Persönliche Nachricht des Betreibers dieses Aufklärungs-Blogs an die Leserschaft (16. Juni 2017)

von kevinbrutschin

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Ich heute

Ich vor fünf Jahren

 

DREI JAHRE AUF DER STRASSE FÜR KAMPF GEGEN WOHLTÄTIGKEITS-STRASSENRÄUBER

Updated 18.6.2017

Heute habe ich mich zu einem Outing entschieden. Dies, weil ich erst gerade in Zürich von einer sehr netten jungen Frau angesprochen wurde, die Leute im Internet porträtiert (kann ich empfehlen, mal anzuschauen). Sie war so herzlich, spontan und offen – was im Übrigen Zürich nur gut tun kann – dass ich einfach ehrlich Auskunft gab (das Resultat sieht man HIER). Wie die Leserschaft dieser Internet-Aufklärungskampagne ja mehr als genügend mitbekommen hat, engagiere ich mich seit Jahren mit absoluter Überzeugung für einen Stop der inakzeptablen Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen & Spendensammelfirmen (Strassen- & Haustürsammlungen), was quasi einem 100%-Job gleichkommt. Was ich allerdings nie geschrieben habe: Ich lebe dafür seit drei Jahren auf der Strasse. Genauer gesagt sind es aktuell zwei Jahre am Stück, und davor zwei Phasen à 6 Monate. Zwei Jahre und 9 Monate dieser drei Jahre habe ich mich ohne auch nur einen Cent, bzw. einen Rappen durchgeschlagen (auch aktuell bin ich komplett mittellos). Dazwischen waren jeweils mehrere Monate Unterbruch, da ich beim einen Mal überraschend (in dieser Phase gleich aufgebrauchtes) Geld aus einer Erbschaft in kleinerer Grösse erhalten habe, und mich beim zweiten Mal wieder ins Arbeitsleben einklinken wollte (und dafür bereits mit einem Praktikum begonnen hatte). Ich ging damals nämlich davon aus, es sei genügend Aufklärungsarbeit geleistet worden, so dass ein Stop der Zusammenarbeit unmittelbar erfolgen würde. Das hat sich leider als Falschannahme herausgestellt. Ich habe während meiner immernoch andauernden Zeit auf der Strasse also weder Sozialhilfe beansprucht noch gebettelt. Ich wollte, wenn ich schon ein solches Projekt durchziehe, obwohl ich eigentlich arbeiten könnte, dem Staat erstens nicht auf der Tasche liegen. Und zweitens konnte ich so abtauchen, um mich vor den Spendenmafiafirmen und auch den Hilfswerken zu schützen. Dass das nötig ist, zeigt der Fall der privaten, deutschen Hilfsorganisationskontrollstelle Charitywatch von Stefan Loipfinger. Loipfinger hatte sich nicht gescheut, harte Kritik am heutigen Non-Profit-Sektor zu äussern – wobei diese natürlich auch kommerzielle Face-to-Face Sammlungen umfasst (siehe NDR-Beitrag von 2012). In der Folge wurde er dermassen persönlich bedroht, dass er Charitywatch schliesslich einstellen musste (siehe Beitrag des Tagesspiegels).

Siehe auch „Ketzerpodcast“-Beitrag zu meinem Projekt & Outing

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