Stop Corris & Co. (Drückerkolonnen, Spendenkeiler, chuggers)

Aufklärungskampagne zur inakzeptablen Zusammenarbeit zwischen Hilfswerken & Spendensammelfirmen

Wann riskieren Hilfsorganisationen ersten Toten bei immer verhassteren Haustür- und/oder Strassenspendensammlungen? (Mai 2018/2)

Bester Artikel über „Dialoger“ (Deutsch) – Meilleure article sur „dialogueurs“ (Français)Best article about „chuggers“ (English)Miglior articolo su „dialogatori“ (Italiano)Mejor artículo sobre „recaudadores de fondos“ (Español)

 

Roman Hagen von der Agentur Corris versucht, im Bahnhof Luzern eine Passantin zum Spenden zu animieren. (Bild: Pius Amrein (16. April 2018))

Kommerzieller Gutmensch sammelt für Entwicklungshilfeorganisation Swissaid

 

„Ich bekam schon am ersten Tag einen Fausthieb…“ sagte ein Strassen-Spendensammler der Schweizer Face-to-Face Fundraisingagentur „Corris“, die auf Strassen oder vor Haustüren spendende Mitglieder für Hilfsorganisationen anwirbt – und von diesen pro Sammler und Tag CHF 850 (EUR 720) einstreicht – Anfang Mai in der Luzerner Zeitung (Schweiz). Andere Kollegen hätten ausserdem erlebt, dass auch schon der Sammelstand angezündet oder angepinkelt wurde. Da fällt mir, um auch unser grosses Deutsches Nachbarland nicht zu vergessen, auch gerade der Beitrag der Münchner „tz“ von Anfang September letzten Jahres ein, wo ein Anwohner eines Mehrfamilienhaus einen Haustür-Spendensammler die Treppe runterschubste. Oder der Beitrag von „Main-Spitze“ vom 20.4.2017, wo ebenfalls ein Haustür-Spendensammler („Drücker“) einen Hausbewohner, der keine Interesse an einer offerierten „Patenschaft“ hatte und das vielleicht etwas schroff kundtat, kurzerhand zusammenschlug. Oder die Spendensammelgang des Arbeiter-Samariter-Bundes, die einen an den Haustürkampagnen Kritik äussernden Sammler der eigenen Gruppe(!) verprügelte – und dafür bis zu sieben Monate Haft bedingt aufgebrummt bekam (Neue Frankfurter Presse).

Aber ehrlich gesagt, ich verstehe jede/n Angesprochene/n, der inzwischen die Nerven verliert. Denn weil immer weniger Leute mitmachen, müssen die Sammelnden immer aggressiver vorgehen (mittlerweile fliessen die ersten drei Jahresspenden jedes spendenden Mitglieds an die Sammelmafia-Unternehmen – UND NICHT NUR EINE, wie das bspw. die meistgelesene Zeitung der Schweiz; „20 MINUTEN“ am 11.12.2016 verklickert hat, oder in Deutschland „Die Welt“ sogar erst Ende letzten Jahres; übrigens ansonsten guter Beitrag). Und natürlich haben auch immer mehr Sammelnde die Nase voll. Ob die bisher geltende und ja schon so lächerliche durchschnittliche Sammler-Anstellungsdauer von drei Wochen mittlerweile sogar noch unterschritten wird, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Dafür ist mir ein schon vor Längerem geführtes Gespräch mit einem langfristig bei Corris angestellten Sammler eingefallen (mit langfristig ist bei Corris in diesem Sinne natürlich bereits ein mehrmonatiger Einsatz gemeint). Dieser auf seine Corris-Zeit angesprochen: „Ah, Corris, schon schräger Betrieb. Einmal hatte man mir am Morgen eine neue Hilfsorganisation zugeteilt, für die ich am selben Tag sammeln sollte. Und mir dafür ein Informationsblatt zur betreffenden Organisation ausgedruckt, das ich mir dann während der Zugfahrt zum Sammelort dann noch irgendwie einprägen musste.“ Corris live!

 

Und hier wieder mal eine Übersicht der besten Beiträge, bzw. Links zum Thema:

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis – Strafbefehl (März 2018/3)

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (8.11.2017)

Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter (23.8.2017)

Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (16. Juni 2017) 

WWF: Gründungspräsident ehemaliger Nazi (16.5.2017)

Jugendschutzorganisation „Pro Juventute“: Gründer wegen sexuellen Kindsmissbrauchs verurteilt (März 2017/4)

 

SCHWEIZ

Links-Filz! Paradebeispiel Stadt Bern („Corris-Lobby“): „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“, Mai 2018

Konsumer.ch, Mai 2017: Eine Sauerei (Beitrag des Blogbetreibers)

Der Landbote (Winterthur), 4.2.2017: Skandal um politische Massnahmen gegen Spendensammelplage (veröffentlichter Leserbrief des Blogbetreibers)

„Affäre Corris“: Alle Interessenkonflikte von Bundesrat und Parlament (Januar 2017)

Beitrag vom 14.10.2016: Was Non-Profit-Organisationen, die heute Face to Face-Sammelaktionen machen lassen, einst dazu gesagt haben

 

DEUTSCHLAND

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Ausführungen zum WAZ-Beitrag vom Dezember 2016 mit Blogbetreiber als Experte

Die Stimme, 3.12.2016: „Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Ketzer Podcast, 20.11.2016: Kommerzielle Spendenwerber  (Interview mit Blogbetreiber)

Grösster Übeltäter unter Face to face-Spendensammlungen machen lassenden NPOs: Arbeiter-Samariter-Bund (Post vom 1.10.2016)

Zs-fassung und Analyse des „Bild“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 20.3.2016 (Post vom 3.4.2016)

Post: Drückerkolonnenchef verursacht grössten Spendenbetrug in der Geschichte Deutschlands (Recherche)

 

ÖSTERREICH

KirchenZeitung, 29.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Post: Urstrassensammelfirma hat einst Hauptkritikpunkt bei Spendenaktionen selbst für richtig befunden

 

 

 

 

 

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Links-Filz! Paradebeispiel Bern: „Offiziell genehmigter Spendensammel-Bschiss“ (April 2018, aktualisiert im Mai)

Spendensammler

Für Hilfswerke sammelnde Werbefirmen kassieren das meiste Spendengeld selbst

 

„Heute schon die Welt gerettet?“ Wir kennen sie alle, die Spendensammler auf den Strassen, die uns mit ihren mehr oder weniger originellen Sprüchen auf die Tränendrüse zu drücken versuchen. Ob WWF, Amnesty International oder Helvetas, alle schwören auf die Dienste der Corris AG, die sich auf sogenannte Face to Face-Spendensammlungen spezialisiert hat – und im Tag pro Sammler 850 Franken(!) von den Hilfswerken dafür garniert. Das einzige Tröstliche ist, dass das wenigstens immer immer mehr Leute wissen. Denn wer macht schon noch mit, wenn eine profitorientierte Firma sich mit seinem Spendengeld dumm und dämlich verdient (Corris-Besitzer Gerhard Friesacher hat sich mit einem Teil seiner Corris-Millionen eine ganze und auch ziemlich schmucke Ladenkette namens Changemaker aufgebaut – in Bern z.B. an der teuren Spitalgasse vertreten)? Wenn aber konstant weniger Leute mitmachen und übrigens auch immer weniger lang Mitglied bleiben, kommt auch immer weniger Spendengeld rein (tatsächlich hatte der Gehörlosenbund bspw. bereits im Dezember 2012 in der NZZ als eine der wenigen Organisationen zugegeben, dass die Anzahl Spender, die ein Sammler pro Tag findet, deutlich zurückgegangen ist). Folge: Der Anteil von Corris an den Gesamtspenden einer Kampagne nimmt stetig zu! Respektiv: Heute können das problemlos 80% sein – oder mit anderen Worten: Die ersten drei Jahresbeiträge jedes spendenden Mitglieds gehen heute an Corris. Vor 20 Jahren war es noch eine (leider wird in den Medien oft immer noch diese Zahl angegeben).

 

Bildergebnis für changemaker bern

Changemaker: Hipster wissen, wo einkaufen (aber nicht, wem die Läden gehören)

 

Dass das inakzeptabel ist, muss hoffentlich nicht noch genauer begründet werden. Warum wird überhaupt erlaubt, dass „Profit mit NON-Profit“ gemacht wird? Das Non-Profit-Element (Uneigenützigkeit) ist doch das grundlegende Merkmal des gemeinnützigen Sektors? Deshalb nennt man ihn ja „NON-Profit“-Sektor. Und warum unternimmt, gerade in Bern, wo eine Überzahl von Linkspolitikern das Zepter in der Hand hat, niemand etwas gegen diese kapitalistischen Auswüchse (die jeden sozial eingestellten Politiker genau genommen sogar besonders empören sollten)? Diese Frage stellte ich über einen Berner Lokalpolitiker, der die Berner Politszene gut kennt, der frisch gewählten Regierungsrätin Evi Allemann (war bisher für die SP im Nationalrat). Antwort blieb bis jetzt leider aus. Doch es kommt noch besser, bzw. schlechter: Allemann ist auch Präsidentin des Verkehrsclubs Schweiz, noch besser bekannt unter dem Kürzel VCS, der sich für umweltschonenden Verkehr einsetzt. Und ausgerechnet der VCS arbeitet mit Corris zusammen! Da kann man in gewisser Weise schon verstehen, dass sie sich um eine Antwort drückt, oder nicht?

Nun muss man wissen, dass Allemann eine gute Freundin von Ursula Wyss ist (die einst mit Allemanns jetzigem Partner zusammen war), ihrerseits Mitglied der Berner Stadtregierung (Gemeinderat) – und auch eine zeitlang dem Vorstand der VCS-Kantonalsektion angehörte. Der VCS hat hiermit also schon mal eine ziemlich solide Lobby in Bern und muss sich sicher nicht allzu viel Gedanken machen, dass die Stadt plötzlich etwas unternimmt gegen die Sammelaktionen. Zumal es ja auch noch eine weitere Person in der fünfköpfigen Berner Stadtregierung gibt, die stark mit dem VCS verbandelt ist: Franziska Teuscher, zur Abwechslung mal eine Vertreterin der Grünen, die Vorgängerin von Allemann als Präsidentin des VCS! Für grüne Anliegen setzt sich bekanntlich auch Pro Natura ein, neben dem Roten Kreuz wohl eine der renommiertesten gemeinnützigen Organisationen der Schweiz, Spezialgebiet Umweltschutz. Da gehört es sich, dass auch ein paar hochrangige Politiker in den regionalen Vorständen Einsitz nehmen. Z.B. Michael Aebersold, SP, Gemeinderat Nummer 3 mit heiklen Verbindungen zu Corris & Co.; konkret im Vorstand von Pro Natura Bern. Pro Natura kooperiert zwar nicht mit Corris – aber dafür mit der Konkurrenzfirma I.M.I.S.! Die „Linken“ des Berner Gemeinderates sind also „ziemlich“ heikel verbandelt mit dem Hilfswerksektor – und damit auch mit dem sich nicht rechtfertigen lassenden „Corris-Spendensammelsystem“. Doch halt, den Wichtigsten habe ich ja fast noch vergessen. Alec von Graffenried, „grüner“ Stadtpräsident, der die gigantische Linksmehrheit im Berner Gemeinderat komplettiert. (Bern ist i.d.S. letztlich einfach das extremste Beispiel für links-dominierte Schweizer Städte, wie schon nur eine kleine Liste der StadtpräsidentInnen der vier noch grösseren Städte zeigt: Corine Mauch – SP/Zürich, Rémy Paganini – Alternative Linke/Genf, Elisabeth Ackermann – Grüne/Basel, Grégoire Junod – SP/Lausanne. Erst die sechstgrösste Stadt bildet eine Ausnahme: Michael Künzle – CVP/Winterthur, wo „wundersamer Weise“ schon seit Jahren gegen die Sammelaktionen vorzugehen versucht wird – wobei man allerdings auch dort aufpassen muss!) Von Graffenried ist zwar nicht direkt verwickelt mit dem Sammelsystem – aber indirekt durch dessen engen Freund Christoph Balsiger, Mitinhaber der konventionellen Berner Werbeagentur „Kargo Kommunikation“. Kargo Kommunikation hat für eine der grossen Schweizer Entwicklungshilfeorganisationen; Swissaid – Corris-Kunde, versteht sich – Anfang Jahr zum wiederholten Male eine Werbekampagne konzipiert und umgesetzt. Dieses Mal mit prominenter Unterstützung von Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht als Botschafterinnen („Tamynique“). Kargo Kommunikation weiss offensichtlich, wie man Publicity erreicht – und Swissaid, welche Agenturen man sich am besten auswählt, um einen guten Draht zum Stadtpräsidenten zu haben… It’s all about networking!

Exklusiv-Beitrag (Link): „Spendensammler-Kritiker im Gefängnis“

PS: Warum keine der zwei grossen Zeitungen in Bern darüber berichtet? Sowohl die „Berner Zeitung“ als auch „Der Bund“ sind beim links-freundlichen TAMEDIA-Verlag, dessen „Flagschiff“ bekanntlich der „Tages-Anzeiger“ ist…

Bester Medienbeitrag zum Thema „Corris AG“ (Strassen-Spendensammlungen), Mai 2018

Die Spendensammelfirma Corris hat es wieder mal geschafft. Die haben ja extra einen Medienprofi angestellt, der alle möglichen Manipulationen macht, um das nicht mehr rettbare Image der Fundraisingagentur doch noch irgendwie zu retten (die Chance, dass Elvis lebt, ist grösser). So wird bspw. ständig die Google-Rangliste manipuliert. Und zwar so, dass wenn man bspw. CORRIS KRITIK eingibt, kritische Beiträge wie z.B. von der Basler Zeitung möglichst weit unten positioniert sind (das ist mittels Hacker-Programmen absolut machbar). Und harmlose Artikel – abgesehen vom Kassensturz-Report; den lässt man schön oben (das wäre zu auffällig) – „schiebt man nach oben“. Der beste Beitrag kam aber von der Weltwoche (ich meine: „weltweit“) – nicht zuletzt, da sich der betreffende Journalist UNDERCOVER in die „Höhle des Löwen“ gewagt hat. Der Beitrag ist übrigens von mir initiiert worden, allerdings ohne die Undercover-Idee. Die hatte der Journalist (der mit seinem Unterfangen im Übrigen den klar grösseren Anteil als ich am hervorragend herausgekommenen Endprodukt hat). Ich war dann einfach der nicht erwähnte Informant/Experte im Hintergrund – ich wurde ja schon im Weltwoche-Vorgängerbeitrag erwähnt. Weil es Corris nun aber leider geschafft hat, den eben noch brisanteren Weltwoche-„Hauptbeitrag“ weitgehend zum Verschwinden zu bringen bei Google, kopiere ich ihn halt bei mir rein. Übrigens: Die im Beitrag recherchierten 1.66 Jahresspenden, die von jeder spendenden Person „abgezweigt“ werden, stimmen natürlich längstens nicht mehr (da immer weniger Leute mitmachen, erhöht sich der Anteil von Corris an den sich konstant verringernden Gesamtspendeneinnahmen stetig, denn die Kosten einer Kampagne sind ja fix). Heute sind es rund drei Jahresspenden(!), die draufgehen (diese Zahl gilt weitgehend international) – was die meisten (nicht unabhängigen) Medien nie erwähnen oder mitunter sogar falsche Zahlen publizieren (ich habe vor meiner Kooperation mit der Weltwoche zwei andere Medien angefragt, aber die wollten nicht darüber schreiben).  Viele Politiker & Politikerinnen, speziell linke, sind ja bekanntlich bei Hilfsorganisationen in den Stiftungsräten/Vorständen…. Und viele Medien sind halt links-freundlich… Noch kleine Anekdote zum nun folgenden Undercover-Beitrag: Der Journalist hatte ja einen falschen Namen angegeben. Die Corris-Instruktorin nannte ihn deshalb natürlich auch jeweils so. Nur war er in einem Moment unkonzentriert, so dass er nicht auf einen ihrer Aufrufe reagiert hat. Sie nannte ihn darauf belustigt „Mr. Ich weiss nicht, wie ich heisse.“ 🙂

PS: Bitte die „Haustür-Sammlungen“ nicht vergessen; die sind sogar noch ein Stück schlimmer – siehe Magazin „Brand Eins“/Juli 2017 (ebenfalls Erfahrungsbericht).

 

WELTWOCHE, 3.4.2013: „SÖLDNER DES GUTEN“

Wohltätige Organisationen wie Amnesty International setzen auf die Dienste von professionellen ­Sammelunternehmen. Unser Redaktor hat sich von der Marktführerin anstellen lassen und gelernt, mit welchen Methoden man die Passanten um ihr Geld bringt.

Mike zeigt mir, wie es richtig geht. Er diskutiert nicht, ob 120 Franken für eine Lehrtochter viel Geld sind oder nicht. Er fordert Michelle auf, ihr Portemonnaie rauszuholen und das Münz auf die Oberfläche des Stands zu leeren: «Keine Angst, wir nehmen dir nichts weg.» Drei Zweifränkler, vier Einfrankenstücke und einige Fünfräppler kullern heraus. Mike nimmt drei Zehner und fragt: «Jetzt hast du 30 Rappen weniger. Ganz ehrlich: Würdest du es merken, dass dieses Geld fehlt?» Michelle schüttelt etwas betreten den Kopf. Mike hakt nach: «Siehst du, du würdest es nicht merken. Dreissig Rappen pro Tag, das ist für dich kein Problem.»

Michelle, 18-jährig, im ersten Lehrjahr als Coiffeuse, kapituliert. Sie will für Amnesty International spenden. Jetzt weiss ich, was ­Mike gemeint hat, als er mich flapsig belehrte: «Wir sind die gierigen Aasgeier.» Wir, damit meint Mike die jungen Mitarbeiter der Corris AG, zu denen auch ich seit diesem Morgen gehöre.

Jeder kennt uns, aber keiner kennt unsere Firma. Wir sind die, die auf dem Bahnhofplatz, vor der Post oder im Einkaufsgetümmel stehen und jeden, der an uns vorbeimuss, um Spenden für einen guten Zweck bitten. Wir sagen ihnen, wir seien vom WWF oder von Vier Pfoten, von Pro Infirmis oder von Pro Juventute, vom Gehörlosenbund oder eben von Amnesty International. Tatsächlich aber sind wir keine Aktivisten und keine Freiwilligen, sondern Temporärangestellte von Corris.

Die Corris AG betreibt Fundraising im Mandatsverhältnis. Zu ihren 30 Kunden gehören fast alle wohltätigen Organisationen, die in der Schweiz Rang und Namen haben. Nach ­eigenen Angaben beschäftigt sie 1000 temporäre und 60 Festangestellte. Wie viel Umsatz und welchen Gewinn Corris damit erwirtschaftet, darüber schweigt sich die Firma aus. Bekannt ist nur, dass sie 1995 vom Österreicher Gerhard Friesacher gegründet wurde, der auch heute noch Hauptaktionär ist.

Corris sorgt seit Jahren immer wieder für kritische Berichte. Bemängelt wurde, dass die Mitarbeiter kaum etwas über die Organisationen wüssten, die sie vertreten. Im Februar kritisierte die Konsumentensendung «Kassensturz» die Arbeitsbedingungen bei Corris. Die Löhne seien niedriger als versprochen, hiess es, die Mitarbeiter stünden unter enormem Erfolgsdruck. Mich interessiert, wie die Arbeit wirklich aussieht. Wie funktioniert das Unternehmen Corris? Mit welchen Methoden arbeiten die Leute, die da für wohltätige Zwecke sammeln? Wie ziehen sie den Leuten das Geld aus der Tasche?

Mittwoch, 15.30 Uhr: Ich wähle die Corris-Nummer. Ich nenne mich Andreas und erkläre, ich brauchte dringend einen Job. Die Dame am anderen Ende der Leitung sagt, morgen fände gleich eine Info-Veranstaltung statt. Sie schickt mir eine Einladung, sobald sie meinen Lebenslauf hat. Also lege ich mir eine neue Identität zu: Ich bin nicht mehr der Journalist Christoph Landolt, sondern Andreas Landolt, ein kinderloser und lediger Politologiestudent, der sich bisher mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Zur Sicherheit verschicke ich das Curriculum von einer anonymen E-Mail-Adresse aus.

Im grünen Bereich

Donnerstag, 9 Uhr, ein schmuckloser Sitzungsraum in Zürich-West. Die Corris-Büros befinden sich in einem Gebäude der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk 1 («Urbaner Lebensstil mit Rücksicht gegenüber Schwachen») bei der Haltestelle Bernoulli. Hier lebt das korrekte Zürich. Der grüne Nationalrat Bastien Girod bewohnte im dritten Stock einst ein WG-Zimmer. Girod hat selbst einige Zeit für Corris gearbeitet und dabei gelernt, wie man sich erfolgreich vermarktet.

Heute sind drei Bewerber gekommen, neben mir Erika, eine 26-jährige Studentin der Kunstgeschichte, die dringend Geld braucht, und Mona, eine 19-jährige Köchin in Batik­hosen, die nicht mehr kochen will, aber ebenfalls etwas verdienen möchte. Geleitet wird die Veranstaltung von Sky, einer zierlichen Frau mit künstlich blonden Haaren und selbst­sicherem Auftreten.

«Es ist ein Knochenjob», warnt uns Sky gleich zu Beginn. Einige Leute da draussen seien richtig unanständig. Das dürfe man nicht persönlich nehmen. «Ganz ehrlich», erklärt sie, «niemand bleibt freiwillig stehen.» Umso wichtiger sei es, dass man einen sympathischen Eindruck erwecke. «Die meisten Leute geben etwas, weil sie euch nett finden.» Wir müssen also keine guten Taten anpreisen, sondern primär uns selbst.

Sky kommt denn auch schnell auf den Punkt, «der alle am meisten interessiert»: den Lohn. Alle schauen gebannt zur Tabelle, die auf die Wand projiziert wird. Corris bezahlt pro Tag 135 Franken Grundlohn, plus 15 Franken Essensspesen. Hinzu kommt ein kompliziertes Bonussystem, das einen einzigen Anreiz setzt: möglichst viel Geld einzutreiben. Jede Spende gibt Punkte, je nach Höhe und Zahlungsrhythmus. Bei elf Punkten (entspricht fünf grösseren Spenden) ist man im Corris-Jargon im «grünen Bereich», was mit 170 Franken extra honoriert wird. Alle zwanzig Arbeitstage gibt’s einen Treuebonus von 850 Franken. Würde man hinten eine oder zwei Nullen anhängen, so denke ich mir, würde man uns «Boni-Jäger» schimpfen. Immerhin: Corris kennt bereits einen Boni-Deckel. Um Exzesse zu vermeiden, können auch Spitzenverkäufer nicht mehr als 7250 Franken pro Monat verdienen.

Sky meint, fünf Punkte pro Tag müssten drinliegen. Erika fragt, was passiert, wenn man das Ziel nicht erreicht. «Ihr werdet sehen: Wenn ihr das nicht schafft, dann macht euch der Job auch keinen Spass.»

Dann beginnt das Kürzest-Job-Assessment. Jeder soll ein Fantasieprodukt vorstellen, ich eine «Videobrille». Wir haben zwei Minuten Zeit, um Produkteigenschaften zu erfinden, dann präsentieren wir den anderen unseren Werbespot. Anschliessend werden wir nacheinander für das eigentliche Bewerbungsgespräch aufgerufen. Die Köchin fliegt raus, die Kunsthistorikerin ist eine Runde weiter. Ich komme als Letzter dran. Sky lobt meine Kreativität. Fragen zu meiner Person hat sie keine. Sie sagt, sie sehe mich gut in diesem Job.

Erika und ich bekommen einen auf drei Monate befristeten «Rahmenvertrag für Arbeit auf Abruf». Der Vertrag beinhaltet auch eine strikte Geheimhaltungspflicht gegenüber Journalisten. Ich unterschreibe dennoch. ­Einen Händedruck oder ein Lächeln von einer Corris-Mitarbeiterin gibt es deswegen nicht, lediglich einen Papiersack. In meinem sind ein gelbes T-Shirt und eine Regenjacke mit Amnesty-International-Logo. Auf den Sachen meiner Kollegin steht: «Helvetas». Wir sind nun sogenannte «Dialoger». Zwei von tausend, die jedes Jahr bei Corris anheuern.

«Entwicklungshilfe und so»

Inzwischen ist es Mittag, nun beginnt der Crash-Kurs. Obwohl wir zwei völlig verschiedenen Organisationen zugeteilt wurden, sitzen Erika und ich in der gleichen Schulung. Ich weiss wenig über die konkreten Projekte von Amnesty International. Meine Kollegin weiss nur, dass Helvetas «Entwicklungshilfe und so» betreibt.Doch das spielt keine Rolle, hier und heute geht es einzig um Spendenmaximierung. Ob es Bäume, Tiere, Frauen oder Kinder zu retten gilt – das Prinzip ist immer dasselbe: Wir müssen die Passanten bei ihrem schlechten Gewissen packen. «Sprich einfach von Kindersoldaten und Zwangsräumungen», empfiehlt mir Sky. «Und sag nichts gegen die Todesstrafe, das gibt nur Diskussionen.» Wenn wir mehr über Helvetas und Amnesty wissen wollten, sollten wir deren Websites besuchen.

Unsere Schulung beginnt mit einem Rollenspiel. Ich mime einen Passanten. Sky zeigt mir, wie es geht. Sie wendet ihren hundert- oder tausendfach eingeübten Standarddialog an: «Was würdest du tun, wenn plötzlich einer mit einer Waffe vor deiner Tür steht und sagt: ‹Du musst raus?›», forscht sie mein Gewissen aus und fixiert mich eindringlich. Dann will sie wissen: «Was denkst du, wie viele Leute von Zwangsvertreibungen betroffen sind?»

Ein Unmensch, wer da nicht zustimmt

Die Fragen sind rein rhetorisch, Sky lässt mir während des ganzen Gesprächs nie die Chance, etwas abzulehnen. Die Schlinge um mein Gewissen zieht sich immer enger zusammen, doch dann bietet Sky einen Ausweg: «Findest du es auch gut, dass wir uns für die Menschenrechte einsetzen?» Ein Unmensch, wer da nicht zustimmt. «Was meinst du, lohnt sich das?» Was für eine Frage. Sky hat mich mühelos eingewickelt.

Wir erhalten Merkblätter, eines mit allgemeinen Tipps («Gemeinsamkeiten herstellen, Small Talk») und eines mit «Klassischen Ausreden» samt passenden Kontern. Ein drittes Merkblatt ist dem sogenannten «Formular­übergang» gewidmet – dem Moment, in dem der Passant zur Kasse gebeten wird. Der Formularübergang sei das Wichtigste am ganzen Gespräch, lernen wir, und zugleich der heikelste Moment. Falsch ist die Frage: «Möchtest du uns unterstützen?» Richtig ist: «Findest du es gut, dass wir Kindern in Not zur Seite stehen?» Es ist eine dieser geschlossenen Fragen, die kein Passant mit Nein beantworten kann. Darauf basiert die Verkaufsphilosophie.

Dann lernen wir, wie wir den Spender dazu bringen, mehr zu geben, als er eigentlich wollte. Trick Nummer eins ist die Portionierung des Jahresbeitrags in kleinere, besser verdauliche Häppchen. Zwanzig Franken pro Monat klingt nach weniger als 240 Franken im Jahr. Sky schärft uns ein: Wir sollten «nie, nie, nie» nach einem Jahresbeitrag, sondern stets nach einem Monatsbeitrag fragen. Ganz ausgebuffte Corris-Mitarbeiter wie Mike sprechen sogar von 30 Rappen pro Tag statt von 120 Franken im Jahr. Natürlich gilt das alles nur für die Dauer der Verhandlung. Am Schluss, wenn wir das Formular ausfüllen, rechnen wir die Zahl wieder auf ein Jahr hoch.

Trick Nummer zwei ist die Höhe des Mindestbeitrags. Amnesty International unterstützen darf nur, wer im Minimum 120 Franken pro Jahr (oder eben: 10 pro Monat) gibt. Sky sagt uns, dass sich tiefere Beiträge «wegen des Verwaltungsaufwands» schlicht und einfach nicht lohnten.

Trick Nummer drei ist der raffinierteste im Corris-Repertoire: Sky empfiehlt uns, nicht nach einem Betrag zu fragen, sondern eine Summe vorzuschlagen – «Sagt einfach, normalerweise gäben die Leute 40 bis 60 Franken pro Monat.» Das wären dann 480 bis 720 Franken pro Jahr. Wer weniger geben will, muss das mit seinem eigenen Gewissen aushandeln.

Die Kunstgeschichtestudentin Erika zweifelt: Geben die Leute denn wirklich so viel? Corris verweist auf ihrer Website auf Kampa­gnen, bei denen der durchschnittliche Jahresbeitrag bei «deutlich über 100 Franken» liegt. Das wären im «Dialoger»-Jargon rund 10 Franken pro Monat — vier- bis sechsmal weniger, als wir den Spendern vormachen sollen. Sky grinst komplizenhaft: «Die meisten geben 10 bis 40 Franken pro Monat. Aber ein bisschen flunkern ist erlaubt, es geht ja um eine gute Sache.»

Am besten direkt vom Konto abbuchen

Ganz am Schluss kommen wir auf die Sache mit dem Lastschriftverfahren (LSV). Erst wenn ein Gönner seine Adresse diktiert und sich bereiterklärt hat, eine bestimmte Summe zu spenden, fragen wir nach der Kontonummer. Dank LSV wird die Spende automatisch und regelmässig überwiesen.

Sky teilt uns ein letztes Merkblatt aus: «Argumente für die Mitgliedschaft per Lastschriftverfahren». Acht Vorzüge sind aufgeführt, darunter: «Einzahlungsscheine kosten Geld», oder: «Es können Briefsendungen eingespart werden und dadurch kann umweltfreundlicher gearbeitet werden.» Über das wichtigste aller Argumente steht dagegen kein Wort: Leute, denen automatisch Geld vom Konto abgebucht wird, spenden meist über Jahre. Nicht, weil sie zufriedenere Spender wären, sondern schlicht und einfach, weil sie den Dauerauftrag vergessen und weiterlaufen lassen. Das ist Trick Nummer vier.

Ist LSV also eine Bedingung? Oder kann jemand, der seine Kontoinformationen für sich behalten möchte, auch per Einzahlungsschein spenden? «Wenn er unbedingt will, darf er das natürlich», sagt Sky, leicht genervt. Das Reglement der Zewo, der Selbstregulierungsorganisation der NGO-Branche, will es so.

Sky erzählt uns, im «Vergleich zu TV-Spots und anderen Methoden» sei «Direct Dialog» günstig. Im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen, die dank der treuen (oder: vergesslichen) Spender im Laufe der Jahre reinkommen, mag das stimmen. Doch wie gross ist der Aufwand, den die «Dialoger» betreiben, in absoluten Zahlen?

Sky sagt, die Auftraggeber bezahlten pro «Dialoger» und Tag 850 Franken. Diese Zahl galt lange als das bestgehütete Geheimnis der Branche. Auf Anfrage der Weltwochebestätigt Corris erstmals, dass die Auftraggeber eine Pauschale von «800 bis 850 Franken» pro eingesetzten Mitarbeiter und Tag bezahlen.

Amnesty-Sprecherin Alexandra Karle schweigt sich über die Gesamtkosten der aktuellen Kampagne aus, sagt aber, dass tausend Manntage bestellt wurden. Amnesty lässt sich den Corris-Einsatz somit gegen 850 000 Franken kosten. Diese Auslagen müssen die «Dia­loger» zuerst einmal hereinbringen.

Wie lange dauert es, bis die Kampagne bezahlt ist und die ersten Spenden in ein konkretes Projekt fliessen? Corris wirbt auf ihrer Website mit einer Referenzkampagne für eine Organisation aus dem Gesundheitsbereich, bei welcher der «Break-even nach zwanzig Monaten» erreicht worden sei. Im Klartext: Die gesamten Spendeneinnahmen der ersten 1,66 Jahre gingen an Corris. Erst was später kam, floss in einen guten Zweck.

Wann die Gewinnschwelle der Amnesty-Kampagne überschritten wird, lässt sich nicht beziffern, doch wenn man die Werte der von Corris aufgeführten Referenzkampagne auf Amnesty überträgt, wird die Gewinnschwelle in 20 Monaten, Anfang 2015, erreicht. Amnesty-Sprecherin Karle will keine konkreten Zahlen nennen, bestätigt aber diese Grössenordnung. «Grundsätzlich gilt: Ab dem zweiten Jahr lohnt es sich für uns.»

Eine einjährige Spende fliesst somit komplett an Corris. Wer zwei Jahre lang einzahlt, deckt die Kosten, die durch seine Anwerbung entstanden sind, nur knapp. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass LSV-Spender bevorzugt werden. Nur dank LSV zahlt sich das System Corris für die Hilfswerke überhaupt aus. Nach einer Stunde ist die Ausbildung beendet. Mein erster Arbeitseinsatz ist für den kommenden Donnerstag geplant, wo und wann ist noch nicht klar. Am Mittwochabend davor erfahre ich Ort und Zeit per SMS.

Chef auf dem Schwanenplatz

Donnerstag, 10.45 Uhr, Schwanenplatz in Luzern. Unser Team umfasst vier «Dialoger». Neben mir, dem Neuling, sind zwei, die ihren letzten Tag haben. Geronimo, ein 20-jähriger Deutscher mit Dauerlächeln, macht den Job seit drei Monaten. Nun möchte er auf Reisen gehen, vielleicht nach Indien. Zora will studieren, vielleicht Psychologie, sie hat nach acht Tagen genug. Kopf der Truppe ist Mike, der mit den 30 Rappen. Eigentlich ist Mike gelernter Metzger, doch «da verdienst du nichts». Seit eineinhalb Jahren ist er für Corris tätig. Er hat auch schon den Green-Cross- oder Swissaid-Aktivisten gemimt. Amnesty-International-Mitglied ist keiner. Wir sind Söldner im Kampf für das Gute.

Die Leute gehen vorbei. Unser Stand, bestehend aus einem Stahlquader, in dem wir unsere Formulare verbergen, und einigen gelben Amnesty-Plakaten, wirkt wie gleissendes Sonnenlicht. Jeder, der versehentlich hingeschaut hat, wendet den Blick ab. Alle starren auf den Boden, um ja nicht angesprochen zu werden. Mike entkommen sie trotzdem nicht. «Stopp!», befiehlt er, lauter und deutlicher, als es jeder Luzerner Polizist wagen würde. Denen, die murmeln, sie hätten keine Zeit, ruft er hinterher: «Zeit hat man nie, man muss sie sich nehmen.» Jene, die sagen, sie müssten arbeiten, lässt er wissen: «Was heisst hier müssen? Weisst du, wie viele Leute gerne arbeiten würden, aber nicht können?» Mike ist der Chef auf dem Schwanenplatz.

Endlich bleibt jemand stehen, es ist Michelle, die angehende Coiffeuse. Ich muss sie nicht erst von den Menschenrechten überzeugen. Michelle will von ganzem Herzen Gutes tun. Bereitwillig nennt sie mir Name und Adresse. Erst als ich ihr sagen muss, dass die 30 Franken, die sie geben wollte, leider, leider nicht reichen, verflüchtigt sich ihre Spendierlaune. «Weisst du, ich würde wirklich gerne», fleht Michelle. «Aber ich verdiene nur 350 Franken pro Monat.» Ich fühle mich elend. Es ist nicht angenehm, eine Teenagerin, die selbst nicht genug zum Leben hat, zum Geldausgeben zu überreden. Zum Glück rettet mich Berufsidealist Mike. Der 30-Rappen-Masche hat Michelle nichts entgegenzusetzen – sie unterschreibt.

Einzahlungsscheine gibt es nicht

Hunderte von Leuten eilen über den Schwanenplatz und ignorieren uns. Als ob sie wüssten, dass wir keine Menschenrechtsaktivisten sind, sondern nur Rädchen in einer gut geschmierten Spendenmaschinerie. Sky hatte recht, es ist ein Knochenjob. Abgesehen von einem Rentner, der mit mir über die Regierung schimpfen möchte, bleibt lange niemand stehen.

Dann komme ich mit einem Mann ins Gespräch, er trägt eine Steppjacke und schaut freundlich durch die runde Nickelbrille. So stellt man sich einen Amnesty-Sympathisanten vor. Und tatsächlich, der Mann findet die Organisation gut. Er unterstützt uns gerne. Aber nur, wenn er einen Einzahlungsschein bekommt. «Ich möchte kein LSV, da verliere ich den Überblick», sagt er. Das ist gemäss Zewo sein gutes Recht. Spender, so heisst es im Reglement, müssten stets die Wahl haben, ob sie per LSV, per Einzahlungsschein oder bar bezahlen wollen. Das Zewo-Siegel trägt auch Amnesty International.

Doch wo sind die Einzahlungsscheine? Im Inneren des Stands? Mike sagt: «Wir haben keine Einzahlungsscheine, sorry.» Man habe zwar einmal Einzahlungsscheine verteilt, aber der Rücklauf sei zu klein gewesen, schiebt er zur Erklärung nach. Hier draussen gilt das Gesetz der Strasse, kein Zewo-Reglement. Der Mann will unter diesen Umständen nicht mitmachen, er wünscht uns viel Glück und geht.

Dann passiert lange nichts. «Grüezi, ich bin von Amnesty International», sage ich wieder und wieder – und schramme damit hart am Etikettenschwindel vorbei. Nur dann und wann bleibt jemand stehen. Ein junger Mann fragt gleich als Erstes: «Bist du von Corris?» Als ich bejahe, geht er weiter. Habe ich etwas falsch gemacht? Was sagen meine Kollegen, wenn sie nach ihrem Arbeitgeber gefragt werden?

Wer spendet schon für Corris?

«Ich sage immer, ich sei von Amnesty», sagt Geronimo. «Aber wenn einer direkt fragt, musst du halt die Wahrheit sagen.» Gibt es dann noch eine Chance, dass der Passant trotzdem mitmacht? Zora und Geronimo sind sich einig: «Nein, das kommt nicht vor.» Wer spendet schon für Corris?

Für die Corris AG ist es ein Dilemma: Einerseits möchte die Firma, um keine Spender abzuschrecken, ihren Namen möglichst nicht nennen. Anderseits wäre das unehrlich. Corris löst das Problem so, dass der Name möglichst diskret deklariert wird: Auf dem Stand steht das Wort «Corris» so tief, dass es nur Babys und Hunde lesen könnten. Auf meinem Mitarbeiterausweis ist der Name viermal kleiner als das Amnesty-International-Logo. Auf dem Mitgliederformular ist der Verweis auf Corris klein und quer gedruckt, so dass man den Zettel um neunzig Grad drehen müsste. Das Zewo-Logo, mit dem sich nur Amnesty, nicht aber Corris schmücken darf, ist rot und sehr viel grösser.

14 Uhr, endlich: Mein zweiter Spender geht ins Netz. Herr Tanner, ein etwa 50-jähriger Mann mit Schnauz, muss nicht lange bearbeitet werden. Er lässt sich die Sache kurz erklären und entscheidet spontan, etwas zu geben. Fünfzig Franken pro Jahr sollen es sein – das sind siebzig zu wenig. Sachte bringe ich ihm bei, dass das leider nicht geht. Warum der Mindestbeitrag so hoch ist, kann ich auch nicht erklären, deshalb erzähle ich etwas von «Verwaltungskosten». Wieder kommt mir Berufs- aktivist Mike zu Hilfe. Er spricht von zehn Franken pro Monat, was nicht viel sei. Zu meinem Erstaunen macht Tanner mit. Auch als ich ihm das Lastschriftverfahren erkläre, stellt er keine Fragen, sondern unterschreibt, nimmt die Quittung und bedankt sich.

Um 15 Uhr ist die Hälfte des Sammeltages vorbei. Zu diesem Zeitpunkt haben Mike und ich je zwei Spender gewonnen, die anderen beiden null. Zusammen haben wir Jahresbeiträge von knapp 500 Franken reingeholt. Wenn wir bis am Abend so weitermachen, dauert es drei Jahre, bis die Kosten, die wir vier an diesem Tag verursacht haben, bezahlt sind. Erst ab 2016 fliesst das Geld in die Menschenrechtsaktivitäten von Amnesty. Und das auch nur, wenn unsere Spender so lange einzahlen.

Als ich nach meinem ersten und letzten Arbeitstag für Corris die Amnesty-Jacke ausziehe, habe ich zwiespältige Gefühle. Mein Einsatz war erfolgreich, gewiss. Zwei ausgefüllte Formulare liegen in meiner Tasche. ­Eigentlich müsste ich mich freuen, dass ich zwei grossherzige Leute dazu gebracht habe, etwas für die Menschenrechte zu tun. Aber ­habe ich nicht vielmehr zwei gutgläubige Leute übers Ohr gehauen?

«Mindestens neunzig Prozent»

Habe ich die Welt besser gemacht oder vor allem den Besitzer der Corris AG reicher? Glauben Coiffeuse-Stiftin Michelle und Herr Tanner, dass sie es mit Idealisten zu tun hatten, die freiwillig für eine gute Sache auf die Strasse gingen? Haben sie den Eindruck, dass wir tatsächlich von Amnesty International sind? Zurück in der Redaktion rufe ich die beiden an, zur Qualitätssicherung quasi.

Michelle sagt, sie habe sich «schon ein bisschen überredet gefühlt». Normalerweise laufe sie vor Leuten wie mir davon. «Ich weiss, dass ich noch zu wenig Persönlichkeit habe, um nein zu sagen.» Bei mir habe sie aber das Gefühl gehabt, dass mein Idealismus echt sei. Und sie habe sich gedacht, es sei für einen guten Zweck. Michelle ist davon ausgegangen, dass wir «ein bisschen etwas» verdienen.

Herr Tanner war mit unserem Gespräch zufrieden. Wie lange er Amnesty-Gönner bleiben will, weiss er noch nicht, vielleicht ein oder zwei Jahre. Was denkt er, wie viel Geld dann dorthin geht, wo es hingehört? Herr Tanner schätzt, dass nach Abzug der Verwaltungskosten «mindestens neunzig Prozent» in Menschenrechtsaktivitäten fliessen. Mich hat er für einen Studenten gehalten, der «vielleicht ein Sackgeld» dazuverdient, der aber direkt für Amnesty arbeitet.

Als ich Herrn Tanner sage, dass von seinen 240 Franken, die er über zwei Jahre spenden wollte, schätzungsweise 40 Franken an Amnesty gehen werden und dass ich in Wirklichkeit ein provisionsgetriebener Angestellter ­einer profitorientierten Firma bin, findet Herr Tanner das «nicht gut». Er bittet mich, sein Formular in den Papierkorb zu werfen.

