DE: Was der „Vater“ aller Spenden-Fachleute im Ursprungsland der „Face to Face“-Sammelmethode („Hilfsorganisation-Drückerkolonnen“) dazu sagte

von kevinbrutschin

5. Mai 2017

NEU (Mai 2017)! CH: Beitrag des Blogbetreibers auf Konsumer.ch NEU (Mai 2017)!

D I E   W I C H T I G S T E N   B E I T R Ä G E 

 

Bildergebnis für christoph müllerleile

Lange Deutschlands „Fundraiser Nr. 1“: Christoph Müllerleile

 

Weiss jemand, wie Deutschlands dazumals erster „Fundraiser“, und ich spreche hier sicher nicht von den Dilettanten bei den Spendensammelfirmen, sondern von den „Profi-Spendensammelnden“ bei den Hilfsorganisationen selbst (die allerdings – zumindest heute – nicht so viel besser sind), heisst? Nun gut, ganz genau ist es nicht gesichert, aber er war auf jeden Fall „einer der ersten“ – und galt noch bis Mitte der Nullerjahre unter deutschen Fundraising-Fachleuten zweifellos als gewichtigster Spendensammler im Lande. Die Rede ist von Christoph Müllerleile, Ende letzten Jahres 70 geworden, der in seiner Karriere unter anderem für Kirche in Not, den WWF und Care Deutschland tätig war. Ausserdem war Müllerleile der Initiator und dann auch eines der Gründungsmitglieder des Deutschen Fundraising Verbandes, anfangs noch unter dem Namen „Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing“ (BSM) laufend, also des nationalen Berufsverbands der FundraiserInnen. Und last but not least erhielt Müllerleile, ebenfalls letztes Jahr, im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz für sein Wirken im gemeinnützigen Sektor.  Aber eben, um zur Grundfrage zurückzukommen: Was hat also Deutschlands ehemals renommiertester Profi-Spendensammler im Ursprungsland des kommerziellen Face-to-Face Fundraisings zu den Spendendrückern gesagt? Folgendes, und zwar ist das dem „BSM Newsletter“, Ausgabe Nr. 2, Mai 2000, entnommen:

„DIE MITGLIEDERWERBUNG IN DRÜCKERKOLONNEN – DIE BEZEICHNUNG WIRD AUCH INNERHALB DER BETEILIGTEN HILFORGANISATIONEN GEBRAUCHT – GEHÖRT ZU DEN GRÖSSTEN SKANDALEN DER SPENDENGESCHICHTE IN DER DEUTSCHEN NACHKRIEGSZEIT.“ … „WER DIE WERBER, DIE SICH FÜR DIESE JOBS ANBIETEN, IN UNIFORMEN STECKT UND AUF DIE MENSCHEN LOSLÄSST, HANDELT IN VIELFACHER WEISE KRIMINELL: ANSTIFTUNG ZUM BETRUG UND BEIHILFE ZUM DIEBSTAHL.“

Und natürlich gibt’s noch kleine „Insider-Zusatzinfo“ von mir: Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen weiss, hatte Müllerleile bei dessen Recherchen zum Beitrag Tipps von Greenpeace bekommen, wo eine andere „Koryphäe“ des deutschen Hilfsorganisations-Fundraisings noch bis Anfang 2017 tätig war: Gerhard Wallmeyer. Deshalb steht im Beitrag auch: „Es geht hier um das Drücken an der Haustür… Es geht nicht um Dialogstände in Fussgängerzonen.“ Aha, soso. Da muss i.d.S. wieder mal was berichtigt werden. Denn in Wahrheit sind Strassensammlungen nicht viel weniger problematisch als Haustürsammlungen. Das Prinzip ist nämlich genau das gleiche, es wurde einfach auf die Strasse adaptiert, und zwar erstmals sogar noch von ehemaligen Mitarbeitern der Ur-Haustürsammelfirma (global gesehen – wohlgemerkt) „Wesser“, die 1968 fürs Deutsche Rote Kreuz mit solchen Sammlungen begann – siehe dazu meinen Post „6 dummdreiste Gierhälse führen weltweiten Hilfsorganisationssektor in Kollaps“). Denn der springende Punkt ist: Greenpeace war wiederum weltweit die erste Organisation, die auf Strassensammelfirmen gesetzt hat. Und auch der WWF Deutschland, wo Müllerleile zuvor gewesen ist, war im Jahr 2000 (aus welchem der Beitrag stammt) bereits bei der Ur-Strassensammelfirme DialogDirect unter Vertrag (in der Schweiz gab es für ihn deswegen schon 1999 einen Riesenknatsch – siehe Berner Zeitung vom 4.8.1999 – ohne dass er etwas daraus gelernt hat). Es galt also tunlichst zu vermeiden, sich auch kritisch über kommerzielle NGO-„Strassen“-Sammlungen zu äussern.

Und wenn wir schon dabei sind: Der von mir prophezeite „Kollaps“, bzw. genauer gesagt sogar regelrechte „Super GAU“ im NGO-Sektor hat eigentlich längst begonnen. Nämlich in England, wo bereits vorletztes Jahr mindestens fünf Agenturen zusammengebrochen sind, und auch letztes Jahr mehrere Fundraisingfirmen ihre Türen schliessen mussten (wobei mir die genaue Zahl für letztes Jahr nicht bekannt ist). Es ist einfach NOCH ein „Kollaps in Raten“.

Ich habe schliesslich auch noch die Unterseite mit den „Wichtigsten Beiträgen“ neu geordnet (inzwischen habe ich so viele Beiträge gepostet, dass ich mal „ausmisten“ musste, um der Leserschaft noch Orientierung zu bieten).

Advertisements