Urspendesammelfirma & Corris-Partneragentur „DialogDirect“ von US-Staatsanwaltschaft in Knie gezwungen (7.2.2016, aktualisiert am 29.2.2016)

von kevinbrutschin

 

Let’s talk: The Fridge (right) leads an assault.

„Gangs of New York“ (Wohltätigkeits-Strassenräuber von DialogueDirect machen den Big Apple unsicher)

 

Amerika-Kritik ist seit der Ära „Georg W. Bush“ in Europa en vogue. Von den Amis liesse sich in der Angelegenheit um Spendenfirmen, die mit ihren Sammelaktionen Spendergeld – anstatt es den NGO zur Verfügung zu stellen – als Profit in die eigene Tasche „abzweigen“, jedoch einiges lernen. Die USA hat auf das Phänomen nämlich genauso reagiert, wie man es machen müsste: Klug, konsequent, und nicht zuletzt: „konsumentendienend“ (ganz im Gegensatz zur Stiftung für Konsumentenschutz in der Schweiz – siehe Dezember-Post).

In jedem Land, wo Profi-Manipulatoren & -Manipulatorinnen von Fundraisingagenturen aufs Volk gehetzt werden, bricht früher oder später das Chaos aus. Der Autor hat dazu bereits mehrere Beispiele gegeben (unter anderem im News-Sheet). Doch halt, ein gewichtiges Land ist gar noch nicht erwähnt worden, nämlich die USA. In der Tat finden sich nur wenige das Phänomen kritisierende, amerikanische Medienbeiträge im Internet. Der Grund: Das Sammelsystem hat sich dort nicht so stark verbreitet wie in Europa. Die Generalstaatsanwaltschaft des Staates Washington hat ja aber auch im Jahr 2009 ein gewichtiges „Präzedenzurteil“ dazu beigesteuert, bzw. eben mal durchgegriffen! Und wie es der „Zufall“ will, sogar noch ausgerechnet gegenüber der Corris-Partnerfirma DialogDirect (zum Zs-hang zwischen Corris & DialogDirect – siehe Basler Zeitungsleserbrief des Autoren/2. Teil). Wie sich nun herausstellt, war diese Reaktion weise vorausschauend, d.h. zum Wohle der gesamten Spenderschaft, bzw. der Konsumenten & Konsumentinnen.

 

Hier die Zusammenfassung der Pressemitteilung aus dem Büro der Washingtoner Generalstaatsanwaltschaft in Seattle vom 22. Juli, 2009 (siehe auch KBKW-News):

Wenn man für eine profitorientierte Firma unterwegs ist, die sich als humanitäres Hilfswerk ausgibt und ausserhalb der rechtlichen Regeln operiert, wäre es wohl besser, keine Mitarbeitenden der Generalstaatsanwaltschaft für eine NGO-Mitgliedschaft zu erwärmen. Das ist aber genau das, was passiert ist – worauf die Staatsanwaltschaft Klage gegen das Unternehmen DialogueDirect erhoben hat (Anmerkung des Autors: DialogDirect, die Partner-Firma von Corris, war diejenige Agentur, die als erste Strassen-Standaktionen durchgeführt hat – siehe Hintergrundbericht I/Anhang). DialogueDirect hat die rechtlich erforderliche Offenlegung des Arbeitsverhältnisses ausgelassen, bzw. vorgetäuscht, seine Mitarbeitenden seien Ehrenamtliche oder Angestellte der registrierten Kinderhilfsorganisation (in wessen Auftrag die Sammelnden unterwegs waren). Der stellvertretende Generalstaatsanwalt fasst die betreffenden Regeln für Spendensammelnde in einfachen Worten zusammen: „Sag den Leuten, für wen du arbeitest, wo dein Betrieb lokalisiert ist, und an wen man sich richten kann, wenn man sich vergewissern will, ob du ehrlich und anständig bist“ und weiter: „DialogueDirect bricht diese Regeln und täuscht diejenigen, welche denken könnten, dass sie (ausschliesslich) eine gute Sache unterstützen.“ Um in Zukunft unrechtmässiges Vorgehen von Seiten der Firma DialogueDirect zu verhindern, fordert die Generalstaatsanwaltschaft eine Busse von 2000 Dollar pro Verstoss.

Wie gesagt, von den Amis kann man lernen. Insbesondere, wenn man sieht, was für ein Chaos die Agenturen in Europa ausgelöst haben…

Nachtrag (29.2.2016): Laut Newsscoops.org konnte DialogueDirect schlussendlich durch eine Bussenzahlung von 10’000 Dollar ein Gerichtsverfahren verhindern, war danach aber selbstverständlich schwer auf der Hut.

 

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