 

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„#Me too“-Debattenvorschlag: Sexuelle Belästigung durch männliche Spendensammler (21.12.2017, überarbeitet im Mai 2018)

14-5-2018 +++ UK-News: Frustration growing over charity muggers in Sheffield (Deutsch-Version: Englische Grossstadt Sheffield kündigt Massnahmen gegen Sammelplage an) +++

Bildergebnis für chugger harassment

Männlicher Spendensammlertrick: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen (vorzugsweise angewendet bei „Hot Babes“)

 

Neulich war ich für Kurzbesuch im schönen Schweizer Städtchen Suhr. Wirklich hübsch: Nachahmung empfehlenswert. Doch am Bahnhof haben mir Amnesty International-Spendensammelnde (eigentlich sind sie ja von der Sammelfirma „Corris“, welche ca. die ersten 3 Jahresspenden von Mitmachenden in die eigene Tasche abzweigt) wieder mal den Tag verdorben. Läuft doch so ein Spendenclown neben einer hübschen jungen Frau her – und zwar erst die Treppe runter, dann die gesamte Bahnhofunterführung hindurch, wieder zum Gleis hinauf und gibt mit seinen Umgarnungsversuchen erst auf, kurz bevor die Frau in den Zug steigt. Ehrlich, also wenn ich sie gewesen wäre: Ich hätte ihm eine geknallt – aber als Mann ist das ja sicher  weniger empfehlenswert.

Womit wir beim Thema wären: Bei sogenannten „Pick-Up Artists“ („Aufreiss-Künstler“, um zu schnellem Sex mit dem anderen Geschlecht zu kommen) ist der Spendensammler-Job wohl der „heiss“-begehrteste (siehe dazu auch Beitrag vom 10.4.2017). Denn „Weltretter“ stehen in der Gunst gerade junger Frauen, die öfters noch zu gutgläubig sind, um die Manipulation zu erkennen, besonders hoch (die allermeisten Sammler sind ja gar keine Hilfsorganisationsmitarbeiter, sondern eben eine Art „Wohltätigkeits-Verkäufer“, bzw. Angestellte von spezialisierten Werbefirmen). Wenn nicht, kann z.B. auch ein besonders gern angewandter anderer Trick helfen: „Spendenopfer-Einfangen“ mit ausgestreckten Armen – versehentlicher Körperkontakt erwünscht.

Übrigens (siehe folgendes Photo): Also aber auch ein bisschen heikel, oder?

Bildergebnis für chugger follows

 

 

Spendensammler-Kritiker im Gefängnis (März 2018/3)

Bildergebnis für wwf spendensammler

Der WWF kooperiert in der CH mit der Spendensammelfirma „Corris“, in DE mit der Agentur „DialogDirect“ und auch mit „talk2move“, die zuvor in AU tätig war 

 

Ich habe ja in vorletztem Post erwähnt, dass ein Strafbefehl gegen mich vorliegt. Dies, nachdem ich in zahlreichen Beiträgen auf meiner, bzw. dieser Website und auch anderweitig in der Presse Kritik zum „Face-to-Face“-Spendensammelsystem geäussert habe (z.B. in der „Stimme“/Deutschland, im KONSUMER-Magazin/Schweiz oder in der KirchenZeitung/Österreich, wo die gigantische Hilfsorganisationslobby offenbar besonders stark Druck macht, denn auf der KirchenZeitungs-Website ist er nicht mehr zu finden). Die Spendensammelnden auf Strassen/vor Haustüren sind nämlich meist nicht von den Hilfsorganisationen wie z.B. dem Roten Kreuz selbst, sondern von spezialisierten Werbefirmen, die sich dumm und dämlich verdienen mit den Sammlungen, bzw. HEUTE zwei oder sogar eher drei Jahresspenden für sich „abzweigen“ (so lange geht es, bis deren Forderungen – in der Schweiz bspw. 850 Franken oder 725 Euro im Tag pro sammelnde Person, durch DIE KONSTANT SINKENDEN Spendeneinnahmen gedeckt sind). Im Strafbefehl sind zwei Bussen gegen mich aufgelistet: Eine auf Bewährung, also eine solche, die ich verhindern kann, wenn ich aufhöre mit der Kritik (was ich selbstverständlich nicht machen werde). Und eine, die ich so oder so zahlen muss – es sei denn, ich will ein paar Tage ins Gefängnis. Zahle ich freilich auch nicht (bzw. auch wenn ich Geld HÄTTE), d.h. müsste genauer gesagt eigentlich schon lange im Knast sein. Doch die Justiz, die selbst ganz und gar nicht unabhängig in der Angelegenheit ist (Schweizer Justizministerin ist Simonetta Sommaruga, die vorher zwei Non-Profit-Organisationen vorstand, welche wiederum mit der berüchtigten Schweizer Sammelfirma „Corris AG“ kooperieren), traut sich bisher scheinbar nicht, mich einzusacken: Könnte ja noch mehr „Staub aufwirbeln“. Zumal die Zürcher Staatsanwaltschaft, die den Strafbefehl auf die von ihr gutgeheissene Strafanzeige der Corris AG ausgestellt hat, ja selbst im Fadenkreuz der Kritik steht, nachdem sie die Ermittlungen gegen einen pädophilen Gerichtspräsidenten in den eigenen Reihen eingestellt hat (siehe Post vom Januar 2018). Die Vorwürfe sind übrigens lächerlich – deshalb habe ich auf einen Kommentar des Strafbefehls gegen mich verzichtet (ich gehe davon aus, dass die Leserschaft meines Blogs genug aufgeklärt ist, um das nachzuvollziehen). Hier trotzdem noch ein Beispiel: Gleich als erstes wird bzgl. scheinbar nicht akzeptabler Ausdrucksverwendungen meinerseits moniert, ich würde die Sammelnden als „Strassenräuber“ bezeichnen. Äh, also a) rede ich genauer gesagt von WOHLTÄTIGKEITS-Strassenräubern. Und b) so werden die Sammler und Sammlerinnen vor allem ja tatsächlich in den englischsprachigen Ländern genannt!!! Man gebe den Ausdruck CHUGGERS – oder vielleicht besser CHARITY MUGGERS (=Wohltätigkeits-Strassenräuber) – bei Google ein, und schaue mal, was rauskommt: Also ich kriege 181’000 (!) Such-Ergebnisse. Wie steht’s aber mit deutschsprachigen Medien: Ist das Wort „Strassenräuber“ für solche Sammelnden auch schon verwendet worden in Artikeln? Nein, NUR der Ausdruck „Wegelagerer“, was bekanntlich genau das Gleiche bedeutet, in Österreich vom international bekanntesten Blatt „Der Standard“ sogar schon 2005 gebraucht. In Deutschland benannte z.B. der „auch noch recht bekannte“ STERN die „Drücker“ (so werden sie in Deutschland auch genannt) letztes Jahr so; Beitragstitel „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“. Und in der Schweiz schliesslich sorgte das links-freundliche St. Galler Magazin „Saiten“ für meine Verteidigung. 🙂

Muss ich noch mehr dazu schreiben? Ich hoffe nicht. Mir ist’s jedenfalls zu blöd. Die Zürcher Staatsanwaltschaft drückt sich also (noch?), mich zu verhaften. Wobei es mir im Übrigen sowieso egal wäre: Ich wäre geradezu froh gewesen, wenn ich Ende Februar in den Knast hätte gehen können. Ich lebe ja schliesslich seit insgesamt dreieinhalb Jahren auf der Strasse (ohne zu betteln/ohne Ruck- und Schlafsack), wo es um diese Zeit saukalt war und ich nach heftigem, andauernden Fieber nur durch Einnahme von Antibiotika überlebt habe. Respektiv, falls es jemand vergessen hat: Ich lebe eigentlich gezwungenermassen auf der Strasse (siehe auch spezifischen Beitrag von „Ketzer Podcast“ dazu). Erstens, weil ich keine Sozialhilfe beziehen, aber trotzdem mit meinem Projekt weitermachen will (und mein eigenes Geld längst aufgebraucht ist). Und zweitens, weil ich es für besser hielt angesichts der Sammelmafia (Werbefirmen) und der in Sachen Gefährlichkeit ebenfalls nicht zu unterschätzenden Hilfsorganisationen selbst (wenn sie ihre Einnahmen gefährdet sehen) mich möglichst unsichtbar zu machen (ohne Adresse).

Doch im Fall: Ich war eh schon im Gefängnis wegen der Angelegenheit – indirekt. Denn da ich ja kein Geld mehr habe und trotzdem immer mal wieder den Zug nehmen muss, bin ich natürlich schon x-mal ohne Fahrschein geschnappt worden. Ich sass also bereits rund 14 Tage ab, wegen „Schwarzfahrens“ – wie das Zugfahren ohne Ticket in der Schweiz genannt wird. Aber ich sehe ehrlich gesagt mittlerweile auch nicht mehr ein, warum ich noch dermassen staatstreu sein soll. Die Schweizerischen Bundes Bahnen (SBB) fördern ja den Spendenbetrug, indem sie die Werbefirmen in den Bahnhöfen sammeln lassen – natürlich bekommen sie dafür auch ganz netten Batzen (in mittelgrossen Bahnhöfen bspw. 450 Franken/385 Euro „Standmiete“ pro Stand/Tagesaktion). Und dass es sich bei den Sammlungen um Betrug handelt, sollte ja mehr als klar sein: Schliesslich wird ja so getan, als würden die NON-Profitorganisationen selbst hinter den Aktionen stecken, und nicht wie in Wahrheit PROFIT-orientierte Sammelfirmen (womit im Übrigen der Non-Profit-Gedanke regelrecht „pervertiert“ wird). Kurz: Die Spenderschaft wird hier glasklar „getäuscht“ (siehe dazu auch Beitrag vom 8.11.2017). Die Justiz müsste demzufolge, wenn sie zur Rechtsdurchsetzung zuständig ist – sollte eigentlich meines Wissens der Fall sein 😉 – nicht mich verfolgen, sondern gegen die kommerziellen Spendensammlungen vorgehen. Doch stattdessen agiert sie als Handlanger der Politik, welche in dieser Angelegenheit nicht Teil der Lösung ist, sondern des Problems! Denn der gemeinnützige Sektor ist derjenige mit der grössten (politischen) Lobby. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Politiker und Politikerinnen, egal ob ehemalig oder amtierend, haben alle ein übersteigertes Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung. Und wo gibt es mehr von dieser, als durch das Engagement für die gute Sache bei einer Hilfsorganisation; als Vorstands- oder Stiftungsratsmitglied (vorzugsweise PräsidentIn), als Botschafter, als Patron oder was auch immer. In England ist der ehemalige Premierminister David Cameron nun Präsident der Alzheimer Society (arbeitet „natürlich“ mit Face-to-Face Fundraisingagentur zusammen), in Deutschland amtet Ex-Vizekanzler Franz Müntefering ebenfalls als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (der vor allem durch die Kooperation mit haustürsammelnden „Drückerkolonnen“ in Verruf geraten ist) und in der Schweiz ist Bundesrat Ignazio Cassis (Simonetta Sommaruga habe ich ja schon genannt) bspw. bis zu seinem Antritt im Stiftungsrat des auf Corris setzenden Hilfswerks „Fairmed“ gewesen. Und so weiter und so fort.

Deutschsprachige Länder: News zu „Face to Face“-Spendensammelskandal, März 2018/2

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen Blogbetreiber

 

Gleich vorweg; gelungener „Undercover-Beitrag“ vom neuen investigativen Rechercheformat „STRG-F“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) für junge Leute von Anfang März („Spendensammler undercover – Schuften und Schleimen für WWF & Co“): https://www.youtube.com/watch?v=6QoYfiH6VI4 (oder einfach auf Bild klicken).

Hilfsorganisationskontrollstellen, die „Spendensiegel“ an angeblich seriöse Hilfsorganisationen vergeben und dabei auch das Fundraising der betreffenden NGOs anschauen, namentlich „DZI“ (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen), „ZEWO“/Schweiz oder „Österreichisches Spendengütesiegel“ sind einer internationalen Dachorganisation angegliedert, dem ICFO. Dort Präsidentin: Wiederum die Geschäftsleiterin der Schweizer ZEWO – deren Mann in der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz sitzt (äh, wieder mal fehlende Unabhängigkeit), wobei Caritas CH bis vor nicht allzu Langem sogar noch selbst mit der berüchtigten Schweizer Sammelfirma Corris kooperiert hat(!). In der Schweiz ist ausserdem gerade ein Riesenskandal am laufen: Die „Postauto Schweiz AG“ hatte zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen. Schadensumme: 78 Millionen Franken. Vor ein paar Tagen hat ein gewisser Kurt Grüter sein Mandat im Experten-Gremium niedergelegt, das die Affäre untersuchen sollte. Wegen was wohl? Wie gehabt; fehlende Unabhängigkeit. Derselbe Kurt Grüter ist aber auch Zewo-Präsident (das steht natürlich wieder nicht in den Schweizer Medien). Spricht wieder mal für sich.

Und noch ein paar Worte zum erst gerade online-gestellten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen mich. Ist von letztem Jahr. Ich wollte zuerst noch schauen, ob eine Schweizer Zeitung über meine Geschichte inkl. des Strafbefehls eine Story schreiben möchte. Der Winterthurer Landbote (in Winterthur sind Bestrebungen im Gange, die Sammlungen auch gegen grossen politischen Widerstand einzudämmen) schien durchaus interessiert, „wenn die Geschichte mit der Region Winterthur“ in Zusammenhang gebracht werden kann. Naja, kein Problem. Ich: „Der ehemalige Winterthurer FDP-Stadtrat Peter Arbenz ist Ehrenpräsident von Corris-Kunde „Helvetas“… Und die meines Wissens gegenwärtig populärste Winterthurer Politikerin; Mattea Meyer, SP-Nationalrätin, hat ihre Bundeshauszutrittskarte (die Rede ist von den seit dem Fall Markwalder/Kasachstan-Affäre umstrittenen Badges an Lobbyisten) an Dominik Gross von Alliance Sud gegeben. Alliance Sud ist nichts anderes als eine Lobbyorganisation der Hilfswerke Helvetas, Swissaid, Caritas, Brot für alle, HEKS sowie Fastenopfer…“ Antwort des Landboten: Fehlanzeige. Naja, ich bin es mir ja inzwischen gewohnt, wohl „zu heisses Eisen“. Leider gibt das aber kaum eine Zeitungs-Redaktion, bzw. ein Journalist/eine Journalistin zu. Da muss ich doch auch mal mein Erlebnis mit einer der grössten Deutschen Zeitungen schildern, deren Chefredakteur mir auf einen Beitragsentwurf, den ich ihm gesendet habe, Folgendes geantwortet hat: „D  –  A  –  N  –  K  –  E“. Hmm? Der Mann hat doch selber schon über verwandte (Fundraising-)Themen geschrieben und sich mit Kritik nicht zurückgehalten? Er findet meinen Beitrag also so interessant, dass er mir mit einem DICKEN „Danke“ antwortet, sonst aber nichts mehr schreibt. Meine Folgerung (nach unzähligen ähnlicher Erfahrungen): Er hat einen Maulkorb vom Verlagshaus bekommen, darf das aber selbstverständlich nicht mitteilen (ich schreibe übrigens den Namen der Zeitung hier nicht, weil der Redakteur immerhin bis zu einem gewissen Grad ehrlich war, und nicht einfach überhaupt nicht mehr geantwortet hat).

Und wenn wir schon dabei sind: Die „Presse“ ist eine auch international recht bekannte (und renommierte) Österreichische Tageszeitung. Ich erwähne in meinem Interview mit „Ketzer Podcast von Ende 2016“ einen „Presse-Artikel“ von 2006, wo die Firma „DialogDirect“ zugegeben hat, dass bei ihr schon zu jener Zeit „zwei Jahresspenden“ draufgegangen sind (die Firma „Talk2Move“ brüstete sich hingegen, die Arbeit wesentlich billiger hinzubekommen, was aber auch einen triftigen Grund hatte). Warum ist dieser Artikel im Internet nicht mehr abrufbar?

 

 

Strafbefehl gegen Spendensammler-Kritiker (Blogbetreiber), März 2018/1

Strafbefehl (Art. 352 StPO) der Staatsanwaltschaft Zürich – Limmat gegen Kevin Brutschin

Tatbestand und Begründung: Vergehen des BG gegen den unlauteren Wettbewerb

Der beschuldigte Kevin Brutschin hat mehrfach vorsätzlich unlauteren Wettbewerb nach Artikel 3 UWG begangen, namentlich andere, ihre Waren, Werke, Leistungen, deren Preise oder ihre Geschäftverhältnisse durch unrichtige, irreführende oder unnötig verletzende Äusserungen herab(ge)setzt…

Der Beschuldigte hat seit nicht genau bekannter Zeit, sicher aber seit dem 16. September 2016 über seine Website http://www.kevinbrutschin.wordpress.com der Geschädigten Corris AG bei der Gewinnung von Spendengeldern unethisches Verhalten und kriminelle Machenschaften unterstellt. Dies indem er durch verschiedene Veröffentlichungen in unterschiedlichen Presseerzeugnissen … Aussagen über die Geschädigte verbreitet hat, gemäss Letztere unter anderem ein Strassenräuber, eine Spendensammelmafia, ein Betrüger und Lügner sei, sie der Abzocke, des Etikettenschwindels, des Ergaunern von Millionen und vorsätzlicher Täuschung sowie der irreführenden Falschinformationen bezichtigt. Diese Äusserungen sind unnötig verletzend, da sie keine sachlich formulierten Ratschläge für die Leser enthalten…

Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 10.00, entsprechend CHF 500.00 … Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Busse von CHF 300.00. Für den Fall der Nichtleistung der Busse beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe 3 Tage.

Die Verfahrenskosten werden der beschuldigten Person auferlegt.

CHF   300.00 Busse

CHF 1000.00 Gebühr für das Vorverfahren

CHF 1300.00 Total

 

 

 

 

 

Top(!)-RTL Beitrag zu skandalösen Haustür-Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag des Roten Kreuzes (Zs-fassung & Analyse/17.1.2018)

Für das BRK: Mit diesen schlimmen Methoden werden Spenden gesammelt 

Mitarbeiter der Firma Kober (der so tut, als wäre er ein Rotes Kreuz-Profi)

Zur Video-Kurzfassung des Beitrags geht’s H-I-E-R

 

Der Skandal weitet sich immer augenscheinlicher zum Super-GAU aus (Kollaps des gesamten NGO-Sektors), wie von mir schon seit Jahren vorhergesagt: Die Sendung „Punkt 12“ von RTL hat die betrügerischen Spendensammlungen von spezialisierten Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen nun auch unter die Lupe genommen. Passenderweise die Haustürsammlungen („Drückerkolonnen“)  des Roten Kreuzes/Bayerischer Landesverband; ich muss es stets wiederholen: Das weltweit erste Hilfswerk, das solche Nonsens-Sammlungen durchführen liess, namentlich von der Firma Wesser im Jahr 1968. Hier geht es aber um die Firma Kober, die auch in Österreich sammelt, und das Wesser-System kopiert hat. Gleich zwei Bayerische Medien haben zum Beitrag eigene Zusammenfassungen gemacht (die Tageszeitung „tz“ – siehe auch vorletzten Beitrag von dieser selbst zum Thema INKLUSIV ANGEHÄNGTEM „BASHING“-KOMMENTAR AN DEN BLOGBETREIBER – sowie das Oberbayerische Volksblatt „OVB“), in dem das Bayerische Rote Kreuz „drankommt“. Coolerweise hat sich wieder mal eine Reporterin in die Höhle des Löwen gewagt, respektiv „undercover“ als Spendensammlerin mit versteckter Kamera. Und trotz einleuchtender Beispiele, dass dieses Sammelsystem nicht aufgeht, bleibt das Rote Kreuz „natürlich“ wieder stur. D.h. der Riesenfehler der Zustimmung zu dieser ja offenkundigst absurden und hoch glaubwürdigkeitsschädigenden Kooperation mit gewinnorientierten Fundraising-Unternehmen („Profit mit Non-Profit“) wird nach wie vor nicht zugegeben – womit freilich der Super-GAU erst recht eintreten wird.  Hier die wichtigsten der perfiden Sammel-Tricks, die RTL aufgedeckt hat (dass „NEINS ignorieren“ immernoch systematisch angewendet wird, versteht sich von selbst, obwohl stets das Gegenteil behauptet wird):

Ein Druck machender Spruch lautet, das Geld sei schliesslich „für die Leute, die im Notfall zu Ihnen kommen.“   Ein anderer: Jede/r mache mit und das Abo sei so selbstverständlich wie der Bankeinzug von Strom- und Mietgebühren. Auch auf das „Todsünden“-Argument wird verwiesen, dass kein Rettungsdienst mehr stattfindet, wenn nicht gespendet wird. Denn erstens stimmt das gar nicht (und die Kosten für einen Rettungseinsatz werden sowieso von der Krankenversicherung übernommen). Und zweitens – was leider wieder mal nicht erwähnt wird, obwohl es sicher gut zu wissen wäre – ist dass damit rechtlich eine Straftat begangen wird, nämlich „Nötigung“! Die andere, geradezu systematisch angewendete Straftat (Betrug) bei den Sammelaktionen ist selbstverständlich die Vortäuschung, dass die Sammelnden direkt vom Roten Kreuz seien (siehe dazu auch „Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen“). Das wird vor allem dadurch suggeriert, da diese DRK-Uniformen tragen (siehe Photo) und gleichzeitig NICHT EXPLIZIT KLAR MACHEN, dass sie von einer beauftragten, hausierenden Spendenfirma – in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt – sind. Zwar gibt es schriftliche Hinweise auf die Drückerkolonnen, nur sind diese absichtlich sehr klein und versteckt angebracht. Das REICHT EINDEUTIG NICHT, um den Leuten den kommerziellen Charakter der Sammlungen bewusst zu machen (siehe dazu vergangene TV-Beiträge von Norddeutschem Rundfunk oder Westdeutschem Rundfunk). Zumal man ja gutgläubig reagiert, wenn es um Hilfsorganisationen geht  („Es geht ja um die gute Sache.“/“Hilfsorganisationen kann man sicher vertrauen“) – was im Übrigen eine juristische Beurteilung berücksichtigen müsste. Die Werbenden reden schliesslich, quasi die Täuschung unterstreichend, NICHT unbedingt in der „Wir-„Form („Guten Tag, WIR sind vom Roten Kreuz.“), sondern einfach in der dritten Person („Guten Tag vom Roten Kreuz“). Als würde man als SpenderIn auf solche Spitzfindigkeiten achten! Konkret wird im Beitrag letztendlich eine ältere Frau so in die Irre geführt, bis sie das Doppelte von dem zahlt, was sie eigentlich wollte (siehe dazu auch Einleitung von mir zu „Wesser“-Beitrag). Ganz zum Schluss steht in der tz: „Wie viel der gesammelten Spendengelder tatsächlich der wohltätigen Organisation zugutekommen, konnte die RTL-Reporterin nicht herausfinden.“ Naja, da verweise ich doch gerne auf meine neue Hauptseite „Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen“ .

S T O P P T  D E N  S A M M E L N O N S E N S  E N D L I C H !!!!!!!!!!!!!!!!!!

PS:  Bisheriger Präsident vom DRK war Rudolf Seiters, CDU, der als Ex-Bundesminister beste Beziehungen zu Merkel pflegt. Aber auch seine neue Nachfolgerin hat einen guten Draht zur Macht: Gerda Hasselfeldt, Ex-CSU-Bundesministerin. Wundert sich noch jemand, dass der Nonsens immernoch existiert, bei der Lobby im Rücken der Hilfsorganisationen?

CH: Analyse des NZZ-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 11.1.2018

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

 

Bildergebnis für crazy chugger

Spendensammler im Visier (Photo ist im Fall satirischem Beitrag entnommen; ich will niemandem zum erschiessen animieren, „Zusammenschiss“ reicht)

Schon wieder neuer Artikel der wirtschafts-, bzw. FDP-freundlichen NZZ (Neue Zürcher Zeitung) erschienen, in dem auf die Skandal-Spendensammelfirma Corris eingegangen wird. Man könnte fast meinen, es wäre diejenige grössere Zeitung, auf die man sich beim Thema noch verlassen kann in Sachen Objektivität. Aber tempi passati. Erst letzten Monat hatte sie zwar vernichtenden Beitrag geleistet – notabene(!) in „Kommentar“-Form (siehe Post vom 19.12.2017), im Sinn von „ist ja NUR die Meinung des Verfassers“. Könnte schliesslich „Puff“ geben: So war der ehemalige NZZ-Chefredaktor UND FDP-Nationalrat Willy Bretscher schon von Anfang an im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden Entwicklungshilfeorganisation Helvetas, die im Übrigen bei der Gründung ebenfalls auf den Support von Bundesrat Max Petitpierre zählen durfte, FDP natürlich. Und gibt ja ausserdem auch noch einen „ziemlich“ neuen FDP-Bundesrat, der bisher bei Corris-Kunde „Fairmed“ im Stiftungsrat war: Ignazio Cassis (und natürlich noch ganze Reihe anderer FDP-ParlamentarierInnen bei „Corris & Co.“-Hilfswerken). Schon fertig? Sicher nicht: Bei Swissaid im Stiftungsrat, ebenfalls komplett verfilzte Entwicklungshilfeorganisation, ist auch NZZ-Urgestein Christoph Wehrli. Sage und schreibe 35 Jahre; von 1979 bis 2014, hat dieser den NZZ-Kurs als geschätztes Redaktionsmitglied mitbestimmt. Und da ist auch noch „ein bisschen“ Luzi Bernet, „NZZ am Sonntag“-Chefredaktor, seinerseits im Vorstand des Schweizerischen Roten Kreuzes, welches zwar nicht mit Corris kooperiert – dafür aber mit der Haustürsammelfirma Wesser, die das kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ als erstes in der Schweiz angewandt hat. Man deckt sich unter Hilfswerken, wenn man ähnlich (dubiose) Sammelpraktiken anwendet, versteht sich… 😉

Kann gut sein, dass ich noch ein paar „Exemplare“ vergessen habe (aber sollte ja reichen). Auf jeden Fall: Die NZZ war also veranlasst, schleunigst wieder Gegensteuer zu geben. So heisst es also im aktuellen Beitrag vom 11.1.2018: „Gut eingespielt hat sich nach Auffassung von „Swissfundraising“ die Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen wie Corris. Das Zürcher Unternehmen akquiriert seit einigen Jahren im Auftrag einer Reihe von Hilfswerken Spender. Dass seine zumeist jungen Mitarbeiter mit ihrem offensiven Auftreten den einen oder anderen Passanten verärgern, hält (Swissfundraising-Geschäftsleiter) Tinner für vertretbar. Wer auf einen wichtigen Zweck aufmerksam machen wolle, müsse auch einmal nerven. «Angestellte von Warenhäusern, die Ladenbesuchern Gutscheine in die Hand drücken, verhalten sich auch nicht anders.»“

Herr Tinner weiss, was er sagen muss. Denn Swissfundraising ist nichts anderes als der Landes-Berufsverband der FundraiserInnen, bzw. Profi-SpendensammlerInnen. Und wer ist dort dabei? Sicher mal viele Hilfswerke, die mit Corris & Co. zusammenarbeiten. Aber nicht nur das, auch Corris selbst freilich. Die Skandal-Spendensammelfirma sponsert jeweils sogar Swissfundraising-Events wie z.B. den „Swissfundraising-Tag“ oder den „Swissfundraising Award“ („Dreister“ Blogbetreiber-Kommentar: Vermutlich hat Corris sich diesen schon selbst vergeben). Swissfundraising-Präsident wiederum ist der Medien- und Fundraisingverantwortliche der Caritas; Odilo Noti. Immerhin arbeitet Caritas seit Kurzem nicht mehr mit Corris zusammen. (Kommentar: Bravo – SCHON gemerkt, dass die Kooperation nicht funktioniert). Doch zu früh gefreut, im Caritas Schweiz-Präsidium ist auch Teres Steiger-Graf, die Geschäftsleiterin von COMUNDO, wie Swissaid und Helvetas ein auf Entwicklungshilfe spezialisiertes Hilfwerk… das ebenfalls auf der Corris-Website unter „Kunden“ zu finden ist.

Ups, da habe ich ja gerade noch was ganz Interessantes gefunden, oder zumindest Auffälliges: Die Swissfundraising-Geschäftsstelle fasst sechs Personen (jedenfalls ist das im Internet so dargestellt): Roger Tinner (der von vorhin), zwei mit einem anderen Namen, und dann ein Mario Tinner, eine Katja Tinner und eine Marlène Tinner. Also äh, ich habe das jetzt nicht kontrolliert, aber ist das nicht schon ein bisschen inzestuös? War nur ein Scherz, war nur ein Scherz: Ich glaube nicht, dass auch nur zwei davon miteinander verwandt sind (Swissfundraising-Präsident; eben Caritas-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti, ist übrigens der Mann der Geschäftsleiterin der Hilfswerkkontrollstelle „Zewo“, die den „Corris“-Gugus eigentlich schon lange verbieten müsste – aus „unerklärlichen“ Gründen aber nichts macht).

Die NZZ hatte es ja, wenn’s mir recht ist 2016, geschrieben (natürlich mittels Diagramm belegt): Derjenige Sektor mit der grössten Lobby – oder sagen wir mal einfach der „verfilzteste“ – ist nicht der Bankensektor. Nein, auch nicht die Chemie. Und auch nicht die Bauern. Krankenkassen? Forget it. Nein, es ist der Hilfswerksektor.

Und damit wäre die „Corris“-Tragikomödie um eine Episode reicher – schon gespannt auf die nächste Folge (und i.d.S. sorry, wenn ich’s für einmal etwas übertrieben habe mit „Schwarzem Humor“)?

 

 

CH-Spezialbeitrag zu Mord an „Entwicklungshelfer“: Erneute Scheinermittlungen der Bundesanwaltschaft aufgrund „Entwicklungshelferin“ als Justizministerin?

N E U E  H A U P T S E I T E (Januar 2018)

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Sommaruga in afrikanischem Flüchtlings-Transitzentrum im Oktober 2017

 

„Begangene kriminelle Handlungen innerhalb eines Staatsbetriebs“ werden „wie unter einer ‹Glasglocke› geschützt“, gelangen „nie an die ­Öffentlichkeit“ und werden „nicht geahndet“. Das sagte einer der wenigen mir bekannten, WAHRHAFT INTEGREN Schweizer Polizisten; Peter Mathys, der einen Krimi über die höchst suspekte Einstellung des Justizverfahrens der Zürcher Staatsanwaltschaft gegen einen des sexuellen Kindsmissbrauchs schwer verdächtigten Gerichtspräsidenten, letztes Jahr im Migros-Magazin. „Natürlich gibt es ein übergeordnetes Interesse, der Rechtsstaat muss geschützt werden. Aber hier ging es um den Verdacht mutmasslichen Missbrauchs an Knaben; den zu verfolgen und aufzudecken, ist doch wichtiger als das Ansehen des Staats!“ Da spricht er mir wirklich aus dem Herzen. Wenn solche Taten vom Staat nicht verfolgt und mitunter sogar unter den Tisch gekehrt werden, dann verliert dieser ja langfristig selbst auch und „erst recht“ seine Glaubwürdigkeit – und nicht nur der Täter! Speziell, wenn sich solche Fälle häufen: Der ebenfalls letztes Jahr erst durch ein Buch aufgedeckte Fall „Jürg Jegge“ ist hoffentlich noch in bester Erinnerung. Wobei Jegge, der ehemalige „Lehrer der Nation“, also ein „Staats“-Angestellter, ja sogar noch Gründer einer gemeinnützigen Organisation ist, respektiv der „Stiftung Märtplatz“, eine Ausbildungsstätte für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sein damaliges Missbrauchsopfer, das den Fall endlich ins Rollen brachte; Markus Zangger: „Die Staatsanwaltschaft (Blogbetreiberkommentar: Achtung, wiederum die Staatsanwaltschaft Zürich!) hat nicht sauber abgeklärt.“ Die Mitarbeiter der Stiftung waren nämlich nicht einvernommen worden. Kein Wunder, kam Jegge letztendlich straffrei davon (im Zusammenhang mit sexuellem Kindsmissbrauch sei im Weiteren auch nochmal auf die Vorfälle bei Pro Juventute hingewiesen). Im neu aufgerollten Skandal in der Schweizer Entwicklungshilfe, in den diesmal die DEZA, die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit involviert ist, geht es nicht nur schon wieder um Sex, sondern zusätzlich um Mord. Bislang war mindestens DER ÖFFENTLICHKEIT nicht bekannt, warum DEZA-Projektleiter Walter Arnold 1996 in Madagaskar ermordet wurde, da die ermittelnde Bundesanwaltschaft ANSCHEINEND nichts herausgefunden hatte. Die Ermittlungen wurden 2002 schliesslich eingestellt (Kommentar des Blogbetreibers: Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor!)  nachdem unter anderem drei(!) Zeugen ebenfalls eines gewaltsamen Todes umgekommen waren. Glücklicherweise ermittelten Freunde und Angehörige des ermordeten Entwicklungshelfers auf eigene Faust weiter. Ausgerechnet der Blick, für Topstories immer gut, wenn es nicht um ihn selber geht (siehe Fälle „De Schepper“, bzw. „Corris“), im Dezember letzten Jahres: „Tatsächlich deuten Indizien darauf hin, dass Arnold Opfer eines Komplotts wurde, weil er gravierenden Missständen auf der Spur war. Mitwisser oder Täter könnten aus der Schweiz stammen. Kurz vor seinem Tod deutete Arnold gegenüber Bekannten an, dass er «auf eine grosse Sache» gestossen sei … Recherchen zeigen jetzt erstmals, worum es sich bei der «grossen Sache» handeln könnte. Mehrere direkt involvierte Zeugen aus der Schweiz haben ausgesagt, dass der damalige Vizedirektor der Deza und Verantwortliche für das Hilfsprogramm auf Madagaskar ein Bordell betrieben habe. Mehr noch: Das Stundenhotel soll auch mit Schweizer Entwicklungsgeldern finanziert worden sein.“ Jupeidi und jupeida: Schweizer Justiz live (die ja schon dauer-versagt bzgl. der Skandal-Spendensammelfirma Corris, welche EIGENTLICH beim Sammeln Betrug begeht)  Nun muss man wissen, dass das DEZA stark mit gewissen Entwicklungshilfeorganisationen verbunden ist, wobei vor allem Swissaid und Helvetas genannt seien, die beide überhaupt schon mit tatkräftiger Unterstützung des Bundes entstanden sind – und „natürlich“ auch mit der Corris AG zusammenarbeiten (man hat ja nichts zu fürchten, bei der gigantischen Polit- & Staatslobby im Rücken). So ist denn bspw. ebenfalls ein ehemaliger DEZA-Vizedirektor; Rudolf Dannecker, im Swissaid-Stiftungsrat. So wie es auch bis zu seinem Ableben Serge Chappatte bei Helvetas im Zentralvorstand war – Ex-DEZA-Vizedirektor, selbstverständlich. Bei Swissaid Präsidentin von 2003 bis 2008: Simonetta Sommaruga, bekanntlich heute ausgerechnet Justizministerin. Ich „prophezeie“ mal: Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bzgl. dem Mord an Walter Arnold wird auch dieses Mal wieder im Sand verlaufen. Es sei denn, es wird genügend Druck von Aussen gemacht…

Nachtrag: Ex-DEZA-DIREKTOR Walter Fust ist übrigens durch die „Paradise Papers“ als Geschäftspartner des wegen ungetreuer Geschäftsführung verurteilten Jean-Claude Bastos geoutet worden, welcher über seine Offshorefirma „Capoinvest“ – in dessen Verwaltungsrat auch SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar sass (zur „SBB-Corris-Connection“ siehe auch Post vom 24.9.2017) mit dubiosen Geschäften Millionen und Abermillionen scheffelt.

Vom Spendengeld kommt nichts mehr an: Die wahren Kosten von Spendensammelaktionen (Neue Hauptseite/Januar 2018)

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Spendensammler von UNICEF? Falsch – Angestellter von „Sammelfirma“

 

Wissen Sie eigentlich, dass die Spendensammler und -Sammlerinnen von UNICEF, dem Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen gar nicht von diesen selbst sind? Richtig verstanden: Strassen- und auch Haustürsammlungen werden allermeistens von „Sammelfirmen“ durchgeführt, sogenannten Fundraisingagenturen, die sich von den Non-Profit-Organisationen dafür bezahlen lassen. Liebe Nachbarn aus Deutschland und Österreich, liebe Schweizer Landsleute, raten Sie doch mal, wieviel ein solches Werbeunternehmen pro Tag für eine sammelnde Person bekommt?

Die Schätzungen in der Schweiz bewegen sich meiner Erfahrung nach zwischen 50 und 400 Franken, respektiv gerundet 45 – 340 Euro. Im Schnitt also etwa 230 Franken oder 200 Euro. „Knapp“ daneben: Es sind 850 Franken oder 720 Euro! Wie gesagt pro sammelnde Person und Tag (Sendung „Kassensturz“ im Schweizer Fernsehen). Diese Angabe wurde vom WWF wie auch von Amnesty International öffentlich bestätigt. Und die Marktführerin unter den Sammelfirmen; „Corris“, auf die sich der Betrag bezieht, gab zu Protokoll, dabei handle es sich um „marktübliche“ Preise (Corris ist eng verflochten mit der Agentur DialogDirect, die in Deutschland und Österreich tätig ist).

Es ist offenkundig, dass bei diesen Preisen praktisch nichts mehr von den Gesamtspenden solcher Kampagnen übrigbleibt. Jedenfalls heute, denn die Einnahmen sind im Verlauf der Zeit extrem gesunken: Erstens machen sehr viel weniger Leute mit als früher. Und zweitens bleiben diejenigen, die mitmachen, auch deutlich weniger lange Mitglied. Die Hilfsorganisationen streiten das zwar ab, wie z.B. World Vision die Spenderabnahme vor ca. einem Jahr in der Deutschen WAZ. Doch diese Aussagen lassen sich widerlegen (Post vom 1.12.2016).

Zur Kostenproblematik, aber auch zum noch fundamentaleren ethischen Verstoss, der von den „NON-Profit“-Organisationen bei der Zusammenarbeit mit „Profit“-orientierten Spendenunternehmen begangen wird („Profit mit Non-Profit“), empfehle ich das letztjährige Interview der Oberösterreichischen „KirchenZeitung“ mit mir.

Wie die Skandal-Spendensammelfirma „Corris“ von den grössten Schweizer Medien gedeckt wird – neue Enthüllungen (4.1.2018)

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Spendensammelnde heissen in englischsprachigen Ländern „charity muggers“ (Wohltätigkeits-Strassenräuber)

 

GLAUBEN SIE AN VERSCHWÖRUNGEN? ICH NICHT. ES SEI DENN, DIE FAKTEN SPRECHEN FÜR SICH…

„Grapschende Chefs (bzw. deren Tätlichkeiten) sind … bereits dem Feld der sexuellen Gewalt zuzuordnen und überschreiten damit den Sexismus an sich und müssen als kriminelle Handlungen gewertet und verfolgt werden.“ Das hat niemand anderes als die neue Grünen-Nationalrätin Irène Kälin am 30.11. auf Ihrem Blog im November geschrieben.

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Irène Kälin

Dummerweise ist ihr Freund, Werner De Schepper, Co-Chef der Schweizer Illustrierten und ehemaliger Blick-Chefredaktor (beide Blätter sind dem Ringier Verlag zugegliedert – siehe auch letzten Post von vergangenem Jahr) als genau das geoutet worden: Bedrängungen und Berührungen von Po, Beinen und Brust am Arbeitsplatz waren unter ihm an der Tagesordnung – inkl. der Versuch von Zungenküssen.

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Werner De Schepper

Ups! Geht Kälin jetzt konsequenterweise gegen eigenen Freund vor? Das würde doch ausserordentlich verwundern. Wo wir bei den grünen Moralaposteln sind: Ich habe, z.B. bei Unterschriftensammlungen auf der Strasse, selbst schon mit vielen Grünen-Vertretenden über die Sammelproblematik um die Spendenfirma Corris geredet, welche für ihre „Sammel-Dienstleistung“ von Hilfsorganisationen wie dem WWF und früher auch Greenpeace pro Sammler und Tag 850 Franken(!) einstreicht. Fast immer einhellige Meinung: „Riesensauerei“. Nur machen die Grünen trotzdem nie etwas dagegen. Diese ebenfalls unerträgliche Doppelmoral erstaunt aber auch nicht. In meiner Anfang letzten Jahres erstellten Liste von verfilzten Politikern & Politikerinnen auf Nationalebene (Bundesrat & Parlament) mit „Corris“-Spendenfirmen sind gleich acht „grüne Exemplare“ vorzufinden. Plus natürlich neu eben noch Irène Kälin, Aargauer Vorstandsmitglied des Corris-Kunden „VCS“ (Verkehrsclub der Schweiz).

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Peter Wanner

Aargau? Die Aargauer Zeitung, kurz AZ, gehört zu den vier Zeitungen mit der grössten Auflage im Lande, neben „20 Minuten“, dem „Tagi“ und dem bereits erwähnten „Blick (am Abend)“, der die Corris-Problematik seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent ignoriert (Blick-Verleger Michael Ringier ist im Patronatskomitee der mit Corris zusammenarbeitenden NGO „Reporter ohne Grenzen“, seine Frau Ellen im Stiftungsrat von Pro Juventute, ebenfalls Corris-Kunde). Doch zurück zum Fall „De Schepper“: davon war wie „logischerweise“ im Blick auch in der AZ(!) so gut wie nichts zu lesen. Naja, De Schepper war ja auch dort stellvertretender Chefredaktor. Ich liebe die vorbildlich „unabhängigen“ Schweizer Zeitungen (mir wär’s ja egal, wenn Verstrickungen vorhanden sind – WENN diese keinen Einfluss auf die Berichterstattung HÄTTEN). A propos, wem gehört eigentlich die Aargauer Zeitung? AZ-Verleger ist Peter Wanner, der zweimal für die FDP in den Nationalrat kandidierte. Seine Frau Maja, ebenfalls FDP, war 2001 bis 2012 im Grossen Rat des Kantons Aargau. Auch über den Corris-Skandal ist in der AZ in den letzten paar Jahren selten bis nie was zu lesen gewesen. Könnte es sein, weil sowohl der eben erst zurückgetretene FDP-Bundesrat Didier Burkhalter als auch sein Nachfolger Ignazio Cassis beide mit „Corris-Hilfswerken“ verfilzt sind (Burkhalter ist Botschafter von Pro Juventute, Cassis war bisher im Stiftungsrat von Fairmed)?

