aufzuraffen und gleich auf das nächste Opfer zuzugehen (die Sammelnden werden von ihren Arbeitgebenden angehalten, sich nicht frustrieren zu lassen und am besten schnurstracks nächste Person anzusprechen). Doch sie bleibt wieder stehen, diesmal wie angewurzelt. Aha, das Gewissen…

Empfohlener, aktueller Internetbeitrag zum Thema Betrug: http://www.adabei.eu/?p=19895

Weitere Videos mit Kommentaren genervter Leute aus CH, AU + DE: https://kevinbrutschin.wordpress.com/2016/12/09/ausgewaehlte-tvvideo-medienbeitraege-aus-der-schweiz-oesterreich-deutschland-zu-immer-nervigeren-strassenspendensammlungen-dez-2016/

Warum die Kooperation von Hilfsorganisationen & Spendensammelfirmen inakzeptabel ist / Why the cooperation of charities & fundraising firms is unacceptable (September 2018)

 

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I worked myself for two charities, but quit – because of these terrible collections from „fundraising companies“. The cooperation between not-for-profit organizations and such chuggers is the biggest scandal in the history of the charities.
Firstly, the not-for-profit idea: „No profit“ or no self-interest is perverted. The fundamental idea of selflessness is massively violated.
Secondly,  door-to-door collections as well as street collections of chugging companies are legally a crime, more precisely fraud („deception“). Because   there is pretended, that the charities themselves are doing the collections, which is not correct at all. There is an interesting report of the NDR about this theme: https://goo.gl/jjpRrh
Thirdly, the campaigns are far too expensive. In Switzerland, the street fundraising agency Corris charges 850 Swiss Franc per collector and day. That are around 750 Euro! In the past, at least, many people signed. 20 years ago, there was one annual donation, which was going away. This means that one year passed, until the costs of the campaign were covered with donations. 10 years ago, it was already ca. two years or two annual donations, as William T. Markham wrote in his book „Environmental organizations in modern Germany“. Today, there are even three annual donations!

Ich habe selbst im Hilfsorganisationsbereich gearbeitet, aber gekündigt – genau wegen diesen Nonsens-Spendensammlungen über beauftragte „Fundraisingfirmen“. Die Zusammenarbeit zwischen gemeinnützigen Organisationen und solchen kommerziellen Spenden-Wegelagerern ist der grösste Skandal in der Geschichte der Hilfsorganisationen.
Erstens wird hier der Non-Profit-Gedanke pervertiert, sprich „Kein Gewinn“, bzw. kein Eigennutzen. Der fundamentale Uneigennützigkeitsgedanke wird hier also massiv verletzt.
Zweitens handelt es sich sowohl bei Haustür- als auch bei Strassensammlungen von solchen Spenden-Wegelagerer(-firmen) rechtlich gesehen um eine Straftat, beziehungsweise Betrug („Täuschung“). Denn bei den Kampagnen wird ja vorgetäuscht, die Hilfsorganisationen selbst würden diese durchführen, was ja aber nicht stimmt. Dazu gibt es einen interessanten Beitrag des NDR: https://goo.gl/jjpRrh.
Drittens sind die Aktionen viel zu teuer. In der Schweiz verlangt die Strassenfundraisingagentur Corris 850 Franken pro Sammler und Tag. Das sind rund 750 Euro! Früher hat sich das wenigstens noch gerechnet, da viel mehr Leute mitgemacht haben. Vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende, die draufging. Es verging ein Jahr, bis die Kosten durch Spendeneinnahmen wieder eingespielt waren. Vor 10 Jahren waren es dann schon rund zwei Jahre, bzw. zwei Jahresspenden, wie William T. Markham in seinem Buch „Environmental Organizations in Modern Germany“ darlegt. Heute sind es sogar drei Jahrsspenden!

CH: Neu aufgerollter Paradise Papers-Skandal bei Schweizerischen Bundes Bahnen klärt auch Spendensammel-Skandal in Bahnhöfen/Poststellen (1.9.2018)

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Spendensammlung der Corris AG im Auftrag von Swissaid (Bahnhof Winterthur)

 

Mit den „Paradise Papers“ um brisante Steueroasen-Fälle geriet auch SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar ins Zwielicht. Mit den neuesten Publikationen in den Medien wird nun vollständig klar, warum der Schweizer Bahngesellschaft Ribar’s Offshorefirmen-Mandat entgangen ist – UND AUCH, warum sie rechtswidrige NGO-Spendensammlungen in Bahnhöfen zulässt. 

Schweizer Medien von A bis Z (20 MinutenSRF, Tages-AnzeigerNZZ) berichten momentan über eine schwere Verletzung der Aufsichtspflicht im SBB-Verwaltungsrat. Nur so konnte das dubiose Mandat von Präsidentin Monika Ribar in der Offshore-Gesellschaft „Capoinvest“ des verurteilten Schweiz-Angolaners Jean-Claude Bastos übersehen werden. Es wird auch schnell klar, warum der zuständige Kontroll-Ausschuss der SBB zur Feststellung von konfliktbehafteten Interessenbindungen versagt hat. Der bestand nämlich erst aus dem früheren SBB-Präsidenten Ulrich Gygi und der damaligen Vizepräsidentin Monika Ribar. Und danach aus Ribar und dem neuen Vizepräsidenten Peter Siegenthaler: Der altbekannte „Schweizer Filz“. Dass gestattet war, dass sich Monika Ribar selbst kontrollieren kann, ist ja eh ein Witz. Doch die anderen zwei Personen sind gerade aus Sicht der rechtswidrigen Spendensammlungen an Bahnhöfen – siehe dazu letzten Blog-Beitrag – ebenfalls sehr interessant unter die Lupe zu nehmen (ich habe übrigens im letzen Medienbeitrag, bei dem ich Stellung zum Thema genommen habe, offen auf diesen Betrug hingewiesen).

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Ulrich Gygi: 2000-2009 Chef Post, 2009-2016 Verwaltungsratspräsident SBB

Genauer gesagt geht es hier eigentlich sogar um ein Trio. Zu Gygi und Siegenthaler gesellt sich nämlich noch der frühere SBB-Chef Benedikt Weibel. Alle drei sind bei der SP – und beste Freunde, die sich bereits aus Berner Studienzeiten kennen. Sicher ein Schuft, wer denkt, dass da das eine oder andere gute Worte eingelegt worden ist füreinander, wenn es um die Belegung der begehrtesten Stellen bei Bundes- oder bundesnahen Betrieben ging (für den Rest war SP-Bundesrat Otto Stich „zuständig“, der die drei Genossen bei deren Karrieren beim Bund stark förderte). So war Gygi nämlich auch von 2000 bis 2009 Konzernleiter der Post. Die Spendensammelfirma Corris wiederum darf in Postfilialen seit 2006 sammeln. Dass Gygi den vielen SP-Parlamentariern und -parlamentarierinnen, die mit Corris-Hilfswerken verlinkt sind (letztes Jahr habe ich sage und schreibe 30 davon gezählt – Simonetta Sommaruga beispielsweise war damals auch schon als BERNER Ständerätin Präsidentin der mit Corris kooperierenden Entwicklungshilfeorganisation Swissaid) einen kleinen Gefallen getan hat, ist sicher ebenfalls eine dreiste Unterstellung. 😉

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Benedikt Weibel: 1993-2006 Geschäftsleitungsvorsitzender (Generaldirektor) SBB

Wie lange Corris und andere Agenturen auch schon in Bahnhöfen sammeln dürfen (und die SBB-Kundschaft belästigen), konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Aber es wird ja nicht so viel anders sein als bei der Post, beziehungsweise eben seit ca. 2006. Damals war Benedikt Weibel noch SBB-Chef… (Und hoppla, ganz vergessen: Oberaufsicht über SBB und Post hatte ja der damalige UVEK-Chef, der noch heute als Greenpeace-Beirat ebenfalls bestens mit dem NGO-Sektor vernetzte Bundesrat Moritz Leuenberger, „zufälligerweise“ in der SP.)

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Peter Siegenthaler: 2010-2016 Verwaltungsrat SBB, seit 2016 -Vizepräsident SBB

Das Schlimmste habe ich mir aber wie schon viele Male für den Schluss aufgehoben: Der auch heute noch amtierende SBB-Vizepräsident des Trios; Peter Siegenthaler, war von 2010 bis 2012 auch im Stiftungsrat von Corris-Kunde Pro Juventute (Jugendschutzorganisation). Bei der SBB ist er ebenfalls seit 2010 im Verwaltungsrat. Damit haben wir hier also sogar noch einen lupenreinen Interessenkonflikt (mehr), der von der SBB übersehen wurde (UND AUCH VON DEN IN DIESER ANGELEGENHEIT EBENFALLS NICHT-UNABHÄNGIGEN GROSSEN MEDIEN). Man sagt ja immer, so was sei nur in Bananenrepubliken möglich…

Verwandter Beitrag: „Wie die Hilfswerke Schweizer Städte für ihre kommerziellen Spendensammlungen instrumentalisiert haben“
Letztens upgedatet (Situation in USA): „US-Staatsanwaltschaft greift Ur-Spendenfirma an“

Brisante News zur Widerrechtlichkeit von Haustür- & Strassenspendensammlungen durch von Hilfsorganisationen beauftragten Werbefirmen (August 2018/4)

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„Wohltätigkeits-Strassenräuber(-innen)“ jagen sogar im Ferienparadies Mallorca

 

Die Justiz kommt immer mehr unter Druck. Denn durch Promotionsfirmen durchgeführte Spendensammlungen auf Strassen und vor Haustüren sind – obwohl das immernoch relativ wenige wissen – widerrechtlich. Am coolsten ist es immer, wenn dass Spendensammelnde selbst zugeben. Ein neu gefundenes, äusserst eindrückliches Beispiel.

Die nicht handeln wollende Justiz gibt sich immer mehr der Lächerlichkeit preis. Denn Spendensammlungen auf Strassen und vor Haustüren werden allermeistens von spezialisierten Werbefirmen durchgeführt, die dafür von wohltätigen Organisationen wie dem Roten Kreuz beauftragt wurden (und sich damit eine goldene Nase verdienen, wie zum Beispiel der Chef des „Spendensammelkonzerns“ Appco, der Milliardär sein soll). Nur wird das bei den Sammelaktionen überhaupt nicht oder viel zu wenig transparent gemacht. Insbesondere durch absichtlich in Kleinstschrift gehaltene und erst noch versteckte Hinweise. Denn auf der anderen Seite reagieren Spendenwillige bei solchen Sammelkampagnen „gutgläubig“ („Hilfswerken kann man sicher vertrauen, es geht ja um die gute Sache!“). Hier wird also glasklar das Vertrauen der Spendenden ausgenützt – auf welches diese aber ein Recht hätten! Denn gemeinnützige Organisationen haben sich höheren moralischen Standards verschrieben als kommerzielle Firmen. Und es wird ja genau vorgetäuscht, dass Non-Profit-Organisationen die Sammlungen mächten! Bei der Straftat handelt es sich also sinngemäss um vorsätzliche, arglistige Täuschung. Und das ist eine Betrugsform!

Doch noch immer windet sich wie gesagt die im Übrigen in dieser Angelegenheit sowieso nicht unabhängige Justiz (krassestes Beispiel findet sich in der Schweiz, wo Justizministerin Simonetta Sommaruga selbst zwei Non-Profit-Organisationen vorstand, die mit Fundraisingagenturen kooperieren) . Und erfindet immer wieder neue Ausreden (siehe auch meinen Beitrag zum skandalösen Entscheid des Deutschen Bundesgerichtshofs). Neulich habe ich vernommen, dass man zwischen Offizialdelikt und Antragsdelikt unterscheiden müsse (je komplizierter, umso besser). Ach, tatsächlich? Dann müsste also die Staatsanwaltschaft, sofern es sich „bloss“ um ein Antragsdelikt handelt – meines Wissens ist Betrug eh ein Offizialdelikt – erst eingreifen, wenn eine Strafanzeige gemacht würde? Aber die hat’s doch schon zuhauf gegeben (siehe beispielsweise vergangenen Bild-Artikel, der von einer Strafanzeige eines Spendensammlers selbst berichtet – die dann irgendwo versandet sein wird, denn es ist ja nichts geschehen). Ausserdem: Und gibt es eigentlich nicht im Recht auch den Begriff des „Öffentlichen Interesses“? Wenn nämlich ein grosser Teil der Bevölkerung diese Sammlungen missbilligt – was mittlerweile eindeutig der Fall ist, und die Standwerbungen und Hausierdienste wie gesagt sowieso widerrechtlich sind, dann müsste die Justiz doch eh handeln?!

 

Falls sie aber noch einen letzten Schubser braucht – hier ist er: Ich hätt’s wirklich nicht besser formulieren können als ein ehemaliger Spendensammler („Drücker“ in Deutschland, „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ in englischsprachiger Welt, „Keiler“ in Österreich), der Bilanz gezogen hat – jedenfalls bezüglich des thematisierten Täuschungs-, beziehungsweise Betrugsaspekts:

„Die meisten langjährigen Werber sehen das natürlich anders – aber es ist und bleibt Täuschung, sich im Namen einer Hilfsorganisationen vorzustellen und nicht im Namen der Werbeagentur. Ebenso ist es Täuschung in einer Sanitätsbekleidung aufzutreten, wenn man für eine Rettungsorganisation wirbt. Auch wenn man nie direkt täuscht, bei Nachfragen klein beigeben soll, die Bekleidung nicht ganz der offiziellen gleicht und auch auf dem Spendenformular im Kleingedruckten zu lesen ist, dass es sich um kommerzielle Werbung handelt (was in Wirklichkeit max. 0,1% der Geworbenen durchlesen!) es bleibt bei der Tatsache: Die meisten Personen denken, man komme direkt vom Rettungsdienst und man arbeitet ehrenamtlich. Man hält dieses falsche Bild im Kopf der Geworbenen bewusst aufrecht ohne das direkt von sich zu behaupten. Aber auch eine falsche Vorstellung zu erzeugen ist Täuschung und damit Betrug…“

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In DE & AU sammeln Spendenfirmen in Rotkreuz-Uniformen, in der CH in zivil

Penetrante Spendensammlungen: Reklamationen reissen nicht mehr ab! Schon wieder neuer Fall in Deutschland! (August 2018/3)

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Jetzt geht’s Schlag auf Schlag in Sachen aggressiven Spendensammlungen – und passend ist das Deutsche Rote Kreuz, die hauptverantwortliche Hilfsorganisation für die unsägliche Kooperation mit auf Spendensammlungen spezialisierten Promotionsfirmen gleich wieder an der Reihe (erst letzten Monat gab’s dieselbe Aufruhr in Norddeutschland): Der Schwarzwälder Bote von gestern, 27. August: „Seit einigen Wochen klingelt es an vielen Türen im gesamten Kreisgebiet … Und viele, die die Tür aufmachen, sind genervt. Denn sie sehen Grenzen des guten Verhaltens überschritten. Die Facebook-Gruppe „Blaulicht News Horb am Neckar“ veröffentlichte eine Nachricht von einer Betroffenen. Und das löste eine ganze Welle von Nachrichten aus.“ Von aufdringlichen Vorgehensweisen der Sammelnden wird gesprochen, viele fühlen sich überrumpelt, in einem Fall war der Fuss schon in der Wohnung, kaum war die Tür geöffnet. Treffender Kommentar des Journalisten: „Die aktuelle Aktion schadet dem sonst guten (DRK-)Image derzeit sehr.“

Hoffentlich geht jetzt endlich eine die ganze Bevölkerung ergreifende Empörungswelle durchs Land, oder besser gesagt: durch die Welt!

 

Und hier nochmal die leicht veränderte neue Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

 

SCHWEIZ

Zentralplus, Sommer 2018: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ (Porträt des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

Kommerzielle Spendensammlungen für Hilfsorganisationen: Neue, haarsträubende Erfahrungsberichte von Sammelnden (August 2018/2)

Medienbeiträge mit Blogbetreiber: CH/2018: „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ AU/2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ DE/2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“

 

„SUCH DIR EINFACH DIE DUMMEN AUS, DIE INTELLIGENTEN MACHEN SCHON LANGE NICHT MEHR MIT!“

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Haustürsammler im Auftrag des Tierschutzes

 

Eine ehemalige und vor allem erfahrene Schweizer Strassen-Spendensammlerin („Dialogerin“) hat sich bei mir gemeldet, um Ihre haarsträubenden Erlebnisse und Einsichten daraus zu teilen – übrigens herzlichen Dank dafür! Ich schätze es, wenn man solch einen Job gemacht hat und immerhin im Nachhinein Selbstkritik üben kann. Denn zweifellos wird man als Mitarbeitende/r solcher Face-to-Face Sammelfirmen („Fundraisingagenturen“) ausgebeutet. Doch man betreibt ja auch selber eine Art von Ausbeutung, indem man pausenlos Spendende austrickst, manipuliert und betrügt. Und zwar, als wäre es das Normalste der Welt. Obwohl es hier doch um den Hilfsorganisationsbereich geht, der EIGENTLICH für die besten Werte unserer Zivilisation steht! Man kann es nicht anders ausdrücken: Die Kooperation von Non-Profit-Organisationen mit dieser Sammelmafia ist ein Armutszeugnis für die Menschheit: Ich schäme mich, ein Mensch zu sein.

