DE: Zs-fassung + Analyse des Stern-Artikels zum Thema kommerzielle Spendensammler („Spendendrücker“) vom 7.5.2017

von kevinbrutschin

DE: Interview mit Blogbetreiber in „Die Stimme“ (Dez. 2016)CH: NEUER Beitrag des Blogbetreibers auf konsumer.ch (Mai 2017)AU: Interview mit Blogbetreiber in „KirchenZeitung“ (März 2017)

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Der WWF liebt dich! (Aber nur wenn du mitmachst.)

„Die Wegelagerer aus der Fußgängerzone“. Endlich, endlich, endlich schreibt mal wieder ein grösseres, deutsches Medium; der Stern, einen scharfen Beitrag über die Wohltätigkeits-Strassenräuber. Gut auch, dass der WWF drankommt, der wie schon in der WAZ kreuzfalsche Zahlen durchgibt: Zwölf Prozent der Spendeneinnahmen einer Aktion gingen an die Agenturen. Ganz knapp daneben, aber wirklich nur ganz knapp (William T. Markham schreibt in seinem als wissenschaftlich fundiert eingestuften Buch „Environmental Organizations In Modern Germany“: „…the agencies receive most of the membership…“). Tatsächlich sind es HEUTE sogar bis zu 80%: Während die Aktionskosten nämlich gleichbleiben, sinken die Einnahmen stetig (die Durchschnittsspende ist zwar etwas höher als vor 20 Jahren, aber es machen dafür VIEL weniger Leute mit und bleiben auch KLAR weniger lange Mitglied). Dabei könnte man doch auch selbst auf die Idee kommen, dass diese Zahlen nicht (mehr) stimmen. Denn die Autorin rezitiert: „Die Methoden beim Buhlen um Aufmerksamkeit werden immer rabiater, die Hemmungen der modernen Wegelagerer, auf Passanten zuzugehen und für ihr Anliegen zu kämpfen, sinken stetig.“ Warum wohl? Natürlich, weil die Aktionen nicht mehr rentieren, logischerweise, d.h. die Strassenräuber sind unter immer grösserem Druck, noch genügend Neuspendende zu finden.

Wie dem auch sei, der Beitrag ist immerhin so negativ geschrieben, dass dem WWF auch die falsche Zahlenherausgabe nichts nützen wird (insofern trotz allem ein Dankeschön an den Stern). Sogar die Sammelnden selbst sind inzwischen mehrheitlich (selbst-)kritisch. Ein kleines Wunder, bzw. hat „ziemlich“ lange gedauert. So wird eine Wegelagerin zitiert, die aus purem Frust über das Desinteresse der Passanten Leuten schon mal nachgelaufen sei: „Das hätte ich wirklich nicht von mir gedacht.“ Ein anderer Promoter: „Man ‚arbeitet‘ gar nicht wirklich, sondern man belästigt Leute, sucht sich jeweils das am schwächsten erscheinende Opfer aus, stellt sich ihm mit ausgebreiteten Armen in den Weg, läuft ihm nach, setzt Leute, die nur zur Uni oder zur Arbeit müssen, massiv unter Druck.“

Und schliesslich wird im Beitrag auch noch Freiburg erwähnt, wo ein Sammelverbot für Wohltätigkeits-Strassenräuber schon seit 2011 existiert, was ich ja schon mehrmals erwähnt habe. Jetzt hat Freiburg also endlich die verdiente nationale Berühmtheit erlangt (denn die Stadt musste sich, um das Verbot aufrecht zu erhalten, mehreren Gerichtsprozessen stellen, welche sie aber alle gewonnen hat). Allerdings: Bitte die „Haustür“-Diebe auch nicht vergessen! Noch kleine Schlussanekdote: Für den grössten Witz in Sachen Verbot ist Berlin zuständig, welches gemäss taz von 2013 ein solches hat, das aber von den Behörden nicht durchgesetzt wird!!!

 

 

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