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Michael Ringier

„Den Vogel abgeschossen“ haben aber die TAMEDIA-Medien „20 Minuten“ und der „Tages-Anzeiger“. Die TAMEDIA-Medien kann man sowieso vergessen bei dem Thema, da das Medienhaus links-liberal ist (ich habe sage und schreibe 30 SP-ParlamentarierInnen gezählt, die mit Corris oder anderen Sammelfirmen verstrickt sind, plus als „Sahnehäubchen“ Simonetta Sommaruga, Ex-Chefin der Stiftung für Konsumentenschutz sowie Ex-Präsidentin von Swissaid – Corris-Kunden, versteht sich). TAMEDIA-Verleger ist ein gewisser Pietro Supino, der – für Verschwörungstheoretiker – übrigens auch schon an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen hat. Zwar haben beide Blätter den mit Abstand besten Artikel zum Thema der Weltwoche von 2013 bei ihnen erwähnt, aber verharmlosen die Zahlen in den Titeln zu ihren eigenen Zusammenfassungen. Konkret der Tagi: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“, 20 Minuten (das nebenbei von Corris jahrelang für Corris-Stelleninserate bei sich bezahlt wurde…): „Erste Jahresspende geht komplett an Fundraiser“. Das stimmt doch gar nicht!!! Die Weltwoche hatte rausgefunden, dass 1.66 Jahresspenden draufgehen. Wenn schon müsste es also heissen „Fast zwei Jahresspenden“. Noch viel wichtiger aber: Diese Zahl hatte sich auf eine Referenzkampagne von Corris bezogen, also eine Kampagne, die besonders gut gelaufen ist. Bei schlecht laufende Kampagnen hingegen flossen damals schon zweieinhalb Jahresbeiträge(!) an die Fundraisingfirmen. Heute kann es sogar drei Jahresspenden(!) ausmachen (es machen immer weniger Leute mit und bleiben auch weniger lange Mitglied). Im Übrigen hatte ausgerechnet ein Blatt aus dem Haus TAMEDIA selbst, nämlich die SonntagsZeitung bereits 2004 aufgedeckt, dass (Untertitel) „Bis zu zwei volle Jahresspenden“ an Corris gehen. Man bekommt also den Eindruck, die Sammlungen hätten sich im Verlauf der Zeit verbilligt – dabei haben sie sich verteuert! 

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Pietro Supino

Ah ja, wenn wir schon dabei sind (NGO-Politlobby), nochmal ein Verweis auf meinen Post (inkl. publizierter Leserbrief von mir im Landboten) zu Winterthur, eine der wenigen grossen Schweizer Städte, die nicht in „linker“ Hand ist – und deshalb letztes Jahr auch Massnahmen gegen die Sammelpest erwogen hat. Doch die Anstrengungen wurden abgeschmettert, nicht nur von Links, sondern eben auch von der FDP…

Und vielleicht zum Schluss noch: Dem Schweizer Fernsehen (und Radio), dass sogar regelrecht „hoffnungslos“ in die „Affäre Corris“ verfilzt ist (ich hatte ihm noch eine Chance gegeben, das Thema mit mir anzupacken, aber keine Antwort bekommen auf meine Anfrage einer Beitragskooperation) habe ich im Übrigen ja im Herbst letzten Jahres einen ganzen Post „gewidmet“ – ist natürlich gerade jetzt wieder „überaktuell“ (NO BILLAG-Initiative). Ich meine, jede/r, und sei er/sie auch noch so ein SRF-Fan, wird schwer ins Grübeln kommen, wenn er/sie den Post ohne vorgefertigte Meinung liest – so wie es leider bei Vielen aus SP-Kreisen der Fall ist, die dann zu Schwarz-Weiss-Denken tendieren: „Alles, was Links (SP) ist, ist gut/alles, was Rechts (SVP) ist, ist schlecht“. Und Phrasen des sein Unternehmen verteidigenden, erst gerade abgetretenen SRG-Generaldirektors Roger De Weck wie „Hort des (unabhängigen) Qualitätsjournalismus“ erscheinen einem nur noch als blanker Hohn.

 

 

Beitrag zum Jahreswechsel 2017/2018: Schweizer Hilfswerke, an die man mit Vorsicht spenden kann

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Beat Richner

Wie jedermann und -frau ja beim Durchlesen meines Blogs schnell erkennt, kritisiere ich Hilfsorganisationen ja „ziemlich“ stark. Genauer gesagt aber ausdrücklich solche, die mit „Spendensammelfirmen“ zusammenarbeiten – die sehr hohe Beträge dafür einkassieren, was viele Leute nicht wissen (der allergrösste Teil der Spenden fliesst an diese Face-to-Face Fundraisingagenturen). Eine doppelte Sauerei, da hier erstens Eigennutzen plötzlich vor dem (all-)gemeinen Nutzen kommt, und zweitens unehrlich aufgetreten wird. Das ist nicht nur von den Werbeunternehmen inakzeptabel, sondern auch von den Hilfswerken, welche die ethische Verantwortung für die Sammlungen tragen. Zum Jahreswechsel möchte ich nun aber mal einen etwas positiveren Beitrag machen.

An wen kann man denn überhaupt noch spenden? Fast alle bekannten grösseren Non-Profit-Organisationen machen den Stuss ja mit. Mir fallen spontan lediglich zwei Organisationen ein: Die Beat Richner-Stiftung und die Stiftung Lotti Latrous. Schon gemerkt, beide tragen das „Zewo-Gütesiegel“ NICHT! Und sie arbeiten freilich auch nicht mit Strassen- und Haustür-Fundraisingfirmen zusammen. Ich empfehle diese zwei Organisationen übrigens nicht ausdrücklich. Aber ich meine, dass die Personen dahinter so viel Integrität haben/hatten, dass man mindestens ZUM HEUTIGEN ZEITPUNKT nicht ausdrücklich abraten kann, zu spenden, was ich wie gesagt bei sehr vielen anderen grösseren, bekannten Schweizer NGOs tun muss: Im Speziellen beim Roten Kreuz, dem WWF, Amnesty, Pro Infirmis, Pro Juventute, Pro Natura, Stiftung für Konsumentenschutz, Swissaid und Helvetas.

Weltweit zusammenbrechendes Face-to-Face Spendensammelsystem reisst Hilfsorganisationen mit in den Abgrund (20.12.2017)

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Nur gespielt: Penetrant frisch-fröhlicher Strassen-Spendensammler

„Ich erinnere mich aber an die Zeit, als ich auf der Strasse Mitglieder für NGOs angeworben und dabei alle 2 Stunden eine Guarana-Tablette zerkaut habe, um die nötige Aufgedrehtheit für’s Überzeugen zu haben; Abends war ich dann meist so daneben, daß ich ziellos durch die Wohnung tigerte, keinen Gedanken fest halten konnte.“ Das habe ich eben erst von einem langjährigen Spendensammler der Schweizer „Fundraising“-Firma Corris mitbekommen, die für den WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Juventute oder Pro Infirmis auf Strassen oder auch teilweise vor Haustüren Dauerspenden an Mann & Frau zu bringen versucht (und dabei im Tag von den Hilfsorganisationen pro sammelnde Person 850 Franken oder 730 Euro bekommt). Kurz: Nicht mal die Sammelnden (abgesehen von ein paar – wohlgemerkt – ziemlich sonderbaren Spezialfällen) mögen den Job – bei der Spenderschaft sind die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ ja schon seit längerem verhasst. Die einzigen, die es gut finden, sind die Hilfsorganisationen, welchen die lästigen Sammelaktionen abgenommen werden – und natürlich die Spendenfirmenbosse, von denen es mindestens einer, wie ich weiss, durch „das Geschäft mit der guten Sache“ sogar zum Milliardär gebracht hat. Doch das Blatt wendet sich, denn was die Hälfte der Non-Profit-Organisationen in Deutschland selbst dazu gemeint hat(!); nämlich dass solche kommerziellen Sammlungen rufschädigend sind – und zwar für den ganzen Sektor(!) – tritt immer klarer zu Tage. Ein Super GAU lässt sich genauer gesagt gar nicht mehr aufhalten, mindestens für diejenigen Organisationen, die den Nonsens immer noch mitmachen. Das weltweit zusammenbrechende Face-to-Face Spendensammelsystem wird die Hilfsorganisationen mit in den Abgrund reissen – zu recht. Wobei ich darauf hinweisen möchte: Fehler machen ist selbstverständlich nicht verboten. Aber 50 Jahre lang den gleichen fundamentalen Fehler machen, ist schlicht nicht mehr zu verzeihen: Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet seit 1968(!) mit der Haustürsammelfirma „Wesser“ zusammen. Nur kurze Zusammenfassung, was sich in den letzten 24 Stunden so alles ereignet hat – vor allem im Herkunftsland des Face-to-Face Fundraising; resp. eben in Deutschland, wo die Post ja schon seit ca. einer Woche abgeht: Dort musste der Leiter des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI), welches „seriösen“ Hilfsorganisationen ein „Spendensiegel“ verleiht (komischerweise haben auch Organisationen, welche auf Wohltätigkeits-Räuberei setzen, das Spendensiegel); Burkhard Wilke, beim Radio antraben (unter anderem bei „Deutschlandfunk Nova“). Als liesse sich über das DZI eine Lösung in der Sache realisieren. Haben die Radiomacher noch nicht mitbekommen, dass Wilke selbst schon vor Jahren (NDR, 13.9.2010) klarste Stellung („unseriöse Drückermethoden“) zum Thema bezogen hat – und in diesem Sinne allen betroffenen Hilfsorganisationen schon längstens das Spendensiegel HÄTTE entziehen MÜSSEN. Auch interessant der aktuelle, kritische Bericht der Augsburger Allgemeinen: „In Augsburg stieg die Zahl der Infostände, die von der Stadt für Hilfsorganisationen genehmigt wurden, jahrelang an. 2013 waren es nach Auskunft der Stadt noch 165, im vergangenen Jahr 276“. Hier wird der Sammelirrsinn erst so richtig deutlich. Denn die Verkaufszahlen gehen gerade deswegen ja noch mehr zurück, als dass sie es schon jetzt tun: Bis zu 95 Prozent der Gesamtspenden solcher Kampagnen werden inzwischen von den Sammelfirmen „abgezweigt“. Oder mit anderen Worten: Der weltweite Hilfsorganisationssektor fährt mit Schallgeschwindigkeit in eine Mauer – und beschleunigt dabei sogar noch!  Was nicht fehlen darf: Die Stadtverantwortlichen, die zum Schluss des Beitrags natürlich wieder beschwichtigen: Alles halb so schlimm. Verständliche Worte, bei der gigantischen Polit-Lobby der Hilfsorganisationen (siehe auch Beitrag zu Sammelaktionen für Björn Steiger-Stiftung) im Rücken…

 

 

 

NZZ-Kommentar + Analyse des Blogbetreibers zum Thema Corris & Co. vom 19.12.2017

Nach vernichtenden Beiträgen in den deutschen Medien „Die Welt“ und „tz“ (München) ist gut ge“time“t zum kommenden „Heiligabend“ auch in der Schweiz wieder ein kritischer Kommentar in der NZZ zu Corris & Co. (die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“, Sie wissen schon) erschienen. Bevor ich meinen obligaten Senf dazugebe, hier der betreffende Ausschnitt des Beitrages:

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Corris AG-Spendensammlerin beim Abzocken im Namen des Gehörlosenbundes

 

DAS GESCHÄFT DER HILFSWERKE MIT DEM SCHLECHTEN GEWISSEN

Ob Bettelbriefe oder aggressive Strassenkampagnen: Jedes Jahr gehen Hilfsorganisationen mit emotionalen und zuweilen fragwürdigen Tricks auf Spendenfang. Damit untergraben sie ihre eigene Glaubwürdigkeit.

…Vor allem zur Weihnachtszeit hören viele Passanten in Bahnhöfen, Einkaufspassagen und zentralen Plätzen Fragen wie «Haben Sie kurz eine Minute Zeit für die Natur?» oder «Mögen Sie Tiere?» . Sie zwingen damit die Angesprochenen zum Innehalten. Denn wer kann hier schon Nein sagen?

Die Passanten bekommen darauf mitleiderregende Bilder zu sehen, Bilder von abgeholzten Regenwäldern, von zerzausten Tieren in Käfigen, von hungernden Kindern. Diese Fotos werden von überfreundlichen Spendensammlern dargeboten, die damit ihre Argumente so virtuos wie geschickt untermauern. Doch bei diesen jungen, kommunikativen Menschen handelt es sich vielfach nicht um Aktivisten. Sie sind meist angestellt von privaten Fundraising-Unternehmen wie etwa Corris AG, welche im Namen von Hilfswerken wie Caritas oder dem WWF Geld eintreiben und Geld verdienen. Das Ziel ist, die Passanten am Stand dazuzubringen, ein Lastschriftverfahren zu unterschreiben. Das ist lukrativ, da es den Spender zum verlässlichen Zahler macht…

 

„Damit untergraben Sie ihre eigene Glaubwürdigkeit.“ Das ist sicherlich der wichtigste Satz im Beitrag. Ich kann es nur immer wiederholen: Hier wird ein „Von Mensch zu Mensch“-Vertrauensverhältnis zwischen den wohltätigen Organisationen und ihrer Spenderschaft „vorgegaukelt“. Denn die Wohltätigkeits-Strassenräuber sind ja eben gar nicht von „gemeinnützigen Non-Profit-Organisationen“. Sondern gerade andersrum, bzw. komplett widersprüchlich, von „eigennützigen Profit-Organisationen“, im Fachjargon „Fundraisingagenturen“, welche sich – in erster Linie selbstverständlich deren Bosse – damit eine goldene Nase verdienen. Sie betreiben also „Profit mit NON-Profit“, was einer Pervertierung des gemeinnützigen Gedankens gleichkommt: „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“, sozusagen. Corris verrechnet den Hilfsorganisationen pro Wohltätigkeits-Strassenräuber und Tag 850 Franken oder 730 Euro. Was gegenwärtig umgerechnet gegen drei Jahresspenden(!) ausmacht, die von jeder Mitgliedschaft quasi „abgezweigt“ werden. Vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende (womit viele Organisationen die Öffentlichkeit noch heute belügen), die „draufging“. Doch das stimmt längstens nicht mehr, da immer weniger Leute mitmachen und auch ihre Mitgliedschaft heute viel eher kündigen. D.h. immer mehr Spendengeld fliesst ab (diese Zahlen gelten übrigens weitgehend international, bzw. überall ist die rückläufige Entwicklung in etwa gleich). Und um zum Schluss auch wieder mal darauf aufmerksam zu machen: Corris-Besitzer Gerhard Friesacher hat sich mit einem Teil der Millionen, die er mit Corris gemacht hat, inzwischen ein zweites Standbein aufgebaut; die Ladenkette „Changemaker“, welche „stylishe“ und nachhaltige (so wird es mindestens gesagt) Produkte verkauft. Friesacher, „ein knallharter Geschäftsmann“, wie mir ein langjähriger Corris-Sammler erst kürzlich bestätigt hat, weiss eben, wie man Business macht – gerade in der Weihnachtszeit…

 

Ah ja, hier noch der Link zum NZZ-Artikel: https://www.nzz.ch/meinung/das-geschaeft-der-hilfswerke-mit-dem-schlechten-gewissen-ld.1339739

Kollaps des weltweiten Hilfsorganisationssektors durch „Face-to-Face“ Spendensammelskandal: Finaler Shitstorm „dank“ der Caritas!? (18.12.2017)

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Spendensammelteam wird auf Betteltour herumgekarrt

 

Die Wut der weltweiten Spenderschaft über an Werbefirmen ausgelagerte Haustür- & Strassen-Spendensammlungen kanalisiert sich zunehmend auf deren Urheber:  Das Deutsche Rote Kreuz und deren Partnerfirma „Wesser“, die als erstes ein Geschäft aus solchen Sammlungen gemacht hat. Für eine massive Verstärkung der Kritik sorgt nun aber auch noch eine andere Hilfsorganisation – die grösste Deutschlands.  

„Die Welt“ hat vor paar Tagen vorgelegt mit gleich drei Artikeln zur modernen Wohltätigkeits-Räuberei (siehe erster, generell gehaltener Beitrag inkl. Analyse sowie Analyse der zwei Rotes Kreuz-Beiträge). Die Müncher „tz“ sorgt nun für Aufrechterhaltung des Drucks mit einem weiteren Beitrag zur Wesser GmbH, die auch mit den Not- und Rettungsdienst anbietenden Johannitern zusammenarbeitet (auch die anderen zwei Organisationen in diesem Bereich, respektiv der ASB und die Malteser schwören schon seit Jahrzehnten auf in Deutschland unter dem Sammelbegriff „Drückerkolonnen“ bekannte, kommerzielle „Spendensammel-Gangs“. Die Vorwürfe über inakzeptable Anwerbemethoden (z.B. versteckte Androhung, man würde womöglich bei einem Notfall nicht abgeholt werden) sind ja immer etwa die gleichen. Spannenderweise mischt nun aber auch die Caritas, die grösste deutsche Hilfsorganisation, bei der Kritik mit – Caritas Österreich hatte schon Anfang Jahr den ersten Schritt gemacht. Der Münchner Caritas-Chef Norbert Huber: „Wir können es uns nicht leisten, die Menschen zu verprellen.“ Caritas Deutschland scheint endlich – sprich: leider viel zu spät – begriffen zu haben, dass dieses perfide Sammelsystem den ganzen Hilfsorganisationsbereich kaputt macht, da ganz generell das Vertrauen der Spenderschaft dadurch zerstört wird (siehe Interview mit Blogbetreiber in „Die Stimme“/Heilbronn). Auch  Deutsche Caritas-Verbände hatten, mindestens teilweise, vor vielen Jahren mit kommerziellem Face-to-Face Fundraising experimentiert, aber nach schlechten Erfahrungen den Versuch bald wieder abgebrochen. Vielleicht hat sich Caritas Deutschland erst jetzt zur Kritikunterstützung entschieden, da Caritas Schweiz wiederum bis vor Kurzem selbst noch bei einer Sammelfirma Kunde war(!); der berüchtigten Schweizer „Corris AG“. UND Caritas Schweiz-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti – der zu allem Übel auch noch als Präsident des Schweizerischen FundraiserInnen-Berufsverbandes „Swissfundraising“ fungiert – ausgerechnet der Mann von Martina Ziegerer ist, der Geschäftsleiterin der Schweizer Hilfsorganisations-Kontrollstelle „Zewo“ (Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen): F-I-L-Z!!! Solche NGO-Kontrollinstitutionen hätten ja schon vor Jahrzehnten gegen den Sammelnonsens vorgehen sollen; z.B. ganz einfach mittels Spendensiegel-Entzug. Hiermit ist also beantwortet, warum das nie geschehen ist. Die Zewo-Verfilzung betrifft nämlich bis zu einem gewissen Grad auch andere nationale Kontrollstellen dieser Art, wie z.B. das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen „DZI“ oder das „Österreichische Spendengütesiegel“. Präsidentin des ICFO (International Committee on Fundraising Organizations), des internationalen Dachverbandes solcher Kontrollstellen, ist nämlich ebenfalls Martina Ziegerer; die Chefin der Schweizer Zewo…

Weltweiter Kollaps des „Face-to-Face“ Spendensammelsystems: Hilfsorganisationen zerfleischen sich gegenseitig! (14.12.2017)

Hilfsorganisations-Spendensammlungen vor Haustüren oder auf Strassen werden in der Regel von beauftragten, kommerziellen „Sammelfirmen“ durchgeführt, die heute gegen 3 Jahresspenden jedes spendenden Mitglieds selbst einstecken. Der Blogbetreiber lebt seit über 3 Jahren auf der Strasse, um sich dem Kampf gegen solche „Wohltätigkeits-Räuberei“ vollends widmen zu können. 

Greenpeace Österreich (macht Aktionen nun im Gegensatz zu bspw. englischer Sektion selbst) liess als erstes kommerzielle Strassensammlungen durchführen

 

Durch verhasste kommerzielle Strassenspendensammlungen selbst unter Druck geratene Hilfsorganisationen fallen schwächelndem Deutschen Roten Kreuz in den Rücken, welches als erste Hilfsorganisation auf die Zusammenarbeit mit solchen Spendensammelfirmen setzte. In Wahrheit sind die anfänglichen Haustürsammlungen aber nur geringfügig schlimmer als von Fundraisingagenturen ausgeführte, „kopierte“ Strassensammlungen. Der „Vatermord“ wird auf die Intrigierenden zurückfallen.

Heute ist schon wieder verheerender Beitrag von „Die Welt“ erschienen zu Spendensammel-Quälgeistern. Und man hat sich offenbar aufs Rote Kreuz „eingeschossen“, denn schon vor paar Tagen ist zu generell vernichtendem Artikel zu Haustürsammlungen ein zweiter, speziell dem Roten Kreuz „gewidmeter“, erschienen. Im Prinzip keine schlechte Wahl: Das Deutsche Rote Kreuz war weltweit die erste Hilfsorganisation, die, was im Übrigen nur mit endloser Arroganz erklärbar ist (unter anderem als mehrmaliger Friedensnobelpreisträger), auf Spendensammelfirmen gesetzt hat. Und diese Haustürsammlungen, mit welchen 1968 die beauftragte Firma „Wesser“ begann, auch in den Jahrzehnten danach gegen alle Widerstände durchgeboxt hat. Nur kann sie das nun nicht mehr, denn die „Klinkenputz-Ganoven“ sind inzwischen so verhasst, dass Pro-Argumente von der Öffentlichkeit gar nicht mehr ernst genommen werden. Das Dumme ist einfach: Die im ersten Rotkreuz-Artikel erwähnten, Haustürfundraising kritisierenden Strassensammel-Werbefirmen sind ja gar nicht viel besser! Die zwei fundamentalen ethischen Verstösse sind sowohl bei Haustür- als auch Strassensammelkooperationen von „Non-Profit“-Organisationen mit „profit“-orientierten Agenturen dieselben: Erstens wird hier völlig unzulässig „Profit“ mit „Non-Profit“ betrieben und zweitens wird bei den Sammlungen nicht wirklich transparent gemacht, dass dahinter eben profit-orientierte Agenturen stecken. Aber zurück zu den Street-Fundraising Agenturen im Beitrag, namentlich „DialogDirect“, „talk2move“ und „Hello“ (der „Hello“-Chef war davor bei talk2move), die unter anderem für den Bund für Umwelt und Naturschutz („BUND“), die „UNO-Flüchtlingshilfe“, „World Vision“, „Menschen für Menschen“, „SOS Kinderdorf“, „CARE“, „WWF“ oder „Amnesty International“ Leute auf der Strasse belästigen und sicherlich auf deren einflussreiches Netzwerk beim „Rotes Kreuz-Bashing“ zählen dürfen. So heisst es dann etwa: „Dabei gilt diese Methode bei professionellen Spendensammlern als Schmuddelkind. Drei große Fundraising-Agenturen, Dialog Direct, talk2move und Hello, erklären auf Anfrage übereinstimmend: Haustürwerbung böten sie aus Prinzip nicht an. Klinken putzen, sagt einer der Manager von talk2move, empfinde man als Grenzüberschreitung, als Eindringen in die Privatsphäre potenzieller Spender.“ Uiuiuiuiui, da lehnen sich die drei Agenturen aber „bis zu den Fussspitzen“ aus dem Fenster. Denn: Der anfängliche DialogDirect-Oberboss Franz Wissmann war vorher selbst lange bei Wesser, wie auch talk2move-Boss Robert Hatwagner für eine gewisse Zeit. Hatwagner ist in seinen besten Zeiten als Sammler auf Monatslöhne von um die 12’000 Mark gekommen (zu jener Zeit machten noch um ein Vielfaches mehr Leute mit als heute, womit aussergewöhnlich hohe Provisionen erzielt werden konnten). Mit diesem Kapital haben sich Wissmann und Hatwagner dann ihre eigenen Agenturen aufgebaut. DialogDirect machte ausserdem am Anfang erst selbst Haustürsammlungen(!); in Österreich für Greenpeace. Nur weil dann DialogDirect-Mann Andreas Leitner, der zuvor ebenfalls bei Wesser war(!), auf die „glorreiche“ Idee kam, dasselbe Sammelprinzip doch einfach mal auf der Strasse auszuprobieren und man anfangs damit bessere Zahlen rausholte als mit Haustürsammlungen, wurde auf die Strasse gewechselt. Hatwagner wiederum musste mit talk2move regelrecht aus Österreich „flüchten“. Und zwar nicht wegen Haustür-, sondern Strassensammlungen! Denn er hatte zwecks noch grösserer Umsätze seine Sammelgangs derart unter Druck gesetzt, dass in der Folge ein Shitstorm sondergleichen auf talk2move niederprasselte, und man sich entschied, nach Deutschland abzuwandern.

Also ich glaube, ich kann ab jetzt ein bisschen zurücklehnen mit kritische Einträge zum Thema verfassen. Denn der neue, im Potential länderübergreifende, sprich: viel grössere Shitstorm  als der damalige, auf das kleine Österreich beschränkte, der witzigerweise nun sogar teilweise von den Strassensammelfreaks selbst mitentfacht wurde, wird diese schlussendlich selbst niedermähen – wetten? Und ich meine: Auch die Hilfsorganisationen, die mit Strassensammelfirmen kooperieren, werden ihr Fett wegkriegen – mehr, als ihnen lieb ist…

TOP!-Beitrag der deutschen „Welt“: Vorsicht vor „Drückermethoden“ der Spendensammler an der Haustür – inkl. Analyse (10.12.2017)

Top-Beitrag der deutschen „Welt“ zu kommerziellen Wohltätigkeits-Haustürräubern (in Deutschland „Drückerkolonnen“ genannt) im Auftrag von Hilfsorganisationen. Ein Satz allerdings – gerade zu Beginn – stösst mir mehr als sauer auf: „Schuld (an unangenehmen Erfahrungen mit Spendensammlern) ist ein System, das Verbraucherschützer und Politiker alarmiert.“ Kompletter Quatsch: Auch der Deutsche Verbraucherschutz hat sich jahrzehntelang viel zu stark zurückgehalten mit Kritik an diesem Sammelsystem (ich bin selbst vor paar Jahren mit einer sehr sorgfältig ausgearbeiteten Reklamation an diesen nicht durchgedrungen). Und die Politik (die teilweise mit dem Verbraucherschutz verlinkt ist) hat sogar – gerade andersrum(!) – lange Zeit für dieses perfide Sammelsystem lobbyiert!!!  Meine Analyse des Beitrags habe ich übrigens jeweils den Abschnitten in roter Schrägschrift und in Klammern beigefügt (es versteht sich im Übrigens von selbst, dass die beherzte Reaktion von Verbraucherschutz und Politik viel zu spät kommt; der Schaden wird sich nicht mehr beheben lassen).

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Haustür-Spendensammler von „Drückerkolonnen“ (Spendensammelfirmen) geben sich illegal als Hilfsorganisationsangestellte oder sogar Ehrenamtliche aus

 

„Plötzlich war der Fuß in der Tür“: In der Vorweihnachtszeit machen viele Deutsche unangenehme Erfahrungen mit Spendensammlern. Schuld ist ein System, das Verbraucherschützer und Politiker alarmiert.

Zur Vorweihnachtszeit sind bundesweit professionelle Spendensammler unterwegs, um neue Mitglieder anzuwerben – im Auftrag wohltätiger Organisationen wie des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsbunds, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Arbeiter-Samariter-Bunds. Von Verbraucherschützern und aus der Politik kommt nun Kritik am Vorgehen der Organisationen. Sie entlohnen die von ihnen beauftragten Agenturen offenbar häufig ausschließlich über erfolgsabhängige Provisionen. Auch die Honorarkräfte an den Haustüren bekommen nur dann Geld, wenn sie neue Mitgliederverträge abschließen (Analyse: Wenn das tatsächlich immernoch so ist, bzw. das neue Mindestlohngesetz übergangen wird, ist das natürlich noch ein Skandal mehr).

Die Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, sagte der WELT AM SONNTAG: „Wenn man Mitglieder an Haustüren anwirbt, muss sichergestellt sein, dass für die Mitarbeiter dieser Fundraising-Agenturen der Mindestlohn eingehalten wird.“ (Analyse: Ist übrigens nicht nur in Deutschland zu bemängeln, in Australien wurde vor noch nicht allzu langer Zeit über eine zweistellige Millionenklage von unterbezahlten „Drückern“ berichtet).

Erfolgsabhängige Honorare könnten sonst schnell zu „Drückermethoden“ an den Haustüren führen, wie der Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg, Michael Knobloch, der WELT AM SONNTAG sagte. „Bei diesem Geschäftsmodell kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Provisionsinteresse der Werber im Vordergrund steht und versucht wird, Verbraucher in Verträge zu drängen.“ (Analyse: Dass das Provisionsinteresse oft im Vordergrund steht, ist doch aus der Vergangenheit bereits hunderttausendfach belegt (auch in der Schweiz) – trotzdem hat der Staat nie etwas gegen diese Sammelzusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen und Drückerkolonnen  unternommen).

Einige Spendensammler pochen beispielsweise auf sofortige Unterschrift von Mitgliedsbeiträgen, manchmal schüren sie bei den oft älteren potenziellen Neumitgliedern, die tagsüber die Türen öffnen, auch Ängste. Zum Beispiel: Ohne die Spende sei der Rettungsdienst im Ortsteil vielleicht bald nicht mehr gewährleistet. (Analyse: Was „eigentlich“ widerrechtlich wäre, bzw. „Nötigung“).

Das gibt etwa ein Kreisverbandschef des Deutschen Roten Kreuzes zu, Eckart Fuchs aus Ulm. „Wir bekommen dann Anrufe von Bürgern, dass ein Fuß in der Tür stand. Oder dass der Werber sagte, es handele sich um eine einmalige Spende anstatt um eine Dauermitgliedschaft.“ Sein Kreisverband habe deshalb sogar schon einmal eine Haustüraktion gestoppt und die Zusammenarbeit mit der Agentur beendet. (Analyse: Jämmerliche Heuchelei: Das Deutsche Rote Kreuz macht diese Kooperation am längsten, nicht nur in Deutschland, sondern sogar weltweit – und tut jetzt so, als hätte es schon seit jeher unglaublich viel für eine Verbesserung der Situation unternommen.)

Werber treten in Sanitäter-Uniform auf

Hilfsorganisationen, die Rettungsdienste organisieren, nutzen den Recherchen der WELT AM SONNTAG zufolge die Haustürmethode deutlich häufiger als andere gemeinnützige Vereine. Bei den Maltesern werden drei von vier neuen Mitgliedern auf diese Weise angeworben, beim Deutschen Roten Kreuz sind es in manchen Kreisverbänden sogar noch mehr. Häufig treten die Werber in Sanitäter-Uniform auf – obwohl sie keine Rettungskräfte, sondern Honorarkräfte im Auftrag von Subunternehmen sind. (Analyse: Ein Fall von „arglistiger Täuschung“, da so der Eindruck entsteht, es wären Rettungsprofis der Hilfsorganisationen selbst, juristisch gesehen ebenfalls eine Straftat – was ein äusserst schiefes Licht auf Staatsanwaltschaft wirft, die schon längstens hätte dagegen vorgehen sollen). 

Deren Arbeit müssen neue Fördermitglieder von ihren Spenden bezahlen, was sie jedoch häufig nicht erfahren. „Im Schnitt geht der erste Jahresbeitrag eines neuen Fördermitglieds, das an der Haustür angeworben wurde, für das Honorar der beauftragten Agentur drauf“, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), bei dem sich wohltätige Organisationen für ethisch korrektes Spendensammeln zertifizieren lassen können. (Analyse: Falsch, ÖKO-Test hatte bereits 2002 aufgedeckt, dass es 1-3(!) Jahresbeiträge sind, bzw. genauer gesagt waren es damals noch mehrheitlich 1-2 Jahresbeiträge, während heute aufgrund der stetigen Verteuerung (es machen immer weniger Leute mit) gegen 3 Jahresspenden draufgehen).

Um Drückermethoden und Verstöße gegen das Mindestlohngesetz zu vermeiden, sieht das Spendensiegel des DZI vor, dass mindestens die Hälfte des Honorars für die Agenturen ein Fixgehalt sein muss. Doch weder die Malteser noch der Arbeiter-Samariter-Bund haben dieses Siegel. Beim Deutschen Roten Kreuz – mit 164.500 Mitarbeitern und mehr als 400.000 Ehrenamtlichen ein Riese in der Wohlfahrtsbranche – trägt nur der Bundesverband das Gütesiegel. Die Aufträge an die Spendensammelagenturen erteilen jedoch die knapp 500 Kreisverbände, die sich an die ethischen Maßgaben nicht halten müssen. (Analyse: Auch wenn die zwei erwähnten Rettungs- und Notdienstorganisationen das DZI-Spendensiegel hätten, würde es nichts nützen, da die Hilfsorganisationen durch Einflussnahme das DZI als „Lobbyorganisation“ missbrauchen).

 

NEWS zum durch Wohltätigkeits-Strassenräuber ausgelösten, weltweiten Kollaps des Hilfsorganisationssektors (Dezember 2017)

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Wohltätigkeits-Strassenräuberin: Eigennützige Uneigennützigkeit

 

Ich hatte es schon lange (und zugegebenerweise auf ein zu frühes Datum hin) prophezeit, aber nun ist es definitiv soweit. Der weltweite Hilfsorganisationssektor ist am kollabieren – um gleich anzufügen: WIE LANGE dieser schrittweise Zusammenbruch letztendlich dauern wird, kann ich auch nicht sagen. Aber die Glaubwürdigkeit ist weg. So haben erst gerade die Schweizer Hilfswerke zugegeben, dass dieses Jahr erstmals ein Spendenrückgang zu konstantieren ist, ein paar Tage gefolgt von der Wiener Caritas, die stellvertretend für den gesamten österreichischen Non-Profit-Sektor ebenfalls öffentlich einen in der neueren Zeit erstmaligen Spendenrückgang beklagt. Der Hauptgrund für den Glaubwürdigkeitsverlust sind mit Sicherheit die Wohltätigkeits-Strassenräuber („charity muggers“) kommerzieller „Sammelfirmen“. Gemeint sind damit natürlich die Sammlungen für Fördermitgliedschaften auf Strassen und freilich auch vor Haustüren, bei denen ein „Von Mensch zu Mensch“-Vertrauensverhältnis zwischen den wohltätigen Organisationen und ihrer Spenderschaft „vorgegaukelt“ wird. Denn die Wohltätigkeits-Strassenräuber sind ja eben gar nicht von „gemeinnützigen Non-Profit-Organisationen“, sondern gerade andersrum von „eigennützigen Profit-Organisationen“, im Fachjargon Fundraisingagenturen, die sich – vor allem deren Bosse selbstverständlich – eine goldene Nase verdienen: Die Schweizer Corris AG verrechnet den Hilfsorganisationen pro Wohltätigkeits-Strassenräuber und Tag 850 Franken oder 730 Euro. Was heute umgerechnet gegen drei Jahresspenden(!) ausmacht, die von jeder Mitgliedschaft quasi „abgezweigt“ werden – vor 20 Jahren waren es bei Strassensammlungen noch eine Jahresspende (diese Zahlen gelten übrigens weitgehend international, bzw. überall ist die rückläufige Entwicklung in etwa gleich). Respektiv: Es geht immer mehr Spendengeld drauf, da das Verhältnis der fixen (Kampagnen-)Kosten zu den sinkenden(Spenden-)Erträgen sich stetig verschlechtert. Denn es machen konstant weniger Leute mit. Und sie bleiben auch weniger lange Mitglied (Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria im Branchenmagazin „Fundraiser“, Ausgabe Nr. 5/2012: „Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind die Responseraten gesunken und die Stornoquoten gestiegen.“). Umso schlimmer für die Glaubwürdigkeit des Non-Profit-Sektors, dass auch heute – man muss sogar sagen: heute erst recht(!) – von den Nicht-Regierungs-Organisationen trotzdem ständig falsche oder nicht mehr aktuelle Zahlen herausgegeben werden. In der grössten Regionalzeitung Deutschlands etwa, der WAZ (deckt gesamten Ruhrpott ab), erschien Ende letzten Jahres ein Beitrag, wo World Vision immernoch von einem Jahresbeitrag spricht, der abfliesst! Noch schlimmer aber das Lügenkonstrukt des WWF. Ich gebe nämlich im Beitrag ein Statement ab, das die WAZ sogleich kommentiert: „… Während ein Dialoger (Anmerkung: Wohltätigkeits-Strassenräuber) laut Brutschin vor 20 Jahren noch rund acht Spender pro Tag anwerben konnte, seien es heute bloss noch zwei bis vier … Dementsprechend befürchten Kritiker, dass der größere Teil der Spendensumme bei den Agenturen landet – und eben nicht da ankommt, wo sie ankommen sollte…“ Der WWF entgegnet nun im selben Beitrag, dass dieser Kostenanteil an den Spenden lediglich „zwölf Prozent“ betrage! Was die WAZ nicht erwähnt, ist, dass sich diese WWF-Aussage als falsch belegen lässt: 2008 hatte William T. Markham in seinem wissenschaftlich-fundierten Buch über Umwelt-Organisationen in Deutschland bereits erwähnt, dass die Agenturen den grössten Teil der Mitgliedschaft bekommen. Und heute ist dieser Teil ja sogar noch grösser geworden! Oder im Umkehrschluss: Es kommt, wohlgemerkt der WWF-Aussage diametral widersprechend, d. h. gerade im Gegenteil(!) praktisch nichts mehr vom Spendengeld bei den gemeinnützigen Organisationen an.

Spenden gleich hoch wie Werbeausgaben: Haustür- & Strassensammlungen mutieren zum Nullsummenspiel für Hilfsorganisationen (2.12.2017)

Filz: Schweizer Verbraucherschutz arbeitet selbst mit Sammelfirma zusammen

Habe gerade schräge Geschichte aus England mitbekommen. Ein Security-Mann schob dort jüngst vor dem Ladeneingang einer Warenhauskette Wache, wo zufälligerweise auch gerade eine Spendensammel-Gang – in Deutschland sagt man bekanntlich „Drückerkolonnen“/in Österreich „Spendenkeiler“ – einer Spenden-Werbefirma (Fundraisingagentur) herumräuberte. Nun hatte der Security aber vermutlich von einem Freund, der in einer Hilfsorganisations-Geschäftsleitung arbeitet, erfahren, dass die Spendensammlungen auf den Strassen/vor Haustüren gar nicht mehr rentieren, bzw. die fixen Kampagnenausgaben der Hilfsorganisationen die schwindenden Spendeneinnahmen inzwischen praktisch „auffressen“; es machen schliesslich massiv weniger Leute mit, und sie bleiben auch weniger lange Mitglied! Er hat also sämtliche Angesprochenen, die von den „Wohltätigkeits-Strassenräubern“ angefallen wurden – welche ja eben gar nicht von den wohltätigen Organisationen, sondern von „Sammelfirmen“ sind, die sich mit den Aktionen dumm und dämlich verdienen – darüber aufgeklärt, dass i.d.S. nur 1 Prozent der Spenden „ankomme“ (natürlich wird das in der Öffentlichkeit unter dem Deckel gehalten, respektiv: Es werden sogar öfters falsche Zahlen herausgegeben – nicht nur in England…)! Tatsächlich sind die Aktionen in England in Wahrheit schon jetzt teilweise zum „Nullsummenspiel“ verkommen. Unter anderem deswegen haben in den letzten paar Jahren auch eine zweistellige Zahl von Werbeagenturen schliessen müssen. Aber auch in den deutschsprachigen Ländern ist man SEHR nahe an diesem Punkt (von einem ethischen Standpunkt gesehen hat die Kooperation ja sowieso nie Sinn gemacht, da hier „Profit mit Non-Profit“ betrieben wird). So hat eine der vier Organisationen in Deutschland, dem „Urland“ des Face-to-Face Fundraisings (angefangen wurde mit Haustürsammlungen), die am längsten mit Drückerkolonnen kooperieren und alle im Rettungs- und Notdienstbereich tätig sind, namentlich das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter und die Malteser, bzw. letztere, vor Kurzem angefangen, die Kampagnen zumindest teilweise selbst durchzuführen (über interne „SeniorenberaterInnen“). Diese Massnahme ist zweifellos aus einer absoluten Notsituation entstanden. Denn obwohl die Eigendurchführung solcher Aktionen nicht nur möglich, sondern mindestens auf der Strasse durchaus ethisch vertretbar wäre (Haustürsammlungen sind meiner Meinung nach so oder so zu heikel), haben alle vier dieser Haupttäterinnen unter den Hilfsorganisationen ausser einem jämmerlichen Versuch des DRK(*), wenn’s mir recht ist in den 90-er Jahren, nie eine Anstrengung unternommen, die Aktionen selbst zu machen (inzwischen haben die vier „wohltätigen Organisationen“ ja auch noch andere Einnahmequelle gefunden in Form von Steuergeldern für überteuerte Flüchtlingsunterkünfte).

Hamburg: 900 Millionen Euro für Flüchtlinge (Hamburger Abendblatt, 2.12.2017)

Strassensammlungen werden im Übrigen immerhin von ein paar wenigen Organisationen eigens durchgeführt (z.B. von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, Amnesty & WWF in Österreich oder Save the Children in der Schweiz, wobei aber alle diese Organisationen in anderen Ländern dann trotzdem wieder mit kommerziellen Wohltätigkeits-Strassenräubern kooperieren). Ausserdem möchte  ich zum Schluss anmerken: Wie auch immer; es ist eine Bereinigung im Non-Profit-Sektor im Sinne einer Verkleinerung von Nöten, denn er ist schlicht und einfach zu gross.