Ich habe die Schilderungen mit weiteren Passagen aus Erfahrungsberichten ergänzt, die Anfang August vom Jugendmagazin „VICE“, das sowohl in Deutschland, Österreich als auch der Schweiz erscheint, zusammengestellt wurden (übrigens von der Wiener Redaktion – freut mich in diesem Sinne, dass wieder mal was aus Österreich kommt zum Thema).   

 

„Es ist wirklich eine Täuschung, die Menschen glauben blind daran, dass alle Hilfsorganisationen doch gut sind und vertrauen darum auch jedem, der sich so auf der Strasse im Namen einer Hilfsorganisation ausgibt. Es müsste verboten werden, dass Dialogerfirmen das machen dürfen. Oder ansonsten müsste es klar auf dem Formular stehen. Ist alles so verlogen, ich finde das so schlimm! Wenn man den Spendern wenigstens klar würde sagen, dass man für eine Dialogerfirma arbeitet und dafür bezahlt wird, aber meistens werden die Passanten einfach ganz bewusst angelogen! Bei einer Agentur wurde mir vom Teamleiter gesagt, ich soll mir einfach immer die Dummen aussuchen, die Intelligenten würden sowieso schon lange nicht mehr mitmachen!

Es wird einem als Dialogerin ja auch immer gesagt, man solle sich einfach sexy anziehen zum mehr verkaufen, am besten ganz kurzer Rock und ganz grosser Ausschnitt und möglichst immer mit allen flirten, dass man möglichst viel verkauft! Ich habe mich zum Teil wie eine Prostituierte gefühlt! Bei manchen Agenturen „batteln“ sich die Dialoger jeden Tag, wer die besten Zahlen gemacht hat. Damit steht man also jeden Tag massiv unter Druck!

Es hat auch oft wirklich sehr schlimme Personen bei diesen Firmen, die kiffen konstant und trinken viel Alkohol usw. und konsumieren mit der Zeit dann noch viel mehr! Viele junge Mitarbeiterinnen fangen dort mit all dem an und denken zuerst das sei cool. Es ist eine total toxische Mischung für junge Menschen, aber den Hilfswerken ist das scheissegal solange es nicht im „Kassensturz“ (Anmerkung des Blogbetreibers: Schweizer TV-Sendung für Konsumierende) landet oder sonst keine Reklamationen gibt! Ist wirklich schlimm! Mit der Zeit dachte ich richtiggehend, dass sei normal! Im Nachhinein spürte ich aber klar, dass es eigentlich ein massiver Missbrauch ist! Man wird wie verkauft und wenn man seine Zahlen nicht mehr liefert einfach weggeschmissen. Oder dann verkauft man sich mit ganzer Seele und steigt auf, wird selber Coach und zwingt dann die neuen Mitarbeiter, die gleichen Sachen zu machen! Ein Teufelskreis!

Aber ich möchte nochmals sagen, dass ich mich persönlich im Nachhinein am meisten von den Organisationen verarscht fühle. Diese wissen dies ja alles und machen trotzdem so weiter und kooperieren sogar mit neuen Dialogerfirmen. Finde ich wirklich schlimm! Ich verstehe auch nicht, warum die Zeitungen so wenig darüber schreiben. Zum Beispiel auch, wieviel von der Spende WIRKLICH an wen geht, aber das passiert ja sowieso nie! Es müsste dazu massiv mehr Aufklärung geben.“

„Ich wurde auf einem Festival angeworben, als ich um 4 oder 5 Uhr morgens auf dem Weg zu meinem Zelt war. Ich war nicht nüchtern, oben ohne und mit Neonfarben angemalt. Zwei Typen haben mich dann angesprochen, ob ich nicht im Sommer bei ihnen arbeiten möchte. Ich hatte kein besonderes Interesse an der guten Sache…“

„Gleich, nachdem ich mich bei der Organisation beworben hatte, wurde ich von einem Mann angerufen, der mich zum Infotermin einlud und dabei alles so betont positiv formulierte, dass ich eigentlich schon leicht skeptisch wurde. Er hat immer nur „super“, „ganz toll“ und „das klingt ausgezeichnet“ gesagt. Generell ist es ihnen egal, was du machst, wer du bist und welche Motivation du hast – Hauptsache du bist bereit, dort zu arbeiten…

…Vor Ort wurde vor allem besprochen, wie positiv und locker die Arbeit ist, welche tollen Chancen man hat und wieviel Spass alles macht. Das hielt aber nur, bis wir uns eingetragen hatten. Schon bei der Einschulung danach wurde uns gesagt: „Unser Job ist total manipulativ, wir verdrehen den Leuten mit dem, was wir sagen, die Worte im Mund.“…

…Spätestens bei den Leuten in höheren Positionen war von dem netten Getue dann gar keine Spur mehr. Eine meiner Teamleiterinnen meinte gleich am ersten Tag zu mir: „Ich sehe, dass du gerne Leute verarscht, aber das ist voll OK. Das kannst du total ausleben in diesem Job. Ich bin ja genauso wie du, ich verarsche auch gerne Leute.“

#Me too-Beitrag (Rückblick anlässlich des aktuellen Wendepunktes in der Debatte nach den Missbrauchsvorwürfen gegen #Me too-Aushängeschild Asia Argento):  Also da hatte ich wieder mal ein gutes Näschen (siehe Fotos): Frauen sind eben nicht besser als Männer – man muss bei ihnen einfach ein bisschen genauer hinschauen.

England: Erstes Totalverbot für verhasste Strassen-Spendensammlungen in grösserer Stadt geplant (August 2018/1)

Medienbeitrag zum Blogbetreiber: Kevin Brutschin war Primar- und Oberstufenlehrer, hatte dann einen gut bezahlten Job bei verschiedenen Hilfswerken. Doch nun ist er obdach- und arbeitslos. Der Grund: Er widmet seine Zeit dem Kampf gegen Sammelfirmen für Strassenspenden. «Wohltätigkeits-Strassenräuber», wie Brutschin sie nennt… Zum Artikel

 

Bildergebnis für chuggers nottingham„Wohltätigkeits-Strassenräuberin“ in Nottingham

U-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h: Nottingham plant als erste grössere Stadt in England e-n-d-l-i-c-h ein Totalverbot für immer verhasstere Strassen-Spendensammlungen (in Newcastle musste man sich zuletzt wie vielerorts in England mit einem Teilverbot sowie zusätzlich einer „Einzäunung“ der Sammelpest zufriedengeben). Hoffen wir das Beste! Diese Sammlungen konnten sich ja extrem lange halten im Vereinigten Königreich, wenn man bedenkt, dass das Wort „chugger“ (von „charity mugger“ = „Wohltätigkeits-Strassenräuber“) bereits 2002 von einem Londoner Kolumnisten im Magazin „Metro“ kreiiert wurde und danach vor allem durch einen Bericht der BBC rasch Verbreitung fand (was zeigt, wie verhasst die Sammlungen bei den Briten und Britinnen sind). Inzwischen wird er praktisch in sämtlichen englischsprachigen Ländern verwendet. Es gibt ja auch einen Grund, warum die Sammelaktionen nicht totzukriegen sind: die „NGO-Politlobby“. David Cameron, Ex-Premierminister, ist inzwischen selbst Präsident bei einem mit einer „Chugging-firm“ kooperienden Hilfswerk, respektiv der Alzheimer’s Research UK. Ein Phänomen, das sich überall verfolgen lässt. Beispiel Schweiz: Bundesrätin Simonetta Sommaruga (Ex-Geschäftsführerin & Präsidentin Stiftung für Konsumentenschutz sowie Ex-Präsidentin von Swissaid; beide bei der berüchtigsten Schweizer Sammelfirma „Corris“), ihr Ratskollege Ignazio Cassis (Ex-Stiftungsrat von Fairmed; ebenfalls Corris-Kunde), Deutschland – wo übrigens in Freiburg bereits 2011 ein Totalverbot durchgesetzt werden konnte: Ex-Vizekanzler Franz Müntefering (Präsident Arbeiter-Samariter-Bund, der sowohl mit Haustür- als auch Strassensammelfirmen kooperiert), Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Schirmherrin von Unicef Deutschland – siehe taz). Österreich: Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Schirmherr Österreichisches Rotes Kreuz, wobei das Rote Kreuz sowieso die Hauptverantwortung trägt für den „Face to Face“-Sammelnonsens – siehe letzter Blog-Beitrag). Nun aber alle zusammen: „Rule Britannia!“ Respektiv: „Go ahead!“

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Rotes Kreuz: Erneute Aufruhr wegen aggressiven Haustürspendensammlungen – ES REICHT!!! (Juli 2018/2)

Peter von Döllen

Arglistige Täuschung, beziehungsweise Betrug: Seit Jahrzehnten weiss die Justiz um widerrechtliche(!), aggressive Spendensammlungen von durch Hilfsorganisationen beauftragten, spezialisierten Werbefirmen – weltweit begonnen vom Deutschen Roten Kreuz mit dessen „Partnerfirma“ Wesser GmbH. Doch sie greift nicht durch. Dabei ist es doch offenkundig: Je länger man wartet, desto schlimmer wird das Ganze ausgehen.

 

Neustrelitz, Norddeutschland, letzte Woche: Eine Frau beobachtet, wie ein Rotkreuz-Spendenwerber „sehr schroff, sehr laut und dreist“ eine ältere Dame, die ihm erst nicht aufmachen wollte, „richtig nötigte“. Bis diese solche Angst bekommen habe, dass sie die Tür letztendlich öffnete. Der zuständige DRK-Regionalverband wiegelt auf Nachfrage wie immer ab: „In der Regel haben wir gute Erfahrungen damit“ (mit den Sammelaktionen). Man kann’s nicht mehr hören. Hier mal alles alte und neue Herausgefundene zum Jahrhundertskandal um kommerzielles „Face-to-Face Fundraising“ (Haustür- und Strassensammelaktionen) im Namen von NGOs zusammengefasst. Ein Skandal übrigens, der den ganzen Sektor zweifellos kollabieren lassen wird, denn mit diesen Sammlungen wird das fundamentale Vertrauen der Spenderschaft verspielt – die Frage ist nur noch, wie krass der Zusammenbruch ausfallen wird.

Am Anfang steht das Rote Kreuz, DIE Hilfsorganisation überhaupt, dreifacher Friedensnobelpreisträger, unantastbar – genau deswegen haben die Verantwortlichen den Boden unter den Füssen verloren. Bereits im Jahr 1968 begann das Rote Kreuz in Deutschland mit dem Jungunternehmer Helmut Wesser, der auf die Idee gekommen war, Studierende als Hausierende für NGOs einzustellen, mit kommerziellem „Klinken putzen“. „Drückerkolonnen“ nennt man die Spendengangs in Deutschland längst verächtlich, wobei ich immer noch nicht weiss, ob das Wort von „Haustürklingeln drücken“ – oder von „Leute für Abschlussunterzeichnung unter DRUCK setzen“ kommt (vermutlich von Beidem).

„Deutsches Rotes (Haken-)Kreuz“

Ausgerechnet das Deutsche Rote Kreuz, das während der Nazi-Jahre vom zivilen Wohlfahrtsverband zu einer nationalsozialistischen (Sanitäts-)Organisation mutiert war (das humanitäre Prinzip der Unparteilichkeit, das auch auf fremdes Leid gerichtet ist, wurde bereitwillig dafür aufgegeben). Von den 29 Mitgliedern der gesamten DRK-Führung waren schlussendlich 18 hohe Führer der SS; ursprünglich die Leibgarde Adolf Hitlers – die sich später insbesondere mit dem Betrieb der Konzentrationslager in Auschwitz, Dachau, Buchenwald usw. ihr teuflisches Image erwarb. Von der verantwortlichen Ärzteschaft wurde im Nachkriegsdeutschland kaum jemand zur Rechenschaft gezogen. So ist auch erklärbar, dass ein ehemaliger Nazi auch 1968 noch als DRK-Präsident amten konnte: Walter Bargatzky.

Walter Bargatzky

In jenem Jahr begann das DRK die verhängnisvolle Zusammenarbeit. Und in den ersten Jahren, ja, sogar Jahrzehnten, lief dieses Sammelsystem tatsächlich super. Wen wundert’s: Für lange Zeit wusste ja praktisch niemand, dass hinter den Aktionen profitorientierte Unternehmen stehen. 12’000 Mark Monatslohn war für einen Topsammler – oder besser gesagt „Manipulations-Champ“ durchaus möglich zu verdienen, wie zum Beispiel dem im Jahr 1999 herausgekommenen Buch eines ehemaligen, langjährigen Sammlers der ersten Stunde zu entnehmen ist („Drücker in Uniform“). Erklärung: Die Drückerkolonnen erhalten einen Provisionslohn. Je mehr Spenden man auftreiben kann, desto höher fällt der Lohn aus. Ein fatales Entlöhnungssystem im uneigennützigen Hilfsorganisationssektor. Denn Hauptmotivation müsste ja das Engagement für die gute Sache sein, und nicht mehr Geld für die eigene Tasche. So kam es, dass gerade charakterlich fragwürdige junge Leute, die aggressiv und manipulativ beim Sammeln vorgehen und dafür ohne schlechtes Gewissen Managerlöhne kassieren, förmlich angezogen wurden. Und später nicht selten sogar tatsächlich in den Chefetagen der Sammelfirmen selbst landeten (das ist noch heute so; der Geschäftsleiter der Schweizer Sektion von Wesser etwa war vor ein paar Jahren noch selbst Sammler und kam trotz stark rückläufiger Mitmach-Quote auf einen Monatslohn von 10’000 Franken oder rund 8600 Euro).

Bei Beginn der Kooperation von den DRK-Verantwortlichen komplett übersehen wurde wie schon gesagt, dass bei den Sammlungen ja fälschlicherweise vorgetäuscht wird, dass das Rote Kreuz selbst die Kampagnen durchführt. Die Leute gehen nämlich davon aus, die Sammelnden seien bezahlte Rotkreuz-Mitarbeitende – oder gar unbezahlte  Ehrenamtliche! Diese „vorsätzliche, arglistige Täuschung“ ist aber eine Betrugsform, dass heisst eine Straftat. Das ist nicht nur im bereits erwähnten Buch „Drücker in Uniform“ zu lesen, sondern hat auch der Norddeutsche Rundfunk in einem anschaulichen Beitrag von 2012 herausgestellt („Miese Tricks: Mitgliederfang bei DRK & Co.“).

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Ich („Persönliche Nachricht des Blogbetreibers“)

Ich widme mich nun seit sechs Jahren voll und ganz dem Kampf gegen Sammelfirmen für Strassen- und Haustürspenden. Und seit insgesamt rund vier Jahren davon bin ich sogar obdachlos – ohne zu betteln, wohlverstanden. Erstens, da meine Ersparnisse längst aufgebraucht sind, ich aber kein Sozialhilfegeld beziehen will (im Prinzip könnte ich ja arbeiten, will aber mein Projekt durchziehen). Und zweitens, weil ich so besser untertauchen kann, sowohl vor den Hilfsorganisationen als auch der Sammelmafia. Gerade die Wesser GmbH will mich durch den Fleischwolf drehen, nachdem ich wie beschrieben aufgedeckt habe, dass der heutige Schweizer Geschäftsleiter als Sammler 10’000 Franken oder 8600 Euro verdient hat („Erfahrungsbericht von Haustür-Spendensammler“). Ich bin momentan wieder in Basel anzutreffen, wo ich in den letzten fünf Jahren besonders oft war. Doch obwohl ich inzwischen nicht mehr so aufpassen muss (die berüchtigste Schweizer Face-to-Face Fundraisingagentur „Corris“ hat Strafanzeige gegen mich erhoben – die kann es sich nicht mehr leisten, gegen mich „anderweitig“ vorzugehen; wäre zu auffällig): Mir ist wieder etwas mulmig zumute, nachdem ich vom Ende letzten Jahres begangenen Mord am Basler Obdachlosen George erfahren habe, dem ich schrägerweise äusserlich „ziemlich“ gleiche.

Inzwischen getöteter Basler Obdachloser „George“

Neueste Blogeinträge: Gesamte Deutsche Polit-Elite in Schweinerei um Direktdialog-Spendensammlungen verwickeltUnrentable Spendensammlungen: Von Blogger ermittelte WAHRE & von Hilfsorganisationen gefakte Verkaufszahlen

Deutschsprachige Länder: Vor 20 Jahren ging bei Strassenspendensammlungen 1 Jahresspende verloren, jetzt sind es 3 – spenden ist heute sinnlos!

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„Wohltätigkeits-Strassenräuber“ im Auftrag von Unicef

 

Juli 2018/1

Da bei Strassenspendensammlungen für Non-Profit-Organisationen immer weniger Leute mitmachen und auch weniger lange Mitglied bleiben, geht immer mehr Spendengeld verloren. Die ausführenden „Sammelfirmen“ (Fundraisingagenturen) garnieren heute die ersten drei Jahresspenden, während es vor 20 Jahren „nur“ die erste war.

