Verhasste Strassenspendensammlungen: Eine Grossstadt mehr greift mit Verbot durch, da Politik auf Nationalebene unfähig dazu ist (18.7.2017)

von kevinbrutschin

Unicef Fundraiser talking to people on street

„Unicef? Nein, danke.“

Ein Verbot mehr einer grösseren Stadt. Diesmal ist’s das belgische „Ostende“, welches sich entschieden hat, 2018 keine Standbewilligungen für Spendensammelaktionen auf der Strasse mehr zu vergeben (zur Situation in Belgien, siehe bspw. Post vom Februar). Es ist offensichtlich: Stadtverantwortliche brauchen, da sie von der internationalen Zusammenbruchstendenz dieser Anwerbemethode profitieren, immer weniger Mut, solche Verbote durchzusetzen. Natürlich geht’s aber auch hier nicht ohne läppischen Kommentar eines Hilfswerkvertreters. So reagiert Unicef-Doofmannsprecher Philippe Henon enttäuscht: „Leider ist es aber so, dass die aktive Spendenwerbung auf der Strasse am meisten bringt.“ Bringen tut es langfristig vor allem ein zerstörerisches Image. Aber Hilfswerkverantwortliche sind ja bekanntlich nicht fähig, langfristig zu denken – selbst dann nicht, wenn die lange Frist bereits begonnen hat. Und ausgerechnet Unicef erdreistet sich eine Motzerei; das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Dabei ist Unicef damit doch mitverantwortlich dafür, dass viele hochrangige Politiker und Politikerinnen nichts unternehmen gegen den Sammelnonsens, da die Politik – gerade auf Nationalebene – doch unzweifelhaft durch die UNO tangiert wird, bzw. nicht mehr wirklich unabhängig reagieren kann. Es sei ausserdem in Erinnerung gerufen: Unicef ist selbst auch schon mehrmals in die Schlagzeilen durch die Zusammenarbeit mit Face-to-Face Fundraisingagenturen gekommen. Besonders der erst Ende letzten Jahres in England vorgefallene Skandal sei in Erinnerung gerufen, wo Unicef mit einer Sammelfirma kooperierte, welche Schwerkriminelle angestellt hatte (Post vom 24.11.2016) – was übrigens generell immer wieder vorkommt.

 

Hier übrigens noch eine Liste mit den besten aktuelleren Posts und Beiträgen (natürlich gleich verlinkt):

AUSTRALIEN: 4.7.2017: Situation eskaliert (inkl. Involvierung grösster Sammelfirma der Welt)

16.6.2017: Drei Jahre auf der Strasse für Kampf gegen Wohltätigkeits-Strassenräuber (Persönliche Nachricht des Blogbetreibers)

Juni-Ausgabe Magazin KONSUMER: „Eine Sauerei – der Konsumentenschutz verkauft sich auf der Strasse“ oder „Der Fall Sommaruga“ (Beitrag des Blogbetreibers)

DE: Recherche: Auszug aus 1. Buch (1984), welches kommerzielle Spendensammlungen thematisiert (inkl. Aufdeckung der fehlenden Unabhängigkeit des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen/DZI)

DE: 7.5.2017, Der Stern: „Die Wegelagerer aus der Fussgängerzone“ (Zusammenfassung und Analyse inkl. Aufdeckung von Publikation falscher Zahlen)

DE: Recherche: „Was der Vater aller deutschen Spenden-Fachleute zu Spenden-Drückern gemeint hat“ (inkl. Analyse)

CH: 10.4.2017, 20 Minuten: „Viele Junge werden zum Spenden überredet“ (Zusammenfassung und Analyse)

DE: Recherche: „Hälfte der deutschen NPOs halten Spenden-Drücker selbst für schadhaft“ (inkl. Analyse)

AU: 30.3.2017, KirchenZeitung: „Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr sehen“ (Interview mit Blogbetreiber)

 

 

 

 

Advertisements