Weiterer neuer empfehlenswerter Beitrag: „Fundraisingagenturen begehen juristisch gesehen Betrug – warum die Justiz nicht aktiv wird“ – siehe auch „Eine Sauerei“ (Medienbeitrag des Blogbetreibers in KONSUMER-Magazin vom Juni 2017)  

* Aus „Drücker in Uniform“ von Mike Redhorn (Redhorn braucht das Pseudonym „Black Point“ für „Rotes Kreuz“): „Die Erträge waren ständig gesunken, da mittlerweile zu viele Hilfsverbände sich gegenseitig die Mitglieder abjagten … Zudem hatte der Bundesverband vom Hilfsbund Black Point eine eigene Werbefirma gegründet … um sich von „unlauteren Drückermethoden von dubiosen Werbekolonnen“ abzugrenzen … Ich bewarb mich bei der neugegründeten Black Point-eigenen Werbefirma, die überregional in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz für weiteren Mitgliederzuwachs mit Hilfe von Drückerkolonnen sorgen sollte … Ich traf den sogenannten „Organisationsleiter“ der Werbefirma vom Black Point, Herrn Karl Maus … Wir wohnten zentral in Oldenburg, wurden dort gut und preiswert in einem Hotel untergebracht. Fantastisches Frühstück, eine erstklassige Küche und charmanter Service: Wir waren rundum zufrieden …
… Die Presse wurde eingeschaltet … Herr Maus kam pünktlich. Eilig wies er uns an, zurückhaltend zu sein, da er die grösste Presseerfahrung hätte. „Mit den Burschen von der Presse kann ich umgehen, den Kerl seif‘ ich schon ein!“ Der Pressevertreter, ein jüngerer Mann in Begleitung einer Fotografin eröffnete mit ernster Miene, dass er von einer Bewohnerin angerufen worden wäre, „es wären schlimmste Drücker unterwegs, und so was will man hier auf dem Lande überhaupt nicht!“ Herr Maus konterte sofort mit charmantem Lächeln: „Wo sehen Sie hier einen Drücker?“ Er erzählte, dass wir alle „feste“ Mitarbeiter wären, ordentliche Mitarbeiter der Black Point-eigenen Werbefirma, geschult in allen sozialen Bereichen, die niemals „drücken“ würden. „Die Leute hier geben sich auch mit einem Schulterklopfen zufrieden, wenn sie erfolgreich waren!“ Der Mann log mit einem umwerfenden Charme, absolut glaubhaft, dabei lebte er selber von Provisionen! Wir fielen fast vom Stuhl. Genauso stand es am nächsten Tag in der Zeitung. Karl Maus kam strahlend in unser Hotel … Dann wies er uns an … „Den Artikel an der Haustür vorzeigen ist wichtiger als der Black Point-Ausweis!“ … Ich schrieb, auch mit Hilfe des Zeitungsartikels, ganze Dörfer komplett auf. Ein Dorf mit sechzig Häusern und Gehöften brachte zum Beispiel 57 neue Mitglieder … Es war sagenhaft … Es kam sogar einmal ein „Beschwerdeanruf“ einer älteren Dame, dass ich bei der Nachbarin gewesen, sie aber ausgelassen und nicht geklingelt hätte … Karl Maus, der Organisationsleiter der Black Point-eigenen Werbefirma hatte sich bei mir in der Zwischenzeit immer unbeliebter gemacht … Merkwürdigerweise waren genug Leute vorhanden, um seiner Ehefrau, die nach eigenen Aussagen „durch Haushalt und Kinder eigentlich kaum Zeit hatte“, gleich mehrere Gruppen zuzuschanzen, für die sie viele Tausender monatlich an Superprovision verdiente. Auch andere Familienmitglieder, wie Bruder und Schwager, wurden mit eigenen Werbegruppen und erfolgsversprechenden „Gebieten“ bedacht. Dass Frau Maus anlässlich einer Weihnachtsfeier sogar einen wertvollen Preis für höchste Gruppenumsätze bekommen konnte, ist bezeichnend für den beim Black Point und auch anderen grossen Hilfsorganisationen oft vorhandenen Filz … Es hatte mit der Black Point-eigenen Werbefirma so hoffnungsvoll begonnen. Doch wieder kam Frust auf… Die Werbung in der Black Point-eigenen Agentur war das Unsozialste, was ich je kennengelernt hatte …“

 

Weltweiter „Kollaps in Raten“ des Hilfsorganisationssektors hat nun auch „offiziell“ begonnen (letzte Aktualisierung: 29.11.2017)

„Spendenclowns“ der von Hilfsorganisationen beauftragten „Sammelfirmen“ haben entscheidend zur verlorenen Glaubwürdigkeit des NGO-Sektors beigetragen

 

Aha, sogar im verfilzten Schweizer (Hilfswerk-)Lande geben NGOs und ihre Helfershelfer wie die scheinbar unabhängige NGO-Zertifizierungsstelle „Zewo“ (der Mann der Zewo-Chefin ist bei der Caritas) endlich zu, dass die Spenden rückläufig sind – zwar noch zaghaft, aber immerhin. Bisher wurde so getan, als sei alles in bester Ordnung, respektiv: Die Öffentlichkeit wurde zum Narren gehalten. Dies, weil man sich vor einer Verstärkung der Abwärtsspirale fürchtete. Und Kontrollstelle, Justiz und auch Medien über das gigantische Beziehungsnetz („Politlobby“) instrumentalisiert hat. So hatte der Tages-Anzeiger selbst, der erst jetzt mit untenstehendem Beitrag vom 23.11.2017 für Klarheit sorgt, bspw. 2013 in einem Beitrag über die Spendensammelfirma Corris (die Spendenclowns auf Strassen und vor Haustüren) im Titel noch geschrieben: „Die erste Jahresspende geht an die Sammelfirma“. Tatsächlich waren es schon damals um die zwei Jahresspenden (denn da die Sammelfirmen bei gleichzeitig rückläufigen Spendeneinnahmen den Hilfswerken Fixpreise berechnen, bzw. 850 Franken oder 730 Euro pro sammelnde Person und Tag, gehen ja quasi immer mehr Spenden für die Zahlung der Aktionen drauf). Heute sind es sogar gegen drei Jahresspenden! Die Glaubwürdigkeit des Non-Profit-Sektors ist dahin. Ab jetzt geht es erst recht nur noch abwärts – und zwar international. Denn der Schweizer Hilfswerksektor fungierte bisher als eine Art „letzter Rettungsanker“: Die Zewo steht nämlich auch an der Spitze des ICFO, des internationalen Dachverbandes von NGO-Zertifizierungsstellen, zu welchem auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) als auch das „Österreichische Spendengütesiegel“ gehören. Gute Nacht, Non-Profit-Organisationen! Ich zumindest werde euch keine Träne nachweinen, denn nirgendwo eignen sich die zwei folgenden Worte besser als hier: „Selber schuld.“ 

 

HILFSWERKE BUHLEN UM SPENDER

Nach Greenpeace berichten auch andere Schweizer NGOs von einem Spendenrückgang.

Soeben hat sie wieder begonnen: die Spendezeit. November und Dezember gelten als Hochsaison für gemeinnützige Organisationen. Und die Schweizer geben gerne: Mit 1.79 Milliarden Franken Spenden überstieg das Spendevolumen 2016 alle früheren Jahre – mit Ausnahme von 2015, wie die neuesten Zahlen der Zertifizierungsstelle Zewo zeigen. Doch obwohl das Spendevolumen insgesamt hoch bleibt, berichten mehrere Hilfswerke von einem Abwärtstrend. So zuletzt der Schweizer Ableger der Umweltorganisation Greenpeace: Nach einem unerwarteten Rückgang der Spenden musste der Personalbestand reduziert werden. Sieben von insgesamt 127 Mitarbeitenden mit Teilzeitpensen seien vorerst betroffen – weitere Schritte dürften im Dezember und im Frühjahr 2018 folgen. Als Grund für den Stellenabbau führte Greenpeace Schweiz den Gegenwind auf dem Spendenmarkt an: „Fallen grosse Einzelspenden weg, spüren wir das unmittelbar“, wird der interimistische Geschäftsleiter Kaspar Schuler in einer Mitteilung zitiert. 

Rätseln über die Ursache

Zuvor berichtete die „Sonntagszeitung“ von einem massiven Spendeneinbruch bei der Organisation World Vision. Das Hilfswerk verliere seit Jahren kontinuierlich an Privatspenden. So waren es 2012 noch über 60’000 Personen, die insgesamt 37 Millionen Franken spendeten. Im letzten Jahr zählte die Organisation 13’000 Spender weniger, während die Gelder auf 30,3 Millionen zurückfielen. Man habe es unter anderem verpasst, neue Angebote für jüngere Spender zu schaffen, begründete World-Vision-Chef Bernhard Metzger den Einbruch. Ähnlich klingt es beim Schweizerischen Gehörlosenbund, der zwar auf ein stabiles Fundraising bauen kann, aber ebenfalls einen Abwärtstrend bestätigt: „Die Generationen mit einem starken Spendenverhalten werden immer älter, und die Jüngeren sind schwerer zu binden“, sagt Sprecher Roland Wagner. Die Christoffel-Blindenmission weist hingegen auf die wachsende Konkurrenz hin: „Der Druck auf dem Spendenmarkt ist in den letzten Jahren stärker geworden“, sagt Sprecher Stefan Leu. So gebe es heutzutage deutlich mehr Organisationen, die versuchen, Spender zu gewinnen. „Um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erhalten, reicht ein einfacher Spendenbrief nicht mehr“, sagt Leu. So sei das Hilfswerk derzeit vermehrt gefordert, über vielfältige Kanäle zu kommunizieren. Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch das Blaue Kreuz Schweiz: Die Schweizer würden gerne spenden, was zu einem konstanten Grundvolumen führe. „Doch es gibt derzeit viel mehr Anbieter, als noch vor ein paar Jahren“, sagt Sprecher Philipp Frei. Der Werbeaufwand sei deshalb auch für das Blaue Kreuz deutlich gestiegen. Die letzte Runde im Ringen um die diesjährigen Spender ist nun eingeläutet. Wie die einzelnen Hilfswerke abschneiden, wird sich im Januar zeigen.

 

Nachtrag (29.7.2017): In Australien, wo die Situation bereits eskaliert ist (Beitrag vom 4.7.2017), versucht die Spendensammelindustrie mit einem wahnwitzigen Regelwerk das offenkundig nicht funktionierende kommerzielle „Face-to-Face Fundraising“ zu retten:

    

Warum Deutsche und Schweizer Justiz trotz Betrugs nicht gegen Strassen- & Haustürspendensammlungen vorgehen (aktualisiert am 8.11.2017)

CH: Was Hilfswerke einst selbst zu spendensammelnden Firmen meinten, DE: Was sie dazu meinten & was sie auch heute noch meinen(!)

 

Wohltätigkeits-Strassenräuberin der Schweizer „Sammelfirma“ Corris im Auftrag des Tierschutzes bei Spenden-„Anmache“ im Hauptbahnhof Zürich

Bei von kommerziellen „Spendenfirmen“ durchgeführten Sammelaktionen auf Strassen oder vor Haustüren handelt es sich rechtlich gesehen um Betrug – also eine Straftat. Und zwar aus einem einfachen, bereits mehrfach genannten Grund: Bei den Aktionen wird vorgetäuscht, dass die Hilfsorganisationen diese selbst machen würden. Das wird so gemacht, weil die meisten Leute schlicht nicht mehr mitmachen würden, wenn sie wüssten, dass profitorientierte Werbefirmen dahinter steckten (das Sammelsystem geht in diesem Sinn gar nicht auf): Wer will schon, dass ein externes Unternehmen, das neben berechtigten Fixlöhnen für Führungskräfte und Angestellte – sofern diese vernünftig-moderat wären – zusätzlich Gewinn und Provisionen in Form von Bonuszahlungen an diese herausgibt? Nebenbei natürlich noch alles Spendengeld, das ja aus den Hilfsorganisationskassen kommt. Der juristische Ausdruck für diese Betrugsform lautet sinngemäss „vorsätzliche Täuschung“, respektiv noch genauer „arglistige Täuschung“. Das hatte in Deutschland sowohl der ehemalige Sammler Mike Redhorn in seinem Buch Drücker in Uniform als auch Stefan Loipfinger von „Charitywatch“ in einem TV-Beitrag von Panorama 3 im NDR bereits erwähnt. Zwar gibt es teilweise versteckte schriftliche Hinweise auf die Agenturen. Aber weil Non-Profit-Organisationen sich unbestreitbar höheren moralischen Standards als kommerzielle Unternehmen verschrieben haben und die Angesprochenen, die ja davon ausgehen, dass es sich um Hilfswerkleute handelt,  in diesem Sinne gutgläubig reagieren und das „Kleingedruckte“ übersehen, genügt solches schlicht nicht. Doch warum handelt dann die Staatsanwaltschaft nicht? Das hat mit einem, wohlverstanden falschen „Präzedenzurteil“ zu tun: Denn 1994 hatte der Bundesgerichtshof diese Art des Werbens bereits als legal eingestuft (siehe Post vom 10.10.2017). Mit einer allerdings nicht nachvollziehbaren Begründung. Nämlich dass die Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind. Aber das stimmt doch gar nicht! Vor der Zusammenarbeit mit solchen Fundraisingagenturen hat es ja auch schon Haustürsammlungen gegeben; sie wurden einfach von Ehrenamtlichen durchgeführt. Und man könnte die Sammlungen ja auch selbst machen, also mit Hilfsorganisationsangestellten! Der wahre Grund ist ein ganz simpler: Die Non-Profit-Organisationen wollen die mühsamen und undankbaren Sammelaktionen nicht selbst machen. Und es gab sogar schon Medienbeiträge, wo Hilfsorganisations-Verantwortlichen diese unbequeme Wahrheit „rausgerutscht“ ist, z.B. im Magazin Akrützel. Aber die Justiz hängt natürlich auch immer – jedenfalls mehr oder weniger – am Gängelband der Politik. Nirgends ist das extremer als in der Schweiz, wo ausgerechnet Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Mitglied der siebenköpfigen Landesregierung, auch als Justizministerin amtet. Sommaruga stand vor ihrer politischen Karriere zwei Non-Profit-Organisationen vor, die mit der berüchtigten Spendenfirma Corris AG kooperieren; „Stiftung für Konsumentenschutz“ und „Swissaid“! In Ihre Swissaid-Zeit, Sommaruga war damals noch als SP-Ständerätin im Parlament, fiel auch die Aufhebung des Verbotes für diese Sammelmethode auf den Strassen. Bis dahin galt sie nämlich in den meisten Schweizer Städten als verboten(!), wobei die Sozialdemokratische Partei bei den Legalisierungsanstrengungen eine zentrale Rolle einnahm (Post vom 13.7.2016).

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Die Schweizer Bundesrätin und Justizministerin Simonetta Sommaruga war davor Präsidentin der Entwicklungshilfeorganisation „Swissaid“

In Deutschland gibt es vor allem zwei Namen zu nennen, „zufälligerweise“ im Zusammenhang mit den zwei grossen gemeinnützigen Organisationen, welche am längsten auf die Kooperation setzen. Und die eine davon sogar die erste weltweit ist, die auf professionelle Drückerkolonnen schwor: das Deutsche Rote Kreuz (siehe dazu Blogbetreiberbeiträge „DRK-Nazi“ & „Konzern der Menschlichkeit“). DRK-Präsident Rudolf Seiters, CDU, der mit Parteikollegin Merkel einst im Kabinett sass. Und Franz Müntefering (siehe auch neuer Artikel des „Westfälischen Anzeigers“ vom 21.11.2017: „ASB lässt in Bönen unter Asylbewerbern um Mitgliedschaft werben“),  seinerseits Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der ebenfalls mit Merkel die Geschicke des Landes lenkte – diesmal sogar von ganz zuoberst als Vizekanzler.

Wann wird sich die Gerechtigkeit durchsetzen? Denn im Grunde genommen gehört diese  skandalöse Zusammenarbeit nicht nur verboten, sondern Spendenfirmen als auch auftraggebende und damit mitverantwortliche Hilfsorganisationen müssten genau genommen zusätzlich bestraft werden! Doch Hoffnung naht, denn der Hauptexponent schwächelt entscheidend – siehe neu aufgedeckte Skandale beim DRK durch RTL (Misshandlungen in DRK-Seniorenzentrum) und Stern („verkommerzialisierter“ Blutspendendienst), auch wenn hier mal nicht der Hauptskandal, bzw. Drückertum das Thema ist; gibt ja auch noch andere bedenkliche Missstände.

 

Info des Blogbetreibers (4.11.2017): Post zur „Stiftung für Konsumentenschutz-Sommaruga-Connection“ (Analyse des BaslerZeitung-Artikels vom November letzten Jahres) neu AKTUALISIERT. By the way: Der neue Bundesrat, Ignazio Cassis, um es nochmal zu wiederholen, war bisher im Stiftungsrat von Corris-Kunde „Fairmed“…

CH: Satire-Radiobeitrag auf „Radiologisch“ zum Thema Corris & Co. (27.10.2017)

Auf dem Radiosender „Radiologisch“ ist im Oktober genialer „satirischer Werbespot“ der Spendensammelfirma Corris AG erschienen, die für WWF, Amnesty International, Swissaid, Helvetas, Pro Infirmis, usw. den Leuten auf den Strassen und vor Haustüren Mitgliedschaften andreht – und selbst dabei jeweils die ersten 2-3 Jahresspenden „abzweigt“.

REINHÖREN EIN MUSS, UND ZWAR H-I-E-R (oder Script lesen zuunterst)

 

Bildergebnis für corris spendensammler

„Dezent im Hintergrund“: Als Action Aid-Mitarbeiterin verkleidete Corris-„Wohltätigkeits-Strassenräuberin“

 

Aber Spass beiseite, hier auch noch die drei letzten gelungenen Medienbeiträge mit dem Blogbetreiber – sowie dessen persönliche Nachricht vom Juni an die Leserschaft:

Schweiz: Konsumer-Magazin, Juniausgabe 2017: Eine Sauerei

Österreich: KirchenZeitung, März 2017: Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen

Deutschland: Die Stimme, Nov. 2016: Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen

 

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

 

SCRIPT „CORRIS-SATIREWERBESPOT“

 

„Dir sit e Nichtregierigungsorganisation im Non-Profit-Bereich und bruchet

meh Spänder und Spänderinne? Mir vor Corris AG si spezialisiert uf

Strosse-Spände-Sammligsaktione. Üsi dialogers schaffe uf Provision und si

darum bsungers motiviert neui Spänderinne und Spänder zaquiriere. Das

die dialogers drbi us Mitarbeiter vo öichere Organisation verchleidet si,

isch säubverständlech. Mir vor Corris AG blibe dezänt im Hingergrund.

Bequem für öich überrede mir dNöispänder zumne Laschtschrift-Verfahre,

so dass d’Spände automatisch laufe. Mir vor Corris AG wei natürlech so

wenig Gäud wie möglech vom guete Zwäck abzweige. Drum verlange mir

moderat nume dr Spändebetrag von de erschte zwöi Johr für üs us

Provision.

Corris AG – dr Fundraisingprofi vor Schwyz

Mir zocke d Spänder vo folgende Organsatione i ihrem Name ab: Amnesty

International, Unicef, VCS, Pro Natura, SwissAid, Helvetas, WWF, vier

Pfoten, terre des hommes, solidar, Gehörlosebund, pro Juventute, pro

infirmis, MS Schweiz, green cross und me gloubs fasch nid dr

Konsumänteschutz und vili meh.

Corris AG – damit dSpände jetz au ändlech privatisiert wärde!“

 

Und wenn wir schon beim Thema Satire sind. Ende letzten Jahres ist das Buch „Schizo“ von Falko Rademacher, der unter anderem lange als Gag-Schreiber für Harald Schmidt gearbeitet hat, erschienen, wo dieser die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ mit bissigem Witz „auseinandernimmt“, inklusiv Erklärung, von wo das Wort kommt – siehe Buchtitel-Link.

Warum kommerzielle Spendensammlungen im Auftrag von Hilfsorganisationen (Haustür- & Strassensammlungen) verboten gehören (Interview 2017)

+++ UK (24.10.): 2016 laut Fundraising Regulator 42’000(!) Reklamationen +++ DE (26.10.): „Falscher oder richtiger Spendensammler?“ +++

 

Zur Sache (Kurzbeschreibung des Blogbetreibers):

Immernoch recht vielen Leuten ist nicht klar, dass Spendensammlungen bekannter Hilfsorganisationen wie z.B. dem Roten Kreuz vor Haustüren/auf Strassen zumeist von kommerziellen „Spendensammelfirmen“ (Fundraisingagenturen) durchgeführt werden, da sich diese nicht genügend erkennbar machen (können sie auch nicht, da sonst kaum mehr jemand mitmachen würde). In Deutschland nennt man solche Spendensammler & -sammlerinnen „Drücker, bzw. Drückerinnen(-kolonnen)“, in Österreich „(Spenden-)Keiler, bzw. Keilerinnen“. Die auftraggebenden Hilfsorganisationen zahlen für die Sammelaktionen hohe Preise. In der Schweiz kassiert die grösste Spendenfirma „Corris“ bspw. 850 Franken (oder rund 740 Euro) pro sammelnde Person & Tag. D.h. der allergrösste Teil der Gesamtspenden solcher Kampagnen fliesst quasi an die Spendenfirmen.

 

Ehemaliger Hilfsorganisationsmitarbeiter & Blogbetreiber Kevin Brutschin

 

ICH KONNTE DIESE HEUCHELEI NICHT MEHR SEHEN (KIRCHENZEITUNG/OBERÖSTERREICH):

Was machen die professionellen Spendensammler Ihrer Meinung nach falsch?

Der grundlegendste Fehler ist, sich überhaupt bei einer kommerziellen Sammelfirma anstellen zu lassen, anstatt direkt bei einer Non-Profit-Organisation. Denn diesen „profit“-orientierten Agenturen geht es ja eben um „Gewinnmachen“ und gar nicht um den allgemeinen Nutzen. Dies geben sie lediglich vor. Diese Fundraising-Agenturen handeln eigennützig, obwohl sie sich im gemeinnützigen Bereich bewegen. Im Hilfsorganisationssektor geht es aber eben nicht um mich, sondern um den anderen, Hilfsbedürftigen, respektive um „Uneigennützigkeit“ oder noch genauer „Selbstlosigkeit“. Die Verrechnung von Überschüssen für die eigene Tasche lässt sich in diesem Sinne nicht rechtfertigen, deshalb heißt es ja „NON-Profit“ bzw. „kein Gewinn“.

Welche Dimension hat das Thema überhaupt, gibt es viele gemeinnützige Organisationen, die auf kommerzielle Spendenwerber zurückgreifen?

Brutschin: Es gibt nach wie vor viele gemeinnützige Organisationen, die auf externe Spendenfirmen vertrauen. Ihre Budgets sind vielfach unter Druck. Den Organisationen fehlt die Weitsicht, um die Situation mittel- und langfristig zu beurteilen. Die Aktionen sind ja immer noch im Plus. Zwar kläglich wenig, aber was soll’s? Man hat sich eben auch an den „bequemen Service“ gewöhnt. Manche NGOs sind zu bequem und arrogant, die Kampagnen wenigstens selbst durchzuführen, obwohl das erwiesenermaßen billiger käme: Zu mühsam und undankbar ist der Sammlerjob. Eine Schande. Außerdem ist Fehlerzugeben für normalerweise moralisch auf der besseren Seite stehende Menschen offenbar extrem schwierig.

Sie waren selbst bei einer großen Schweizer Hilfsorganisation angestellt. Wieso haben Sie der Branche den Rücken zugekehrt? 

Brutschin: Mein Ärger über diese Zusammenarbeit von gemeinnützigen Organisationen mit eigennützigen Sammelfirmen hatte einfach ein Übermaß erreicht. Ich konnte und wollte diese Heuchelei einfach nicht mehr sehen. Diese Hilfsorganisationen verraten ja ihre eigenen Werte! Denn was interessiert die Spendenfirmen schon anderes als Geld? Die machen nichts anderes als „Big Business unter dem Deckmantel der guten Sache“.

Die Spenden kommen zu einem großen Teil nicht der eigentlichen Sache, sondern den Sammlern zugute?

Brutschin: Wer vor allem gutes Geld damit verdient, sogar unverschämt gut, sind die Spendenfirmenbosse. Bei den Keilern hingegen sieht’s inzwischen anders aus. Die verdienen viel weniger als früher. Heute sind nur noch die Top-Sammler überbezahlt. Das hat damit zu tun, dass sie Provisionen erhalten, d.h. leistungsabhängig bezahlt werden. Und im Vergleich zu früher nur noch wenige Leute mitmachen. Genau genommen haben die Sammlungen mit Keilern gar keinen Sinn mehr, da sie sich demzufolge kaum mehr rentieren für die Hilfsorganisationen. Doch deren Selbsterhaltungstrieb ist leider stärker als die Vernunft.

Jetzt könnte man sagen: Provisionen für Mitarbeiter sind in der Wirtschaft ja ganz normal.

Brutschin: Ein Spendensammler im Hilfsor­ganisationsbereich sollte aus Idealismus gute Leistung zeigen, d.h., weil es ihm um die gute Sache geht. Dann braucht er ja gar keine zusätzliche Provision. Ein moderates Festgehalt müsste genügen. Was sich in der Wirtschaft bewährt, heißt eben noch lange nicht, dass das dann auch im gemeinnützigen Bereich so ist, da beiden Bereichen ein unterschiedliches Wertesystem zugrundeliegt. Dessen ungeachtet hat im Hilfsorganisationsbereich eine weitgehende „Kommerzialisierung“ stattgefunden.

Wie lange dauert es bei einem Spendendauerauftrag, der bei Werbern abgeschlossen wird, bis das Geld tatsächlich der Hilfsorganisation zugute kommt?

Brutschin: Eine Kennziffer, die sehr schön die stetige Verteuerung solcher Kampagnen deutlich macht, ist die Zeit, die vergeht, bis die Kosten einer Aktion durch Spendeneinnahmen gedeckt sind. Die in Österreich weit verbreitete Falschannahme ist, diese würde ein Jahr betragen. Oder: Ein Spender gäbe seine erste Jahresspende quasi der Agentur. Tatsächlich stimmt das längst nicht mehr. Es sind heute zwei bis drei Jahre. Viele Fundraisingagenturen haben Fixpreise für die Spendenaktionen. Somit verdienen die Agenturen immer gleich viel, obwohl sie immer weniger Neuspender finden. Ihr prozentualer Anteil an den sich verringernden Spendeneinnahmen nimmt damit also sogar zu.

Sollten die Passanten, die von den Spendenwerbern angesprochen werden, nicht zumindest aufgeklärt werden über das dahinterliegende Modell?

Brutschin: Natürlich müssten sie das. Wobei vor allem die grundlegendere Problematik, eben dass überhaupt profitorientierte Institutionen diese Arbeit machen, transparent gemacht werden müsste. Denn Ehrlichkeit ist das A und O im Hilfsorganisationsbereich. Das Arbeitsverhältnis müsste also den Angeworbenen klar sein. Am besten über schriftliche Hinweise, insbesondere auf dem auszufüllenden Mitgliedsformular, und zwar – und das ist entscheidend – „gut sichtbar“. Denn sonst wird die Spenderschaft schlicht hinters Licht geführt bzw. getäuscht.

Wie kann man als Angesprochener erkennen, wer auf kommerzielle Spendensammler zurückgreift?

Brutschin: Hier muss man genau hinschauen, ob „versteckt“ schriftliche Hinweise auf eine durchführende Werbefirma zu finden sind. Man kann aber auch einfach fragen: Meiner Erfahrung nach sind die meisten Sammler wenigstens noch so ehrlich und geben ihre Identität preis, wenn man konkret danach fragt. Allerdings: Ich selbst bin ein paar wenige Male auch schon angelogen worden.

Die Beschwerden in der Bevölkerung über kommerzielle Spendenfirmen häufen sich jedenfalls.

Brutschin: Mindestens seither müsste auch von staatlicher Seite endlich beherzt interveniert werden.

Was wären Alternativen, damit Organisationen zu Spendern kommen?

Brutschin: Da fällt mir nichts anderes dazu ein, als ein wirklich vielversprechendes Hilfsprojekt zu haben, kombiniert mit absoluter Integrität. Nur wenn eine Hilfsorganisation zu 100 % glaubwürdig agiert, kann sie heute noch überleben. In jenem Fall spenden nämlich schon viele Leute von sich aus – also z.B. aufgrund einer Präsentation in den Medien, d.h., ohne dass man speziell auf sie zugehen muss.

 

 

 

Deutsches Rotes Kreuz: Ex-Nazi verantwortlich für weltweit 1. Kooperation mit Spendensammelfirma (Drückerkolonnen) – 11.10.2017

Peter von Döllen

Als DRK-Mitarbeitende oder -Ehrenamtliche getarnte „Kurzzeit-Angestellte“, bzw. Drückerkolonne der Spendensammelfirma Wesser GmbH

 

„Ich schwöre Treue dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler. Ich gelobe Gehorsam und Pflichterfüllung in der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes nach den Befehlen meiner Vorgesetzten. So wahr mir Gott helfe.“

Deutsches Rotes Kreuz-Eid während der Nazi-Zeit

 

„Deutsches Rotes (Haken-)Kreuz“

 

Nicht gedacht, dass meine Recherchen zu Wohltätigkeits-Strassenräubern abermals zu Hitler und den Nationalsozialisten führen werden (siehe Beitrag zu WWF vom 16.5.2017) – aber ist tatsächlich so. Mit den „charity muggers“ sind natürlich die schleimigen Angestellten der hoch umstrittenen kommerziellen Werbefirmen gemeint, die auch vor Haustüren für Non-Profit-Organisationen Spenden eintreiben und dabei für sich und vor allem die Fundraisingagenturen aus Spendengeld Profit schlagen (da immer weniger Leute mitmachen und auch weniger lange Mitglied bleiben, gehen inzwischen die ersten zwei-drei Jahresspenden an die Werbeagenturen).

Ebenfalls schon ein paar Mal erwähnt, ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als erste Non-Profit-Organisation der Welt, die auf Drückerkolonnen gesetzt hat (Haustürsammlungen), und zwar bereits 1968, hauptverantwortlich für die Sammelpest. Damaliger DRK-Präsident: Walter Bargatzky. Bargatzky, 1982 verstorben, trat bereits 1933 der SA bei, der paramilitärischen Kampforganisation von Hitlers Nationalsozialistischer Deutscher Arbeiterpartei (NSDAP), bei der er wiederum ab 1937 offiziell Mitglied war. Im Krieg arbeitete sich Bargatzky bis in den Rang eines Majors vor. Als DRK-Präsident amtete Bargatzky von 1967 bis 1982 (das Vizepräsidentenamt hatte er schon seit 1950 inne).

Das DRK war freilich schon während der Nazi-Jahre vom zivilen Wohlfahrtsverband zur nationalsozialistischen Sanitätsorganisation mutiert, d.h. das humanitäre Prinzip, das auch auf fremdes Leid gerichtet ist, wurde bereitwillig preisgegeben (Grundsatz der Unparteilichkeit). Von den 29 Mitgliedern der gesamten DRK-Führung waren 18 hohe Führer der SS; der Leibgarde Adolf Hitlers. In den Wirtschaftsbereich der SS flossen auch die für das DRK gespendeten Gelder. Das DRK täuschte den eigenen Mutterverband, das Internationale Rote Kreuz (IKRK), bewusst über die Nazi-Verbrechen, indem sie eine IKRK-Kommission beim Besuch des KZ Theresienstadt durch geschönte Fassaden führte, hinter denen das wahre Elend verborgen blieb! Der damalige geschäftsführende DRK-Präsident; „Reichsarzt-SS“ Ernst-Robert Grawitz, war ein Hauptverantwortlicher für die Ermordung psychisch Kranker und für Menschenversuche an KZ-Häftlingen.

Von den Schuldigen in Weiß wurden im Nachkriegsdeutschland nur die wenigsten geoutet. Ärzteschaft und Rotkreuz-Repräsentanten hatten es lange verstanden, Schweigen über dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit zu breiten.

Zum Schluss ein Zitat der letzten Sekretärin Hitlers; Traudl Jung, die sich im späteren Leben schonungslos zu ihrer Mitverantwortung an den Nazi-Gräueltaten bekannte (obwohl sie ja „nur“ die junge Sekretärin war): „Es braucht nicht annähernd so viel Mut, wie es scheint, um Fehler zuzugeben und aus ihnen zu lernen. Der Mensch ist auf der Welt, um sich lernend zu wandeln.“

 

 

 

 

 

 

Peter von Döllen
Peter von Döllen

DE: Was der Bundesgerichtshof zur Zs-Arbeit von Hilfsorganisationen mit Spendensammelfirmen (Drückerkolonnen) entschied, 10.10.2017

Neue Liste mit aus heutiger Sicht interessantesten Beiträgen zum Thema „Kommerzielle Spendenwerbung auf Strassen/vor Haustüren im Auftrag von wohltätigen Organisationen“ findet sich H-I-E-R

 

Bildergebnis für ein sommer voller türen

Werbefirmen-Spendensammler im Auftrag der Malteser

 

Da hab ich ja mal was ganz Interessantes gefunden zu von Non-Profit-Organisationen (Rotes Kreuz, WWF, etc.) beauftragten kommerziellen Face-to-Face Spendensammelfirmen, die sich ungerechtfertigt mit Spendengeld bereichern (Gewinn „im Grossen“, bzw. Profit an InhaberInnen/Geschäftsleitungen sowie Gewinn „im Kleinen“, bzw. Provisionen an Spendensammelnde).

„Bereits 1994 hat der Bundesgerichtshof diese Art des Werbens als legal eingestuft, auch wenn die Spender nicht über die Provision aufgeklärt würden. Einer der Gründe war die Tatsache, dass fast alle Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind.“

Und zwar habe ich diese Info aus einem Beitrag der Ruhrnachrichten („Nicht nur für den guten Zweck“, 12.12.2007). Dieses Urteil erklärt vieles. Z.B., warum Strafanzeigen gegen die Wohltätigkeits-Strassenräuber jeweils im Sand verlaufen. So berichtete die Bild-Zeitung am 20.3.2016 (siehe Zusammenfassung & Analyse vom 3.4.2016) bspw. von einer Anzeige eines – wohlverstanden – Sammlers selbst(!) wegen Spendenbetrugs. Ich darf doch annehmen, dass Anzeigen jeweils mit dem Verweis auf dieses „Präzedenz“-Urteil negativ enden. Dabei ist es doch für jeden Laien offenkundig, dass dieses Urteil schwere Mängel aufweist!!! Ich meine, was ist denn das für eine Antwort, dass „Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind“? Ein Gericht darf das doch nicht gelten lassen, zumal es eh andere Sammelformen wie z.B. den Spendenbrief gibt! Beziehungsweise: Wenn es sich nachweislich um Betrug handelt – und das ist der Fall, WENN das Gericht berücksichtigt, das Spendenden im Hilfsorganisationsbereich ein gewisses Mass an „Gutgläubigkeit“ (Vertrauen) zusteht, dann muss es der Anzeige recht geben und die verantwortlichen Parteien (sowohl die Sammelfirmen als auch die auftraggebenden NGOs) sanktionieren. Denn entweder wird die Spenderschaft überhaupt nicht über den kommerziellen Zweck hinter den Sammlungen, bzw. die Provision/den Profit aufgeklärt (also einen ungerechtfertigten „Lohnzusatz“ für die Sammelnden als auch einen ebenso ungerechtfertigten „Gewinn“, bzw. Bonus für die Spendenfirmenbosse). Oder aber die schriftlichen Hinweise hierfür sind zu wenig sichtbar, womit sie die gutgläubige Spenderschaft übersieht. Juristisch handelt es sich also um „arglistige Täuschung“; eine Form des Betrugs. Ausserdem sind die Hilfsorganisationen gar NICHT auf die Werbefirmen angewiesen, da sie die Sammlungen ja selbst machen könnten! Das Rote Kreuz etwa hatte schon vor der Jahrtausendwende die Aktionen eine zeitlang selbst gemacht. Und heute macht bspw. Save the children Deutschland die Kampagnen ebenfalls selbst, und zwar viel erfolgreicher als zuvor mit Sammelfirmen (d.h. wesentlich kostengünstiger als auch kundenfreundlicher).

Ehrlich gesagt zeigt das Urteil vor allem eins: Dass es in dieser Angelegenheit – übrigens weltweit – nicht nur an der fehlenden Unabhängigkeit der Politik fehlt (was ich ja schon mehrfach erwähnt habe), die dem Treiben schon längst ein Ende hätte setzen müssen, sondern auch an der Unabhängigkeit der Gerichte. Der Staat muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in ihn nicht mehr da ist, wobei ich zum Schluss eine haarsträubende Geschichte zusammenfassen muss, die ich der Schweizer Migros-Zeitung vom 13.9.2017 entnommen habe:

„Damals war er noch ein junger Polizist mit Idealen und Werten und hat an den funktionierenden Rechtsstaat geglaubt. Peter Mathys (60) wuchs in Küsnacht ZH auf und suchte nach einer Banklehre nach etwas Sinnvollerem. 1982 besuchte er bei der Stadtpolizei Zürich die Polizeischule. Bald schon, in einer Dienstpause, erzählte ihm ein verdeckter Fahnder von einem mutmasslich pädophilen Zürcher Gerichtspräsidenten, der regelmässig nach Paris fahre, um dort Buben zu missbrauchen. Dass jemand, der eigentlich Verbrecher bestrafen sollte, ebenfalls Verbrechen begehen könnte, schockierte Peter Mathys zutiefst. Der Fahnder erwähnte gegenüber Mathys, dass die Ermittlungen des zuständigen Sachbearbeiters bei der Sittenpolizei gestoppt worden seien, er im Stich gelassen und gemobbt werde. Obwohl es bereits einen Kontakt zur französischen Polizei gegeben habe. Mathys schrieb mehreren höheren Beamten und wollte auf den Fall aufmerksam machen. Doch nichts passierte. Die Ermittlungen gegen den Gerichtspräsidenten wurden schliesslich eingestellt. Ausserdem sind von diesem Fall überhaupt keine Akten vorhanden, wie das Zürcher Obergericht später festgestellt hat. Der 2015 verstorbene Gerichtspräsident blieb bis zu seiner Pensionierung im Amt. Mathys konnte nicht verstehen, wie eine solche Angelegenheit einfach unter den Teppich gekehrt werden konnte. «Natürlich gibt es ein übergeordnetes Interesse, der Rechtsstaat muss geschützt werden. Aber hier ging es um den Verdacht mutmasslichen Missbrauchs an Knaben; den zu verfolgen und aufzudecken, ist doch wichtiger als das Ansehen des Staats!» In seinem Kriminalroman «Schlimmer Verdacht» konnte Mathys das Erlebte nun verarbeiten. «Hätte ich diese Geschichte nicht erzählt, wäre ich als Polizist psychisch kaputtgegangen.» Damit wollte er auch den Sittenpolizisten rehabilitieren, der kaputtgemobbt und für unglaubwürdig erklärt worden sei. «Dieser Mensch war ein hervorragender Sittenpolizist, der über 70 komplexe Ermittlungsverfahren gegen pädophile Straftäter meist mit Erfolg geführt hat. Über das Buch hat er sich gefreut, das bedeutet mir viel. Er ist heute schwer krank, hat aber zum Glück eine Frau, die sich um ihn kümmert.» Sein Roman basiert auf den Berichten von involvierten Kriminalbeamten. «Etwa 80 Prozent davon sind Tatsachen», sagt er. Mut habe es nicht gebraucht, die Geschichte zu veröffentlichen, obwohl Mathys mit seinem Buch die Grenzen des Amtsgeheimnisses auslotet. Auch heute noch, knapp 30 Jahre später, merkt man Mathys die Enttäuschung an. Gewisse Dinge müssten an die Öffentlichkeit…“

Polizist und Krimischreiber: Peter Mathys

Polizist & Krimi-Autor Peter Mathys: Nur wenige sind aus diesem Holz geschnitzt

 

DE: Was Führungskräfte deutscher Hilfsorganisationen im Jahr verdienen (6.10.2017/2)

Aha, endlich gibt’s auch ein paar Jahresgehälter von Führungskräften deutscher Hilfsorganisationen zu begutachen. Im Zusammenhang mit dem Thema „Flüchtlinge“ umso interessanter – siehe auch Post vom 17.8.2017 (ich bin übrigens nicht generell gegen Flüchtlinge, ABER gegen eine dermassen unkontrollierte Flüchtlingspolitik, wie sie Deutschland, bzw. Frau Merkel betreibt – oder mindestens bis vor Kurzem betrieben hat). Zu den Löhnen von Schweizer Hilfswerkchefs- und chefinnen habe ich ja bereits letztes Jahr eine kleine Liste erstellt, dort im Zusammenhang mit einer Umfrage der Hilfswerkkontrollstelle Zewo, bis wieviel die Spenderschaft einen Jahreslohn noch für akzeptabel hält.

Die hohen Löhne belegen natürlich einmal mehr die Arroganz der NGOs. Und diese Arroganz ist ja auch einer der Hauptgründe, warum man die mühsamen und undankbaren Spendensammlungen auf Strassen/vor Haustüren auslagert, obwohl man diese auch selbst machen könnte, und dies sogar noch billiger käme (Beispiel „Save the children Deutschland“).