Zum 352. Mal muss ich es wiederholen, da die Medien skandalöserweise immer wieder veraltete Zahlen verbreiten (natürlich geben die gemeinnützigen Organisationen und die Agenturen diesen oft auch falsche Zahlen an): Es ist nicht mehr eine Jahresspende, die bei Strassenspendensammlungen „verloren“ geht, sondern drei! 

Dabei ist es doch so einfach zu verstehen: Während die durchführenden Face-to-Face Spendenunternehmen (die ja sowieso ungerechtfertigten Profit aus den Sammelaktionen ziehen, denn im „gemeinnützigen“ Non-Profit-Sektor dürfte es nicht um „Eigennutzen“, sprich: „Gewinn“ gehen – deshalb heisst es ja „NON-Profit“) von den Hilfsorganisationen Fixpreise verlangen, machen immer weniger Leute mit. Die Kosten – in der Schweiz 850 Franken oder 730 Euro pro sammelnde Person im Tag – verteilen sich also auf immer weniger Köpfe. Und es geht immer länger, bis die (fixen) Kosten durch (schwindende) Spendeneinnahmen wieder gedeckt sind. Die Fundraisingagenturen können dem nur entgegenwirken, indem sie den Leuten höhere Spendenbeiträge aufschwatzen versuchen. Doch das bringt nichts, denn dann kündigen die Leute einfach viel eher ihre Mitgliedschaft wieder, wenn sie sie nicht sogar gleich wieder rückgängig machen, bzw. „stornieren“. So meinte etwa Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria im Branchenmagazin „Fundraiser“ (Ausgabe Nr. 5/2012) nicht nur, dass die Responseraten gesunken, sondern auch die Stornoquoten gestiegen sind.

Selbstverständlich kann man auch in Deutschland die schwindende „Mitmach“-Quote verfolgen. Hier die Angaben zur Anzahl Abschlüssen von Sammelnden pro Tag aus dem „Handbuch Fundraising“ von Maria Haibach von 1998: „…Bei der Standwerbung liegt die Zahl der Abschlüsse pro Werber pro Tag zwischen fünf bis maximal zehn…“ Franz Wissman, der Urvater des kommerziellen Strassenfundraisings von der Sammelfirma „DialogDirect“ sagte  2013 (Artikel „Face-to-Face Fundraising: Mit Konzept zur Kampagne“ aus „Fundraiser-Magazin“), dass nur noch zwischen drei und fünf Spendenzusagen pro Tag resultierten – aktuell ist diese Zahl freilich noch tiefer…

Fazit: Wer bei Strassensammlungen mitmacht, finanziert damit heute vor allem eine Schattenwirtschaft, die gar nichts mit dem guten Zweck zu tun hat, sondern diesen im Gegenteil als Verkaufsargument missbraucht.

Zum Blogbetreiber siehe „Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ (Onlinemagazin „Zentralplus“, Sommer 2018)

 

 

 

„Sein einsamer Kampf gegen die Spendensammler“ („Zentralplus“-Beitragsanalyse, Sommer 2018)

Kevin Brutschin setzt seine gesamte Energie für eine Sache ein. (Bild: sib)

Photo von „Zentralplus“-Beitrag über mich (findet sich H I E R)

Kevin Brutschin war Primar- und Oberstufenlehrer, hatte dann einen gut bezahlten Job bei verschiedenen Hilfswerken. Doch nun ist er obdach- und arbeitslos. Der Grund: Er widmet seine Zeit dem Kampf gegen Sammelfirmen für Strassenspenden, auch in Luzern und Zug. «Wohltätigkeits-Strassenräuber», wie Brutschin sie nennt… zum Artikel

 

NEUE HAUPTSEITE: Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen

Ich freue mich, dass es in der kleinen Schweiz im Gegensatz zum grossen Deutschland (wo zuletzt immerhin der Norddeutsche Rundfunk einen coolen Undercover-Beitrag zu den Spendensammlern, bzw. Hilfsorganisations-Drückerkolonnen gebracht hat) doch noch einzelne, „halt“ nicht ganz so grosse,  unabhängige Medien gibt, die den Mut haben, wahrheitsgetreu Missstände zu benennen – auch wenn die Gegnerschaft übermächtig SCHEINT (und die grossen Medien wie das Schweizer Fernsehen, die grössten Schweizer Zeitungen wie 20 Minuten, Blick am Abend, Aargauer Zeitung, Tages-Anzeiger oder die NZZ i.d.S. das Thema weitgehend ignorieren oder Fake-News darüber verbreiten). So hat das in erster Linie für die Regionen Luzern & Zug schreibende Online-Magazin „Zentralplus“ mir einen tollen Artikel gewidmet – Beitrag findet sich H I E R. Danke!

Gut auch, dass Zentralplus auch noch von der Corris AG, der grössten Schweizer Spendensammelfirma (ja, die Spendensammlungen werden von profit-orientierten Werbefirmen ausgeführt, welche sich – selbstverständlich unwahrheitsgemäss und rechtswidrig – als NON-Profit-Organisationen ausgeben und den Löwenanteil der Spendeneinnahmen selbst einkassieren), bzw. beim von Corris eingestellten (und dort sicher „noch ganz ordentlich“ verdienenden) Medienprofi Bernhard Bircher-Suits eine Stellungnahme eingeholt hat.  Ein Mann, dem man sicher vertrauen – ist ironisch gemeint: Bircher-Suits war zuvor beim K-Tipp tätig, welcher in der Schweiz den ersten, ausserordentlich kritischen Beitrag überhaupt zum Thema gebracht hat… Ausserdem hat Bircher-Suits auch schon mit zahlreichen Falschaussagen zu den „Verkaufszahlen“ von Corris geglänzt. Bspw. schrieb der Berner „Bund“ am 22.9.2014, dass ein neuer Mitarbeiter laut Bircher am Anfang vielleicht zwei bis drei Abschlüsse pro Tag schaffe, an den Folgetagen dann eventuell sieben bis acht, obwohl der Fundraisingverantwortliche des mit Corris kooperierenden Gehörlosenbundes bereits Ende 2012 in der NZZ gesagt hatte, dass das schon lange nicht mehr stimmt (genauer gesagt liegt diese Zahl heute um ein Vielfaches tiefer). Respektiv: Warum soll ich mich meinerseits mit so einer Person treffen?

Post-Bschiss & Corris-Bschiss: Gar nicht weit voneinander entfernt

Bircher-Suits meinte nichtsdestotrotz, dass ich „auf unsere Kontaktversuche per Telefon, Mail und eingeschriebenen Brief nie reagiert habe.“ Ich hätte ausserdem das rechtlich erlaubte Mass an Kritik deutlich überschritten, weswegen Corris Strafanzeige eingereicht hat (und ich deswegen schon lange im Gefängnis sein müsste – nur getraut sich die Staatsanwaltschaft offenbar seit mehr als einem halben Jahr nicht, mich festnehmen zu lassen, da ja meine Kritik „irgendwie“ doch wahr ist).

A propos fragwürdiges Verhalten des Staates: Der „grösste Subventionsbetrug in der Schweizer Geschichte“ beherrscht ja immernoch die Schlagzeilen im Lande (die staatliche Postauto AG hat über Jahre unrechtmässig öffentliche Gelder im Umfang von ca. 100 Millionen Schweizer Franken oder rund 86 Millionen Euro erschlichen). Post-Chefin Susanne Ruoff wie auch die gesamte Postauto AG-Geschäftsleitung mussten bekanntlich den Hut nehmen. Doch was ist eigentlich mit dem Post-Verwaltungsrat? In Anbetracht, dass die Schummeleien bereits 2013 der gesamten Postspitze gemeldet wurden, gälte es eigentlich speziell den damaligen Post-Verwaltungsratspräsidenten Peter Hasler ebenfalls auf die eine oder andere Art zu sanktionieren. Dazu würde aber auch gehören, darauf hinzuweisen, dass Hasler bis „juste“ vor seinem Post-Mandat dem Stiftungsrat vom WWF, bekanntlich Corris-Kunde, angehört hat. Die Post ist nämlich auch in der Kritik, weil sie Corris & Co. in den Postfilialen sammeln lässt, was sogar die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) im Tages-Anzeiger vom 19.2.2016 kritisiert hat. Dazu muss man allerdings wissen: Die Stiftung für Konsumentenschutz ist – jenseits von gut und böse – selbst ebenfalls Corris-Kunde (sie müsste die Sammlungen ja selbst anprangern), aber hat mit Corris offensichtlich vereinbart, dass in den Poststellen nicht gesammelt werden dürfe: Ebenfalls ausserordentlich glaubwürdig (ich hoffe, man kennt inzwischen meinen schwarzen Humor)! Damit sind wir dann auch wieder mal bei der ehemaligen Geschäftsführerin & Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz: Simonetta Sommaruga.

Und hier nochmal eine Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

WWF: Gründungspräsident ehemaliger Nazi (16.5.2017)

Jugendschutzorganisation „Pro Juventute“: Gründer wegen sexuellen Kindsmissbrauchs verurteilt (März 2017/4)

 

SCHWEIZ

Links-Filz! Paradebeispiel Stadt Bern („Corris-Lobby“): „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“, Mai 2018

Konsumer.ch, Mai 2017: Eine Sauerei (Beitrag des Blogbetreibers)

Der Landbote (Winterthur), 4.2.2017: Skandal um politische Massnahmen gegen Spendensammelplage (veröffentlichter Leserbrief des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Grösster Übeltäter unter Face to face-Spendensammlungen machen lassenden NPOs: Arbeiter-Samariter-Bund (Post vom 1.10.2016)

Zs-fassung und Analyse des „Bild“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 20.3.2016 (Post vom 3.4.2016)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

 

 

 

 

Links-Filz! Paradebeispiel Bern: „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“ (April 2018, aktualisiert im Mai)

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Für Hilfswerke sammelnde Werbefirmen kassieren das meiste Spendengeld selbst

 

„Heute schon die Welt gerettet?“ Ob Sommer oder Winter: Tagtäglich müssen wir uns die mehr oder (zumeist) weniger originellen Sprüche von Spendensammelnden auf den Strassen anhören. Ob WWF, Unicef, Amnesty International oder Helvetas, alle schwören auf die Dienste der Corris AG, die sich auf sogenannte Face to Face-Spendensammlungen spezialisiert hat – und im Tag pro Sammler 850 Franken(!) von den Hilfswerken dafür garniert. Das einzige Tröstliche ist, dass das wenigstens immer immer mehr Leute wissen. Denn wer macht schon noch mit, wenn eine profitorientierte Firma sich mit seinem Spendengeld dumm und dämlich verdient (Corris-Besitzer Gerhard Friesacher hat sich mit einem Teil seiner Corris-Millionen eine ganze und auch ziemlich schmucke Ladenkette namens Changemaker aufgebaut – in Bern z.B. an der Einkaufsmeile, bzw. der teuren Spitalgasse vertreten)? Wenn aber konstant weniger Leute mitmachen – und übrigens auch immer weniger lang Mitglied bleiben – kommt auch immer weniger Spendengeld rein (tatsächlich hatte der Gehörlosenbund bspw. bereits im Dezember 2012 in der NZZ als eine der wenigen Organisationen zugegeben, dass die Anzahl Spendende, die ein Sammler pro Tag findet, deutlich zurückgegangen ist). Folge: Der Anteil von Corris an den Gesamtspenden einer Kampagne nimmt stetig zu! Respektiv: Heute können das problemlos 80% sein – oder mit anderen Worten: Die ersten drei Jahresbeiträge jedes spendenden Mitglieds gehen heute an Corris. Vor 20 Jahren war es noch eine (leider wird in den Medien oft immer noch diese Zahl angegeben).

 

Bildergebnis für changemaker bern

Changemaker: Hipster wissen, wo einkaufen (aber nicht, wem die Läden gehören)

 

Dass das inakzeptabel ist, muss hoffentlich nicht noch genauer begründet werden. Warum wird überhaupt erlaubt, dass „Profit mit NON-Profit“ gemacht wird? Das Non-Profit-Element (Uneigenützigkeit) ist doch das grundlegende Merkmal des gemeinnützigen Sektors? Deshalb nennt man ihn ja „NON-Profit“-Sektor. Und warum unternimmt, gerade in Bern, wo eine Überzahl von Linkspolitikern das Zepter in der Hand hat, niemand etwas gegen diese kapitalistischen Auswüchse (die jeden sozial eingestellten Politiker genau genommen sogar besonders empören sollten)? Diese Frage stellte ich über einen Berner Lokalpolitiker, der die Berner Politszene gut kennt, der frisch gewählten Regierungsrätin Evi Allemann (war bisher für die SP im Nationalrat). Antwort blieb bis jetzt leider aus. Doch es kommt noch besser, bzw. schlechter: Allemann ist auch Präsidentin des Verkehrsclubs Schweiz, noch besser bekannt unter dem Kürzel VCS, der sich für umweltschonenden Verkehr einsetzt. Und ausgerechnet der VCS arbeitet mit Corris zusammen! Da kann man in gewisser Weise schon verstehen, dass sie sich um eine Antwort drückt, oder nicht?

Nun muss man wissen, dass Allemann eine gute Freundin von Ursula Wyss ist (die einst mit Allemanns jetzigem Partner zusammen war), ihrerseits Mitglied der Berner Stadtregierung (Gemeinderat) – und auch eine zeitlang dem Vorstand der VCS-Kantonalsektion angehörte. Der VCS hat hiermit also schon mal eine ziemlich solide Lobby in Bern und muss sich sicher nicht allzu viel Gedanken machen, dass die Stadt plötzlich etwas unternimmt gegen die Sammelaktionen. Zumal es ja auch noch eine weitere Person in der fünfköpfigen Berner Stadtregierung gibt, die stark mit dem VCS verbandelt ist: Franziska Teuscher, zur Abwechslung mal eine Vertreterin der Grünen, die Vorgängerin von Allemann als Präsidentin des VCS! Für grüne Anliegen setzt sich bekanntlich auch Pro Natura ein, neben dem Roten Kreuz wohl eine der renommiertesten gemeinnützigen Organisationen der Schweiz, Spezialgebiet Umweltschutz. Da gehört es sich, dass auch ein paar hochrangige Politiker oder Politikerinnen in den regionalen Vorständen Einsitz nehmen. Z.B. Michael Aebersold, SP, Gemeinderat Nummer 3 mit heiklen Verbindungen zu Corris & Co.; konkret im Vorstand von Pro Natura Bern. Pro Natura kooperiert zwar nicht mit Corris – aber dafür einfach mit der Konkurrenzfirma I.M.I.S.! Die „Linken“ des Berner Gemeinderates sind also „ziemlich“ heikel verbandelt mit dem Hilfswerksektor – und damit auch mit dem sich nicht rechtfertigen lassenden „Corris-Spendensammelsystem“. Doch halt, den Wichtigsten habe ich ja fast noch vergessen. Alec von Graffenried, „grüner“ Stadtpräsident, der die gigantische Linksmehrheit im Berner Gemeinderat komplettiert. (Bern ist i.d.S. letztlich einfach das extremste Beispiel für links-dominierte Schweizer Städte, wie schon nur ein kleiner Blick auf die StadtpräsidentInnen der vier noch grösseren Städte zeigt: Corine Mauch; SP/Zürich – siehe auch „Wie Hilfswerke die Aufhebung des Sammelverbotes in Schweizer Städten bewirkt haben“, Rémy Paganini; Alternative Linke/Genf, Elisabeth Ackermann; Grüne/Basel, Grégoire Junod; SP/Lausanne. Erst die sechstgrösste Stadt bildet eine Ausnahme: Michael Künzle; CVP/Winterthur, wo „wundersamer Weise“ schon seit Jahren gegen die Sammelaktionen vorzugehen versucht wird – wobei man allerdings auch dort aufpassen muss!) Der Berner „Präsi“ ist zwar nicht direkt verwickelt mit dem Sammelsystem – aber SEHR STARK indirekt. Nicht nur durch seine Regierungskollegschaften und mit dem Corris-Sammelsystem verfilzte linke Politiker & Politikerinnen auf Nationalebene, sondern AUCH durch dessen engen Freund Christoph Balsiger, Mitinhaber der konventionellen Berner Werbeagentur „Kargo Kommunikation“. Kargo Kommunikation hat für eine der grossen Schweizer Entwicklungshilfeorganisationen; Swissaid – Corris-Kunde, versteht sich – Anfang Jahr zum wiederholten Male eine Werbekampagne konzipiert und umgesetzt. Dieses Mal mit prominenter Unterstützung von Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht als Botschafterinnen („Tamynique“). Kargo Kommunikation weiss offensichtlich, wie man Publicity erreicht – und Swissaid, welche Agenturen man sich am besten auswählt, um einen guten Draht zum Stadtpräsidenten zu haben… It’s all about networking!

A propos: Es gibt ja auch noch eine andere, „recht“ bekannte Berner Spitzenpolitikerin, die Evi Allemann und Ursula Wyss zu ihrem einflussreichen Netzwerk zählt – und geradezu haarsträubend über Non-Profit-Organisationen mit Corris verbandelt ist. Ihr Vor- und Nachnahme fängt mit S an und hört mit A auf.

