Caritas-CH von Kundenliste der Spendenfirma „Corris“ verschwunden – weltweiter Kollaps des Sammelsystems in Reichweite? (8.8.2017)

von kevinbrutschin

Katholisches Medienzentrum: Odilo Noti zum Präsidenten gewählt

Weltweit verstricktester Mann im Skandal um „Face-to-Face Fundraisingfirmen“: Caritas Schweiz-Fundraisingchef Odilo Noti

Und natürlich: Es ist zwar löblich, dass die Caritas nun nicht mehr bei Corris ist. Das tut aber nichts zur Sache, dass der Hauptinteressenvertreter der Schweizerischen Hilfswerkspendensammelnden (Noti) ja nach wie vor mit der Hilfswerkkontrollstellenchefin (Ziegerer) liiert ist. Und das ist schlicht nicht akzeptabel. Denn damit ist Noti auch weiterhin unter Druck, dass Sammelsystem zu verteidigen – obwohl er selbst gar nicht dahinter stehen kann(!). Einst gab er nämlich folgendes zu Protokoll: „Mit dieser Art Werbung werden die Spender unter Druck gesetzt. Langfristig ist das kontraproduktiv.“ Und natürlich ist auch seine Frau unter demselben Druck: So gab es auch von der Zewo eine mehr als kuriose 180°-Wende in der Angelegenheit. Denn vor der Ziegerer-Zeit bezeichnete die Zewo die Mitgliederwerbung mit Face-to-Face Fundraisingagenturen à la Corris noch als einen „Witz“. Wenn heute von der Kontrollstelle mal vorsichtige Kritik zum Sammelsystem geäussert wird, ist das schon ein halbes Weltwunder. Von „inakzeptabel“ keine Spur mehr.

Zeitenwende

Prophezeiung des Blogbetreibers: Die dringende Reform des Non-Profit-Sektors wird erst nach dem Zusammenbruch des „Corris“-Sammelsystems in Angriff genommen werden. Dazu benötigt es auch den Zusammenbruch der „Corris“-Hilfswerke (denn das sind die mit der grössten und schlimmsten Lobby). Aber der wird auch stattfinden. Und Achtung: Zewo-Geschäftsführerin Ziegerer ist im Fall auch Präsidentin des ICFO (International Committee on Fundraising Organizations), einem internationalen Zusammenschluss von Hilfsorganisationskontrollstellen wie der Zewo (Dachverband). Wenn die Corris-Hilfswerke fallen, fällt unweigerlich auch die Zewo. Und dann fällt auch das ICFO. Das Ganze wird also auch internationale Folgen haben. Fazit: Mit der Beendigung der Zusammenarbeit von Caritas Schweiz mit der Spendensammelfirma Corris ist ein entscheidendes Ereignis beim Zusammenbruch des Sammelsystems WELTWEIT passiert. Erstens weil nun die verfilzteste, d.h. hauptverantwortlichste Person im Face-to-Face Fundraisingskandal, der das System – zwar gegen den eigenen Willen, aber eben trotzdem – gestützt hat (und dessen Frau ihm dabei durch Nichtintervention sowohl im nationalen als auch internationalen Kontrollbereich gefolgt ist), einschneidend geschwächt wurde.  Und zweitens die Schweizer NGO-Lobby (der „Corris“-Hilfswerke) folglich auch nicht mehr genügend stark war, diese Person in ihrem Sinne zu beeinflussen.

 

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