CH: Der beste Spruch, um lästige Spendensammler und -sammlerinnen abzuwimmeln (6.10.2017/1)

Bildergebnis für chugger damn

Ich probiere immer wieder mal Sprüche aus, wie man die lästigen Spendenwerber- und werberinnen am besten abwimmeln kann. Folgender Spruch hat sich in letzter Zeit bewährt: „Weisst du, wieviel Corris (die Firma, welche die Sammlungen für die meisten Organisationen durchführt) vom Hilfswerk für dich pro Tag bekommt?“ Natürlich haben die „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ meistens keine Ahnung, dass Corris dafür 850 Franken einstreicht – man kann also die Sammelnden auch gleichzeitig gerade noch aufklären. Der letzte Dialoger, dem ich die 850 Franken (Kassensturz, 12.2.2013) „entgegengeschleudert“ habe, erst ungläubig, nach dem „Realisierungsschock“ dann aber vor allem frustriert: „Jetzt hast du mir im Fall gerade den Tag versaut.“

CH: „Der Blick“ schreibt Grünen-Nationalrat in Grund und Boden – und hievt dafür Corris-Lobbyistin in dessen Amt (4.10.2017)

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Auch Donald Trump (bzw. Elvis) bestätigt: Fake News

 

Ein Paradebeispiel für Fake News liefert hoch-aktuell der Blick, und da auch die berüchtigte Spendensammelfirma Corris darin vorkommt, ist das für mich natürlich ein gefundenes Fressen. Fake News sind ja – ausser dem inzwischen viel benutzten Begriff selbst – eigentlich nichts Neues, wobei ich darunter in erster Linie verstehe, dass Zeitungsmachende statt der Wahrheit verpflichtet ihre Beiträge zur Durchsetzung von Eigeninteressen manipulieren. Neu hingegen ist das verheerende Ausmass an Fake News, wobei ich die Gründe dazu bereits im Post vom 19.9.2017 genannt habe. Nun aber zum konkreten Fall: Wer regelmässig Zeitungen liest, hat ja mitbekommen, dass der Grünen-Nationalrat Jonas Fricker zurückgetreten ist, nachdem er gesagt hatte, dass der Transport von Schweinen zur Schlachtung schlimmer wäre als die Deportation der Juden in die Nazi-Konzentrationslager unter Hitler (siehe dazu auch Beitrag zu Nähe des WWF mit Nazi-Regime). Nun ist der Vergleich tatsächlich mehr als daneben. Fricker hatte sich aber sogleich dafür entschuldigt. Und hey, sind wir mal ehrlich: Was ist denn der grössere Skandal? Die mittlerweile über 20-jährige Zusammenarbeit von Hilfswerken mit Wohltätigkeits-Strassenräubern, die ja gerade auch von den Grünen durch zahlreiche Mandate bei „Corris-Hilfswerken“ gestützt wird, oder die in der aufgeheizten Debatte zur Fair-Food-Initiative „herausgerutschte“ Äusserung? Und wer hat die verbale Entgleisung denn überhaupt zum Skandal heraufgepusht? Zweimal war Fricker auf der Blick-Titelseite abgebildet, und der SonntagsBlick widmete dem Thema gar eine 5-Seiten-Story! Also wenn hier nicht wieder mal Manipulation dahinter steckt, dann lebt Elvis nicht nur immernoch, sondern er ist Donald Trump (ich habe ihn an seiner Haar-Tolle erkannt). Spass beiseite: Für Fricker rückt eine gewisse Irène Kälin in den Nationalrat (Kälin war Fricker bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 unterlegen). Der Freund von Kälin wiederum ist der ehemalige Blick-Chefredaktor und heutige Schweizer Illustrierten Co-Chef Werner de Schepper – wobei beide Medien dem Ringierverlag von Michael Ringier angehören. Der Hauptverdacht ist natürlich, dass de Schepper die Fricker-Demontage „ferngesteuert“ hat. Allerdings: Das wäre viel zu auffällig, denn anderen Medien ist schon in der Vergangenheit aufgefallen, dass de Schepper in der Schweizer Illustrierten „Werbung“ für seine Freundin hat machen lassen. Und auch nach meinen Informationen wurde hier mal nicht von dieser Seite manipuliert. ABER es gibt ja auch noch eine andere entlarvende Verbindung zu einem heutigen Blick-Mann; Politikressort-Co-Leiter Joël Widmer. Und zwar über dessen Partnerin, der grünen Ex-Nationalrätin Aline Trede. Trede hatte anlässlich der Parteipräsidiumswahl bei den Grünen im Jahr 2012 keinen Hehl aus einer Sympathie für Kälin gemacht, die damals ins Vizepräsidium der Partei gewählt wurde, während die von Trede nicht für optimal gehaltenen Regula Rytz und Adèle Thorens vor ihrem Favoriten Bastien Girod ins Präsidentinnenamt aufstiegen. Kurz: Es werden wohl viel mehr Trede und Widmer gewesen sein, die das Fricker-Bashing orchestriert haben. Aber ehrlich gesagt, mich würden die einmal mehr gefakten Blick-News nur halb stören, wenn die neue Nationalrätin Kälin nicht auch im Vorstand des VCS Aargau wäre – womit eine neue Corris-Lobbyistin im Nationalrat ist, denn der VCS lässt heute die Corris AG für sich sammeln. Wobei dieser – wohlgemerkt(!) – auch zu einer der Organisationen gehört, welche der Kooperation mit den Spendenclowns ursprünglich mit Skepsis begegneten, und zwar im Falle des VCS sogar nach einer bereits nicht zufriedenstellend herausgekommenen „Test-Zusammenarbeit“ in den Jahren 1998 und 1999 (siehe Post vom 14.10.2016). Wie für die Politik ist die „Affäre Corris“ im Übrigen auch für den Blick zweitrangig geworden. Das war aber nicht immer so. 1997 hatte die Boulevardzeitung sowohl die Haustürsammelfirma Wesser, die unter anderem für das Rote Kreuz unterwegs ist, als auch die Corris AG, damals im Auftrag von Greenpeace herumtigernd, in einer Titelstory(!) schwer kritisiert. Doch seit vielen Jahren schweigt der Blick zum Thema. Wie soll es auch anders sein? Blick-Verleger Michael Ringier ist im Patronatskomitee der „Corris-NGO“ Reporter ohne Grenzen – und dessen Frau im Stiftungsrat der Jugendschutzorganisation Pro Juventute, die ebenfalls mit Corris zusammenspannt (obwohl auch Pro Juventute die Methode noch Mitte der Nullerjahre im K-Tipp als zu „aggressiv“ abgekanzelt hatte). Jippie!

 

Was ein Ami-Twitterer für einen Aufwand auf sich nimmt, um lästigen Spendensammlungen zu entgehen (2.10.2017)

Neue Umfrage (The Journal/Irland, 28.9.2017): Stört es Sie, wenn Sie von Spendensammelnden auf der Strasse angesprochen werden? (84%: „Ja“) New Poll (The Journal/Ireland, Friday, 28 September 2017): Does it bother you when you’re approached by charity fundraisers on the street? (84%: „Yes“)

 

Das jemand so einen Aufwand nimmt wie ich, um den kommerziellen Spendensammelnden auf den Strassen/vor Haustüren den Garaus zu machen, gibt’s wohl kein zweites Mal. Aber was ein Ami-Twitterer sich für einen Fluchtweg ersonnen hat, ist auch nicht übel (das Sammelsystem via kommerzielle Spendensammelnde hat sich in den USA in den letzten paar Jahren trotzdem noch recht stark verbreitet – siehe Post vom 29.2.2016): Blauer Weg: Der Weg zum Restaurant (Mittagessen), Roter Punkt: Wohltätigkeits-Strassenräuber (charity muggers), denen der Ami versprochen hat, beim Rückweg mitzumachen, Grüner Weg: Der Rückweg zum Auto 🙂

 

Aktuellere Beiträge:

Brand Eins, Juliausgabe 2017: Häuserkampf (Erfahrungsbericht eines Haustürsammlers)

… mit Blogbetreiber:

Schweiz: Konsumer-Magazin, Juniausgabe 2017: Eine Sauerei

Österreich: KirchenZeitung, März 2017: Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen

Deutschland: Die Stimme, Nov. 2016: Vertrauensmissbrauch der Hilfsorganisationen

Analyse des „Zentralschweiz am Sonntag“-Artikels zum Thema Corris & Co. vom 24.9.2017

Einer der Fundraiser mit Tablet im Bahnhof Zug. An Charme mangelt es den jungen Leuten meist nicht.

Bahnhof Zug: Wenig Platz, viele Menschen – genial, um Leute zu belästigen

Toll, neuer Beitrag zu den Wohltätigkeits-Strassenräubern von Schweizer Zeitung. Schön, wieder mal die Luzerner Zeitung („Zentralschweiz am Sonntag“) an der Reihe – herzliches Dankeschön an die Redaktion (der letzte Beitrag aus Luzern findet sich HIER) – und endlich kommt auch mal Zug zum Zuge. Es geht auch im weitesten Sinn um Züge, bzw. die Spendensammlungen im Zuger Bahnhof. Aha, gar nicht gewusst: Anscheinend gibt es auch in der Schweiz, bzw. bei der SBB eine Art „Aktionsradius“ für die Sammelnden von 3 Metern um den Stand herum (dieses Thema wurde auch in zwei meiner letzten Posts angetönt, DA und DORT). Diese Regel wird offenbar nicht eingehalten. Sie kann aber auch gar nicht eingehalten werden, denn dann würden nicht mehr genügend Leute gefunden, die mitmachen – die Kampagnen rentieren ja so oder so kaum mehr! Doch die Hilfswerke lassen stur weitermachen. Warum stellt die SBB dann den Irrsinn nicht ab?

Die SBB ist ja ein Staatsbetrieb. Und es sind bekanntlich gigantisch viele Politiker und Politikerinnen bei NGOs, z.B. in Stiftungsräten, Vorständen, Patronatskomitees, etc. D.h. die SBB ist einerseits unter „staatlichem“ Druck, die Aktionen weiter zu bewilligen. Sie ist selbst aber auch nicht unheikel verstrickt. Einer der SBB-Verwaltungsräte, Peter Siegenthaler, war zuvor im Stiftungsrat von Corris-Kunde Pro Juventute (zu Pro Juventute unbedingt auch Post Nr. 4 vom März 2017 anschauen). Siegenthaler sollte vielen noch bekannt sein als vom Bund eingesetzter „Manager“ bei der missglückten Rettung der Swissair. Denn Siegenthaler hatte zu dem Zeitpunkt die Chefposition in der Finanzverwaltung des Eidgenössischen Finanzdepartements inne –  wo im Übrigen auch Kurt Grüter als Chef der Finanzkontrolle wirkte; der heutige Präsident der Hilfswerkkontrollstelle Zewo(!). Für die SBB ist das Ganze aber auch ein ganz ordentlicher „Zustupf“. So verlangt sie von Corris Standmieten. Beispiel Bahnhof Uster (drittgrösste Stadt des Kantons Zürich): 450 Franken pro Tag. Nicht schlecht. Die Stadt Uster verlangt währenddessen pro Stand im Tag lediglich 30 bis 60 Franken. Und wenn wir schon dabei sind: Auch die Post gehört zu den „Absahnern“. Laut Tagesanzeiger streicht die Berner Schanzenpost bspw. 400 Franken von Corris ein. SBB und Post verdienen also munter mit beim „Spenderschaft ausnehmen“ (zur Erinnerung: das Geld wäre eigentlich für Hilfsprojekte gedacht).

Fake News: Warum das Schweizer Fernsehen nicht korrekt über fragwürdige Spendensammlungen auf den Strassen berichtet (aktualisiert: Dezember 2017)

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Zewo-Chefin Martina Ziegerer im Kassensturz

Als Neo-Bundesrat ist Ignazio Cassis bisher noch in kein grösseres Fettnäpfchen  getreten. Dabei gäbe es ein heisses Thema: Cassis war nämlich bis zu seinem Antritt als Bundesrat  im Stiftungsrat des Hilfswerks Fairmed, das mit der dubiosen Spendensammelfirma Corris kooperiert. Fairmed trägt gleichwohl das Gütesiegel der NGO-Zertifizierungsstelle „Zewo“. Die Kontrollstelle wiederum preist sich selbst als unabhängig an. Weit gefehlt: Der Mann von Zewo-Chefin Martina Ziegerer; Odilo Noti, ist in der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz UND amtet auch als Präsident des Spendensammelverbandes „Swissfundraising“, wo er die Fundraising-Interessen der Schweizer NGOs vertritt. Z.B. die Zusammenarbeit mit Sammelagenturen fördern, versteht sich (Caritas CH war bis vor Kurzem im Übrigen sogar noch selbst bei Corris).

Nun ist die Konstellation an der Spitze der Schweizer Hilfsorganisationskontrollstelle selbstverständlich völlig inakzeptabel. Nur ist die fehlende Unabhängigkeit der Zewo der breiten Bevölkerung aber gar nicht bekannt! Vor allem die wirklich grossen Medien hätten das demzufolge schon längst bringen müssen, allen voran das Schweizer Fernsehen. „Naja, dann nehme ich halt das Blatt selbst in die Hand“, dachte sich der Blogbetreiber. Und da der Kassensturz als der beste „Kanal“ von SRF erschien, um darüber aufzuklären (Konsumentenschutz), wendete er sich demzufolge an Kassensturzmoderatorin Kathrin Winzenried (im Übrigen satte drei Mal in einem persönlichen Gespräch), um sie über die Vetternwirtschaft bei der Zewo zu informieren. Die reagierte auffällig cool: „Wir können das schon mal bringen.“ Äh, habe ich richtig gehört? Die Tatsache, dass der Mann der Hilfswerkkontrollstelle-Chefin selbst bei einem Hilfswerk ist und sogar den gesamten NGO-Sektor im Fundraising vertritt, ist womöglich keine genügend bedeutende Info??? Und warum hat Winzenried eigentlich so kühl reagiert? War sie etwa darüber schon im Bilde?

Jetzt muss man wissen, dass der Kassensturz Anfang 2013 zwar schon einen „halb-ordentlichen“ Beitrag über Corris gebracht hat, vor allem mit der Aufdeckung, dass Corris von den Hilfswerken (Corris-Kunden sind z.B. der WWF, Helvetas, Swissaid, Pro Juventute, Amnesty International oder Pro Infirmis) pro sammelnde Person und Tag 850 Franken verlangt! Das Hauptthema waren allerdings die schlechten Arbeitsbedingungen der Sammler & Sammlerinnen. Aber das ist doch ein Nebenthema! Denn die Sammelzusammenarbeit zwischen Non-Profit-Organisationen und Profit-Organisationen geht ja schon gar nicht auf, da hier eben völlig widersprüchlich „Profit mit Non-Profit“ betrieben wird. Und aus diesem ethischen Grundkonflikt heraus bei den Sammlungen nicht, oder mindestens nicht genügend transparent gemacht wird, dass dahinter gewinnorientierte, sprich: eigennützige Fundraisingfirmen stecken (die den gemeinnützigen Gedanken ja damit geradezu ad Absurdum führen). Kein Wunder: Sehr viele Leute würden ja gar nicht mitmachen, wenn sie das zum Vornherein wüssten. Sie werden also – völlig untragbar – „an der Nase herumgeführt“.

Tatsächlich ist das Schweizer Fernsehen sogar für den Fake-Beitrag über Corris schlechthin verantwortlich. Und zwar in der Schweizer Newssendung par excellence; der Tagesschau(!) vom 4.12.2010. Dort wurde die Sammelkooperation regelrecht als ideale Fundraisingmethode bezeichnet! Also entweder handelte es sich hier um eine mit Hilfe der NGO-Riesenlobby initiierte Beitragsmanipulation von Seiten der Non-Profit-Organisationen. Oder die Tagesschauredaktion ist schlicht inkompetent – ich tippe auf Ersteres. Denn 2010 war Wohltätigkeits-Strassenräuberei, Englisch: „chugging“, von „charity“= Wohltätigkeit und „mugging“ = Strassenräuberei, schon längst allgemein HOCH umstritten (generell umstritten war es im Übrigen schon von Anfang an) – vergleiche bspw. mit Beitrag des wohl renommiertesten Nachrichtensenders der Welt, der englischen BBC AUS DEM GLEICHEN JAHR oder auch mit demjenigen des Berner Lokalsenders „TeleBärn“ AUS DEM VORJAHR).

Also es wird langsam Zeit, sich mal die Verbindungen des Hilfswerksektors mit dem Schweizer Fernsehen anzuschauen, das ja zur SRG gehört. Da gibt es sicher mal deren Prestigeobjekt zu erwähnen; die Glückskette – ja, das ist die Haupttäterin für das alljährliche Gutmenschenfest „Jeder Rappen zählt“ – die sich selbst als „humanitären Arm der SRG“ bezeichnet. Die Glückskette realisiert aber selbst keine Hilfsprojekte, sondern sammelt lediglich Spenden über die Kanäle der SRG. Die Projekte selbst übernehmen 25 „Partnerhilfswerke“ (so setzt sich der Glückskette-Stiftungsrat denn auch zur Hälfte aus SRG Leuten, inkl. Präsidentin Ladina Heimgartner, zusammen, und die andere Hälfte aus Verantwortlichen der Partnerhilfswerke, inkl. Caritas-Oberboss Hugo Fasel) . Und jetzt zum springenden Punkt: 23 dieser Organisationen sind selbst bei der Zewo(darunter natürlich auch die Caritas), bzw. tragen das Zewo-Gütesiegel. Und auch mindestens 10  arbeiten mit Corris oder anderen „Face-to-Face“-Agenturen zusammen. Also wenn das keinen Einfluss auf die Berichterstattung hat!

Aber Vorsicht: Es gibt da auch noch eine weitere Organisation, die zwar nicht mit der Glückskette kooperiert, jedoch Zewo zertifiziert ist und auch auf der Kundenliste von Corris steht. Die NGO „Reporter ohne Grenzen“. Und wer ist dort im Patronatskomitee? Neben Blick-Verleger Michael Ringier, dessen Frau schon bei Corris-Kunde Pro Juventute im Stiftungsrat ist, auch ein gewisser Roger de Weck, erst gerade abgetretener SRG-Generaldirektor (neue stellvertretende Generaldirektorin ist übrigens Ladina Heimgartner – ja, die von der Glückskette).

Also ich weiss, was ich, auch als tendenzieller Links-Wähler, bei NO BILLAG abstimmen werde, Sie auch?

Was ehrliche Spendensammelnde auf der Strasse zu dieser Form der Spendenanwerbung meinen (20.9.2017)

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Heute will ich mal die entscheidenden Leistungsträger und – trägerinnen des perfiden Spendensammelsystems auf den Strassen/vor Haustüren zu Wort kommen lassen (die Sammlungen werden gar nicht von den „NON-Profit“-Organisationen, sondern von gewinnorientierten Sammelfirmen durchgeführt, die i.d.S. zusätzlich zum Verdienst auch noch nicht zu rechtfertigenden, mit Spendengeld ausgezahlten „Profit“ anstreben). Denn einsichtige Sammler und Sammlerinnen haben ja durchaus den Durchblick:

Ein „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ (Englisch: „charity mugger“) hat es in einem Zeitungsartikel (der übrigens mindestens online in fast allen grösseren Schweizer Blättern erschienen ist: 20 MinutenTages-Anzeiger, Basler Zeitung, etc. – bester Artikel aus Deutschland/Österreich kam von der taz/von Progress) auf den Punkt gebracht: „Es ist ambivalent – du arbeitest für eine NGO – aber auch für deinen Bonus.“ Und eine Sammlerin formuliert es im Beitrag sogar noch klarer: „Ich hatte den Eindruck, die Leute zu betrügen.“

Das ist ja das Verrückte an der ganzen Sache: Diejenigen Sammelnden, die ehrlich, rechtschaffen und selbstlos agieren – und darum ginge es ja im Hilfsorganisationsbereich – können diese Arbeit gar nicht ausführen, da sie schon nach kurzer Zeit ein schlechtes Gewissen bekommen (die durchschnittliche Anstellungdauer bei der Corris AG ist drei Wochen). Die Unehrlichen mit fehlender Integrität, die vor allem auf die Provisionen schielen aber werden von den Fundraisingfirmen zusätzlich belohnt, bzw. befördert (mit einem im „Non-Profit“-Sektor eben nicht zu rechtfertigenden „Gewinn im Kleinen“ in Bonusform als auch Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Agentur), und profitieren nicht zuletzt auch von zusätzlichen „Zückerchen“, z.B. bezahlte Ferien.

Interessant auch die Aussage eines Haustürsammlers im immernoch recht aktuellen Beitrag des deutschen Magazins Brand Eins (Juliausgabe 2017):  „Einmal unterschrieb eine alleinerziehende Mutter, die mit ihren drei Kindern in einer kleinen Wohnung im dritten Stock eines ziemlich heruntergekommenen Wohnblocks wohnte … und als ich wieder auf der Strasse stand, fühlte ich mich miserabel, weil sie ja gar nicht wusste, wie das funktioniert: dass ein Teil der Spende als Provision an die Firma Wesser ging und davon wiederum ein Teil in meine Provision…“

Und immer wieder muss ich in diesem Zusammenhang auf den langfristigen, aber umso einsichtigeren Gesinnungswandels eines der ersten Sammler überhaupt, der schon in den 70-er Jahren damit begann, hinweisen, der diesen in seinem Buch Drücker in Uniform eindrücklich beschreibt (Auszüge siehe Link).

Doch die schönste Geschichte hatte ich selbst mit einer Sammlerin, die ich darüber aufgeklärt hatte, dass selbst die Hilfsorganisationen anfangs die Zusammenarbeit verurteilt hatten und die Schweizer Hilfswerkkontrollstelle Zewo, deren heutige, nicht mehr unabhängige Geschäftsführerin Martina Ziegerer  (ihr Mann; Odilo Noti, ist Präsident des Spendensammelverbandes „Swissfundraising“) auch Präsidentin des Dachverbandes ICFO ist, wozu die deutsche und österreichische Kontrollstelle zählen (DZI & Österreichisches Spendengütesiegel), die Kooperation einst als „Witz“ abgekanzelt hatte. Sichtlich erleichtert – denn sie hatte selbst immer wieder das Gefühl, es sei ja gar nicht recht, was sie hier mache – sagte die Sammlerin zuletzt, vom inneren Druck befreit und die bevorstehende Kündigung bereits andeutend, ganz simpel ehrlich: „Merci.“

CH: Erneuter „Corris-Lobbyist“ in Bundesrat? / Ignazio Cassis est membre du Conseil de fondation de „Fairmed“ (client de Corris) – 19.9.2017

Nouveaux chiffres : Les premières 2 – 3 dons d’un an vont à Corris!

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Ob Regen oder Sonnenschein – „Hallo, Sie nettes Spender-Fräulein!“

 

Hat man sich schon zu früh gefreut? Mit Didier Burkhalter ist ja nun ein Corris-Lobbyist weg im Bundesrat – FDP-Burkhalter ist Pro Juventute-Botschafter (siehe Post vom 30.8.2017). Doch es droht erneut Ungemach. In Form von Ignazio Cassis, seinerseits im Stiftungsrat von FAIRMED. Man kann’s erwarten: Corris-Kunde…

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„Grüezi (& hoffentlich Goodbye“): Ignazio Cassis – ein FDP-Corris-Lobbyist mehr

Diese „NGO-Politlobby“ ist wirklich monströs. Kein Sektor hat eine grössere Lobby; weder Bauern, Pharma, Krankenkassen, Versicherungen oder der Finanzsektor (NZZ-Artikel „Lobbying im Bundeshaus“, 14.3.2016). Es braucht wirklich übermenschliche Kräfte, um diese zu Fall zu bringen.

SVP: Doch stärker mit „Corris-NGOs“ verstrickt als angenommen?

Oder die SVP. Hat der Blogbetreiber bis vor Kurzem jedenfalls gedacht. Denn im Gegensatz zu den Linken – fast zwei Hilfswerkverbindungen pro SP-ParlamentarierIn(!) sowie allein 38 davon explizit mit „Corris-NGOs“ – und der Mitte (18 Interessenkonflikte mit Corris-NGOs), ist bei der SVP nur eine starke Bindung auszumachen (siehe Post Nr. 3/Januar 2017) . Tempi passati: Wenn man genau schaut, ist auch die SVP nicht so harmlos mit dem NGO-„Corris“-Sektor verbunden. Bspw. schon mal von der „Parlamentarischen Gruppe Green Cross“ gehört?

Ok, bei einer Mitgliedschaft in dieser Gruppe handelt es sich nicht um eine ausgesprochen starke Bindung – aber auch nicht um so eine schwache! Vor allem, wenn man die Anzahl der involvierten SVP-Parlamentsvertretenden anschaut: Gemäss letztem Update auf der Green Cross-Website sind dort nicht weniger als 17 dieser „Gattung“ anzutreffen (SVP-Fraktionspräsident Amstutz Adrian, Aebi Andreas, Flückiger Sylvia, Frehner Sebastian, Geissbühler Andrea, Giezendanner Ulrich, Grin Jean-Pierre, Hausammann Markus, Nidegger Yves, Reimann Lukas, Rime Jean-François, Stamm Luzi, von Siebenthal Erich, Walter Hansjörg, Wobmann Walter, Föhn Peter, Germann Hannes).

Green Cross: Doppelter Spendensammelfirmenkunde

Green Cross gehörte neben Greenpeace, WWF und Pro Infirmis zu den ersten Corris-Kunden. Und seit ein paar Jahren lässt Green Cross auch die sogar noch etwas umstritteneren Haustürsammlungen durch die Ur-„Face-to-Face Fundraisingfirma“ Wesser GmbH machen (siehe Erfahrungsbericht eines Haustürsammlers/Juli 2017 inkl. Analyse). Immerhin: Green Cross ist am „abserbeln“, nachdem die auf die Behebung von Schäden aus dem Kalten Krieg spezialisierte NGO Anfang Jahr gleich in mehrere Skandale verwickelt war (siehe Post vom 11.5.2017)…

Fake-News nehmen auch in Sachen „Corris“ zu

„Wem können wir noch trauen?“ hiess die letzte Titelstory des „Beobachters“. Hintergrund (von Blogbetreiber noch etwas genauer beschrieben): Bei zahlungspflichtigen Zeitungen nimmt die Leseranzahl konstant ab. Klar weswegen: Gratis-Informationsaufnahme übers Internet. Als Folge wurden alle Redaktionen der grossen Blätter in den letzten Jahren gestrafft und profitorientierter ausgerichtet. Die zunehmend um ihren Arbeitsplatz fürchtenden Journalisten & Journalistinnen denken beim Schreiben deshalb immer öfter im Sinne der Chefetage und der politischen Grundausrichtung der jeweiligen Zeitung. Resultat: Fake News, in der Angelegenheit um Corris & Co. letztmals im Dezember 2016 im aus Anzeigenerlösen finanzierten und deshalb sowieso schon mit Vorsicht zu lesenden „20 Minuten“ (Printausgabe), wo der Fundraisingspezialist Robert Purtschert angibt, es sei nur eine Jahresspende, die für Corris draufgeht (dabei sind es heute eben 2-3 Jahresspenden, wobei sich die Zahlen international ähneln). Purtschert wird da von den verärgerten NGOs unter Druck gesetzt worden sein, da er Ende 2010 im Kassensturz die im NGO-Sektor übliche Tradition der Zahlenbeschönigung preisgegeben hat: „Die Organisationen befürchten, ihre Spender zu erschrecken, wenn sie die Fundraising-Kosten offen deklarieren“.

Je explosiver die Corris-Geschichte wird, desto weniger wird darüber geschrieben!

Dasselbe gilt aber in Abstrichen auch für den Beobachter selbst, gerade in der Angelegenheit um Corris & Co. – was er natürlich nicht schreibt. Oder kann sich jemand an einen Beobachterbeitrag – geschweige denn einen WAHRHAFTIG KRITISCHEN – über die (rund 35-jährige) Kooperation von Non-Profit-Organisationen mit profit-orientierten Sammelfirmen à la Corris erinnern? Oder wenn ja, bitte mir melden (der Beobachter wird seit 2007 von einem Gemeinschaftsunternehmen der Axel Springer SE und der Ringier AG herausgegeben; die Frau von Ringier-Verleger Michael Ringier ist im Stiftungsrat von Pro Juventute…).

England: Newcastle „zäunt“ Spendensammelaktionen „ein“ / UK-Newcastle: Chuggers „fenced in“ (September 11/2017)

Chuggers won't be allowed to move out of these boxes to harass people anymore

Newcastle; eine der grössten Städte Englands, „zäunt“ aufgrund einer nicht mehr tolerierbaren Anzahl von Reklamationen von Seiten der Bevölkerung Spendensammelnde auf der Strasse „ein“! (Anmerkung: Eigentlich wäre sogar Totalverbot geplant gewesen – da hat die „Hilfswerk-Lobby“ offenbar wieder mal erfolgreich Gegenwehr geleistet.)

Plus Wiederholung wichtiger News: Nach neuesten Zahlen fliessen nicht nur bis zu 80% der Spenden an die ausführenden Sammelfirmen, sondern bis zu 95%!

Newcastle, one of the biggest cities in the UK „fence“ chuggers „in“ after numerous complaints of the public!

Plus again news about latest figures: 95 percent of the donations are going to chugging firms!

 

EMPFOHLENE BEITRÄGE aus der SCHWEIZ: Hilfswerke instrumentalisieren Politik (insbesondere SP) für Erhaltung des Sammelsystems (Beitrag des Blogebtreibers auf KONSUMER.ch/Mai 2017), „Was Hilfswerke, die heute mit Sammelfirmen zs-arbeiten, einst dazu gesagt haben“

DEUTSCHLAND: Erfahrungsbericht eines Haustürsammlers der deutschen „Ur-Face-to-Face Sammelfirma“ Wesser von Schweizer Betteltour (aus „Brand Eins“/Juliausgabe 2017), „Unterstützung für Kevin Brutschin und sein Aufklärungsprojekt“ (Ketzerpodcast/25.6.2017)

ÖSTERREICH: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber aus Kirchenzeitung/März 2017), Zu den Ursprüngen von Strassen- und Haustürsammlungen (Analyse von Beitrag der Satire-Onlinezeitung „Die Tagespresse“/20.4.2016)

CH: SRK informiert Gemeinden über Haustürsammlungen ohne Hinweis auf ausführende, spendenabzweigende Sammelfirma (8.9.2017)

+++Hinweis: Neue Beiträge aus Österreich & Deutschland gleich nach diesem CH-Beitrag+++ 

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Kommerzielle NGO-Hausierer erscheinen in Anzug, Zivil- oder Hilfswerkkleidung

 

Muss zugeben, habe die Haustürsammlungen etwas vernachlässigt bei meiner Kritik an kommerziellen Face-to-Face Spendensammlungen (obwohl noch etwas schlimmer als Strassensammlungen zu werten).

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Bei Haustürsammlungen oft antreffende alte Leute sind leichter manipulierbar

Hab das aber ja kürzlich nachgeholt mit zusammengefasstem Erfahrungsbericht eines Spendensammlers der deutschen Firma „Wesser“ von einer Betteltour durch die Schweiz aus „Brand Eins“/Juliausgabe 2017 (Wesser ist in der Schweiz fürs SRK, Pro Natura, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi sowie Green Cross unterwegs).

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… liess Corris als eine der 1. NGOs Strassen- & Haustüraktionen machen

Auch Corris macht seit einigen Jahren solche „Door-to-Door“-Kampagnen, z.B. für Pro Infirmis. Bildergebnis für gerhard friesacher zeitung

Spendergeld-Multimillionär ohne schlechtes Gewissen: Psychiatriefall Friesacher

Wobei Corris-Besitzer Gerhard Friesacher selbst mal als Haustürsammler angefangen hat (und heute im Übrigen dank Corris Multimillionär geworden ist und sich eine ganze Ladenkette als zweites Standbein aufgebaut hat).

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2. Standbein: „Mach die Welt besser“-Ladenkette von Corris-Boss Friesacher

Aber zum neu aufgedeckten Skandal: Schon bemerkt, oft werden in den Medien Haustürsammlungen, speziell fürs Rote Kreuz – auch in der Schweiz die allererste Organisation, welche auf kommerzielle Haustürsammlungen setzte – angekündigt. Doch was immer wieder fehlt ist der Hinweis, dass die Sammlung ja eben gar nicht vom Hilfswerk selbst, sondern von Spendengeld abzweigenden profitorientierten Fundraisingagenturen ausgeführt werden, die sich dumm und dämlich daran verdienen.

SRK-Präsidentin Annemarie Huber-Hotz mit -Direktor Markus Mader

Das muss doch einen Grund haben? Hat es auch: Die schriftliche und oft sehr standardmässige Mitteilung des SRK über die bevorstehenden Haustürsammlungen an Gemeinden, lokale Medien und Behördenvertreter weisen nicht mit einem Buchstaben auf den kommerziellen Mithintergrund der Sammlungen hin. Aber eben: Eigentlich „nur“ ein Skandal mehr im völlig verkommenen Non-Profit-Sektors…

 

 

 

AU: „Richtiger Umgang mit Strassen-Spendensammlern“ (Spendenkeiler) von Verbrauchermagazin „Help“ des ORF vom 3.9.2017

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Was mich schon immer interessiert hat: Kommt der Begriff Spendenkeiler…

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…eigentlich von „männliches Wildschwein“ (die nennt man ja „Keiler“)?

 

DER RICHTIGE UMGANG MIT SPENDENKEILERN (ZS-FASSUNG & ANALYSE)

Wow, ich habe ja die Hoffnung weitgehend aufgegeben mit grossen Medien, was brauchbare Beiträge über kommerzielle Spendensammlungen von Werbefirmen im Auftrag von Hilfsorganisationen auf Strassen/vor Haustüren angeht. So habe ich dem deutschen „Stern“ zu dessen Artikel schon gedankt, weil er das Thema überhaupt wieder mal gebracht hat, obwohl die Zahlen dort komplett falsch waren (gemäss WWF gehen im Artikel 12% der Spenden an die Agenturen, DABEI SIND ES HEUTE BIS ZU 95% – SIEHE POST VOM 23.8.2017). Nun ist jetzt aber ein ganz ordentlicher Beitrag vom ORF-„Help Verbrauchermagazin“ zum richtigen Umgang mit Spendenkeilern erschienen:

Vor allem sei auf die Empfehlung verwiesen, dass man auf der Strasse schlicht NICHT MITMACHEN soll: „Auf der Strasse fehlt die Möglichkeit, wirklich dahinter zu blicken, was mit dem Geld passiert“.

Mehr braucht es eigentlich gar nicht zu sagen zum Thema. D.h. Zusammenfassung bereits beendet; in der Kürze liegt die Würze. Ausserdem habe ich ja für den heutigen Tag schon Beitrag aus Deutschland verfasst (Münchner „tz“-Artikel); findet sich HIER.

 

Nachtrag: Weiss eigentlich jemand, dass Spendenkeilen auf der Strasse in Österreich erfunden wurde? Allerdings von ehemaligen Haustür-Spendenkeilern. Und Spendenkeilen vor Haustüren ist wiederum in Deutschland erfunden worden: RECHERCHE ZU DEN URSPRÜNGEN

 

 

DE-München: „tz“-Artikel zum Thema kommerzielle Spendenwerber vom 3.9.2017

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Aufdringliche Spendensammlerin: Angesprochene Leute reagieren inzwischen selbst aggressiv!

 

Was sich schon seit längerer Zeit angekündigt hat und auch schon passiert ist, hat nun erstmals auch ein Medium registriert und publiziert (ich hatte schon vor Längerem einen Post dazu geschrieben): Kommerzielle Spendensammelnde von Werbefirmen, die im Auftrag von wohltätigen Organisationen auf Strassen und vor Hausüren die Leute belästigen, sind inzwischen so verhasst, dass es immer mehr zu Handgreiflichkeiten kommt, GENAUER GESAGT ZU IMMER GRÖBEREN HANDGREIFLICHKEITEN. Sowohl von frustrierten Sammelnden selbst, denen immer öfter Unverständnis und Ablehnung entgegenschlägt. Als auch von dreinschlagenden, die Nerven verlierenden Angesprochenen. Ein Deutsches Rotes Kreuz, bzw.  DRK-„Wohltätigkeitsräuber“, genauer gesagt im Auftrag des Bayerischen Roten Kreuzes (wahrscheinlich von der Firma Kober, die derzeit in Bayern unterwegs ist), hat das nun am eigenen Leib erfahren…

BRK-SPENDENSAMMLER GESCHUBST UND GETRETEN

Sein Einsatz als Spendensammler endete für einen 25-Jährigen in Peissenberg schmerzhaft. Ein Mann attackierte ihn.

Peissenberg – Er war am Samstag unterwegs, um Spenden für das Bayerische Rote Kreuz zu sammeln – doch dieser Einsatz endete für einen 25-Jährigen aus Filderstadt schmerzhaft. In einem Peissenberger Mehrfamilienhaus wurde er von einem 33-jährigen Anwohner attackiert. Laut Polizei geschah der Vorfall gegen 12.10 Uhr. Da trafen die beiden Männer aufeinander – und der Peissenberger war mit der Sammlung im Haus überhaupt nicht einverstanden. Er stiess den 25-Jährigen die Treppe hinunter und trat nach ihm. Der junge Mann konnte zwar einen Sturz vermeiden, klagte aber nach dem Angriff über Schmerzen am Oberkörper. Deshalb erwartet den Peissenberger nun eine Strafanzeige wegen Körperverletzung.

Und hier übrigens auch noch mal meine PERSÖNLICHE NACHRICHT AN DIE LESERSCHAFT

CH: NGOs verlieren mit Bundesrat Didier Burkhalter zweitwichtigsten „Corris-Lobbyisten“ – auch „deutscher Bruder“ unter Druck (30.8.2017)

Der Bereich rund um den Justiziabrunnen ist bei Spendensammlern besonders beliebt.

Spendenstand der Firma Corris beim Justiziabrunnen in Winterthur (hier für Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“)

 

Erneuter Rückschlag für Schweizer Hilfswerke, welche auf „Spendenclowns“ von Spendenfirmen à la Corris setzen. Denn das Sammelsystem existiert ja nur noch, weil es auf den Rückhalt der Politik zählen kann (siehe Liste aller involvierter Personen in Bundesrat & Parlament, die für den Sammelnonsens lobbyieren). Denn das Problem ist doch folgendes: Jedermann und -frau, die in die Politik geht, hat neben dem Bedürfnis nach gesellschaftlicher Gestaltung eben auch ein mindestens so starkes Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung. Und welche Mandate geben mehr gesellschaftliche Anerkennung als solche bei Hilfswerken? So lange Non-Profit-Organisationen bei der Bevölkerung noch ein positives Image geniessen, wird kein Politiker und keine Politikerin daran denken, sein/ihr Mandat (also z.B. in einem NGO-Stiftungsrat) wieder abzugeben, selbst wenn sie die Wohltätigkeits-Strassenräuberei für keine gute Form der Spendenanwerbung halten. So stützen sie ja aber das Sammelsystem – und sorgen damit dafür, dass das positive Image erst recht – zwar langsam, ABER SICHER – ins Negative dreht. Ich habe selbst schon von locker einem halben Dutzend kleinerer, aber dafür unabhängigerer Medien (die grossen sind sowieso ins „System“ eingebunden), die eigentlich gerne über die Machenschaften von Corris & Co. berichten wollten, im letzten Moment eine Absage gekriegt, da sie sich vor der gigantischen Politlobby gefürchtet haben…

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FDP-Bundesrat und Pro Juventute-Botschafter Didier Burkhalter

Allerdings: Mit dem Rücktritt von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter, seineszeichens Botschafter von Corris-Kunde Pro Juventute (siehe auch Post zu vergangenen Pro Juventute-Skandalen) verlieren die NGOs nun eben ihren zweitwichtigsten Interessenvertreter, der ja schon Massnahmen der Stadt Winterthur gegen die Spendenmafia verhindert hat. So unglaublich stark ist die Hilfswerk-Lobby also gar nicht mehr, zumal die andere Person im Bundesrat in dieser Angelegenheit durch meinen Artikel auf KONSUMER ebenfalls schon geschwächt ist: Simonetta Sommaruga, Stiftung für Konsumentenschutz- und Swissaid-Lobbyistin (Sommaruga war auch Präsidentin von Swissaid).

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Vielleicht schon nicht gerade, aber sicher nicht mehr Simonetta Sommaruga (wenn ich könnte)!

A propos: Wie heisst eigentlich der zweitwichtigste „Drückerkolonnen-Lobbyist“ in DEUTSCHEN LANDEN (der wichtigste ist Ex-SPD-Vizekanzler Franz Müntefering)? Das ist zweifellos DRK-Präsident Rudolf Seiters, ehemaliger CDU-Bundesminister des Innern sowie für besondere Aufgaben als auch Ex-Chef des Bundeskanzleramtes und Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Aber auch Seiters ist unter Druck. Weniger als Person denn als Rotes Kreuz-Oberster. So kommt das Deutsche Rote Kreuz als erste Hilfsorganisation weltweit, die auf Face-to-Face Aktionen mit einer kommerziellen Werbefirma, genauer gesagt der Wesser GmbH, gesetzt hat, nicht nur deswegen immer massiver unter Druck, sondern bspw. auch durch den Skandal um den Grössenwahn-Jahreslohn der ehemaligen Berliner DRK-Schwesternschaftsoberin Heidi Schäfer-Frischmann: eine halbe Million Euro.

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DRK-Drückerkolonnenlobbyist Rudolf Seiters (CDU); Angela Merkel (CDU)

 

 

 

 

 

Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter: Spendensammlungen rentieren gar nicht mehr! (23.8.2017)

WARUM SPENDEN SIE EIGENTLICH NOCH? SPENDENSAMMLUNGEN RENTIEREN GAR NICHT MEHR!

Von Tür zu Tür: Das Rote Kreuz führt eine grosse Mitgliederanwerbungsaktion durch. Hier Studentin Irène Scheiwiller.

In der SCHWEIZ werden bezahlte Rotes Kreuz-Spendensammelnde der Spendenfirma „Wesser“, da in Zivil, oft fälschlicherweise für Freiwillige gehalten

 

In DEUTSCHLAND gibt Wesser oder auch die Firma „Kober“ in ÖSTERREICH mittels uniformierten Sammelnden vor, Rotes Kreuz-Profis selbst wären am Werk     

Wer den kürzlich von mir geposteten Erfahrungsbericht eines kommerziellen Haustür-Spendensammlers der deutschen Ur-Sammelfirma Wesser von einer Sammeltour durch die Schweiz aufmerksam durchgelesen hat, dem müsste folgendes Zitat des Spenden-Fachmannes Michael Urselmann zum Spendenrückgang bei Spendenbriefen aufgefallen sein: „1990 … hat … fast jeder zehnte Brief einen neuen Spender gebracht. Heute bringt nicht mal jeder hundertste Brief eine Spende ein. Ein Neuspender hat damals 12,50 D-Mark gekostet. Heute sind es 70 Euro oder mehr.“ Haben SIE sich zufälligerweise schon mal Gedanken darüber gemacht? Bei Spendenbriefen geht es ja vor allem um Einmalspenden. 70 Euro ist sicher keine schlechte Schätzung für eine Durchschnittsspende, oder (aber auch wenn es noch etwas mehr wäre: Fachmann Urselmann sagt ja auch „oder mehr“)? Wenn man aber bei einem Spendenaufruf durch Bettelbriefe 70 Euro spendet, das betreffende Hilfswerke jedoch selbst dafür Kosten von 70 Euro hat, dann ist ja letztendlich 0 Euro angekommen!  Und wenn wir schon dabei sind: Ein anderes Fundraisingexperte; Alexander Glück, hatte schon 2011 im Berliner „Entermagazin“ gesagt, dass bei 99 Prozent der Briefaussendungen die (Spenden-)einnahmen nicht mal die (Spendenaktions-)Kosten decken!  Auf diese Verteuerung mache ich nun seit fünf Jahren verzweifelt aufmerksam. Denn Spenden macht in diesem Sinne schon seit geraumer Zeit gar keinen Sinn mehr! Der Non-Profit-Sektor ist schlicht zu gross geworden, d.h. der Anteil für jede Hilfsorganisation am „Spenderkuchen“ wird immer kleiner. So klein, dass es gar nicht mehr rentiert! Noch schlimmer sieht es bei „Face-to-Face“-Sammelaktionen aus, die sich ja nur als Reaktion auf den nicht mehr rentablen Spenderbrief verbreitet haben. Und zwar, weil dort ja noch hinzukommt, dass diese Sammlungen nicht mal von den NGOs selbst, sondern von kommerziellen „Spendensammelfirmen“ durchgeführt werden (in Deutschland werden die Sammelgangs „Drückerkolonnen“ genannt, in Österreich „Spendenkeiler“). Die Kosten solcher Aktionen sind also nichts anderes als die Einnahmen dieser Fundraisingfirmen. SIE finanzieren mit ihrer Spende also eine Schattenwirtschaft, die gar nichts mit dem guten Zweck zu tun hat! Und selbstverständlich rentieren auch diese Strassen- und Haustürsammlungen mittlerweile kaum noch. Beispiel aus der Schweiz: 1996 musste Greenpeace der Sammelfirma Corris für eine Strassensammelaktion 860’000 Franken (ca. 750’000 Euro) hinblättern. Damals wurden aber noch stattliche 14’000 Neumitglieder gewonnen. Jedes einzelne Mitglied hat die Organisation also damals zwar auch schon rund 60 Franken gekostet (aufgerundet 55 Euro). Aber da es ja um Dauerspenden geht, d.h. jemand so lange spendet, bis er aktiv seine Mitgliedschaft kündigt, und die Leute damals noch viel länger geblieben sind als gegenwärtig, hat sich das noch gerechnet. Heute ist der Preis von Corris für eine Aktion von 1000 Manntagen wieder etwa gleich; 850’000 Franken (oder eben 750’000 Euro). Viele Spendenfirmen generieren aber nun nur noch 2 – 3 Neumitgliedschaften pro sammelnde Person im Tag. Macht also noch lediglich 2000 – 3000 Neu-Mitgliedschaften pro Aktion. Wenn es schlecht läuft, kostet eine Neumitgliedschaft damit heute über 400 Franken (über 350 Euro). Umgerechnet und im Wissen darum, dass Viele heute ihre Mitgliedschaft sehr schnell wieder kündigen, darf man davon ausgehen, dass auch bei Face-to-Face Kampagnen inzwischen bis zu 95% der Spenden für die Katz sind, bzw. den Agenturen zufliessen! Wer heute noch spendet, macht die Welt nicht besser, sondern schlechter!