Exklusiv-Beitrag (Link): „Spendensammler-Kritiker im Gefängnis“

PS: Warum keine der zwei grossen Zeitungen in Bern nicht (mehr) oder nicht richtig über Corris & Co. und schon gar nicht über den Links-Filz im Zusammenhang damit berichtet? Sowohl die „Berner Zeitung“ als auch „Der Bund“ sind beim links-freundlichen Tamedia-Verlag, dessen „Flagschiff“ bekanntlich der „Tages-Anzeiger“, grösstes und bekanntestes Links-Blatt im Lande, ist…

Wann riskieren Hilfsorganisationen ersten Toten bei immer verhassteren Haustür- und/oder Strassenspendensammlungen? (Mai 2018/2)

Bester Artikel über „Dialoger“ (Deutsch) – Meilleure article sur „dialogueurs“ (Français)Best article about „chuggers“ (English)Miglior articolo su „dialogatori“ (Italiano)Mejor artículo sobre „recaudadores de fondos“ (Español)

 

Roman Hagen von der Agentur Corris versucht, im Bahnhof Luzern eine Passantin zum Spenden zu animieren. (Bild: Pius Amrein (16. April 2018))

Kommerzieller Gutmensch sammelt für Entwicklungshilfeorganisation Swissaid

 

„Ich bekam schon am ersten Tag einen Fausthieb…“ sagte ein Strassen-Spendensammler der Schweizer Face-to-Face Fundraisingagentur „Corris“, die auf Strassen oder vor Haustüren spendende Mitglieder für Hilfsorganisationen anwirbt – und von diesen pro Sammler und Tag CHF 850 (EUR 720) einstreicht – Anfang Mai in der Luzerner Zeitung (Schweiz). Andere Kollegen hätten ausserdem erlebt, dass auch schon der Sammelstand angezündet oder angepinkelt wurde. Da fällt mir, um auch unser grosses Deutsches Nachbarland nicht zu vergessen, auch gerade der Beitrag der Münchner „tz“ von Anfang September letzten Jahres ein, wo ein Anwohner eines Mehrfamilienhaus einen Haustür-Spendensammler die Treppe runterschubste. Oder der Beitrag von „Main-Spitze“ vom 20.4.2017, wo ebenfalls ein Haustür-Spendensammler („Drücker“) einen Hausbewohner, der keine Interesse an einer offerierten „Patenschaft“ hatte und das vielleicht etwas schroff kundtat, kurzerhand zusammenschlug. Oder die Spendensammelgang des Arbeiter-Samariter-Bundes, die einen an den Haustürkampagnen Kritik äussernden Sammler der eigenen Gruppe(!) verprügelte – und dafür bis zu sieben Monate Haft bedingt aufgebrummt bekam (Neue Frankfurter Presse).

Aber ehrlich gesagt, ich verstehe jede/n Angesprochene/n, der inzwischen die Nerven verliert. Denn weil immer weniger Leute mitmachen, müssen die Sammelnden immer aggressiver vorgehen (mittlerweile fliessen die ersten drei Jahresspenden jedes spendenden Mitglieds an die Sammelmafia-Unternehmen – UND NICHT NUR EINE, wie das bspw. die meistgelesene Zeitung der Schweiz; „20 MINUTEN“ am 11.12.2016 verklickert hat, oder in Deutschland „Die Welt“ sogar erst Ende letzten Jahres; übrigens ansonsten guter Beitrag). Und natürlich haben auch immer mehr Sammelnde die Nase voll. Ob die bisher geltende und ja schon so lächerliche durchschnittliche Sammler-Anstellungsdauer von drei Wochen mittlerweile sogar noch unterschritten wird, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Dafür ist mir ein schon vor Längerem geführtes Gespräch mit einem langfristig bei Corris angestellten Sammler eingefallen (mit langfristig ist bei Corris in diesem Sinne natürlich bereits ein mehrmonatiger Einsatz gemeint). Dieser auf seine Corris-Zeit angesprochen: „Ah, Corris, schon schräger Betrieb. Einmal hatte man mir am Morgen eine neue Hilfsorganisation zugeteilt, für die ich am selben Tag sammeln sollte. Und mir dafür ein Informationsblatt zur betreffenden Organisation ausgedruckt, das ich mir dann während der Zugfahrt zum Sammelort dann noch irgendwie einprägen musste.“ Corris live!

 

Und hier wieder mal eine Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

WWF: Gründungspräsident ehemaliger Nazi (16.5.2017)

Jugendschutzorganisation „Pro Juventute“: Gründer wegen sexuellen Kindsmissbrauchs verurteilt (März 2017/4)

 

SCHWEIZ

Links-Filz! Paradebeispiel Stadt Bern („Corris-Lobby“): „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“, Mai 2018

Konsumer.ch, Mai 2017: Eine Sauerei (Beitrag des Blogbetreibers)

Der Landbote (Winterthur), 4.2.2017: Skandal um politische Massnahmen gegen Spendensammelplage (veröffentlichter Leserbrief des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Grösster Übeltäter unter Face to face-Spendensammlungen machen lassenden NPOs: Arbeiter-Samariter-Bund (Post vom 1.10.2016)

Zs-fassung und Analyse des „Bild“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 20.3.2016 (Post vom 3.4.2016)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

 

 

 

 

 

Bester Medienbeitrag zum Thema „Corris AG“ (Strassen-Spendensammlungen), Mai 2018

Die Spendensammelfirma Corris hat es wieder mal geschafft. Die haben ja extra einen Medienprofi angestellt, der alle möglichen Manipulationen macht, um das nicht mehr rettbare Image der Fundraisingagentur doch noch irgendwie zu retten (die Chance, dass Elvis lebt, ist grösser). So wird bspw. ständig die Google-Rangliste manipuliert. Und zwar so, dass wenn man bspw. CORRIS KRITIK eingibt, kritische Beiträge wie z.B. von der Basler Zeitung möglichst weit unten positioniert sind (das ist mittels Hacker-Programmen absolut machbar). Und harmlose Artikel – abgesehen vom Kassensturz-Report; den lässt man schön oben (das wäre zu auffällig) – „schiebt man nach oben“. Der beste Beitrag kam aber von der Weltwoche (ich meine: „weltweit“) – nicht zuletzt, da sich der betreffende Journalist UNDERCOVER in die „Höhle des Löwen“ gewagt hat. Der Beitrag ist übrigens von mir initiiert worden, allerdings ohne die Undercover-Idee. Die hatte der Journalist (der mit seinem Unterfangen im Übrigen den klar grösseren Anteil als ich am hervorragend herausgekommenen Endprodukt hat). Ich war dann einfach der nicht erwähnte Informant/Experte im Hintergrund – ich wurde ja schon im Weltwoche-Vorgängerbeitrag erwähnt. Weil es Corris nun aber leider geschafft hat, den eben noch brisanteren Weltwoche-„Hauptbeitrag“ weitgehend zum Verschwinden zu bringen bei Google, kopiere ich ihn halt bei mir rein. Übrigens: Die im Beitrag recherchierten 1.66 Jahresspenden, die von jeder spendenden Person „abgezweigt“ werden (und sich ausserdem sowieso auf eine besonders gut gelaufene Referenzkampagne bezogen, d.h. eigentlich waren es schon damals über zwei Jahresspenden), stimmen natürlich längstens nicht mehr: Da immer weniger Leute mitmachen, erhöht sich der Anteil von Corris an den sich konstant verringernden Gesamtspendeneinnahmen stetig, denn die Kosten einer Kampagne sind ja fix. Heute sind es rund drei Jahresspenden(!), die draufgehen (diese Zahl gilt weitgehend international) – was die meisten (nicht unabhängigen) Medien nie erwähnen oder mitunter sogar falsche Zahlen publizieren (ich habe vor meiner Kooperation mit der Weltwoche zwei andere Medien angefragt, aber die wollten nicht darüber schreiben).  Viele Politiker & Politikerinnen, speziell linke, sind ja bekanntlich bei Hilfsorganisationen in den Stiftungsräten/Vorständen…. Und viele Medien sind halt links-freundlich… Noch kleine Anekdote zum nun folgenden Undercover-Beitrag: Der Journalist hatte ja einen falschen Namen angegeben. Die Corris-Instruktorin nannte ihn deshalb natürlich auch jeweils so. Nur war er in einem Moment unkonzentriert, so dass er nicht auf einen ihrer Aufrufe reagiert hat. Sie nannte ihn darauf belustigt „Mr. Ich weiss nicht, wie ich heisse.“ 🙂

PS: Bitte die „Haustür-Sammlungen“ nicht vergessen; die sind sogar noch ein Stück schlimmer – siehe Magazin „Brand Eins“/Juli 2017 (ebenfalls Erfahrungsbericht).

 

WELTWOCHE, 3.4.2013: „SÖLDNER DES GUTEN“

Wohltätige Organisationen wie Amnesty International setzen auf die Dienste von professionellen ­Sammelunternehmen. Unser Redaktor hat sich von der Marktführerin anstellen lassen und gelernt, mit welchen Methoden man die Passanten um ihr Geld bringt.

Mike zeigt mir, wie es richtig geht. Er diskutiert nicht, ob 120 Franken für eine Lehrtochter viel Geld sind oder nicht. Er fordert Michelle auf, ihr Portemonnaie rauszuholen und das Münz auf die Oberfläche des Stands zu leeren: «Keine Angst, wir nehmen dir nichts weg.» Drei Zweifränkler, vier Einfrankenstücke und einige Fünfräppler kullern heraus. Mike nimmt drei Zehner und fragt: «Jetzt hast du 30 Rappen weniger. Ganz ehrlich: Würdest du es merken, dass dieses Geld fehlt?» Michelle schüttelt etwas betreten den Kopf. Mike hakt nach: «Siehst du, du würdest es nicht merken. Dreissig Rappen pro Tag, das ist für dich kein Problem.»

Michelle, 18-jährig, im ersten Lehrjahr als Coiffeuse, kapituliert. Sie will für Amnesty International spenden. Jetzt weiss ich, was ­Mike gemeint hat, als er mich flapsig belehrte: «Wir sind die gierigen Aasgeier.» Wir, damit meint Mike die jungen Mitarbeiter der Corris AG, zu denen auch ich seit diesem Morgen gehöre.

Jeder kennt uns, aber keiner kennt unsere Firma. Wir sind die, die auf dem Bahnhofplatz, vor der Post oder im Einkaufsgetümmel stehen und jeden, der an uns vorbeimuss, um Spenden für einen guten Zweck bitten. Wir sagen ihnen, wir seien vom WWF oder von Vier Pfoten, von Pro Infirmis oder von Pro Juventute, vom Gehörlosenbund oder eben von Amnesty International. Tatsächlich aber sind wir keine Aktivisten und keine Freiwilligen, sondern Temporärangestellte von Corris.

Die Corris AG betreibt Fundraising im Mandatsverhältnis. Zu ihren 30 Kunden gehören fast alle wohltätigen Organisationen, die in der Schweiz Rang und Namen haben. Nach ­eigenen Angaben beschäftigt sie 1000 temporäre und 60 Festangestellte. Wie viel Umsatz und welchen Gewinn Corris damit erwirtschaftet, darüber schweigt sich die Firma aus. Bekannt ist nur, dass sie 1995 vom Österreicher Gerhard Friesacher gegründet wurde, der auch heute noch Hauptaktionär ist.

Corris sorgt seit Jahren immer wieder für kritische Berichte. Bemängelt wurde, dass die Mitarbeiter kaum etwas über die Organisationen wüssten, die sie vertreten. Im Februar kritisierte die Konsumentensendung «Kassensturz» die Arbeitsbedingungen bei Corris. Die Löhne seien niedriger als versprochen, hiess es, die Mitarbeiter stünden unter enormem Erfolgsdruck. Mich interessiert, wie die Arbeit wirklich aussieht. Wie funktioniert das Unternehmen Corris? Mit welchen Methoden arbeiten die Leute, die da für wohltätige Zwecke sammeln? Wie ziehen sie den Leuten das Geld aus der Tasche?

Mittwoch, 15.30 Uhr: Ich wähle die Corris-Nummer. Ich nenne mich Andreas und erkläre, ich brauchte dringend einen Job. Die Dame am anderen Ende der Leitung sagt, morgen fände gleich eine Info-Veranstaltung statt. Sie schickt mir eine Einladung, sobald sie meinen Lebenslauf hat. Also lege ich mir eine neue Identität zu: Ich bin nicht mehr der Journalist Christoph Landolt, sondern Andreas Landolt, ein kinderloser und lediger Politologiestudent, der sich bisher mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Zur Sicherheit verschicke ich das Curriculum von einer anonymen E-Mail-Adresse aus.

Im grünen Bereich

Donnerstag, 9 Uhr, ein schmuckloser Sitzungsraum in Zürich-West. Die Corris-Büros befinden sich in einem Gebäude der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk 1 («Urbaner Lebensstil mit Rücksicht gegenüber Schwachen») bei der Haltestelle Bernoulli. Hier lebt das korrekte Zürich. Der grüne Nationalrat Bastien Girod bewohnte im dritten Stock einst ein WG-Zimmer. Girod hat selbst einige Zeit für Corris gearbeitet und dabei gelernt, wie man sich erfolgreich vermarktet.

Heute sind drei Bewerber gekommen, neben mir Erika, eine 26-jährige Studentin der Kunstgeschichte, die dringend Geld braucht, und Mona, eine 19-jährige Köchin in Batik­hosen, die nicht mehr kochen will, aber ebenfalls etwas verdienen möchte. Geleitet wird die Veranstaltung von Sky, einer zierlichen Frau mit künstlich blonden Haaren und selbst­sicherem Auftreten.

«Es ist ein Knochenjob», warnt uns Sky gleich zu Beginn. Einige Leute da draussen seien richtig unanständig. Das dürfe man nicht persönlich nehmen. «Ganz ehrlich», erklärt sie, «niemand bleibt freiwillig stehen.» Umso wichtiger sei es, dass man einen sympathischen Eindruck erwecke. «Die meisten Leute geben etwas, weil sie euch nett finden.» Wir müssen also keine guten Taten anpreisen, sondern primär uns selbst.

Sky kommt denn auch schnell auf den Punkt, «der alle am meisten interessiert»: den Lohn. Alle schauen gebannt zur Tabelle, die auf die Wand projiziert wird. Corris bezahlt pro Tag 135 Franken Grundlohn, plus 15 Franken Essensspesen. Hinzu kommt ein kompliziertes Bonussystem, das einen einzigen Anreiz setzt: möglichst viel Geld einzutreiben. Jede Spende gibt Punkte, je nach Höhe und Zahlungsrhythmus. Bei elf Punkten (entspricht fünf grösseren Spenden) ist man im Corris-Jargon im «grünen Bereich», was mit 170 Franken extra honoriert wird. Alle zwanzig Arbeitstage gibt’s einen Treuebonus von 850 Franken. Würde man hinten eine oder zwei Nullen anhängen, so denke ich mir, würde man uns «Boni-Jäger» schimpfen. Immerhin: Corris kennt bereits einen Boni-Deckel. Um Exzesse zu vermeiden, können auch Spitzenverkäufer nicht mehr als 7250 Franken pro Monat verdienen.

Sky meint, fünf Punkte pro Tag müssten drinliegen. Erika fragt, was passiert, wenn man das Ziel nicht erreicht. «Ihr werdet sehen: Wenn ihr das nicht schafft, dann macht euch der Job auch keinen Spass.»

Dann beginnt das Kürzest-Job-Assessment. Jeder soll ein Fantasieprodukt vorstellen, ich eine «Videobrille». Wir haben zwei Minuten Zeit, um Produkteigenschaften zu erfinden, dann präsentieren wir den anderen unseren Werbespot. Anschliessend werden wir nacheinander für das eigentliche Bewerbungsgespräch aufgerufen. Die Köchin fliegt raus, die Kunsthistorikerin ist eine Runde weiter. Ich komme als Letzter dran. Sky lobt meine Kreativität. Fragen zu meiner Person hat sie keine. Sie sagt, sie sehe mich gut in diesem Job.

Erika und ich bekommen einen auf drei Monate befristeten «Rahmenvertrag für Arbeit auf Abruf». Der Vertrag beinhaltet auch eine strikte Geheimhaltungspflicht gegenüber Journalisten. Ich unterschreibe dennoch. ­Einen Händedruck oder ein Lächeln von einer Corris-Mitarbeiterin gibt es deswegen nicht, lediglich einen Papiersack. In meinem sind ein gelbes T-Shirt und eine Regenjacke mit Amnesty-International-Logo. Auf den Sachen meiner Kollegin steht: «Helvetas». Wir sind nun sogenannte «Dialoger». Zwei von tausend, die jedes Jahr bei Corris anheuern.

