„Corris-Hilfswerk“ Green Cross: Endlos-Affäre (neueste Entwicklungen) – Post vom 11.5.2017

von kevinbrutschin

Neueste Beiträge aus Deutschland: Der Stern, 7.5.2017: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ und Österreich (Interview mit Blogbetreiber): KirchenZeitung, 30.3.2017: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen.“ 

 

Habe gesehen, dass die NZZ am besten informiert über den gegenwärtigen Green Cross-Skandal. Angefügt i.d.S. erst die NZZ-Zusammenfassung der ersten drei Eskalationsphasen (auf meinem Blog unter  Green Cross-Eklat: Medienbeiträge zum Thema Corris & Co.) – und dann, was der Ex-Präsident von Green Cross zur Situation meint. Wie gesagt war Green Cross einer der allerersten Kunden von Corris, d.h. setzt traditionellerweise stark auf diesen Spendenkanal (so ist Green Cross auch bei der ebenfalls sehr umstrittenen Haustürsammelfirma „Wesser“ unter Vertrag). Spannend; Martin Bäumle, GLP-Parteichef und bisher Präsident Green Cross CH, der sich nun zum Green Cross International Vorsitzenden gepusht hat, im Interview mit der NZZ: „Wir haben momentan einen extrem tiefen Administrationskostenanteil.“ (Preis von Corris, bzw. Kosten für Green Cross pro Sammler und Tag: 850 Franken)…

 

In Erklärungsnot: GLP-Parteichef und Green Cross International-Vorsitzender Martin Bäumle

(siehe auch veröffentlichter Leserbrief des Blogbetreibers im Landboten)

NZZ vom 4.5.2017: „Green Cross International (GCI) mit Sitz in Genf wurde 1993 nach der Uno-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro von Michail Gorbatschow gegründet. Die Organisation engagiert sich für die Bewältigung von Folgeschäden aus Industriekatastrophen wie Tschernobyl und für die Sanierung von militärischen Altlasten aus dem Kalten Krieg. Im vergangenen Februar trat Gorbatschow aus der NGO aus. Er machte die Schweizer Sektion und deren Präsident Martin Bäumle für die finanziellen Schwierigkeiten verantwortlich und warf ihm feindliche Übernahme und Sabotage vor. Wenige Tage später wurde Bäumle zum interimistischen Vorsitzenden von GCI gewählt. Er kündigte damals Umstrukturierungen an, woraufhin drei Angestellte in Genf entlassen wurden. Bis zur Delegiertenversammlung am 24. Oktober hat die Schweizer Sektion die administrative Leitung der Organisation übernommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zertifizierungsstelle Zewo im April schwere Mängel bei Green Cross Schweiz festgestellt hat. Die Organisation habe nur unvollständig über ihre Tätigkeiten berichtet. Es sei zu wenig ersichtlich, woher das Geld komme und wofür es eingesetzt werde.“

Sander Mallien, Ex-Präsident Green Cross Schweiz (ebenfalls in der NZZ vom 4.5.2017): „Als Stiftungsratspräsident steht Martin Bäumle in der Verantwortung und als nationaler Politiker im Rampenlicht. Das wahre Problem und die wirkliche Bedrohung für Green Cross ist jedoch die ungenügend beaufsichtigte langjährige Geschäftsführerin, Frau Nathalie Gysi. Solange sie nicht endlich aus der Organisation entfernt wird, werde ich Green Cross keinen Rappen spenden … Martin Bäumle und ich sind zufällig in der gleichen Partei, weil wir ähnliche politische Ziele verfolgen. Das heisst aber noch lange nicht, dass wir immer deckungsgleiche Meinungen haben. Ich lernte Martin Bäumle als intelligente, eloquente Person kennen. Er weiss aber auch, dass ich mit mehreren seiner Charaktereigenschaften, Machenschaften und Unterlassungen grosse Mühe habe … Meiner Ansicht nach schadet Herr Bäumles Doppelmandat Green Cross mehr als der GLP. Dass früher oder später unvermeidlich ein potenzieller Interessenkonflikt entstehen wird, wenn ein und dieselbe Person sowohl eine Partei als auch eine politisch aktive NGO präsidiert, war bereits klar, als Martin Bäumle sich mit tatkräftiger Unterstützung von geblendeten «Steigbügelhaltern» im Jahre 2013 zum Präsidenten von Green Cross Schweiz küren liess.“

Link zum NZZ-Interview mit Martin Bäumle

 

Nachtrag vom 12.5.2017: Und da muss also unbedingt noch eine Story um Bäumle hinzugefügt werden, die wirklich wie der „Deckel zum Topf“ passt, schon der Titel („Martin Bäumle spielt zu Unrecht den Selbstlosen„) – hier der Link:

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Martin-Baeumle-spielt-zu-Unrecht-den-Selbstlosen/story/23534116?track

 

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