 

 

 

 

Und eine weitere Stadt unternimmt Massnahmen gegen verhasste Spendensammlungen: „Der Damm bricht!“ – 22.8.2017

Das deutsche Halle ermutigt Bevölkerung, sich aktiv zu beschweren!

 

Angesichts der zunehmenden Verärgerung der Bevölkerung über Spendenaktionen auf Strassen/vor Haustüren – die ja deswegen kaum noch rentieren, es macht ja schon gar niemand mehr mit(!) – unternehmen Städte immer schnellere Massnahmen. Jetzt ist wieder Deutschland an der Reihe (vor ein paar Tagen „Cambridge“/England, ein paar Tage davor „Göttingen“/Deutschland, ein paar Tage davor „Ostende“/Belgien). Die Stadt Halle ermutigt die eigene Bevölkerung via Medien, Kritik anzumelden („Um die Situation … zu verbessern, sollten sich betroffene über aggressive Werber direkt bei der Stadt unter der Telefonnummer 115 beschweren.“). Dazu wird gedroht mit bis zu 5000 Euro Busse. Wann bricht das Sammelsystem endlich vollständig zusammen?

 

Grüessli an Leserschaft

Kevin

 

CH: Erfahrungsbericht von Haustür-Spendensammler der Firma Wesser (sammelt fürs SRK) in „Brand Eins“, 2017/Juliausgabe

Uff!!! Längst überfällig, existiert nun endlich auch ein Erfahrungsbericht eines Spendensammlers über die Sammelfirma „Wesser“ in der Schweiz. Die 1968 im deutschen Stuttgart gegründete Face-to-Face Fundraisingagentur ist nämlich genauer gesagt noch das grössere Übel als die berüchtigte Schweizer Corris AG (über welche die Weltwoche schon 2013 einen wirklich äusserst informativen Erfahrungsbericht geschrieben hat – der auch vom Tages-Anzeiger aufgenommen wurde). Warum? Erstens ist Wesser die erste Sammelfirma dieser Art gewesen – und zwar weltweit! Und zweitens betreibt sie die als noch schlimmer als Strassensammlungen einzustufenden „Haustürsammlungen“, denn da hier ein viel privateres, diskreteres und somit natürlich auch kaum kontrollierbares Gespräch ermöglicht wird, trauen sich freche Sammelnde viel eher, dieses zu ihren Gunsten zu manipulieren (deshalb sollten Haustürsammlungen auch komplett verboten werden – egal, ob sie von Werbefirmen oder den Hilfswerken selbst durchgeführt werden). Und natürlich sollte auch der erste Wesser-Kunde nicht vergessen werden zu erwähnen. Das Hilfswerk der Hilfswerke – und zwar international gesehen: Das Rote Kreuz, Schweizer Nationalheiligtum, sozusagen (denn es ist ja in der Schweiz gegründet worden) – das damit letztendlich, und das ist selbstverständlich hoch-delikat, ausgerechnet dasjenige ist, dass den Sammel-Irrsinn in erster Linie zu verantworten hat. Kommt dazu, dass es zu allem Übel ebenfalls ausgerechnet in der Hauptsache ehemalige Wesser-Leute waren, die später die Sammelform als DialogDirect GmbH auch auf die Strasse adaptiert haben, 1995 in Österreich für Greenpeace. Gerhard Friesacher, der Besitzer von Corris, war im Übrigen Mitglied des besagten Gründerteams, und kam ein Jahr später in die Schweiz, um hier die Leute auf der Strasse auszubeuten. Ich habe den Erfahrungsbericht ausserdem gekürzt, da ein paar Fakten des letztendlich nur drei Wochen bei Wesser tätigen Autoren aus Deutschland (der i.d.S. ja gar nicht über die Kenntnisse des Blogbetreibers verfügen kann – was ich im auch nicht übel nehme) schlicht nicht stimmen. Bspw. schreibt er, dass er nach drei Wochen auf ein Gehalt von 3000 Franken gekommen ist (das wären also im Monat etwa 4000 Franken), und dass dies in etwa einem typischen Wesser-Lohn für gute Werber entspreche. Mit Verlaub, aber das stimmt nicht. An, wohlverstanden „absolute Top-Leute“, zu welchen der heutige Leiter der Schweizer Geschäftsstelle zählte, bevor er befördert wurde, werden immernoch (SonntagsBlick, 30.3.1997) Monatslöhne von fast 10’000 Franken ausgezahlt. Früher waren bei Wesser sogar bis zu 15’000 Franken im Monat möglich. Das ist mit der Sammelform zu erklären, denn zwar sind auch die Einnahmen bei Haustürsammlungen komplett eingebrochen, und es ist tatsächlich so, dass die Durchschnittssammelnden sich für Schweizer Verhältnisse mit einem moderaten Lohn abfinden müssen. Aber bei den am Tag absolvierten Haustürsammlungen trifft man eben viel mehr auf alte Leute (die junge und mittelalte Generation ist ja i.d.R. bei der Arbeit), die, wenn sie „nicht mehr so gut mitkommen“, eben extrem manipulierbar sind. Es lassen sich also für besonders dreiste „Spendenboni-Jäger“ in solchen Fällen SEHR hohe Spendenbeträge aufschwatzen…

 

HÄUSERKAMPF

Unser Autor ist knapp drei Wochen als Spendensammler von Tür zu Tür gezogen. Hier sein Erfahrungsbericht.

Wir kamen immer mit dem Auto, immer morgens um halb neun. Auf dem Weg waren wir meistens still. Tagsüber mussten wir genug reden. Wir suchten einen Parkplatz, guckten auf ein neues, unverbrauchtes, meist idyllisches Schweizer Dorf in der Juni-Sonne, tranken einen Kaffee, und dann ging sie los, die Jagd nach Spenden. Wie Soldaten bekamen wir eine Karte unseres Einsatzgebietes. Jeder umrandete in Rot all die Häuser, bei denen man klingeln sollte. Gut waren: Einfamilienhäuser, mittlere Preisklasse, möglichst dicht beieinander gelegen. Schlecht waren: Plattenbausiedlungen, weit auseinanderliegende Bauernhäuser und Villen-Viertel mit zu reichen Menschen. Es war das Jahr 2013, ich hatte eine Wasserflasche dabei, Sonnencrème mit Lichtschutzfaktor 30, meine bequemsten Schuhe und ein blaues Klemmbrett unter dem Arm, mit der Aufschrift „Kinderdorf Pestalozzi“.

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist eine jener Hilfsorganisationen, an denen man wenig falsch finden kann. Die Stiftung unterstützt weltweit Schulprojekte unter Extrembedingungen: in den von Jugend-Gangs dominierten Vierteln Zentralamerikas, Schulen in Äthiopien und Tansania, in Flüchtlingscamps in Myanmar, Laos und Thailand. Und für diese Arbeit brauchen sie, wie alle Hilfsorganisationen, Geld. Das sollte ich besorgen. Es gibt ein abfälliges Wort für Leute wie uns: Drückerkolonne…

An der ersten Tür verhaspelte ich mich schon bei meiner Einstiegsfrage: „Kennen Sie das Kinderdorf Pestalozzi?“ Die meisten Schweizer kennen die Organisation, und der Sinn der Frage war vor allem der, ein gutes Gefühl hervorzurufen, wenn sie gleich am Anfang einmal Ja sagen konnten. Die zweite und dritte Tür hatte man mir vor der Nase zugeschlagen, bevor ich mit meinem Sprüchlein überhaupt loslegen konnte, beim vierten Haus wartete ein riesiger schwarzer Hund hinter dem Gartenzaun, und ich entschied mich, es gar nicht zu riskieren. Nach vier Stunden hatte ich einen Sonnenbrand im Nacken, aber kein einziges neues „Mitglied“, wie die Dauerspender genannt werden, geworben…

Der Vortrag, den ich ungefähr 40-, 50-mal am Tag hielt, war sachlich, ich erzählte von Schulen in Äthiopien und Guatemala oder dem Schweizer Kinderdorf. Mein Wissen war nur Wikipedia-tief, aber das reichte meistens. Der Abschluss war clever, eigentlich eine kleine Frechheit: „Wir suchen noch Leute, die Lust haben mitzumachen. Darf ich Sie da aufschreiben?“

Mitmachen, per Dauerauftrag

Anfangs habe ich noch etwas von „regelmässiger Spende“ erzählt oder einfach gesagt, dass es natürlich um Geld gehe. Aber tatsächlich lief es sehr viel besser, wenn man die Wörter „Geld“, „Spende“ oder „Mitgliedschaft“ überhaupt nicht erwähnte.

Der Wettbewerb wird härter

Wir waren nicht beim Kinderdorf Pestalozzi angestellt, sondern bei der 1968 gegründeten Agentur Wesser und Partner. Die Firma ist eine der grösseren Spendenagenturen, die sich rühmt, bereits fünf Millionen Kunden im deutschsprachigen Raum gewonnen zu haben. Die Firma sucht unter anderem für das Rote Kreuz in der Schweiz und in Spanien sowie (Anmerkung des Blogbetreibers: …in Deutschland…) für den NABU – und wird dafür bezahlt, zum Teil mit Provisionen für geworbene Spenden. Wie hoch diese Provisionen sind, möchte Wesser nichts sagen. Sie sind zumindest hoch genug, um profitabel arbeiten zu können… Die Spender, die so gefunden werden, sind ganz explizit keine Einzelspender.

Firmen wie Wesser nehmen den Hilfsorganisationen so eine Aufgabe ab, die diese weder organisieren wollen noch können. Die Fluktuation ist hoch, die Arbeit hart und den eigenen Angestellten oder Freiwilligen kaum zuzumuten… Schon mit Bezahlung halten die meisten es nur ein paar Wochen aus.

Nur: Wieso machen die grossen Hilfsorganisationen das überhaupt? Wieso muss das sein, diese etwas übergriffige Fragen nach Spenden vor der Haustür oder in der Fussgängerzone?

…Und der Kampf ist härter geworden. Das älteste, bewährteste Mittel, der Spendenbrief, wirkt nicht mehr wie früher. Professor Michael Urselmann forscht an der Technischen Hochschule Köln. „1990 hatte man bei Briefen eine Erfolgsquote von sechs bis acht Prozent. Damals hat also fast jeder zehnte Brief einen neuen Spender gebracht. Heute bringt nicht mal jeder hundertste Brief eine Spende ein. Ein Neuspender hat damals 12,50 D-Mark gekostet. Heute sind es 70 Euro oder mehr. Es ist deshalb immer schwieriger geworden, Neuspender zu gewinnen“, sagt er…

An der Tür eines schönen Einfamilienhauses mit Hanglage und Panoramafenstern hatte ich zum ersten Mal Erfolg. Eine freundliche Frau Anfang 40, Mutter zweier Töchter, hatte mich hereingebeten. Die ganze Sache mit der Bildung in Äthiopien, besonders für Mädchen, fand sie wichtig. Sie beglückwünschte mich zu meinem tollen Engagement, und ich murmelte entschuldigend, dass ich dafür Geld bekomme. Dass ich nach drei Wochen fast 3000 Franken mit nach Hause nehmen würde, sagte ich ihr nicht. Sie spendete 120 Franken. Dafür hatte ich an mindestens 30 Türen klingeln müssen, war durchgeschwitzt, hungrig und wollte eigentlich nie wieder mit einem fremden Menschen über Schulbildung für Flüchtlinge in Laos oder Äthiopien reden.

Die Ablehnung, das ewige Nein macht auf die Dauer mürbe. Meistens kam es relativ zurückhaltend, als: „Nein, danke, kein Interesse.“ Manchmal wurde gepöbelt, manchmal mit der Polizei gedroht…

Je besser ich wurde, desto flüssiger gingen mir selbst die manipulativeren Teile des Gesprächs von den Lippen. Es gab zum Beispiel den Trick zu fragen: „Wieviel trauen Sie sich im Monat zu?“, obwohl die Spende einmal im Jahr abgebucht wurde. Die meisten sagten dann fünf oder zehn Franken im Monat, was sich schon weniger schlimm anhörte als 60 oder 120 Franken auf einmal. Es war ein Weg, höhere Beträge zu erzielen…

Ich geriet dabei in moralische Grauzonen. Einmal unterschrieb eine alleinerziehende Mutter, die mit ihren drei Kindern in einer kleinen Wohnung im dritten Stock eines ziemlich heruntergekommenen Wohnblocks wohnte. Sie gab 60 Franken, und als ich wieder auf der Strasse stand, fühlte ich mich miserabel, weil sie ja gar nicht wusste, wie das funktioniert: dass ein Teil der Spende als Provision an die Firma Wesser ging und davon wiederum ein Teil in meine Provision, mein ziemlich ordentlicher Verdienst von fast tausend Franken in der Woche. Und wie will man das auch erklären?… Dass kaum eine Hilfsorganisation diese Arbeit den eigenen Angestellten zumuten will?…

 

Hier übrigens ein Kommentar, den ich bekommen habe, der sich auf den Beitrag bezieht. Von wem ist der wohl? 😉

„Lieber Kevin

Gut, dass keine Sau deinen Blog liest, bei dem Schwachsinn, den du verzapfst. Leider bin ich aus Zufall doch darauf gestoßen. Wie das viele beschränkte Menschen machen (Nazis, linksextreme Polizistenhasser) scherst du hier eine Berufsgruppe komplett über einen Kamm. Die Promoter, die ich kenne haben sich der Sache voll verschrieben und spenden auch alle selbst für die Organisation für die sie arbeiten. Dass sie nicht ehrenamtlich sind, sondern Geld dafür bekommen, dass sie sich den arsch aufreißen, ist absolut legitim und wird übrigens vom Großteil der Spender akzeptiert. Dass es gerade bei der Transparenz und Schulung mancher(!) Promoter Nacholbedarf gibt, da muss ich dir sogar Recht geben. Aber die Pauschalisierung, verbunden mit der Verbreitung von Unwahrheiten(z.B. dass es nicht kontrollierbar ist- ist es nämlich doch da alles elektronisch über Bankeinzug geregelt wird) ist erbärmlich und lässt mich eher glauben, dass ein Promoter dir mal deine Freundin ausgespannt hat und du deswegen alleine zu Hause sitzt und verbitterte und schlechte Blogeinträge verfasst.
Sorry Kevin, eigentlich werde ich nicht persönlich, aber dein Blog ist so scheisse schlecht, dass es mich echt wütend macht.

Denk mal drüber nach ob es wirklich dein Ziel im Leben sein soll, diejenigen, die was gutes tun wollen zu sabotieren. Gibt doch genug Arschlöcher an denen du deine Troll-Wut rauslassen kannst.

Liebe Grüße

xxx“

 

 

Spezialbeitrag: Die Rettung von Flüchtlingen durch NGOs als Paradebeispiel für schadenbringende „gute Tat“ (17.8.2017)

UK-NEWS: Neuer Beitrag aus England (Cambrigde), 16.8.2017: Stadtbewohner verlangen entschieden Spendesammelverbot („Calls made to ban aggressive chuggers“)

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) predigte in der evangelischen Maria-Magdalenen-Kirche in Templin. Foto: picture-alliance/ZB

„Pro“-Flüchtlingspolitik als Wiedergutmachung für Nazi-Zeit: Ist Pfarrerstochter Angela Merkel auch „Helfersyndrom gefährdet“?

 

Spezialbeitrag (siehe bspw. auch „Fragwürdige Kooperationen zwischen Non-Profit-Organisationen und Konzernen“): Gestern ist guter Beitrag des Migrationsexperten Beat Stauffer zu den Aktionen der NGOs zur Rettung von Migranten vor der libyschen Küste im Berner Bund mit dem Titel „Die ungewollte Wirkung guter Taten“ erschienen: „Der Hauptvorwurf lautet … Hilfsorganisationen … förderten die klandestine Emigration nach Europa und unterstützten damit … das Geschäft der skrupellosen Schlepperbanden … Ärzte ohne Grenzen wie auch andere Nichtregierungsorganisationen verwahren sich vehement gegen diesen Vorwurf und berufen sich auf ihre humanitäre Pflicht, das Leben gefährdeter Menschen zu retten.“ … Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie die komplexen Zusammenhänge der irregulären Migration nach Europa angemessen beurteilen … Denn an dieser Sogwirkung dieser Form von Seerettungen ist kaum zu zweifeln.“

Also zu diesem Thema muss ich auch meinen Senf abgeben. Wird doch hier eine „Hilfswerk-Krankheit“ angesprochen, über die ich mich auch nicht selten aufrege: „Das Helfer-Syndrom“, das übrigens auch bei Sozialarbeitern und -arbeiterinnen weite Verbreitung findet. Bei Hilfsorganisationen tätige Menschen, übrigens nachvollziehbar eher  politisch links orientiert sind (ich selbst bin parteilos, aber grundsätzlich politisch ebenfalls eher links ausgerichtet, allerdings mit dem von einem Freund übernommenen Motto „Politik ist nicht eine Frage der Farbe, sondern des Gewissens“), verwechseln Mitleid mit Mitgefühl. Zwischen den beiden gibt es nämlich einen subtilen, aber entscheidenden Unterschied: Eine mitleidende Person „leidet“ so mit den Hilfsbedürftigen „mit“, dass sie nicht mehr fähig ist, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen. Die mitfühlende Person hingegen spürt das Leid ebenfalls. Aber nicht so, dass es zu einem „Zwang“ wird, zu helfen. Denn unter Umständen kann helfen eben auch schaden. Aber um das zu erkennen, muss man klaren Kopf behalten und eben auch bereit sein, die Hilfe in Anbetracht komplexer Zusammenhänge und nicht selten sogar IM SINNE DES NOTLEIDENDEN(!) zu unterlassen.

Bildergebnis für sommaruga moas

CH-Bundesrätin & „Merkel-Schwester“ Simonetta Sommaruga besucht MOAS, eine auf „Seenotrettungen“ spezialisierte(!) Hilfsorganisation

 

Ausserdem, wenn man genau hinschaut, geht es den Hilfswerken ja – gerade heute – gar nicht mehr gross um effiziente Hilfeleistung. Denn dann müssten Kosten-/Ertragsverhältnisse von Spendensammlungen in einem vernünftigen Mass sein. Der Grossteil des Spendengeldes fliesst inzwischen aber bekanntlich in eine Schattenwirtschaft wie eben die von der „Face-to-Face Fundraising“-Mafia. Ich habe ja geschrieben, dass heute bis zu 80% der Spenden an solche „Spendensammelfirmen“ gehen. Naja, inzwischen sollen es bei schlechter laufenden Aktionen sogar bis zu 95% sein (es gibt ja übrigens auch einen Grund, warum in den letzten zwei Jahren in England plus/minus 10 Fundraisingfirmen dieser Art in Konkurs gegangen sind – es hat sich für die mit ihnen zusammenarbeitenden NGOs nämlich schlichtweg nicht mehr gelohnt)!

Und: Wenn man, wie gesagt genau hinschaut, geht es heutigen Non-Profit-Organisationen nicht selten sogar gar nicht mehr ums helfen, sondern um Prestige, Jobsicherung und nicht zuletzt natürlich auch hohe Löhne. 

Abschliessend möchte ich wieder mal auf die witzigen Bewegungen der meistaufgerufenen kritischen Beiträge über die Corris AG auf Google hinweisen. Immer wenn meine Website viele Male angeklickt ist worden und aufsteigt, ist sie am nächsten Tag wieder an derselben Stelle wie vor dem Anklick-Sturm – Grüessli a’d „Klicker vo Corris“. 😉

Caritas-CH von Kundenliste der Spendenfirma „Corris“ verschwunden – weltweiter Kollaps des Sammelsystems in Reichweite? (8.8.2017)

Katholisches Medienzentrum: Odilo Noti zum Präsidenten gewählt

Weltweit verstricktester Mann im Skandal um „Face-to-Face Fundraisingfirmen“: Caritas Schweiz-Fundraisingchef Odilo Noti

Und natürlich: Es ist zwar löblich, dass die Caritas nun nicht mehr bei Corris ist. Das tut aber nichts zur Sache, dass der Hauptinteressenvertreter der Schweizerischen Hilfswerkspendensammelnden (Noti) ja nach wie vor mit der Hilfswerkkontrollstellenchefin (Ziegerer) liiert ist. Und das ist schlicht nicht akzeptabel. Denn damit ist Noti auch weiterhin unter Druck, dass Sammelsystem zu verteidigen – obwohl er selbst gar nicht dahinter stehen kann(!). Einst gab er nämlich folgendes zu Protokoll: „Mit dieser Art Werbung werden die Spender unter Druck gesetzt. Langfristig ist das kontraproduktiv.“ Und natürlich ist auch seine Frau unter demselben Druck: So gab es auch von der Zewo eine mehr als kuriose 180°-Wende in der Angelegenheit. Denn vor der Ziegerer-Zeit bezeichnete die Zewo die Mitgliederwerbung mit Face-to-Face Fundraisingagenturen à la Corris noch als einen „Witz“. Wenn heute von der Kontrollstelle mal vorsichtige Kritik zum Sammelsystem geäussert wird, ist das schon ein halbes Weltwunder. Von „inakzeptabel“ keine Spur mehr.

Zeitenwende

Prophezeiung des Blogbetreibers: Die dringende Reform des Non-Profit-Sektors wird erst nach dem Zusammenbruch des „Corris“-Sammelsystems in Angriff genommen werden. Dazu benötigt es auch den Zusammenbruch der „Corris“-Hilfswerke (denn das sind die mit der grössten und schlimmsten Lobby). Aber der wird auch stattfinden. Und Achtung: Zewo-Geschäftsführerin Ziegerer ist im Fall auch Präsidentin des ICFO (International Committee on Fundraising Organizations), einem internationalen Zusammenschluss von Hilfsorganisationskontrollstellen wie der Zewo (Dachverband). Wenn die Corris-Hilfswerke fallen, fällt unweigerlich auch die Zewo. Und dann fällt auch das ICFO. Das Ganze wird also auch internationale Folgen haben. Fazit: Mit der Beendigung der Zusammenarbeit von Caritas Schweiz mit der Spendensammelfirma Corris ist ein entscheidendes Ereignis beim Zusammenbruch des Sammelsystems WELTWEIT passiert. Erstens weil nun die verfilzteste, d.h. hauptverantwortlichste Person im Face-to-Face Fundraisingskandal, der das System – zwar gegen den eigenen Willen, aber eben trotzdem – gestützt hat (und dessen Frau ihm dabei durch Nichtintervention sowohl im nationalen als auch internationalen Kontrollbereich gefolgt ist), einschneidend geschwächt wurde.  Und zweitens die Schweizer NGO-Lobby (der „Corris“-Hilfswerke) folglich auch nicht mehr genügend stark war, diese Person in ihrem Sinne zu beeinflussen.

 

DE – Verhasste Spendensammlungen: Weitere Stadt beschleunigt Zusammenbruch des Sammelsystems mit Teilverbot & Ultimatum (2.8.2017)

 Spendensammelnde sprechen oft illegal ausserhalb der Sammelstände an

Der nächste Dominostein ist gefallen: Das deutsche Göttingen hat öffentlich verlauten lassen, dass es Strassen-Spendensammlungen eingeschränkt hat. UND EINE ZUSÄTZLICHE WARNUNG AUSGEPROCHEN: „Wird wieder gegen die Auflagen verstossen, gibt’s ein Bussgeldverfahren und künftig KEINE PLATZVERGABE mehr. Das hat nichts mit dem guten Zweck zu tun, für den geworben wird, sondern mit respektvollem Verhalten.“ Ein Ansprechen und Aufhalten von Personen außerhalb des Standes wäre nämlich untersagt. Denn wer sich informieren oder engagieren wolle, gehe ja von selbst zum Stand.

 

Und noch ein letztes Mal die Liste mit den informativsten neueren Beiträgen/Posts von mir zum Thema:

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

 

Warum jedermann- und -frau, die sich über Spendensammlungen vor Haustür/auf der Strasse aufregt, Strafanzeige machen müsste (26.7.2017)

Vermeintlicher Spendensammler des „Arbeiter-Samariter-Bundes“

Wieviele Bürger und Bürgerinnen nerven sich eigentlich inzwischen über die Nonstop-Spendesammelaktionen auf der Strasse/vor ihrer Haustüre? Und vor allem: Wieviele sind den aufdringlichen Wohltätigkeits-Räubern und -Räuberinnen eigentlich schon auf den Leim gegangen? Trotzdem bleiben die Behörden in den meisten Fällen passiv. Es bleibt also nichts anderes übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen. Nur wie geht man am besten dabei vor? Vielen Menschen ist nicht klar, dass – obwohl von mir und auch schon von anderen Medien zigmal erwähnt – solche Spendenkampagnen rechtlich auf mehr als wackligen Beinen stehen. Wobei hier ausdrücklich diejenigen gemeint sind, die von Sammelfirmen (Fundraisingagenturen) im Namen der Hilfsorganisationen (z.B. Rotes Kreuz, der WWF in Deutschland und der Schweiz, der Arbeiter-Samariter-Bund in Deutschland, die Caritas in der Schweiz, und so weiter und so fort) durchgeführt werden. Das ist aber bei den meisten Aktionen auf der Strasse/vor Haustüren der Fall! Das (rechtliche) Problem: Bei den Aktionen wird der Eindruck erweckt, als würden sie von den Hilfsorganisationen selbst durchgeführt. Dabei sind es ja eben Sammelfirmen,  denen es gar nicht um den guten Zweck geht, sondern im Gegenteil nicht nur um Aufwanddeckung, bwz. einfache Löhne, sondern zusätzlich um mit Spendengeld bezahlten Profit. Aus irgendeinem Grund heisst es nun aber bekanntlich „Non-Profit-Sektor“; da Gewinn sich im gemeinnützigen Bereich nicht rechtfertigen lässt. Die Agenturen verrechnen sich also ungerechtfertigterweise Überschüsse, bzw. eben „Gewinn“ für die eigene Tasche – der ja vor allem an das Management und vor allem die Besitzer und Besitzerinnen ausgezahlt werden wird. So ist der Oberboss von „Appco“, der neben den „DialogDirect“-Netzwerken grössten Face to Face-Fundraisingagentur der Welt, z.B. Milliardär geworden – mit Spendengeld, wie gesagt.

Als Angesprochene/r wird man demzufolge irregeführt, was letztendlich zur Mitgliedschaft führt. Es hat sich nämlich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Mehrzahl der Leute gar nicht mitmachen würde, wenn diese zuvor korrekt über das Arbeitsverhältnis, bzw. die Tatsache, dass hier eben kommerzielle Werbefirmen am Werk sind, informiert worden wären. Da es sich in diesem Sinn mutmasslich um „arglistige Täuschung“ handelt, welche zu den Betrugsformen zählt, kann jedermann und -frau KOSTENLOS Strafanzeige bei örtlicher Polizei oder Staatsanwaltschaft einreichen (teilweise geht das sogar übers Internet mittels „E-Governing“), und zwar wie gesagt wegen „Betrugs“ aufgrund „arglistiger Täuschung“.

 

 

Neuer Youtube-Knaller: „Spendensammler – Ich hasse euch!“ (20.7.2017)

Da hat auch jemand, der inzwischen „im roten Bereich dreht“ bzgl. nervtötender SpendensammlerInnen, ein Video auf Youtube hochgeladen:

 

Hier übrigens nochmal die Liste mit den informativsten neueren Beiträgen/Posts von mir zum Thema:

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

Verhasste Strassenspendensammlungen: Eine Grossstadt mehr greift mit Verbot durch, da Politik auf Nationalebene unfähig dazu ist (18.7.2017)

Unicef Fundraiser talking to people on street

„Unicef? Nein, danke.“

Ein Verbot mehr einer grösseren Stadt. Diesmal ist’s das belgische „Ostende“, welches sich entschieden hat, 2018 keine Standbewilligungen für Spendensammelaktionen auf der Strasse mehr zu vergeben (zur Situation in Belgien, siehe bspw. Post vom Februar). Es ist offensichtlich: Stadtverantwortliche brauchen, da sie von der internationalen Zusammenbruchstendenz dieser Anwerbemethode profitieren, immer weniger Mut, solche Verbote durchzusetzen. Natürlich geht’s aber auch hier nicht ohne läppischen Kommentar eines Hilfswerkvertreters. So reagiert Unicef-Doofmannsprecher Philippe Henon enttäuscht: „Leider ist es aber so, dass die aktive Spendenwerbung auf der Strasse am meisten bringt.“ Bringen tut es langfristig vor allem ein zerstörerisches Image. Aber Hilfswerkverantwortliche sind ja bekanntlich nicht fähig, langfristig zu denken – selbst dann nicht, wenn die lange Frist bereits begonnen hat. Und ausgerechnet Unicef erdreistet sich eine Motzerei; das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Dabei ist Unicef damit doch mitverantwortlich dafür, dass viele hochrangige Politiker und Politikerinnen nichts unternehmen gegen den Sammelnonsens, da die Politik – gerade auf Nationalebene – doch unzweifelhaft durch die UNO tangiert wird, bzw. nicht mehr wirklich unabhängig reagieren kann. Es sei ausserdem in Erinnerung gerufen: Unicef ist selbst auch schon mehrmals in die Schlagzeilen durch die Zusammenarbeit mit Face-to-Face Fundraisingagenturen gekommen. Besonders der erst Ende letzten Jahres in England vorgefallene Skandal sei in Erinnerung gerufen, wo Unicef mit einer Sammelfirma kooperierte, welche Schwerkriminelle angestellt hatte (Post vom 24.11.2016) – was übrigens generell immer wieder vorkommt.

 

Hier übrigens noch eine Liste mit den besten aktuelleren Posts und Beiträgen (natürlich gleich verlinkt):

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

 

 

 

 

Skandal um kommerzielle Haustür- und Strassenspendensammlungen: Situation in Australien eskaliert!!! (4.7.2017)

GRÖSSTE SPENDENSAMMELFIRMA DER WELT GEHT GERICHTLICH GEGEN GROSSE, KRITISCHE MEDIEN VOR!

„Appco“-Oberboss: Der Milliardär Chris Niarchos

 

Die Situation um kommerzielle Haustür- und Strassenspendensammlungen eskaliert komplett. Die grösste Fundraisingagentur der Welt; Appco, deren Besitzer sogar Milliardär ist (siehe Post vom 24.10.2016), hat in Australien gerichtliche Massnahmen gegen eine der wichtigsten australischen Rundfunkgesellschaften „Seven Network“ begonnen. „Seven Network“ hat sich – im Gegensatz zu den deutschsprachigen Medien, die sich von der Riesen-Hilfsorganisationslobby unter Druck setzen lassen, d.h. falsch (siehe bspw. Sternbeitrag vom Mai 2017) oder überhaupt nicht mehr über solche Sammlungen berichten – nicht gescheut, Appco abermals (wie schon der australische TV-Sender ABC – siehe Post vom 25.10.2017) hart zu kritisieren. So hat Seven’s „Sunday Night“ beispielsweise aufgedeckt, dass Appco in nur zwei Jahren um die 100 Millionen australische Dollar (rund 67 Millionen Euro oder 73 Millionen Franken) von Hilfsorganisationen für Spendenaktionen eingenommen hat.

Appco war in Australien bereits 2014 in einen Riesenskandal verwickelt, als herauskam, dass die Agentur, die damals für die Special Olympics sammelte, zwar 12.2 Millionen australische Dollar eingenommen hatte, die Ausgaben für die Aktion aber letztendlich auf 11.7 Millionen kamen – natürlich Witz-Verhältnis.

Natürlich bestreitet Appco alles. Beispielsweise sagt Appco, dass das Geld von separaten Marketingkonten der Hilfsorganisationen komme, und nicht direkt von den Spenden abgezogen wird. Das ist selbstverständlich ein jämmerliches „Trickargument“. Denn es ist doch völlig egal, ob jetzt die Hilfsorganisationen die Aktionen „indirekt“ mit Spendengeld aus ihren Kassen bezahlen oder ob das Geld „direkt“ von den während der Aktionen gewonnenen Spendeneinnahmen abgezogen wird! Tatsache ist, dass die Kosten für die Aktionen im Vergleich zu den Spendeneinnahmen INZWISCHEN so hoch sind, dass sich die Aktionen kaum mehr rentieren (siehe dazu das Interview mit mir als Experten in der österreichischen KirchenZeitung vom März 2017). Und natürlich werden wieder 20 Jahre alte Zahlen vorgeschoben, als das System wirtschaftlich noch rentiert hat (ethisch hat es sich ja von Anfang an nicht rechtfertigen lassen).

Man sieht wieder mal, die Agenturen versuchen mit Hilfe der NGO-Lobby alles, um das System am leben zu halten, und scheuen auch nicht davor zurück, die Medien selbst unter Druck zu setzen, was ich ich übrigens schon selbst erfahren habe mit meinem Beitrag für das Zürcher Magazin „Die Perspektive“ – der inzwischen nur noch in aktualisierterer Form auf dieser Website abrufbar ist. Von Corris habe ich übrigens mittlerweile auch eine Strafanzeige am Hals – was mir allerdings dermassen am Arsch vorbeigeht, dass ich das nicht mal wahrnehme. Das ist ein völlig nutzloses, letztes Aufbäumen, welches die Sache für die Agenturen als auch für die Hilfswerke nur noch schlimmer macht.

Three years on the street fighting against chuggers (July 2017)

Deutsche Version HIER (german version HERE)

 

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Me today

Me five years ago

 

„First, sorry for my English. It is not my mother tongue. I am Swiss and I live in Switzerland.

I’ve worked for two non-profit-organizations for some time. But at some point I quit because I couldn’t stand it anymore that so many of them cooperate with fundraising-companies like „Corris“ in Switzerland or „DialogDirect“ in Austria. Those guys are at every corner now: DialogDirect (street fundraising) and the german firm „Wesser“ (door-to-door fundraising) expanded this system to all over the world and after that other agencies copied it. It’s a scandal. As less and less people are willing to donate, today, on average the full donation-fees of the first two to three years go to the agencies. The system is no longer worth, up to 95% of the donations are lost, it’s just ridiculous. And of course, most of the non-profit-organizations don’t admit this fact! What my solution would be? First, the organizations should hire and train their own staff to do the fundraising and on the other hand there should generally be less non-profit-organizations (and of course much less campaigns like that). I’ve been running this blog against the cooperation between charities and commercial fundraising agencies since a while now. What I do apart from running that blog and advocating for a change? That’s my main purpose in life – I’ve been living on the street for the last 3 years because of that. I want a full ban of this cooperation!

Without doubt, this cooperation is the worst of all the „modern“ fundraising methods in the charity sector.

Here – from human to human – a bond of trust between charity and donor is pretended. It is just pretended, because it simply doesn’t exist. Very often, the chugger (charity mugger) is not from the charity. He or she is, as I said, an employee of a commercial firm, whose goal is not the good cause, but making profit. That means, these firms are not satisfied with having their expenses covered and their fix salaries paid. In addition, they want profit – altough their activity is taking place in the NON-profit-sector (they use the good cause just as a „sales argument“). In the end, they are acting interested/selfishly. The problem: The idea of NON-profit, which is the ethical fundament of every charitable activity, means the opposite: It is not about me, it’s about the other; the one, who is in need. In short: These firms are making profit with non-profit, which is a complete contradiction. Now, of course, certain cooperations between non-profit-organizations (NPO) and profit-organizations are possible, like for example working with a printer: A printer just prints. In terms of content, printing is not a significant activity in the charity sector. Whereas here, it’s about the act of giving, which is prinicipally, like the charitable activity itself, DISINTERESTED or UNSELFISH. So, every donor feels a natural aversion, if the one, who is initiating the wish to donate, comes from an institution, that looks for profit. And now we are back at the beginning: To avoid this aversion, the chugger HAS to pretend to be a charity worker (or even a charity volunteer) – which is dishonest, of course. In other words: This system doesn’t work AT ALL. In the long run, the involved charities are loosing all credibility – FOR SURE. It is literally SUICIDAL for them. And: WE ARE ALREADY IN THE LONG RUN!!!“

And here is my new list of important articles from English-speaking countries about chuggers:

Australia, 22 October 2016: The Sidney Morning Herald: Former chuggers join class action against Appco alleging underpayment of wages (class action against biggest chugging firm in the world)

New Zealand, 30 May 2016: New Zealand Herold: Chuggers legislation to be withdrawn (legislation that would make people collecting donations, signatures or other support disclose whether they are being paid will be withdrawn – despite cross-party support)

Ireland, 18 October 2015: Irish Mail on Sunday: Charity mugger’s dirty tricks (undercover story)

United States of America, 22 July 2009: KBKW: Washington attorney general dings DialogueDirect for deceptive donation tactics (american state enforces rules for anyone who wants to raise money for charity)

Canada, 15 July 2007: The Toronto Star: Charities admit fundraising mess (two prominent Canadian charities – admit to using the discredited fundraising technique)

United Kingdom, 5 July 2002: BBC: Confessions of a street fundraiser (expression „chugger“ first time used)

 

Greetz from Switzerland

Kevin

 

UK-Sheffield News zum Thema Corris & Co. vom 14.5.2018

In Sheffield, einer weiteren der grössten Städte in Grossbritannien, haben Einwohner ihre Frustration über „Wohltätigkeits-Strassenräuber“ im Stadtzentrum kundgetan. Der Stadtrat verspricht nun bald verkündigte Massnahmen…

 

FRUSTRATION ÜBER WOHLTÄTIGKEITS-STRASSENRÄUBER NIMMT ZU

Chugger (Charity mugger) in Sheffield/England

 

Wohltätigkeits-Strassenräuber („Charity muggers“) stoppen Menschen auf der Straße und bitten um Spenden für ihre Sache. Vor kurzem hat die Polizei von South Yorkshire eine öffentliche „Frage & Antwort“-Sitzung auf Facebook abgehalten, bei der die Zunahme der Wohltätigkeits-Strassenräuber ein heißes Gesprächsthema war. Inspektor John Mallows sagte: „Ich teile Ihre Frustration über das Thema. Der Stadtrat befasst sich sehr intensiv mit dem Thema und wird die Öffentlichkeit in naher Zukunft über Massnahmen dagegen informieren.“

Michele Hatton, 38, Lehrbeauftragter von Broomhill, sagt: „Sie versuchen, fast jeden mit ihrem gewinnenden Charakter anzusprechen und ihn in eine einfache Unterhaltung hineinzuziehen. Wenn man dann erstmal drin ist, wird man so in das Gespräch verwickelt, dass man kaum mehr rauskommt. Ich bin ein höflicher Mensch, also ist es schwer, sie zu ignorieren, schließlich setzen sie sich ja scheinbar für die gute Sache ein. Ich habe das Gefühl, dass es gerade im Stadtzentrum ein großes Problem ist, wo die Leute oft einfach ihren Tag verbringen wollen, ohne ein „Mitgefühlsbombardement“ erleben zu müssen, sich schuldig fühlen oder unter Druck gesetzt werden, sich für etwas anzumelden, was sie nicht wollen. Verständlicherweise brauchen Wohltätigkeitsorganisationen einen Weg, um ihre Finanzierungsquellen zu finden, aber das Betteln auf diese unter Druck setzende Weise ist meiner Meinung nach schlecht für das Image dieser Wohltätigkeitsorganisation. Wenn ich eine Wohltätigkeitsorganisation unterstützen will, werde ich das schon tun. In meiner eigenen Zeit und auf meine eigene Art und Weise.“

Der Stadtrat von Sheffield wird in naher Zukunft weitere Neuigkeiten und Strategien zur Bekämpfung des Problems auf seiner Website bekannt geben.

Miglior articolo sulla raccolta fondi in strada (maggio 2018)

Le 1,66 donazioni annuali „inghiottite“ da ogni donatore non sono più corrette (poiché sempre meno persone aderiscono, la quota delle agenzie di raccolta fondi delle donazioni in costante diminuzione è in costante aumento, perché i costi di una campagna sono di solito fissi). Oggi ci sono circa tre donazioni annue(!) che vengono dedotte (questa cifra è in gran parte internazionale). Nell’articolo che segue, sono stato coinvolto come esperto. 

 

WELTWOCHE (SVIZZERA): MERCENARI DELLA BUONA (3.4.2013)

Organizzazioni caritative come Amnesty International si avvalgono dei servizi di società di raccolta professionali. Il nostro editore è stato assunto dal leader di mercato e ha imparato quali metodi vengono utilizzati per privare i passanti dei loro soldi.

Mike mi mostrerà come fare le cose bene. Egli non mette in dubbio se 120 franchi siano un sacco di soldi per la figlia di un apprendista o meno. Chiede a Michelle di togliere il portafoglio e svuotare la moneta sulla superficie dello stand: „Non ti preoccupare, non ti toglieremo nulla“. Vengono impiegati tre Zwei-Fränkler, quattro Ein-Fränkler e alcuni Fünf-Räppler. Mike prende tre Zehn-Räppler e chiede: „Ora avete 30 Rappen in meno. Onestamente, notate che manca il denaro? Michelle scuote un po‘ la testa. Mike dice: „Vedi, non se ne accorgerebbe. Trenta Rappen al giorno non è un problema per voi“.

Michelle, 18 anni, parrucchiera del primo anno, si voltò. Vuole fare una donazione ad Amnesty International. Ora so cosa intendeva Mike quando mi ha insegnato palesemente: „Siamo gli avvoltoi avidi“. Noi, Mike, siamo i giovani dipendenti della Corris AG, di cui faccio parte da questa mattina.

Tutti ci conoscono, ma nessuno conosce la nostra azienda. Siamo noi che ci troviamo nel piazzale della stazione, davanti alla posta o tra la folla e chiediamo a tutti coloro che devono superarci di fare delle donazioni per una buona causa. Diciamo loro che siamo WWF o Vier Pfoten, Pro Infirmis o Pro Juventute, la Federazione dei Sordi o Amnesty International. In realtà, non siamo attivisti o volontari, ma dipendenti temporanei di Corris.