«Entwicklungshilfe und so»

Inzwischen ist es Mittag, nun beginnt der Crash-Kurs. Obwohl wir zwei völlig verschiedenen Organisationen zugeteilt wurden, sitzen Erika und ich in der gleichen Schulung. Ich weiss wenig über die konkreten Projekte von Amnesty International. Meine Kollegin weiss nur, dass Helvetas «Entwicklungshilfe und so» betreibt.Doch das spielt keine Rolle, hier und heute geht es einzig um Spendenmaximierung. Ob es Bäume, Tiere, Frauen oder Kinder zu retten gilt – das Prinzip ist immer dasselbe: Wir müssen die Passanten bei ihrem schlechten Gewissen packen. «Sprich einfach von Kindersoldaten und Zwangsräumungen», empfiehlt mir Sky. «Und sag nichts gegen die Todesstrafe, das gibt nur Diskussionen.» Wenn wir mehr über Helvetas und Amnesty wissen wollten, sollten wir deren Websites besuchen.

Unsere Schulung beginnt mit einem Rollenspiel. Ich mime einen Passanten. Sky zeigt mir, wie es geht. Sie wendet ihren hundert- oder tausendfach eingeübten Standarddialog an: «Was würdest du tun, wenn plötzlich einer mit einer Waffe vor deiner Tür steht und sagt: ‹Du musst raus?›», forscht sie mein Gewissen aus und fixiert mich eindringlich. Dann will sie wissen: «Was denkst du, wie viele Leute von Zwangsvertreibungen betroffen sind?»

Ein Unmensch, wer da nicht zustimmt

Die Fragen sind rein rhetorisch, Sky lässt mir während des ganzen Gesprächs nie die Chance, etwas abzulehnen. Die Schlinge um mein Gewissen zieht sich immer enger zusammen, doch dann bietet Sky einen Ausweg: «Findest du es auch gut, dass wir uns für die Menschenrechte einsetzen?» Ein Unmensch, wer da nicht zustimmt. «Was meinst du, lohnt sich das?» Was für eine Frage. Sky hat mich mühelos eingewickelt.

Wir erhalten Merkblätter, eines mit allgemeinen Tipps («Gemeinsamkeiten herstellen, Small Talk») und eines mit «Klassischen Ausreden» samt passenden Kontern. Ein drittes Merkblatt ist dem sogenannten «Formular­übergang» gewidmet – dem Moment, in dem der Passant zur Kasse gebeten wird. Der Formularübergang sei das Wichtigste am ganzen Gespräch, lernen wir, und zugleich der heikelste Moment. Falsch ist die Frage: «Möchtest du uns unterstützen?» Richtig ist: «Findest du es gut, dass wir Kindern in Not zur Seite stehen?» Es ist eine dieser geschlossenen Fragen, die kein Passant mit Nein beantworten kann. Darauf basiert die Verkaufsphilosophie.

Dann lernen wir, wie wir den Spender dazu bringen, mehr zu geben, als er eigentlich wollte. Trick Nummer eins ist die Portionierung des Jahresbeitrags in kleinere, besser verdauliche Häppchen. Zwanzig Franken pro Monat klingt nach weniger als 240 Franken im Jahr. Sky schärft uns ein: Wir sollten «nie, nie, nie» nach einem Jahresbeitrag, sondern stets nach einem Monatsbeitrag fragen. Ganz ausgebuffte Corris-Mitarbeiter wie Mike sprechen sogar von 30 Rappen pro Tag statt von 120 Franken im Jahr. Natürlich gilt das alles nur für die Dauer der Verhandlung. Am Schluss, wenn wir das Formular ausfüllen, rechnen wir die Zahl wieder auf ein Jahr hoch.

Trick Nummer zwei ist die Höhe des Mindestbeitrags. Amnesty International unterstützen darf nur, wer im Minimum 120 Franken pro Jahr (oder eben: 10 pro Monat) gibt. Sky sagt uns, dass sich tiefere Beiträge «wegen des Verwaltungsaufwands» schlicht und einfach nicht lohnten.

Trick Nummer drei ist der raffinierteste im Corris-Repertoire: Sky empfiehlt uns, nicht nach einem Betrag zu fragen, sondern eine Summe vorzuschlagen – «Sagt einfach, normalerweise gäben die Leute 40 bis 60 Franken pro Monat.» Das wären dann 480 bis 720 Franken pro Jahr. Wer weniger geben will, muss das mit seinem eigenen Gewissen aushandeln.

Die Kunstgeschichtestudentin Erika zweifelt: Geben die Leute denn wirklich so viel? Corris verweist auf ihrer Website auf Kampa­gnen, bei denen der durchschnittliche Jahresbeitrag bei «deutlich über 100 Franken» liegt. Das wären im «Dialoger»-Jargon rund 10 Franken pro Monat — vier- bis sechsmal weniger, als wir den Spendern vormachen sollen. Sky grinst komplizenhaft: «Die meisten geben 10 bis 40 Franken pro Monat. Aber ein bisschen flunkern ist erlaubt, es geht ja um eine gute Sache.»

Am besten direkt vom Konto abbuchen

Ganz am Schluss kommen wir auf die Sache mit dem Lastschriftverfahren (LSV). Erst wenn ein Gönner seine Adresse diktiert und sich bereiterklärt hat, eine bestimmte Summe zu spenden, fragen wir nach der Kontonummer. Dank LSV wird die Spende automatisch und regelmässig überwiesen.

Sky teilt uns ein letztes Merkblatt aus: «Argumente für die Mitgliedschaft per Lastschriftverfahren». Acht Vorzüge sind aufgeführt, darunter: «Einzahlungsscheine kosten Geld», oder: «Es können Briefsendungen eingespart werden und dadurch kann umweltfreundlicher gearbeitet werden.» Über das wichtigste aller Argumente steht dagegen kein Wort: Leute, denen automatisch Geld vom Konto abgebucht wird, spenden meist über Jahre. Nicht, weil sie zufriedenere Spender wären, sondern schlicht und einfach, weil sie den Dauerauftrag vergessen und weiterlaufen lassen. Das ist Trick Nummer vier.

Ist LSV also eine Bedingung? Oder kann jemand, der seine Kontoinformationen für sich behalten möchte, auch per Einzahlungsschein spenden? «Wenn er unbedingt will, darf er das natürlich», sagt Sky, leicht genervt. Das Reglement der Zewo, der Selbstregulierungsorganisation der NGO-Branche, will es so.

Sky erzählt uns, im «Vergleich zu TV-Spots und anderen Methoden» sei «Direct Dialog» günstig. Im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen, die dank der treuen (oder: vergesslichen) Spender im Laufe der Jahre reinkommen, mag das stimmen. Doch wie gross ist der Aufwand, den die «Dialoger» betreiben, in absoluten Zahlen?

Sky sagt, die Auftraggeber bezahlten pro «Dialoger» und Tag 850 Franken. Diese Zahl galt lange als das bestgehütete Geheimnis der Branche. Auf Anfrage der Weltwochebestätigt Corris erstmals, dass die Auftraggeber eine Pauschale von «800 bis 850 Franken» pro eingesetzten Mitarbeiter und Tag bezahlen.

Amnesty-Sprecherin Alexandra Karle schweigt sich über die Gesamtkosten der aktuellen Kampagne aus, sagt aber, dass tausend Manntage bestellt wurden. Amnesty lässt sich den Corris-Einsatz somit gegen 850 000 Franken kosten. Diese Auslagen müssen die «Dia­loger» zuerst einmal hereinbringen.

Wie lange dauert es, bis die Kampagne bezahlt ist und die ersten Spenden in ein konkretes Projekt fliessen? Corris wirbt auf ihrer Website mit einer Referenzkampagne für eine Organisation aus dem Gesundheitsbereich, bei welcher der «Break-even nach zwanzig Monaten» erreicht worden sei. Im Klartext: Die gesamten Spendeneinnahmen der ersten 1,66 Jahre gingen an Corris. Erst was später kam, floss in einen guten Zweck.

Wann die Gewinnschwelle der Amnesty-Kampagne überschritten wird, lässt sich nicht beziffern, doch wenn man die Werte der von Corris aufgeführten Referenzkampagne auf Amnesty überträgt, wird die Gewinnschwelle in 20 Monaten, Anfang 2015, erreicht. Amnesty-Sprecherin Karle will keine konkreten Zahlen nennen, bestätigt aber diese Grössenordnung. «Grundsätzlich gilt: Ab dem zweiten Jahr lohnt es sich für uns.»

Eine einjährige Spende fliesst somit komplett an Corris. Wer zwei Jahre lang einzahlt, deckt die Kosten, die durch seine Anwerbung entstanden sind, nur knapp. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass LSV-Spender bevorzugt werden. Nur dank LSV zahlt sich das System Corris für die Hilfswerke überhaupt aus. Nach einer Stunde ist die Ausbildung beendet. Mein erster Arbeitseinsatz ist für den kommenden Donnerstag geplant, wo und wann ist noch nicht klar. Am Mittwochabend davor erfahre ich Ort und Zeit per SMS.

Chef auf dem Schwanenplatz

Donnerstag, 10.45 Uhr, Schwanenplatz in Luzern. Unser Team umfasst vier «Dialoger». Neben mir, dem Neuling, sind zwei, die ihren letzten Tag haben. Geronimo, ein 20-jähriger Deutscher mit Dauerlächeln, macht den Job seit drei Monaten. Nun möchte er auf Reisen gehen, vielleicht nach Indien. Zora will studieren, vielleicht Psychologie, sie hat nach acht Tagen genug. Kopf der Truppe ist Mike, der mit den 30 Rappen. Eigentlich ist Mike gelernter Metzger, doch «da verdienst du nichts». Seit eineinhalb Jahren ist er für Corris tätig. Er hat auch schon den Green-Cross- oder Swissaid-Aktivisten gemimt. Amnesty-International-Mitglied ist keiner. Wir sind Söldner im Kampf für das Gute.

Die Leute gehen vorbei. Unser Stand, bestehend aus einem Stahlquader, in dem wir unsere Formulare verbergen, und einigen gelben Amnesty-Plakaten, wirkt wie gleissendes Sonnenlicht. Jeder, der versehentlich hingeschaut hat, wendet den Blick ab. Alle starren auf den Boden, um ja nicht angesprochen zu werden. Mike entkommen sie trotzdem nicht. «Stopp!», befiehlt er, lauter und deutlicher, als es jeder Luzerner Polizist wagen würde. Denen, die murmeln, sie hätten keine Zeit, ruft er hinterher: «Zeit hat man nie, man muss sie sich nehmen.» Jene, die sagen, sie müssten arbeiten, lässt er wissen: «Was heisst hier müssen? Weisst du, wie viele Leute gerne arbeiten würden, aber nicht können?» Mike ist der Chef auf dem Schwanenplatz.

Endlich bleibt jemand stehen, es ist Michelle, die angehende Coiffeuse. Ich muss sie nicht erst von den Menschenrechten überzeugen. Michelle will von ganzem Herzen Gutes tun. Bereitwillig nennt sie mir Name und Adresse. Erst als ich ihr sagen muss, dass die 30 Franken, die sie geben wollte, leider, leider nicht reichen, verflüchtigt sich ihre Spendierlaune. «Weisst du, ich würde wirklich gerne», fleht Michelle. «Aber ich verdiene nur 350 Franken pro Monat.» Ich fühle mich elend. Es ist nicht angenehm, eine Teenagerin, die selbst nicht genug zum Leben hat, zum Geldausgeben zu überreden. Zum Glück rettet mich Berufsidealist Mike. Der 30-Rappen-Masche hat Michelle nichts entgegenzusetzen – sie unterschreibt.

Einzahlungsscheine gibt es nicht

Hunderte von Leuten eilen über den Schwanenplatz und ignorieren uns. Als ob sie wüssten, dass wir keine Menschenrechtsaktivisten sind, sondern nur Rädchen in einer gut geschmierten Spendenmaschinerie. Sky hatte recht, es ist ein Knochenjob. Abgesehen von einem Rentner, der mit mir über die Regierung schimpfen möchte, bleibt lange niemand stehen.

Dann komme ich mit einem Mann ins Gespräch, er trägt eine Steppjacke und schaut freundlich durch die runde Nickelbrille. So stellt man sich einen Amnesty-Sympathisanten vor. Und tatsächlich, der Mann findet die Organisation gut. Er unterstützt uns gerne. Aber nur, wenn er einen Einzahlungsschein bekommt. «Ich möchte kein LSV, da verliere ich den Überblick», sagt er. Das ist gemäss Zewo sein gutes Recht. Spender, so heisst es im Reglement, müssten stets die Wahl haben, ob sie per LSV, per Einzahlungsschein oder bar bezahlen wollen. Das Zewo-Siegel trägt auch Amnesty International.

Doch wo sind die Einzahlungsscheine? Im Inneren des Stands? Mike sagt: «Wir haben keine Einzahlungsscheine, sorry.» Man habe zwar einmal Einzahlungsscheine verteilt, aber der Rücklauf sei zu klein gewesen, schiebt er zur Erklärung nach. Hier draussen gilt das Gesetz der Strasse, kein Zewo-Reglement. Der Mann will unter diesen Umständen nicht mitmachen, er wünscht uns viel Glück und geht.

Dann passiert lange nichts. «Grüezi, ich bin von Amnesty International», sage ich wieder und wieder – und schramme damit hart am Etikettenschwindel vorbei. Nur dann und wann bleibt jemand stehen. Ein junger Mann fragt gleich als Erstes: «Bist du von Corris?» Als ich bejahe, geht er weiter. Habe ich etwas falsch gemacht? Was sagen meine Kollegen, wenn sie nach ihrem Arbeitgeber gefragt werden?

Wer spendet schon für Corris?

«Ich sage immer, ich sei von Amnesty», sagt Geronimo. «Aber wenn einer direkt fragt, musst du halt die Wahrheit sagen.» Gibt es dann noch eine Chance, dass der Passant trotzdem mitmacht? Zora und Geronimo sind sich einig: «Nein, das kommt nicht vor.» Wer spendet schon für Corris?

Für die Corris AG ist es ein Dilemma: Einerseits möchte die Firma, um keine Spender abzuschrecken, ihren Namen möglichst nicht nennen. Anderseits wäre das unehrlich. Corris löst das Problem so, dass der Name möglichst diskret deklariert wird: Auf dem Stand steht das Wort «Corris» so tief, dass es nur Babys und Hunde lesen könnten. Auf meinem Mitarbeiterausweis ist der Name viermal kleiner als das Amnesty-International-Logo. Auf dem Mitgliederformular ist der Verweis auf Corris klein und quer gedruckt, so dass man den Zettel um neunzig Grad drehen müsste. Das Zewo-Logo, mit dem sich nur Amnesty, nicht aber Corris schmücken darf, ist rot und sehr viel grösser.

14 Uhr, endlich: Mein zweiter Spender geht ins Netz. Herr Tanner, ein etwa 50-jähriger Mann mit Schnauz, muss nicht lange bearbeitet werden. Er lässt sich die Sache kurz erklären und entscheidet spontan, etwas zu geben. Fünfzig Franken pro Jahr sollen es sein – das sind siebzig zu wenig. Sachte bringe ich ihm bei, dass das leider nicht geht. Warum der Mindestbeitrag so hoch ist, kann ich auch nicht erklären, deshalb erzähle ich etwas von «Verwaltungskosten». Wieder kommt mir Berufs- aktivist Mike zu Hilfe. Er spricht von zehn Franken pro Monat, was nicht viel sei. Zu meinem Erstaunen macht Tanner mit. Auch als ich ihm das Lastschriftverfahren erkläre, stellt er keine Fragen, sondern unterschreibt, nimmt die Quittung und bedankt sich.

Um 15 Uhr ist die Hälfte des Sammeltages vorbei. Zu diesem Zeitpunkt haben Mike und ich je zwei Spender gewonnen, die anderen beiden null. Zusammen haben wir Jahresbeiträge von knapp 500 Franken reingeholt. Wenn wir bis am Abend so weitermachen, dauert es drei Jahre, bis die Kosten, die wir vier an diesem Tag verursacht haben, bezahlt sind. Erst ab 2016 fliesst das Geld in die Menschenrechtsaktivitäten von Amnesty. Und das auch nur, wenn unsere Spender so lange einzahlen.

Als ich nach meinem ersten und letzten Arbeitstag für Corris die Amnesty-Jacke ausziehe, habe ich zwiespältige Gefühle. Mein Einsatz war erfolgreich, gewiss. Zwei ausgefüllte Formulare liegen in meiner Tasche. ­Eigentlich müsste ich mich freuen, dass ich zwei grossherzige Leute dazu gebracht habe, etwas für die Menschenrechte zu tun. Aber ­habe ich nicht vielmehr zwei gutgläubige Leute übers Ohr gehauen?

«Mindestens neunzig Prozent»

Habe ich die Welt besser gemacht oder vor allem den Besitzer der Corris AG reicher? Glauben Coiffeuse-Stiftin Michelle und Herr Tanner, dass sie es mit Idealisten zu tun hatten, die freiwillig für eine gute Sache auf die Strasse gingen? Haben sie den Eindruck, dass wir tatsächlich von Amnesty International sind? Zurück in der Redaktion rufe ich die beiden an, zur Qualitätssicherung quasi.

Michelle sagt, sie habe sich «schon ein bisschen überredet gefühlt». Normalerweise laufe sie vor Leuten wie mir davon. «Ich weiss, dass ich noch zu wenig Persönlichkeit habe, um nein zu sagen.» Bei mir habe sie aber das Gefühl gehabt, dass mein Idealismus echt sei. Und sie habe sich gedacht, es sei für einen guten Zweck. Michelle ist davon ausgegangen, dass wir «ein bisschen etwas» verdienen.

