DE: Hälfte der NGO-Mitarbeitenden selbst hält kommerzielle Haustürsammlungen (NGO-Drückerkolonnen) für schadhaft! (April 2017/1)

von kevinbrutschin

Suchen neue Mitglieder für das Rote Kreuz: (von links) Kreisgeschäftsführer Christian Peter, Mitarbeiterin Heike Langenbeck, DRK-Vorsitzender Dr. Rolf Bluttner sowie die beiden Werber Werner Schwarz und Wolfgang Frissnegg. Foto: Hoffmeister

DRK-Kreisverbandsverantwortliche mit zwei Sammlern der Drücker-Firma Holub & Partner

 

Einfach u-n-f-a-s-s-b-a-r: Ich habe ja gedacht, ich wisse inzwischen praktisch alles über die idiotischen Face to Face-Spendensammlungen vor Haustüren und auf den Strassen. Aber ich lerne immer noch dazu.

2011 – also noch nicht allzu lange her – berichtete das deutsche Magazin „Fundraiser“ (Ausgabe 1/2011, Seiten 54/55) von einer aufsehenerregenden Studie. Dort steht: „Als umstrittenes Instrument sieht die Branche selbst Haustürsammlungen, bei denen Spendensammler Mitleid oder Aufsehen erregen wollen, indem sie beispielsweise als Rettungssanitäter auftreten (Kommentar: Hier sind also vor allem die Hauptverantwortlichen für den Drücker-Blödsinn gemeint, sprich: DRK, ASB, Johanniter + Malteser). Die Hälfte der befragten NPOs stimmt der Aussage zu, dass das Auftreten in der Kleidung von Sanitätern oder Rettungsdiensten das Image der eigenen Organisation beschädigt, da sie dem Anlass unangemessen sei. Knapp die Hälfte (47 %) glaubt sogar, dass solche Methoden das Image der GESAMTEN(!) Branche beschädigen.“

Ja gottverdammt nochmal, wenn die Hälfte aller Non-Profit-Organisationsmitarbeitenden Haustürsammlungen für dermassen klaren Nonsens hält, warum werden sie dann immer noch durchgeführt??? Respektiv: Wenn diese Hälfte der Klarsichtigen ihren Arsch bewegen würde, müssten doch eben mindestens mal die „von Tür zu Tür“-Sammlungen PROBLEMLOS „abgestellt“ werden können – denn die andere Hälfte wird die Sammlungen ja kaum auf Gedeih und Verderb verteidigen??? Meine Aussage im neuen Interview von Ende März mit der oberösterreichischen KirchenZeitung wird damit traurigerweise mehr als bestätigt: „Manche NGOs sind zu bequem und arrogant, die Kampagnen wenigstens selbst durchzuführen, obwohl das erwiesenermaßen billiger käme: Zu mühsam und undankbar ist der Sammlerjob. Eine Schande.“

 

 

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