Corris AG è una società di raccolta fondi autorizzata. Tra i suoi 30 clienti figurano quasi tutti i principali enti di beneficenza svizzeri. Secondo le sue stesse dichiarazioni, impiega 1.000 dipendenti a tempo determinato e 60 dipendenti a tempo indeterminato. L’azienda non dice quanto fatturato e quali profitti Corris genera con esso. L’unico fatto noto è che è stata fondata nel 1995 dall’austriaco Gerhard Friesacher, che ne è ancora il principale azionista.

Corris produce rapporti critici da anni. È stato criticato il fatto che i dipendenti non sapessero quasi nulla delle organizzazioni che rappresentano. Nel mese di febbraio, il consumatore mostra „Kassensturz“ ha criticato le condizioni di lavoro presso la Corris. I salari erano inferiori a quanto promesso, si diceva, i dipendenti erano sotto enorme pressione per avere successo. Sono interessato a come si presenta il lavoro. Come funziona Corris? Quali sono i metodi che le persone che raccolgono per beneficenza utilizzano? Come fanno a far uscire i soldi delle persone dalle loro tasche?

Mercoledì, ore 15.30 compongo il numero del Corris. Mi chiamo Andreas e spiego che avevo urgente bisogno di un lavoro. La signora all’altro capo della linea dice che domani ci sarà un evento informativo. Mi manderà un invito non appena riceverà il mio curriculum. Così otterrò una nuova identità: Non sono più il giornalista Christoph Landolt, ma Andreas Landolt, uno studente senza figli e single di scienze politiche che finora ha tenuto la testa sopra l’acqua con lavori strani. Per essere sicuro, mando il curriculum da un indirizzo e-mail anonimo.

Nella zona verde

Giovedì 9, una sala riunioni disadorna a Zurigo Ovest. La sede di Corris si trova in un edificio dell’associazione edilizia Kraftwerk 1 („Urban lifestyle with respect for the weak“) alla fermata Bernoulli. Qui vive la corretta Zurigo. Il consigliere nazionale verde Bastien Girod una volta viveva in un appartamento condiviso al terzo piano. Girod stesso ha lavorato per Corris per qualche tempo e ha imparato a commercializzare se stesso con successo.

Oggi sono venuti tre candidati, accanto a me Erika, una studentessa di storia dell’arte di 26 anni che ha urgente bisogno di soldi, e Mona, una cuoca di 19 anni in pantaloni batik che non vuole più cucinare ma anche guadagnare. L’evento è guidato da Sky, una piccola donna dai capelli biondi artificiali e dall’aspetto sicuro di sé.

„È un lavoro duro“, ci avverte Sky all’inizio. Alcune persone là fuori ci sono davvero cattivo. Questo non deve essere considerato personalmente. „Onestamente“, spiega, „nessuno si ferma volontariamente“. Questo rende ancora più importante creare una piacevole impressione. „La maggior parte delle persone danno perché pensano che tu sia bello“. Non dobbiamo quindi promuovere le buone azioni, ma soprattutto noi stessi.

Sky arriva subito al punto „che interessa tutti di più“: la ricompensa. Ognuno guarda incantato il tavolo proiettato sul muro. Corris paga un salario di base di CHF 135 al giorno, più CHF 15 per le spese di vitto e alloggio. Inoltre, esiste un complicato sistema di bonus che fornisce un unico incentivo: raccogliere più denaro possibile. Ogni donazione guadagna punti, a seconda dell’importo e della frequenza di pagamento. Nel gergo Corris, undici punti (equivalenti a cinque donazioni importanti) si trovano nella „zona verde“ e sono ricompensati con un supplemento di 170 franchi. Ogni venti giorni lavorativi viene offerto un bonus fedeltà di 850 franchi. Se si aggiungono uno o due zeri alla schiena, penso che ci chiamerebbe „bonus cacciatori“. Dopo tutto: Corris conosce già un coperchio bonus. Per evitare eccessi, anche i migliori venditori non possono guadagnare più di CHF 7250 al mese.

Sky dice cinque punti al giorno dovrebbe essere in esso. Erika si chiede cosa succede se non si raggiunge l’obiettivo. „Vedrete: Se non riesci a fare questo, non ti piace il tuo lavoro“.

Poi inizia la valutazione del lavoro più breve. Ognuno dovrebbe introdurre un prodotto di fantasia, io un „video bicchieri“. Abbiamo due minuti per inventare le caratteristiche del prodotto, poi presentiamo il nostro spot agli altri. Saremo poi chiamati uno dopo l’altro per il colloquio vero e proprio. Il cuoco viene licenziato, lo storico dell’arte è a un giro di distanza. Sarò l’ultimo. Sky loda la mia creatività. Non ha domande su di me. Lei dice che pensa che io sia bravo in questo lavoro.

Erika ed io riceviamo un „contratto quadro per lavori di guardia“ della durata di tre mesi. Il contratto prevede inoltre un rigoroso obbligo di segretezza nei confronti dei giornalisti. Io firmerò comunque. Un dipendente Corris non ha strette di mano o sorrisi, ma solo un sacchetto di carta. La mia ha una maglietta gialla e una giacca antipioggia con il logo di Amnesty International. Le cose del mio collega dicono „Helvetas“ su di loro. Ora siamo i cosiddetti „dialoger“. Due su mille che noleggiano con Corris ogni anno.

„Aiuto allo sviluppo e simili“

Nel frattempo è mezzogiorno, ora inizia il corso di crash. Anche se siamo stati assegnati a due organizzazioni completamente diverse, Erika ed io stiamo seguendo la stessa formazione. So poco dei progetti concreti di Amnesty International . Il mio collega sa solo che Helvetas „Entwicklungshilfe und so“ opera, ma non importa, qui e ora si tratta di massimizzare le donazioni. Che si tratti di salvare alberi, animali, donne o bambini, il principio è sempre lo stesso: i passanti devono essere afferrati dalla loro coscienza colpevole. „Basta parlare di bambini soldato e di sfratti“, raccomanda Sky. „E non dire nulla contro la pena di morte, è solo una discussione“. Se volevamo saperne di più su Helvetas e Amnesty, dovremmo visitare i loro siti web.

La nostra formazione inizia con un gioco di ruolo. Sto imitando un passante. Il cielo mi mostrerà come farlo. Utilizza il suo dialogo standard, che è stato praticato cento o mille volte: „Cosa fareste se qualcuno improvvisamente si trovasse davanti alla vostra porta con una pistola e dicesse: „Dovete uscire““, mi studiasse la coscienza e mi fissasse con forza. Poi vuole sapere: „Quante persone pensi siano colpite da sfratti?

Un mostro che non è d’accordo

Le domande sono puramente retoriche, Sky non mi lascia mai la possibilità di rifiutare nulla durante tutta la conversazione. Il cappio intorno alla mia coscienza diventa sempre più stretto, ma poi Sky offre una via d’uscita: „Pensi che sia positivo che ci battiamo per i diritti umani“? Un mostro se non sei d’accordo. „Cosa ne pensi valga la pena? Che domanda. Il cielo mi ha avvolto senza sforzo.

Riceviamo volantini, uno con consigli generali („Creare comunanze, piccole chiacchiere“) e uno con „scuse classiche“ tra cui contro-esempi corrispondenti. Un terzo opuscolo è dedicato alla cosiddetta „transizione di forma“ – il momento in cui si chiede al passante di pagare. La transizione forma è la cosa più importante in tutta la conversazione, impariamo, e allo stesso tempo il momento più delicato. La domanda sbagliata è: „Vuoi sostenerci? „Pensi che sia bene aiutare i bambini bisognosi? E‘ una di quelle domande chiuse a cui nessun passante può rispondere con un no. Questa è la base della nostra filosofia di vendita.

Poi impariamo come ottenere che il donatore dia di più di quello che voleva. Il trucco numero uno è quello di suddividere la tassa annuale in canapè più piccoli e digeribili. Venti franchi al mese suonano come meno di 240 franchi all’anno. Il cielo ci affila: Dovremmo chiedere „mai, mai, mai“ una tassa annuale, ma sempre una tassa mensile. Gli impiegati della Corris come Mike parlano addirittura di 30 centesimi al giorno invece di 120 franchi all’anno. Naturalmente, tutto questo è valido solo per la durata della sperimentazione. Alla fine, quando compileremo il modulo, ne aumenteremo di nuovo il numero a un anno.

La figura numero due è l’importo del contributo minimo. Solo coloro che danno un minimo di CHF 120 all’anno (o 10 al mese) sono autorizzati a sostenere Amnesty International. Sky ci dice che non valeva la pena di ridurre i contributi „semplicemente a causa degli oneri amministrativi“.

Il trucco numero tre è il più ingegnoso del repertorio Corris: Sky ci consiglia di non chiedere una somma, ma di proporne una – „Basta dire che normalmente si danno 40-60 franchi al mese“. Ciò ammonterebbe a 480-720 franchi all’anno. Se volete dare di meno, dovete negoziarlo con la vostra coscienza.

Lo studente di storia dell’arte Erika dubita: La gente dà davvero tanto? Sul suo sito web, Corris fa riferimento a campagne per le quali la tassa media annuale è „ben superiore a CHF 100.-„. In gergo „Dialoger“, che sarebbe di circa 10 franchi al mese – da quattro a sei volte meno di quanto dovremmo mostrare ai donatori. Il cielo sorride complice: „La maggior parte dà 10-40 franchi al mese. Ma un po‘ di fibbing è permesso, è una buona cosa“.

Si consiglia di addebitare direttamente sul conto

Alla fine arriviamo alla questione dell’addebito diretto (LSV). Solo quando un benefattore dà il suo indirizzo e accetta di donare una certa somma, noi chiediamo il numero del conto. Grazie all’LSV, la donazione viene trasferita automaticamente e regolarmente.

Sky ci consegna un ultimo opuscolo: „Argomenti per l’adesione tramite addebito diretto“. Sono elencate otto prestazioni, tra cui „Le „polizze di versamento costano“ oppure: „Gli invii di lettere possono essere salvati e quindi il lavoro può essere svolto in modo più ecologico“. Tuttavia, non vi è alcuna menzione del più importante di tutti gli argomenti: le persone che sono automaticamente addebitato denaro sui loro conti di solito donare per anni. Non perché siano donatori più soddisfatti, ma semplicemente perché dimenticano l’ordine permanente e lo lasciano continuare. Questo è il quarto trucco.

L’LSV è dunque una condizione? Oppure chi vuole conservare i dati del proprio conto può anche donare con polizza di versamento? „Se davvero vuole, può, naturalmente,“ dice Sky, un po‘ infastidito. I regolamenti di Zewo, l’organizzazione di autoregolamentazione del settore delle ONG, lo vogliono in questo modo.

Sky ci dice che „Direct Dialog“ è a buon mercato rispetto agli spot televisivi e altri metodi. Questo può essere vero in relazione al reddito totale che arriva nel corso degli anni grazie ai fedeli (o: dimentichi) donatori. Ma quanto è grande lo sforzo che i „dialoganti“ fanno in cifre assolute?

Sky dice che i clienti hanno pagato 850 franchi al giorno per ogni „dialoger“. Questo numero è stato a lungo considerato come il segreto meglio custodito nel settore. Su richiesta di Weltwoche, Corris conferma per la prima volta che i clienti pagano una somma forfettaria da „800 a 850 franchi“ per dipendente e per giorno di lavoro.

Il portavoce di Amnesty, Alexandra Karle, tace sul costo totale dell’attuale campagna, ma dice che sono stati ordinati mille giorni-uomo. Ciò significa che Amnesty dovrà pagare 850 000 franchi per la missione Corris. I „dialoganti“ devono prima farsi carico di queste spese.

Quanto tempo ci vuole prima che la campagna venga pagata e le prime donazioni confluiscano in un progetto concreto? Corris pubblicizza sul proprio sito web una campagna di riferimento per un’organizzazione del settore sanitario in cui il „break-even dopo venti mesi“ è stato raggiunto. In parole povere: tutte le donazioni ricevute durante i primi 1,66 anni sono andate a Corris. Solo ciò che è venuto dopo è sfociato in una buona causa.

Quando il punto di pareggio della campagna di amnistia sarà superato, non è possibile quantificarlo, ma se i valori della campagna di riferimento della Corris saranno trasferiti ad Amnesty, il punto di pareggio sarà raggiunto tra 20 mesi, all’inizio del 2015. Il portavoce di Amnesty, Karle, non vuole fornire cifre concrete, ma conferma questo ordine di grandezza. „Fondamentalmente, dal secondo anno in poi, ci ripaga“.

Una donazione di un anno va completamente a Corris. Se il deposito viene effettuato per due anni, le spese di assunzione sono a malapena a carico del candidato. Non sorprende quindi che si preferiscano i donatori di addebito diretto. E‘ solo grazie a LSV che il sistema Corris dà i suoi frutti per le organizzazioni umanitarie. Dopo un’ora l’allenamento è terminato. Il mio primo incarico è previsto per giovedì prossimo, quando e dove non è ancora chiaro. Il mercoledì sera prima ottengo l’ora e il luogo via SMS.

Il boss sulla Schwanenplatz

Giovedì, ore 10.45, Schwanenplatz a Lucerna. Il nostro team è composto da quattro „dialoger“. Accanto a me, il rookie, sono due che hanno il loro ultimo giorno. Geronimo, un tedesco ventenne con un sorriso costante, fa il suo lavoro da tre mesi. Ora vuole fare un viaggio, forse in India. Zora vuole studiare, forse psicologia, ne ha abbastanza dopo otto giorni. Capo della truppa è Mike, quella con i 30 centesimi. In realtà Mike è un macellaio addestrato, ma „non meriti niente“. È stato con Corris per un anno e mezzo. Ha anche suonato la Croce Verde o l’attivista Swissaid. Nessuno è membro di Amnesty International. Siamo mercenari nella lotta per il bene.

Le persone passano. Il nostro stand, composto da un cubo d’acciaio in cui nascondiamo le nostre forme, e alcuni manifesti gialli di Amnesty, sembra luce solare scintillante. Chiunque abbia guardato inavvertitamente volge gli occhi. Tutti fissano la parola, per non essere presi in considerazione. Non possono ancora sfuggire a Mike. „Stop“, ordina, più forte e più chiaro di qualsiasi altro poliziotto di Lucerna. A coloro che mormorano di non avere tempo, chiede: „Non hai mai tempo, devi prenderlo“. Egli fa sapere a coloro che dicono di dover lavorare: „Che cosa significa dover lavorare? Sapete quante persone vorrebbero lavorare ma non possono lavorare“? Mike è il capo della Schwanenplatz.

Finalmente qualcuno si ferma, è Michelle, il futuro parrucchiere. Non devo convincerli dei diritti umani prima di tutto. Michelle vuole fare del bene con tutto il cuore. Lei è disposta a darmi il suo nome e indirizzo. Solo quando devo dirle che i 30 franchi che voleva dare non sono purtroppo sufficienti, il suo stato d’animo di spesa scompare. „Sai, mi piacerebbe molto“, supplica Michelle. „Ma io pago solo 350 franchi al mese“. Sono miserabile. Non è piacevole convincere un’adolescente che non ha abbastanza per vivere da sola per spendere soldi. Per fortuna, l’idealista professionista Mike mi salva. Michelle non ha nulla contro il 30-centima acrobazia – firma.

Non ci sono polizze di versamento

Centinaia di persone si precipitano attraverso la Schwanenplatz e ci ignorano. Come se sapessero che non siamo attivisti per i diritti umani, ma solo ingranaggi di una raccolta fondi ben lubrificata. Il cielo aveva ragione: è un lavoro con le ossa. A parte un pensionato che vuole lamentarsi con me del governo, nessuno si ferma a lungo.

Poi comincio a parlare con un uomo, indossa una giacca trapuntata e sembra amichevole attraverso gli occhiali di nichel rotondi. È così che immaginate un simpatizzante dell’amnistia. E infatti, l’uomo pensa che l’organizzazione è buona. E‘ felice di sostenerci. Ma solo se riceve una polizza di versamento. „Non voglio l’addebito diretto, sto perdendo di vista“, dice. Secondo Zewo, questo è il suo diritto. Secondo la normativa, i donatori dovrebbero sempre avere la scelta di pagare con addebito diretto, polizza di versamento o in contanti. Anche Amnesty International porta il sigillo Zewo.

Ma dove sono le polizze di versamento? All’interno dello stand? Mike dice: „Non abbiamo cedole per il pay-in, mi dispiace“. Una volta distribuite le polizze di versamento, ma la risposta è stata troppo esigua, rinvia la spiegazione. Fuori qui, la legge della strada, senza regole Zewo. L’uomo non vuole partecipare in queste circostanze, ci augura buona fortuna e se ne va.

Poi non succede nulla per molto tempo. „Grüezi, sono di Amnesty International“, ripeto più e più volte – e mi scalfisco per la frode all’etichettatura. Solo di tanto in tanto qualcuno si ferma. Un giovane si chiede per primo: „Sei di Corris? Quando dico sì, va avanti. Ho fatto qualcosa di sbagliato? Cosa dicono i miei colleghi quando viene loro chiesto del datore di lavoro?

Onestamente, chi avrebbe donato a Corris?

„Dico sempre di essere Amnesty’s“, dice Geronimo. „Ma se qualcuno ti chiede direttamente, devi dire la verità“. C’è qualche possibilità che il passante continui a partecipare? Zora e Geronimo sono d’accordo: „No, non accadrà“. Onestamente, chi avrebbe donato a Corris?

Per Corris AG si tratta di un dilemma: da un lato, per non scoraggiare i donatori, l’azienda non vuole menzionare il loro nome. D’altro canto, sarebbe disonesto. Corris risolve il problema in modo che il nome sia dichiarato nel modo più discreto possibile: Sullo stand, la parola „Corris“ è così profonda che solo i bambini e i cani potevano leggerla. Sulla mia carta d’identità di dipendente, il nome è quattro volte più piccolo del logo di Amnesty International. Sul modulo di adesione il riferimento a Corris è stampato in piccolo e in senso trasversale, in modo che si dovrebbe girare la nota di novanta gradi. Il logo Zewo, che solo Amnesty, ma non Corris, può decorare, è rosso e molto più grande.

14.00, infine: il mio secondo donatore va online. L’onorevole Tanner, un uomo di circa 50 anni con i baffi, non ha bisogno di essere lavorato a lungo. Riceve una breve spiegazione e decide spontaneamente di dare qualcosa. Dovrebbe essere di cinquanta franchi all’anno, cioè settanta troppo poco. Gli insegno gentilmente che purtroppo non è possibile. Non riesco a spiegare perché il contributo minimo sia così alto, quindi vi dico qualcosa sui „costi amministrativi“. Mi aiuta di nuovo l’attivista professionista Mike. Parla di dieci franchi al mese, che non è molto. Con mio grande stupore, Tanner sta andando avanti. Quando gli spiego la procedura di addebito diretto, non pone domande, ma segni, prende la ricevuta e mi ringrazia.

Alle 15.00 la metà della giornata di raccolta è terminata. A questo punto, io e Mike abbiamo vinto due donatori ciascuno, gli altri due zero. Insieme abbiamo riscosso premi per un importo di poco inferiore a CHF 500.- all’anno. Se continueremo così fino a sera, ci vorranno tre anni per pagare le spese che abbiamo causato quattro volte quel giorno. Il denaro non confluirà nelle attività di Amnesty in materia di diritti umani fino al 2016. E solo se i nostri donatori depositano così a lungo.

Quando tolgo la giacca di Amnesty dopo il primo e l’ultimo giorno di lavoro per Corris, provo sentimenti ambivalenti. La mia missione ha avuto successo, certamente. Due moduli compilati sono in tasca. In realtà, sarei lieto se avessi due persone generose a fare qualcosa per i diritti umani. Ma non ho truffato due persone in buona fede?

„Almeno il novanta per cento“.

Ho fatto del mondo un posto migliore o, soprattutto, ho arricchito il proprietario della Corris AG? Le parrucchiere Michelle e Mr Tanner credono di avere a che fare con idealisti che sono scesi volontariamente in piazza per una buona causa? Ha l’impressione che siamo davvero di Amnesty International ? Di ritorno in redazione, li chiamo per la garanzia della qualità.

Michelle dice che „si sentiva un po ‚persuaso già. Di solito correva da persone come me. „So di avere ancora troppo poca personalità per dire di no“. Ma con me aveva la sensazione che il mio idealismo fosse reale. E pensava che fosse per una buona causa. Michelle ha assunto che „guadagniamo un po'“.

L’onorevole Tanner è soddisfatto della nostra conversazione. Non sa per quanto tempo vuole rimanere patrono di Amnesty, magari uno o due anni. Quanto denaro pensa che vada a finire a destinazione? Tanner stima che dopo la deduzione dei costi amministrativi, „almeno il novanta per cento“ sia speso per le attività relative ai diritti umani. Pensava che fossi uno studente che „poteva guadagnare una paghetta“, ma che lavora direttamente per Amnesty.

Quando dico al signor Tanner che dei suoi 240 franchi, che ha voluto donare per due anni, si stima che 40 franchi andranno ad Amnesty e che in realtà io sono un dipendente su commissione di un’azienda orientata al profitto, il signor Tanner scopre che „non va bene“. Mi chiede di mettere la sua forma nella spazzatura.

 

 

 

 

 

Mejor artículo sobre recaudadores de fondos en la calle (Mayo 2018)

Los 1,66 donativos anuales „tragados“ por cada donante ya no son correctos (a medida que cada vez menos personas se unen, la parte de las agencias de recaudación de fondos de los donativos en constante disminución aumenta constantemente, porque los costes de una campaña suelen ser fijos). Hoy en día hay alrededor de tres donaciones anuales (!) que se deducen (esta cifra es en gran parte internacional). En el siguiente artículo, me involucré como experto.

 

WELTWOCHE (SUIZA): MERCENARIOS DE LOS BUENOS (3-4-2013)

Organizaciones benéficas como Amnistía Internacional confían en los servicios de empresas profesionales de cobranza. Nuestro editor fue contratado por el líder del mercado y aprendió qué métodos se utilizan para privar a los transeúntes de su dinero (EUR 1.00 = CHF 1.20).

Mike me enseñará a hacer las cosas bien. No discute si 120 francos es mucho dinero para la hija de un aprendiz o no. Le pide a Michelle que saque su billetera y vacíe la moneda en la superficie del stand: „No te preocupes, no te quitaremos nada“. Tres Zwei-Fränkler, cuatro Ein-Fränkler y algunos Fünf-Räppler están desplegados. Mike toma tres Zehn-Räppler y pregunta: „Ahora tienes 30 Rappen menos. Honestamente, ¿notas que falta dinero?“ Michelle sacude un poco la cabeza. Mike dice, „Ves, no te darías cuenta. Treinta Rappen al día no es problema para ti“.

Michelle, 18 años, peluquera de primer año, se entregó. Quiere hacer una donación a Amnistía Internacional. Ahora sé a qué se refería Mike cuando me enseñó descaradamente: „Somos los buitres codiciosos“. Nosotros, Mike, somos los jóvenes empleados de Corris AG, de la que formo parte desde esta mañana.

Todos nos conocen, pero nadie conoce nuestra compañía. Nosotros somos los que nos paramos en la plaza de la estación, frente a la oficina de correos o entre la multitud y pedimos a todos los que tienen que superarnos que hagan donaciones para una buena causa. Les decimos que somos WWF o Vier Pfoten, Pro Infirmis o Pro Juventute, la Federación de Sordos o Amnistía Internacional. De hecho, no somos activistas ni voluntarios, sino empleados temporales de Corris.

Corris AG es una organización autorizada para recaudar fondos. Entre sus 30 clientes se encuentran casi todas las organizaciones benéficas más importantes de Suiza. Según sus propias declaraciones, emplea a 1.000 empleados temporales y 60 empleados permanentes. La empresa no dice cuánto volumen de negocios y qué beneficios genera Corris con él. Lo único que se sabe es que fue fundada en 1995 por el austriaco Gerhard Friesacher, que sigue siendo su principal accionista.

Corris ha estado produciendo informes críticos durante años. Se criticó que los empleados apenas supieran nada sobre las organizaciones que representan. En febrero, el programa de consumidores „Kassensturz“ criticó las condiciones de trabajo en Corris. Los salarios eran más bajos de lo prometido, se dijo, los empleados estaban bajo una enorme presión para tener éxito. Me interesa saber cómo es realmente el trabajo. ¿Cómo funciona Corris? ¿Qué métodos utilizan las personas que recolectan para fines benéficos? ¿Cómo sacan el dinero de la gente de sus bolsillos?

Miércoles, 3:30 p.m. Marco el número de Corris. Me llamo Andreas y explico que necesitaba un trabajo urgentemente. La señora del otro lado de la línea dice que habrá un evento informativo mañana. Me enviará una invitación tan pronto como reciba mi currículum. Así que conseguiré una nueva identidad: Ya no soy el periodista Christoph Landolt, sino Andreas Landolt, un estudiante de ciencias políticas sin hijos y soltero que hasta ahora ha mantenido la cabeza fuera del agua con trabajos esporádicos. Para estar seguro, envío el currículum desde una dirección de correo electrónico anónima.

En la zona verde

Jueves, 9 a.m., sala de reuniones sin adornos en Zurich Oeste. Las oficinas de Corris se encuentran en un edificio de la asociación de edificios y viviendas Kraftwerk 1 („Urban lifestyle with respect for the weak“) en la parada de Bernoulli. Aquí vive la Zurich correcta. El Consejero Nacional Verde Bastien Girod una vez vivió en un apartamento compartido en el tercer piso. El mismo Girod trabajó para Corris durante algún tiempo y aprendió a comercializarse con éxito.

Hoy han venido tres solicitantes, junto a mí Erika, una estudiante de historia del arte de 26 años que necesita dinero urgentemente, y Mona, una cocinera de 19 años con pantalones de batik que ya no quiere cocinar pero que también quiere ganar algo. El evento está dirigido por Sky, una mujer pequeña con cabello rubio artificial y apariencia segura de sí misma.

„Es un trabajo duro“, nos advierte Sky desde el principio. Algunas personas ahí fuera son realmente traviesas. Eso no debe tomarse como algo personal. „Honestamente“, explica, „nadie se detiene voluntariamente“. Esto hace que sea aún más importante crear una impresión agradable. „La mayoría de la gente da porque piensa que eres bueno.“ Así que no tenemos que promover las buenas obras, sino principalmente a nosotros mismos.

Sky llega rápidamente al punto „que más interesa a todos“: la recompensa. Todos se ven hechizados ante la mesa proyectada en la pared. Corris paga un salario básico de 135 francos al día, más 15 francos por gastos de alimentación. Además, existe un complicado sistema de bonos que proporciona un único incentivo: recaudar la mayor cantidad de dinero posible. Cada donación gana puntos, dependiendo de la cantidad y la frecuencia de pago. En la jerga de Corris, once puntos (equivalentes a cinco donaciones mayores) se encuentran en la „zona verde“, que es recompensada con 170 CHF adicionales. Cada veinte días laborables hay un bono de fidelidad de 850 francos. Si añades uno o dos ceros al reverso, creo que nos llamarías „cazadores de bonificaciones“. Después de todo: Corris ya conoce una tapa extra. Para evitar excesos, incluso los mejores vendedores no pueden ganar más de CHF 7250 al mes.

Sky dice que debería tener cinco puntos al día. Erika pregunta qué pasa si no llegas a la meta. „Ya lo verás: Si no puedes hacer esto, no disfrutas de tu trabajo“.

Entonces comienza la evaluación del trabajo más corta. Todo el mundo debería introducir un producto de fantasía, yo una „gafas de vídeo“. Tenemos dos minutos para inventar las características del producto, luego presentamos nuestro comercial a los demás. A continuación, se nos llamará uno tras otro para la entrevista real. El cocinero está despedido, el historiador del arte está a una ronda de distancia. Yo seré el último. Sky elogia mi creatividad. No tiene preguntas sobre mí. Dice que cree que soy bueno en este trabajo.

A Erika y a mí nos dan un „contrato marco de trabajo de guardia“ de tres meses. El contrato también incluye una estricta obligación de secreto hacia los periodistas. Firmaré de todos modos. No hay apretón de manos ni sonrisa de un empleado de Corris, sólo una bolsa de papel. La mía tiene una camiseta amarilla y una chaqueta para la lluvia con el logotipo de Amnistía Internacional. Las cosas de mi colega dicen „Helvetas“ en ellas. Ahora somos los llamados „dialogadores“. Dos de cada mil que contratan a Corris cada año.

„Ayuda al desarrollo y demás“

Mientras tanto es mediodía, ahora comienza el curso intensivo. Aunque fuimos asignados a dos organizaciones completamente diferentes, Erika y yo estamos en el mismo entrenamiento. Sé poco sobre los proyectos concretos de Amnistía Internacional. Mi colega sólo sabe que Helvetas „Entwicklungshilfe und so“ funciona, pero eso no importa, aquí y ahora se trata de maximizar las donaciones. Ya se trate de salvar árboles, animales, mujeres o niños, el principio es siempre el mismo: tenemos que agarrar a los transeúntes por su conciencia culpable. „Sólo hablemos de niños soldados y desalojos“, recomienda Sky. „Y no digas nada en contra de la pena de muerte, es sólo una discusión.“ Si queríamos saber más sobre Helvetas y Amnistía, deberíamos visitar sus sitios web.

Nuestro entrenamiento comienza con un juego de roles. Estoy imitando a un transeúnte. Sky me enseñará a hacerlo. Ella utiliza su diálogo estándar, que ha sido practicado cientos o miles de veces: „¿Qué harías si de repente alguien se parara frente a tu puerta con un arma y te dijera:’Tienes que salir'“, investiga mi conciencia y me arregla con fuerza. Luego quiere saber: „¿Cuántas personas crees que están afectadas por los desalojos?“.

Un monstruo que no está de acuerdo

Las preguntas son puramente retóricas, Sky nunca me deja la oportunidad de rechazar nada durante toda la conversación. La soga alrededor de mi conciencia se aprieta cada vez más, pero entonces Sky ofrece una salida: „¿Crees que es bueno que defendamos los derechos humanos?“ Un monstruo si no estás de acuerdo. „¿Cuánto crees que vale?“ Qué pregunta. El cielo me envolvió sin esfuerzo.

Recibimos folletos, uno con consejos generales („Creating commonalities, small talk“) y otro con „excusas clásicas“ incluyendo contra-ejemplos. Un tercer folleto está dedicado a la llamada „transición de forma“ – el momento en que se pide al transeúnte que pague. La transición de forma es lo más importante en toda la conversación, aprendemos, y al mismo tiempo el momento más delicado. La pregunta equivocada es: „¿Te gustaría apoyarnos?“ „¿Crees que es bueno que ayudemos a los niños necesitados?“ Es una de esas preguntas cerradas que ningún transeúnte puede contestar con un no. Esta es la base de nuestra filosofía de ventas.

Luego aprendemos cómo conseguir que el donante dé más de lo que realmente quería. El truco número uno es dividir la cuota anual en canapés más pequeños y más digeribles. Veinte francos al mes suena como menos de 240 francos al año. El cielo nos está afilando: Debemos „nunca, nunca, nunca“ pedir una cuota anual, pero siempre una cuota mensual. Los empleados muy inteligentes de Corris, como Mike, hablan incluso de 30 céntimos al día en lugar de 120 francos al año. Por supuesto, todo esto sólo es válido durante la duración del juicio. Al final, cuando rellenamos el formulario, aumentamos el número a un año de nuevo.

El truco número dos es la cantidad de la contribución mínima. Sólo los que dan un mínimo de 120 francos suizos al año (o 10 al mes) pueden apoyar a Amnistía Internacional. Sky nos dice que las contribuciones más bajas „simplemente por la carga administrativa“ no valían la pena.

El truco número tres es el más ingenioso del repertorio de Corris: Sky nos aconseja no pedir una suma, sino sugerir una suma: „Sólo digamos que la gente normalmente da de 40 a 60 francos al mes“. Eso sería de 480 a 720 francos por año. Si quieres dar menos, tienes que negociar con tu propia conciencia.

La estudiante de historia del arte Erika duda: ¿Realmente la gente da tanto? En su sitio web, Corris hace referencia a campañas para las que la cuota anual media es „muy superior a 100 francos suizos“. En la jerga „Dialoger“, eso equivaldría a unos 10 francos al mes, entre cuatro y seis veces menos de lo que deberíamos mostrar a los donantes. Sky sonríe cómplice: „La mayoría da de 10 a 40 francos al mes. Pero un poco de mentira está permitido, es algo bueno“.

Es mejor debitar directamente de su cuenta

Al final llegamos a la cuestión de la domiciliación bancaria (LSV). Sólo cuando un cliente dicta su dirección y acepta donar una cierta cantidad, le pedimos el número de cuenta. Gracias a LSV, la donación se transfiere automática y regularmente.

El cielo nos da un folleto final: „Argumentos para la adhesión por domiciliación bancaria“. Se enumeran ocho beneficios, incluyendo: „Las hojas de pago cuestan dinero“, o: „Los envíos de cartas pueden ahorrarse y, por lo tanto, el trabajo puede realizarse de forma más respetuosa con el medio ambiente“. Sin embargo, no se menciona el más importante de todos los argumentos: las personas a las que se les carga automáticamente dinero de sus cuentas suelen donar durante años. No porque sean donantes más satisfechos, sino simplemente porque olvidan la orden permanente y la dejan continuar. Ese es el truco número cuatro.

Entonces, ¿la LSV es una condición? ¿O puede alguien que quiere guardar la información de su cuenta para sí mismo también donar por medio de un recibo de pago? „Si realmente quiere, puede, por supuesto“, dice Sky, un poco molesto. Los reglamentos de Zewo, la organización autorreguladora del sector de las ONG, así lo quieren.

Sky nos dice que „Diálogo Directo“ es barato comparado con los anuncios de televisión y otros métodos. Esto puede ser cierto en relación con los ingresos totales que se obtienen a lo largo de los años gracias a los donantes fieles (u olvidadizos). Pero, ¿cuán grande es el esfuerzo que hacen los „dialogadores“ en cifras absolutas?

Sky dice que los clientes pagaban 850 francos por „dialogador“ al día. Este número fue considerado durante mucho tiempo como el secreto mejor guardado de la industria. A petición de Weltwoche, Corris confirma por primera vez que los clientes pagan una suma global de „800 a 850 francos“ por empleado y día de trabajo.

La portavoz de Amnistía, Alexandra Karle, guarda silencio sobre el coste total de la actual campaña, pero dice que se han ordenado mil días-hombre. Esto significa que Amnistía tendrá que pagar 850.000 francos por la misión Corris. Los „dialogadores“ deben primero traer estos gastos.

¿Cuánto tiempo transcurre antes de que la campaña sea pagada y las primeras donaciones fluyan a un proyecto concreto? Corris anuncia en su página web una campaña de referencia para una organización del sector de la salud en la que se ha alcanzado el „punto de equilibrio después de veinte meses“. En lenguaje sencillo: Todas las donaciones recibidas durante los primeros 1.66 años fueron para Corris. Sólo lo que vino después se convirtió en una buena causa.

Cuando se supere el punto de equilibrio de la campaña de Amnistía no puede cuantificarse, pero si se transfieren los valores de la campaña de referencia de Corris a Amnistía, el punto de equilibrio se alcanzará en 20 meses, a principios de 2015. La portavoz de Amnistía, Karle, no quiere dar cifras concretas, pero confirma este orden de magnitud. „Básicamente, a partir del segundo año, vale la pena para nosotros.“

Una donación de un año va completamente a Corris. Si usted deposita por dos años, apenas cubrirá los costos de su reclutamiento. Por lo tanto, no es sorprendente que se prefiera a los donantes de débito directo. Sólo gracias a LSV, el sistema Corris resulta rentable para las organizaciones de ayuda. Después de una hora el entrenamiento ha terminado. Mi primera tarea está prevista para el próximo jueves, donde y cuando aún no está claro. El miércoles por la noche antes de recibir la hora y el lugar por SMS.

Jefe en la Schwanenplatz

Jueves, 10.45 a.m., Schwanenplatz en Lucerna. Nuestro equipo está formado por cuatro „dialogadores“. Junto a mí, el novato, dos están teniendo su último día. Gerónimo, un alemán de 20 años con una sonrisa constante, ha estado haciendo el trabajo durante tres meses. Ahora quiere hacer un viaje, quizás a la India. Zora quiere estudiar, tal vez psicología, ya ha tenido suficiente después de ocho días. El jefe de la tropa es Mike, el de los 30 centavos. En realidad Mike es un carnicero entrenado, pero „no mereces nada“. Lleva un año y medio con Corris. También ha hecho de activista de la Cruz Verde o de Swissaid. Nadie es miembro de Amnistía Internacional. Somos mercenarios en la lucha por el bien.

La gente está pasando. Nuestro stand, que consiste en un cubo de acero en el que escondemos nuestros formularios y algunos carteles amarillos de Amnistía, parece luz solar brillante. Cualquiera que haya mirado inadvertidamente aparta la mirada. Todo el mundo está mirando al suelo, no para ser dirigido. Todavía no pueden escapar de Mike. „¡Alto!“, ordenó, más alto y claro de lo que cualquier policía de Lucerna se atrevería. A los que murmuran que no tienen tiempo, les dice: „Nunca tienes tiempo, tienes que tomarlo. Les dice a los que dicen que tienen que trabajar: „¿Qué significa tener que hacerlo? ¿Sabes a cuánta gente le gustaría trabajar pero no puede?“ Mike es el jefe en el Schwanenplatz.

Finalmente alguien se detiene, es Michelle, la futura peluquera. No tengo que convencerlos primero de los derechos humanos. Michelle quiere hacer el bien con todo su corazón. Está dispuesta a darme su nombre y dirección. Sólo cuando tengo que decirle que los 30 francos que quería dar no son, por desgracia, suficientes, su estado de ánimo para gastar desaparece. „Sabes, me encantaría“, ruega Michelle. „Pero sólo gano 350 francos al mes.“ Soy miserable. No es agradable persuadir a una adolescente que no tiene lo suficiente para vivir para gastar dinero. Por suerte, el idealista profesional Mike me salva. Michelle no tiene nada en contra del truco de los 30 centavos, ella firma.

No hay recibos de pago

Cientos de personas se apresuran a cruzar la Schwanenplatz y nos ignoran. Como si supieran que no somos activistas de derechos humanos, sino sólo engranajes en una recaudación de fondos bien lubricada. Sky tenía razón. Es un trabajo de huesos. Aparte de un pensionista que quiere quejarse del gobierno conmigo, nadie se detiene en mucho tiempo.

Entonces empiezo a hablar con un hombre, que lleva una chaqueta acolchada y parece amigable a través de las gafas redondas de níquel. Así es como te imaginas a un simpatizante de la amnistía. Y de hecho, el hombre piensa que la organización es buena. Él está feliz de apoyarnos. Pero sólo si recibe un recibo de pago. „No quiero débito directo, estoy perdiendo la cuenta“, dice. Según Zewo, ese es su derecho. De acuerdo con la normativa, los donantes siempre deben tener la opción de pagar mediante débito directo, recibo de pago o en efectivo. Amnistía Internacional también lleva el sello de Zewo.

¿Pero dónde están los recibos de pago? ¿Dentro del estrado? Mike dice: „No tenemos recibos de pago, lo siento“. Una vez que se distribuyeron los recibos de pago, pero la respuesta fue demasiado pequeña, pospone la explicación. Aquí, la ley de la carretera, no hay reglas de Zewo. El hombre no quiere participar en estas circunstancias, nos desea buena suerte y se va.

Entonces no pasa nada durante mucho tiempo. „Grüezi, soy de Amnistía Internacional“, repito una y otra vez, y me estoy rascando con el fraude del etiquetado. Sólo de vez en cuando alguien se detiene. Un joven pregunta primero: „¿Eres de Corris?“ Cuando digo que sí, sigue adelante. ¿Hice algo malo? ¿Qué dicen mis colegas cuando se les pregunta por su empleador?

Honestamente: ¿Quién dona a Corris?

„Siempre digo que soy de Amnistía“, dice Gerónimo. „Pero si alguien te pregunta directamente, debes decir la verdad.“ ¿Hay alguna posibilidad de que el transeúnte continúe participando? Zora y Gerónimo están de acuerdo: „No, eso no sucederá.“ Honestamente: ¿Quién dona a Corris?

Para Corris AG, este es un dilema: por un lado, para no desanimar a los donantes, la empresa no quiere mencionar su nombre. Por otro lado, eso sería deshonesto. Corris resuelve el problema para que el nombre se declare lo más discretamente posible: en el estrado, la palabra „Corris“ es tan profunda que sólo los bebés y los perros pueden leerla. En mi tarjeta de identificación de empleado, el nombre es cuatro veces más pequeño que el logotipo de Amnistía Internacional. En el formulario de membresía, la referencia a Corris está impresa en pequeñas cruces, por lo que la nota debe girar noventa grados. El logo de Zewo, que sólo Amnistía, pero no Corris, puede decorar, es rojo y mucho más grande.

2:00, finalmente: Mi segundo donante se conecta en línea. El Sr. Tanner, un hombre de unos 50 años con bigote, no necesita mucho trabajo. Recibe una breve explicación y decide espontáneamente dar algo. Deberían ser cincuenta francos al año, es decir, setenta veces menos. Poco a poco le estoy enseñando que, desgraciadamente, esto no es posible. No puedo explicar por qué la contribución mínima es tan alta, así que les diré algo sobre la „cuota administrativa“. Mike, un activista profesional, viene a rescatarme de nuevo. Habla de diez francos al mes, que no es mucho. Para mi sorpresa, Tanner sigue adelante. Cuando le explico el procedimiento de débito directo, no hace preguntas, sino que firma, toma el recibo y me da las gracias.

A las 3:00, la mitad del día de recolección ha terminado. En este punto, Mike y yo ganamos dos donantes cada uno, los otros dos cero. Juntos cobramos primas anuales de poco menos de 500 francos suizos. Si seguimos así hasta la noche, nos llevará tres años pagar los costes que causamos ese día. El dinero no se asignará a las actividades de derechos humanos de Amnistía Internacional hasta 2016. Y sólo si nuestros donantes depositan tanto tiempo.

Cuando me quito la chaqueta de Amnistía después de mi primer y último día de trabajo para Corris, tengo sentimientos ambivalentes. Mi misión fue ciertamente exitosa. Dos formularios completos están en mi bolsillo. De hecho, me alegraría haber hecho que dos personas generosas hicieran algo por los derechos humanos. ¿Pero no engañé a dos personas de buena fe?