Herr Tanner war mit unserem Gespräch zufrieden. Wie lange er Amnesty-Gönner bleiben will, weiss er noch nicht, vielleicht ein oder zwei Jahre. Was denkt er, wie viel Geld dann dorthin geht, wo es hingehört? Herr Tanner schätzt, dass nach Abzug der Verwaltungskosten «mindestens neunzig Prozent» in Menschenrechtsaktivitäten fliessen. Mich hat er für einen Studenten gehalten, der «vielleicht ein Sackgeld» dazuverdient, der aber direkt für Amnesty arbeitet.

Als ich Herrn Tanner sage, dass von seinen 240 Franken, die er über zwei Jahre spenden wollte, schätzungsweise 40 Franken an Amnesty gehen werden und dass ich in Wirklichkeit ein provisionsgetriebener Angestellter ­einer profitorientierten Firma bin, findet Herr Tanner das «nicht gut». Er bittet mich, sein Formular in den Papierkorb zu werfen.

 

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„#Me too“-Debattenvorschlag: Sexuelle Belästigung durch männliche Spendensammler (21.12.2017, überarbeitet im Mai 2018)

14-5-2018 +++ UK-News: Frustration growing over charity muggers in Sheffield (Deutsch-Version: Englische Grossstadt Sheffield kündigt Massnahmen gegen Sammelplage an) +++

Bildergebnis für chugger harassment

Männlicher Spendensammlertrick: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen (vorzugsweise angewendet bei „Hot Babes“)

 

Neulich war ich für Kurzbesuch im schönen Schweizer Städtchen Suhr. Wirklich hübsch: Nachahmung empfehlenswert. Doch am Bahnhof haben mir Amnesty International-Spendensammelnde (eigentlich sind sie ja von der Sammelfirma „Corris“, welche ca. die ersten 3 Jahresspenden von Mitmachenden in die eigene Tasche abzweigt) wieder mal den Tag verdorben. Läuft doch so ein Spendenclown neben einer hübschen jungen Frau her – und zwar erst die Treppe runter, dann die gesamte Bahnhofunterführung hindurch, wieder zum Gleis hinauf und gibt mit seinen Umgarnungsversuchen erst auf, kurz bevor die Frau in den Zug steigt. Ehrlich, also wenn ich sie gewesen wäre: Ich hätte ihm eine geknallt – aber als Mann ist das ja sicher  weniger empfehlenswert.

Womit wir beim Thema wären: Bei sogenannten „Pick-Up Artists“ („Aufreiss-Künstler“, um zu schnellem Sex mit dem anderen Geschlecht zu kommen) ist der Spendensammler-Job wohl der „heiss“-begehrteste (siehe dazu auch Beitrag vom 10.4.2017). Denn „Weltretter“ stehen in der Gunst gerade junger Frauen, die öfters noch zu gutgläubig sind, um die Manipulation zu erkennen, besonders hoch (die allermeisten Sammler sind ja gar keine Hilfsorganisationsmitarbeiter, sondern eben eine Art „Wohltätigkeits-Verkäufer“, bzw. Angestellte von spezialisierten Werbefirmen). Wenn nicht, kann z.B. auch ein besonders gern angewandter anderer Trick helfen: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen – versehentlicher Körperkontakt erwünscht.

Übrigens (siehe folgendes Photo): Also aber auch ein bisschen heikel, oder?

Bildergebnis für chugger follows

 

 

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis (März 2018/3)

Bildergebnis für wwf spendensammler

Der WWF kooperiert in der CH mit der Spendensammelfirma „Corris“, in DE mit der Agentur „DialogDirect“ und auch mit „talk2move“, die zuvor in AU tätig war 

 

Ich habe ja in vorletztem Post erwähnt, dass ein Strafbefehl gegen mich vorliegt. Dies, nachdem ich in zahlreichen Beiträgen auf meiner, bzw. dieser Website und auch anderweitig in der Presse Kritik zum „Face-to-Face“-Spendensammelsystem geäussert habe (z.B. in der „Stimme“/Deutschland, im KONSUMER-Magazin/Schweiz oder in der KirchenZeitung/Österreich). Die Spendensammelnden auf Strassen/vor Haustüren sind nämlich meist nicht von den Hilfsorganisationen wie z.B. dem Roten Kreuz selbst, sondern von spezialisierten Werbefirmen, die sich dumm und dämlich verdienen mit den Sammlungen, bzw. HEUTE zwei oder sogar eher drei Jahresspenden für sich „abzweigen“ (so lange geht es, bis deren Forderungen – in der Schweiz bspw. 850 Franken oder 725 Euro im Tag pro sammelnde Person, durch DIE KONSTANT SINKENDEN Spendeneinnahmen gedeckt sind). Im Strafbefehl sind zwei Bussen gegen mich aufgelistet: Eine auf Bewährung, also eine solche, die ich verhindern kann, wenn ich aufhöre mit der Kritik (was ich selbstverständlich nicht machen werde). Und eine, die ich so oder so zahlen muss – es sei denn, ich will ein paar Tage ins Gefängnis. Zahle ich freilich auch nicht (bzw. auch wenn ich Geld HÄTTE), d.h. müsste genauer gesagt eigentlich schon lange im Knast sein. Doch die Justiz, die selbst ganz und gar nicht unabhängig in der Angelegenheit ist (Schweizer Justizministerin ist Simonetta Sommaruga, die vorher zwei Non-Profit-Organisationen vorstand, welche wiederum mit der berüchtigten Schweizer Sammelfirma „Corris AG“ kooperieren), traut sich bisher scheinbar nicht, mich einzusacken: Könnte ja noch mehr „Staub aufwirbeln“. Zumal die Zürcher Staatsanwaltschaft, die den Strafbefehl auf die von ihr gutgeheissene Strafanzeige der Corris AG ausgestellt hat, ja selbst im Fadenkreuz der Kritik steht, nachdem sie die Ermittlungen gegen einen pädophilen Gerichtspräsidenten in den eigenen Reihen eingestellt hat (siehe Post vom Januar 2018). Die Vorwürfe sind übrigens lächerlich – deshalb habe ich auf einen Kommentar des Strafbefehls gegen mich verzichtet (ich gehe davon aus, dass die Leserschaft meines Blogs genug aufgeklärt ist, um das nachzuvollziehen). Hier trotzdem noch ein Beispiel: Gleich als erstes wird bzgl. scheinbar nicht akzeptabler Ausdrucksverwendungen meinerseits moniert, ich würde die Sammelnden als „Strassenräuber“ bezeichnen. Äh, also a) rede ich genauer gesagt von WOHLTÄTIGKEITS-Strassenräubern. Und b) so werden die Sammler und Sammlerinnen vor allem ja tatsächlich in den englischsprachigen Ländern genannt!!! Man gebe den Ausdruck CHUGGERS – oder vielleicht besser CHARITY MUGGERS (=Wohltätigkeits-Strassenräuber) – bei Google ein, und schaue mal, was rauskommt: Also ich kriege 181’000 (!) Such-Ergebnisse. Wie steht’s aber mit deutschsprachigen Medien: Ist das Wort „Strassenräuber“ für solche Sammelnden auch schon verwendet worden in Artikeln? Nein, NUR der Ausdruck „Wegelagerer“, was bekanntlich genau das Gleiche bedeutet, in Österreich vom international bekanntesten Blatt „Der Standard“ sogar schon 2005 gebraucht. In Deutschland benannte z.B. der „auch noch recht bekannte“ STERN die „Drücker“ (so werden sie in Deutschland auch genannt) letztes Jahr so; Beitragstitel „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“. Und in der Schweiz schliesslich sorgte das links-freundliche St. Galler Magazin „Saiten“ für meine Verteidigung. 🙂

Muss ich noch mehr dazu schreiben? Ich hoffe nicht. Mir ist’s jedenfalls zu blöd. Die Zürcher Staatsanwaltschaft drückt sich also (noch?), mich zu verhaften. Wobei es mir im Übrigen sowieso egal wäre: Ich wäre geradezu froh gewesen, wenn ich Ende Februar in den Knast hätte gehen können. Ich lebe ja schliesslich seit insgesamt dreieinhalb Jahren auf der Strasse (ohne zu betteln/ohne Ruck- und Schlafsack), wo es um diese Zeit saukalt war und ich nach heftigem, andauernden Fieber nur durch Einnahme von Antibiotika überlebt habe. Respektiv, falls es jemand vergessen hat: Ich lebe eigentlich gezwungenermassen auf der Strasse (siehe auch spezifischen Beitrag von „Ketzer Podcast“ dazu). Erstens, weil ich keine Sozialhilfe beziehen, aber trotzdem mit meinem Projekt weitermachen will (und mein eigenes Geld längst aufgebraucht ist). Und zweitens, weil ich es für besser hielt angesichts der Sammelmafia (Werbefirmen) und der in Sachen Gefährlichkeit ebenfalls nicht zu unterschätzenden Hilfsorganisationen selbst (wenn sie ihre Einnahmen gefährdet sehen) mich möglichst unsichtbar zu machen (ohne Adresse).

Doch im Fall: Ich war eh schon im Gefängnis wegen der Angelegenheit – indirekt. Denn da ich ja kein Geld mehr habe und trotzdem immer mal wieder den Zug nehmen muss, bin ich natürlich schon x-mal ohne Fahrschein geschnappt worden. Ich sass also bereits rund 14 Tage ab, wegen „Schwarzfahrens“ – wie das Zugfahren ohne Ticket in der Schweiz genannt wird. Aber ich sehe ehrlich gesagt mittlerweile auch nicht mehr ein, warum ich noch dermassen staatstreu sein soll. Die Schweizerischen Bundes Bahnen (SBB) fördern ja den Spendenbetrug, indem sie die Werbefirmen in den Bahnhöfen sammeln lassen – natürlich bekommen sie dafür auch ganz netten Batzen (in mittelgrossen Bahnhöfen bspw. 450 Franken/385 Euro „Standmiete“ pro Tagesaktion, im Bahnhof Zürich sogar 950 Franken/815 Euro). Und dass es sich bei den Sammlungen um Betrug handelt, sollte ja mehr als klar sein: Schliesslich wird ja so getan, als würden die NON-Profitorganisationen selbst hinter den Aktionen stecken, und nicht wie in Wahrheit PROFIT-orientierte Sammelfirmen (womit im Übrigen der Non-Profit-Gedanke regelrecht „pervertiert“ wird). Kurz: Die Spenderschaft wird hier glasklar „getäuscht“ (siehe dazu auch Beitrag vom 8.11.2017). Die Justiz müsste demzufolge, wenn sie zur Rechtsdurchsetzung zuständig ist – sollte eigentlich meines Wissens der Fall sein 😉 – nicht mich verfolgen, sondern gegen die kommerziellen Spendensammlungen vorgehen. Doch stattdessen agiert sie als Handlanger der Politik, welche in dieser Angelegenheit nicht Teil der Lösung ist, sondern des Problems! Denn der gemeinnützige Sektor ist derjenige mit der grössten (politischen) Lobby. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Politiker und Politikerinnen, egal ob ehemalig oder amtierend, haben alle ein übersteigertes Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung. Und wo gibt es mehr von dieser, als durch das Engagement für die gute Sache bei einer Hilfsorganisation; als Vorstands- oder Stiftungsratsmitglied (vorzugsweise PräsidentIn), als Botschafter, als Patron oder was auch immer. In England ist der ehemalige Premierminister David Cameron nun Präsident der Alzheimer Society (arbeitet „natürlich“ mit Face-to-Face Fundraisingagentur zusammen), in Deutschland amtet Ex-Vizekanzler Franz Müntefering ebenfalls als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (der vor allem durch die Kooperation mit haustürsammelnden „Drückerkolonnen“ in Verruf geraten ist) und in der Schweiz ist Bundesrat Ignazio Cassis (Simonetta Sommaruga habe ich ja schon genannt) bspw. bis zu seinem Antritt im Stiftungsrat des auf Corris setzenden Hilfswerks „Fairmed“ gewesen. Und so weiter und so fort.

Deutschsprachige Länder: News zu „Face to Face“-Spendensammelskandal, März 2018/2

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen Blogbetreiber

 

Gleich vorweg; gelungener „Undercover-Beitrag“ vom neuen investigativen Rechercheformat „STRG-F“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) für junge Leute von Anfang März („Spendensammler undercover – Schuften und Schleimen für WWF & Co“): https://www.youtube.com/watch?v=6QoYfiH6VI4 (oder einfach auf Bild klicken).

Hilfsorganisationskontrollstellen, die „Spendensiegel“ an angeblich seriöse Hilfsorganisationen vergeben und dabei auch das Fundraising der betreffenden NGOs anschauen, namentlich „DZI“ (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen), „ZEWO“/Schweiz oder „Österreichisches Spendengütesiegel“ sind einer internationalen Dachorganisation angegliedert, dem ICFO. Dort Präsidentin: Wiederum die Geschäftsleiterin der Schweizer ZEWO – deren Mann in der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz sitzt (äh, wieder mal fehlende Unabhängigkeit), wobei Caritas CH bis vor nicht allzu Langem sogar noch selbst mit der berüchtigten Schweizer Sammelfirma Corris kooperiert hat(!). In der Schweiz ist ausserdem gerade ein Riesenskandal am laufen: Die „Postauto Schweiz AG“ hatte zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen. Schadensumme: 78 Millionen Franken. Vor ein paar Tagen hat ein gewisser Kurt Grüter sein Mandat im Experten-Gremium niedergelegt, das die Affäre untersuchen sollte. Wegen was wohl? Wie gehabt; fehlende Unabhängigkeit. Derselbe Kurt Grüter ist aber auch Zewo-Präsident (das steht natürlich wieder nicht in den Schweizer Medien). Spricht wieder mal für sich.

Und noch ein paar Worte zum erst gerade online-gestellten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen mich. Ist von letztem Jahr. Ich wollte zuerst noch schauen, ob eine Schweizer Zeitung über meine Geschichte inkl. des Strafbefehls eine Story schreiben möchte. Der Winterthurer Landbote (in Winterthur sind Bestrebungen im Gange, die Sammlungen auch gegen grossen politischen Widerstand einzudämmen) schien durchaus interessiert, „wenn die Geschichte mit der Region Winterthur“ in Zusammenhang gebracht werden kann. Naja, kein Problem. Ich: „Der ehemalige Winterthurer FDP-Stadtrat Peter Arbenz ist Ehrenpräsident von Corris-Kunde „Helvetas“… Und die meines Wissens gegenwärtig populärste Winterthurer Politikerin; Mattea Meyer, SP-Nationalrätin, hat ihre Bundeshauszutrittskarte (die Rede ist von den seit dem Fall Markwalder/Kasachstan-Affäre umstrittenen Badges an Lobbyisten) an Dominik Gross von Alliance Sud gegeben. Alliance Sud ist nichts anderes als eine Lobbyorganisation der Hilfswerke Helvetas, Swissaid, Caritas, Brot für alle, HEKS sowie Fastenopfer…“ Antwort des Landboten: Fehlanzeige. Naja, ich bin es mir ja inzwischen gewohnt, wohl „zu heisses Eisen“. Leider gibt das aber kaum eine Zeitungs-Redaktion, bzw. ein Journalist/eine Journalistin zu. Da muss ich doch auch mal mein Erlebnis mit einer der grössten Deutschen Zeitungen schildern, deren Chefredakteur mir auf einen Beitragsentwurf, den ich ihm gesendet habe, Folgendes geantwortet hat: „D  –  A  –  N  –  K  –  E“. Hmm? Der Mann hat doch selber schon über verwandte (Fundraising-)Themen geschrieben und sich mit Kritik nicht zurückgehalten? Er findet meinen Beitrag also so interessant, dass er mir mit einem DICKEN „Danke“ antwortet, sonst aber nichts mehr schreibt. Meine Folgerung (nach unzähligen ähnlicher Erfahrungen): Er hat einen Maulkorb vom Verlagshaus bekommen, darf das aber selbstverständlich nicht mitteilen (ich schreibe übrigens den Namen der Zeitung hier nicht, weil der Redakteur immerhin bis zu einem gewissen Grad ehrlich war, und nicht einfach überhaupt nicht mehr geantwortet hat).

Und wenn wir schon dabei sind: Die „Presse“ ist eine auch international recht bekannte (und renommierte) Österreichische Tageszeitung. Ich erwähne in meinem Interview mit „Ketzer Podcast von Ende 2016“ einen „Presse-Artikel“ von 2006, wo die Firma „DialogDirect“ zugegeben hat, dass bei ihr schon zu jener Zeit „zwei Jahresspenden“ draufgegangen sind (die Firma „Talk2Move“ brüstete sich hingegen, die Arbeit wesentlich billiger hinzubekommen, was aber auch einen triftigen Grund hatte). Warum ist dieser Artikel im Internet nicht mehr abrufbar?

