Skandal um kommerzielle Haustür- und Strassenspendensammlungen: Situation in Australien eskaliert!!! (4.7.2017)

von kevinbrutschin

GRÖSSTE SPENDENSAMMELFIRMA DER WELT GEHT GERICHTLICH GEGEN GROSSE, KRITISCHE MEDIEN VOR!

„Appco“-Oberboss: Der Milliardär Chris Niarchos

 

Die Situation um kommerzielle Haustür- und Strassenspendensammlungen eskaliert komplett. Die grösste Fundraisingagentur der Welt; Appco, deren Besitzer sogar Milliardär ist (siehe Post vom 24.10.2016), hat in Australien gerichtliche Massnahmen gegen eine der wichtigsten australischen Rundfunkgesellschaften „Seven Network“ begonnen. „Seven Network“ hat sich – im Gegensatz zu den deutschsprachigen Medien, die sich von der Riesen-Hilfsorganisationslobby unter Druck setzen lassen, d.h. falsch (siehe bspw. Sternbeitrag vom Mai 2017) oder überhaupt nicht mehr über solche Sammlungen berichten – nicht gescheut, Appco abermals (wie schon der australische TV-Sender ABC – siehe Post vom 25.10.2017) hart zu kritisieren. So hat Seven’s „Sunday Night“ beispielsweise aufgedeckt, dass Appco in nur zwei Jahren um die 100 Millionen australische Dollar (rund 67 Millionen Euro oder 73 Millionen Franken) von Hilfsorganisationen für Spendenaktionen eingenommen hat.

Appco war in Australien bereits 2014 in einen Riesenskandal verwickelt, als herauskam, dass die Agentur, die damals für die Special Olympics sammelte, zwar 12.2 Millionen australische Dollar eingenommen hatte, die Ausgaben für die Aktion aber letztendlich auf 11.7 Millionen kamen – natürlich Witz-Verhältnis.

Natürlich bestreitet Appco alles. Beispielsweise sagt Appco, dass das Geld von separaten Marketingkonten der Hilfsorganisationen komme, und nicht direkt von den Spenden abgezogen wird. Das ist selbstverständlich ein jämmerliches „Trickargument“. Denn es ist doch völlig egal, ob jetzt die Hilfsorganisationen die Aktionen „indirekt“ mit Spendengeld aus ihren Kassen bezahlen oder ob das Geld „direkt“ von den während der Aktionen gewonnenen Spendeneinnahmen abgezogen wird! Tatsache ist, dass die Kosten für die Aktionen im Vergleich zu den Spendeneinnahmen INZWISCHEN so hoch sind, dass sich die Aktionen kaum mehr rentieren (siehe dazu das Interview mit mir als Experten in der österreichischen KirchenZeitung vom März 2017). Und natürlich werden wieder 20 Jahre alte Zahlen vorgeschoben, als das System wirtschaftlich noch rentiert hat (ethisch hat es sich ja von Anfang an nicht rechtfertigen lassen).

Man sieht wieder mal, die Agenturen versuchen mit Hilfe der NGO-Lobby alles, um das System am leben zu halten, und scheuen auch nicht davor zurück, die Medien selbst unter Druck zu setzen, was ich ich übrigens schon selbst erfahren habe mit meinem Beitrag für das Zürcher Magazin „Die Perspektive“ – der inzwischen nur noch in aktualisierterer Form auf dieser Website abrufbar ist. Von Corris habe ich übrigens mittlerweile auch eine Strafanzeige am Hals – was mir allerdings dermassen am Arsch vorbeigeht, dass ich das nicht mal wahrnehme. Das ist ein völlig nutzloses, letztes Aufbäumen, welches die Sache für die Agenturen als auch für die Hilfswerke nur noch schlimmer macht.

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