„Al menos el 90%.“

¿He mejorado el mundo o, sobre todo, he enriquecido al propietario de Corris AG? ¿Creen la peluquera Michelle y el Sr. Tanner que estaban tratando con idealistas que salieron a las calles voluntariamente por una buena causa? ¿Tienes la impresión de que realmente somos de Amnistía Internacional? De vuelta en la oficina editorial, los llamo para el control de calidad.

Michelle dice que ya se ha sentido un poco persuadida. Solía huir de gente como yo. „Sé que todavía tengo muy poca personalidad para decir que no.“ Pero conmigo, sentía que mi idealismo era real. Y pensó que era por una buena causa. Michelle asumió que „ganamos un poco“.

El Sr. Tanner estaba contento con nuestra conversación. No sabe cuánto tiempo quiere seguir siendo padrino de Amnistía, tal vez un año o dos. ¿Cuánto dinero cree que va a donde se supone que debe estar? El Sr. Tanner estima que después de deducir los costes administrativos, „al menos el noventa por ciento“ se gasta en actividades de derechos humanos. Pensó que yo era un estudiante que „puede ganar dinero de bolsillo“ pero que trabaja directamente para Amnistía.

Cuando le digo al Sr. Tanner que de los 240 francos que quería dar en dos años, unos 40 se destinarán a Amnistía y que en realidad soy empleado de una empresa con fines de lucro, el Sr. Tanner piensa que „no es bueno“. Me pide que tire su formulario a la basura.

 

 

 

 

 

 

Meilleur article sur collecte de fonds dans la rue (mai 2018)

Les 1,66 dons annuels qui sont „avalés“ de chaque donateur ne sont plus corrects (comme de moins en moins de personnes participent, la part des agences de collecte de fonds des dons en constante diminution augmente constamment, car les coûts d’une campagne sont généralement fixes). Aujourd’hui, il y a environ trois dons annuels ( !) qui sont déduits (ce chiffre est largement international). Dans l’article suivant, j’ai été impliqué en tant qu’expert. 

 

WELTWOCHE (SUISSE): MERCENAIRES DU BIEN (3 avril 2013)

Les organisations caritatives telles qu’Amnesty International font appel aux services de sociétés de recouvrement professionnelles. Notre rédacteur en chef a été engagé par le leader du marché et a appris quelles méthodes sont utilisées pour priver les passants de leur argent (EUR 1.00 = CHF 1.20).

Mike va me montrer comment bien faire les choses. Il ne discute pas si 120 francs, c’est beaucoup d’argent pour la fille d’un apprenti ou non. Il demande à Michelle de sortir son portefeuille et de vider la pièce de monnaie sur la surface du stand : „Ne t’inquiète pas, on ne t’enlèvera rien.“ Trois Zwei-Fränkler, quatre Ein-Fränkler et quelques Fünf-Räppler se déploient. Mike prend trois Zehn-Räppler et demande : „Maintenant vous avez 30 centimes de moins. Honnêtement, remarqueriez-vous que cet argent a disparu ?“ Michelle secoue un peu la tête. Mike dit : „Tu vois, tu ne le remarquerais pas. Trente centimes par jour, ce n’est pas un problème pour vous.“

Michelle, 18 ans, en première année de coiffure, s’est rendue. Elle veut faire un don à Amnesty International. Maintenant, je sais ce que Mike voulait dire quand il m’a appris de façon flagrante : „Nous sommes les vautours avides.“ Nous, Mike, c’est les jeunes employés de Corris AG, dont je fais partie depuis ce matin.

Tout le monde nous connaît, mais personne ne connaît notre entreprise. Nous sommes ceux qui se tiennent sur la place de la gare, devant le bureau de poste ou dans la foule et qui demandent à tous ceux qui doivent nous dépasser de faire des dons pour une bonne cause. Nous leur disons que nous sommes du WWF ou de Vier Pfoten, Pro Infirmis ou Pro Juventute, de la Fédération des Sourds ou d’Amnesty International. En fait, nous ne sommes pas des activistes ou des bénévoles, mais des employés temporaires de Corris.

Corris AG est un collecteur de fonds mandaté. Elle compte parmi ses 30 clients la quasi-totalité des organisations caritatives de renom en Suisse. Selon ses propres déclarations, elle emploie 1 000 employés temporaires et 60 employés permanents. L’entreprise ne dit pas combien de chiffre d’affaires et quel bénéfice Corris génère avec elle. Le seul fait connu est qu’elle a été fondée en 1995 par l’autrichien Gerhard Friesacher, qui en est toujours le principal actionnaire.

Corris produit des rapports critiques depuis des années. On a critiqué le fait que les employés ne connaissaient pratiquement rien des organisations qu’ils représentent. En février, le salon des consommateurs „Kassensturz“ a critiqué les conditions de travail chez Corris. Les salaires étaient plus bas que promis, a-t-on dit, les employés étaient soumis à d’énormes pressions pour réussir. Je m’intéresse à ce à quoi ressemble vraiment le travail. Comment fonctionne Corris ? Quelles sont les méthodes utilisées par les personnes qui collectent pour des œuvres de charité ? Comment font-ils sortir l’argent des gens de leurs poches ?

Mercredi, 15 h 30. J’appelle le numéro de Corris. Je m’appelle Andreas et j’explique que j’avais besoin d’un emploi de toute urgence. La dame à l’autre bout de la ligne dit qu’il y aura un événement d’information demain. Elle m’enverra une invitation dès qu’elle aura mon CV. J’aurai une nouvelle identité : Je ne suis plus le journaliste Christoph Landolt, mais Andreas Landolt, un étudiant en sciences politiques sans enfants et célibataire qui a jusqu’à présent gardé la tête hors de l’eau avec des petits boulots. Par mesure de sécurité, j’envoie le curriculum vitae à partir d’une adresse e-mail anonyme.

Dans l’espace vert

Jeudi, 9 heures, une salle de réunion sans ornement à Zurich Ouest. Les bureaux de Corris sont situés dans un bâtiment de l’association de construction et de logement Kraftwerk 1 („Urban lifestyle with respect for the weak“) à l’arrêt Bernoulli. Ici vit la Zurich correcte. Le conseiller national vert Bastien Girod vivait autrefois dans un appartement en colocation au troisième étage. Girod lui-même a travaillé pour Corris pendant un certain temps et a appris à se commercialiser avec succès.

Trois candidats sont venus aujourd’hui, à côté de moi, Erika, une étudiante en histoire de l’art de 26 ans qui a un besoin urgent d’argent, et Mona, une cuisinière de 19 ans en pantalon batik qui ne veut plus cuisiner mais qui veut aussi gagner quelque chose. L’événement est dirigé par Sky, une petite femme aux cheveux blonds artificiels et à l’apparence sûre d’elle.

„C’est un travail dure“, nous avertit Sky dès le début. Il y a des gens qui sont très vilains. Cela ne doit pas être pris personnellement. „Honnêtement,“ explique-t-elle, „personne ne s’arrête volontairement.“ C’est pourquoi il est d’autant plus important de créer une impression agréable. „La plupart des gens donnent parce qu’ils pensent que tu es gentil.“ Nous ne devons donc pas promouvoir les bonnes actions, mais avant tout nous-mêmes.

Sky arrive rapidement au point „qui intéresse le plus tout le monde“ : la récompense. Tout le monde regarde la table projetée sur le mur. Corris verse un salaire de base de 135 CHF par jour, plus 15 CHF de frais de nourriture. De plus, il existe un système de bonus compliqué qui offre un seul incitatif : collecter autant d’argent que possible. Chaque don donne droit à des points, selon le montant et la fréquence des paiements. Dans le jargon de Corris, onze points (équivalent à cinq dons majeurs) se trouvent dans la „zone verte“, qui est récompensée par un supplément de CHF 170. Tous les vingt jours ouvrables, il y a une prime de fidélité de 850 francs. Si vous ajoutez un ou deux zéros à l’arrière, je pense que vous nous appelleriez des „chasseurs de bonus“. Après tout : Corris connaît déjà un couvercle de bonus. Pour éviter les excès, même les meilleurs vendeurs ne peuvent pas gagner plus de CHF 7250 par mois.

Sky dit qu’il devrait y avoir cinq points par jour. Erika demande ce qui se passe si vous n’atteignez pas le but. „Vous verrez : Si vous ne pouvez pas faire ça, vous n’aimez pas votre travail.“

L’évaluation de l’emploi la plus courte commence. Tout le monde devrait introduire un produit de fantaisie, moi un „lunettes vidéo“. Nous avons deux minutes pour inventer les caractéristiques du produit, puis nous présentons notre publicité aux autres. Nous serons alors appelés l’un après l’autre pour l’entretien proprement dit. Le cuisinier est viré, l’historien de l’art est à un tour. Je serai le dernier. Sky fait l’éloge de ma créativité. Elle n’a pas de questions sur moi. Elle dit qu’elle pense que je suis douée pour ce travail.

Erika et moi bénéficions d’un „contrat-cadre de trois mois pour le travail sur appel“. Le contrat comprend également une stricte obligation de secret à l’égard des journalistes. Je signerai quand même. Il n’y a pas de poignée de main ou de sourire d’un employé de Corris, seulement un sac en papier. Le mien a un t-shirt jaune et une veste de pluie avec le logo d’Amnesty International. Les objets de mon collègue portent la mention „Helvetas“. Nous sommes maintenant des „dialogues“. Deux sur mille qui embauchent Corris chaque année.

„Aide au développement et autres“

Entre-temps, il est midi, maintenant le cours accéléré commence. Bien que nous ayons été affectés à deux organisations complètement différentes, Erika et moi sommes dans la même formation. Je sais peu de choses sur les projets concrets d’Amnesty International. Mon collègue sait seulement qu’Helvetas „Entwicklungshilfe und so“ fonctionne, mais cela n’a pas d’importance, il s’agit ici et maintenant de maximiser les dons. Qu’il s’agisse de sauver des arbres, des animaux, des femmes ou des enfants – le principe est toujours le même : nous devons attraper les passants par leur conscience coupable. „Il suffit de parler des enfants soldats et des expulsions, recommande Sky. „Et ne dites rien contre la peine de mort, c’est juste une discussion.“ Si nous voulions en savoir plus sur Helvetas et Amnesty, nous devrions visiter leurs sites web.

Notre formation commence par un jeu de rôle. Je mime un passant. Sky me montrera comment faire. Elle utilise son dialogue standard, qui a été pratiqué cent ou mille fois : „Que feriez-vous si quelqu’un se tenait soudainement devant votre porte avec une arme à feu et disait : „Vous devez sortir““, elle fait des recherches sur ma conscience et me répare avec force. Alors elle veut savoir, „Combien de personnes sont affectées par les expulsions ?“

Un monstre qui n’est pas d’accord

Les questions sont purement rhétoriques, Sky ne me laisse jamais la chance de refuser quoi que ce soit pendant toute la conversation. Le nœud coulant autour de ma conscience se resserre de plus en plus, mais alors Sky offre une issue : „Pensez-vous que c’est bien qu’on défende les droits de l’homme ?“ Un monstre si vous n’êtes pas d’accord. „Tu crois que ça vaut combien ?“ Quelle question. Sky m’a enveloppé sans effort.

Nous recevons des dépliants, l’un avec des conseils généraux („Créer des points communs, petites conversations“) et l’autre avec des „excuses classiques“, y compris des contre-exemples assortis. Un troisième dépliant est consacré à ce qu’on appelle la „transition de forme“ – le moment où l’on demande au passant de payer. La transition de forme est la chose la plus importante dans toute la conversation, nous apprenons, et en même temps le moment le plus délicat. La mauvaise question est : „Aimeriez-vous nous soutenir ?“ „Pensez-vous que c’est bien d’aider les enfants dans le besoin ?“ C’est l’une de ces questions fermées auxquelles aucun passant ne peut répondre par non. C’est la base de notre philosophie de vente.

Ensuite, nous apprenons à faire en sorte que le donneur donne plus qu’il ne le souhaitait. L’astuce numéro un est de diviser les frais annuels en canapés plus petits et plus digestibles. Vingt francs par mois, c’est moins de 240 francs par an. Le ciel nous aiguisent : Nous ne devrions „jamais, jamais, jamais, jamais“ demander une cotisation annuelle, mais toujours une cotisation mensuelle. Les employés très avisés de Corris comme Mike parlent même de 30 centimes par jour au lieu de 120 francs par an. Bien sûr, tout ceci n’est valable que pour la durée de l’essai. À la fin, lorsque nous remplissons le formulaire, nous augmentons le nombre à un an.

L’astuce numéro deux est le montant de la contribution minimale. Seuls ceux qui donnent un minimum de CHF 120 par an (ou 10 par mois) sont autorisés à soutenir Amnesty International. Sky nous dit que des contributions plus faibles „simplement à cause de la charge administrative“ n’en valaient pas la peine.

L’astuce numéro trois est la plus ingénieuse du répertoire de Corris : Sky nous conseille de ne pas demander une somme, mais de suggérer une somme – „Disons simplement que les gens donnent normalement 40 à 60 francs par mois“. Cela représenterait 480 à 720 francs par an. Si vous voulez donner moins, vous devez négocier avec votre propre conscience.

L’étudiante en histoire de l’art Erika doute : Est-ce que les gens donnent vraiment autant ? Sur son site Internet, Corris fait référence à des campagnes pour lesquelles la cotisation annuelle moyenne est „nettement supérieure à CHF 100“. Dans le jargon „Dialoger“, cela représenterait environ 10 francs par mois, soit quatre à six fois moins que ce que nous devrions montrer aux donateurs. Sky sourit complice : „La plupart donnent 10 à 40 francs par mois. Mais un peu de mensonge est permis, c’est une bonne chose.“

Il est préférable de débiter directement de votre compte

A la toute fin, nous en arrivons à la question du prélèvement automatique (LSV). Ce n’est que lorsqu’un bienfaiteur dicte son adresse et accepte de donner un certain montant, nous demandons le numéro de compte. Grâce à LSV, le don est transféré automatiquement et régulièrement.

Sky nous donne un dernier dépliant : „Arguments for membership by direct debit“. Huit avantages sont énumérés, y compris : „Les bulletins de versement coûtent de l’argent“, ou : „Les envois de lettres peuvent être économisés et donc le travail peut être effectué dans le respect de l’environnement“. Cependant, il n’y a aucune mention du plus important de tous les arguments : les gens qui sont automatiquement débités de leur compte font généralement des dons pendant des années. Non pas parce qu’ils sont plus satisfaits, mais simplement parce qu’ils oublient l’ordre permanent et le laissent continuer. C’est le tour numéro quatre.

Alors, le VBV est-il une condition ? Ou quelqu’un qui veut garder les informations de son compte pour lui-même peut-il également faire un don par bulletin de versement ? „S’il le veut vraiment, il peut, bien sûr, dit Sky, un peu agacé. Les règlements de Zewo, l’organisme d’autorégulation du secteur des ONG, le veulent ainsi.

Sky nous dit que „Direct Dialog“ est bon marché par rapport aux publicités télévisées et autres méthodes. Cela peut être vrai par rapport au revenu total qui arrive au fil des ans grâce aux donateurs fidèles (ou : oubliés). Mais quel est l’effort que font les „dialogues“ en chiffres absolus ?

Sky dit que les clients payaient 850 francs par „dialoguer“ par jour. Ce chiffre a longtemps été considéré comme le secret le mieux gardé de l’industrie. A la demande de Weltwoche, Corris confirme pour la première fois que les clients paient une somme forfaitaire de „800 à 850 francs par employé et par jour de travail.

La porte-parole d’Amnesty Alexandra Karle est silencieuse sur le coût total de la campagne actuelle, mais affirme qu’un millier de jours-homme ont été ordonnés. Cela signifie qu’Amnesty devra payer 850 000 francs pour la mission Corris. Les „dialogues“ doivent d’abord apporter ces dépenses.

Combien de temps faut-il avant que la campagne soit payée et que les premiers dons soient versés dans un projet concret ? Corris fait de la publicité sur son site web avec une campagne de référence pour une organisation du secteur de la santé où le „break-even after twenty months“ a été atteint. En clair : tous les dons reçus au cours des 1,66 premières années ont été versés à Corris. Seulement ce qui est venu plus tard a coulé dans une bonne cause.

Lorsque le seuil de rentabilité de la campagne d’Amnesty ne peut être quantifié, mais si les valeurs de la campagne de référence de Corris sont transférées à Amnesty, le seuil de rentabilité sera atteint dans 20 mois, début 2015. La porte-parole d’Amnesty Karle ne veut pas donner de chiffres concrets, mais confirme cet ordre de grandeur. „En gros, à partir de la deuxième année, c’est payant pour nous.“

Un don d’un an va entièrement à Corris. Si vous déposez pendant deux ans, vous ne couvrirez qu’à peine les frais de recrutement. Il n’est donc pas surprenant que les donneurs de domiciliation soient préférés. Ce n’est que grâce à LSV que le système Corris est rentable pour les organisations de secours. Après une heure, la formation est terminée. Ma première mission est prévue pour jeudi prochain, où et quand n’est pas encore clair. Le mercredi soir avant que je reçoive l’heure et le lieu par SMS.

Patron sur la Schwanenplatz

Jeudi, 10h45, Schwanenplatz à Lucerne. Notre équipe se compose de quatre „dialogues“. A côté de moi, la recrue, il y en a deux qui ont leur dernier jour. Geronimo, un Allemand de 20 ans au sourire constant, fait son travail depuis trois mois. Maintenant, il veut partir en voyage, peut-être en Inde. Zora veut étudier, peut-être la psychologie, elle en a eu assez après huit jours. Le chef de troupe est Mike, celui avec les 30 centimes. En fait, Mike est un boucher de formation, mais „vous ne méritez rien“. Il est avec Corris depuis un an et demi. Il a également joué le rôle du militant de la Croix Verte ou de Swissaid. Personne n’est membre d’Amnesty International. Nous sommes des mercenaires dans la lutte pour le bien.

Les gens passent. Notre stand, composé d’un cube d’acier dans lequel nous cachons nos formes, et de quelques affiches jaunes d’Amnesty, ressemble à un soleil scintillant. Quiconque a regardé par inadvertance détourne les yeux. Tout le monde regarde le sol, sans qu’on s’en occupe. Ils ne peuvent toujours pas échapper à Mike. „Stop !“, ordonne-t-il, plus fort et plus clair que n’importe quel policier de Lucerne n’oserait le faire. A ceux qui marmonnent qu’ils n’ont pas le temps, il appelle après eux : „Vous n’avez jamais le temps, vous devez le prendre. Il fait savoir à ceux qui disent qu’ils doivent travailler : „Qu’est-ce que cela signifie d’avoir à faire ? Savez-vous combien de personnes aimeraient travailler mais ne peuvent pas le faire ?“ Mike est le patron sur la Schwanenplatz.

Enfin quelqu’un s’arrête, c’est Michelle, la future coiffeuse. Je n’ai pas à les convaincre d’abord des droits de l’homme. Michelle veut faire le bien de tout son cœur. Elle est prête à me donner son nom et son adresse. Ce n’est que lorsque je dois lui dire que les 30 francs qu’elle voulait donner ne suffisent malheureusement pas, que son humeur de dépense disparaît. „Tu sais, j’aimerais beaucoup“, supplie Michelle. „Mais je ne gagne que 350 francs par mois.“ Je suis malheureux. Ce n’est pas agréable de persuader une adolescente qui n’a pas assez pour vivre pour dépenser de l’argent. Heureusement, Mike, idéaliste professionnel, me sauve. Michelle n’a rien contre la cascade des 30 centimes – elle signe.

Il n’y a pas de bulletin de versement

Des centaines de personnes se précipitent sur la Schwanenplatz et nous ignorent. Comme s’ils savaient que nous ne sommes pas des militants des droits de l’homme, mais seulement des rouages dans une collecte de fonds bien lubrifiée. Sky avait raison. C’est un travail d’os. À part un retraité qui veut se plaindre du gouvernement avec moi, personne ne s’arrête pendant longtemps.

Puis je commence à parler à un homme, il porte une veste matelassée et a l’air amical à travers les lunettes rondes en nickel. C’est comme ça qu’on imagine un sympathisant de l’amnistie. Et en effet, l’homme pense que l’organisation est bonne. Il est heureux de nous soutenir. Mais seulement s’il reçoit un bulletin de paie. „Je ne veux pas de débit direct, je perds le fil „, dit-il. Selon Zewo, c’est son droit. Selon la réglementation, les donateurs devraient toujours avoir le choix de payer par prélèvement automatique, par bulletin de versement ou en espèces. Amnesty International porte également le sceau Zewo.

Mais où sont les bulletins de versement ? A l’intérieur du stand ? Mike dit : „Nous n’avons pas de bulletin de versement, désolé.“ Une fois que les bulletins de versement ont été distribués, mais que la réponse était trop petite, il reporte l’explication. Ici, la loi de la route, pas de règles Zewo. L’homme ne veut pas participer dans ces circonstances, il nous souhaite bonne chance et s’en va.

Ensuite, il ne se passe rien pendant longtemps. „Grüezi, je suis d’Amnesty International „, je le répète encore et encore – et je m’attaque à la fraude à l’étiquetage. C’est seulement de temps en temps que quelqu’un s’arrête. Un jeune homme demande d’abord : „Êtes-vous de Corris ?“ Quand je dis oui, il passe à autre chose. J’ai fait quelque chose de mal ? Que disent mes collègues lorsqu’on leur pose des questions sur leur employeur ?

Franchement: Qui fait un don à Corris ?

„Je dis toujours que je suis d’Amnistie, dit Geronimo. „Mais si quelqu’un te demande directement, tu dois dire la vérité.“ Y a-t-il une chance que le passant continue à participer ? Zora et Geronimo sont d’accord : „Non, ça n’arrivera pas.“ Franchement: Qui fait un don à Corris ?

Pour Corris AG, c’est un dilemme : d’une part, pour ne pas décourager les donateurs, l’entreprise ne veut pas mentionner leur nom. D’un autre côté, ce serait malhonnête. Corris résout le problème afin que le nom soit déclaré le plus discrètement possible : Sur le stand, le mot „Corris“ est si profond que seuls les bébés et les chiens pouvaient le lire. Sur ma carte d’identité d’employé, le nom est quatre fois plus petit que le logo d’Amnesty International. Sur le formulaire d’adhésion, la référence à Corris est imprimée en petit et en croix, de sorte qu’il faudrait tourner la note de quatre-vingt-dix degrés. Le logo Zewo, dont seul Amnesty, mais pas Corris, peut décorer, est rouge et beaucoup plus grand.

14 h, enfin : Mon deuxième donateur se connecte en ligne. M. Tanner, un homme d’une cinquantaine d’années avec une moustache, n’a pas besoin d’être travaillé longtemps. Il reçoit une brève explication et décide spontanément de donner quelque chose. Il devrait être de cinquante francs par an, c’est-à-dire soixante-dix fois trop peu. Je lui apprends doucement que, malheureusement, ce n’est pas possible. Je ne peux pas expliquer pourquoi la cotisation minimale est si élevée, alors je vous dis quelque chose sur les „frais administratifs“. Mike, un activiste professionnel, vient encore une fois à mon secours. Il parle de dix francs par mois, ce qui n’est pas beaucoup. À mon grand étonnement, Tanner va de l’avant. Lorsque je lui explique la procédure de domiciliation, il ne pose pas de questions, mais signe, prend le reçu et me remercie.

À 15 h, la moitié de la journée de collecte est terminée. À ce stade, Mike et moi avons chacun gagné deux donneurs, les deux autres zéro. Ensemble, nous avons encaissé des primes annuelles d’un peu moins de CHF 500. Si nous continuons ainsi jusqu’au soir, il faudra trois ans pour payer les coûts que nous avons causés ce jour-là. L’argent ne sera pas affecté aux activités d’Amnesty International dans le domaine des droits humains avant 2016. Et seulement si nos donateurs déposent aussi longtemps.

Quand j’enlève ma veste Amnesty après mon premier et dernier jour de travail pour Corris, j’ai des sentiments ambivalents. Ma mission a été couronnée de succès, certainement. Deux formulaires remplis sont dans ma poche. En fait, je devrais être heureux d’avoir fait en sorte que deux personnes généreuses fassent quelque chose pour les droits de l’homme. Mais n’ai-je pas trompé deux personnes de bonne foi ?

„Au moins 90%.“

Ai-je amélioré le monde ou, surtout, enrichi le propriétaire de Corris AG ? Est-ce que la coiffeuse Michelle et M. Tanner croient qu’ils avaient affaire à des idéalistes qui sont descendus dans la rue volontairement pour une bonne cause ? Avez-vous l’impression que nous sommes vraiment d’Amnesty International ? De retour à la rédaction, je les appelle pour l’assurance qualité.

Michelle dit qu’elle s’est déjà sentie un peu persuadée. D’habitude, elle fuyait les gens comme moi. „Je sais que j’ai encore trop peu de personnalité pour dire non.“ Mais avec moi, elle avait le sentiment que mon idéalisme était réel. Et elle pensait que c’était pour une bonne cause. Michelle a supposé que nous „gagnons un peu“.

M. Tanner était satisfait de notre conversation. Il ne sait pas combien de temps il veut rester un mécène d’Amnistie, peut-être un an ou deux. À son avis, combien d’argent va là où il doit être ? M. Tanner estime qu’après déduction des frais administratifs, „au moins quatre-vingt-dix pour cent“ est consacré aux activités de défense des droits de l’homme. Il pensait que j’étais un étudiant qui „peut gagner de l’argent de poche“ mais qui travaille directement pour Amnesty.

Quand je dis à M. Tanner que sur les 240 francs qu’il voulait donner sur deux ans, 40 francs environ iront à Amnesty et qu’en réalité, je suis un employé d’une entreprise à but lucratif, M. Tanner trouve que ce n’est „pas bon“. Il me demande de mettre son formulaire à la poubelle.

 

 

 

Best article about chuggers/charity muggers (street fundraisers/street solicitors/charity collectors), May 2018

The 1.66 annual donations that are „swallowed“ from every donating person are no longer correct (as fewer and fewer people join in, the share of the fundraising agencies of the constantly decreasing donations is constantly increasing, because the costs of a campaign are usually fixed). Today there are about three annual donations(!) that are deducted (this figure is largely international). In the following article, I was involved as an expert. 

 

WELTWOCHE (SWITZERLAND): MERCENARIES OF THE GOOD (3 April 2013)

Charitable organisations such as Amnesty International rely on the services of professional collection companies. Our editor was hired by the market leader and learned which methods are used to deprive passers-by of their money (GBP 1.00 = CHF 1.36 / USD 1.00 = CHF 1.00).

Mike’s gonna show me how to do it right. He does not discuss whether 120 francs is a lot of money for an apprentice’s daughter or not. He asks Michelle to take out her wallet and empty the coin on the surface of the stand: „Don’t worry, we won’t take anything away from you.“ Three Zwei-Fränkler, four Ein-Fränkler and some Fünf-Räppler roll out. Mike takes three Zehn-Räppler and asks: „Now you have 30 Rappen less. Honestly, would you notice that this money is missing?“ Michelle shakes her head a little bit. Mike says: „See, you wouldn’t notice. Thirty Rappen a day is no problem for you.“

Michelle, 18 years old, in her first year as a hairdresser, surrendered. She wants to donate to Amnesty International. Now I know what Mike meant when he blatantly taught me: „We are the greedy vultures.“ We, by this Mike means the young employees of Corris AG, to which I have belonged since this morning.

Everybody knows us, but nobody knows our company. We are those who stand on the station square, in front of the post office or in the shopping crowd and ask everyone who has to pass us for donations for a good cause. We tell them that we are from WWF or Vier Pfoten, Pro Infirmis or Pro Juventute, the Federation of the Deaf or Amnesty International. In fact, we are not activists or volunteers, but temporary employees of Corris.

Corris AG is a mandated fundraiser. Its 30 clients include almost all charitable organisations of renown in Switzerland. According to its own statements, it employs 1000 temporary and 60 permanent employees. The company is silent about how much turnover and which profit Corris generates with it. The only known fact is that it was founded in 1995 by the Austrian Gerhard Friesacher, who is still the main shareholder.

Corris has been producing critical reports for years. It was criticised that the employees hardly knew anything about the organisations they represent. In February, the consumer show „Kassensturz“ criticized working conditions at Corris. Wages were lower than promised, it was said, the employees were under enormous pressure to succeed. I’m interested in what the work really looks like. How does Corris work? What methods do the people who collect for charity use? How do they get people’s money out of their pockets?

Wednesday, 3:30 p.m. I dial the Corris number. I call myself Andreas and explain that I needed a job urgently. The lady on the other end of the line says there will be an information event tomorrow. She’ll send me an invitation as soon as she gets my resume. So I’ll get a new identity: I am no longer the journalist Christoph Landolt, but Andreas Landolt, a childless and single student of political science who has so far kept his head above water with odd jobs. To be on the safe side, I send the curriculum from an anonymous e-mail address.

In the green area

Thursday, 9 a.m., an unadorned meeting room in Zurich West. The Corris offices are located in a building of the building and housing association Kraftwerk 1 („Urban lifestyle with respect for the weak“) at the Bernoulli stop. Here lives the correct Zurich. The Green National Councilor Bastien Girod once lived in a shared apartment on the third floor. Girod himself worked for Corris for some time and learned how to market himself successfully.

Three applicants have come today, next to me Erika, a 26-year-old student of art history who urgently needs money, and Mona, a 19-year-old cook in batik trousers who no longer wants to cook but also wants to earn something. The event is led by Sky, a petite woman with artificial blonde hair and self-confident appearance.

„It’s a tough job,“ Sky warns us right at the start. Some people out there are really naughty. That should not be taken personally. „Honestly,“ she explains, „no one stops voluntarily.“ This makes it all the more important to create a pleasant impression. „Most people give because they think you’re nice.“ So we do not have to promote good deeds, but primarily ourselves.

Sky quickly gets to the point „that interests everyone most“: the reward. Everyone looks spellbound at the table projected onto the wall. Corris pays a basic wage of CHF 135 per day, plus CHF 15 in food expenses. In addition, there is a complicated bonus system that provides a single incentive: to collect as much money as possible. Each donation earns points, depending on the amount and payment frequency. In Corris jargon, eleven points (equivalent to five major donations) is in the „green zone“, which is rewarded with an extra CHF 170. Every twenty working days there is a loyalty bonus of 850 francs. If you add one or two zeros to the back, I think you would call us „bonus hunters“. After all: Corris already knows a bonus lid. To avoid excesses, even top salespeople cannot earn more than CHF 7250 per month.

Sky says five points a day should be in it. Erika asks what happens if you don’t reach the goal. „You will see: If you can’t do this, you don’t enjoy your job.“

Then the shortest job assessment begins. Everyone should introduce a fantasy product, I a „video glasses“. We have two minutes to invent product features, then we present our commercial to the others. We will then be called one after the other for the actual interview. The cook is fired, the art historian is one round away. I’ll be the last one. Sky praises my creativity. She has no questions about me. She says she thinks I’m good at this job.

Erika and I are given a three-month „framework contract for work on call“. The contract also includes a strict obligation of secrecy towards journalists. I’ll sign anyway. There is no handshake or smile from a Corris employee, only a paper bag. Mine has a yellow T-shirt and a rain jacket with the Amnesty International logo. My colleague’s things say „Helvetas“ on them. We are now so-called „dialogers“. Two out of a thousand who hire with Corris every year.

„Development aid and such.“

Meanwhile it is noon, now the crash course begins. Although we were assigned to two completely different organizations, Erika and I are in the same training. I know little about the concrete projects of Amnesty International. My colleague only knows that Helvetas „Entwicklungshilfe und so“ operates, but that doesn’t matter, here and now it’s all about maximising donations. Whether it’s saving trees, animals, women or children – the principle is always the same: we have to grab passers-by by by their guilty conscience. „Just talk about child soldiers and evictions,“ Sky recommends. „And don’t say anything against the death penalty, it’s just a discussion.“ If we wanted to know more about Helvetas and Amnesty, we should visit their websites.

Our training starts with a role play. I’m miming a passer-by. Sky will show me how to do it. She uses her standard dialogue, which has been practiced a hundred or a thousand times: „What would you do if someone suddenly stood in front of your door with a gun and said:’You must get out'“, she researches my conscience and fixes me forcefully. Then she wants to know, „How many people do you think are affected by evictions?“

A monster who doesn’t agree

The questions are purely rhetorical, Sky never leaves me the chance to refuse anything during the whole conversation. The noose around my conscience gets tighter and tighter, but then Sky offers a way out: „Do you think it’s good that we stand up for human rights?“ A monster if you don’t agree. „What do you think it’s worth?“ What a question. Sky wrapped me up effortlessly.

We receive leaflets, one with general tips („Creating commonalities, small talk“) and one with „classic excuses“ including matching counter-examples. A third leaflet is dedicated to the so-called „form transition“ – the moment when the passer-by is asked to pay. The form transition is the most important thing in the whole conversation, we learn, and at the same time the most delicate moment. The wrong question is: „Would you like to support us?“ „Do you think it’s good that we help children in need?“ It is one of those closed questions that no passer-by can answer with no. This is the basis of our sales philosophy.

Then we learn how to get the donor to give more than he actually wanted. The trick number one is to portion the annual fee into smaller, more digestible canapés. Twenty francs a month sounds like less than 240 francs a year. Sky’s sharpening us up: We should „never, never, never“ ask for an annual fee, but always for a monthly fee. Very savvy Corris employees like Mike even speak of 30 centimes a day instead of 120 francs a year. Of course, all this is only valid for the duration of the trial. At the end, when we fill out the form, we increase the number to one year again.

Trick number two is the amount of the minimum contribution. Only those who give a minimum of CHF 120 per year (or 10 per month) are allowed to support Amnesty International. Sky tells us that lower contributions „simply because of the administrative burden“ were not worth it.

Trick number three is the most ingenious in Corris‘ repertoire: Sky advises us not to ask for a sum, but to suggest a sum – „Just say people normally give 40 to 60 francs a month“. That would be 480 to 720 francs per year. If you want to give less, you have to negotiate it with your own conscience.

The art history student Erika doubts: Do people really give that much? On its website, Corris refers to campaigns for which the average annual fee is „well over CHF 100“. In „Dialoger“ jargon, that would be around 10 francs per month – four to six times less than we should show the donors. Sky grins complicitly: „Most give 10 to 40 francs a month. But a little fibbing is allowed, it’s a good thing.“

It is best to debit directly from your account

At the very end we come to the matter of direct debiting (LSV). Only when a benefactor dictates his address and agrees to donate a certain amount, we ask for the account number. Thanks to LSV, the donation is transferred automatically and regularly.

Sky gives us a final leaflet: „Arguments for membership by direct debit“. Eight benefits are listed, including: „Inpayment slips cost money“, or: „Letter items can be saved and thus work can be done more environmentally friendly“. However, there is no mention of the most important of all arguments: people who are automatically debited money from their accounts usually donate for years. Not because they are more satisfied donors, but simply because they forget the standing order and let it continue. That’s trick number four.

So is LSV a condition? Or can someone who wants to keep his account information to himself also donate by inpayment slip? „If he really wants to, he can, of course,“ Sky says, slightly annoyed. The regulations of Zewo, the self-regulatory organisation of the NGO sector, want it this way.

Sky tells us that „Direct Dialog“ is cheap compared to TV commercials and other methods. This may be true in relation to the total income that comes in over the years thanks to the faithful (or: forgetful) donors. But how great is the effort that the „dialogers“ make in absolute figures?

Sky says that the clients paid 850 francs per „dialoger“ per day. This number was long regarded as the best-kept secret in the industry. At the request of Weltwoche, Corris confirms for the first time that the clients are paying a lump sum of „800 to 850 francs“ per employee and day employed.

Amnesty spokeswoman Alexandra Karle is silent about the total cost of the current campaign, but says that a thousand man-days have been ordered. This means that Amnesty will have to pay 850,000 francs for the Corris mission. The „dialogers“ must first bring in these expenses.

How long does it take before the campaign is paid and the first donations flow into a concrete project? Corris advertises on its website with a reference campaign for an organisation in the health sector where the „break-even after twenty months“ has been reached. In plain language: All donations received during the first 1.66 years went to Corris. Only what came later flowed into a good cause.

When the break-even point of the Amnesty campaign will be exceeded cannot be quantified, but if the values of Corris‘ reference campaign are transferred to Amnesty, the break-even point will be reached in 20 months, in early 2015. Amnesty spokeswoman Karle does not want to give any concrete figures, but confirms this order of magnitude. „Basically, from the second year on, it pays off for us.“

A one-year donation goes completely to Corris. If you deposit for two years, you will only barely cover the costs of your recruitment. It is therefore not surprising that direct debit donors are preferred. It is only thanks to LSV that the Corris system pays off for the relief organisations. After one hour the training is finished. My first assignment is planned for next Thursday, where and when is not yet clear. On the Wednesday evening before I get the time and place by SMS.

Boss on the Schwanenplatz

Thursday, 10.45 a.m., Schwanenplatz in Lucerne. Our team consists of four „dialogers“. Next to me, the rookie, are two having their last day. Geronimo, a 20-year-old German with a constant smile, has been doing the job for three months. Now he wants to go on a journey, perhaps to India. Zora wants to study, maybe psychology, she’s had enough after eight days. Head of the troop is Mike, the one with the 30 centimes. Actually Mike is a trained butcher, but „you deserve nothing“. He has been with Corris for a year and a half. He has also played the Green Cross or Swissaid activist. Nobody’s an Amnesty International member. We are mercenaries in the fight for good.

People are passing. Our stand, consisting of a steel cube in which we hide our forms, and some yellow Amnesty posters, looks like glistening sunlight. Anyone who has looked inadvertently turns their eyes away. Everyone is staring at the floor, not to be addressed. They still can’t escape Mike. „Stop!“, he orders, louder and clearer than any Lucerne policeman would dare. To those who mutter that they have no time, he calls after them: „You never have time, you have to take it. He lets those who say they have to work know: „What does it mean to have to? Do you know how many people would like to work but can’t?“ Mike is the boss on the Schwanenplatz.

Finally someone stops, it’s Michelle, the future hairdresser. I don’t have to convince them of human rights first. Michelle wants to do good with all her heart. She’s willing to give me her name and address. Only when I have to tell her that the 30 francs she wanted to give are unfortunately not enough, her spending mood disappears. „You know, I’d really love to,“ begs Michelle. „But I only make 350 francs a month.“ I’m miserable. It’s not pleasant to persuade a teenage girl who doesn’t have enough to live herself to spend money. Luckily, professional idealist Mike saves me. Michelle has nothing against the 30-centime stunt – she signs.

There are no inpayment slips

Hundreds of people rush across the Schwanenplatz and ignore us. As if they knew that we are not human rights activists, but just cogwheels in a well-lubricated fundraiser. Sky was right. It’s a bone-job. Apart from one pensioner who wants to complain about the government with me, nobody stops for a long time.

Then I start talking to a man, he wears a quilted jacket and looks friendly through the round nickel glasses. That’s how you imagine an amnesty sympathizer. And indeed, the man thinks the organization is good. He is happy to support us. But only if he gets a paying-in slip. „I don’t want direct debit, I’m losing track,“ he says. According to Zewo, that is his right. According to the regulations, donors should always have the choice of paying by direct debit, inpayment slip or cash. Amnesty International also bears the Zewo seal.

But where are the inpayment slips? Inside the stand? Mike says, „We don’t have any pay-in slips, sorry.“ Once inpayment slips were distributed, but the response was too small, he postpones for explanation. Out here, the law of the road, no Zewo rules. The man doesn’t want to take part under these circumstances, he wishes us good luck and leaves.

Then nothing happens for a long time. „Grüezi, I’m from Amnesty International,“ I say again and again – and I’m scratching away at the labeling fraud. Only now and then does someone stop. A young man asks first: „Are you from Corris?“ When I say yes, he moves on. Did I do something wrong? What do my colleagues say when asked about their employer?

Who on earth donates to Corris?

„I always say I’m Amnesty’s,“ says Geronimo. „But if anyone asks you directly, you have to tell the truth.“ Is there any chance that the passer-by will still participate? Zora and Geronimo agree: „No, it won’t happen.“ Who on earth donates to Corris?

For Corris AG it is a dilemma: On the one hand, in order not to discourage donors, the company does not want to mention their name. On the other hand, it would be dishonest. Corris solves the problem so that the name is declared as discreetly as possible: On the stand, the word „Corris“ is so deep that only babies and dogs could read it. On my employee ID card, the name is four times smaller than the Amnesty International logo. On the membership form the reference to Corris is printed small and crosswise, so that one would have to turn the note by ninety degrees. The Zewo logo, which only Amnesty, but not Corris, may decorate with, is red and much larger.

2 p.m., finally: My second donor goes online. Mr Tanner, an approximately 50-year-old man with a moustache, does not have to be worked on for long. He gets a brief explanation and decides spontaneously to give something. It should be fifty francs per year – that is seventy too little. I gently teach him that unfortunately that is not possible. I can’t explain why the minimum contribution is so high, so I tell you something about „administration costs“. Professional activist Mike comes to my aid again. He speaks of ten francs a month, which is not much. To my astonishment, Tanner’s going along. When I explain the direct debit procedure to him, he does not ask any questions, but signs, takes the receipt and thanks me.

At 3 pm half of the day of collection is over. At this point, Mike and I have each won two donors, the other two zero. Together we have collected annual premiums of just under CHF 500. If we continue like this until the evening, it will take three years to pay the costs that we four caused on that day. The money will not flow into Amnesty’s human rights activities until 2016. And only if our donors deposit that long.

When I take off my Amnesty jacket after my first and last day at work for Corris, I have ambivalent feelings. My mission was successful, certainly. Two completed forms are in my pocket. In fact, I should be pleased that I got two generous people to do something for human rights. But didn’t I cheat two bona fide people?

„At least ninety percent.“

Have I made the world a better place or, above all, made the owner of Corris AG richer? Do hair stylist Michelle and Mr Tanner believe that they were dealing with idealists who took to the streets voluntarily for a good cause? Do you have the impression that we really are from Amnesty International? Back at the editorial office, I call them for quality assurance.

Michelle says she „felt a little persuaded already. Usually she’d run from people like me. „I know that I still have too little personality to say no.“ But with me she had the feeling that my idealism was real. And she thought it was for a good cause. Michelle has assumed that we „earn a little bit“.

Mr Tanner was satisfied with our conversation. He doesn’t know how long he wants to stay an Amnesty patron, maybe a year or two. How much money does he think goes where it belongs? Mr Tanner estimates that after deduction of administrative costs, „at least ninety percent“ is spent on human rights activities. He thought I was a student who „might earn a pocket money“ but who works directly for Amnesty.

When I tell Mr Tanner that of his 240 francs, which he wanted to donate over two years, an estimated 40 francs will go to Amnesty and that in reality I am a commission-driven employee of a profit-oriented company, Mr Tanner finds that „not good“. He asks me to put his form in the trash.