 

 

Strafbefehl gegen Spendensammler-Kritiker (Blogbetreiber), März 2018/1

Strafbefehl (Art. 352 StPO) der Staatsanwaltschaft Zürich – Limmat gegen Kevin Brutschin

Tatbestand und Begründung: Vergehen des BG gegen den unlauteren Wettbewerb

Der beschuldigte Kevin Brutschin hat mehrfach vorsätzlich unlauteren Wettbewerb nach Artikel 3 UWG begangen, namentlich andere, ihre Waren, Werke, Leistungen, deren Preise oder ihre Geschäftverhältnisse durch unrichtige, irreführende oder unnötig verletzende Äusserungen herab(ge)setzt…

Der Beschuldigte hat seit nicht genau bekannter Zeit, sicher aber seit dem 16. September 2016 über seine Website http://www.kevinbrutschin.wordpress.com der Geschädigten Corris AG bei der Gewinnung von Spendengeldern unethisches Verhalten und kriminelle Machenschaften unterstellt. Dies indem er durch verschiedene Veröffentlichungen in unterschiedlichen Presseerzeugnissen … Aussagen über die Geschädigte verbreitet hat, gemäss Letztere unter anderem ein Strassenräuber, eine Spendensammelmafia, ein Betrüger und Lügner sei, sie der Abzocke, des Etikettenschwindels, des Ergaunern von Millionen und vorsätzlicher Täuschung sowie der irreführenden Falschinformationen bezichtigt. Diese Äusserungen sind unnötig verletzend, da sie keine sachlich formulierten Ratschläge für die Leser enthalten…

Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 10.00, entsprechend CHF 500.00 … Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Busse von CHF 300.00. Für den Fall der Nichtleistung der Busse beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe 3 Tage.

Die Verfahrenskosten werden der beschuldigten Person auferlegt.

CHF   300.00 Busse

CHF 1000.00 Gebühr für das Vorverfahren

CHF 1300.00 Total

 

 

 

 

 

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Für das BRK: Mit diesen schlimmen Methoden werden Spenden gesammelt 

Mitarbeiter der Firma Kober (der so tut, als wäre er ein Rotes Kreuz-Profi)

Zur Video-Kurzfassung des Beitrags geht’s H-I-E-R

 

Der Skandal weitet sich immer augenscheinlicher zum Super-GAU aus (Kollaps des gesamten NGO-Sektors), wie von mir schon seit Jahren vorhergesagt: Die Sendung „Punkt 12“ von RTL hat die betrügerischen Spendensammlungen von spezialisierten Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen nun auch unter die Lupe genommen. Passenderweise die Haustürsammlungen („Drückerkolonnen“)  des Roten Kreuzes/Bayerischer Landesverband; ich muss es stets wiederholen: Das weltweit erste Hilfswerk, das solche Nonsens-Sammlungen durchführen liess, namentlich von der Firma Wesser im Jahr 1968. Hier geht es aber um die Firma Kober, die auch in Österreich sammelt, und das Wesser-System kopiert hat. Gleich zwei Bayerische Medien haben zum Beitrag eigene Zusammenfassungen gemacht (die Tageszeitung „tz“ – siehe auch vorletzten Beitrag von dieser selbst zum Thema INKLUSIV ANGEHÄNGTEM „BASHING“-KOMMENTAR AN DEN BLOGBETREIBER – sowie das Oberbayerische Volksblatt „OVB“), in dem das Bayerische Rote Kreuz „drankommt“. Coolerweise hat sich wieder mal eine Reporterin in die Höhle des Löwen gewagt, respektiv „undercover“ als Spendensammlerin mit versteckter Kamera. Und trotz einleuchtender Beispiele, dass dieses Sammelsystem nicht aufgeht, bleibt das Rote Kreuz „natürlich“ wieder stur. D.h. der Riesenfehler der Zustimmung zu dieser ja offenkundigst absurden und hoch glaubwürdigkeitsschädigenden Kooperation mit gewinnorientierten Fundraising-Unternehmen („Profit mit Non-Profit“) wird nach wie vor nicht zugegeben – womit freilich der Super-GAU erst recht eintreten wird.  Hier die wichtigsten der perfiden Sammel-Tricks, die RTL aufgedeckt hat (dass „NEINS ignorieren“ immernoch systematisch angewendet wird, versteht sich von selbst, obwohl stets das Gegenteil behauptet wird):

Ein Druck machender Spruch lautet, das Geld sei schliesslich „für die Leute, die im Notfall zu Ihnen kommen.“   Ein anderer: Jede/r mache mit und das Abo sei so selbstverständlich wie der Bankeinzug von Strom- und Mietgebühren. Auch auf das „Todsünden“-Argument wird verwiesen, dass kein Rettungsdienst mehr stattfindet, wenn nicht gespendet wird. Denn erstens stimmt das gar nicht (und die Kosten für einen Rettungseinsatz werden sowieso von der Krankenversicherung übernommen). Und zweitens – was leider wieder mal nicht erwähnt wird, obwohl es sicher gut zu wissen wäre – ist dass damit rechtlich eine Straftat begangen wird, nämlich „Nötigung“! Die andere, geradezu systematisch angewendete Straftat (Betrug) bei den Sammelaktionen ist selbstverständlich die Vortäuschung, dass die Sammelnden direkt vom Roten Kreuz seien (siehe dazu auch „Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen“). Das wird vor allem dadurch suggeriert, da diese DRK-Uniformen tragen (siehe Photo) und gleichzeitig NICHT EXPLIZIT KLAR MACHEN, dass sie von einer beauftragten, hausierenden Spendenfirma – in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt – sind. Zwar gibt es schriftliche Hinweise auf die Drückerkolonnen, nur sind diese absichtlich sehr klein und versteckt angebracht. Das REICHT EINDEUTIG NICHT, um den Leuten den kommerziellen Charakter der Sammlungen bewusst zu machen (siehe dazu vergangene TV-Beiträge von Norddeutschem Rundfunk oder Westdeutschem Rundfunk). Zumal man ja gutgläubig reagiert, wenn es um Hilfsorganisationen geht  („Es geht ja um die gute Sache.“/“Hilfsorganisationen kann man sicher vertrauen“) – was im Übrigen eine juristische Beurteilung berücksichtigen müsste. Die Werbenden reden schliesslich, quasi die Täuschung unterstreichend, NICHT unbedingt in der „Wir-„Form („Guten Tag, WIR sind vom Roten Kreuz.“), sondern einfach in der dritten Person („Guten Tag vom Roten Kreuz“). Als würde man als SpenderIn auf solche Spitzfindigkeiten achten! Konkret wird im Beitrag letztendlich eine ältere Frau so in die Irre geführt, bis sie das Doppelte von dem zahlt, was sie eigentlich wollte (siehe dazu auch Einleitung von mir zu „Wesser“-Beitrag). Ganz zum Schluss steht in der tz: „Wie viel der gesammelten Spendengelder tatsächlich der wohltätigen Organisation zugutekommen, konnte die RTL-Reporterin nicht herausfinden.“ Naja, da verweise ich doch gerne auf meine neue Hauptseite „Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen“ .

S T O P P T  D E N  S A M M E L N O N S E N S  E N D L I C H !!!!!!!!!!!!!!!!!!

PS:  Bisheriger Präsident vom DRK war Rudolf Seiters, CDU, der als Ex-Bundesminister beste Beziehungen zu Merkel pflegt. Aber auch seine neue Nachfolgerin hat einen guten Draht zur Macht: Gerda Hasselfeldt, Ex-CSU-Bundesministerin. Wundert sich noch jemand, dass der Nonsens immernoch existiert, bei der Lobby im Rücken der Hilfsorganisationen?

CH: Analyse des NZZ-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 11.1.2018

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

 

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Spendensammler im Visier (Photo ist im Fall satirischem Beitrag entnommen; ich will niemandem zum erschiessen animieren, „Zusammenschiss“ reicht)

Schon wieder neuer Artikel der wirtschafts-, bzw. FDP-freundlichen NZZ (Neue Zürcher Zeitung) erschienen, in dem auf die Skandal-Spendensammelfirma Corris eingegangen wird. Man könnte fast meinen, es wäre diejenige grössere Zeitung, auf die man sich beim Thema noch verlassen kann in Sachen Objektivität. Aber tempi passati. Erst letzten Monat hatte sie zwar vernichtenden Beitrag geleistet – notabene(!) in „Kommentar“-Form (siehe Post vom 19.12.2017), im Sinn von „ist ja NUR die Meinung des Verfassers“. Könnte schliesslich „Puff“ geben: So war der ehemalige NZZ-Chefredaktor UND FDP-Nationalrat Willy Bretscher schon von Anfang an im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden Entwicklungshilfeorganisation Helvetas, die im Übrigen bei der Gründung ebenfalls auf den Support von Bundesrat Max Petitpierre zählen durfte, FDP natürlich. Und gibt ja ausserdem auch noch einen „ziemlich“ neuen FDP-Bundesrat, der bisher bei Corris-Kunde „Fairmed“ im Stiftungsrat war: Ignazio Cassis (und natürlich noch ganze Reihe anderer FDP-ParlamentarierInnen bei „Corris & Co.“-Hilfswerken). Schon fertig? Sicher nicht: Bei Swissaid im Stiftungsrat, ebenfalls komplett verfilzte Entwicklungshilfeorganisation, ist auch NZZ-Urgestein Christoph Wehrli. Sage und schreibe 35 Jahre; von 1979 bis 2014, hat dieser den NZZ-Kurs als geschätztes Redaktionsmitglied mitbestimmt. Und da ist auch noch „ein bisschen“ Luzi Bernet, „NZZ am Sonntag“-Chefredaktor, seinerseits im Vorstand des Schweizerischen Roten Kreuzes, welches zwar nicht mit Corris kooperiert – dafür aber mit der Haustürsammelfirma Wesser, die das kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ als erstes in der Schweiz angewandt hat. Man deckt sich unter Hilfswerken, wenn man ähnlich (dubiose) Sammelpraktiken anwendet, versteht sich… 😉

Kann gut sein, dass ich noch ein paar „Exemplare“ vergessen habe (aber sollte ja reichen). Auf jeden Fall: Die NZZ war also veranlasst, schleunigst wieder Gegensteuer zu geben. So heisst es also im aktuellen Beitrag vom 11.1.2018: „Gut eingespielt hat sich nach Auffassung von „Swissfundraising“ die Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen wie Corris. Das Zürcher Unternehmen akquiriert seit einigen Jahren im Auftrag einer Reihe von Hilfswerken Spender. Dass seine zumeist jungen Mitarbeiter mit ihrem offensiven Auftreten den einen oder anderen Passanten verärgern, hält (Swissfundraising-Geschäftsleiter) Tinner für vertretbar. Wer auf einen wichtigen Zweck aufmerksam machen wolle, müsse auch einmal nerven. «Angestellte von Warenhäusern, die Ladenbesuchern Gutscheine in die Hand drücken, verhalten sich auch nicht anders.»“

Herr Tinner weiss, was er sagen muss. Denn Swissfundraising ist nichts anderes als der Landes-Berufsverband der FundraiserInnen, bzw. Profi-SpendensammlerInnen. Und wer ist dort dabei? Sicher mal viele Hilfswerke, die mit Corris & Co. zusammenarbeiten. Aber nicht nur das, auch Corris selbst freilich. Die Skandal-Spendensammelfirma sponsert jeweils sogar Swissfundraising-Events wie z.B. den „Swissfundraising-Tag“ oder den „Swissfundraising Award“ („Dreister“ Blogbetreiber-Kommentar: Vermutlich hat Corris sich diesen schon selbst vergeben). Swissfundraising-Präsident wiederum ist der Medien- und Fundraisingverantwortliche der Caritas; Odilo Noti. Immerhin arbeitet Caritas seit Kurzem nicht mehr mit Corris zusammen. (Kommentar: Bravo – SCHON gemerkt, dass die Kooperation nicht funktioniert). Doch zu früh gefreut, im Caritas Schweiz-Präsidium ist auch Teres Steiger-Graf, die Geschäftsleiterin von COMUNDO, wie Swissaid und Helvetas ein auf Entwicklungshilfe spezialisiertes Hilfwerk… das ebenfalls auf der Corris-Website unter „Kunden“ zu finden ist.

Ups, da habe ich ja gerade noch was ganz Interessantes gefunden, oder zumindest Auffälliges: Die Swissfundraising-Geschäftsstelle fasst sechs Personen (jedenfalls ist das im Internet so dargestellt): Roger Tinner (der von vorhin), zwei mit einem anderen Namen, und dann ein Mario Tinner, eine Katja Tinner und eine Marlène Tinner. Also äh, ich habe das jetzt nicht kontrolliert, aber ist das nicht schon ein bisschen inzestuös? War nur ein Scherz, war nur ein Scherz: Ich glaube nicht, dass auch nur zwei davon miteinander verwandt sind (Swissfundraising-Präsident; eben Caritas-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti, ist übrigens der Mann der Geschäftsleiterin der Hilfswerkkontrollstelle „Zewo“, die den „Corris“-Gugus eigentlich schon lange verbieten müsste – aus „unerklärlichen“ Gründen aber nichts macht).

Die NZZ hatte es ja, wenn’s mir recht ist 2016, geschrieben (natürlich mittels Diagramm belegt): Derjenige Sektor mit der grössten Lobby – oder sagen wir mal einfach der „verfilzteste“ – ist nicht der Bankensektor. Nein, auch nicht die Chemie. Und auch nicht die Bauern. Krankenkassen? Forget it. Nein, es ist der Hilfswerksektor.

Und damit wäre die „Corris“-Tragikomödie um eine Episode reicher – schon gespannt auf die nächste Folge (und i.d.S. sorry, wenn ich’s für einmal etwas übertrieben habe mit „Schwarzem Humor“)?

 

 

CH-Spezialbeitrag zu Mord an „Entwicklungshelfer“: Erneute Scheinermittlungen der Bundesanwaltschaft aufgrund „Entwicklungshelferin“ als Justizministerin?

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

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Sommaruga in afrikanischem Flüchtlings-Transitzentrum im Oktober 2017

 

„Begangene kriminelle Handlungen innerhalb eines Staatsbetriebs“ werden „wie unter einer ‹Glasglocke› geschützt“, gelangen „nie an die ­Öffentlichkeit“ und werden „nicht geahndet“. Das sagte einer der wenigen mir bekannten, WAHRHAFT INTEGREN Schweizer Polizisten; Peter Mathys, der einen Krimi über die höchst suspekte Einstellung des Justizverfahrens der Zürcher Staatsanwaltschaft gegen einen des sexuellen Kindsmissbrauchs schwer verdächtigten Gerichtspräsidenten, letztes Jahr im Migros-Magazin. „Natürlich gibt es ein übergeordnetes Interesse, der Rechtsstaat muss geschützt werden. Aber hier ging es um den Verdacht mutmasslichen Missbrauchs an Knaben; den zu verfolgen und aufzudecken, ist doch wichtiger als das Ansehen des Staats!“ Da spricht er mir wirklich aus dem Herzen. Wenn solche Taten vom Staat nicht verfolgt und mitunter sogar unter den Tisch gekehrt werden, dann verliert dieser ja langfristig selbst auch und „erst recht“ seine Glaubwürdigkeit – und nicht nur der Täter! Speziell, wenn sich solche Fälle häufen: Der ebenfalls letztes Jahr erst durch ein Buch aufgedeckte Fall „Jürg Jegge“ ist hoffentlich noch in bester Erinnerung. Wobei Jegge, der ehemalige „Lehrer der Nation“, also ein „Staats“-Angestellter, ja sogar noch Gründer einer gemeinnützigen Organisation ist, respektiv der „Stiftung Märtplatz“, eine Ausbildungsstätte für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sein damaliges Missbrauchsopfer, das den Fall endlich ins Rollen brachte; Markus Zangger: „Die Staatsanwaltschaft (Blogbetreiberkommentar: Achtung, wiederum die Staatsanwaltschaft Zürich!) hat nicht sauber abgeklärt.“ Die Mitarbeiter der Stiftung waren nämlich nicht einvernommen worden. Kein Wunder, kam Jegge letztendlich straffrei davon (im Zusammenhang mit sexuellem Kindsmissbrauch sei im Weiteren auch nochmal auf die Vorfälle bei Pro Juventute hingewiesen). Im neu aufgerollten Skandal in der Schweizer Entwicklungshilfe, in den diesmal die DEZA, die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit involviert ist, geht es nicht nur schon wieder um Sex, sondern zusätzlich um Mord. Bislang war mindestens DER ÖFFENTLICHKEIT nicht bekannt, warum DEZA-Projektleiter Walter Arnold 1996 in Madagaskar ermordet wurde, da die ermittelnde Bundesanwaltschaft ANSCHEINEND nichts herausgefunden hatte. Die Ermittlungen wurden 2002 schliesslich eingestellt (Kommentar des Blogbetreibers: Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor!)  nachdem unter anderem drei(!) Zeugen ebenfalls eines gewaltsamen Todes umgekommen waren. Glücklicherweise ermittelten Freunde und Angehörige des ermordeten Entwicklungshelfers auf eigene Faust weiter. Ausgerechnet der Blick, für Topstories immer gut, wenn es nicht um ihn selber geht (siehe Fälle „De Schepper“, bzw. „Corris“), im Dezember letzten Jahres: „Tatsächlich deuten Indizien darauf hin, dass Arnold Opfer eines Komplotts wurde, weil er gravierenden Missständen auf der Spur war. Mitwisser oder Täter könnten aus der Schweiz stammen. Kurz vor seinem Tod deutete Arnold gegenüber Bekannten an, dass er «auf eine grosse Sache» gestossen sei … Recherchen zeigen jetzt erstmals, worum es sich bei der «grossen Sache» handeln könnte. Mehrere direkt involvierte Zeugen aus der Schweiz haben ausgesagt, dass der damalige Vizedirektor der Deza und Verantwortliche für das Hilfsprogramm auf Madagaskar ein Bordell betrieben habe. Mehr noch: Das Stundenhotel soll auch mit Schweizer Entwicklungsgeldern finanziert worden sein.“ Jupeidi und jupeida: Schweizer Justiz live (die ja schon dauer-versagt bzgl. der Skandal-Spendensammelfirma Corris, welche EIGENTLICH beim Sammeln Betrug begeht)  Nun muss man wissen, dass das DEZA stark mit gewissen Entwicklungshilfeorganisationen verbunden ist, wobei vor allem Swissaid und Helvetas genannt seien, die beide überhaupt schon mit tatkräftiger Unterstützung des Bundes entstanden sind – und „natürlich“ auch mit der Corris AG zusammenarbeiten (man hat ja nichts zu fürchten, bei der gigantischen Polit- & Staatslobby im Rücken). So ist denn bspw. ebenfalls ein ehemaliger DEZA-Vizedirektor; Rudolf Dannecker, im Swissaid-Stiftungsrat. So wie es auch bis zu seinem Ableben Serge Chappatte bei Helvetas im Zentralvorstand war – Ex-DEZA-Vizedirektor, selbstverständlich. Bei Swissaid Präsidentin von 2003 bis 2008: Simonetta Sommaruga, bekanntlich heute ausgerechnet Justizministerin. Ich „prophezeie“ mal: Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bzgl. dem Mord an Walter Arnold wird auch dieses Mal wieder im Sand verlaufen. Es sei denn, es wird genügend Druck von Aussen gemacht…

Nachtrag: Ex-DEZA-DIREKTOR Walter Fust ist übrigens durch die „Paradise Papers“ als Geschäftspartner des wegen ungetreuer Geschäftsführung verurteilten Jean-Claude Bastos geoutet worden, welcher über seine Offshorefirma „Capoinvest“ – in dessen Verwaltungsrat auch SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar sass (zur „SBB-Corris-Connection“ siehe auch Post vom 24.9.2017) mit dubiosen Geschäften Millionen und Abermillionen scheffelt.

Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen (Neue Hauptseite/Januar 2018)

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Spendensammler von UNICEF? Falsch – Angestellter von „Sammelfirma“

 

Wissen Sie eigentlich, dass die Spendensammler und -Sammlerinnen von UNICEF, dem Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen gar nicht von diesen selbst sind? Richtig verstanden: Strassen- und auch Haustürsammlungen werden allermeistens von „Sammelfirmen“ durchgeführt, sogenannten Fundraisingagenturen, die sich von den Non-Profit-Organisationen dafür bezahlen lassen. Liebe Nachbarn aus Deutschland und Österreich, liebe Schweizer Landsleute, raten Sie doch mal, wieviel ein solches Werbeunternehmen pro Tag für eine sammelnde Person bekommt?

Die Schätzungen in der Schweiz bewegen sich meiner Erfahrung nach zwischen 50 und 400 Franken, respektiv gerundet 45 – 340 Euro. Im Schnitt also etwa 230 Franken oder 200 Euro. „Knapp“ daneben: Es sind 850 Franken oder 720 Euro! Wie gesagt pro sammelnde Person und Tag (Sendung „Kassensturz“ im Schweizer Fernsehen). Diese Angabe wurde vom WWF wie auch von Amnesty International öffentlich bestätigt. Und die Marktführerin unter den Sammelfirmen; „Corris“, auf die sich der Betrag bezieht, gab zu Protokoll, dabei handle es sich um „marktübliche“ Preise (Corris ist eng verflochten mit der Agentur DialogDirect, die in Deutschland und Österreich tätig ist).

Es ist offenkundig, dass bei diesen Preisen praktisch nichts mehr von den Gesamtspenden solcher Kampagnen übrigbleibt. Jedenfalls heute, denn die Einnahmen sind im Verlauf der Zeit extrem gesunken: Erstens machen sehr viel weniger Leute mit als früher. Und zweitens bleiben diejenigen, die mitmachen, auch deutlich weniger lange Mitglied. Die Hilfsorganisationen streiten das zwar ab, wie z.B. World Vision die Spenderabnahme vor ca. einem Jahr in der Deutschen WAZ. Doch diese Aussagen lassen sich widerlegen (Post vom 1.12.2016).

Zur Kostenproblematik, aber auch zum noch fundamentaleren ethischen Verstoss, der von den „NON-Profit“-Organisationen bei der Zusammenarbeit mit „Profit“-orientierten Spendenunternehmen begangen wird („Profit mit Non-Profit“), empfehle ich das letztjährige Interview der Oberösterreichischen „KirchenZeitung“ mit mir.

Wie die Skandal-Spendensammelfirma „Corris“ von den grössten Schweizer Medien gedeckt wird – neue Enthüllungen (4.1.2018)

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Spendensammelnde heissen in englischsprachigen Ländern „charity muggers“ (Wohltätigkeits-Strassenräuber)

 

GLAUBEN SIE AN VERSCHWÖRUNGEN? ICH NICHT. ES SEI DENN, DIE FAKTEN SPRECHEN FÜR SICH…

„Grapschende Chefs (bzw. deren Tätlichkeiten) sind … bereits dem Feld der sexuellen Gewalt zuzuordnen und überschreiten damit den Sexismus an sich und müssen als kriminelle Handlungen gewertet und verfolgt werden.“ Das hat niemand anderes als die neue Grünen-Nationalrätin Irène Kälin am 30.11. auf Ihrem Blog im November geschrieben.

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Irène Kälin

Dummerweise ist ihr Freund, Werner De Schepper, Co-Chef der Schweizer Illustrierten und ehemaliger Blick-Chefredaktor (beide Blätter sind dem Ringier Verlag zugegliedert – siehe auch letzten Post von vergangenem Jahr) als genau das geoutet worden: Bedrängungen und Berührungen von Po, Beinen und Brust am Arbeitsplatz waren unter ihm an der Tagesordnung – inkl. der Versuch von Zungenküssen.

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Werner De Schepper

Ups! Geht Kälin jetzt konsequenterweise gegen eigenen Freund vor? Das würde doch ausserordentlich verwundern. Wo wir bei den grünen Moralaposteln sind: Ich habe, z.B. bei Unterschriftensammlungen auf der Strasse, selbst schon mit vielen Grünen-Vertretenden über die Sammelproblematik um die Spendenfirma Corris geredet, welche für ihre „Sammel-Dienstleistung“ von Hilfsorganisationen wie dem WWF und früher auch Greenpeace pro Sammler und Tag 850 Franken(!) einstreicht. Fast immer einhellige Meinung: „Riesensauerei“. Nur machen die Grünen trotzdem nie etwas dagegen. Diese ebenfalls unerträgliche Doppelmoral erstaunt aber auch nicht. In meiner Anfang letzten Jahres erstellten Liste von verfilzten Politikern & Politikerinnen auf Nationalebene (Bundesrat & Parlament) mit „Corris“-Spendenfirmen sind gleich acht „grüne Exemplare“ vorzufinden. Plus natürlich neu eben noch Irène Kälin, Aargauer Vorstandsmitglied des Corris-Kunden „VCS“ (Verkehrsclub der Schweiz).

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Peter Wanner

Aargau? Die Aargauer Zeitung, kurz AZ, gehört zu den vier Zeitungen mit der grössten Auflage im Lande, neben „20 Minuten“, dem „Tagi“ und dem bereits erwähnten „Blick (am Abend)“, der die Corris-Problematik seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent ignoriert (Blick-Verleger Michael Ringier ist im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden NGO „Reporter ohne Grenzen“, seine Frau Ellen im Stiftungsrat von Pro Juventute, ebenfalls Corris-Kunde). Doch zurück zum Fall „De Schepper“: davon war wie „logischerweise“ im Blick auch in der AZ(!) so gut wie nichts zu lesen. Naja, De Schepper war ja auch dort stellvertretender Chefredaktor. Ich liebe die vorbildlich „unabhängigen“ Schweizer Zeitungen (mir wär’s ja egal, wenn Verstrickungen vorhanden sind – WENN diese keinen Einfluss auf die Berichterstattung HÄTTEN). A propos, wem gehört eigentlich die Aargauer Zeitung? AZ-Verleger ist Peter Wanner, der zweimal für die FDP in den Nationalrat kandidierte. Seine Frau Maja, ebenfalls FDP, war 2001 bis 2012 im Grossen Rat des Kantons Aargau. Auch über den Corris-Skandal ist in der AZ in den letzten paar Jahren selten bis nie was zu lesen gewesen. Könnte es sein, weil sowohl der eben erst zurückgetretene FDP-Bundesrat Didier Burkhalter als auch sein Nachfolger Ignazio Cassis beide mit „Corris-Hilfswerken“ verfilzt sind (Burkhalter ist Botschafter von Pro Juventute, Cassis war bisher im Stiftungsrat von Fairmed)?

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Michael Ringier

„Den Vogel abgeschossen“ haben aber die TAMEDIA-Medien „20 Minuten“ und der „Tages-Anzeiger“. Die TAMEDIA-Medien kann man sowieso vergessen bei dem Thema, da das Medienhaus links-liberal ist (ich habe sage und schreibe 30 SP-ParlamentarierInnen gezählt, die mit Corris oder anderen Sammelfirmen verstrickt sind, plus als „Sahnehäubchen“ Simonetta Sommaruga, Ex-Chefin der Stiftung für Konsumentenschutz sowie Ex-Präsidentin von Swissaid – Corris-Kunden, versteht sich). TAMEDIA-Verleger ist ein gewisser Pietro Supino, der – für Verschwörungstheoretiker – übrigens auch schon an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen hat. Zwar haben beide Blätter den mit Abstand besten Artikel zum Thema der Weltwoche von 2013 bei ihnen erwähnt, aber verharmlosen die Zahlen in den Titeln zu ihren eigenen Zusammenfassungen. Konkret der Tagi: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“, 20 Minuten (das nebenbei von Corris jahrelang für Corris-Stelleninserate bei sich bezahlt wurde…): „Erste Jahresspende geht komplett an Fundraiser“. Das stimmt doch gar nicht!!! Die Weltwoche hatte rausgefunden, dass 1.66 Jahresspenden draufgehen. Wenn schon müsste es also heissen „Fast zwei Jahresspenden“. Noch viel wichtiger aber: Diese Zahl hatte sich auf eine Referenzkampagne von Corris bezogen, also eine Kampagne, die besonders gut gelaufen ist. Bei schlecht laufende Kampagnen hingegen flossen damals schon zweieinhalb Jahresbeiträge(!) an die Fundraisingfirmen. Heute kann es sogar drei Jahresspenden(!) ausmachen (es machen immer weniger Leute mit und bleiben auch weniger lange Mitglied). Im Übrigen hatte ausgerechnet ein Blatt aus dem Haus TAMEDIA selbst, nämlich die SonntagsZeitung bereits 2004 aufgedeckt, dass (Untertitel) „Bis zu zwei volle Jahresspenden“ an Corris gehen. Man bekommt also den Eindruck, die Sammlungen hätten sich im Verlauf der Zeit verbilligt – dabei haben sie sich verteuert! 

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Pietro Supino

Ah ja, wenn wir schon dabei sind (NGO-Politlobby), nochmal ein Verweis auf meinen Post (inkl. publizierter Leserbrief von mir im Landboten) zu Winterthur, eine der wenigen grossen Schweizer Städte, die nicht in „linker“ Hand ist – und deshalb letztes Jahr auch Massnahmen gegen die Sammelpest erwogen hat. Doch die Anstrengungen wurden abgeschmettert, nicht nur von Links, sondern eben auch von der FDP…

Und vielleicht zum Schluss noch: Dem Schweizer Fernsehen (und Radio), dass sogar regelrecht „hoffnungslos“ in die „Affäre Corris“ verfilzt ist (ich hatte ihm noch eine Chance gegeben, das Thema mit mir anzupacken, aber keine Antwort bekommen auf meine Anfrage einer Beitragskooperation) habe ich im Übrigen ja im Herbst letzten Jahres einen ganzen Post „gewidmet“ – ist natürlich gerade jetzt wieder „überaktuell“ (NO BILLAG-Initiative). Ich meine, jede/r, und sei er/sie auch noch so ein SRF-Fan, wird schwer ins Grübeln kommen, wenn er/sie den Post ohne vorgefertigte Meinung liest – so wie es leider bei Vielen aus SP-Kreisen der Fall ist, die dann zu Schwarz-Weiss-Denken tendieren: „Alles, was Links (SP) ist, ist gut/alles, was Rechts (SVP) ist, ist schlecht“. Und Phrasen des sein Unternehmen verteidigenden, erst gerade abgetretenen SRG-Generaldirektors Roger De Weck wie „Hort des (unabhängigen) Qualitätsjournalismus“ erscheinen einem nur noch als blanker Hohn.

 

 

Haustür- & Strassenspendensammlungen für Hilfsorganisationen: Empfohlene Medienbeiträge

Australischer Cartoon: „Na ja, wir werden ja so oder so ausgeraubt.“

 

2019:

Schweiz: Abgedruckter Leserbrief an Aargauer Zeitung (Irrsinn: Betteln ist verboten, kommerzielle Spendensammlungen sind erlaubt)

 

2018:

Schweiz: Artikel im „Vorwärts – Die sozialistische Zeitung“ (Ursprünge dieses Sammelsystems liegen in Nationalsozialismus)

Deutschland: Abgedruckter Leserbrief in Neckar-Chronik der Südwest Presse/Schwäbisches Tagblatt (Sammlungen sind ethisch, rechtlich & wirtschaftlich inakzeptabel)

Schweiz: Artikel in „Zentralplus“ (Blogger geht für kritisches Spendensammel-Aufklärungsprojekt in Obdachlosigkeit)

 

2017:

Österreich: Interview in KirchenZeitung  (Spenden-Insider über ethische Problematik hinter kommerziellen Direktdialog-Spendensammlungen)

Schweiz: Artikel in Magazin „Konsumer“ (Die verhängnisvolle Verwicklung der Schweizer Sozialdemokratie in Sammelsystem)

 

2016:

Deutschland: Interview in „Die Stimme“ (Warum sich Sammelsystem durchgesetzt hat & weitere Hintergrundinformationen)

Deutschland: Transkribiertes Interview von „Ketzer Podcast“-Hörbeitrag (Sammelaktionen rentieren sich kaum mehr für Hilfsorganisationen)

 

2014: 

Schweiz: Beitrag in Winterthurer Internet-Portal „gemeinschaften“ (Haarsträubende Arbeitsbedingungen für Sammelnde sowohl in CH, DE als auch AU)

Schweiz: Artikel in „Die Perspektive“/Onlineausgabe (Filz in Hilfsorganisations-Kontrollstellen)

 

2013:

Schweiz: Hörbeitrag von Radio RaBe (Hilfsorganisationen sollten Kampagnen selbst machen)

 

2012:

Schweiz: Artikel in Weltwoche (Ehemaliger Hilfsorganisationsmitarbeiter als „Undercover-Informant“)

 

 

Weltwoche-Beitrag („Personenkontrolle“) zum Thema Corris & Co. vom 14.11.2019

AUS „PERSONENKONTROLLE“

Marionna Schlatter, Waldfee, gibt ihre Profession gerne mit „Soziologin, Pilzkontrolleurin, Familienfrau“ an. Erstaunlicherweise war der berufliche Werdegang der grünen Ständeratskandidatin im Wahlkampf kein Thema. Im Lebenslauf heisst es diffus, sie habe zwischen 2000 und 2014 die „Leitung der Akquisition bei Kampagnenagentur“ innegehabt. Was den PR-Berater Andreas Hugi auf den Plan rief. Auf Twitter fragte er: „Keine Lust, zur PR- und Campaigning-Branche zu stehen?“ Erst auf Anfrage der Weltwoche lüftet die „Pilzkontrolleurin“ das Geheimnis: Sie wirkte für das Basler Institut für Mittelbeschaffung und Information Schweiz I.M.I.S. GmbH. Die Firma akquiriert mit Strassenkampagnen Spenden für gemeinnützige Organisationen. Solche professionellen Spendensammler geben immer wieder zu Debatten Anlass. Kritisiert wird das stark provisionsabhängige und für den Spender undurchsichtige Geschäftsmodell. Fragwürdige Methoden beim Branchenprimus Corris hat der ehemalige Weltwoche-Journalist Christoph Landolt aufgedeckt, indem er sich bei den „Söldnern des Guten“ einschleuste (Weltwoche Nr. 14/13). Im Vergleich zu diesem Business ist eine Leidenschaft für Waldpilze natürlich eher unverfänglich. (fsc)